Autor Thema: HS117 - Braunlage hebt ab!  (Gelesen 9061 mal)

Usul

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Re: HS117 - Braunlage hebt ab!
« Antwort #75 am: Oktober 05, 2019, 09:51:06 Vormittag »
Ein Versagen definiere ich, wenn die Verantwortlichen es nicht geschafft haben die vorhandenen Mittel zu nutzen.
Nach einem relativ kleinen ersten Event, kam es zu einer exponentialen Steigerung beim zweiten, die die lokale Infrastruktur zweifellos überfordert hat.
Aber inwiefern haben die Verantwortlichen versagt, also Ihre Mittel nicht ausgeschöpft? Was hätten sie anders machen können? War die starke Steigerung vorhersehbar? Was hätte man machen können? Braunlage weiträumig absperren, einen Park& Ride Verkehr von min. Torfhaus einführen und alle anderen Harzorte absperren?

Hast Du das Verkehrschaos bei Skirennen in kleinen Alpenorten mal mitgekriegt, wenn der ganze Tross über die kleinen Alpenstraßen an- und abreisen? Das ist einfach so und keiner jammert (zumindest laut ;) ).

Also bitte ich wieder mal, nicht so verallgemeinernd mit Beleidigungen und Formulierungen um sich zu werfen.

Inhaltlich hast Du ja recht. Die braunlager Infrastruktur kann keine so große und vor allem eine so zeitlich kurze, große Veranstaltung (An- und Abreise innerhalb von 5-6h) stemmen. Aber ist das ein Versagen der lokalen Politiker, die auf das Meiste davon keinerlei Einfluß haben? Sie können die Zufahrten nicht eben mal so breiter sprengen. Mehr Parkplätze können sie auch nicht mal eben so bauen. Alles bedürfte Zeit & Geld. Beides hatten sie nicht.
Ich bin kein Fan davon, Infrastruktur ohne Plan zu schaffen und danach Pläne dafür zu entwickeln. Ich sage mal Parkhaus Schierke "hust".

Max

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Re: HS117 - Braunlage hebt ab!
« Antwort #76 am: Oktober 05, 2019, 10:35:57 Vormittag »
Nun gut, was das Nacktrodeln betrifft, so hat hier der Radiosender sicherlich auch eine gewisse Mitschuld, wenn man so will, wobei erschwerend wohl noch hinzukommen dürfte, dass es ja keinen Ticketverkauf gab und es somit wahrscheinlich schwer abschätzbar war, wieviele Besucher am Ende tatsächlich kommen würden.

Was aber insbesondere bei dem Event noch erschwerend hinzukam war schlichtweg auch die Zielgruppe, die dort angesprochen wurde und am Ende in Braunlage aufgetaucht ist. Nicht wenige waren Mittags bei ihrer Ankunft schon völlig betrunken, viele haben sich beim Event selber komplett mit eigenen Getränken versorgt und weder beim Veranstalter noch in der Stadt Geld ausgegeben und vor allem bei der letzten Ausgabe meinten einige so richtig die Sau rauslassen zu müssen und haben die Sparkasse verwüstet, bei Anliegern die Scheiben eingeworfen usw.

Auch wenn es für die Bekanntheit von Braunlage sicherlich schon etwas gebracht hat, so kann ich auch verstehen, warum viele Einwohner und Gastronomen dem Treiben am Ende kritisch gegenüberstanden. Ich denke ein ernstzunehmendes Wintersport-Event wie bspw. ein Skispringen erzeugt in der Öffentlichkeit insgesamt ein sehr viel besseres Image als ein Nacktrodeln, wo ein paar B-Promis blank ziehen, 100m auf einem Plastikschlitten rodeln und sich anschließend mal ordentlich die Kante gegeben und der Ort verwüstet wird. ;D

manitou

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Re: HS117 - Braunlage hebt ab!
« Antwort #77 am: Oktober 05, 2019, 02:40:24 Nachmittag »
Ein Versagen definiere ich, wenn die Verantwortlichen es nicht geschafft haben die vorhandenen Mittel zu nutzen.
Was hätte man machen können? Braunlage weiträumig absperren, einen Park& Ride Verkehr von min. Torfhaus einführen und alle anderen Harzorte absperren?

Hast Du das Verkehrschaos bei Skirennen in kleinen Alpenorten mal mitgekriegt...

Also bitte ich wieder mal, nicht so verallgemeinernd mit Beleidigungen und Formulierungen um sich zu werfen.

Inhaltlich hast Du ja recht....

Wo ist das eine Beleidigung , wenn ich von Versagen spreche?! versagen heisst, man hat es nicht geschafft, das logistisch bewältigt zu bekommen. Ich habe Open-Airs am Schloss Wilhelmshöhe in KS mit 12.000 Besuchern organisiert und hatte vor Ort lediglich 300P. Die nächsten war 6km weiter weg. Wir haben zusammen mit Polizei und ÖPNV ein komplexes Lenkungssystem erarbeitet - und im Vorfeld massiv beworben mit dem Ergebnis, dass wir nach der Veranstaltung angestoßen haben, weil nicht einmal die 300P. voll besetzt gewesen sind.
Ferner habe ich auch schon Open-Airs gehabt, wo auf einmal doppelt so viele Besucher kamen, wie anhand des Vvk. erwartet und wir sind logistisch zusammengebrochen. Beim nächsten Mal ist man gerüstet.
Auch Willingen wurde beim ersten Skispringen zu den Hochzeiten von Hannawald und Schmidt mit ca. 78.000 Besuchern komplett überrollt - danach wusste man es zu organisieren. Zudem wurde die Stadionkap. limitiert.

Nun gut, was das Nacktrodeln betrifft, so hat hier der Radiosender sicherlich auch eine gewisse Mitschuld, wenn man so will, wobei erschwerend wohl noch hinzukommen dürfte, dass es ja keinen Ticketverkauf gab und es somit wahrscheinlich schwer abschätzbar war, wieviele Besucher am Ende tatsächlich kommen würden.

Was ...erschwerend hinzukam war schlichtweg auch die Zielgruppe...  einige so richtig die Sau rauslassen zu müssen und haben die Sparkasse verwüstet, bei Anliegern die Scheiben eingeworfen usw.

Auch wenn es für die Bekanntheit von Braunlage sicherlich schon etwas gebracht hat... Ich denke ein ernstzunehmendes Wintersport-Event wie bspw. ein Skispringen erzeugt in der Öffentlichkeit insgesamt ein sehr viel besseres Image als ein Nacktrodeln, wo ein paar B-Promis blank ziehen...

B-Promis?!?! ...Du bist sehr wohlwollend  ;)
 
Ich will die Verantwortung gar nicht allein der Stadt BRL zuschieben, der Radiosender hätte das als Veranstalter organisatorisch selbst in die an die Hand nehmen müssen, da liegst Du richtig. Das scheinen auch keine VA-Profis gewesen zu sein...

Zu Zeiten des Nacktrodeln lag der Tourismus in BRL am Boden, da kann man es sich m.E. nicht leisten, sowas ziehen zu lassen, auch wenn das Publikum zu wünschen übrig lässt.

Die Eskapaden hat Willingen auch zum Skispringen. Es sind aber immer nur wenige Idioten (5%), die solch einen Scheiss bauen. Sie geraten jedoch in den medialen Focus und man meint, dass gefühlt die Hälfte so wären.
« Letzte Änderung: Oktober 05, 2019, 08:46:33 Nachmittag von manitou »

x86

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Re: HS117 - Braunlage hebt ab!
« Antwort #78 am: Oktober 07, 2019, 10:29:45 Vormittag »
Das Biathlon-Stadion müsste aber auch noch ausgebaut werden, aktuell gibt es nur 25 Schießstände (für WCs braucht man 30) und die Beschneiungsanlage dort ist auch eher rudimentär vorhanden, zumindest was ich mal gesehen habe, aber vlt hat sich das in den letzten 2-3 Jahren auch geändert.
Sicherlich finden die für den Ausbau auch einen Fördertopf  ;). Die Beschneiung reicht i.d.R. aus. Die Asphaltloipe braucht recht wenig Schnee und die karren den über Depots per Fahrzeug in den Wald. Meistens reicht diese Technik, um die Loipe betreiben zu können. 
Wahrscheinlich  :D
Mit der Beschneiung dort kenne ich mich nicht so gut aus, ich weiß nur, dass die Anlage etwas improvisierter aussieht, als die im Skigebiet. Bis vor ein paar Jahren waren auch nur ältere Schneekanonen und -Lanzen im Einsatz, sodass die Beschneiung wahrscheinlich relativ lange dauert.

Ferner stelle ich mir noch die Frage, ob das Skisprungstadion mit der Loipe verbuden sein muss?
Wäre in Willingen der Fall - da führt eine Feldweg/Loipe von der Schanze zum Biathlonstadion - siehe hier:
https://www.skigebiet-willingen.de/page/loipenplan.php
Allerdings ist auf dem Loipenplan die Biathlonloipe nicht eingezeichnet, da die dort keine Öfffentlichkeit wollen.
Allerdings ist die Verbindungsloipe weder beschneit noch beleuchtet  ;)

Das scheinen auch keine VA-Profis gewesen zu sein...
Was heißt VA?

Die Eskapaden hat Willingen auch zum Skispringen. Es sind aber immer nur wenige Idioten (5%), die solch einen Scheiss bauen. Sie geraten jedoch in den medialen Focus und man meint, dass gefühlt die Hälfte so wären.
Naja, die Randalierer gehören in Willingen ja zumindest am WE zum Ortsbild, kann natürlich sein, dass beim Skispringen noch etwas mehr abgeht  ;)