Autor Thema: Schierke 2000  (Gelesen 500672 mal)

playjam

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Doppelmayr

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2371 am: September 09, 2017, 05:51:26 Nachmittag »
Dieser Herr Meyer vom BUND in seinem Holzfällerhemd macht so einen richtig unsympathischen Eindruck. Und natürlich sofort wieder dagegen, statt mal Kompromissbereitschaft zu zeigen gleich wieder sagen "alles nicht möglich". Kennen wir ja schon nicht anders. Das Statement von dem Gutachter hat mir gut gefallen und gibt Grund zur Hoffnung dass es mit der Seilbahn doch noch klappen kann!!
« Letzte Änderung: September 09, 2017, 05:56:38 Nachmittag von Doppelmayr »

Nordharzer

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2372 am: September 09, 2017, 06:03:26 Nachmittag »
Ich bin auch dagegen...
gegen: BUND, NABU, Grüne, PETA, und wie sie alle heißen!

sommerphobie

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2373 am: September 09, 2017, 07:28:47 Nachmittag »
Solange Moorwald betroffen ist, können BUND etc nunmal nicht nicht gegen das Projekt sein. Das muss man so akzeptieren. In den Bruchstücken des Gutachtens, die wir kennen, gibt es scheinbar Überschneidungen im und außerhalb des FFH-Gebiets. Die Überschneidungen im FFH-Gebiet sind rechtlich wohl indiskutabel. Selbst wenn die Überschneidungen außerhalb des FFH-Gebietes nicht rechtlich gegen das Projekt sprechen sollten, so wären sie alleine trotzdem für BUND etc ausreichend um das Projekt zu verurteilen und möglichst stark zu behindern.


@Doppelmayr
Der kl Winterberg ist schon als Skiberg geeignet. Er liegt jedoch 40m tiefer als das Loipenhaus und die nördlich gelegene flache Fläche unterhalb beginnt hier auf fast der gleichen Höhe. Statt 160 Höhenmeter vom Loipenhaus hätte man am kl Winterberg nur 120 Höhenmeter. Als Ausgleich dafür hätte der kl Winterberg 2 Pisten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad zu bieten. Soweit ist das kein Problem und es gibt noch einen Süd- und einen Osthang.
Allerdings will man in Schierke eine Verbindung zum Wurmberg und hier liegt das Problem. Vom Wurmberg kommend könnte man quasi die aktuell geplante Piste abfahren und käme zur Mittelstation Richtung kl Winterberg. In die Gegenrichtung funktioniert das so nicht. Vom Gelände her käme man wohl zum Hexenrittsessel, aber man müsste über den Grenzbach, der auf beiden Seiten der Grenze von FFH-Gebiet umgeben ist. Somit ist dürfte die praktische Umsetzbarkeit gegen Null tendieren. Die Variante eine Piste hauptsächlich entlang der bestehenden Wege bis zu Hexenrittparkplatz zu führen, wo man dann über die vorhandene Brücke kann, taugt als Verbindung nicht wirklich, da man noch über den gesamten Parkplatz laufen müsste. Für ein Top-Mittelgebirgsskigebiet geht sowas nicht. Es ist zwar denkbar und besser als nichts, aber eine anständige Lösung sieht selbst wenn man sich irgendwie mit Förderbändern o.ä. behelfen könnte anders aus.
FFH-frei ist das Ganze so oder so nicht, weil ohne FFH alle Abfahrten die von kl Winterberg ausgehen nicht mal ansatzweise im blauen Bereich liegen, was jedoch notwendig ist.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2374 am: September 10, 2017, 12:21:47 Nachmittag »
In den Kommentarspalten der Berichtserstattung wird eine aus meiner Sicht erstaunliche Haltung vertreten: Das Ergebnis des Gutachtens wird als im Prinzip nichts neues erklärt und "zurück zur Sachlichkeit" gefordert:

Kommentar zum Koalitionskrach wegen Schierke Die Seilbahn wird zur Hängepartie (mz-web.de 09.09.17):
Zitat
[...]
In der Landesregierung gab es die Hoffnung, das Gutachten könnte eine Eskalation zwischen den teilweise sehr giftig aneinander geratenen Koalitionspartner von CDU, SPD und Grünen verhindern: Indem der neutrale Gutachter durch sein Veto die Entscheidung entpolitisiert. Letztlich wollte sich die Koalition um die politische Entscheidung drücken. Das hat nicht geklappt, weil der Gutachter nicht mitspielt und kein klares Veto abgibt.
[...]

SEILBAHN-PROJEKT
Zurück zur Sachlichkeit (volksstimme.de 09.09.2017):

Zitat
[...]
Sachsen-Anhalts Ansehen – auch bei anderen potenziellen Investoren – hat gelitten. Erschwerend kommt hinzu, dass Teile der Landesregierung zuvor den eigenen Experten im Landesamt für Umweltschutz das Vertrauen entzogen haben. Das gespaltene Bild, das die schwarz-rot-grüne Koalition bislang bei dem Seilbahn-Projekt abgegeben hat, gilt es zu kitten.
[...]

Ausgeblendet wird dabei, warum das dritte Gutachten nötig war: Zunächst hatte das Landesamt für Umweltschutz den Gutachtern des Investors Kartierungsanweisungen gegeben, mit denen die Kartierung fast keine Waldmoore ergeben hat (1. Gutachten). Nach dem Regierungswechsel hat das Landesamt für Umweltschutz nach erheblicher Verzögerung dann eine Kartierung mit 7,3 Hektar Moorwald vorgelegt (2. Gutachten). Jetzt hat das 3. Gutachten von einem neutralen Institut eine Kartierung mit 3,9 Hektar Moorwald ergeben.

Wenn man bedenkt, dass die Ergebnisse des ersten Gutachten auf das Agieren des Landesamt für Umweltschutz zurückzuführen ist, dann ist es umso erstaunlicher, dass man selbst beim zweiten Anlauf um fast 100% daneben lag. Nach dem Debakel beim ersten Anlauf, hätte ich um so mehr eine sehr sorgfältige Arbeit erwartet.

Auf die Frage, wie es zu so einer großen Diskrepanz zwischen dem 3. Gutachten und dem 2. Gutachten kommen kann, hat der neutrale Gutachter gemeint, vielleicht hätte das Landesamt für Umweltschutz nur Luftbilder ausgewertet (= also geschlampt). Ein wichtiges Ergebnis des 3. Gutachten ist also, dass man dem Landesamt für Umweltschutz zu recht das Vertrauen entzogen hat.

Solange die Missstände im Landesamt für Umweltschutz nicht behoben werden, kann man deren Arbeit nicht trauen. Hier geht es also um die Existenzberechtigung des Landesamtes für Umweltschutz. "Schwamm drüber und wir haben uns alle wieder lieb" geht an dieser Stelle nicht.

Doppelmayr

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2375 am: September 10, 2017, 05:47:41 Nachmittag »
Nachfolgend noch ein Videobeitrag des MDR vom Freitag, 08.09.2017 über ein Interview mit Christiane Hopstock, Werner Vesterling und Herrn Kascha, dem Stadtsprecher aus Wernigerode über den Ausgang des jetzigen 3. Gutachtens.

http://www.mdr.de/suche/video-136442_zc-13f2fa39_zs-8454ba72.html

nif

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2376 am: September 11, 2017, 10:37:39 Vormittag »
EMPFEHLUNG an alle Beteiligten es gibt mehrere Aussagen das es möglich ist.Mehrere Varianten Planen diese bitte im Stillen Perfekt prüfen
und alle mit ins Boot holen ohne große Streitereien ging ja auch in Hahnenklee gut
und dann endlich bauen

nif

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2377 am: September 11, 2017, 04:33:29 Nachmittag »

nif

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2378 am: September 11, 2017, 04:36:05 Nachmittag »

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2379 am: September 11, 2017, 04:44:26 Nachmittag »
Zitat
"Alle, die die fachliche Arbeit dieser Landesbehörde und der zuständigen Ministerin in den vergangenen Monaten aus politischem Dünkel heraus in Frage gestellt haben, sollte dies sehr nachdenklich stimmen."

Sofern das LAU wirklich derart daneben gelegen hat was die Ergebnisse betrifft (7,3 Hektar Moorwald statt tatsächlich nur 3,9) sollte dies tatsächlich nachdenklich stimmen. Nachdenklich deshalb, weil das Infragestellen der Ergebnisse offenbar durchaus berechtigt gewesen zu sein scheint.

Zwar ist noch immer Moorwald betroffen, aber die Differenz der Ergebnisse spricht eigentlich für sich — ich weiß nicht, wie die Grünen ersthaft darauf kommen können, dass das Gutachten und die Zweifel völlig unnötig gewesen sein sollen. Auch wenn das Ergebnis der 3. Gutachtens dem Investor sicher nicht gefällt, aber aufgrund der Differenz zu den Ergebnissen aus dem 2. Gutachten hatte es auf jeden Fall seine Berechtigung und sei es auch nur um die Zahlen des LAU noch einmal separat zu prüfen.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2380 am: September 11, 2017, 06:29:22 Nachmittag »
Zitat
"Alle, die die fachliche Arbeit dieser Landesbehörde und der zuständigen Ministerin in den vergangenen Monaten aus politischem Dünkel heraus in Frage gestellt haben, sollte dies sehr nachdenklich stimmen."

Sofern das LAU wirklich derart daneben gelegen hat was die Ergebnisse betrifft (7,3 Hektar Moorwald statt tatsächlich nur 3,9) sollte dies tatsächlich nachdenklich stimmen. Nachdenklich deshalb, weil das Infragestellen der Ergebnisse offenbar durchaus berechtigt gewesen zu sein scheint.
[...]

Es ist wenig hilfreich, wenn jetzt von den Grünen so getan wird, also ob die Fehlerquote völlig in Ordnung sei. Niemand wird ernsthaft in Frage stellen können, dass das LAU ein Problem hat, welches dringend behoben werden muss. Das LAU sollte intern klären, wie es zu solchen relativ heftigen Fehlern kommen konnte. Es muss nicht politische Einflussnahme sein, in den meisten ähnlichen Fällen reicht Inkompetenz, Schlendrian etc. als Erklärung aus. Sollte es politische Einflussnahme  gewesen sein (welches der Bestechung oder Erpressung gleich kommt), dann muss sichergestellt werden, dass die Prozesse beim LAU so angepasst werden, dass die Sachbearbeiter nicht politische beeinflusst werden können.

Da das Problem offensichtlich schon vor der Amtsübernahme von Frau Dalbert bestand, sollte es ihr nicht schwer fallen, im LAU aufzuräumen. Während Frau Dalbert aufräumt, dürfen CDU, SPD, Grüne und Linke gerne schweigen, weil das Problem auch in ihrer Verantwortungszeit entstanden ist.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2381 am: September 13, 2017, 12:12:05 Nachmittag »
Die Goslarsche berichtet etwas verzögert aber dafür etwas detaillierter über das dritte Gutachten: Laut Goslarsche hat das dritte Gutachten ergeben, dass der obere Bereich der Seilbahntrasse unproblematisch sei, im unteren Bereich aber ca. 4000h Moorwald selbst bei einer günstigen Trassenvariante beeinträchtigt blieben.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2382 am: September 13, 2017, 12:51:09 Nachmittag »
An dieser Stelle möchte ich noch einmal an die frühzeitigen Warnungen von Sternengucker erinnern:

[...] Betrachtet man nur Schierke und lässt wiederum Braunlage außen vor, gäbe es neben der Beschneiung meiner Einschätzung nach das größte Problem mit der Tangierung von Feuchtflächen, die teils von der geplanten Piste durchschnitten, teils durch Speicherbecken ersetzt würden. Hier müsste über alternative Routen sowie insbesondere alternative Standorte für die Speicherteiche nachgedacht werden, um die schädlichen Auswirkungen auf diese Flächen soweit möglich zu begrenzen. [...]

Ich hatte (vor ca. 5 Jahren ) eine Skizze gemacht, wie das Problem des FFH- und Nationalparkbereiches angegangen werden kann, indem man in der ersten Stufe den Bereich ausserhalb des FFH-Bereiches erschließt und sich gleichzeitig das Verfahren in Gang setzt, die nötigen Flächen aus dem FFH- und Nationalparkbereich zu befreien.



Leider sind weitere Jahre verflossen, in denen in Schierke außer Luftschlösser nichts gebaut wurde.

snowie

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2383 am: September 13, 2017, 01:24:03 Nachmittag »
Das gleiche Problem besteht ja dann für den Westhang wenn ich mir die Karte so anschaue?

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2384 am: September 13, 2017, 02:24:48 Nachmittag »
Das gleiche Problem besteht ja dann für den Westhang wenn ich mir die Karte so anschaue?

Da ist ein ausreichend großer Bereich außerhalb des Naturschutzgebietes (siehe Karte mittig links bei Ziffer 724).