Autor Thema: Energiekrise und Wintersport  (Gelesen 24604 mal)

Max

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Re: Energiekrise und Wintersport
« Antwort #180 am: Januar 30, 2023, 08:46:16 Nachmittag »
Heute gibt es auf ARD 20:15 "Felix Neureuther - Skifahren im Klimawandel?" und anschließend Diskussion bei "Hart aber fair".

Den Felix kann man sich eigentlich nicht mehr antun! Früher nur reiner Skifahrer und heute macht er einen auf Öko und will den Leuten erklären, das das ganz böse ist! Sein Geld hat er aber damit gemacht früher.

Ich denke er versucht sich damit eine Karriere nach der Karriere als Leistungssportler aufzubauen und eine Nische zu besetzen.

An sich finde ich ihn ja sehr sympathisch, ganz ernst nehmen kann ich ihn in dem Zusammenhang jedoch nicht, vor allem dann nicht, wenn man überlegt, wieviel CO2 allein für seine vielen Reisen im Rahmen des Weltcup-Zirkus entstanden ist. Ich wage zu behaupten, dass nahezu kein Wintersportler, der ein paar Mal im Jahr in die Berge fährt, da jemals auch nur annähernd rankommen wird.

playjam

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Re: Energiekrise und Wintersport
« Antwort #181 am: Januar 30, 2023, 09:29:16 Nachmittag »
Heute gibt es auf ARD 20:15 "Felix Neureuther - Skifahren im Klimawandel?" und anschließend Diskussion bei "Hart aber fair".

Hab in der Mediathek kurz durchgescrolled. Ich finde es sehr befremdlich wie sinnlos ineffizient und verschwenderisch mit unseren Resourcen umgegangen wird. Da werden große Entfernungen zurückgelegt nur um vor Ort ein paar Flyer (haben wir nicht schon genug Wald verloren?) an diejenigen zu verteilen, die ohnehin schon mit dem Auto angereist sind. Man braucht auch keine 10 Leute um ein Plakat hochzuhalten. Wenn Sie ernsthaft Menschen von der Anfahrt mit dem Auto abhalten wollen, wäre Google und Facebook Werbung sowie eine schöne Landingpage zur Erfolgskontrolle wesentlich effektiver und umweltfreundlicher.

STS

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Re: Energiekrise und Wintersport
« Antwort #182 am: Januar 30, 2023, 10:40:10 Nachmittag »
Ich fand den Film insgesamt ausgewogen, verschiedene Argumente und Sichten regen zum Nachdenken an. Insbesondere die Feststellung, dass Innovation aber auch bewußte Entscheidung der Touristen die Lösung sind.

Max

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Re: Energiekrise und Wintersport
« Antwort #183 am: Januar 31, 2023, 06:56:29 Vormittag »
Tatsächlich fand ich den Film aber auch die anschließende Diskussion dieses Mal auch i.O., was ja insbesondere bei Hart aber Fair nicht immer so ausgewogen diskutiert wird.

Dass bei der An- und Abreise eine ganze Menge CO2 erzeugt wird, war schon bekannt, dass es am Ende dann doch einen derart hohen prozentualen Anteil an der Gesamtenergiebilanz eines Skiurlaubs hat wusste ich hingegen nicht.

Der Ansatz speziell an diesem Punkt anzusetzen um die Bilanz zu verbessern ist also sicher nicht verkehrt, aktuell halte ich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber noch für zu umständlich als dass man mit dieser Option viele Menschen davon überzeugen könnte das Auto stehenzulassen und mit Bus & Bahn anzureisen.

Wir fahren bspw. von hier aus immer mit der Bahn in die Schweiz — anfangs noch mit dem Nachtzug, inzwischen mit dem ICE. Die Fahrt selber ist, sofern bei der Bahn keine unerwarteten Probleme auftreten — immer vergleichsweise entspannt. Schwierig hingegen ist die Unterbringung des vielen Gepäcks (die Bahn ist schlicht nicht dafür ausgerüstet längere Snowboards oder Ski zu verstauen) und die Umstiege bei kurzen Umstiegszeiten oder Verspätung der Züge.

Das Gepäck liegt erfahrungsgemäß immer irgendwo im Weg herum, sodass es zwischendurch immer Diskussionen und Beschwerden gibt und viel Gepäck innerhalb kurzer Zeit noch rechtzeitig den Umstieg auf einen anderen Zug zu schaffen ist aufgrund der Pünktlichkeit nicht selten auch eher Glückssache. Zu zweit ohne Kinder ist das schon immer recht anstrengend, mit Kindern wäre es in der Form nicht mehr machbar.

Gleiches gilt auch für den MTB-Tourismus. Nimmt man hier einen der Regionalzüge, die bspw. in Goslar oder Bad Harzburg ankommen, so haben sie meistens Platz für 3-4 Fahrräder, wobei die Plätze bei Bedarf freigegeben werden müssten. Bei den Bussen sieht es noch schlechter aus, denn hier gibt es nahezu keinen Platz im Innenraum und ob Fahrräder überhaupt mitgenommen werden oder nicht liegt im jeweiligen Ermessen des Busfahrers, was bei uns schon einmal dazu geführt hat, dass wir den letzten Bus von Bad Harzburg nach Braunlage mit 3 MTBs nehmen wollten und dann Abends am Bahnhof Bad Harzburg stehen gelassen wurden.

Natürlich wäre es schön und auch sinnvoll, wenn eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich wäre, nur müsste hier zunächst investiert werden, sodass auch jeweils verlässlich genügend Platz für das Gepäck aller Reisenden vorhanden ist, denn die meistens Sportarten, die in den Bergen ausgeübt werden (vielleicht mit Ausnahme von Wandern) sind letztlich nicht selten recht aufwändig, was das benötigte Material angeht.


playjam

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Re: Energiekrise und Wintersport
« Antwort #184 am: Januar 31, 2023, 08:11:41 Vormittag »
[...]
Dass bei der An- und Abreise eine ganze Menge CO2 erzeugt wird, war schon bekannt, dass es am Ende dann doch einen derart hohen prozentualen Anteil an der Gesamtenergiebilanz eines Skiurlaubs hat wusste ich hingegen nicht.
[...]

Anreise und Unterbringung haben eine um Faktoren schlechtere CO2-Bilanz als der Betrieb eines Skigebietes.

Zitat von: Max
Der Ansatz speziell an diesem Punkt anzusetzen um die Bilanz zu verbessern ist also sicher nicht verkehrt, aktuell halte ich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber noch für zu umständlich als dass man mit dieser Option viele Menschen davon überzeugen könnte das Auto stehenzulassen und mit Bus & Bahn anzureisen.

Wir fahren bspw. von hier aus immer mit der Bahn in die Schweiz — anfangs noch mit dem Nachtzug, inzwischen mit dem ICE. Die Fahrt selber ist, sofern bei der Bahn keine unerwarteten Probleme auftreten — immer vergleichsweise entspannt. Schwierig hingegen ist die Unterbringung des vielen Gepäcks (die Bahn ist schlicht nicht dafür ausgerüstet längere Snowboards oder Ski zu verstauen) und die Umstiege bei kurzen Umstiegszeiten oder Verspätung der Züge.

Das Gepäck liegt erfahrungsgemäß immer irgendwo im Weg herum, sodass es zwischendurch immer Diskussionen und Beschwerden gibt und viel Gepäck innerhalb kurzer Zeit noch rechtzeitig den Umstieg auf einen anderen Zug zu schaffen ist aufgrund der Pünktlichkeit nicht selten auch eher Glückssache. Zu zweit ohne Kinder ist das schon immer recht anstrengend, mit Kindern wäre es in der Form nicht mehr machbar.

Das war mal wesentlich besser. Als unsere Familie Mitte der 70er Jahre aus Kiel in die Alpen zum Skifahren gereist sind, haben wir selbstverständlich die Bahn genommen. Die Wintersportausrüstung und schwere Koffer kamen zur Gepäckaufgabe und wir sind sehr bequem ab Hamburg im Schlafwagen ohne Umsteigen nach Salzburg gekommen. Die fahrt mit dem Zug war Erholung pur.

Mit meiner kleinen Familie haben wir auch ein paar Mal versucht, mit der Bahn zum Skifahren anzureisen. Gepäckaufgabe mit Abholung am Zielbahnhof gibt es nicht mehr, stattdessen muss man einen der üblichen Packetversender verwenden, welche die üblichen Probleme bei der Zulieferung haben. Aufgrund des jedes Mal überraschend einbrechenden Winters fallen alle Nase lang die Züge aus und die Bahnfahrt wird zur mentalen und körperlichen Belastung.

Ich fahre sehr gerne und wo möglich Bahn (während man Auto fährt, kann man nicht arbeiten und Geld verdienen, es sei denn man ist Taxifahrer). Leider ist die Bahn schon vor der Pandemie immer unzuverlässiger geworden.
« Letzte Änderung: Januar 31, 2023, 10:24:08 Vormittag von playjam »

snowie

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Re: Energiekrise und Wintersport
« Antwort #185 am: Januar 31, 2023, 09:32:41 Vormittag »
Die Bahn ist seit den 2000ern eine Katastrophe und nicht erst unmittelbar vor der Pandemie! Wir haben uns jetzt in Königsleiten auch unterhalten ob wir Mal mit den Öffis anreisen, aber es ist keine Option, auch wenn mit der Zillertalbahn und dem Bus die Anreise dort okay wäre, fehlt es einfach in Deutschland an Zügen in die Gebiete. Ich steige nicht vor Innsbruck schon 2x um bzw bin verpflichtet nur eine einzige Verbindung am Tag dorthin nehmen. Und die fällt öfters aus wegen - welch Überraschung, du sagst es....Schnee. Im Winter. Verrückt.
« Letzte Änderung: Januar 31, 2023, 09:34:33 Vormittag von snowie »