Autor Thema: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg  (Gelesen 666 mal)

playjam

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Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« am: September 06, 2020, 05:39:11 Nachmittag »
Ich war in der Woche beruflich in Braunlage und habe in einer Pause mir die Borkenkäferschäden am Wurmberg angeschaut.

Man kann nicht verleugnen, dass jetzt genau das Szenario eingetreten ist, vor dem die Fachleute vor Jahren schon gewarnt haben. Der Borkenkäufer hat sich nicht an die Nationalparkgrenze gehalten und befällt massenhaft das angrenzende Gebiet.

Der Borkenkäfer ist an der Spitze des Wurmbergs angekommen. Für den hier häufig vorgeschlagene Chicken-Way, um den Einstieg der Panorama-Abfahrt für Anfänger zu entschärfen, muss bald kein Baum mehr gefällt werden:
3909-0

Vom Wurmberggipfel aus sieht man noch ein paar Restbäume auf dem großen Winterberg:
3910-1

Auf der Schierke zugewandten Seite des Gipfels des großen Winterberg steht keines der früher mal als wertvoll betrachteten hochmontanen Fichten:
3911-2

Wie auf Bestellung frisst der Borkenkäfer eine Schneise vom Schierker Parkhaus zum Winterbergsattel für die geplante Seilbahn und respektiert auch nicht den Schutzstatus des Moorwaldes:
3912-3

Entlang der oberen großen Wurmbergabfahrt sind viele Bäume schon tot:
3913-4

Der Wurmberggipfel ist vom Borkenkäfer kahlgefressen:
3914-5

Das Waldstück zwischen Landesgrenze und Hexenwiese ist stark geschädigt:
3915-6

Der Wald auf dem kleinen Winterberg ist zur Hälfte schon tot:
3916-7

Überall entlang der großen Wurmbergabfahrt sieht man, wie die Landesforsten hier versuchen, den Borkenkäfer durch Entnahme von toten und befallenen Bäumen zu bekämpfen:
3917-8

3918-9

3919-10

3920-11



« Letzte Änderung: September 06, 2020, 09:41:12 Nachmittag von playjam »

snowie

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #1 am: September 06, 2020, 06:36:50 Nachmittag »
Erschreckend. Der Wurmberg und kleine Winterberg und auch Schierke sahen im Juni nicht so aus. Es war grün. Es ist wie eine Lawine. Ganz schlimm.
ich möchte mir nicht die Windanfälligkeit im Winter vorstellen. Die Bahn könnte mehr stehen als fahren. Geschweige denn von Schneeverwehungen oder generell einem erneut ausfallenden Winter. Die nächsten Jahre könnten wir zu spüren bekommen. Nach Corona wollen alle erstmal ins Ausland fliegen.
« Letzte Änderung: September 06, 2020, 09:41:43 Nachmittag von playjam »

playjam

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #2 am: September 06, 2020, 06:57:25 Nachmittag »
[...]
ich möchte mir nicht die Windanfälligkeit im Winter vorstellen. Die Bahn könnte mehr stehen als fahren.
[...]

Das könnte auf jeden Fall interessant werden. Glücklicherweise gibt es noch den Sessellift, der weniger Windanfällig ist.

Es wird aber noch ganz spannend, mit welchem Hygienekonzept die Wurmbergseilbahn die Corona-Wintersaison bewältigen will. Sollten die Kabinen und Sessel weiterhin nur mit zusammengehörigen Gruppen besetzt werden dürfen, wird die Schlange im Winter sehr lang. Wenn dann nur noch der Sessellift fahren kann...  :(

Zitat von: snowie
[...] Nach Corona wollen alle erstmal ins Ausland fliegen.

Die Fluggesellschaften rechnen erst einmal nicht damit, dass es nach Corona zu einer schnellen Erholung der Flugverkehrs kommt und  bauen massiv Kapazitäten ab. D.h. selbst wenn alle wieder fliegen wollen, wird es nicht genug Flugzeuge geben.
« Letzte Änderung: September 06, 2020, 09:41:33 Nachmittag von playjam »

Nordharzer

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #3 am: September 06, 2020, 07:15:57 Nachmittag »
[...]
ich möchte mir nicht die Windanfälligkeit im Winter vorstellen. Die Bahn könnte mehr stehen als fahren.
[...]

Das könnte auf jeden Fall interessant werden. Glücklicherweise gibt es noch den Sessellift, der weniger Windanfällig ist.

Es wird aber noch ganz spannend, mit welchem Hygienekonzept die Wurmbergseilbahn die Corona-Wintersaison bewältigen will. Sollten die Kabinen und Sessel weiterhin nur mit zusammengehörigen Gruppen besetzt werden dürfen, wird die Schlange im Winter sehr lang. Wenn dann nur noch der Sessellift fahren kann...  :(

Zitat von: snowie
[...] Nach Corona wollen alle erstmal ins Ausland fliegen.

Die Fluggesellschaften rechnen erst einmal nicht damit, dass es nach Corona zu einer schnellen Erholung der Flugverkehrs kommt und  bauen massiv Kapazitäten ab. D.h. selbst wenn alle wieder fliegen wollen, wird es nicht genug Flugzeuge geben.

Die Konzepte in den Alpen sehen ja wohl so aus, daß die Gondeln und Sessel voll besetzt werden können, allerdings mit Maske.
Da in Österreich Bergbahnen wie öffentlicher Nahverkehr behandelt wird, gilt halt das gleiche im Bus, wie in der Gondel.
Ich will hoffen, daß sich die WSB daran ein Beispiel nimmt, sonst seh ich schwarz, dann laufe ich lieber nach oben
« Letzte Änderung: September 06, 2020, 09:41:54 Nachmittag von playjam »

x86

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #4 am: September 07, 2020, 12:04:21 Vormittag »
Danke für den ausführlichen Bericht!

Sieht ja wirklich ziemlich schlecht aus.

Es wird aber noch ganz spannend, mit welchem Hygienekonzept die Wurmbergseilbahn die Corona-Wintersaison bewältigen will. Sollten die Kabinen und Sessel weiterhin nur mit zusammengehörigen Gruppen besetzt werden dürfen, wird die Schlange im Winter sehr lang. Wenn dann nur noch der Sessellift fahren kann...  :(
In Willingen dürfen momentan im 8er Sessel 3 statt 5-6 Leute Platz nehmen (Sommerbetrieb) sind dann so immerhin noch 720 P/h, im Winter analog 1000 P/h, wenn sie zusätzlich Sommersessel ans Seil hängen, 1200 P/h. An der Gondel weiß ich es nicht so genau...

Wenn man das am Wurmberg genauso macht (also 2 Plätze Abstand im Sessel), würde sich die Kapazität der 4SB auf 900 P/h halbieren.

Ich will hoffen, daß sich die WSB daran ein Beispiel nimmt, sonst seh ich schwarz, dann laufe ich lieber nach oben
Fraglich, ob sich die WSB über ggf. vorhandene Verordnungen hinwegsetzen kann...

Nordharzer

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #5 am: September 07, 2020, 11:01:32 Nachmittag »
Danke für den ausführlichen Bericht!

Sieht ja wirklich ziemlich schlecht aus.

Es wird aber noch ganz spannend, mit welchem Hygienekonzept die Wurmbergseilbahn die Corona-Wintersaison bewältigen will. Sollten die Kabinen und Sessel weiterhin nur mit zusammengehörigen Gruppen besetzt werden dürfen, wird die Schlange im Winter sehr lang. Wenn dann nur noch der Sessellift fahren kann...  :(
In Willingen dürfen momentan im 8er Sessel 3 statt 5-6 Leute Platz nehmen (Sommerbetrieb) sind dann so immerhin noch 720 P/h, im Winter analog 1000 P/h, wenn sie zusätzlich Sommersessel ans Seil hängen, 1200 P/h. An der Gondel weiß ich es nicht so genau...

Wenn man das am Wurmberg genauso macht (also 2 Plätze Abstand im Sessel), würde sich die Kapazität der 4SB auf 900 P/h halbieren.

Ich will hoffen, daß sich die WSB daran ein Beispiel nimmt, sonst seh ich schwarz, dann laufe ich lieber nach oben
Fraglich, ob sich die WSB über ggf. vorhandene Verordnungen hinwegsetzen kann...

Wie ist es denn bei uns im ÖPNV geregelt? Ich fahre zum Glück kein Bus und Bahn, deshalb frag ich mal ganz blöd...

harzsnow

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #6 am: September 08, 2020, 12:23:54 Nachmittag »
Erschreckend. Der Wurmberg und kleine Winterberg und auch Schierke sahen im Juni nicht so aus. Es war grün. Es ist wie eine Lawine. Ganz schlimm.
ich möchte mir nicht die Windanfälligkeit im Winter vorstellen. Die Bahn könnte mehr stehen als fahren. Geschweige denn von Schneeverwehungen oder generell einem erneut ausfallenden Winter. Die nächsten Jahre könnten wir zu spüren bekommen. Nach Corona wollen alle erstmal ins Ausland fliegen.

@playjam: Danke für den tatsächlich erschreckenden Bericht.

Ansonsten scheint es ja so auszusehen, dass es noch länger braucht, bis der Coronavirus tatsächlich wirklich entscheidend eingedämmt ist. Ich könnte mir daher vorstellen, dass (vorausgesetzt, dass Wetter spielt mit) ein grösserer Andrang auf innderdeutsche Winterreiseziele einsetzt, die per Auto erreichbar sind.

Ich habe ja auch die Hoffnung, dass es bis zum Winter diese Corona-Schnelltests (Ergebnis in höchstens 30 Minuten) gibt, so dass z.B. eine Liftkarte nur bei negativem Test verkauft wird und so viele starke Beschränkungen vermieden werden können. Ansonsten müsste wohl auch der Verkauf der Lift/Gondelkarten begrenzt werden, um auch so grössere enge Ansammlungen zu vermeiden und ansonsten Maskenpflicht u.ä.



Usul

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #7 am: September 08, 2020, 04:10:35 Nachmittag »
Ein Schnelltest von der Firma Stöbich aus Goslar ist gerade in der Patentierung und Zertifizierung/Zulassung.

Eigentlich eine Brandschutzfirma, aber einer der hidden Champions in seinem Gebiet. Sie haben u.a. hochsensible Brandschutzsensoren,
die auf entsprechende kleinste Partikel in der Luft reagieren. Diese Grundtechnik auf Glasfaserbasis konnten sie anscheinend auf Covid-19 anpassen.
Testergebnisse innerhalb von Minuten, ohne Labor. Wohl "nur" ein leicht zu bedienendes Analysegerät, das könnte jedoch 10.000€ kosten.
Ein einzelner Test streben sie für 8-12€ an. Alles natürlich nicht final, aber sie sichten hier schon Produktionsstätten.

Für große Eventarenen Peanuts, für ein kleines Skigebiet...

Schneefuchs

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #8 am: September 08, 2020, 04:17:29 Nachmittag »
Und Ihr meint am Wurmberg schafft man 4.000 Tests am Tag? Die schaffen es doch nicht mal 4.000 Karten vernünftig zu verkaufen...

Usul

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #9 am: September 08, 2020, 04:43:36 Nachmittag »
Zumindest wäre der Test schneller als der Verkauf  ;D

STS

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #10 am: September 08, 2020, 06:28:06 Nachmittag »
Vielleicht hat der neue Betriebsleiter Ideen kundenfreundlicher zu werden. Corona-tauglich wäre z.B. einfacher Kauf übers Internet.

Und um zu unserem Lieblingssthema zurück zu kommen:
+ Skipass Oberharz oder zumindest
+ Braunlage, Hohegeiss, MSB, Sonnenberg, Wurmberg, u.a zur Corona-tauglichen Verteilung auf nicht überfüllte Skigebiete, wäre ja auch ein Thema für den Bürgermeister...

PS: Auch wenn wir die Borkenkäferverwüstungen vorhergesehen haben, die Fotos sind schockierend.
« Letzte Änderung: September 08, 2020, 06:38:30 Nachmittag von STS »

steff

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #11 am: September 08, 2020, 08:02:57 Nachmittag »
So günstig wie zurzeit kann die WSB in den nächsten Jahren die Westhangabfahrt nie wieder erstellen. Hoffentlich hat der neue Betriebsleiter den nötigen Elan

playjam

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #12 am: September 08, 2020, 08:46:33 Nachmittag »
So günstig wie zurzeit kann die WSB in den nächsten Jahren die Westhangabfahrt nie wieder erstellen. Hoffentlich hat der neue Betriebsleiter den nötigen Elan

Ich sage das nur ungern, aber im Moment würde ich auf Sicht fahren und keine unnötigen Ausgaben tätigen. Auch wenn am Westhang die Bäume schon gefällt worden sind, für ein Lift und eine Piste müssen noch sehr viel mehr getan werden.

Usul

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #13 am: September 09, 2020, 09:49:33 Vormittag »
Mit das aufwendigste ist nicht das Fällen, sondern die Baumstümpfe aus der Erde zu holen und den Boden zu egalisieren.
Man muss ja auch auf 15cm Kunstschneedecke fahren können  :'(

Schneefuchs

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Re: Borkenkäfer am Wurmberg, sowie am Großen und Kleinen Winterberg
« Antwort #14 am: September 09, 2020, 10:49:41 Vormittag »
Jetzt fehlen auch noch die Einnahmen aus dem Holzverkauf. Falls der Westhang nicht ohnehin schon genehmigt ist (irgendwo habe ich das mal gelesen) bleibt eine Waldfläche rechtlich eine Waldfläche, auch wenn gerade keine Bäume draufstehen.  ;)

Wahrscheinlich wird man sich mit Investitionen erstmal zurückhalten, auch wenn der Winter bis zum Lockdown schon durch war und der Sommer wohl ganz gut verlief.

Und denkt dran: Der als sparsam bekannte Eigentümer ist der selbe, nur der Betriebsleiter hat gewechselt. Bei täglichen Entscheidungen kann das einen frischen Wind bringen, bei grossen Investitionen eher nicht.