Autor Thema: Schierke 2000  (Gelesen 882902 mal)

manitou

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3195 am: Oktober 05, 2019, 02:01:44 Nachmittag »
@Max: Das stimmt schon, aber es wird dann wohl Gafferts Kopf kosten und nicht den des MP. Er hat nichts zu befürchten und kann vielmehr sagen, dass er lange zu vermitteln versucht hat.

Auch wenn der Harz-Tourismus für SA wichtig ist, so ist Schierke kein systemrelavanter Baustein fürs Land.

nif

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3196 am: November 04, 2019, 09:56:54 Vormittag »
Schierker schlagen Alarm bald kein Wald mehr usw auch die Bergwelten werden in dem Artikel genannt

https://www.volksstimme.de/lokal/wernigerode/waldsterben-schierker-schlagen-alarm

manitou

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3197 am: November 04, 2019, 11:18:44 Nachmittag »
...ich habe großes Mitgefühl mit den Schierkern. Die sind touristisch sowas von gea..... durch NP und Dalbert & Co.

Da hatten die Schierker vor einigen Jahren richtig positive Hoffnung und nun kommt wahrscheinlich keine Seilbahn mehr und Richung Brocken ist nur noch Baumfriedhof. Touristisch werden die das in den nächsten zwei Jahren mit Sicherheit merken. Zwischen Winterberg und Elend sieht es noch ganz gut aus, aber da ist ja auch kein NP mehr.

Den NP hingegen kann man eigentlich komplett in "NationalWaldfriedhofspark Harz" umtaufen. 


Usul

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3198 am: November 05, 2019, 09:43:37 Vormittag »
Ich war vor zwei Wochen Pilze sammeln am Torfhaus.
Ja, es gibt große neue Einschlagsstellen. Allerdings sieht man auch, wie schnell der Wald sich zumindest optisch erholt. Die Stellen, in denen der Käfer vor 3 Jahren gewütet hat, sind inzwischen scho wieder mit ca. 4-5m hohen Bäumen zugewachsen und nur noch die alten Baumstümpfe zeugen von der Plage. Auch beim Weg zum kleinen Brocken sieht man das. Ich persönlich finde den Kontrast von Leben und Tod, der auf diesen Flächen entsteht fast schaurig schön.

Wenn der Wald jedoch wirklich ausgeschlagen wird und man nur eine Brachfläche übrig bleibt, finde ich das optisch viel schlimmer.

manitou

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3199 am: November 05, 2019, 06:47:19 Nachmittag »
Welche Baumart wächst in drei Jahren 4-5m?!
Diese kannst Du gleich mal dem Willinger Seilbahnchef nennen, die pflanzt er sofort, da die in Willingen wieder gern mehr Bäume am Pistenrand hätten, damit nicht soviel Kanonenschnee verweht. Kyrill hat dort alles umgepustet.

Wenn ich mir auf diesem Video den Blick zum Brocken anschaue das ist das pure Elend auf einer Riesenfläche.
https://www.youtube.com/watch?v=uhTfm4y7PRA
Der nächste Sturm wird dort oben Mikado veranstalten. Ich bin gar nicht mal ein Befürworter von Maßnahmen gegen das Baumsterben, denn ich sehe da tatsächlich eine gesunde Möglichkeit der Renaturierung gegen die verfehlte Fichtenmonokultur der letzen Jahrzehnte. Ich selbst bin sehr gespannt, was die Natur anstellt um sich auch auf den Klimawandel einzustellen.

Schlimm finde ich, wie Schierke im Stich gelassen wird. Da hat der Ort 40 Jahre unter der Grenze gelitten, dann knallt man ihn ringsrum ungefragt mit dem NP zu, verhindert jede Entwicklungsmöglichkeit und nun nimmt man ihm auch noch das einzige, auf was der Ort lt. Meinung der Naturfreaks setzen soll, nämlich Natur und sanften Tourismus. Zwar ist das Schauspiel des Käfers auch Natur, aber nicht solche, welche die Urlaubermehrheit wollen.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3200 am: November 05, 2019, 07:08:22 Nachmittag »
[...]
Schlimm finde ich, wie Schierke im Stich gelassen wird. Da hat der Ort 40 Jahre unter der Grenze gelitten, dann knallt man ihn ringsrum ungefragt mit dem NP zu, verhindert jede Entwicklungsmöglichkeit und nun nimmt man ihm auch noch das einzige, auf was der Ort lt. Meinung der Naturfreaks setzen soll, nämlich Natur und sanften Tourismus. Zwar ist das Schauspiel des Käfers auch Natur, aber nicht solche, welche die Urlaubermehrheit wollen.

Das halte ich auch für eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Schaut man in die Zukunft, sieht es auch düster aus: Der Wald ist tot. Die Seilbahn ist politisch tot. Das Nationalmonument "Grüne Band" verhindert eine grenzüberschreitenden Verbindung zu Braunlage. Der Ort ist in der Regenzeit aufgrund des fehlenden Waldes von Überschwemmungen und in der Trockenzeit aufgrund des trockenen Totholzes von Bränden bedroht. Da kann man eigentlich nur noch seine Sachen packen und wegziehen.

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3201 am: November 05, 2019, 08:15:54 Nachmittag »
[...]
Schlimm finde ich, wie Schierke im Stich gelassen wird. Da hat der Ort 40 Jahre unter der Grenze gelitten, dann knallt man ihn ringsrum ungefragt mit dem NP zu, verhindert jede Entwicklungsmöglichkeit und nun nimmt man ihm auch noch das einzige, auf was der Ort lt. Meinung der Naturfreaks setzen soll, nämlich Natur und sanften Tourismus. Zwar ist das Schauspiel des Käfers auch Natur, aber nicht solche, welche die Urlaubermehrheit wollen.

Das halte ich auch für eine unglaubliche Ungerechtigkeit. Schaut man in die Zukunft, sieht es auch düster aus: Der Wald ist tot. Die Seilbahn ist politisch tot. Das Nationalmonument "Grüne Band" verhindert eine grenzüberschreitenden Verbindung zu Braunlage. Der Ort ist in der Regenzeit aufgrund des fehlenden Waldes von Überschwemmungen und in der Trockenzeit aufgrund des trockenen Totholzes von Bränden bedroht. Da kann man eigentlich nur noch seine Sachen packen und wegziehen.

So gesehen in der Tat keine allzu rosigen Aussichten für Schierke. Ich kann schon verstehen, warum einige Einwohner bei der Demo nun u.a. gefordert haben, dass die ausbleibenden Touristen durch neue Freizeitmöglichkeiten wie bspw. Seilbahn & Skigebiet kompensiert werden sollen — nur wird es dazu nicht kommen, stattdessen gibt's das "Grüne Band".

x86

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3202 am: November 06, 2019, 01:48:28 Nachmittag »
Ich dachte, das hieße nun das "Braune Band"  ;)
Vielleicht kommt ja auch der braune Björn aus Thüringen vorbei und promotet etwas.

Wenn man Schierke dann aufgibt, könnte man das Tal zumindest zum Hochwasserschutz mit einer Sperrmauer ausstatten und fluten  ;D

Vlt ist ja auch noch ein zweites Becken drin und fertig ist das Pumpspeicherwerk. :)

Pistenschreck

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3203 am: November 07, 2019, 05:58:10 Nachmittag »
Ich finde die aktuelle Lage in den Harzer Wäldern auch nicht schön. Dennoch möchte ich denen die den Wald für tot erklären wiedersprechen. Er ist nicht tot, er ist nur nicht mehr so wie wir Ihn kennen.
Schaut man sich heute die Stellen an wo Kyrill vor 12 Jahren größere Waldflächen umgeworfen hat, sieht man teilweise schon wieder Bäume die bis zu 10m gewachsen sind. Man muss beachten das nur die großen Riesen gefallen sind. Die kleinen 1-3m Bäume waren nicht davon betroffen. Die haben durch das absterben der großen Bäume nun Luft und Licht um besser und schneller zu wachsen.
Der Wald ist nicht weg, er ist halt nur kleiner und muss wieder wachsen. Schön ist das für unser Auge leider nicht und für die Forstwirte eine Katastrophe. Aber, wir werden uns erstmal dran gewöhnen müssen.

Hoffentlich können wir uns in ein paar Jahren freuen das wir die Entstehung und Entwicklung vieler junger und wilderer Wälder erleben dürfen.

Nur bei der Seilbahn kann man das endgültige Wort leider benutzen.  :'(

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3204 am: November 07, 2019, 09:54:45 Nachmittag »
Dennoch möchte ich denen die den Wald für tot erklären wiedersprechen. Er ist nicht tot, er ist nur nicht mehr so wie wir Ihn kennen.

Geh mal am kleinen und großen Winterberg spazieren. Da ist innerhalb von wenigen Jahren der Wald gestorben. Die Flächen wurden maschinell bereinigt.

Fichten gehören zu den sehr schnell wachsenden Böumen und können 30 bis 50cm pro Jahr wachsen. Wenn ich hier lese, dass 3m Fichten in 12 Jahren 9m zugelegt haben sollen, dann ist das Wunschdenken.

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3205 am: November 07, 2019, 10:42:49 Nachmittag »
Dennoch möchte ich denen die den Wald für tot erklären wiedersprechen. Er ist nicht tot, er ist nur nicht mehr so wie wir Ihn kennen.

Geh mal am kleinen und großen Winterberg spazieren. Da ist innerhalb von wenigen Jahren der Wald gestorben. Die Flächen wurden maschinell bereinigt.


Da muss ich Playjam leider zustimmen, ähnlich sieht es übrigens jetzt auch am Westhang des Wurmbergs aus. Auf den Flächen die dort bearbeitet wurden steht nichts mehr und dort wird auch auf absehbare Zeit nichts mehr stehen. Es sieht aus wie eine Mondlandschaft, Wanderwege und ehemalige MTB-Trails sind tiefen Schlammgruben mit dicken Reifenspuren gewichen und es wird bestenfalls Jahrzehnte dauern bis dort wieder so etwas wie Wald erkennbar sein dürfte, von Artenvielfalt oder neuem Leben ganz zu Schweigen.

Pistenschreck

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3206 am: November 07, 2019, 11:21:23 Nachmittag »
Dennoch möchte ich denen die den Wald für tot erklären wiedersprechen. Er ist nicht tot, er ist nur nicht mehr so wie wir Ihn kennen.

Geh mal am kleinen und großen Winterberg spazieren. Da ist innerhalb von wenigen Jahren der Wald gestorben. Die Flächen wurden maschinell bereinigt.

Fichten gehören zu den sehr schnell wachsenden Böumen und können 30 bis 50cm pro Jahr wachsen. Wenn ich hier lese, dass 3m Fichten in 12 Jahren 9m zugelegt haben sollen, dann ist das Wunschdenken.

Das Fichten in 12 Jahren 9m zulegen habe ich nicht behauptet!  Ein Maßband habe ich vor 12Jahren und heute nicht angelegt und bei der Höhe der Bäume kann man sich auch schnell mal verschätzen. Aber das dort sichtbar neue Bäume wachsen die in ein paar Jahren( ca. 10 Jahre) die Fläche als einen Wald erscheinen lassen,  kann man sehr gut erkennen.

Es braucht seine Zeit und die von dir bezeichneten maschinell bereinigten Flächen werden auch wieder zum Wald werden... in ein paar Jarhzehnten.
Wenn man das ganze mit der, ich bezeichne Sie mal so, Waldzeitrechnung betrachtet, ist diese aktuelle Bereinigung ein extrem kurzer Zeitraum der sich in unserer Zeitrechnung über Jahre ziehen kann. Das ist optisch und wirtschaftlich natürlich nicht vertretbar. Besonders in den Wirtschaftswäldern ist das eine Katastrophe.
Eine Fichte wird in der Regel mit 80-120 Jahren geerntet. Sie kann aber an einem guten Standort über 600Jahre alt werden.

Also, ich verstehe deinen Unmut, freue mich aber über die zukünftige Biodiversität im Nationalpark Harz und glaube das in ein paar Jahren die meisten Skeptiker den Mehrwert sehen und schätzen werden. In den Wirtschaftswäldern wird es hoffentlich Veränderungen geben die einer solchen Situation in Zukunft gewachsen sind.
Die Mondlandschaften sind nur Momentaufnahmen(1-3 Jahre) die werden wieder verschwinden. Ich habe das in diesem Jahr schon auf so vielen Flächen beobachten können. Wo im Winter nur tote Bäume lagen, wuchs im Sommer eine Vielzahl von Blumen,  Kräutern  und jungen Bäumen die im Hochwald keine Chance haben.

Aller Anfang ist schwer. Das er so schnell und so extrem kommt, wollte sicherlich niemand, aber es ist eine Chance für die Zukunft. Eine Alternative gibt es jetzt nicht mehr.

Pistenschreck

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3207 am: November 07, 2019, 11:41:26 Nachmittag »
Dennoch möchte ich denen die den Wald für tot erklären wiedersprechen. Er ist nicht tot, er ist nur nicht mehr so wie wir Ihn kennen.

Geh mal am kleinen und großen Winterberg spazieren. Da ist innerhalb von wenigen Jahren der Wald gestorben. Die Flächen wurden maschinell bereinigt.


Da muss ich Playjam leider zustimmen, ähnlich sieht es übrigens jetzt auch am Westhang des Wurmbergs aus. Auf den Flächen die dort bearbeitet wurden steht nichts mehr und dort wird auch auf absehbare Zeit nichts mehr stehen. Es sieht aus wie eine Mondlandschaft, Wanderwege und ehemalige MTB-Trails sind tiefen Schlammgruben mit dicken Reifenspuren gewichen und es wird bestenfalls Jahrzehnte dauern bis dort wieder so etwas wie Wald erkennbar sein dürfte, von Artenvielfalt oder neuem Leben ganz zu Schweigen.

Ja, ich kenne diese Flächen. Es sieht furchtbar aus und man meint dort ist alles tot. Schau es dir mal nächstes Jahr in den Sommermonaten an. Und dann nochmal in 5 Jahren. Da können wir nochmal drüber reden. Aber dann ist das Thema sowieso durch.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3208 am: November 08, 2019, 07:56:04 Vormittag »
Also, ich verstehe deinen Unmut, freue mich aber über die zukünftige Biodiversität im Nationalpark Harz und glaube das in ein paar Jahren die meisten Skeptiker den Mehrwert sehen und schätzen werden.

Mit dem Schlagwort Biodiversität versucht auch Herr Knolle die Situation zu verschönern. Das jetzige mehr an Biodiversität ist vor allem den Pilzen und Insekten zuzuordnen. Biodiversität beschreibt nur die Qualität nicht die Quantität. Eine sehr große Anzahl an  Vögel im Harz waren auf Fichtenwald spezialisiert. An den maschinell bereinigten Flächen und im Totwald habe ich diese Vogelarten nicht mehr beobachten können. Beim Rotwild löst der Nationalpark das Problem des fehlenden Lebensraums durch höhere Abschussraten. Die Biodiversität ist aber gestiegen, da ein paar mehr Schimmelpilzarten auf dem Totholz leben.

Da ich nicht im Harz lebe und auch nicht vom Tourismus abhängig bin, kann ich problemlos ein paar Jahre warten und hoffentlich den Mehrwert sehen. In Braunlage hat es nach ein paar Jahren Abschwung nur zwei schlechte Winter gebraucht und die Hotels brannten. Erst durch die Wurmberg-Modernisierung und viel Geld von außen verschwinden langsam die Wunden, die durch die verfehlte Förderpolitik nach der Wende verursacht wurden. Dasselbe menschliche Elend steht nun Schierke bevor, ohne Grund zur Hoffnung, dass es wieder aufwärts geht.

Nordharzer

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Re: Schierke 2000
« Antwort #3209 am: November 08, 2019, 09:17:53 Vormittag »
Ich bin sowieso der Meinung, daß auf den jetzt entstandenen Flächen zu 80 % wieder Fichten wachsen werden, erstens weil der Baum an dieses Klima angepasst ist und zweitens, weil Fichten nun mal schneller wachsen, als Buchen oder Eichen und somit einfach diesen Bäumen das Licht „klauen“ können.
Da kann Herr Knolle noch so viel erzählen und auf seine Propagandafilme bei YouTube verweisen!