Autor Thema: Brockengastronomie  (Gelesen 1361 mal)

Ski-Manni

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Brockengastronomie
« am: März 17, 2018, 07:28:49 Nachmittag »
hab ja seit Anfang Januar nur per WEB-CAM beobachtet. Scheinbar zieht es die Massen nur noch zum WB obwohl oft auch die alternativen Skigebiete gutes Angebot hatten. Das kenn ich von früher ganz anders, am WE selbst zum " Resteskilauf "
brummte es auch am MSB.

Die Beobachtung habe ich auch gemacht, auch direkt vor Ort. Während es am Wurmberg teils lange Schlangen gab, war der Parkplatz am MSB mitunter nicht einmal zur Hälfte gefüllt und es gab kaum bis keine Wartezeiten an den Liften. Ähnliches gilt für den Bocksberg in Hahnenklee, wobei ich dort bei jedem Besuch seit dem Bau des neuen Sessellifts bisher nie am Lift anstehen musste.

Viele zieht es offenbar direkt zum Wurmberg, was etwas schade ist für die anderen Skigebiete, die durchaus mehr Besucher verdient hätten. Woran das liegt, darüber können wir alle nur spekulieren — die Werbung, die die WSB auch überregional macht wird sicherlich ein wichtiger Faktor dafür sein, viel mehr aber vermutlich, dass es viele Besucher in das größte und vermeintlich beste Skigebiet im Harz zieht.

Man sieht es ja am Brocken: Die Gastronomie dort oben ist eine Katastrophe, es ist häufig viel zu viel los und dennoch wandern / fahren die meisten Harzbesucher unmittelbar dort hoch statt sich ein vielleicht weniger bekanntes, aber deutlich schöneres Ausflugsziel zu suchen. :)

Was genau meinst du mit Katastrophe der Gastronomie auf dem Brockengipfel?

Max

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Re: Brockengastronomie
« Antwort #1 am: März 18, 2018, 08:07:32 Vormittag »
Was genau meinst du mit Katastrophe der Gastronomie auf dem Brockengipfel?

Zu hohe Preise, max. durchschnittliche Qualität, kein schönes Ambiente, lange Wartezeiten selbst am Selbstbedienungsschalter und ein recht eigenwilliges Verständnis von Freundlichkeit seitens der Mitarbeiter.

Manche mögen oder erwarten das vielleicht oben auf dem Brocken in Erinnerung an alte Zeiten. Ich war nun häufig genug dort und habe anfangs noch gedacht, dass ich einfach einen schlechten Tag erwischt hätte, dem scheint aber nicht so zu sein.

Eumel153

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Re: Brockengastronomie
« Antwort #2 am: März 18, 2018, 10:35:48 Vormittag »
Auf dem Brocken liegen Licht und Schatten leider dich beieinander.

Positiv :
Die Baude am Brockenbahnhof finde ich durchaus gemütlich. Man sollte ich keine Alpenmaßstäbe anlegen. Wenn man eher Harz- und Mittelgebirgsverhältnisse als Maßstab hat, dann kann man sich dort schon wohl fühlen.

Im Goethesaal habe ich mit der Freundlichkeit eher gut Erfahrungen gemacht

Auf dem Vorplatz des Goethesaals stehen schöne Holztische und Bänke. Wenn man sich im Sommer bei wenig Wind im Goethesaal oder am Imbiss etwas zu Essen holt, dann kann es schon recht gemütlich sein. Die Sonne lässt sich dann schön genießen.

Neutral:
Das Essensangebot auf dem Brocken ist OK aber auch nicht großartig. Curry Wurst, Pommes sind ganz Ok aber wer neben Suppe, Nudeln und etwas Kuchen noch andere Abwechsleung möchte, der stößt halt schnell an Grenzen.
Am Anfang war ich mit Curry Wurst Pommes eigentlich zufrieden aber inzischen ist es mir zu eintönig.

Negativ:
Ich bin eigentlich schon froh, dass der Brocken überhaupt so ein Angebot hat. Ich bin halt jemand, der zum Abschluss der Bergfahrt irgendwo gerne einkehren will und etwas zu Essen und Trinken bekommt. Das gehört bei mir dazu.

Der Brocken ist leider punktuell überlastet. In der Hauptzeit zwischen 11 bis 15 Uhr und dann noch im Sommer oder Ferienzeit ist der Brocken hoffnungslos überlastet (der Goethesaal weniger). Da treten sich die Leute in der Gastronomie und auch vor dem Imbiss regelrecht auf die Füße. Das macht schon kein Spaß mehr. (Nachmitttags kann es dagegen herrlich gemütlich sein)

Die Freundlichkeit in der Baude am Brockenbahnhof ist eher überschaubar. Wenn man dann 10 min. vor Gastronomie Schluss noch einmal das WC besucht (Sauberkeit sollte klar sein), dann hört man schon einmal ein Schnaufen im Hintergrund.

Der Goethesaal hat zwar eine große Kapazität aber das Ambiente erinnert mehr an eine Bahnhofshalle. Einfach nur abschreckend. Auch besonders warm ist es dort nicht.
Den Goethesaal vermeide ich und bin nur dort, wenn es draußen schön warm ist und ich einen Platz in der Sonne finde.

Auch mein Beispiel aus dem Parallelthread führe ich hier noch einmal an.
Anfang März sind wir Samstag relativ spät mit dem Zug hoch. Um 16:30 mussten wir dann an der Bahnhofs Baude feststellen, dass sie wegen Renovierung geschlossen ist. Wir sind also zum Goethe Saal weiter. Auch der war um 16:30 schon geschlossen. Blieb nur das Turm Cafe. Natürlich war der Andrang dort etwas großer und wir hörten schon die Wirte über den Andrang stöhnen. Da sahen wir erst, dass auch hier um 17:00 geschlossen wird (Allerdings wegen der Hotel Gäste).

Fazit:
Wenn das Essensangebot den eigenen Geschmack trifft und wenn man außerhalb der Stoßzeiten ab ca. 16-17 Uhr oben ist, dann kann es schon gemütlich sein. Trinken, auch mal etwas Warmes im Herbst/Winter, ist auch ganz angenehm.

Wenn man seine Zeiten kennt, dann kann es relativ schön sein ansonsten eher abschreckend.

Max

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Re: Brockengastronomie
« Antwort #3 am: März 18, 2018, 11:34:07 Vormittag »
Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich bisher ausschließlich beim Brockenwirt war — im Goethesaal bzw. dem Turmcafé waren die Plätze meistens schon alle vergeben, sodass ich mir darüber noch kein Urteil bilden konnte.

Es kommt allerdings nicht von ungefähr, dass der Brockenwirt bei TripAdvisor bspw. nur magere 1.5 von 5 möglichen Punkten im Schnitt bekommt und satte 72% der Besucher die schlechteste Bewertung "Ungenügend" vergeben haben, nicht selten mit Kommentaren wie "Schäbige Massenabfertigung", "Fremdschämen" oder "hygienisch bedenkliche Zustände".

Auch für mich gehört eine Einkehr nach einer Wanderung oder MTB-Tour dazu und meine Erwartungen an eine rustikale Hütte oben auf dem Gipfel sind nicht allzu hoch. Eine vernünftige Bratwurst oder Gulaschsuppe, ein kühles Getränk und halbwegs freundliche Mitarbeiter und ich bin schon einigermaßen zufrieden — das sollte doch wirklich nicht allzu schwer sein. ;)

Meine letzte Erfahrung oben beim Brockenwirt war übrigens, dass Gäste von der Reinigungskraft vor den Toiletten lautstark aufgefordert wurden (etwa eine Viertelstunde vor Betriebsschluss) die Toiletten nicht mehr zu nutzen. Da die Sitzplätze eisern verteidigt wurden, wollten wir uns nach der Wanderung nur schnell eine Bratwurst holen und dann weiterziehen. Vor mir standen exakt 5 Leute, die darauf gewartet haben bedient zu werden — bis ich überhaupt bestellen konnte sind ganze 40 Minuten vergangen. Unabhängig davon, dass man dem Mitarbeiter dort beim Bedienen die Schuhe hätte besohlen können, hat er bei jeder Bestellung ganz in Ruhe die 1-2 Bratwurst, die jeweils bestellt wurden, frisch auf den Grill gelegt und fertig gemacht, was eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat.

Viele Gäste vor und hinter mir haben sich das eine Weile mit angesehen und sind dann wieder gegangen, die Bratwurst war lauwarm und halbgar und wanderte nach zwei Mal abbeißen direkt in die Mülltonne.

Spitzengastronomie muss es dort nun wirklich nicht sein — aber etwas Mühe geben sollte man sich schon, auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass die Gäste ja trotzdem in Massen auf den Brocken strömen. Der Brocken ist halt eines der Aushängeschilder des gesamten Harz, wenn man dann bei Bewertungsportalen "Schmuddelig und teuer", "Schrecklich" oder "Um Himmels willen" liest, dann wird schon deutlich, dass viele Urlauber damit eben überhaupt nicht zufrieden zu sein scheinen.

PS: Die Kommentare auf den Bewertungsplattformen sind teilweise recht amüsant zu lesen und einigermaßen unterhaltsam. ;D

Eumel153

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Re: Brockengastronomie
« Antwort #4 am: März 18, 2018, 12:20:48 Nachmittag »
Ich muss vielleicht dazu sagen, dass ich bisher ausschließlich beim Brockenwirt war ....
Du meinst vermutlich das Restaurant am Brockenbahnhof. Die gesamte Gastronomie am Brocken wird nämlich vom Brockenwirt betrieben (Brockenbahnhof, Goethesaal, Turmcafe und Hotel)

Zitat
Viele Gäste vor und hinter mir haben sich das eine Weile mit angesehen und sind dann wieder gegangen, die Bratwurst war lauwarm und halbgar und wanderte nach zwei Mal abbeißen direkt in die Mülltonne.
Die unterschiedliche Qualität ist mir auch schon aufgefallen.

Ich hatte zwar auch schon längere Wartezeiten aber in meiner Zeit hat das Personal in der Küche relativ Hand in Hand gearbeitet.

Wenn man gegen 17 Uhr und evtl. wenig Betrieb kommt, dann sind Currywurst und Pommes zudem eher alt und weich. Aber das ist ja kein Brocken spezifisches Problem.
Schön ist es trotzdem nicht.

playjam

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Re: Brockengastronomie
« Antwort #5 am: März 18, 2018, 01:36:02 Nachmittag »
[...] max. durchschnittliche Qualität, kein schönes Ambiente [...]

Wenn das auf die Kantine in der Halle bezogen ist, dann ist das die Untertreibung des Jahrhunderts. Es ist im Saal sehr laut und das Essen riecht sehr streng. In regelmäßigen Abständen wird dreckiges Geschirr an den Essenden vorbei quer durch den Raum geschoben. Hat den Charme einer schlechten Jugendherbergskantine der 80er Jahre.

Es scheint genügend zu geben, die so etwas mögen. Ich gehöre nicht dazu.

Ansgar Timm

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Re: Brockengastronomie
« Antwort #6 am: März 18, 2018, 09:35:54 Nachmittag »
8 EURO für eine CURRYWURST? | SAT.1 Frühstücksfernsehen
Der Brockenwirt wurde 2016 im Fernsehen bewertet
https://www.youtube.com/watch?v=V7T9R6ZxW_8
Der Beitrag spiegelt m. E. die Bewertungen bei Tripadvisor etc. sehr gut wider.
« Letzte Änderung: März 18, 2018, 09:44:54 Nachmittag von Ansgar Timm »

Max

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Re: Brockengastronomie
« Antwort #7 am: März 19, 2018, 07:05:20 Vormittag »
[...] max. durchschnittliche Qualität, kein schönes Ambiente [...]

Wenn das auf die Kantine in der Halle bezogen ist, dann ist das die Untertreibung des Jahrhunderts.

War es — ich wollte nur freundlich sein. ;)