Zukunft des Skizentrums Ravensberg / Bad Sachsa

Begonnen von Tom24, 22 Feb 2022, 11:49

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Max

Ich frage mich ehrlich gesagt immer, was plötzlich alle am Rodeln so großartig finden, dass es gefühlt zur universellen Lösung für sämtliche Wintersportangebote erklärt wird – in Bad Sachsa offenbar sogar ganz ohne Lift. Ja, Rodeln spricht Familien an und kann eine sinnvolle Ergänzung sein. Aber seien wir ehrlich: Die meisten Besucher kommen für einen Tagesausflug, parken alles zu und sind abends wieder weg.

Auf der Rathauswiese in Braunlage mag es noch sein, dass der eine oder andere anschließend den Weg in den Ort findet und dort etwas essen geht. Wer jedoch oben am Ravensberg ins Auto steigt, wird sich unten kaum noch einmal einen Parkplatz suchen, wenn die Kinder mit nassen Klamotten auf der Rückbank sitzen. Da endet der Ausflug dann eher im Drive-in auf dem Heimweg.

Dass Skigebiete derzeit so konsequent aufgegeben und zurückgebaut werden, halte ich für keine gute Idee – zumal es trotz Klimawandel offenbar weiterhin Winter gibt, in denen ausreichend Schnee fällt. Warum schaffen es kleine Vereine wie in Wernigerode oder Bad Lauterberg, ihre Lifte zu erhalten, während private Betreiber daran scheitern? Oder anders gefragt: Warum sind die Bedingungen für eine Übergabe so unattraktiv, dass selbst eine Weiterführung auf Vereinsbasis kaum Sinn ergibt – Stichworte Rückbaukosten im Nationalpark, Anzahl notwendiger Betriebsleiter usw.?

Wenn ein Schwimmverein in Bad Lauterberg es schafft, ein Skigebiet zu erhalten und seit Jahren bei ausreichender Schneelage sofort wieder zu öffnen, dann sollte das auch für eine Stadt wie Bad Sachsa möglich sein – vorausgesetzt, der Wille ist tatsächlich vorhanden.

Sollten dort bei der aktuellen Schneelage allerdings nicht einmal mehr Loipen gespurt sein, sagt das eigentlich schon alles. Dann kann man Bad Sachsa als Wintersportort im Grunde abhaken.

Warum allerdings auch sonst kein Ganzjahresangebot erarbeitet werden soll steht noch mal auf einem anderen Blatt. Sollen sie doch dort oben das Gebiet an einen privaten Investor verkaufen, der dann seinen Ferienhauspark ungestört betreiben kann — davon hat der Ort selber mittelfristig aber nicht viel und verschenkt die Chance bspw. durch einen Bikepark o.ä. neue Gäste in den Ort zu ziehen.