Autor Thema: Schierke 2000  (Gelesen 467942 mal)

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2265 am: Juli 08, 2017, 07:16:30 Nachmittag »
Das Schierke-Projekt ist ein gutes Stück weitergekommen. Der Auftrag für das entscheidende Gutachten zum Seilbahnbau konnte erfolgreich platziert werden:

Entscheidendes Gutachten liegt bis Ende August vor (mz-web.de 08.07.17)
Zitat
[...]
Das Landesverkehrsministerium hatte acht Büros aufgefordert, sich mit einem Angebot um den Auftrag zu bewerben, es gab jedoch nur eine einzige Rückmeldung. Nach MZ-Informationen handelt es sich um das Thünen-Institut im brandenburgischen Eberswalde, eine renommierte bundeseigene Forschungseinrichtung im Bereich ländliche Räume, Wald und Fischerei. Am 11. Juli soll der Auftrag erteilt werden, bis Ende August muss das Ergebnis vorliegen. [...] Die Entscheidung über die Genehmigung trifft das Haus von Minister Thomas Webel (CDU).
[...]

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2266 am: Juli 09, 2017, 10:23:12 Vormittag »
Gut, dass es nun zumindest schon einmal das dritte Gutachten geben wird. Der Ausgang dessen ist vermutlich völlig ungewiss, aber immer noch besser als das zweite Gutachten nun einfach so stehen zu lassen, insbesondere weil das dann doch irgendwie einen leicht faden Beigeschmack gehabt hätte. So gibt es dann zumindest endgültig Klarheit und sollte es tatsächlich nicht mit EU-Recht vereinbar sein, dann hat man eben im Vorfeld nicht sorgfältig genug gearbeitet und eventuell etwas zu viele Fehler gemacht.

Ski-Manni

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2267 am: Juli 14, 2017, 09:58:32 Nachmittag »
Die Kampagne der Schierke-Gegner treibt seltsame Blüten. Diana Harmisch, Sprecherin der BUND Ortsgruppe Hohenmölsen, hat eine Petition gegen das Ortsentwicklungsprojekt der Schierker gestartet. Als bildliche Darstellung nutzt sie ausgerechnet eine Luftbildfotografie auf dem die riesigen vom Borkenkäfer entwaldeten Flächen zu sehen sind:


(Foto: Dr. Hermann Fischer, NaBu Präsidiumsmitglied)

Wie man auf dem Foto sieht, hat der Borkenkäfer nicht nur den großen Winterberg erreicht, sondern hat sich bis zu den Stadtgrenzen von Schierke ausgebreitet. Im Hintergrund sieht man die riesigen toten Flächen vom Achtermann bis Brocken.

https://weact.campact.de/petitions/keine-naturzerstorung-fur-den-erhalt-eines-naturlichen-schierke-1

Da ich gestern selbst mal wieder im Oberharz unterwegs war ist mir dieses gespenstische aufgefallen. Es sieht grausam aus , vor allem vom höchsten Berg aus gesehen!! Sehr schlimm auch Richtung Torfhaus aus Richtung Braunlage. Das kann einem Angst machen.

Falkenstein

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2268 am: Juli 17, 2017, 06:52:34 Nachmittag »
Ja, die vom Borkenkäfer befallen Flächen sehen fürchterlich aus und sind von den Ausmaßen her Gigantisch... Aber über ein paar Quadratmeter für Pistenfläche wird gleich vor Gericht seitens Nabu und anderen "Naturschutzverbänden" geklagt. Die sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht😊.
Neues von der Feuerstein-Arena, vielleicht bald eine Investitionsruine?:
Zitat
...Die Finanzierung der Feuerstein-Eisarena droht zu kippen, weil das Land kurzfristig aus der Förderung ausgestiegen ist...
...Der ursprüngliche Finanzaufwand von drei Millionen Euro steht nur auf dem Papier. Inzwischen ist von mehr als neun Millionen Euro die Rede, die das Schmuckstück am Fuße des Brocken am Ende kosten soll....
Quelle: http://amp.mz-web.de/landkreis-harz/geplante-feuerstein-arena-platzt-in-schierke-ein-traum--27968834
Für die 9 Mio. hätte man schon ein kleines Skiareal auf die Beine stellen können...
Ich finde ein Eisstadion ist kein großer Tourismusmagnet, gibt es ja in jeder Großstadt.

Das Skigebiet wäre schneesicherer als Braunlage, trotz ungefähr gleicher Höhe der Talstationen.
Schierke liegt günstiger von den klimatischen Verhältnissen her:
Zitat
Um ein weiteres Grad kälter ist es schließlich im Oberharz auf der Clausthaler Hochfläche (500m üNN bis 560m üNN), dazu zählen hier auch Hahnenklee und Altenau. Die Durchschnittstemperatur beträgt 6,1°C, also mehr als 2°C unter dem Umland. Jenseits der Acker-Bruchberg-Brocken-Linie ist es in den in 600m Höhe liegenden Orten Braunlage und Hohegeiß kaum kälter (6,0°C).
Schierke dagegen liegt zwar nahe an Braunlage und auf gleicher Höhe, dennoch herrscht hier nur eine Durchschnittstemperatur von 5,3°C. Ursache hierfür sind die kalten Luftmassen, die vom Brocken ins südlich gelegen Schierke abfließen.
Die Temperatur auf dem 1141m hohen Brocken betragen im Mittel 2,9°C.
Quelle: http://www.harz-seite.de/klima.htm
Das war mir auch nicht so bekannt...
« Letzte Änderung: Juli 17, 2017, 06:59:26 Nachmittag von Falkenstein »
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www.haus-liftblick.de

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2269 am: Juli 18, 2017, 10:42:04 Vormittag »
Ja, die vom Borkenkäfer befallen Flächen sehen fürchterlich aus und sind von den Ausmaßen her Gigantisch...

Da werden Millionen von sehr wertvollen hochmontanen Bergfichten und hunderte von Hektar höchst schützenswerten Moorwald durch die Waldumbaumaßnahmen der Nationalparkverwaltung unwiederbringlich vernichtet. Niemand kann garantieren, dass sich die Natur nach den Waldumbaumaßnahmen wieder erholen wird. Bei mir schrillen die Alarmglocken: Ich sage schon länger, dass das Nationalparkkonzept im Harz nicht nachhaltig ist, im Gegenteil. Deswegen fände ich es jetzt folgerichtig, dass vorerst kein Geld fließt. Ich habe Sorge, dass sich die Nationalparkverwaltung da hoffnungslos in etwas verrennt.

Zitat von: Falkenstein
[...] Neues von der Feuerstein-Arena, vielleicht bald eine Investitionsruine?: [...]

Das bewilligte Geld ist schon verbaut und die fehlenden 500K Euro sind für eine Stadt der Größe von Wernigerode leicht aus der Portokasse zu bezahlen.

Warum der Landesrechnungshof die Fördergeldvergabe des Wirtschaftsministeriums jetzt erst kritisiert, ist mir völlig unverständlich. Falls man eine weitere Entscheidungsinstanz zur Qualitätssicherung heranziehen möchte, sollte die Prüfung vor Auszahlung der Geldbeträge erfolgen und nicht wenn es längst zu spät ist. Die Arbeitsweise von manchen Behörden wird mir ewig ein Rätsel bleiben.

sommerphobie

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2270 am: Juli 19, 2017, 10:35:03 Vormittag »
Ja, die vom Borkenkäfer befallen Flächen sehen fürchterlich aus und sind von den Ausmaßen her Gigantisch...

Da werden Millionen von sehr wertvollen hochmontanen Bergfichten und hunderte von Hektar höchst schützenswerten Moorwald durch die Waldumbaumaßnahmen der Nationalparkverwaltung unwiederbringlich vernichtet. Niemand kann garantieren, dass sich die Natur nach den Waldumbaumaßnahmen wieder erholen wird. Bei mir schrillen die Alarmglocken: Ich sage schon länger, dass das Nationalparkkonzept im Harz nicht nachhaltig ist, im Gegenteil. Deswegen fände ich es jetzt folgerichtig, dass vorerst kein Geld fließt. Ich habe Sorge, dass sich die Nationalparkverwaltung da hoffnungslos in etwas verrennt.

Der Nationalpark überlässt die Natur halt sich selbst. Der Borkenkäfer gehört nunmal dazu. Die künstlich angelegten Fichtenforste, die er zerstört, gehören hingegen nicht wirklich dazu. Die Natur wird sich schon wieder erholen. Es ist ja auch nicht so, dass es sich um komplett tote Flächen handelt. Die Bäume, die vorallem aus der Ferne betrachtet das Gesicht der Natur sind, sind halt abgestorben. Bis wieder grüne Bäume das Bild der Landschaft prägen, wird es noch einige Zeit dauern. Diese Zeitspanne ist zwar naturhistorisch nicht besonders lang, aber aus menschlicher Betrachtungsperspektive sieht das ganz anders aus. Der Prozess braucht halt mehr als 1-2 Jahre. Aus touristischer Sicht ist das kurz- bis mittelfristig wohl nicht wirklich nachhaltig, allerdings ist das auch nicht das Hauptanliegen des Nationalparks.

Pistenbully

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2271 am: Juli 19, 2017, 11:57:50 Vormittag »
Ja, die vom Borkenkäfer befallen Flächen sehen fürchterlich aus und sind von den Ausmaßen her Gigantisch...

Da werden Millionen von sehr wertvollen hochmontanen Bergfichten und hunderte von Hektar höchst schützenswerten Moorwald durch die Waldumbaumaßnahmen der Nationalparkverwaltung unwiederbringlich vernichtet. Niemand kann garantieren, dass sich die Natur nach den Waldumbaumaßnahmen wieder erholen wird. Bei mir schrillen die Alarmglocken: Ich sage schon länger, dass das Nationalparkkonzept im Harz nicht nachhaltig ist, im Gegenteil. Deswegen fände ich es jetzt folgerichtig, dass vorerst kein Geld fließt. Ich habe Sorge, dass sich die Nationalparkverwaltung da hoffnungslos in etwas verrennt.

Der Nationalpark überlässt die Natur halt sich selbst. Der Borkenkäfer gehört nunmal dazu. Die künstlich angelegten Fichtenforste, die er zerstört, gehören hingegen nicht wirklich dazu. Die Natur wird sich schon wieder erholen. Es ist ja auch nicht so, dass es sich um komplett tote Flächen handelt. Die Bäume, die vorallem aus der Ferne betrachtet das Gesicht der Natur sind, sind halt abgestorben. Bis wieder grüne Bäume das Bild der Landschaft prägen, wird es noch einige Zeit dauern. Diese Zeitspanne ist zwar naturhistorisch nicht besonders lang, aber aus menschlicher Betrachtungsperspektive sieht das ganz anders aus. Der Prozess braucht halt mehr als 1-2 Jahre. Aus touristischer Sicht ist das kurz- bis mittelfristig wohl nicht wirklich nachhaltig, allerdings ist das auch nicht das Hauptanliegen des Nationalparks.

siehe auch hier: http://www.berliner-zeitung.de/der-nationalpark-bayerischer-wald-erholt-sich-nach-dem-kahlfrass-der-borkenkaefer-erstaunlich-schnell-neuer-wald-auf-kaeferkot-16322062


playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2272 am: Juli 20, 2017, 11:00:39 Vormittag »
[...] Die Natur wird sich schon wieder erholen. [...]

Das kann niemand garantieren. Die Fachleute des Nationalparks befürchten selbst bei kleinsten Wasserentnahmen im Promille-Bereich eines kleinen Baches massive Störungen des Wasserhaushaltes. Die Waldumbausmaßnahmen der Nationalparkverwaltung auf 75% der Fläche des Nationalparks greifen hingegen drastisch in den gesamten Wasserhaushalt des Harzes ein. Es ist zu befürchten, dass nicht nur die Harzer Natur sondern auch das Trinkwasserschutzgebiet des Harzes und damit die Trinkwasserversorgung von Norddeutschland immensen Schaden nehmen könnte.

sommerphobie

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2273 am: Juli 20, 2017, 04:14:37 Nachmittag »
Es ist ja nun nicht so dass die Flächen Erd- oder Gesteinswüsten mit ein paar toten Fichten darauf sind bzw werden. Es wird sicherlich nicht wieder ein Fichtenforst mit gleich alten Bäumen entstehen. Die Natur wird die Flächen anders "bepfanzen". Bäume sollten auch darunter sein. Bezüglich dem was man sich unter erholter Natur vorstellt und dem was mit der Zeit entstehen wird kann es natürlich gewisse Diskrepanzen geben.

Bezüglich Wasserhaushalt: Gibt es dafür irgendwelche Quellen?

nif

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2274 am: Juli 20, 2017, 07:49:10 Nachmittag »
Neues von der Eisarena 500 000 Euro werden mal eben umgeleitet die Herrschaften sollten mal ein bestimmtes Gutachten umleiten ...

Zitat:http://www.volksstimme.de/lokal/wernigerode/bauprojekt-eisarena-schierke-gerettet

manitou

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2275 am: Juli 20, 2017, 08:50:22 Nachmittag »
Bezüglich Wasserhaushalt: Gibt es dafür irgendwelche Quellen?

...das war mal wieder ein "playjam" - eigentlich könnte er sich als Nachfolger von Knolle bewerben - rhetorisch er ers auf jeden Fall perfekt drauf!  ;D ;)
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nif

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2276 am: August 01, 2017, 10:47:41 Vormittag »
Auf der Webcam sieht man ja jetzt schon sehr ordentlich wie die Stützen der Dachkonstruktion wachsen

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2277 am: August 05, 2017, 07:45:25 Nachmittag »
Arena rutscht in finanzielle Schieflage (volksstimme.de 05.08.2017)
Zitat
[...]
Eine Klatsche für die Wernigeröder Stadtverwaltung: Die Mitglieder des Finanzausschusses wollen kein weiteres Geld für die Feuerstein-Arena freigeben.
[...]
Tourismuschefin Erdmute Clemens wurde angesichts der Diskussion immer blasser. Die WTG hat im Auftrag der Stadt die Betriebsführung der Arena übernommen und sei in Vorleistung gegangen, so Clemens. Zudem würden Personalkosten anfallen. Zum 1. August sei ein Betriebsleiter eingestellt worden. Die Arbeitsverträge für zwei weitere Mitarbeiter laufen ab Oktober. Das Eröffnungswochenende sei ebenfalls schon zum Teil finanziell unterlegt.

Ob am 15. Dezember tatsächlich Eröffnung gefeiert wird, steht indes in den Sternen. Denn auch dem Vorschlag der Verwaltung – das 480.000-Euro-Loch bei den Baukosten durch Geld aus dem Haushalt zu stopfen – erteilte der Finanzausschuss eine Absage.
[...]
Für die Sitzungen des Bau- (7. August) und des Schierke-Ausschusses (9. August) sind hitzige Diskussionen abzusehen. Das letzte Wort hat der Stadtrat am 24. August. Sollte er die Mehrausgaben ablehnen, droht an der Feuerstein-Arena ein Baustopp.

Nordharzer

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2278 am: August 05, 2017, 11:43:01 Nachmittag »
Wird dann wohl ein "lost Place "!?

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2279 am: August 06, 2017, 10:52:06 Vormittag »
Wird dann wohl ein "lost Place "!?

Aus meiner Sicht scheint der Finanzausschuss nicht konstruktiv an Herausforderungen arbeiten zu wollen. Der Vorschlag vom OB zur Finanzierung der Lücke steht damit ohne Alternative dar. Ich wäre sehr überrascht, wenn am 24. August vom Stadtrat beschlossen würde, dass der Bau abgebrochen werden soll und damit die bisher geflossenen Fördergelder wieder zurückgezahlt werden müssen. Ebenso für mich unverständlich wäre es, die Eröffnung dieser touristischen Attraktion ohne großes Trommeln und damit überregionale Werbung zu veranstalten.