Autor Thema: Schierke 2000  (Gelesen 698246 mal)

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2745 am: Februar 06, 2018, 11:02:32 Nachmittag »
Habe mich beim Chat beteiligt (siehe Chatprotokoll: https://www.mdr.de/chat/protocol.php?idchat=431):
Zitat
playjam: @Herr Meyer: Im Film wiederholt Frau de Jong ihre Beleidigung "Schneelüge" der Projektbefürworter. Schon bei der Wurmbergmodernisierung wurde behauptet, das es eine Beschneiung zu dieser Saison 17/18 aufgrund des Klimawandels nicht möglich ist. Den Schaden den die Projektgegner durch die Desinformationskampagne verursachen, ist hier im Chat deutlich sichtbar. Halten Sie diese Art der Opposition im Zeitalter der Alternativen-Fakten von Trump noch für demokratisch vertretbar?

Ralf Meyer: Ich bin für die Wortwahl anderer nicht zuständig, die Fakten von Frau de JONG sind aber nachlesbar in Unser Harz 11/2017

playjam: @Christoph Schrahe: Die im Film angesprochene Verbindung zum Wurmberg ist nur über das Gebiet des ehemaligen Todesstreifens möglich. Die Grünen möchten diesen zum nationalen Naturmonument erklären lassen (siehe Koalitionsvertrag). Wird an der Lösung dieses Konfliktes gearbeitet?

Christoph Schrahe: Baumaßnahmen sind dort keine erforderlich und Langläufer queren den ja ohnehin schon regelmäßig. Das dürfte vereinbar sein.

playjam: @Herr Meyer: Die maßgebliche Veröffentlichung von Frau de Jong zur Wurmberg-Modernisierung hat einer kritischen Überprüfung nicht standgehalten (siehe hier: http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,141.msg2316.html#msg2316). Halten Sie persönlich es für richtig, bei Oppositionsarbeit mit Aspektbetonung, Übertreibung und Desinformation zu arbeiten?

Ralf Meyer: Sicher müssen immer alle Fakten geprüft werden, allerdings erlaube ich mir die Feststellung, das vor Jahren am Wurmberg genau mit Informationen, die heute sicher keiner wiederholen würde, das Gebiet " beworben" wurde - Vieles entpuppt sich dann als Falschmeldung, die Natur ist aber zerstört und der Steuerzahler muss für Schäden und Kompensationen aufkommen.

Pistenbully

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2746 am: Februar 07, 2018, 12:17:18 Vormittag »
(siehe Chatprotokoll: https://www.mdr.de/chat/protocol.php?idchat=431):

"Bäume haben auch eine Seele" ... was soll man dazu noch sagen. Es zeigt anschaulich, dass es im Grunde nicht mehr um Fakten geht sondern nur noch um Ideologie.
Frau de Jong sieht kleine Skigebiete angeblich massenhaft aussterben ... ich sehe eher unmoderne und nicht beschneite Skigebiete aussterben (und selbst das nur vereinzelt). Herr Meyer will im Chat schon jetzt vorab wissen, dass auch am Westhang die Wälder genauso einzigartig wären wie sie jetzt in Schierke sind, Herr Schrahe hält die Beschneiungsbedingungen in Schierke für gut (dabei wäre "noch ausreichend" wohl ehrlicher...sehen wir ja am Wurmberg), ein Chatteilnehmer meint der Moorwald (entstanden durch defekte Drainagen während der dt. Teilung) sei in 100000 Jahren entstanden. Und dann kommt - unabhängig von den Naturschutzaspekten - noch eine Neiddebatte dazu nach dem Motto "Sollen die Schierker doch lieber arbeitslos sein anstatt den reichen Ski-Bonzen den Hof zu machen"

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2747 am: Februar 07, 2018, 07:48:03 Vormittag »
[…]Herr Schrahe hält die Beschneiungsbedingungen in Schierke für gut (dabei wäre "noch ausreichend" wohl ehrlicher...sehen wir ja am Wurmberg)[…]

"Gut" ist vermutlich wirklich die falsche Bezeichnung, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass die Pisten aufgrund ihrer Ausrichtung doch etwas geeigneter für Beschneiung sind als die meisten Pisten am Wurmberg. Auch dort sind die Voraussetzungen natürlich nicht "gut", aber es reicht offenbar auch in diesem Winter aus um recht lange durchgängig Skibetrieb anbieten zu können.

Wie sieht es denn in Sachen Wind am Winterberg aus? Ist es dort genauso stürmisch wie teils am Wurmberg?

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2748 am: Februar 07, 2018, 08:43:02 Vormittag »
[...] Herr Schrahe hält die Beschneiungsbedingungen in Schierke für gut (dabei wäre "noch ausreichend" wohl ehrlicher...sehen wir ja am Wurmberg), [...]

Am Wurmberg sehe ich, dass die Mitarbeiter jedes Jahr mit ihrem modernisierten Skigebiet und im Umgang mit der Beschneiungsanlage vertrauter werden. Die Wurmbergseilbahn hat seit Dezember nur durch Sturm unterbrochenen Skibetrieb, da sie am Anfang der Saison in der Lage waren für eine Auflage von fast 100cm Schneehöhe auf den Pisten zu sorgen.

Nach welchen Kriterien beurteilst Du die Beschneiungsbedingungen?

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2749 am: Februar 07, 2018, 09:11:56 Vormittag »
[...] dass es im Grunde nicht mehr um Fakten geht [...]

Interessant ist der auch von Herrn Meyer vorrangetriebene Bedeutungswandel des Wortes Fakten:
Zitat von: Herr Meyer
[...] die Fakten von Frau de JONG [...]

Nach allgemeinen Sprachverständnis hätte man die Thesen bzw. die Meinung von Frau de Jong geschrieben.

Das es sich nicht um eine versehentliche Verwendung des Wortes Fakten im Bedeutungsumfeld Meinung/Thesen handelt, entnehme ich der zweiten Antwort von Herrn Meyer auf meine Frage:
Zitat
Sicher müssen immer alle Fakten geprüft werden [...]

Wenn mir jemand versichert, etwas handele sich um ein Fakt, also eine bewiesene Tatsache, dann tut er dies in der Absicht, mir eine überfüssige Prüfung zu ersparen.

Herr Meyer verwendet das Word Fakt aber, um seiner Meinung Nachdruck zu verhelfen und scheinbar so inflationär, das in seinem Umfeld das Wort Fakt schon längst seine abgrenzende Bedeutung gegenüber These und Meinung verloren hat.

Da von den Projektgegnern weiterhin keine ernstzunehmende Kritik sondern nur Aspektbetonung, Übertreibung, Desinformation und Diffamation zu erwarten ist, halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass die angekündigten Klagen der Projektgegner vor Gericht erfolgreich sein werden, da sich ein Gericht nicht für Alternative Fakten sondern nur echte Fakten interressiert. Herr Bürger wird die Erlaubnis kriegen, die Seilbahn zu bauen. Das ist meine Meinung.

Pistenbully

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2750 am: Februar 07, 2018, 09:20:03 Vormittag »
[...] Herr Schrahe hält die Beschneiungsbedingungen in Schierke für gut (dabei wäre "noch ausreichend" wohl ehrlicher...sehen wir ja am Wurmberg), [...]

Am Wurmberg sehe ich, dass die Mitarbeiter jedes Jahr mit ihrem modernisierten Skigebiet und im Umgang mit der Beschneiungsanlage vertrauter werden. Die Wurmbergseilbahn hat seit Dezember nur durch Sturm unterbrochenen Skibetrieb, da sie am Anfang der Saison in der Lage waren für eine Auflage von fast 100cm Schneehöhe auf den Pisten zu sorgen.

Nach welchen Kriterien beurteilst Du die Beschneiungsbedingungen?

Ich freue mich über den Beschneiungserfolg am Wurmberg und stelle ebenfalls fest dass man dort immer besser wird. Dennoch würde ich die Beschneiungsbedingungen dort nicht unbedingt als gut bezeichnen. Wenn Sie wirklich gut wären, dann müsste man am Wurmberg nicht so taktisch beschneien wie man es derzeit tut (z.B. durch Verzicht auf Talabfahrt und Rodelbahn), man müsste nicht tagsüber beschneien, man bräuchte auch nicht in Winterberg 350 Schneekanonen für gerade 25 km Pisten und wir hier im Forum würden nicht jedes Jahr zittern. Und solche Aussagen wie "Weihnachtsgeschäft gesichert" usw. hört man inzwischen deutlich seltener (auch wenn es dieses Jahr mit dem Weihnachtsgeschäft geklappt hat).
Ich glaube die Befürworter würden besser damit fahren wenn man ehrlich argumentieren würde, dass künstliche Beschneiung in Mittelgebirgen tatsächlich schwierig aber machbar ist und bei entsprechender Dimensionierung der Beschneiungsanlagen auch die aufgrund des Klimawandels nur noch verblieben kurzen Schneifenster (die es ja tatsächlich fast nur noch gibt, da hat Frau de Jong ja nicht unrecht) ausreichen um auch über Tauperioden hinweg zu kommen.
Aber gegen Argumente wie "Bäume haben eine Seele" wird man mit keinem Argument ankommen können, insofern ist es egal was Herr Schrahe sagt.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2751 am: Februar 07, 2018, 09:34:37 Vormittag »
[...]  Wenn Sie wirklich gut wären, dann müsste man am Wurmberg nicht so taktisch beschneien wie man es derzeit tut (z.B. durch Verzicht auf Talabfahrt und Rodelbahn), [...]

Das sehe ich eher in den Beschränkungen der Beschneiungsanlage und weniger in den durch das Klima und Wetter bestimmten Beschneiungsbedingungen begründet.

Z.B. halte ich die Beschneiungsanlage in Winterberg für wesentlich leistungsfähiger aber die Beschneiungsbedingungen dort für schlechter als am Wurmberg.

Zitat von: Pistenbully
Aber gegen Argumente wie "Bäume haben eine Seele" wird man mit keinem Argument ankommen können, insofern ist es egal was Herr Schrahe sagt.

Die Projektgegner argumentieren mit Emotionen. Davon sollte man sich nicht beeinflussen lassen und weiterhin sachlich bleiben. Das hat Herr Schrahe in der Sendung und im Chat gut geschafft.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2752 am: Februar 07, 2018, 09:40:09 Vormittag »
Herr Willingmann dementiert, dass es eine Harz-Mafia gibt:
Seilbahnprojekt: Willingmann als Teil der "Harz-Mafia"? (volksstimme.de 07.02.2018):

Ansgar Timm

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2753 am: Februar 08, 2018, 12:15:22 Nachmittag »
Heute mal wieder ein Artikel aus der Volksstimme
Seilbahn-Projekt muss nicht an Umweltrecht scheitern
mit einem Statement von Armin Willingmann, ingesamt aber keine wirklich neuen Informationen:
https://www.volksstimme.de/sachsenanhalt/seilbahn-projekt-muss-nicht-an-umweltrecht-scheitern/1518001616000

Pistenbully

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2754 am: Februar 08, 2018, 12:35:47 Nachmittag »
Heute mal wieder ein Artikel aus der Volksstimme
Seilbahn-Projekt muss nicht an Umweltrecht scheitern
mit einem Statement von Armin Willingmann, ingesamt aber keine wirklich neuen Informationen:
https://www.volksstimme.de/sachsenanhalt/seilbahn-projekt-muss-nicht-an-umweltrecht-scheitern/1518001616000
... neu finde ich die Information, dass man derzeit die Genehmigungsfähigkeit prüft. Das würde ja bedeuten, dass die Umplanungen im Trassenverlauf schon fertig wären ... es sei denn es wäre eine sehr grobe Prüfung einer sehr groben Trassenvorplanung.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2755 am: Februar 08, 2018, 08:19:36 Nachmittag »
Kreistagsfraktion der Bündnisgrünen machen Stimmung gegen Schierke (mz-web.de, 8.2.2018):
Zitat
[...]
Die Fraktion hatte sich an den Kreistag gewandt, „weil die Stadtverwaltung Wernigerode nicht bereit war und ist, diese Frage zu beantworten“, sagt Fraktionsvorsitzender Bernhard Zimmermann gegenüber der MZ.

Immerhin: Die Folgen des „geplanten Kahlschlags am Winterberg“, wie Zimmermann es nennt, werden sogar an der äußersten östlichen Grenze des Altkreises Quedlinburg zu sehen sein.
[...]
Es sei außerdem auffällig, dass die Angaben der Verwaltung nur die von den Aufforstungen betroffenen Gemarkungen nenne, nicht aber die Flurnummern, die eine genauere räumliche Zuordnung ermöglichen würden:

„Offenbar ist man bestrebt, die von den Ersatzaufforstungen betroffenen Landwirtschaftsbetriebe noch nicht zu verschrecken.“
[...]

Fehlt nur noch der Harz-Mafia Vorwurf...

Ansgar Timm

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2756 am: Februar 12, 2018, 10:26:48 Nachmittag »
Heute erschien in der Volksstimme unter der Überschrift Ohne Schnee kein Wintersport ein Artikel zum Wintersport in den deutschen Mittelgebirgen
http://www.volksstimme.de/sachsen-anhalt/klimawandel-ohne-schnee-kein-wintersport

Usul

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2757 am: Februar 13, 2018, 02:50:10 Vormittag »
Der Artikel sagt gar nichts aus, vor allem wenn man versucht, die Deutung der Zahlen zu verfälschen.

Januar bis April? wenn man es genau nimmt, wären das nur drei Monate. Damit wären es sogar überdimensional gute Monate und diese Zahl als ein Indiz für reinen Wintersport abzuleiten ist auch nicht wirklich passend. Die meisten Orte im Zielgebiet haben rein gar nichts mit Wintersport zu tun.
Hier dürften nur Orte mit Skigebieten oder in der Nähe von größeren Langlaufloipen herangezogen werden.

manitou

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2758 am: Februar 13, 2018, 09:03:53 Vormittag »
Kreistagsfraktion der Bündnisgrünen machen Stimmung gegen Schierke (mz-web.de, 8.2.2018):

Ich bin mal gespannt auf das Abschneiden der Grünen im Landkreis Harz bei der nächsten Landtags- und Kommunalwahl!

Dosenfisch0815

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2759 am: Februar 14, 2018, 11:15:16 Vormittag »
Dass gegen die Baumfällungen Stimmung von den Grünen gemacht wird, sehe ich ja ein...
Aber zu argumentieren, dass die Maßnahme ein Problem für die Reinhaltung der Luft durch den Walschwund ist und das die Flächen weit sichtbar sind, ist ein Witz oder?

Was ist denn mit den riesigen Flächen die vom Borkenkäfer "gerodet" werden?
Hatten diese Bäume nicht den gleichen nutzen?
Und sollte dem Waldsterben dann nicht Einhalt geboten werden um die Reinhaltung der Luft aufrechthalten zu können?