Autor Thema: Seilbahn-Utopie  (Gelesen 631 mal)

manitou

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Max

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Re: Seilbahn-Utopie
« Antwort #1 am: August 23, 2017, 01:35:37 Nachmittag »
Wenn der Borkenkäfer weiterhin so intensiv wütet, dann würde der Bau einer Seilbahn den Kohl auch nicht mehr fett machen. Mal ehrlich, ich komme gerade von einem Trainingslauf am Brocken zurück und bin doch ziemlich entsetzt mit welcher Geschwindigkeit dort die Bäume umfallen. Es sieht schon ziemlich schei*e aus und wird Jahrzehnte dauern, bis dort wieder einigermaßen nennenswerter Baumbestand entsteht, der den Namen 'Wald' noch verdient. Ich kann den Nationalpark da überhaupt nicht verstehen — die Idee ist einfach Quatsch und wird sich innerhalb der nächsten 10 Jahren massiv auf die Besucherzahlen auswirken und das sicherlich nicht zum Positiven.

Die beiden Vorschläge halte ich übrigens nicht für allzu sinnvoll — dafür gibt es sicherlich auch Busverbindungen zwischen den Orten, welche auch nicht allzu sehr ausgelastet sind.

x86

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Re: Seilbahn-Utopie
« Antwort #2 am: November 22, 2017, 04:15:38 Nachmittag »
Der Planer solcher Projekte scheint nicht sonderlich viel Anhnung von der Materie zu haben. Abgesehen davon, dass heutige Einseil-Gondelbahnen nur 6,5  m/s fahren können, was eine Fahrzeit von 1:50 h (von Clausthal-Zellerfeld nach Drei Annen Hohne) nach sich ziehen würde, könnte man mit den Baukosten noch einige Jahre den Busverkehr finanzieren. Gerade in der erschließenden Variante kommen auch gleich 3 Winkelstationen zum Einsatz, die die Baukosten in die Höhe treiben.

Außerdem fußt der Vorschlag auf m. E. falschen Prämissen:
- die Fahrgeschwindigkeit von Seilbahnen kann beliebig erhöht werden (dort gibt es sicher physikalische Grenzen, z. B. wenn eine Bahn von (fiktiven) 12 m/s auf freier Strecke auf 0 gebremst wird, dürfte manch einem schlecht werden, gerade wenn die Kabine mitten im Spannfeld hängt.

- kleine Kabinen für 2-4 Personen sind meist ziemlich eng und wenig komfortabel, es können also keine Rollstuhlfahrer mitgenommen werden. Von einer wesentlich niedrigeren Förderleistung mal abgesehen.. (jedenfalls wenn man dadurch auf größere Spannfelder hofft)

- Umwelteinflüsse, z. B. zu starker Wind kann schnell zur Einstellung des Betriebes führen.

=> Seilbahnen können ein sinnvolles Verkehrsmittel sein, aber nicht überall und auch nicht um jeden Preis. Es schlägt ja auch niemand vor, auf den Wurmberg eine Autobahn zu bauen, damit man bequem und zügig mit dem Bus rauffahren kann. ;)