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Foren => Skifahren und Snowboarden im Harz => Thema gestartet von: playjam am Juli 22, 2009, 04:52:35 Nachmittag

Titel: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 22, 2009, 04:52:35 Nachmittag
Wie ist eigentlich der Stand der Dinge bzgl. des Projektes Schierke 2000 (Skischaukel Wurmberg Winterberg)?

Dieses Thema hat für mich schon Kult-Charakter und darf meiner Meinung nach eigentlich bei keiner Diskussion um Wintersport im Harz fehlen.

Ein Grobplan wurde 1997 vom DSV Umweltbeirat erstellt und findet sich unter auf S. 12  des Jahresberichtes von 1997 des DSV Umweltbeirates (pdf) (http://dsv.skitty.de/xfiles/files/pdf/umweltbeirat/umweltbeirat/download s/Jahresb_97.pdf). Hier ein Ausschnitt der Projektbeschreibung:

Zitat
Schierke 2000

Projektbearbeiter:
Erwin Lauterwasser; Dr. Wolf Drescher; Dr. Rüdiger Ganske

Ziele des Projekts:
Umweltverträglicher Wiederaufbau nordischer und alpiner Wintersporteinrichtungen in
einem ehemals bedeutenden Wintersportort unter Berücksichtigung der Belange des
Nationalparks Hochharz.

Projektbeschreibung:
Schierke hat durch die Lage im Sperrgebiet der Zonengrenze und durch die Gründung
des Nationalparks Hochharz fast sämtliche früheren alpinen und nordischen Wintersporteinrichtungen
verloren. Im Rahmen des Projekts wurden alle Möglichkeiten für
die Neuanlage von Langlaufstrecken und Pisten unter weitgehender Schonung des
Nationalparks überprüft. Weil 90 % der Gemarkungsfläche von Schierke und vor allem
die schneesicheren Hochlagen im Nationalpark liegen, blieb als einzige Ausweichmöglichkeit
der „Kleine Winterberg“ am Rande des Nationalparks.
Vorgeschlagen wurde hier der Bau eines Langlaufzentrums für Wettkampf- und Freizeitsport,
der Bau eines Lifts, der den Zugang zum LL-Zentrum ermöglicht und gleichzeitig
Schierke mit dem Wurmberg und den dort vorhandenen alpinen Wintersportanlagen
verbindet, sowie die Anlage einer alpinen Abfahrtsstrecke nach Schierke. Der Lift verbindet
über den Wurmberg, Schierke mit Braunlage. Damit eröffnet sich die Möglichkeit,
Schierke zum verkehrsberuhigten Kurort gehobenen Niveaus auszubauen. Die SIS
hat hierzu in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat detaillierte
Pläne entwickelt. Schierke 2000 wäre bei dieser Realisierung ein Modellprojekt für die
umweltschonende Neugestaltung eines alten Wintersportorts.

Schierke 2000 auf der offiziellen Schierke Homepage (http://www.schierke-am-brocken.de/wissenswertes/angebot.php?id=4)

 ;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 29, 2009, 09:28:30 Vormittag
IHK Magdeburg (http://www.magdeburg.ihk24.de/servicemarken/presse/IHK_Zeitschrift/Archiv/Der_Markt_2006/Maerz_2006/Im_Blickpunkt.jsp (http://www.magdeburg.ihk24.de/servicemarken/presse/IHK_Zeitschrift/Archiv/Der_Markt_2006/Maerz_2006/Im_Blickpunkt.jsp)):

Zitat
Im Blickpunkt
„Schierke 2000 Plus“- ein innovatives Projekt auf dem langen Weg zur Realisierung

1. Vorbemerkungen:

Der Kurort Schierke gilt als eine wichtige touristische Destination in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.
Sowohl sein Ortsbild, seine originelle Einbettung in das von mehreren über 1000m MHN hohen Bergen gebildete Tal der kalten Bode, vor allem jedoch der Brocken als in der Gemarkung Schierkes liegender Hausberg prägen die Anziehungskraft des Ortes.
Seit 1990 sind ca. 90% der Gemarkungsfläche der Gemeinde Nationalpark.
Im Ergebnis des gerade abgeschlossenen Projektes „Europäische Charta für nachhaltigen Tourismus in Großschutzgebieten“ wurde Schierke das Prädikat „Nationalparkgemeinde“ verliehen.
Dieser Titel ist auch Ausdruck einer sich seit Jahren immer intensiver entwickelnden Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Nationalpark.
Allerdings kann diese Entwicklung nicht darüber hinweg täuschen, dass gemessen an den Traditionen Schierkes und an den für die Orts- und Regionalentwicklung notwendigen wirtschaftlichen Strukturen noch nicht alle Potentiale erschlossen werden konnten.
Für diese Entwicklungscharakteristik steht der Begriff „Schierke 2000 Plus“:
Er ist sowohl Synonym für eine außerordentlich komplizierte Auseinandersetzungsphase Schierkes mit dem Nationalpark und gleichermaßen Schlüssel für einen kreativen, auf Nachhaltigkeit orientierten Lösungsansatz für die Entwicklung des Ortes.

2. Die Bausteine von Schierke 2000

Der Kern von Schierke 2000 ist die Verbindung von Schierke und Braunlage durch den Bau einer Seilbahn von Schierke auf den Wurmberg.
Sie dient als Transportmittel für den Wintersportler und darüber hinaus als separate, ganzjährig wirkende touristische Attraktion.
In Verbindung mit ihrer Funktion als Verkehrsmittel hat sie herausragende infrastrukturelle Bedeutung für Schierke und die Region.
Weitere Bausteine des Projektes sind die bereits gebaute Wettkampfloipe, das Loipenhaus und die Flächen für den alpinen Skilauf.
Vor allem durch die Winter- und Sommerfunktion der Seilbahn und die inhaltliche Ausrichtung des Loipenhauses auch als Station für den Nordic Walker, Mountainbiker und Wanderer sowie als Nationalparkinfostelle hat das Projekt Schierke 2000 über das ganze Jahr hohen touristischen Wert. Der Bau des Loipenhauses ist für den Sommer 2006 vorgesehen.
Die Gesamtinvestition von Schierke 2000  beläuft sich auf ca. 15 Mio. €.

3. Was ist Schierke 2000 Plus ?

Im integralen Ansatz von Schierke 2000 Plus sind Nationalpark, Tourismus, Sport und Verkehr in Verbindung mit der traditionsrelevanten Basis von Schierke als sich bedingendes Gefüge vorgesehen.
Bereits 1993 empfahl der Umweltbeirat des DSV der Gemeinde Schierke mit „Schierke 2000“ein  Konzept, das Alleinstellungsmerkmale Schierkes als Beziehungsgefüge bzw. Netzwerk darstellt, um die Entwicklung Schierkes nachhaltig zu sichern.
Diese Alleinstellungsmerkmale sind vor allem die touristischen Leistungen, die an den Brocken, den Nationalpark und an die ganzjährig nutzbaren touristischen Potentiale, d.h. an die exponierte Nutzbarkeit des Wintertourismus und Wintersports gebunden sind.
Diese natürliche Stärke Schierkes hat Erwin Lauterwasser, als Vorsitzenden des Umweltbeirates des DSV 2002 veranlasst, die Problematik der leer stehenden Hotels an die Notwendigkeit der beschleunigten Umsetzung von Schierke 2000 zu koppeln und mit dem Projekt „Europäische Charta für nachhaltigen Tourismus in Großschutzgebieten“ ein für Deutschland bis dahin einmaliges Projekt an Schierke zu binden.
Diese Beziehungen prägen den Begriff „Schierke 2000 Plus“:

4. Eine Beschleunigung des Umsetzungsprozesses von Schierke 2000 ist dringend erforderlich

Die Gemeinde Schierke hat gegenwärtig etwa 750 Einwohner; das ist ein Rückgang gegenüber 1990 um ca. 370 Einwohner.
Gleichermaßen ist die Anzahl der Gästebetten von ca. 1000 Betten 1990  auf ca. 1600 im Jahr 2005 gestiegen.
Vor der Wende befanden sich sämtliche Unterkünfte in Hotels, Erholungs- oder Ferienheimen Staatlicher Organe bzw. gesellschaftlicher Organisationen der DDR. Heute ist das Bild vielfältig.
Schierkes Unterkunftsstruktur enthält 10 Hotels, 1 Ferienpark, 6 Pensionen, 75 Privatvermieter (Ferienwohnungen), 11 Privatvermieter ( Zimmer), 2 Bildungsstätten ,1 Jugendherberge).
Die Tendenz der kontinuierlich steigenden Übernachtungszahl passiert auf relativ hohem Übernachtungsniveau. ( 1992 : 38 500 Gäste, 106760 Übernachtungen; 2004 : 53 000 Gäste, 170500 Übernachtungen).
Andererseits ist es nicht gelungen, nach 1990 geschlossene, ehemals mondäne, den Ruf Schierkes prägende Hotels wieder zu revitalisieren.
Bis auf das Hotel „Wurmbergblick“, das die Gemeinde kürzlich gekauft hat, sind alle geschlossenen Hotels in Privatbesitz.
Deren ruinenhaftes Aussehen belastet die ansonsten sehr positive Ausstrahlung Schierkes außerordentlich.
Die Umsetzung des Projektes Schierke 2000 Plus gilt deshalb als wesentlicher Rahmen, um die Eigentümer zu motivieren, ihre Zurückhaltung bei erforderlichen Investitionen in ihren Häusern aufzugeben und diesbezüglich das Engagement der Banken wieder zu erreichen.

5. Schierke – eine Zukunftsdestination für Natursport und Naturtourismus im Nationalpark Harz

Die vergangenen Jahre etwa nach 2000 haben gezeigt, dass Schierke mit starken Partnern an der Seite in der Lage ist, auf moderne Weise an alte, eigene Traditionen anzuknüpfen.

Folgende Projekte sind inzwischen entstanden bzw. befinden sich in der Phase der Umsetzung:

- Schierke 2000 als Gemeinschaftsprojekt zwischen dem DSV, der Gemeinde Schierke und
  dem Skiverband Sachsen- Anhalt;

- das Komplexprojekt „Europäische Charta für nachhaltigen Tourismus“ – ein Entwicklungs-
   projekt für Schierke mit dem Nationalpark Harz;

- das Nachwuchsleistungssportprojekt Ski; Partner sind der Landessportbund, der DSV und
  der SVSA, Kern ist das Skiinternat in Schierke;

- die Natursportarena Schierke als Projekt zwischen dem Nationalpark, dem Kurbetrieb, dem
   Alpenverein und dem Landessportbund;

- das Projekt Nordic Walking als Projekt des DSV mit dem SVSA und der Gemeinde Schierke

- das Loipenprojekt des Fördervereins für Skisport und Naturschutz im Harz e.V. mit dem
  Kern der qualitativ hochwertigen Loipenpräparierung und der Schaffung von   
  Voraussetzungen für den Bau des Loipenhauses durch die Gemeinde Schierke

6.  Ausblick

Die politischen und planerischen Voraussetzungen für Schierke 2000 Plus sind im Wesentlichen geschaffen worden.
Es ist damit zu rechnen, dass im Sommer 2006 Klarheit über Baurecht für das Gesamtprojekt besteht.
Neben dem genau zu betrachtenden betriebswirtschaftlichen Ansatz bieten sich für Investoren schon jetzt folgende Voraussetzungen:
Das Gebiet zwischen Schierke, Brocken und Wurmberg hat mit der Brockenbahn und der geplanten Seilbahn außergewöhnlichen Alleinstellungscharakter.

Dieser ist gekennzeichnet durch:

- Inhaltliche Exklusivität zumindest im norddeutschen Raum

- Die originelle, enge Verbindung zwischen ökologischem Schutz und touristischer Nutzung

- Die verkehrliche Verbindung von zwei bedeutenden Harzorten mittels Seilbahn über den Berg

- Durch das eng an den Nationalpark Harz angelehnte „Touristische Leitbild“ Schierkes

Eine vom Land Sachsen-Anhalt geförderte Machbarkeitsstudie gibt Auskunft über Inhalte und Umsetzungsmöglichkeiten des Projektes.
Im Zuge der langjährigen Entwicklungsgeschichte des Projektes wurde durch die Landesregierung wiederholt eine hohe Förderung in Aussicht gestellt.

Dr. Rüdiger Ganske, Kurdirektor Schierke


Skiverband Sachsen-Anhalt (http://www.svsa.de/frontend/index.php?id=104 (http://www.svsa.de/frontend/index.php?id=104)):

Zitat
Natur- Sport und Loipenhaus am Winterberg feierlich eröffnet

Am 4.10.2008 wurde das Loipenhaus durch den Staatssekretär Detlef Schubert im Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Schierke Jochen Ermisch sowie Schierkes Kurdirektor und dem Präsidenten unseres Skiverbandes Dr. Ganske, feierlich eröffnet. Viele Neugieruge und geladenen Gäste sind zu diesem Ereignis auf den Winterberg trotz zuerst schaurigem Wetter gekommen, um sich ein Bild zu machen von dem Natur-, Sport- und Loipenhaus der Gemeinde Schierke.

Damit steht nun auf dem ehemaligen Grenzstreifen , auf dem heutigen „Grünen Band“ der erste verwirklichte Baustein aus dem Projekt Schierke 2000 Plus.

Eigentümer des Loipenhauses ist die Gemeinde Schierke.Betrieben wird das Haus durch die Bildungsstätte der Sportjugend "Schierker Baude". Dem Leiter der Einrichtung Uwe Klein und seinem Team ein herzliches Dankeschön dafür.


HARZ Blick Winter 2008/2009
(http://www.wittich.de/fileadmin/user_upload/Treffpunkt_Deutschland/TPD_Sachsen-Anhalt/Harzblick/LW_Harzblick_85_08.pdf (http://www.wittich.de/fileadmin/user_upload/Treffpunkt_Deutschland/TPD_Sachsen-Anhalt/Harzblick/LW_Harzblick_85_08.pdf)):

Zitat
Neues Loipenhaus … am Winterberg

Am 4.10.2008 wurde das Natur-, Sport- und Loipenhaus, hier kurz Loipenhaus
bezeichnet durch den Staatssekretär Detlef Schubert im Wirtschaftsministerium
Sachsen-Anhalts gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Schierke
Jochen Ermisch sowie Schierkes Kurdirektor und dem Präsidenten unseres
Skiverbandes Dr. Ganske, feierlich eröffnet. Damit steht nun auf dem ehemaligen
Grenzstreifen , auf dem heutigen „Grünen Band“ der erste verwirklichte
Baustein aus dem Projekt Schierke 2000 Plus. Eigentümer des Loipenhauses
ist die Gemeinde Schierke.

Sowohl wegen der hohen Bedeutung von Schierke 2000 Plus für die Region
aber auch für den DSV und seine modellhafte Ausstrahlung in die Bereiche
Sportökologie und Sporttourismus hat die Stiftung Sicherheit im Skisport
das Engagement des Umweltbeirates unterstützt und den Bau des Loipenhauses
mitfinanziert. Das Haus ist sowohl Treffpunkt, Zielpunkt und Ausgangspunkt
beispielsweise für Wanderungen oder Ski- bzw. Mountainbike Touren. Primär
erfüllt das Haus die Bedingungen einer Berghütte, in der die Wanderer, Skiläufer
u.a. verweilen, sich ausruhen und ggf. nach vorgenommen Wäschewechsel die
einfachen Möglichkeiten der Teeküche nutzen können. Geöffnet ist es täglich
von 10.00 bis 16.00 Uhr.

Nutzungsmöglichkeiten im Loipenhaus
- Einkehr für Wanderer, Mountainbiker, Skiläufer, Nordic Walker u.a.
- Informationsstelle für Natursport, Schneesport und Nationalpark
(Ausgestaltung im Entstehen)
- Anlaufpunkt für Gäste aus Wander- und Bewegungsprogrammen
der Schierker Gastgeber
- Station für das Projekt „Bewegung und Bildung für eine nachhaltige
Entwicklung“
- Funktionshaus für Skisportwettkämpfe sowie Umkleidemöglichkeit
für Trainingsgruppen
- Veranstaltungsort für Gruppen aus Vereinen oder Verbänden mit
dem Inhalt Umweltbildung und Natursport



goslarsche.de (http://www.goslarsche.de/gz/news_co/artarchiv/?id=9988&showit=yes (http://www.goslarsche.de/gz/news_co/artarchiv/?id=9988&showit=yes)):

Zitat
WSV: Kein Interesse am Loipenhaus

BRAUNLAGE. Am 4. Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. An diesem Tag soll das neue Schierker Loipenhaus zwischen Wurm- und Großem Winterberg offiziell und feierlich eröffnet werden. Das 340.000 Euro teure Gebäude gehört zum Projekt „Schierke 2000“.
Für Schierkes Bürgermeister Jochen Ermisch ist dieser Bau der „erste wirkliche Baustein“ von „Schierke 2000“ der umgesetzt wird. Das Loipenhaus soll Skiwanderer beherbergen, die rund um den Wurm- und Großen Winterberg laufen. Zudem soll er bei Skilanglauf-Wettkämpfen von Sportlern und Funktionären genutzt werden.
Bürgermeister Ermisch betont, einige aktuelle Entscheidungen aus Braunlage nicht unbedingt nachvollziehen zu können. Vor allem ärgert er sich darüber, dass in dem neuen Loipenhaus kein Wasseranschluss vorhanden ist, obwohl 15 Meter entfernt eine Wasserleitung auf Braunlager Gebiet verläuft. „Da dürfen wir uns nicht anschließen“, sagt Ermisch.
Trotz der Kritik unterstreicht der Schierker Bürgermeister, er wolle künftig gut mit den Braunlagern zusammenarbeiten. Auch, um das bald fertiggestellte Loipenhaus möglichst rasch mit Leben zu füllen. „Selbstverständlich können die Braunlager für das Skispringen gegen ein kleines Entgelt unser Loipenhaus nutzen“, sagt er.
Derweil erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Wintersportvereins Braunlage (WSV), Wolfgang Rehmer, er könne sich nur schwer vorstellen, die neue Baude zu nutzen. „Die liegt zu weit weg, die hätte an der Schanze stehen müssen“, sagt er. Rehmer räumt aber ein, dass sich eventuell einige Skispringer in der Hütte aufwärmen könnten. „Wir haben aber auch ein beheiztes Zelt mit Fußboden“, ergänzt WSV-Vorsitzender Eckhard Friedrich.me
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 01, 2009, 06:37:59 Nachmittag
NDR Online Nachrichten http://www1.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/nds2966.html (http://www1.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/nds2966.html)

Zitat
Niedersachsen

Weitere touristische Erschließung des Wurmbergs geplant

Der höchste Berg in Niedersachsen, der Wurmberg bei Braunlage im Harz, soll für Touristen und Freizeitsportler ausgebaut werden. Bis zum Jahr 2009 sind schrittweise neue Sportmöglichkeiten für Skifahrer und Querfeldein-Radfahrer sowie auf der Bergkuppe ein Tiergehege und Spiel- und Klettermöglichkeiten geplant. Das sagte Braunlages Tourismus-Chef Christian Klamt am Donnerstag. Der Landkreis Goslar habe die betreffenden Teile des Wurmbergs deshalb aus dem Naturschutz gestrichen. Initiator und Träger des Ausbaus ist die Wurmberg-Seilbahngesellschaft. Es handele sich um Investitionen von mehreren Millionen Euro, sagte Klamt. Ein Teil davon werde hoffentlich als Förderzuschuss von der Europäischen Union kommen.

Skihang mit Beschneiungsmöglichkeit geplant

Die weitere touristische Erschließung des Wurmbergs sei für Braunlage wichtig, so Klamt. Der Ort selbst und die Umgebung würden wirtschaftlich erheblich davon profitieren. Für Wintersportler sei der Ausbau vorhandener Pisten sowie die Anlage eines weiteren Skihanges mit einer Beschneiungsmöglichkeit geplant. Die neue Piste soll etwa 1.500 Meter lang werden und einen Höhenunterschied von 270 Metern haben. Außerdem sei die Öffnung einer zurzeit stillgelegten Abfahrt vorgesehen. In den Sommermonaten soll ein Hang zur "Downhill-Strecke" für Mountainbiker werden. Zudem soll auf einer Rodelbahn eine 1,5 Kilometer lange Piste für Monsterroller und antriebslose so genannte Carts entstehen.

Kein Investor für Ski-Schaukel

Auf der Kuppe des Wurmbergs ist nach Angaben des Kurdirektors der Bau von Kleintiergehegen, Spielanlagen und Klettergeräten sowie ein Abenteuer- und Erlebnispfad geplant. Die seit Jahren diskutierte Ski-Schaukel zwischen dem Wurmberg und dem Winterberg bei Schierke wird aber offenbar nicht realisiert. Ein Bau in naher Zukunft sei unwahrscheinlich, sagte Klamt. Die Idee sei zwar begrüßenswert. Es gebe aber bisher kein Investor für den Bau der Anlagen auf sachsen- anhaltinischem Gebiet.

Stand: 12.10.2006 13:08

newsclick.de http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/9899565 (http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/9899565)

Zitat
2500-Meter-Abfahrt scheitert an Streit und Auflagen

Gemeinden Schierke und Braunlage haben verschiedene Pläne für Groß-Skigebiet
Von Uwe Hildebrandt

BRAUNLAGE. Eine 2,5 Kilometer lange Skiabfahrt vom West- in den Ostharz war geplant. Doch Nationalparkauflagen und Streitigkeiten verhinderten das Wurmberg-Projekt. In Zukunft wollen Braunlage und Schierke besser kooperieren.

Das niedersächsische Braunlage und die in Sachsen-Anhalt gelegene Gemeinde Schierke haben dasselbe Ziel: Sie wollen im Harz ein attraktives Skigebiet schaffen, das mit kleinen alpinen Wintersportparadiesen mithalten kann. Die Vorstellungen, wie das umzusetzen ist, gehen aber weit auseinander.

Braunlage wollte eine 2500 Meter lange Piste mit 300 Meter Höhenunterschied am Wurmberg bauen. Im Gegensatz zu der derzeitigen langen Wurmbergabfahrt entlang der Gondelbahn wäre die neue Strecke recht schneesicher, denn sie verliefe am Nordhang. Auch eine kilometerlange Rodelbahn war geplant.

"Für die von der Wurmbergseilbahn angedachte Nordabfahrt Richtung Schierke scheint der Nationalpark ein unüberwindliches Hindernis zu sein", erklärt Braunlages Bürgermeister Stefan Grote auf Nachfrage: "Auf Schierker Seite gab es keinen Rückenwind für das Projekt."

Das bestätigt Schierkes Bürgermeister Hans-Jochen Ermisch im Gespräch mit unserer Zeitung. "Die Abfahrt, die Braunlage gerne hätte, würde durchs Kerngebiet des Nationalparks führen, das ist nicht durchsetzbar." Die Schierker träumen hingegen von einer "Skischaukel", bei der beide Orte durch Seilbahnen über den Wurmberg verbunden würden.

"Wir wollen die Skischaukel weiterhin haben", sagt Ermisch. Derzeit sucht der Bürgermeister offenbar nach Investoren, die eine Beförderungsanlage von Schierke zum Großen Winterberg bauen. Später könnte eine Seilbahn den Winterberg und den Wurmberg verbinden – so der Wunsch von Schierkes Bürgermeister Ermisch. Damit wäre ein großes ost-west-deutsches Wintersportgebiet perfekt.

Die Braunlager bezweifeln aber, dass die Besucherzahlen für zwei Seilbahnen ausreichen könnten. "Die private Wurmberg-Seilbahngesellschaft sieht die Rentabililtät für nicht gegeben", sagt Bürgermeister Grote.

Deshalb werden in Braunlage neue, eigene Pläne geschmiedet. Eine verlängerte Hexenrittabfahrt am Nordhang der Wurmbergkuppe bis zum Parkplatz Kaffeehorst an der Südost-Seite sei geplant.

"In Niedersachsen gibt es bei einzelnen Personen ein starkes Konkurrenzdenken", klagt der Schierker Bürgermeister, der sein Winterberg-Projekt nun erstmal im Alleingang verwirklich will.

Auch das zwischen Winterberg und Wurmberg auf Schierker Seite errichtete Loipenhaus zeigt, dass Ost und West im Harz noch nicht richtig harmonieren. Braunlage beteiligte sich nicht wie gewünscht mit 50 000 Euro an den Baukosten. "Die Stadt hat seit Jahren keinen ausgeglichenen Haushalt und darf eine sogenannte freiwillige Leistung, noch dazu auf dem Boden eines anderen Bundeslandes, nicht finanzieren", sagt Grote. Auch der Wasser- und Stromanschluss vom Wurmberg aus kam aus technischen Gründen nicht zustande.

Immerhin, beide Bürgermeister sehen eine Chance auf Kooperation in der Zukunft: "Ich hoffe, dass wir künftig enger zusammenarbeiten, wir haben das immer gewollt", sagt der Schierker Ermisch. Sein Kollege Grote beteuert: "Wir wollen uns mit den Entscheidungsträgern in Wernigerode treffen, um eine gute Nachbarschaft aufzubauen. Der Harz gewinnt nur als einheitliche Marke."
Samstag, 21.02.2009
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 15, 2009, 03:13:55 Nachmittag
Schierke 2000 ist nach wie vor aktuell. Diesmal überraschenderweise im Zusammenhang mit dem Brockenbahnprojekt. Ist der erwähnte "große Wurf" wohlmöglich eine Skischaukel Wurmberg-Winterberg-Brocken?  ;)

http://www.goslarsche.de (http://www.goslarsche.de/gz/news_co/harznews/?date=2009-08-14&title=Brockenbahnverbindung%20nach%20Braunlage:%20Ministerien%20aus%20Ost%20und%20West%20ringen%20um%20Kostenaufteilung&id=14291&showit=yes) vom 14.08.2009

Zitat
Brockenbahnverbindung nach Braunlage: Ministerien aus Ost und West ringen um Kostenaufteilung

Von Oliver Stade

Brockenbahnverbindung nach Braunlage: Ministerien aus Ost und West ringen um Kostenaufteilung
HARZ.

Im Wirtschaftsministerium in Hannover herrscht Verärgerung. Bei den Planungen für die Erweiterung der Brockenbahn aus dem Ostharz nach Braunlage hält Magdeburg die Kostenfrage weiter offen und bringt überraschend ein weiteres Projekt auf den Tisch.

[...]

Wer bezahlt was?

[...]

Nun hält Magdeburg sich zum Erstaunen von Hannover beim Bahnprojekt nicht nur bei der Finanzierung bedeckt, sondern bringt noch ein anderes Vorhaben mit ins Spiel. Daehre will zusammen mit der West-Erweiterung über die geplante Liftverbindung, eine sogenannte Skischaukel, zwischen Braunlage und Schierke sprechen.

Kreibich nennt das einen „großen Wurf“ und kann sich vorstellen, dass vielleicht auch im Westharz „noch jemand eine Idee hat, um Dinge in das Paket reinzukriegen“.

Im Wirtschaftsministerium in Hannover staunt man derweil über den „Zungenschlag“ in der Diskussion über die Ost-West-Verbindung. Es hat den Anschein, als stünden die Magdeburger auf dem Standpunkt, der stärker unter dem Druck magerer Übernachtungszahlen stehende Westharz müsse ein größeres Interesse an der Brockenverbindung haben als der Ostharz – und befinde sich in der Rolle des Schwächeren.

[...]
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 24, 2009, 08:12:46 Vormittag
volksstimme.de (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?em_cnt=1475263&sid=6ro45ahpclrv41j7pqtfdolbn5) vom 21.08.2009
Zitat
Wirtschaftsminister Haseloff vor Tourismus-Partnern in Wernigerode :
"Schierke 2000" -Ideen am richtigen Ende aufnehmen

[...]

Der Wirtschaftsminister : " Sie [Anm.: Wernigerode] haben mit Schierke jetzt auch eine gemeindliche Komponente. " Dort gelte es, dass die zum Teil unrealistischen Ideen von vor zehn Jahren " am richtigen Ende aufgenommen werden ". In dem einzigen Ort, in dem landesweit theoretisch Wintersport möglich sei, müsse bei der weiteren touristischen Erschließung " sehr sorgsam " vorgegangen werden. Das bedeute, sich nicht auf mehrere Projekte zu konzentrieren, von denen dann vielleicht keines umgesetzt werde.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 26, 2009, 09:22:02 Vormittag
Der Online-Artikel der Volksstimme bricht anschließend ab. Weiß jemand, ob die Papierausgabe der Volksstimme vom 21.8.2009 mehr Info enthält?
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 26, 2009, 08:52:00 Nachmittag
Leider habe ich die Papierausgabe der Volksstimme vom 21.8.2009 auch nicht zur Hand...

...aber ich hatte bei der Pressestelle der Stadt Wernigerode bzgl des Konzeptes Schierke 2000 und der geplanten "Skischaukel" zwischen Braunlage und Schierke angefragt (geplante, neue Pisten, Beschneiung, Zeitplan für die Verwirklichung).

Erfreulicherweise hat mir Herr Nadler, der Amtsleiter Stadt- und Verkehrsplanung Wernigerode, ziemlich schnell geantwortet:

(Auszug der Email an mich, 26.8.2009)
Zitat
[...]
Mit der Eingemeindung Schierkes nach Wernigerode hat die Stadt entschieden, zunächst ein Ortsentwicklungskonzept zu erarbeiten. Daran wird derzeitig gearbeitet mit dem Ziel, dass zu Beginn 2010 die Ergebnisse vorliegen. Ein sehr wichtiges Projekt wird dabei die Entwicklung des Bereiches Winterberg/Wurmberg sein. Bitte haben Sie deshalb Verständnis dafür, dass ich Ihnen Ihre sehr detaillierten Fragen zurzeit noch nicht beantworten kann. Ebenso möchte ich Sie bitten, Ihr Interesse an der Entwicklung Schierkes trotzdem  zu erhalten und bis zum o.g. Zeitraum um Geduld.
[...]

Ich freue mich das jetzt wieder Bewegung in das Projekt Schierke 2000 kommt und werde versuchen mich mit detailierten Fragen bis zum 1.1.2010 zurückzuhalten.

Hat jemand schon Vorschläge wie das neue Skigebiet aussehen könnte?  ;D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 02, 2009, 03:45:26 Nachmittag
Das im Zuge des Schierke 2000 Projektes gebaute Loipenhaus hat nun einen Stromanschluss:
volksstimme.de: Kritik an Eilentscheid für Loipenhaus-Strom (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?sid=mnk28kt0rses3emi6q8p6bnea5&em_cnt=1524804)
Zitat
Pro und Kontra Stromschluss für das Loipenhaus. Die Eilentscheidung, für 30 000 Euro ein Stromkabel zum Schierker Loipenhaus zu verlegen ( Volksstimme berichtete ) ist im Hauptausschuss des Wernigeröder Stadtrats angeregt diskutiert worden.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Januar 08, 2010, 09:15:53 Nachmittag

Daehre: "Bahnstrecke nur, wenn Schierke Lift erhält" (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt/?em_cnt=1586901&) (Volksstimme 29.12.2009)

(http://www.volksstimme.de/_img/_cnt/_vsm/vs_pc00123554355075555.jpg)

Zitat
Als Gegenleistung dafür, dass sich Sachsen-Anhalt an der Strecke beteiligt, solle Niedersachsen den Weg für den Bau eines Skilifts von Schierke zum Wurmberg bei Braunlage freimachen. Der Volksstimme sagte Daehre gestern : " Wir denken nicht nur in eine Richtung. Wenn wir den Niedersachsen bei der Bahn entgegenkommen, erwarten wir, dass uns Niedersachsen auch in der Frage des Lifts entgegenkommt. "

Sachsen-Anhalt habe ein vitales Interesse daran, dass die Skihänge am Wurmberg auch von in Schierke wohnenden Urlaubern schnell erreichbar sind. " Wir sind sehr für Tourismusprojekte über Ländergrenzen hinweg. Deshalb sehen wir die Bahn und die Seilbahn im Zusammenhang ", so Daehre. Schierke ringt seit 20 Jahren um den Ausbau seines Wintersportangebots.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Januar 09, 2010, 08:26:19 Nachmittag
Sehr guter Schachzug!  :-)
Sollte Schierke 2000 womöglich auch außerhalb dieses Forums Fürsprecher haben?  ;-)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 28, 2010, 10:27:05 Vormittag
Ein Wintersportzentrum in Schierke mit Seilbahnanschluss zum Wurmberg ist weiterhin im Gespräch.

volksstimme.de 25.02.2010: (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?em_cnt=1645068&)
Zitat
Vom Straßendorf zum Touristenmagneten und attraktiven Kurort. Diese Entwicklung soll Schierke in den nächsten Jahren nehmen, wenn es nach Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert geht. Vor knapp drei Monaten stellte Architekturprofessor Wolf R. Eisentraut den Schierkern sein Ortsentwicklungskonzept vor und erntete damit viel Zuspruch ( wir berichteten ). Inzwischen hat der Berliner seine Ideen reifen lassen, seine Vorschläge konkretisiert.

[...]

Zudem sieht das Konzept vor, den Kurpark mit einer Freilichtbühne und einem Kurhaus zu verschönern, einen Steg über die Bode zu ziehen, den Bodeweg auszubauen und auf der anderen Seite des
Flusses ein Wintersportzentrum mit Seilbahnanschluss zum Wurmberg entstehen zu lassen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 10, 2010, 04:51:00 Nachmittag
Leider scheint Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff nicht über die Anbindung von Schierke an den Wurmberg im Zusammenhang mit der geplanten Brockenbahn-Erweiterung verhandeln zu wollen.

Goslarsche 10.3.2010: (http://www.goslarsche.de/Home/startseite/harzticker_arid,115738.html)
Zitat
[...]

Ein Nebenaspekt erschwert die Verhandlungen über den Ausbau der Brockenbahn von Elend im Ostharz nach Braunlage im Westharz: Sachsen-Anhalt will im Gegenzug über eine Skiverbindung von Braunlage nach Schierke verhandeln. Dazu gab es jedoch ein Nein von oberster Stelle: Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff lehnt dies ab.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 11, 2010, 08:38:23 Vormittag
Das Thema Schierke 2000 wird nun auf höchster Ebene diskutiert - Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert, Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff geben Ihre Positionen kund. Falls es zu keiner Einigung kommt, hoffe ich das die für die Brockenbahn-Erweiterung nach Braunlage eingesparten 11 Millionen Euro stattdessen zum Ausbau des kleinen und großen Winterberges bei Schierke zum anspruchsvollen Skigebiet genutzt werden.  ;)

Goslarsche.de 10.3.2010 (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,115767.html)
Zitat

[...]

Der Streit, ob im Gegenzug auch über eine Skiverbindung von West nach Ost verhandelt werden soll, dauert an.

Überrascht sei er von den deutlichen Worten gewesen, sagt Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert. Von allerhöchster Stelle hat er eine Absage für Pläne erhalten, mit denen das eingemeindete Schierke endlich seinen Ruf als Wintersportort aufpolieren will.

Gaffert, zugleich Aufsichtsratsmitglied der Harzer Schmalspurbahnen (HSB), will eine Skischaukel nach Schierke holen: Der Ort soll mit Lift und Abfahrt über den Winterberg an das Wintersportgebiet Braunlage Anschluss finden. Am liebsten wäre ihm, wenn bei den Verhandlungen über eine HSB-Streckenerweiterung nach Braunlage die Skischaukel mitverhandelt würde. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre sieht das ebenso.

[...]

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 12, 2010, 09:59:04 Vormittag
Mit Peter Gaffert scheint das Projekt Schierke 2000 neue Energie gewonnen zu haben:   

volksstimme.de 12.3.2010 (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/halberstadt/?em_cnt=1658072&sid=0grbqmb055d200q62ld32bia41)
Zitat
Ein neuer handfester Ost-West-Konflikt belastet das Verhältnis der Harzer in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Der Streit geht um die Verlängerung der Bahntrasse nach Braunlage und den Bau einer Seilbahn hinauf zum Wurmberg. Am Mittwoch hat Wernigerodes Rathauschef Peter Gaffert bekräftigt : Der gemeinsame Harz wird von beiden Vorhaben profitieren.

Wernigerode. Mit einem klaren Ja zum " Paket " hat sich am Mittwoch Peter Gaffert zu Wort gemeldet. Wernigerodes Oberbürgermeister erklärte, sowohl der Seilbahnbau Schierke – Wurmberg als auch die Bahnverlängerung Elend – Braunlage seien wichtige touristische Projekte.

[...]

Gaffert muss eigenem Bekunden nach aufs Tempo drücken : " Ich sage das ganz offen : Fünf Jahre können wir in Schierke nicht mehr warten. " 10, 15 Jahre lang sei die Entwicklung an Wernigerodes Ortsteil am Brocken vorbeigegangen. Der einst gute Ruf müsse jetzt kräftig aufpoliert werden. Das wolle man tun, ein Entwicklungskonzept für Schierke werde der Stadtrat im Mai verabschieden.

Zum Konzept gehört eine Seilbahn hinauf zum Wurmberg mit Anschluss an die Pisten dort und einer Abfahrt nach Schierke. Die Idee entstammt übrigens dem lange belächelten ‘ Projekt Schierke 2000 ‘. " Auch dafür brauchen wir die Unterstützung aus Braunlage, aus dem Kreis Goslar ", warb der Wernigeröder um Kooperation über Harzer Landesgrenzen hinweg. Dass es bisher nicht gelungen sei, das Schierker Loipenhaus an eine 40 Meter in Niedersachsen entfernt verlaufende Wasserleitung anzuschließen, mache die Schwierigkeiten im Detail deutlich.

[...]

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 12, 2010, 10:05:39 Vormittag
Hier das "Nein" von Christian Wulff zur Verquickung der Planung von Schmalspurbahn und Seilbahn:

elbingerode.de/news 5.3.2010: (http://www.elbingerode.de/news/index.php?rubrik=1&news=101162&typ=1)

Zitat
„Paket aus Harzquerbahn und Lift nicht zeitgemäß“

[...]

Beim Thema Verkehr nannte Wulff auch die Harzer Schmalspurbahnen. Er bleibe bei seiner Zusage, dass die Streckenverlängerung von Elend ins niedersächsische Braunlage gefördert werde. Dass eine Unterstützung dafür von Sachsen-Anhalts Verkehrsminister jedoch an die Bedingung zum Bau einer Seilbahn von Schierke auf den Wurmberg geknüpft werde, lehnte der Politiker entschieden ab: „So etwas ist nicht mehr zeitgemäß.“

[...]

Nicht geredet hat der Ministerpräsident allerdings über die Förderung von touristischen Projekten im Harz. Volksbank-Vorstand Hans-Heinrich Haase-Fricke hatte zuvor ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es dabei in Niedersachsen einen Nachholbedarf gebe.

[...]

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am März 12, 2010, 02:12:57 Nachmittag
[...]
Dass eine Unterstützung dafür von Sachsen-Anhalts Verkehrsminister jedoch an die Bedingung zum Bau einer Seilbahn von Schierke auf den Wurmberg geknüpft werde, lehnte der Politiker entschieden ab: "So etwas ist nicht mehr zeitgemäß."
[...]

Was meint denn der Herr Wulff damit? Was ist nicht mehr zeitgemäß? Habe das nicht verstanden ...
Künstliche Herbeiführung von Abhängigkeiten in der Politik? Ist Alltag in Deutschland. Länderübergreifende Tourismusprojekte? Finden außerhalb des Harzes längst europaweit statt. Bau einer Seilbahn in einem Wintersportgebiet? Ist ebenfalls ganz normal außerhalb des Harzes.
Was mag er also meinen ??? Vielleicht Dampfzugbetrieb im Jahr 2010? Ich weiß es nicht.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 18, 2010, 01:00:57 Nachmittag
Landesentwicklungsminister Karl-Heinz Daehre setzt sich weiterhin für den Bau einer Seilbahn von Schierke zum Wurmberg ein. 

www.volksstimme.de 18.03.2010: (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?sid=6hckkom49k4b98lfrt04bo7hh6&em_cnt=1663068&sid=6hckkom49k4b98lfrt04bo7hh6)
Zitat
Im Streit um Paketlösung für Eisen- und Seilbahn : Daehre fordert harzübergreifendes Denken und Handeln

[...]

Der CDU-Politiker [Anm: Daehre ] hat sich erneut zum zwischen den Regierungen in Magdeburg und Hannover heftig umstrittenen Paket aus Eisenbahnverlängerung und Seilbahnenneubau geäußert.

[...]

Der Politiker bekräftigte, sowohl eine von Elend nach Braunlage verlängerte HSBStrecke als auch eine Schierker Seilbahn zum Wurmberg hinauf nützten dem Tourismus im Harz insgesamt. Daher sei es laut Daehre nur sinnvoll, beide Projekte als Paket zu sehen.

Dieser Paket-Lösung, Kritiker sprechen gar vom Junktim, hatte gerade Niedersachsens Regierungschef in Bad Harzburg eine klare Absage erteilt. Christian Wulff ( CDU ) hatte davon gesprochen, eine Verknüpfung beider Vorhaben wäre " nicht zeitgemäß ", zunächst wolle man die Verlängerung der Harzer Schmalspurbahnen verwirklichen.

Unabhängig von diesem neuerlichen Ost-West-Konflikt hat Wernigerodes Oberbürgermeister ebenfalls für eine Verständigung im Sinne aller Harzer geworben und kündigte weitere Gespräche auch mit niedersächsischen Politikern an.

[...]
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am März 18, 2010, 05:28:30 Nachmittag
Hier noch etwas Unterhaltsames zum Thema Schierke 2000. Als Mediengag kursierte in Schierke Ende der 1990er Jahre die Idee, sich für die Olympischen Winterspiele 2006 zu bewerben. In der Braunschweiger Zeitung erschien dazu vor kurzem ein Rückblick. Konkret Neues zum Schierker Seilbahnprojekt enthält der Artikel nicht; lesenswert ist er trotzdem.

Wie Olympia (fast) nach Schierke kam (http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2044/artid/11709549)
Braunschweiger Zeitung 12.02.2010

Viel Spaß!
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2010, 10:26:37 Nachmittag
Weitere Hindernisse für das umstrittenen Paket aus Eisenbahnverlängerung und Seilbahnenneubau: Die berechneten Betriebskosten für die Eisenbahnverlängerung übersteigen die zu erwartenden Einnahmen um ein Vielfaches. Die Eisenbahn müsste jährlich mit 1 Millionen Euro subventioniert werden.

Goslarsche.de 09.04.2010: Zahlen bremsen Brockenbahnpläne: Folgekosten stellen weitere Hürde dar (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,120874.html)
Zitat
Statt Gesamtkosten von vorsichtig geschätzten elf Millionen Euro errechnen die Gutachter für die von ihnen favorisierte preiswerteste Variante 12,3 Millionen. Dazu kommen Betriebskosten von jährlich 1,4 Millionen bei Erlösen von rund 460.000 Euro.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 12, 2010, 10:59:08 Vormittag
Putzige Rechnung das. Warum sollte der Bahnbetrieb denn auf niedersächsischer Seite durch die Betriebskosten unwirtschaftlich werden und auf sachsen-anhaltinischer Seite nicht? Ich gehe davon aus, dass die Relation Fahrgäste pro Streckenkilometer auf beiden Seiten der Landesgrenze ähnlich sein müsste. Die Argumentation legt für mich bloß offen, dass der Bahnbetrieb im bestehenden HSB-Streckennetz auf sachsen-anhaltinischer Seite bereits in mehrfacher Millionenhöhe subventioniert wird - entweder intern aus den enormen Einnahmen von der Brockenbahn-Strecke oder extern vom Land Sachsen-Anhalt. Wenn Braunlage ans HSB-Netz angeschlossen wird, müsste man fairerweise mit den Fahrten Braunlage-Brocken die Fahrten von Braunlage in alle anderen Destinationen subventionieren. Und ich bezweifle, dass in der aktuellen Berechnung berücksichtigt wurde, dass Braunlager Gäste künftig als Brockenbahn-Fahrgäste ab Schierke oder Elend wegfallen würden.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 12, 2010, 11:40:52 Nachmittag
Nach Durchlesen des Berichtes zum Geschäftsjahr 2009 der Harzer Schmalspurbahnen, gehe ich davon aus, dass der Bahnbetrieb auf sachsen-anhaltinischer Seite nicht wirtschaftlich ist. Nach Abzug der Lohnkosten für die 260 Mitarbeiter dürften von den 10 Millionen Umsatz - wenn überhaupt - nur sehr wenig für die beschriebenen Wartungsarbeiten und Bauprojekte übrig sein. Grob geschätzt dürften die Subventionen in zweistelliger Millionenhöhe liegen und kommen wohl vom "Land Sachsen-Anhalt und dem Freistaat Thüringen, deren finanzielle Zuwendungen wesentlich zum Gelingen dieser Aktivitäten beitragen".

Mich interessiert die Erweiterung der Brockenbahn nach Braunlage ehrlich gesagt gar nicht. Die Brockenbahn-Erweiterung wäre keine historische Strecke, die erhaltenswert ist, sondern eher ein Erlebnis-Park ähnlicher Neubau. Ich fände es zeitgemäßer auf eine HSB-Bahnstrecke nach Braunlage zu verzichten und das eingesparte Geld vollständig für die Erschließung eines attraktiven Wintersportgebietes(+Bikepark) bei Schierke zu verwenden.  

Harzer Schmalspurbahn Geschäftsjahr 2009 (http://www.hsb-wr.de/hsb_barrierefrei/news/presse/artikel.anzeigen.php?artikelid=189)
Zitat
[...]

Mit ca. 10 Millionen Euro Gesamtumsatz bestätigte die HSB das stabile Umsatzniveau der Vorjahre.

[...]

Rund 260 Mitarbeiter, darunter 11 Auszubildende in den Ausbildungsberufen Industriemechaniker und Bürokauffrau sorgen momentan in allen Bereichen für das Wohl der Fahrgäste.

[...]

Im Fahrzeugbereich fanden im Jahr 2009 insgesamt zwei Hauptuntersuchungen mit Rahmen- und Zylinderneubau an den Dampflokomotiven 99 7234 und 99 7241 statt. An der Dampflok 99 7240 wurde eine Kesseluntersuchung in der HSB-eigenen Fahrzeugwerkstatt in Wernigerode mit Unterstützung von externen Spezialisten durchgeführt. An drei weiteren Loks erfolgte dort ebenfalls eine Zwischenuntersuchung. Zwei ehemalige kleinere Personenwagen wurden im Auftrag der HSB zu kombinierten Pack-/ Personenwagen umgebaut, um den gestiegenen Anforderungen nach mehr Stauraum für Fahrräder, Schlitten, Kinderwagen etc. in den Zügen nachkommen zu können. Darüber hinaus ließ das kommunale Unternehmen an insgesamt zwölf Reisezugwagen eine Hauptuntersuchung durchführen. 2010 sind diese entsprechend aufwendigen Untersuchungen sogar an insgesamt 27 Reisezugwagen erforderlich.

Zur Erneuerung ihrer Infrastruktur führte die HSB auch im Jahre 2009 mehrere Bauprojekte durch. So konnte der im Jahre 2008 begonnene Bau einer Bahnüber- und Straßenunterführung in der Nordhäuser Freiherr-vom-Stein-Straße abgeschlossen und am 22.12.2009 eröffnet werden. Insgesamt erneuerte die HSB die Gleisanlagen der Harzquer- und Selketalbahn auf einer Länge von rund 6,6 Kilometern. Dabei wurden insbesondere in den Ortslagen von Wernigerode und Elend neue Schienen verlegt. Eine Eisenbahnbrücke zwischen Drei Annen Hohne und Elend wurde komplett erneuert, und die Bahnsteige des Bahnhofes Wernigerode-Hasserode erhielten im Herbst 2009 sanierte Bahnsteige. Im Stadtgebiet von Nordhausen begann noch im Dezember 2009 der Neubau des Haltepunktes „Schurzfell“.

[...]

Für das Jahr 2010 plant die HSB weitere vielfältige und interessante Projekte, um ihre touristischen und verkehrlichen Potentiale – im Interesse der gesamten Region – weiter auszubauen. Grundlage ist dabei weiterhin die bewährte Zusammenarbeit mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden als kommunalen Gesellschaftern der HSB sowie dem Land Sachsen-Anhalt und dem Freistaat Thüringen, deren finanzielle Zuwendungen wesentlich zum Gelingen dieser Aktivitäten beitragen. Die nominelle Zahl der insgesamt zwanzig kommunalen HSB-Gründungsgesellschafter aus drei Bundesländern beläuft sich zum 01.01.2010 durch mehrere Gebietsreformen bedingt auf nunmehr elf.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Braeu am April 13, 2010, 09:35:06 Vormittag
dazu auch noch die Volksstimme vom 13.4.10:

http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt/?em_cnt=1682366& (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt/?em_cnt=1682366&)
Zitat
...
Für die Niedersachsen kommt neben einer unerwünschten Bezuschussung erschwerend hinzu, dass Sachsen-Anhalt das Bahnprojekt mit dem Bau eines Lifts vom sachsen-anhaltischen Schierke zum Alpinskihang am Wurmberg bei Braunlage verknüpft. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) hatte zu Jahresbeginn den Bau des Lifts zur Bedingung für die von Niedersachsen vorgeschlagene Bahnverlängerung erklärt. Haegele: "Aus unserer Sicht sind das aber zwei separate Projekte." Für tot erklären wolle man die Pläne aber nicht. Demnächst würden Gespräche von Fachbeamten aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen beginnen, sagte Haegele.
...
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 19, 2010, 08:15:15 Vormittag
Goslarsche.de 16.04.2010 (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,122161.html)

Zitat
Minister suchen Weg für Erweiterung der Brockenbahn

Trotz höherer Kosten als ursprünglich angenommen: Die Erweiterung der Brockenbahn nach Braunlage bleibt auf der Tagesordnung. Die zuständigen Behörden wollen an den Planungen für das Ost-West-Projekt festhalten. Entscheidend sind die Gespräche in den nächsten Wochen.

[...]

Trotz Mehrinvestitionen und Dauersubventionen, die das Vorhaben auslöst, klingen die Stellungnahmen überraschend positiv. Harald Kreibich, Sprecher des Magdeburger Verkehrsministeriums, sendet positive Signale: „Ich denke nicht, dass die Kostenschätzung ein solches Projekt ins Wanken bringen könnte.“ Entscheidend sei der politische Wille.

[...]

Manke trifft sich im Mai mit Landrat Michael Ermrich aus dem Kreis Harz sowie Peter Gaffert und Stefan Grote, den Verwaltungschefs aus Wernigerode und Braunlage. Nächsten Monat kommt am HSB-Sitz in Wernigerode zudem der Aufsichtsrat zusammen, um über die Studie zu den Plänen zu sprechen.

[...]


Leider kein Wort zum Thema Schierke - Seilbahn.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 19, 2010, 01:19:13 Nachmittag
Doch, indirekt! Herr Kreibich hat es oben bereits eindeutig formuliert, ohne sich bewusst zu sein, dass seine Aussage allgemeingültig für jedes Landesprojekt ist:

"Ich denke nicht, dass die Kostenschätzung ein solches Projekt ins Wanken bringen könnte. Entscheidend sei der politische Wille."

Falls das Land Sachsen Anhalt also keinen politischen Willen hat, eine Schierker Seilbahn mitzufinanzieren, dann macht es das auch nicht, ganz egal, ob Schierke dann weiter im touristischen Off dämmert. Und dass der "politische Wille" nur all zu oft von Lobbys bestimmt wird, ist auch nichts Neues.

Schauen wir doch mal auf der Website der HSB nach, wer dort Aufsichtsrat ist, schauen dann bei Wikipedia nach der politischen Funktion dieser Person und lassen uns per Mausklick erklären, was die Aufgabe dieser Funktion ist. Spätestens jetzt dürfte klar werden, warum gegenüber dem Sachsen-Anhaltiner Landtag eine Streckenerweiterung der HSB plötzlich gaaaanz wichtig wird.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Braeu am April 29, 2010, 09:21:58 Vormittag
Lt. der Volkstimme vom 29.4.10 (finde leider keinen Link) hat der Verkehrsminister Daehre auf eine Anfrage vom Herrn Lüderitz den Bau der Schmalspurbahn nach Braunlage abgesagt: "...es gebe derzeit keinen realistischen Handlungsspielraum, um das Projekt finanziell abzusichern.". Ein Artikel drüber erklärt er, das die Reparatur der B6n (die noch nichtmal fertig ist) nun 13 Mill. € kostet. Da kann man nur noch mit dem Kopf schütteln...

Gruß Braeu
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 29, 2010, 10:52:50 Vormittag
Gleiches berichtet die GZ heute per Eilmeldung. Heute mittag kommt die offizielle Presseinfo.
Damit ist die aktuelle Diskussionsrunde um einen Seilbahnbau in Schierke auch beendet - drei Monate zu früh ... womit soll jetzt bloß das Sommerloch der Harzer Presse gefüllt werden?  ;-)

Vielleicht kommen die 13 Mill. € für die Reparatur der B6n, die noch nichtmal fertig ist, ja ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler.  :-)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 29, 2010, 02:04:31 Nachmittag
@Harzwinter: Das Projekt Brockenbahn ist beendet. Das geplante Schierker Skigebiet ist damit noch nicht begraben, zumal ein Skigebiet im Gegensatz zu einer Bimmelbahn profitabel sein dürfte.
   

Der Vollständigkeithalber hier Ausschnitte der beiden Artikel mit Verlinkung:

Volksstimme.de (29.04.2010): HSB fährt nicht nach Braunlage (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt/?em_cnt=1696198&sid=4bhtlc9mtestjgc0hpjkjrvnm5)
Zitat
Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) hat eine Verlängerung der Strecke der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) von Elend ins niedersächsische Braunlage abgesagt. In der Antwort auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten André Lüderitz (Linke) erklärte Daehre laut Ministeriumsangaben, es gebe "derzeit keinen realistischen Handlungsspielraum, um das Projekt finanziell abzusichern".

Goslarsche.de (29.04.2010): Aus für Pläne zur West-Erweiterung der Brockenbahn nach Braunlage (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,124518.html)
(http://www.goslarsche.de/cms_media/module_bi/80/40068_0_gross_830_008_97585_reg_bahnneu.jpg)
Zitat
Von Braunlage aus wird in absehbarer Zeit kein Zug der Brockenbahn starten. Die zuständigen Ministerien aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt scheuen die Kosten und wollen das Vorhaben  vorerst nicht weiterverfolgen.
[...]
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 30, 2010, 11:03:32 Vormittag
@Harzwinter: Das Projekt Brockenbahn ist beendet. Das geplante Schierker Skigebiet ist damit noch nicht begraben, zumal ein Skigebiet im Gegensatz zu einer Bimmelbahn profitabel sein dürfte.

Ich sag' ja auch nicht, dass das Projekt Seilbahnbau Schierke beendet ist. Nur die aktuelle Diskussionsrunde Nummer 3754 ist beendet. Fürs Sommerloch kann dann - unter irgendwelchen anderen Vorzeichen - von der Presse die Seilbahnbau-Diskussionsrunde Nummer 3755 eröffnet werden.  ;)  Beispiel: Das Hotel Heinrich Heine (http://www.sperrzone.net/web/sperrzone/Sperrzone.nsf/web/sperrzone/Sperrzone.nsf/vwWebObjAendAend/ED305C0FC9A06AC3C125768B00649E94?OpenDocument) soll wiedereröffnet werden, aber nur, wenn in diesem Rahmen auch die Seilbahn mitgebaut wird.  ;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 01, 2010, 10:38:06 Vormittag
Die Wiedereröffnung des Hotels Heinrich Heine in Schierke als Bestandteil der Erschließung der Skischaukel Winterberg-Brocken (Projekt Echt-Harz 2020) ...  ;D

Zurück zur Realität: Nach meinen Informationen werden die Überlegungen zum Konzept Schierke 2000 von den Planern in Werningerode im Mai verkündet.

Imho wäre es höchste Zeit das Werningerode wenigstens eine beschneite Skiwiese in Schierke (ähnlich der Rathauswiese in Braunlage) baut. Mit Tellerlift und Beschneiungsanlage aus 2. Hand dürfte das auch von einer klammen Stadtkasse finanziell zu stemmen sein und sich nach wenigen Wintern amortisieren.     
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 01, 2010, 12:30:53 Nachmittag
Am 6.5.2010 steht das "Integriertes Ortsentwicklungskonzept Ortsteil Schierke" auf der Tagesordnung für die Ratssitzung, welches auch die Planungen zum Ausbau der Wintersportanlagen enthält.

Als besonders mutig empfinde ich die Planung der Talstation der Seilbahn / Skiliftes (von privaten Investoren vorzunehmen) ohne direkt angebundenen Parkplatz.

Auch die neue Rennschlitten- und Bobbahn ist eine überraschende und gewagte Idee.     

Tagesordnung - 03./10 öffentliche/nicht öffentliche Sitzung des Stadtrates Wernigerode (Do, 06.05.2010) (http://www.ratsinfo-online.net/wernigerode-bicms/to010.asp?SILFDNR=1216)
Zitat
Ö 22         Integriertes Ortsentwicklungskonzept Ortsteil Schierke am Brocken    047/2010

Vorlage - 047/2010 (Ortsentwicklungskonzept Schierke) (http://www.ratsinfo-online.net/wernigerode-bicms/vo020.asp?VOLFDNR=1798)

Zitat
[...]
Gemäß vorliegender
Planungen und Abstimmungen befinden sich hier sportlich nutzbare Areale,
allen voran sind Konzepte für die Wintersportgebiete am großen und kleinen
Winterberg sowie am Wurmberg mit potentieller überregionaler Verbindung
nach Torfhaus bis hin nach Braunlage zu benennen. Diese touristisch
wertvolle Gegebenheit wirkt in keiner Weise in den Ort hinein und ist auch nur
mit Insiderwissen vom Ort aus zu erreichen. Der Loipeneingang liegt versteckt
und wenig einladend.

Mit dem Bau eines Loipenhauses ist jüngst eine Aufwertung und Aktivierung
des Wintersportgebietes erfolgt, die bestehenden Überlegungen zum Bau von
Pisten und vor allem einer Seilbahn mit Vernetzung zum Westharz werden dieses
Gebiet stärken. Damit wird aber die ungenügende Ortsanbindung des
Areals in negativer Wirkung spürbar werden. Das erfordert, das große Wintersport-
und Landschaftspotential südlich des Ortes als Bestandteil des örtlichen
Gesamtangebotes zu entwickeln und wirksam anzubinden.

[...]

Obwohl auch für 2025 noch 60 Tage mit mindestens
10 cm Schneehöhe prognostiziert werden, können die Hotels und
Pensionen von der Wintersportsaison allein nicht leben.

[...]

Letztlich spielt der Wintersport nach wie vor eine große, aber nicht die alleinige
Rolle. Die natürliche Gegebenheit schneereicher Lage ist Veranlassung,
wie auch im Konzept Schierke 2000 ausführlich dargelegt, touristische und
sportliche Angebote zu entwickeln. Die wintersportliche Infrastruktur genügt
diesen Anforderungen gegenwärtig nicht, es sind neue Bedingungen für die
Etablierung des Skisportes zu schaffen, insbesondere sind die alpinähnlichen
Hanglagen zu nutzen, sowohl für professionellen und organisierten Sport als
auch für amateurhaften individuellen Erholungssport. Dazu gehören die Verortung
des Wintersportbereiches sowie die Errichtung und Einbindung von Anlagen
und Gebäuden, wie Loipen, Wettkampfloipen, Loipenhaus, Abfahrtspisten,
Skihängen, Rennschlitten- und Bobbahnen. Das deckt sich mit den Interessen
des Deutschen Skiverbandes an einer nachhaltigen ski- und wintersportlichen
Entwicklung sowohl im Leistungs- als auch im breitensportlichen
Bereich, wie diesbezügliche Projektaktivitäten ausweisen. Für die Wintersportentwicklung
liegen diverse Konzepte vor. Allerdings befinden sich die für den
Wintersport geeigneten Gelände außerhalb der Ortslage, wenn auch unmittelbar
angrenzend am Nordhang jenseits der Kalten Bode. An dieser Stelle tritt
auch die überregionale Bedeutung hinsichtlich der Vernetzung nach Niedersachsen
hervor.

Der Nordhang außerhalb des Nationalparks bietet die besten Bedingungen,
solches zu realisieren. Von besonderer Bedeutung ist der Bau einer Liftanlage
oder Seilbahn, die die genannte Hanglage bis hin zum Wurmberg mit der Tallage
Schierkes verbindet. Ohne eine solche Einrichtung kann eine moderne
Wintersporteinrichtung nicht konkurrenzfähig sein. Nicht nur regionale, sondern
auch international bedeutsame Sportereignisse sollen hier ihren Platz finden.
Darüber hinaus bietet sich aufgrund der geografischen Lage die Chance
eine Vernetzung solcher Anlage mit bestehenden Einrichtungen und einer
überregionalen Verbindung. Von größter Wichtigkeit ist aber, diese Anlage an
den Ort und seine Mitte wirksam anzubinden und auch die Gebäude der
Schierker Baude, Bildungsstätte der Sportjugend im Landessportbund Sachsen-
Anhalt, einzubeziehen.

[...]

Übergeordneter Bedeutung wird ist das Wintersportgebiet am Winter- und
Wurmberg erlangen. Hier ist einer der bedeutendsten Wintersportbereiche
Norddeutschlands, hier muss sich aber eine ortsspezifische Qualität entwickeln,
die in attraktiver und funktioneller Weise an Schierke und seinen Kurbereich
angebunden ist. Das Wintersportgebiet bezieht aufgrund seiner Lage
Verknüpfungsmöglichkeiten mit unmittelbar benachbarten Tourismusregionen
Niedersachsens wie Torfhaus und Braunlage, so dass gerade der Ausbau dieser
Verbindung zu den auf Tourismus zielenden Maßnahmen zählen muss.

[...]

Ein völlig neues stadt- und landschaftsräumliches Element wird sich mit dem
Wintersportzentrum auf der Barenberger Seite des Tales entwickeln. Dort, wo
heute der kleine Waldparkplatz ist, soll die Talstation einer Seil- oder Liftbahn,
die die Verbindung zu den Wintersportgebieten bis zum Wurmberg herstellt,
entstehen. Aber nicht nur das, in direkter Anbindung an die Ortsmitte mittels
der bereits erwähnten Brücke in Verlängerung des Bodeweges sollen sich hier
mehrere sportliche Aktivitätsmöglichkeiten verorten: Loipeneingang, Bob- und
Rodelbahn für den Wintersport sowie Kletterwald, Wanderwege und Naturbad
für den Sommer. Von einem baulich gefassten Plateau, umgeben von
Talstation und sportbezogenen Funktionsgebäuden gelangt man über verschiedene
Wege in die sportlich zu nutzenden Waldbereiche und das eben
über die völlig neue Anbindung an die Ortsmitte.

[...]

Die im Konzept vorgeschlagene Verlängerung des Bodeweges mittels Holzsteg
und ebensolcher Brücke bis zum derzeitigen Waldparkplatz ermöglicht
54
eine intensive Nutzung des Wintersportzentrums. Kernstück dieser Nutzung wird
die Talstation einer Seilbahn- oder Liftanlage sein. So erfährt die Ortsmitte direkte
Anbindung an dieses Areal, welches diverse Wintersportmöglichkeiten,
wie Skihang, Schanze, Langlaufloipen, Wettkampfloipen u. a. bietet. Darüber
hinaus soll aber auch der Hang in seinem unteren, an das Tal der Kalten Bode
angrenzenden Teil sportgebundene Nutzungen aufnehmen und diese nicht
nur für den Wintersport, sondern für einen ganzjährigen Betrieb. Um die Talstation
der Bahn soll sich dann ein baulich manifestiertes Wintersportzentrum
entwickeln, welches sich platzartig darstellt und neben dem Seilbahn- und
neuen Loipenzugang Wanderwege anbietet, auch Gebäude für begleitende
Funktionen wie Imbiss- und Souvenirverkauf, Toiletten, Gepäckaufbewahrung
und vielleicht auch eine Gaststätte beinhaltet. Hier ist zwingend auch ein Haltepunkt
des innerörtlichen Transportsystems, welches die Heranführung der
Wintersportler und Touristen vom zentralen Parkplatz aus sichert, vorzusehen.

[...]

BAUMASSNAHMEN PRIVATER INVESTOREN
(Kurzzeichen im Plan: P)

P15 Errichtung Seilbahn und Talstation

P17 Neue Rennschlitten- und Bobbahn
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 01, 2010, 09:10:37 Nachmittag
(http://www.harzwinter.de/logos/thumbsup.gif)   (http://www.harzwinter.de/logos/thumbsup.gif)   (http://www.harzwinter.de/logos/thumbsup.gif)

Das ist das Mutigste und Gehaltvollste, was ich jemals zum Thema Ortsentwicklung Schierke gesehen habe! Die Flucht nach vorn, endlich weg vom ewigen Gejammer! Auch wenn da aus dem Nichts Millioneninvestitionen in einem Plan manifestiert werden, so ist es doch die einzige Möglichkeit, zu zeigen, was Schierke unter den aktuellen Rahmenbedingungen optimalerweise sein könnte. Klar, das ist erst mal nur ein Plan, an dem noch viel Änderungspotenzial besteht. Aber es ist endlich die Grundlage dafür, dass aus Schierke wieder mehr wird als ein Loch, in das noch nicht mal Fuchs und Has' zum Gutenachtsagen kommen mögen.

Unerwartet viel Info hat die Stadt Wernigerode da zusammen gestellt. Das muss ich erst mal im Detail verinnerlichen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 02, 2010, 11:33:13 Nachmittag
So, habe mich eingelesen.  :-)

Als besonders mutig empfinde ich die Planung der Talstation der Seilbahn / Skiliftes (von privaten Investoren vorzunehmen) ohne direkt angebundenen Parkplatz.

Na ja, mutig ist was anderes ... Zwischen Parkplätzen und Talstationskomplex sind im derzeitigen Planungsstadium fast zwei Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Das geht mit Ansagen in die Hose. In Serfaus hat man bei dieser Ausgangslage die Dorfbahn gebaut. Warum nicht in Schierke? Ein nahezu autofreies Schierke wäre doch klasse.

Fassen wir mal zusammen, wie man 2 Kilometer relativ ebene Distanz mechanisiert überwinden könnte und wo es so eine Lösung schon gibt:
- Oberirdische Schmalspurbahn (Täsch-Zermatt)
- U-Bahn (Serfaus)
- Skibus (überall)
- Gondelbahn (Obergurgl-Hochgurgl)
- Sesselbahn (Macugnaga/Belvedere)
- Schlepplift (Adelboden/Engstligenalp, Ischgl)
- Seillift (Melchsee-Frutt)
- Förderband-Seillift-Kombination (St. Anton)

Finanzierbar wäre in Schierke wohl nur eine Skibuslösung. Und alle anderen Lösungen würden im Sommer wohl kaum gebraucht. Damit ist die Idee der weitgehenden Autofreiheit im Straßendorf Schierke schon wieder futsch.  :-(  Für den Rückweg aus dem Skigebiet zum Parkplatz könnte man eine ziehwegartige Piste anlegen.



Auch die neue Rennschlitten- und Bobbahn ist eine überraschende und gewagte Idee.

Ob das wohl irgendein Sportverband finanziert? Möchte mal wissen, ob es vor Planungsveröffentlichung entsprechende Verständigung gab ...  ;-)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 03, 2010, 05:13:21 Nachmittag
Ich hätte vielleicht Ironie-Tags verwenden sollen.  ;)

Der Harz ist in Bezug auf Wintersport besonders bei Familien mit Kleinkindern und Anfängern beliebt. Das Konzept berücksichtigt dies in keinster Weise

Der verantwortliche Architekt scheint kein Skifahrer zu sein. In Skischuhen 2km zu laufen reicht um jeden Anfänger das Skifahren abzugewöhnen und auch Hartgesottene machen das nur einmal. Mit Kleinkindern in einen überfüllten Skibus zu steigen macht auch keine Freude. Daher gehört meiner Meinung nach in unmittelbarer Nähe der Talstation ein ausreichend großer Parkplatz, meinetwegen auch "bewirtschaftet" (damit die Langläufer auch mal zur Kasse gebeten werden).

Auch von der Idee an der Talstation eine Rennschlitten- und Bobbahn zu plazieren halte ich nicht viel. Stattdessen wäre mein Vorschlag im Bereich der Talstation eine großzügige Einsteiger-Piste mit Tellerlift zu plazieren, damit der Wintersport-Nachwuchs trainiert werden kann. In Skiabschnall-Distanz zur Piste gehören ausreichend Gastronomie-Angebote (siehe St Andreasberg) und auch Hotels und Pensionen mit Blick auf die Piste. Der Wasserspeicher für die Beschneiungsanlage wäre im Sommer ein schöner Badesee.


 

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 03, 2010, 11:31:31 Nachmittag
Ich gehe davon aus, dass sich das Konzept vorrangig mit einem Generalplan "Erneuerung Schierke" befasst. In die wintersportlichen Details geht es nicht. Ein Tellerlift an der Seilbahnstation, vielleicht noch ein Seillift und ein Zauberteppich, ein paar Plastikfiguren für ein Kinderland sind recht schnell geplant und auch realisiert, wenn's drauf ankommt. Gastronomie siedelt sich von allein an, wo es was zu holen gibt. Den Transport der Skifahrer zwischen Parkplatz und Seilbahn und auch einen Speicherteich für die Beschneiung hat das Berliner Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut jedoch in der Tat vergessen.

Das Transportproblem ist aber nicht einfach zu lösen. Innerhalb Schierkes ist kein Platz für Parkflächen, ein Parkhauskomplex würde das Ortsbild verschandeln, ein Parkhaus in den Berg zu sprengen würde zu teuer, die Seilbahn schon vor dem Ort beginnen zu lassen würde die untere Skipiste zu flach machen, ein eventueller Skibus ist einerseits eine ungeliebte Sache und würde andererseits dem Konzept einer Umlauf-Gondelbahn nicht entsprechen, wenn er alle 15 Minuten eine Menge Skifahrer auf einmal ausspuckt.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 03, 2010, 11:52:14 Nachmittag
Wenn man den Ortskern verkehrsfrei halten will, wäre ein Ausbau der Sandbrinkstrasse wie auch im Plan vorgesehen eine gangbare Lösung um die Wintersportler zum Ziel fahren zu lassen. An der geplanten Seilbahn Talstation ist übrigends zur Zeit auch ein Parkplatz.

Imho dürfte das Bussystem auf eine Dauersubvention hinauslaufen. Ein bewirtschafteter Parkplatz ist hingegen eine Einnahmequelle. Und wenn man ganz pfiffig ist, dann stellt man ein paar Geschwindigkeitsbegrenzungen auf und bewirtschaftet die Gefahrenbereiche ähnlich effektiv wie die Stadt Goslar.  ;D

Das Bild ist von Google Maps:
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 04, 2010, 07:52:39 Vormittag
Auf dem Waldparkplatz hab' ich auch schon geparkt ... ist länger her. Dort muss in den frühen 1990er Jahren mal der kurze Teller-Seillift gestanden haben, der seinen letzten Einsatz am Schreiberberg neben der Schierker Kirche fand.

Die Waldparkplatz-Fläche ist m.E. viel zu klein für den künftigen Parkraumbedarf. Ich gehe davon aus, dass mindestens der fünffache Parkraum der heutigen Parkfläche benötigt wird (so ähnlich wie an der Wurmbergseilbahn). Die Hälfte der heutigen Waldparkplatz-Lichtung würde jedoch von künftiger Seilbahn-Infrastruktur benötigt, so dass bestenfalls die heutige Parkflächengröße übrig bleibt. Darum meine Argumentation und Überlegungen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 04, 2010, 09:24:36 Vormittag
Deine Detailkenntnisse zu selbst den kleinsten Liftanlagen im Harz ist wirklich beeindruckend!

Eine schöne Neuerung: Google Maps hat jetzt die Earth-Funktionalität. Damit habe ich das Bild unten mit Blick vom Parkplatz auf das Bergpanorama erstellt. Interessanterweise ist der Parkplatz selbst im Sommer(?) vermutlich mir Brocken-Touristen nahezu voll belegt. 

   
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 04, 2010, 11:52:20 Nachmittag
Sich Kenntnisse über möglichst alle Harzer Liftanlagen anzueignen, ist nicht besonders schwierig, weil es nun mal nicht viele Anlagen sind, denn der Harz ist ein recht kleiner Wintersport-Mikrokosmos. Im Alpinforum beispielsweise arbeiten User mit, die quasi jede Seilbahnanlage der gesamten (!) Schweiz kennen, und das samt Hersteller und Antriebsart. Das sind andere Dimensionen.

Ja, der Schierker Waldparkplatz ist auch im Sommer gut besucht und am Wochenende überfüllt. Wer von Schierke aus wandern möchte, kann sein Auto eigentlich nur dort oder in der Nähe der Kirche parken (oberhalb vom ehemaligen Skihang Schreiberberg). Oder heimlich die Nebenstraßen zuparken, so wie ich es ab und zu gemacht habe.  ;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Mai 05, 2010, 02:25:51 Nachmittag

servuz,

nun will ich auch mal meinen comment zum thema abgeben.

irgendwie bin ich in der sache erweiterung des skigebietes wurmberg, anbindung an schierke, hin- und hergerissen.

zum einen bin ich in der ecke sehr gerne zum wandern unterwegs, sommer wie winter. eine erweiterung der anlagen
bedeutet zwangsläufig mehr menschen. dieser gedanke stimmt mich nicht grad froh, zieht es mich gerade deshalb
in die gegend um der zivilisation zu entfliehen.

andererseits bin ich auch leidenschaftlicher wintersportler, auf der piste, wie auch beim touren. die möglichkeiten die
ein verbund von braunlage und schierke bringen würde reizen sicher zum träumen. ein kleines aber feines skigebiet
könnte entstehen und wenn ein spagat zwischen nationalpak_dasein und der ökonomie eines skigebietes gelingen würde,
könnte schierke sicher zu einem kleinod in sachen wintersport werden.

hoffen wir also das die verantwortlichen weise entscheidungen fällen werden und schierke zu dem machen was es sein soll,
ein ort der erholung, des rückzuges, der sich aber neuem nicht verschließt und entsprechend seinen möglichkeiten jedem gast
das bietet was er verlangt.

grüße
fubu_10

ps: was wäre überhaupt eine denkbare pistenführung vom wurmberg hinnab nach schierke?



Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 05, 2010, 04:49:48 Nachmittag
Potenzielle Pistenführungen kannst Du diesen Bildern vom Planungsstand ca. 2005 entnehmen. Dabei handelt es sich im oberen und im unteren Teil um historische Skihänge am Großen Winterberg, die von den 1920er bis 1950er Jahren ohne Aufstiegshilfe für Skiwettkampfzwecke genutzt wurden. Diese Hänge sind z.T. bis heute am anders strukturierten bzw. dünneren Baumbestand erkennbar.

Bild von Harzwinter.de, fotografiert (meiner Erinnerung nach) vom Ahrensklint.
(http://www.harzwinter.de/schierke2000/schierke2000_plan.jpg)

Montage aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.
(http://www.harzwinter.de/schierke2000/schierke2000_(c)haz.jpg)

Kartenausschnitt des damaligen NP Hochharz. Pistenführungen sind gelb eingetragen.
(http://www.harzwinter.de/schierke2000/schierke2000_(c)nphochharz.jpg)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 05, 2010, 05:42:03 Nachmittag
Hier noch zwei Bearbeitungen aus Google Earth.

Blick ins Schierker Tal. Hinten links der Wurmberg, hinten rechts der Brocken. Ganz vorn die geplanten Parkflächen aus dem Eisentraut-Konzept. Weiter hinten habe ich am Waldparkplatz den potenziellen Seilbahnverlauf in Richtung Wurmberg eingetragen. Man sieht, was für eine große Entfernung zwischen Parkflächen und Seilbahnstation läge. Die läuft niemand in Skischuhen und mit dem Equipment auf der Schulter.
(http://www.harzwinter.de/schierke2000/schierker_tal.jpg)

Und hier noch mögliche Verläufe für Übungslifte in Talstationsnähe. Das wäre kein Problem. Für den linken müsste man die Piste komplett neu ausschlagen. Die beiden rechten würden im Auslauf der Talabfahrt liegen.
(http://www.harzwinter.de/schierke2000/schierke_waldparkplatz.jpg)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Mai 05, 2010, 11:08:14 Nachmittag

vielen dank für die infos... klingt alles sehr interessant.

man wird sehen wie die herren entscheiden, aber wo ein wille ist, ist
meistens auch ein weg. und sollte der wille siegen, können wir uns
auf ein kleines, (ca. 15-20 pkm) großes skigebiet freuen. wenn auch
mit einem weinenden auge...

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 06, 2010, 10:49:20 Vormittag
Sind die ausgedünnenten Waldflächen, die man in den Bildern sieht, wirklich ehemalige Skipisten? 

Das historische Skigebiet von Schierke habe ich dem PDF auf harzwinter.de (http://harzwinter.de/museum/schierke_wintersport_1938.pdf) entnommen.  Dort sind mehrere Abfahrten vom Großen Winterberg und eine Abfahrt vom Kleinen Winterberg eingezeichnet.

@fubu_10: Deine Bedenken kann ich gut verstehen. Als der Wurmberg für Downhill-Bike eingerichtet wurde, hatte ich auch Bedenken. Andererseits hilft der Ausbau der Seilbahngesellschaft profitabel zu bleiben, wodurch neue Investitionen erst möglich werden. Letztendlich habe ich festgestellt, das der Downhill-Bike-Betrieb mich als Wanderer nicht stört (die Monsterbike Dinger schon, besonders wenn 13-Jährige unkontrolliert mir entgegendonnern!) und wenn ich Ruhe haben will, gibt es ja noch sehr viel unbewirtschafteter Harz.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Mai 06, 2010, 11:45:02 Vormittag

sicher gibt es noch einige ruhige ecken im harz, aber mehr werden diese nun auch nicht.
So stimmt es mich doch ein bissle traurig wenn man stück für stück den harz an den
massen_tourismuss verliert. aber wie gesagt, wir wollen uns neuem nicht verchliessen
und ein kleines skigebiet würde der region in jedem fall helfen.

fubu_10

ps: tagen die herren nicht heute, wäre schön mal zu lesenn was dabei rauskommt
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 06, 2010, 12:51:06 Nachmittag
Der Stadtrat Werningerode tagt heute um 17:30 Uhr, die Sitzung ist als öffentliche/nicht öffentliche gekennzeichnet. Vielleicht hat ja jemand Zeit und Lust da vorbeizuschauen?

Zitat
[...] massen_tourismuss [...]

Das kann ich absolut verstehen. Ich finde es auch immer Schade, wenn noch ein Stück Land "zersiedelt" wird. Hier in Braunschweig gibt es leider die Unsitte, das sich jeder seine eigene kleine Hütte auf das grüne Feld baut. Mit dem Fahrrad ist man nun eine ganze Weile unterwegs um vom Stadtkern ins Grüne zu entkommen ohne diese Satellitensiedlungen zu sehen.

Die "Massen" beim Wintersport im Harz beschränken sich zum Glück meist auf die Wochenenden im Januar und Februar, in den restlichen Monaten oder innerhalb der Woche waren die Pisten eher leer. Mir als Stadtkind kommt das schon wie Einsamkeit vor ;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Mai 06, 2010, 01:29:15 Nachmittag

um sich den massen beim wintersport zu entziehen, habe ich mich komplett dem touren
verschrieben. wenn man weiss wie und wo, kann man da herrlich, weit ab von den
johlenden skihütten, einsam seine lines durch den powder ziehen.

nicht immer ist dies natürlich möglich, lawinen und wetter sollten passen. genau dafür
benötigt man dann eben doch manchmal das eine oder andere skigebiet. und sollten
wir dann eins quasi vor der haustür haben, so wollen wir uns auch ein wenig freuen. ;)

übrigens hätte ich nicht gedacht, dass sich die ecke um schierke doch hier und da für
das touren_gehen eignet. sicher ist es kein vergleich zu den alpen, aber selbst ich als
snowboarder kann bei geeigneter schneelage voll auf meine kosten kommen... und das
ohne massen_tourismuss :)

nunja, wollen wir abwarten was der stadtrat heute ausheckt, über eine kurze
zusammenfassung würde ich mich freuen.



Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 06, 2010, 01:38:51 Nachmittag
Die historische Bedeutung der Ratssitzung heute ist auch den Medien nicht entgangen:

volksstimme.de (6.5.2010): Wernigeröder Stadtrat entscheidet heute über Entwicklungskonzept Schierke (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?sid=9cgvcmqt93knam434dbv4pcvu4&em_cnt=1701582&sid=9cgvcmqt93knam434dbv4pcvu4)
Zitat
Wenn der Stadtrat heute ab 17.30 Uhr im Wernigeröder Rathaussaal tagt, könnten für Schierke entscheidende Weichen gestellt werden. Zur Abstimmung steht das vom Berliner Architekten Wolf R. Eisentraut erarbeitete Entwicklungskonzept für den 700-Seelen-Ortsteil (wir berichteten).
[...]

Hoffentlich gibt es bald auch etwas zum Wintersport-Gebiet Schierke zu berichten ;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 06, 2010, 02:55:44 Nachmittag
@playjam:
Ja, oben und unten am Gr. Winterberg waren tatsächlich Skihänge. Irgendwelchen Unterlagen bei mir ist tatsächlich zu entnehmen, dass es ungefähr die selben Flächen waren, die heute für die Skiabfahrt vorgesehen sind.


@fubu_10:
Winterliche Einsamkeit ist im Harz gar nicht sooo schwer zu finden.  :-)  Erforderliches Equipment: Langlaufski, Schneeschuhe, Wanderschuhe.

Beispiele:
- Langlauf rund um Braunlage, wenn am Wochenende die Massen an der Wurmbergbahn anstehen.
- Brockenwanderung über Heineweg und Hirtenstieg ab Ilsenburg unter der Woche. Kann man sogar mit Ski/Board abfahren.
- Langlauf oder Winterwandern rund um Altenau.
- Schneeschuhwanderung von Altenau auf den Bruchberg bzw. zur Wolfswarte.
- Schlittenhunderennen-Strecken ablaufen. Weiter als einen Kilometer entfernen sich die Besucher nicht vom Start/Ziel.
- Skifahren am Hohnekopf, nun ohne Lift (http://www.fokus-fotostudio.de/index.php?option=com_content&view=article&id=28:fototagebuch2009&catid=9:fototagebuch&Itemid=100).
- Schneeschuhwandern abseits der begangenen Wege im Rehberggebiet oder auf dem Acker.
- Winterwandern auf den kleinen Bergen über Bad Harzburg ... oder um die Clausthal-Zellerfelder Teiche.
- u.v.m.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Mai 06, 2010, 03:40:22 Nachmittag

sicher, gibt es noch genügend andere möglichkeiten den harz in seiner pracht auch einsam geniessen
zu können, aber als solcher muss man dann eben den projekten um schierke weichen, das stimmt mich
doch irgendwie traurig.

nunja, ich glaube das man, sofern man will, jedem schon irgendwie gerecht wird. obwohl ein ausbau
des goethe_weges hätte meiner meinung nach nicht sein müssen. sicher bietet er nun vorteile, aber mir
hats vorher besser gefallen.

hey die geschichte um den hohnekopf klingt interessant und der heineweg ist sobald es mal wieder
schneit mein nächstes ziel. aber vom wurmberg war ich echt überrascht. hier und da, echt gute
möglichkeiten. sicher macht es ihn auch deshalb für das projekt so interessant.

grüße
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 06, 2010, 10:25:07 Nachmittag
Ehrlich gesagt glaube ich kaum, dass mit der Einrichtung eines Alpinskigebiets in Schierke am Wurmberg dort im Winter sehr viel Einsamkeit verschwindet. Der Menschenauflauf dürfte lokal konzentriert bleiben, denn der Harzer Alpinskifahrer ist viel zu faul, sich von der Piste zu entfernen. Ernsthafte Freeridemöglichkeiten locken auf der Wurmberg-Nordseite auch nicht. Man kann bestenfalls Wanderwege abfahren, ansonsten ist der forstlich genutzte Baumbestand meistens zu dicht. Am Wurmberg beispielsweise gehen die Skifahrer ja nicht mal auf die Große Wurmbergklippe, obwohl die wirklich eindrucksvoll ist und fast direkt neben der Piste liegt. Und in Hahnenklee fährt niemand die geschlossene Schleppliftpiste am Bocksberg ab, obwohl man von deren Ende über den Emmas-Ruh-Weg in 10 Minuten gemütlich zur Piste zurückschieben kann. In Schierke werden auf der Wurmbergseite Orte wie der Tote Weg oder die Bodebrücke (in Richtung Brockenstraße) oder (in Richtung Elend) Mäuseklippe, Schnarcherklippen und Barenberg weiterhin ruhig bleiben, denn um dorthin zu gelangen, muss man sich bewegen - auch wenn es mal eine Seilbahn geben sollte. Nur in der Gegend, wo heute Wurmbergstieg und die kurze Rennrodelbahn sind, würde es mit Einrichtung eines Skigebiets zwangsläufig voller und lauter.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 07, 2010, 12:29:33 Nachmittag
Stand 7.5.2010 12:28Uhr: Warten...

Vorlage 047/2010 - Beschlüsse (http://www.ratsinfo-online.net/wernigerode-bicms/vo021.asp?VOLFDNR=1798)
Zitat
06.05.2010      Stadtrat Wernigerode       (047/2010)
(Sitzungsstatus läßt noch keine Beschlussanzeige zu)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 10, 2010, 09:17:07 Vormittag
Das Thema "Ortsentwicklung Schierke" scheint für Öffentlichkeit und Harzer Presse gänzlich unwichtig zu sein ...  :)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Mai 14, 2010, 01:32:43 Nachmittag

...versuche grad die alte skipiste am hohnekopf auf google_maps zu finden....
ist das die längliche schneise...? kommt zumindest von der länge hin...

http://www.harzlandhexe.de/DEUTSCH/weitere-orte-im-harz/drei-annen-hohne/590,588,999012,liste9.html

thx

fubu_10
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Mai 14, 2010, 01:57:13 Nachmittag

also diese earth_funktion is echt genial...

fubu_10

ps: wenn man sich mal die alpen anschaut, da kannst deine touren nach steinmännchen planen ;)

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 17, 2010, 09:34:05 Vormittag
Vor ca. 2 Jahren hatte ich ins nicht mehr existierende Skiharz-Forum diese Bilder eingestellt:

Hohnekopfhang im Sommer (Google Earth).
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/hohnekopf_sommer.jpg)

Hohnekopfhang im Winter (eigene Bearbeitung auf Basis Google Earth). Bei viel Schnee hätte man sich rechts seinen eigenen Weg suchen können.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/hohnekopf_winter.jpg)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 17, 2010, 09:50:04 Vormittag
GZ 13.05.2010: (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,127080.html)
Zitat
Landräte und Bürgermeister vereinbaren Zusammenarbeit für mehrere Wintersportprojekte im Oberharz
13.05.2010
Von Oliver Stade


GOSLAR/HARZ. Um die Wintersportmöglichkeiten am Wurmberg zu verbessern, wollen die Kreise Goslar und Harz enger zusammenarbeiten.

Bei einem Gespräch am Mittwoch in der Kreisverwaltung Goslar vereinbarten die Landräte Stephan Manke (Goslar) und Michael Ermrich (Halberstadt) sowie Braunlages Bürgermeister Stefan Grote und Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert, das Gebiet um den Wurmberg bei Braunlage beiderseits der Landkreisgrenzen zu entwickeln.

Dabei geht es unter anderem um den Wunsch der Ostharzer, eine Skiliftverbindung zum Wurmberg zu realisieren. Zudem soll ein Forstweg ausgebaut werden, damit bei Wintersportveranstaltungen der Schanzenauslauf besser erreichbar wird.

Manke sagte: „Wir haben im Ostharz zertifizierte Loipen und am Wurmberg eine Skischanze, das ist ideal für nordische Wettbewerbe.“

Bei den Plänen für eine alpine Skiverbindung zwischen dem Wurmberg Richtung Schierke komme es darauf an, einen Investor zu finden. Zudem müsse Einvernehmen mit dem privaten Betreiber hergestellt werden. Der Landkreis Harz und die Stadt Wernigerode, zu der auch Schierke gehört, erhoffen sich von einer besseren Kooperation außerdem die Möglichkeit, ein Loipenhaus zu entwickeln, das längst fertiggestellt, aber noch nicht voll funktionstüchtig ist. Wichtige Versorgungsleitungen können nur mit Hilfe aus dem Landkreis Goslar in Betrieb genommen werden.

Thema waren außerdem die Pläne für eine Erweiterung der Brockenbahn von Elend nach Braunlage, die die zuständigen Minister in Hannover und Magdeburg kürzlich zu den Akten gelegt haben. Manke erklärte, man wolle das Vorhaben weiterverfolgen, wenn die anderen Fragen geklärt seien.

Gähn ... Klingt bis auf den obsoleten Teil mit der Brockenbahn-Verlängerung wie copy-paste von 2006. Den Artikel hätte man besser ins Sommerloch gestellt.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 18, 2010, 06:33:52 Nachmittag
Update zum Entwicklungskonzept Schierke:
Die nette Dame der Stadt Werningerode hat mir mitgeteilt, daß die Abstimmung zum Entwicklungskonzept positiv verlaufen ist. Leider gibt es einen krankheitsbedingten Ausfall, daher wird das Sitzungsprotokoll wohl erst nächste Woche aktualisiert.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 30, 2010, 10:23:51 Vormittag
Vorlage 047/2010 - Beschlüsse (http://www.ratsinfo-online.net/wernigerode-bicms/vo021.asp?VOLFDNR=1798)
Zitat
06.05.2010      Stadtrat Wernigerode       ungeändert beschlossen (047/2010)

Der Bau- und Umweltausschuss und der Wirtschafts- und Liegenschaftsausschuss haben mit 8 Ja-Stimmen dem Stadtrat mehrheitlich die Beschlussfassung empfohlen.

Herr Gaffert erläutert den Beschlussvorschlag.

Herr Pöhlert bittet, wie bereits im Hauptausschuss den Oberbürgermeister, dass der Stadtrat über den Fortgang des Projektes „Ortsentwicklung Schierke“ regelmäßig unterrichtet wird.

Der Hauptausschuss hat dem Stadtrat mit 9 Ja-Stimmen die Beschlussfassung empfohlen.

Hinsichtlich der Bedenken von Herrn Winkelmann betreffs der vollständigen Umsetzungsfähigkeit des Konzeptes, wird in der Diskussion von Herrn Siegel und Herrn Gaffert weitgehend ausgeräumt.

Beschluss- Nr: 047/2010

Der Stadtrat beschließt das „Integrierte Ortsentwicklungskonzept für den Ortsteil Schierke am Brocken in der Fassung vom 30.01.2010 (Planteil) und 28.02.2010 (Textteil) als Handlungsrahmen für die Entwicklung zu einem attraktiven Kur- und Erholungsort.

Abstimmungsergebnis: 33 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung


Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Mai 30, 2010, 09:25:07 Nachmittag
...na da bin ich ja mal gespannt was das heisst...

beschließen heisst ja lange noch nicht handeln.

grüße von der see

fubu_10
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juni 07, 2010, 11:58:17 Vormittag
Ja, schade, es fehlen jegliche Informationen zu Ansätzen für die Umsetzung der hoch angesetzten Pläne.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juli 22, 2010, 10:50:05 Vormittag
"Der kranke Mann am Brocken" - Das Thema "Ortskonzept Schierke" wird im Sommerloch doch noch einmal aufgegriffen:

Zitat
Oberbürgermeister Gaffert informiert Hauptausschuss über Eilentscheidung:
Rund 340 000 Euro für Schierke – Benzingerode muss warten
Von Regina Urbat

Wernigerode/Schierke. Die Entwicklung von Schierke hat Fahrt aufgenommen.

Nach dem fast einstimmigen Stadtratsbeschluss am 2. Juni, das von Prof. Wolf-Rüdiger Eisentrautt entwickelte Konzept langfristig umzusetzen (wir berichteten), folgten Gespräche mit der Regierung in Magdeburg und Landesinvestitionsbank. Die Reaktionen seien überaus positiv gewesen, so Oberbürgermeister Peter Gaffert in der gestrigen Sitzung des städtischen Hauptausschusses. Zum Ergebnis seiner knapp zweimonatigen Unterredungen: "Die Landesregierung hat sich deutlich dafür entschieden, Schierke als Schwerpunkt der touristischen Förderung zu sehen." Außerdem sei ihm versichert worden, dass vom Entwicklungskonzept-Paket mit einem Investitionsvolumen von mindestens 40 Millionen Euro, "33 Millionen Euro förderfähig sind". Gaffert: "Um Förderungen von der EU, die nur noch bis 2013 ausgereicht werden, rechtzeitig ausschöpfen zu können, wird von uns ein abenteuerliches Tempo verlangt". Bis Mitte September müsse in Magdeburg ein "hieb- und stichfestes Pauschalangebot eingereicht werden. Aus diesem Grund habe Gaffert von der Möglichkeit, eine Eilentscheidung zu treffen, Gebrauch gemacht und informierte gestern den Hauptausschuss darüber: "Die Stadtverwaltung hat 339 000 Euro für Planungen, Baugrunduntersuchungen und Vermessungsarbeiten zur Verfügung gestellt – zur Vorbereitung, um noch in diesem Jahr Förderzusagen für Einzelprojekte zu bekommen."

Die "schmerzliche" Konsequenz: "Dafür müssen die 104 000 Euro für den geplanten Ausbau des Wiesenwegs in Benzingerode mit verwendet werden." Hinzu kämen Einnahmen aus Grundstücksverkäufen und von den Stadtwerken. Aber, so Gaffert abschließend: "Wir können die Summe ohne Nachtragshaushalt aufbringen und sparen so wertvolle Zeit." In der anschließenden Debatten befürworteten alle Ausschussmitglieder letztendlich die Eilentscheidung. Sie sei die logische Folge des Stadtratsbeschusses.

Vor dem Schulterschluss gab es ein kurzweiliges Wortgefecht. Karl-Heinz Mänz (CDU): Unter dem kränkelnden Schierke dürfen die anderen Orts- und Stadtteile nicht leiden." Siegfried Siegel (SPD) darauf: "Wer krank ist, braucht den Arzt". Das veranlasste Thomas Schatz (Linke), zu mahnen: "Wir sollten aufpassen, dass der Kranke trotz Doktor nicht zum Sargnagel wird." Heinrich Hamel (SPD) setzte nach: "Was bringt es, wenn man einen kostenträchtigen Patienten mit sich rumschleppt. Jetzt kann geholfen werden."

© Volksstimme 22.7.2010
URL: http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?em_cnt=1767940

Das ist schön. Dem Artikel ist jedoch folgendes hinzuzufügen:

- 340 000 Euro hören sich zunächst toll an, sind als Budget der öffentlichen Hand im Jahr 2010 aber eher ein Pups im Wind. Davon kann man in Schierke vielleicht den abgebrannten Kurpark-Pavillon wieder aufbauen. Für mehr reicht das nicht.
- Für die geplanten 40 Millionen Euro Investitionsvolumen ist von Förderfähigkeit durch EU-Mittel die Rede. Laut Pressemeldungen von Anfang 2010 (Link habe ich leider gerade nicht parat) ist absehbar, dass die Mittel des offiziell bis 2013 laufenden EU-Förderprogramms bereits 2011 erschöpft sein werden. Bis 2011 steht in Schierke von den geplanten Maßnahmen genau gar nichts.

Erfreulicherweise ist in der Diskussion endlich mal vom "kränkelnden Schierke" die Rede. Das beschreibt die Situation endlich ehrlich, statt den Ort in Hochglanzprospekt-Texten zu umschreiben, und ist mehr als überfällig. Aus dem Spitznamen für das bröckelnde Osmanische Reich um die vorletzte Jahrhundertwende "Der kranke Mann am Bosporus (http://de.wikipedia.org/wiki/Kranker_Mann_am_Bosporus)" leite ich an dieser Stelle für Schierke die ironische Bezeichnung "Der kranke Mann am Brocken" ab ... das dürfte so lange den Nagel auf den Kopf treffen, wie in Schierke nicht investiert wird.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 22, 2010, 10:42:45 Nachmittag
Zitat
[...]
Aus diesem Grund habe Gaffert von der Möglichkeit, eine Eilentscheidung zu treffen, Gebrauch gemacht und informierte gestern den Hauptausschuss darüber: "Die Stadtverwaltung hat 339 000 Euro für Planungen, Baugrunduntersuchungen und Vermessungsarbeiten zur Verfügung gestellt – zur Vorbereitung, um noch in diesem Jahr Förderzusagen für Einzelprojekte zu bekommen."
[...]

Mit den 339000 EUR wird demnach lediglich die konkrete Planung der Maßnahmen finanziert. Ich vermute die Handelnden sind sich wohl des Füllstandes der EU-Fördertopfes bewußt und haben deswegen mutig und beherzt aufs Gas getreten. Im Verhältnis zum potentiellen Gewinn aus meiner Sicht die richtige Entscheidung die sich hoffentlich auch auszahlt.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 10, 2010, 10:26:37 Vormittag
Zitat
Finanzminister und Investitionsbankchef zu Entwicklungsplänen für Schierke
Maas: "Die Präsentation von Herrn Gaffert war überzeugend"
Von Ingmar Mehlhose

Wernigerode/Schierke. Noch im August wird mit dem Abriss der Hotelruine "Wurmbergblick" begonnen. Bis Jahresende soll zudem in der maroden Kindertagesstätte des Ortsteils sanierungstechnisch einiges geschehen. Diese beiden konkreten Vorhaben nannte Peter Gaffert gestern Nachmittag im Beisein von Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn und Investitionsbankchef Manfred Maas. Beide waren zu einem Arbeitsbesuch speziell zum Investitionsschwerpunkt Schierke nach Wernigerode gereist. Der Oberbürgermeister im Senkgarten des Bürgerparks: "Wir haben heute Details besprochen." Zurzeit wird im Rathaus daran gefeilt, Vermessungs- und Planungsunterlagen zusammenzustellen, um im Herbst in Magdeburg einen "qualifizierten Antrag" vorzulegen. Gaffert: "Ich bin Herrn Maas dankbar für die guten Hinweise." Denn: "Das ist eine der größten Aufgaben, die für uns als Stadt vor uns steht."

Jens Bullerjahn konstatierte, dass sich die Wernigeröder und Schierker zum Thema Entwicklung des Ortsteils "sehr gut verstehen". Der SPD-Politiker: "Das ist nicht überall so im Land." Dieses Projekt muss ressortübergreifend vorbereitet werden, um es zum Erfolg zu führen. Der Finanzminister: "Sonst läuft sich der Oberbürgermeister die Füße wund." Bullerjahn warnte zudem davor, "große Ideen in die Welt zu setzen". Zugleich lobte er, "was hier in kurzer Zeit entstanden ist an Vorstellungen".

Laut Manfred Maas konnten in Wernigerode von 1991 bis heute rund 120 Millionen Euro Investitionen für die Erschließung der touristischen und wirtschaftlichen Infrastruktur bewegt werden. Dazu hat die Stadt etwa 75 Millionen Euro Fördergeld erhalten. Für Schierke gilt es jetzt, einen Masterplan zu entwickeln. Maas: "Wir reden konkret über Antragsschritte." Und: "Die Präsentation von Herrn Gaffert war überzeugend." Schließlich ist es nach den Worten des Bankchefs Ziel, "das Privatinvestoren nachziehen". Nachfragen von Interessenten gibt es. Einige davon "sehr konkret".

Wie Jens Bullerjahn ergänzte, wird momentan an einer soliden finanziellen Basis gebaut. Der Minister: "Ganz so weit sind wir noch nicht." Angesichts der auf allen Ebenen immer kleiner werdenden Fördertöpfe riet er: "Wer investieren will, sollte es sich bald überlegen. Nicht erst in fünf Jahren."

Peter Gaffert nannte übrigens auch einen übernächsten Schritt für Schierke. 2011 mit der Rekonstruktion zweier desolater Bodebrücken.

Copyright © Volksstimme.de 10.08.2010 (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?sid=bepf6imtqajgfo2j1oi3vhjvm1&em_cnt=1782386&sid=bepf6imtqajgfo2j1oi3vhjvm1)

Hurra, es geht in die Antragsphase! Vielleicht erweisen sich die schrumpfenden EU-Fördermittel ja noch als Katalysator für Schierke 2000! Lediglich die Warnung davor, "... große Ideen in die Welt zu setzen ...", macht mich hier stutzig. Die größte Investitionsidee für den Ort ist das Schierker Seilbahnprojekt. Sollte es im Rahmen des Entwicklungskonzepts von vornherein ausgeklammert werden, kann man auch gleich alles beim Alten belassen - inklusive Hotelruinen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am August 10, 2010, 02:38:48 Nachmittag

servuz,

nun, da scheinen die herren doch langsam den ernst der lage erkannt zu haben...
 
bin ja mal sehr gespannt wo die reise hingeht. wie harzwinter schon geschrieben
hat, ohne die seilbahn brauchts auch keine hotels.

allerdings, ich bräuchte die seilbahn auch ned unbedingt.

zum einen aus den früher erwähnten gründen, und zum anderen, es dauert
ca. 1h-1,5h bis zum wurmberg_gipfel. ne bessere erwärmung vorm fahren gibs doch
ned.  ;D

in diesem sinne

ride on

ps: nächste woche gehts auf die hohneklippe und auf den erdbeerkopf, bilder folgen.


Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 28, 2010, 09:42:18 Vormittag
Hat zwar nix mit Wintersport zu tun, ist zum Mitlesen aber vielleicht interessant. Ein norddeutscher Unternehmer investiert in Schierker Ferienhäuser und möchte in Schierke ein kleines Feriendorf und einen Adventure-Golfplatz errichten (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?sid=2vvclifdmetqbkj43545im5gr2&em_cnt=1850847&sid=2vvclifdmetqbkj43545im5gr2). Ob das was wird, steht genau so in den Sternen wie die Maßnahmen aus dem Eisentraut-Konzept. Der potenzielle Investor weist darauf hin, dass Schierke in den nächsten Jahren nicht einfach mit Hotelbetten zugeschmissen werden darf und dass der Ort mehr für junge Gäste und Familien tun muss.

Da der verlinkte Volksstimme-Artikel mal wieder auf die drei noch bestehenden Schierker Hotelruinen hinweist, würde es mich interessieren, ob die Schierker da nicht zur Selbsthilfe greifen könnten. Die Gebäude stehen seit mindestens 15 Jahren leer und verfallen. Hätten die Schierker die aus Holz und dünnen Mauern bestehenden Obergeschosse der (vorigen) Jahrhundertwende-Bauten seit deren Schließung kontinuierlich in kleinen Schritten in Eigenregie demontiert und zurückgebaut (lokale Rentner- oder Jugendinitiative - Leute, die die Zeit haben), könnten alle Gebäudeteile bis aufs massive Sockelgeschoss schon weg sein. Bei der Beseitigung von Schandflecken auf externe Hilfe zu hoffen hilft Schierke auch nicht weiter.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 28, 2010, 10:10:30 Vormittag
Hört sich eigentlich recht gut an — meiner Meinung nach hat er auch vollkommen recht damit, dass der Harz mehr für junge Leute und Familien tun muss um auch in Zukunft weiterhin regelmäßig Gäste zu haben. Momentan wird zu viel auf Rentner und den Wandertourismus ausgelegt, was ja an sich nicht schlimm ist, jedoch gibt es durchaus noch Potential in anderen Bevölkerungsgruppen, die auch dort ihr Geld ausgeben würden, wenn denn ein vernünftiges Angebot bestehen würde.

Irgendwie hört es sich für mich aber schon wieder danach an, als wenn dort einiges am Verwaltungsaufwand scheitern würde — Statt solche Investoren willkommen zu heißen und ihnen dabei zu helfen Großprojekte entsprechend schnell umzusetzen wird gewartet bis diese ihr Geld anderswo ausgeben.

Im übrigen ist mir selber schon häufiger aufgefallen, dass junge Leute wie ich (25) meistens nicht so zuvorkommend behandelt werden wie die älteren, vermeintlich wohlhabenderen - woran das liegt kann ich nicht sagen, vielleicht schlechte Erfahrungen, aber ich fühle mich selber doch regelmäßig unfair behandelt, denn nicht jeder junge Mensch ist arm oder randaliert herum.

Es gibt genügend, die sich ihre Freizeit einiges kosten lassen und das auch können, von daher sollte da meiner Meinung nach gerade im Hinblick auf die Zukunft mal ein Umdenken stattfinden, denn Leute die in jungen Jahren unfreundlich behandelt werden und sich nicht willkommen fühlen werden höchstwahrscheinlich auch 10 Jahre später mit ihren Familien nicht wiederkommen.

Ein Beispiel: Meine Freundin und ich haben letzten Winter in Braunlage übernachtet und wollten Morgens bevor wir wieder abgereist sind noch gemütlich dort frühstücken gehen. Wir landeten dann in einem sehr auffälligen Lokal, welches recht zentral gelegen ist, ohne nun Namen nennen zu wollen. Dort war niemand drin um halb 11 Morgens und zwei Bedienungen zogen sich in der Küche zurück, sodass wir erst annahmen, dass dort niemand sein würde. Nach etwa 10 Minuten kam die Bedienung dann an unseren Tisch — inzwischen war die Frühstückszeit um ca. 5 Minuten überschritten. Ohne uns zu begrüßen fragte sie dann was wir wollen und als ich fragte, ob es noch möglich sei zu frühstücken antwortete sie recht leise und undeutlich mit "Ja, muss ich Euch ja machen..". Das Frühstück selber war dann auch okay — recht teuer für das, was es gab, aber sonst okay. Während wir frühstückten kam dann allerdings eine Gruppe von 4 älteren Leuten herein und ich war überrascht wie freundlich die Bedienung plötzlich sein konnte — Frühstück hat sie ihnen dann auch "sehr gerne" noch gemacht.

Das nur als Beispiel, dass der Harz sich deutlich mehr um junge Leute kümmern sollte — ich persönlich fühle mich dort trotzdem wohl, allein weil die Landschaft einfach schön ist und man ohne weit fahren zu müssen Boarden kann, aber wenn man Freundlichkeit und Service aus anderen Touristenregionen kennt, dann ist man doch erschrocken, wenn man als zahlender Gast mehrmals so behandelt wird. :-)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 28, 2010, 10:14:33 Nachmittag
Hier doch ein Zitat des Artikels, weil einiges zum "Integriertes Ortsentwicklungskonzept Schierke", welches unter anderem die Schierker Seilbahn zum Wurmberg enthält, erwähnt wird.

 Volksstimme.de 28.10.2010: Ferienpark und eine Golf-Anlage, "weil ich in Schierke verliebt bin"  (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?sid=2vvclifdmetqbkj43545im5gr2&em_cnt=1850847&sid=2vvclifdmetqbkj43545im5gr2)
Zitat
"Integriertes Ortsentwicklungskonzept Schierke", kurz IOS, heißt der Plan seit Herbst 2009. Die Bewohner warten seither darauf, dass ihre Zukunft beginnt. Matthias Braun, Feriengast und bereits Investor am Hermann-Löns-Weg, möchte zwei weitere Projekte umsetzen. Bis zu fünf Millionen Euro will der Norddeutsche für eine Golf-Anlage und ein Feriendorf ausgeben.

[...]

Matthias Braun hegt inzwischen erste Zweifel, ob man ihn überhaupt haben will. Zumal er das von Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut entwickelte "Integrierte Ortsentwicklungskonzept Schierke" kritisch betrachtet. Das von sonst allen für gut befundene IOS des Berliner Architekten, "halte ich für den falschen Weg". Seine Sorge: "Ich habe die große Angst, dass man viel Geld anfasst, in den Ort hineinschmeißt und es dann versickert." Und dies nur, weil die Chance auf Förderung zeitlich begrenzt ist. Der Mittvierziger: "Es ist sinnvoller, weniger zu nehmen und auf kleinere Vorhaben zu setzen." Diese müssten sich von innen heraus entwickeln. Ein neues Hotel als "die große Lösung" bewertet der Geschäftsmann deshalb skeptisch. Zumal in Schierke trotz der abgerissenen Ruine des "Wurmbergblicks" noch immer drei seit langem leerstehende Häuser verfallen.

Ein weiterer wunder Punkt im Konzept ist für Matthias Braun die Konzentration auf ältere Gäste. "Man muss doch auch an die jungen zahlungskräftigen Familien denken", lautet sein Einwand.

[...]


Matthias Braun möge die 5 Millionen bitte für eine Seilbahn und ein paar Pisten ausgeben, das ist was junge zahlungskräftige Familien wirklich wollen, zumindest diese hier ;D

@Max
Freundlichkeit und Service ist für Deutschland ein relativ neues Konzept, früher hieß es deswegen auch "Servicewüste Deutschland". Mittlerweile hat sich das aufgesetzte Zwangsgrinsen des Bedienpersonals in den meisten Orten durchgesetzt. Im Harz ist es hingegen noch etwas "echter" geblieben. Man muss halt damit rechnen, das man etwas stoffelig empfangen wird, das hat aber auch Vorteile, z.B. das Essen ist häufig noch echt frisch zubereitet und nicht wie so oft in der Plastiktüte im Wasserbad erhitzt.  ;)

Das mit dem Alter, das ist leider so, nicht nur im Harz und nicht nur in Deutschland  :( Am besten ignorieren...

 
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 29, 2010, 06:49:40 Vormittag
Stimmt wohl — beides hat seine Vor- und Nachteile! :-)

Aber es scheint auch wirklich Alternativen zu geben — ganz klare Empfehlung auf jeden Fall für das Rodelhaus am Wurmberg! Weiß nicht, wie es dort früher war, aber nun wo die jüngere Generation ihre Ideen mit einbringen darf scheint die Freundlichkeit nicht einmal aufgesetzt zu sein, jedenfalls hatte ich nicht das Gefühl.

5 Millionen in neue Pisten am besten mit Sessellift zu investieren ist genau das, was junge Familien wollen. Ich weiß nicht genau inwiefern sich sein Golf-Konzept davon unterscheidet, aber es gibt doch in Benneckenstein schon einen Crossgolf-Platz, was ja ziemlich ähnlich sein dürfte, wenn ich das so recht verstanden habe. Also ganz klar — das Geld sollte er besser anlegen und uns eine Freude damit machen! :-)

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 29, 2010, 01:09:30 Nachmittag
Nun besteht da nur noch das winzige Problemchen, dass sich mit 5 Millionen Euro noch nicht mal eine Sesselbahn samt Piste finanzieren lassen ... Mit dem Konzept Seilbahn plus 1 Sessel plus 1 Schlepper (o.ä.) plus Pisten plus Beschneiung ist man eher mit dem sechs- bis zehnfachen Volumen dabei. Herr Braun könnte ins Finanzierungsgremium einsteigen. Ich vermute aber mal, dass er kein Skifahrer ist.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 29, 2010, 08:37:44 Nachmittag
Nun besteht da nur noch das winzige Problemchen, dass sich mit 5 Millionen Euro noch nicht mal eine Sesselbahn samt Piste finanzieren lassen ...

Man kann ja erst einmal mit einer dorfnahen Skiwiese ähnlich der Braunlager Rathauswiese anfangen. In der Nebensaison kann man mit ein paar Events auch gut Gäste anlocken, z.B. Nackt-Snowboarding in Kooperation mit dem MDR. Mit Liftausstattung und Beschneiungsanlagen aus zweiter Hand wären von den 5 Millionen Euro auch ausreichend Kapital für den Betrieb für ein paar Jahre über...  ;)

Andererseit, bei den Filmen bei denen Matthias Braun (http://www.imdb.com/name/nm1808924/) mitgewirkt hat, vielleicht findet sich ja noch der eine oder andere Euro um ein bisschen mehr Piste zu finanzieren...

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 29, 2010, 11:05:27 Nachmittag
Man kann ja erst einmal mit einer dorfnahen Skiwiese ähnlich der Braunlager Rathauswiese anfangen.

Können könnte man in Schierke vieles, den Willen der Schierker vorausgesetzt. Wenn dort auch nur irgendeine Interesseninstitution in den letzten Jahren ernsthaft über eine dorfnahe, "richtige" Skiwiese als Ersatz für den Schreiberberghang nachgedacht hätte (z.B. am Waldparkplatz), hätten wir das auch irgendwo gelesen. Doch das war wohl nicht der Fall. Man müsste halt einige von den heiligen Harzer Brennholzfichten ihrem Zweck zuführen und einen 300 Meter langen Gebrauchtschlepper aufstellen.

... Nackt-Snowboarding in Kooperation mit dem MDR.

Pfui, nackischte Leute stören die Schierker Gäste im Rentenalter nun sicherlich ganz doll. Das schadet der heilen Welt, und dem Wald bestimmt auch. Sowas tut man dort nicht.  :)

Mit Liftausstattung und Beschneiungsanlagen aus zweiter Hand wären von den 5 Millionen Euro auch ausreichend Kapital für den Betrieb für ein paar Jahre über...  

Wir können in diesem Forum per Umfrage ja mal Wetten abschließen, wann dieser Sachverhalt jemals in Schierke verstanden wird ...

Die Filme unter Mitwirkung von Matthias Braun sind in der Tat recht hochkarätig. Als Du Deine Info eingestellt hattest, habe ich schon gedacht, es seien solche wie bei Peter Bond ...  ;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: snowcat am November 01, 2010, 09:09:29 Nachmittag
Ach ja, die Harzer und der unbedingte Wille und die Kraft zur Innovation, zwei Welten prallen aufeinander... :'(

Da bleibt auch vor der neuen Saison wieder nur der neidvolle Blick in unser Nachbarmittelgebirge namens Sauerland, wo sie in Winterberg schon wieder mächtig aufrüsten... (www.skiliftkarussell.de). Zumindest außerhalb der rush hours (Weihnachtsferien/Karneval/Schönwetter-Wochenenden im Februar, aber da ist es im Harz ja bei Schneelage auch rappelvoll) muss man sagen, dass für alle West-Niedersachsen das mittlerweile eindeutig die attraktivere Alternative, auch für Tagesausflüge, ist. Wer zu spät kommt.....
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am November 02, 2010, 07:59:35 Vormittag
Das sehe ich leider auch so — Jahr für Jahr werden dort Millionen investiert in neue Schneekanonen, Lifte und die Infrastruktur drum herum während im Harz viel geredet wird, aber nichts passiert. Wie gesagt, wir waren letzten Winter für 2 Tage einmal in Winterberg (die Fahrt dorthin ist von hier auch nur eine halbe Stunde länger) und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass es so ein Skigebiet in einem Mittelgebirge gibt.

Einzig die Parkplatzsituation an einem Schneereichen Wochenende dort ist ein Alptraum — ich kann mich erinnern, dass es ewig gedauert hat ehe wir noch etwas gefunden haben. Im Harz waren wir immer etwas früher da, daher kann ich das nicht beurteilen, aber in Winterberg war das so ziemlich das Einzige, was mich wirklich gestört hat.

Was ich übrigens auch nicht verstehe ist, warum der Harz nicht mehr in unseren Nachbarländern wirbt — das Sauerland hat das offenbar erkannt und holt sich die zahlungskräftigen und äußerst trinkfreudigen Holländer an Land. Warum versucht der Harz nicht auch dorthin seine Fühler auszustrecken oder gar zu den Dänen, die wahrscheinlich auch Interesse haben könnten?
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am November 02, 2010, 10:19:23 Vormittag
Was ich übrigens auch nicht verstehe ist, warum der Harz nicht mehr in unseren Nachbarländern wirbt — das Sauerland hat das offenbar erkannt und holt sich die zahlungskräftigen und äußerst trinkfreudigen Holländer an Land. Warum versucht der Harz nicht auch dorthin seine Fühler auszustrecken oder gar zu den Dänen, die wahrscheinlich auch Interesse haben könnten?

Tja, das touristische Westharzer Langzeitverhalten 1960 bis 1990 basierte auf der Erfahrung, dass die Wintergäste sowieso kommen und zahlen, egal ob man gute oder schlechte Infrastruktur für Skisport, Übernachtung und Gastronomie anbietet. Also ging man jahrzehntelang den Weg des geringsten Widerstandes. Das ist aus vielen Westharzer Köpfen nicht mehr herauszubekommen und hat die aktuelle touristische Situation dort geprägt. Um das zu ändern, bedarf es eines Generationswechsels, der - mit positiven Auswirkungen - zum Teil bereits stattgefunden hat.

Niederländische und dänische Wintersportler sind nach meiner persönlichen Beurteilung in der Tat zum Teil aus dem Harz abgewandert. Vor 10-20 Jahren waren dort im Winter viel mehr Autos mit gelben Kennzeichen unterwegs. Es gibt mittlerweile durchaus Engagements von Harzer bzw. niedersächsischen Tourismusinstitutionen in Dänemark und den Niederlanden, z.B. auf Touristikmessen wie der "Vakantiebeurs" in Utrecht oder der "Ferie for alle" in Herning/Jütland, aber auch in Form von zielgruppengenauen Webportalen (mehr Info z.B. hier (http://www.tourismuspartner-niedersachsen.de/imperia/md/content/intranet/marketing/marketingplan/tmn-arbeitsprogramm_2010.pdf)).
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am November 02, 2010, 01:47:26 Nachmittag
Ich habe mir das Konzept mal angesehen und es ist schon interessant. Leider wird es dennoch schwer — zumindest für den Wintersport im Harz — sich gegen andere Regionen durchzusetzen bzw. zumindest aufzuholen.

Interessant sind vor allen die Zuwachszahlen der Übernachtungen von Gästen aus den Niederlanden, Dänemark und Großbritannien — unabhängig vom Harz Tourismus sieht es ganz danach aus, als wenn Deutschland als Reiseland für ausländische Gäste immer beliebter wird und diese nicht zwangsläufig nach München, Köln oder Berlin fahren, sondern auch gerne weniger bekannte Regionen erkunden. Allerdings fehlt hier leider der Vergleich zu anderen Bundesländern, vor allem hinsichtlich der absoluten Zahlen — an sich hören sich diese für Niedersachsen auf jeden Fall gut an, aber es nutzt ja nichts, wenn die meisten anderen Bundesländer es noch besser machen.

Mal schauen was dieser Winter so bringt — ich kann es auf jeden Fall schon kaum noch erwarten! :)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 14, 2010, 08:38:53 Nachmittag

Volksstimme.de (13.11.2010): Investitionspaket für den Brockenort (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt/?em_cnt=1865226&sid=8pjvae00t6nvkb0dmd5e60ikq3)
Zitat
Schierke/Wernigerode. Mit Hilfe eines finanziellen Kraftakts soll die Brockengemeinde Schierke touristisch "wachgeküsst" werden. Wernigerodes Stadträte beraten über ein 36-Millionen-Euro-Paket, um den Investitionsstau der vergangenen 20 Jahre abzutragen.

Bereits vor dem Haushaltsbeschluss deutet sich im Wernigeröder Rathaus eine parlamentarische Mehrheit aus CDU und SPD für diese Pläne an. Die Verwaltung unter Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) plant in den kommenden vier Jahren in Straßen, Brücken, ein Parkhaus und touristische Angebote wie Kurhaus, Rodelberg, Fußgängerzone und "Konzertmuschel" zu investieren.

Ziel der Anstrengungen ist, mehr Urlauber in einen attraktiven Kur- und Erholungsort am Brocken zu locken. Das werde laut Gaffert auch vom Land unterstützt, darum seien Förderquoten von bis zu 90 Prozent avisiert. Wie Wernigerodes Rathauschef berichtete, habe er dieser Tage 60 Unterschriften unter Förderanträge gesetzt, die Dokumente seien im Hallenser Landesverwaltungsamt übergeben worden. Die Harzer drücken deshalb aufs Tempo, weil sich innerhalb der EU die Fördeschwerpunkte weiter gen Osten verschieben. [...]

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am November 15, 2010, 09:36:58 Vormittag
Ermutigende Perspektiven. Es ist seit langem das erste Mal, dass in Schierke konzentriert investiert werden soll. Schade, dass eine Beteiligung am Seilbahnprojekt oder ein Übungslift im Ort in diesem Zusammenhang nicht erwähnt werden.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Januar 06, 2011, 09:11:26 Vormittag
Volksstimme.de (17.12.2010): (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?em_cnt=1895552&)

Zitat
Über 100 Besucher bei Ausstellungseröffnung / Initiatoren beeindruckt vom Interesse
Neues Schierke auf neun Tafeln und ein hilfreiches Angebot

Wo soll es hingehen? Wie sieht das neue Schierke aus? Diese Fragen werden mit der am Dienstag im Rathaus der Brockengemeinde eröffneten Ausstellung beantwortet. Dass das Interesse an dem Entwicklungskonzept für Wernigerodes neuen Ortsteil gestiegen ist, zeigte die Resonanz.

Hier informieren sich Schierker über die neue Verkehrsführung und darüber, was aus dem jetzigen Parkplatz "Am Thälchen" wird.
Schierke. Neun Tafeln und sechs großformatige Porträts sind im Rathaus ausgestellt. Gezeigt wird, wie das "Neue Schierke" aussehen könnte, "wo es hingehen soll", sagte Peter Gaffert am Dienstagabend zur Eröffnung. Die "Galerie der Aktivisten", ergänzte Wernigerodes Oberbürgermeister, steht stellvertretend für jene, die am Entwicklungskonzept mitwirken. Abgebildet sind der Architekt Prof. Wolf Eisentraut als Ideengeber, Peter Gaffert als Vertreter der Stadtverwaltung, Bürgermeisterin Christiane Hopstock und Ortschronistin Ingrid Hintze stehen für Schierkes Einwohner, Erwin Lauterwasser für den Skisport und Klaus Dieter Krebs für Investoren.

[...]

Bei all den Eingriffen, die, wie Gaffert versicherte, "naturschonend" sein sollen, bekomme Schierke auch ein Stück Natur zurück. Konkret – das jetzige Parkplatzareal Am Thälchen. Der Teil zur Grenze des Nationalparks soll renaturiert werden, andere Bereiche werden bepflanzt und zu Wiesen mit Sonnenterrassen umgestaltet.

Angeregt wurde auf der Ausstellungseröffnung, dass sich die Schierker selbst an der Entwicklung beteiligen. Eine Mappe mit Möglichkeiten, wie Projekte gefördert werden können, übergab Reiner Hochapfel an Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock. Der Ex-Chocotech-Chef und Ruheständler unterrichte Produktmanagement an der Hochschule und appellierte, auf dem langen Weg bis zur Umsetzung des Konzepts "auch kleine zu gehen". Beispielsweise beim Ausbau touristischer Freizeitangebote, wobei diese nicht nur auf ein Wintersportzentrum beschränkt werden dürfen. "Das ist zu kurz gegriffen", sagte Hochapfel, Sommer wie Winter müsse man davon leben können. Seine und die Hinweise der Experten sowie die interessante Ausstellung boten am Dienstag genügend Diskussionsstoff.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Januar 16, 2011, 12:32:02 Nachmittag
mz-web.de (27.12.10) (http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1289550897358):

Zitat
Das neue Schierke

[...]

Mächtig ins Schwärmen kommt sie [Anm.: Christiane Hopstock, Ortsbürgermeisterin der Tourismus-Gemeinde] allerdings, wenn sie vom Schierke der Zukunft spricht: "Man muss nicht nach Österreich fahren, um Winterurlaub zu machen - das geht künftig auch in Schierke." Auch im Sommer soll der Ort mit Hilfe von neuen Angeboten weitaus mehr Gäste als bisher anziehen. Angepeilt werden doppelt so viele Übernachtungen pro Jahr wie bislang. Ein gewaltiges Investitionspaket soll es möglich machen und die Infrastruktur in Schierke verbessern. "Das ist eine einmalige Chance."

Es ist ein ehrgeiziges Ortsentwicklungskonzept, mit dem die Stadt Wernigerode, zu der Schierke seit Juli vorigen Jahres gehört, aus dem Brocken-Ort einen "attraktiven Kurort überregionaler Bedeutung" machen will. Während hier bislang nur Langläufer auf ihre Kosten kommen, sind Abfahrtpisten und eine Seilbahn von Schierke über den Wurmberg nach Braunlage vorgesehen.

[...] Zudem plant die Stadt ein Kurhaus, ein Wintersportzentrum und ein Kulturzentrum mit Museum.

"Schierke hat eine traumhafte Lage - zwischen Wernigerode und dem Brocken, den zwei am meisten besuchten Tourismus-Orten in Sachsen-Anhalt", sagt Peter Gaffert, parteiloser Oberbürgermeister von Wernigerode. Mit dem Konzept wolle man auch ein Zeichen setzen - und Privatinvestoren anziehen. Bereits jetzt gebe es ein gesteigertes Interesse an dem Ort. Um das Programm vollständig umzusetzen, müssten laut Gaffert rund 43 Millionen Euro investiert werden. Beim Magdeburger Wirtschaftsministerium wurde ein Antrag in Höhe von 35 Millionen Euro gestellt. "Wir sind zuversichtlich, was die Förderung angeht", so Gaffert.

[...]

Er [Anm.: Axel Dreyer, Professor für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Harz] sei ein Fan von der Idee einer Seilbahn nach Schierke - "besonders für den Sommertourismus". Dieser werde an Bedeutung gewinnen, ist sich Dreyer sicher. Trotz des derzeitigen strengen Winters müsse man "davon ausgehen, dass wir im Zuge des Klimawandels auf lange Sicht weniger Schnee haben werden." Man müsse daher verstärkt touristische Produkte für jedes Wetter anbieten - "in dieser Hinsicht gibt es im gesamten Harz noch Entwicklungspotenzial".

"Wir brauchen Ganzjahresangebote", sagt auch Gaffert. "Es war ein Fehler, dass wir immer nur auf den Winter gesetzt haben", räumt Ortsbürgermeisterin Hopstock ein, die seit 19 Jahren im Gemeinderat aktiv ist. Insgesamt hätten die Schierker positiv auf die Pläne reagiert, sagt die Bürgermeisterin. Von einem Aufschwung würde im übrigen alle profitieren: "Das hätte Außenwirkung auf den gesamten Harz."
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Januar 16, 2011, 01:08:56 Nachmittag
Große Worte — aber um den Harz ernsthaft als nahe gelegene Alternative zu den Alpen zu etablieren müsste schon einiges für die Ski- und Snowboardfahrer getan werden. Eine neue Promenade, ein paar Brücken und ein außerhalb gelegener Parkplatz werden sicherlich keine Skifahrer und Snowboarder anlocken. Auch eine Seilbahn nach Braunlage an sich eher nicht — denn auch dann hätte man lediglich das Skigebiet auf dem Wurmberg, was man genauso gut von Braunlage aus erreichen könnte.

Gibt es denn konkrete Informationen, was in Sachen Wintersportzentrum und neuen Pisten getan werden soll? Ich finde es allemal interessant, dass nun endlich etwas Geld in den Harz fließt um den Tourismus zu beleben und die Orte dort Attraktiver zu machen, allerdings befürchte ich, dass am Ende eher wenig für den Wintersport übrig bleiben wird oder eher auf Langläufer, Wanderer und Rodler gesetzt wird.

Allerdings würde sich das ja nicht unbedingt mit den angekündigten Österreich-Vergleichen vertragen. Vielleicht sollte man ohnehin eher andere Maßstäbe ansetzen und in Sachen Wintersport versuchen erst einmal wieder mit anderen Mittelgebirgsregionen mithalten zu können, aber ich lasse mich natürlich gerne überraschen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Januar 26, 2011, 02:09:17 Nachmittag
Bobbahn soll Wintertourismus in Schierke ankurbeln (volksstimme.de 26.01.2011) (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt_newsticker/?em_cnt=1927306&)
Zitat
Schierke - Die Gemeinde Schierke am Brocken will ihre Attraktivität als Wintersportort mit einer Bobbahn erhöhen. Die neue Röhre, für die bis zu fünf Millionen Euro investiert werden, solle bis zum Jahr 2014 gebaut werden, sagte Ortsbürgermeisterin Christiane Hoppstock am Mittwoch und bestätigte entsprechende Medienberichte. "Es ist sicher, dass die Bobbahn kommt. Sie wird die Attraktivität von Schierke deutlich erhöhen." Die Finanzierung der 700 Meter langen Bahn, die auch von Touristen genutzt werden soll, sei noch nicht endgültig geklärt. Investoren hätten ihr Interesse bekundet. Die Bahn soll am Standort der jetzigen Natureis-Schlittenbahn entstehen.
Titel: Schierke 2000 - Bobbahn 5 Mio
Beitrag von: STS am Januar 26, 2011, 07:52:24 Nachmittag

5 Mio sollte Schierke besser zum Ausbau als Top Wintersport Ort nutzen:

+ Ski-Schaukel zum Wurmberg und Winterberg mit Sessellift/ Seilbahn oder
+ Hohnekopfhang Neubau eines Sesselliftes mit Beschneiungsanlage und Flutlicht

0,5 Mio würden Schierke mit Teller/Schleppliften schon in einen Wintersport Ort verwandeln ;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Januar 27, 2011, 10:07:16 Vormittag
Zitat
Schierke - Die Gemeinde Schierke am Brocken will ihre Attraktivität als Wintersportort mit einer Bobbahn erhöhen. Die neue Röhre, für die bis zu fünf Millionen Euro investiert werden, solle bis zum Jahr 2014 gebaut werden, sagte Ortsbürgermeisterin Christiane Hoppstock am Mittwoch und bestätigte entsprechende Medienberichte. "Es ist sicher, dass die Bobbahn kommt. Sie wird die Attraktivität von Schierke deutlich erhöhen." Die Finanzierung der 700 Meter langen Bahn, die auch von Touristen genutzt werden soll, sei noch nicht endgültig geklärt. Investoren hätten ihr Interesse bekundet. Die Bahn soll am Standort der jetzigen Natureis-Schlittenbahn entstehen.

Es ist doch noch gar nicht der 1. April ... die meinen den Ersatz der kurzen Rennrodelbahn am Fuß des Winterbergs? Für fünf Millionen Euro ?? Mein Beileid zu 100% Realitätsverlust und einer Steilvorlage zum sinnlosen Versenken unserer Steuergelder.

Da reden sich Lokal- und Landespolitik, Interessengruppen und Anwohner mehr als ein Jahrzehnt den Mund fusselig. Da wird ein hochrangiger Entwicklungsplaner für viel Geld mit einem Konzept für Schierke beauftragt. Da warten in Norddeutschland (und nicht nur dort) tausende von Wintersportlern darauf, dass es endlich losgeht mit der Einrichtung eines Skigebiets in Schierke. Und dann kommt jemand daher, der Einfluss hat, aber keinerlei Ahnung, und verballert ad hoc ein für den genannten Zweck dringend benötigtes Budget für etwas völlig anderes.

Es ist ein neuer Beweis dessen, was ich meine, wenn ich immer wieder sage: Ein einziger Hundehaufen auf 10 Quadratkilometer, und der Harz tritt mit traumhafter Sicherheit voll rein. Sprich: Immer wieder wird im Harz gezielt die sinnloseste aller Möglichkeiten angestrebt, wenn es darum geht, was man mit einem Budget X für den Wintertourismus tun kann.

Ja, ja, wenn das umgesetzt wird, werden "garantiert" tausende zusätzlicher Winter-Übernachtungsgäste nach Schierke kommen, um tagelang ganztags diese "Röhre" rauf und runter zu fahren.  :'(  Was für eine unglaublich blödsinnige Idee.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Januar 27, 2011, 11:39:50 Vormittag
Absolut unverständlich bzw. unvernünftig.

Eine derartige Anlage mag zwar für den einen oder anderen ganz interessant sein, ggf. auch für ambitionierte Bob-Fahrer, aber sie wird auf gar keinen Fall viele Gäste nach Schierke locken, die dann eine Woche dort übernachten, von Morgens bis Abends Bob fahren und dann ihr Geld beim Après-Ski (oder in diesem Fall Après-Bob) in Schierke lassen. Auch kann ich mir wirklich nicht vorstellen, dass gerade die Kur- und Wellnessgäste, die Schierke gerne in größerer Menge anlocken würde, ein derartiges Angebot wahrnehmen würden.

Nun ist Geld für den Wintersport da und es wird direkt auf dem Fenster geschmissen, für etwas, was sich in den nächsten 30 Jahren nicht refinanzieren kann und wird. Wie kommt man denn auf solche Ideen oder steht da ein Verein / eine Interessengemeinschaft hinter, die gerne Bob fährt?

Ich finde es so schade, dass diesen Januar im Harz an Skifahren nicht ernsthaft zu denken war — ein Blick ins Hochsauerland genügt allerdings um zu erkennen, dass es auch anders geht. Selbst als es wochenlang getaut hat sind und waren die Pisten dort mit 60 - 100cm Schnee bestens präpariert gewesen, weil sie im kalten Dezember bereits massig Schnee erzeugt haben, der bis in den Frühling reichen wird.

Es kommt doch niemand für länger als einen Tag in den Harz, bucht womöglich noch Wochen vorher, um dann im Urlaub zu merken, dass Wintersport aufgrund von zu wenig Schnee oder etwas zu viel Wind nicht angeboten werden kann.

Naja, aber so eine Bob-Bahn ist doch auch etwas einzigartiges — in St. Andreasberg sind die Zimmer im Sommer auch immer dauerhaft alle belegt, weil die Leute in Scharen zur Sommerrodelbahn pilgern.. ;-)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Januar 27, 2011, 11:48:44 Vormittag
Wenn die Einrichtung einer solchen Bobbahn Winterbesucher anziehen würde, dann hätten in den Mittelgebirgen und den Alpen schon 100 Orte vor dem verschlafenen Schierke so etwas realisiert. In diesem "Projekt" riecht es extrem nach Lobbyismus.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Januar 27, 2011, 12:04:57 Nachmittag
Ja, vor allem je mehr man darüber nachdenkt, desto weniger Sinn ergibt das Ganze.

Sofern mir bekannt ist soll ja von dem Konzept der ganze Ort profitieren, aber so eine Bob-Mitfahrt — denn mehr ist es ja nicht — macht man vielleicht 1-2 Mal um es auszuprobieren, wenn man keine Ambitionen hat es selber zu lernen und dann auf Zeit zu fahren. D.h. es wird kaum jemanden geben, der in Schierke aufgrund dessen Übernachten wird — es werden also eher wie gehabt die Tagesgäste mal für 1-2 Stunden vorbeischauen, ihre Fahrt machen und dann wieder weiterziehen.

Selbst für den Fall, dass so eine Bob-Bahn wirklich heiß begehrt sein sollte, so ist es doch auch nur ein Kanal, den man nur in Begleitung eines erfahrenen Bobfahrers mit-befahren kann. D.h. die Anzahl der Fahrten, die maximal durchgeführt werden können wären auch arg begrenzt und würden nicht annähernd an die Zahl der möglichen Skitouristen heran reichen. Abgesehen davon scheint das Vergnügen recht kostspielig zu sein — so kostet eine Mitfahrt im 4er Bob bei Jochen Schweizer etwa 110€. Allein das schließt ja schon aus, dass Gäste mehrere Tage in Schierke bzw. auf der Bahn verbringen.

Meiner Meinung nach kann man das — wie im Artikel auch beschrieben — zur Steigerung der Qualität eines Wintersportortes machen. Dazu müsste Schierke aber überhaupt erst einmal wieder ein ernstzunehmender Wintersportort werden. Als Investor würde ich mir auf jeden Fall gut überlegen, auf was man sich dort einlässt — es gibt deutlich wichtigere (und vielversprechendere) Investitionsvorhaben im Harz, die Unterstützung verdient hätten.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Januar 27, 2011, 12:55:12 Nachmittag
Hundert Prozent Zustimmung!

Hinzu kommt, dass die Schierker Rennrodelbahn in ihrer aktuellen Beschaffenheit viel zu kurz ist (ca. 300 Meter), um so ein Projekt zu tragen. Die oben genannten 700 Meter ergeben auch noch keine richtige Bobbahn. Eine "richtige" Bobbahn (http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Rennrodel-_und_Bobbahnen) ist mindestens 1300 Meter lang. Für die Realisierung einer solchen Bobbahn müsste man in Schierke den kompletten Hang des Winterbergs umgraben. Dagegen hätte die Einrichtung eines Skigebiets am Winterberg im Vergleich nahezu den ethischen Status eines Renaturierungsprojekts !
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Braeu am Januar 27, 2011, 05:05:56 Nachmittag
Wahrscheinlich handelt es sich um eine erste Infrastrukturmaßnahme im Rahmen eines neuerlichen Versuches der Olympiabewerbung. Es schließt sich der Ausbau des Hanges am Großparkplatz zum Abfahrtshang und die Ertüchtigung des Eisstadions an.

Also als bekennender Schierkefan fällt mir dazu nur noch ein: Dümmer geht's nimmer! (zumindest wenn das wirklich realisiert wird, was man aber wohl nicht glauben kann)

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Pistenbully am Januar 28, 2011, 12:28:45 Nachmittag
Das Problem: In dem Artikel heißt es, dass Investoren Ihr Interesse für den Bau einer Bobbahn bekundet hätten. Für die Erweiterung des Skigebietes, den Bau von Liften, Seilbahnen usw. gibt es bisher keine Investoren - so siehts aus. Und wenn ich die Kohle hätte, ich würde auch nicht darin investieren. Die Leute sind heute viel mobiler als früher. Wenn ich mich in Hamburg ins Auto setzte, dann bin ich in unter 7 Stunden im Allgäu/Kleinwalstertal - mit Schneegarantie. Da bucht doch kaum noch einer eine Woche Skiurlaub im Harz. Anstatt immer zu beklagen, dass so wenig Leute im Harz übernachten, sollte man lieber den Tages- oder den "verlängertes Wochenende" Tourismus stärken also z.B. ausreichend Parkplätze, Kinderbetreuung, Tagesgastronomie, Hotelangebote mit früher Anreise- später Abreisemöglichkeit usw. Der Harz hat ja nicht nur wintersporttechnisch den Anschluss verpasst. Auch die Hotel- und Gastronomielandschaft ist wirklich von gestern, nicht nur in Schierke. Es gibt Gegenden in Deutschland (z.B. Fleesensee) da ist absolute Pampa, und trotzdem fahren die Leute dort zum "Wellness Wochenende" aufgrund der schicken Hotels usw. hin. Ganz ehrlich, wer macht denn z.B. im alten Maritim Klotz in Braunlage zu überhöhten Preisen ein Wellness-Wochenende mit dem Charme der 70'er Jahre.
Ich halte den Bau einer Bobbahn in Schierke auch für sehr fragwürdig. Vielleicht bietet er aber auch Chancen. Es gibt in Deutschland ja kaum Bobbahnen, vielleicht bildet sich rund um die Bobbahn ja auch eine Art Leistungsszene (DSV-Stützpunkt, Sportinternat usw.). Dies wird aber nur gelingen, wenn die Bobbahn auch Wettkampfbedingungen erfüllt. Ein regelmäßig in Schierke stattfindener Bob-Weltcup könnte vielleicht den Namen Schierke wieder etwas bekannter machen und andere Wintersportangebote nach sich ziehen. Andererseits steht das Skispringen in Braunlage aufgrund der Aufwertung zum Damen-Weltcup möglicherweise vor dem aus, also ganz so einfach ist es nicht.
Wenn die Bobbahn ein privater Inverstor bezahlt - von mir aus. Aber Schierke sollte sein eigenes Geld lieber woanders verbauen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Januar 30, 2011, 09:36:26 Vormittag
Das stimmt natürlich — für eine ganze Woche sind 7 Stunden Anfahrt auch kein Problem — für ein Wochenende habe ich das ein Mal gemacht. War zwar lustig, aber aufgrund von Staus usw. verzögerte es sich dann doch deutlich und wir waren an einem Wochenende fast 22 Stunden Unterwegs, sodass es doch unverhältnismäßig anstrengend wurde.

Aber für ein langes Wochenende würden bestimmt einige aus der Region anreisen, sofern ein ausreichendes Angebot besteht — richtig ist aber leider auch, dass der Harz teilweise wirklich nur mit dem Charme der 70er aufwarten kann. Das bezieht sich nicht nur auf das Maritim in Braunlage, sondern auch auf viele private Ferienwohnungen, Pensionen oder die Gastronomie im Allgemeinen. Es gibt einige Ausnahmen, aber insgesamt wirkt das Gesamtbild leider etwas "muffig".

Ich hatte mich vor einer Weile mal nach einer Ferienwohnung für ein verlängertes Wochenende mit Freunden in Braunlage umgesehen, aber bei den meisten Wohnungen und Pensionen, die man so sieht scheint es so, als würde man in die Wohnung der eigenen Großmutter einziehen, die ihre zweckmäßigen Möbel aber schon seit 30 Jahren nicht mehr ausgetauscht hat. Wie gesagt, Ausnahmen gibt es immer, aber alles in allem müsste mal etwas mehr mit der Zeit gegangen werden und vor allem auch die jüngere Zielgruppe nicht ganz so ausgeschlossen werden.

Es gibt wenn man ehrlich ist abgesehen vom Skifahren oder Snowboarden an sich für junge Leute (sagen wir mal zwischen 18 und 30) keinen Grund länger als tagsüber im Harz zu bleiben (Studentenstädte wie Wernigerode und Clausthal mal ausgenommen). Ich finde besonders hier und beim Wochenendtourismus müsste mal konsequent und am besten auch im Verbund mit mehreren Orten / Skigebieten angesetzt werden.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 17, 2011, 08:24:27 Vormittag
Eine Bobbahn in Schierke halte ich ebenso wie Harzwinter für einen vorzegogenen oder verspäteten Aprilscherz. Neben den bereits angeführten Argumenten kann ich mir nicht vorstellen, dass unsere Freunde vom Nationalpark dies genehmigen werden, da jene ja in deren Gebiet gebaut werden müsste. Eine Sommer-Rennrodelbahn mit Geschwindigkeiten bis zu 77kmh existiert in Ilmenau, doch die ist dort auch kein touristischer Bringer, weil sie als normale Rodelbahn für Kids nichts taugt. Siehe:  http://hse-massivhaus.de/rci/  oder http://de.wikipedia.org/wiki/Rennschlittenbahn_Ilmenau !
So eine Bahn könnte ich mir in Schierke zumindest in der Theorie schon eher vorstellen, doch touristisch wäre sie flüssiger als flüssig d.h. überflüssig!!!

Ich hatte zweitweise Kontakt zur Stadt Wernigerode, weil ich denen mal ein Alternativkonzept zum Problem Schierke 2000 gesandt habe und ein positives Feedback aus dem Rathaus bekam. Das ganz große Problem für Schierke ist, dass man für das Projekt Schierke 2000 eigentlich den Gipfel des Gr. Winterberg braucht. Dieser wurde damals jedoch von der Nationalparkbehörde nicht freigegeben, sondern nur die seichten Flächen davor. Damaliger Leiter des NP und damit verantwortlich für diese hinderliche Entscheidung war Peter Gaffert, der heute Oberbürgermeister von Wernigerode ist. Ich sag mal, dass die sich ein sattes Eigentor geschossen haben.

So wird Schierke wohl noch längere Zeit in Sachen Wintersport ein Trauerspiel bleiben, wo die Verantwortlichen maximal Luftschlösser bauen können... Schade eigentlich!!! Passieren wird demnächst jedoch einiges im Orts- und Straßenbild von Schierke.

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 17, 2011, 08:57:27 Vormittag
Ich habe leider keine Informationen zum Stand der Förderanträge gefunden. Da das Vorhaben zu 90% von Fördergeldern abhängt, rechne ich in Schierke "demnächst" noch mit keiner Veränderung des Orts- und Straßenbildes. 
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 01, 2011, 12:16:23 Nachmittag
Haushalt ist beschlossen – Warten auf Fördergeldbescheide (Volksstimme.de  24.02.2011) (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/wernigerode/?em_cnt=1952582)
Zitat
Der Wernigeröder Stadtrat hat mit seinem Ja zum Haushalt den Startschuss für das Ortsenwicklungskonzept in Schierke gegeben. Werden die Fördergelder vom Land bewilligt, kann der erste Spatenstich erfolgen. Baudezernent Burkhard Rudo hat den Schierkern den "Wunsch-Fahrplan" für die Umsetzung vorgestellt.

Wernigerodes Baudezernent gab Einblicke in die Pläne zu einem der ehrgeizigsten Projekte der Stadt: dem Schierker Ortsentwicklungskonzept. [...] Rudo: "Die Realisierung nach dieser Zeitschiene ist nur möglich, wenn die von uns beantragten Fördergelder auch rechtzeitig fließen." [...]

Als Effekte des rund 40-Millionen-Euro-Investitionspakets erhoffen sich die Stadtväter: Stabilisierung der Einwohnerzahl, Verdopplung der Besucherzahl und Steigerung der Arbeitsplätze. Rudo wagte die Prognose und sprach von 281 Arbeitsplätzen. Etwa 770 Stellen könnten es sein, "wenn zu unseren Vorhaben auch private Geldgeber in das Hotelgewerbe investieren".

[...]

Bis 2015 sollte laut der Pläne Schierkes "neues Gesicht" erkennbar sein. "Was bis dahin nicht passiert ist, wird schwierig sein, noch umzusetzen", betonte Rudo. Denn 2013 würden sich die Bedingungen für Förderanträge ändern. "Deshalb müssen wir jetzt die Chance nutzen."

[...]

Der erste Spatenstich könnte bereits am 20. Juni erfolgen.

[...]

Ein neues Streugutlager und ein Carport für das Loipenspurgerät sollen für 50 000 Euro gebaut werden.

Ausser der Nachricht, dass ein Carport für das Loipenspurgerät gebaut werden soll, gibt es leider keine weitere Informationen zu Investitionen im Bereich Wintersport. 
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am März 01, 2011, 05:27:30 Nachmittag
Vielleicht reicht das Budget ja noch für ein Schild "Schierke 2000" auf dem Carport.   ;D   ;D   ;D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Falkenstein am März 22, 2011, 11:08:21 Nachmittag
Neues von Schierke 2000 gefunden auf hna.de
Zitat
Schierke . Schierkes Straßen und Gässchen winden sich wie ein Schlauch am 1142 Meter hohen Brocken entlang. Der kleine Harzort ist ein beliebtes Ausflugsziel. Doch es schmückt sich mit dem Charme vergangener Jahrzehnte, als der Ort eines der beliebtesten Urlaubsziele im Osten war.
Investitionen in Hotellerie und Tourismus hat es in den vergangenen Jahren kaum gegeben. Jetzt endlich hat Schierke ein Konzept: Bis zum Jahr 2015 sollen 40 Millionen Euro in die Ortsentwicklung fließen, in Straßen, Brücken, Parkplätze, neue Hotels und Sportangebote. Möglich macht das die Eingemeindung Schierkes in das schmucke Wernigerode im Juli 2009.
„Schierke hat ein riesiges Potenzial, das die Kernstadt Wernigerode um ganz wichtige Facetten ergänzt“, sagt Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos). „Wir schaffen den Rahmen, den die Investoren hier endlich bekommen müssen. Schierke muss ein Leuchtturm im Harz werden, eine Perle.“ Dafür hat Wernigerode Fördermittel bei Land, Bund und EU beantragt.
Flaniermeile wie am Meer
Das Konzept des Berliner Architekten Wolf-Rüdiger Eisentraut sieht vor, zunächst die Infrastruktur zu erneuern. Der 67-Jährige will den Ortskern am Kurpark für den Verkehr sperren und die Straße durch eine Flaniermeile nach dem Vorbild bekannter Ostseebäder ersetzen.
Brachliegende Flächen sollen genutzt, das Hotelangebot bis in die Luxusklasse angehoben und ein Kurzentrum gebaut werden. In einem zweiten Schritt soll eine Seilbahn von Schierke auf den Wurmberg fahren, eine Bobbahn gebaut und das alte Eisstadion modernisiert werden.
Kernstück der Arbeiten, die noch in diesem Jahr beginnen sollen, ist ein in den Hang gebauter Parkplatz. Mehrere Parkdecks bieten Platz für 1253 Autos. Auch ein Shuttle-Verkehr für Touristen ist vorgesehen. Ziel ist es, die Zahl der Übernachtungen in Schierke zu steigern, die Arbeitsplätze zu verdoppeln und die Einwohnerzahl zu erhöhen. Derzeit wohnen in dem Ort 660 Menschen, auf die rund 250 000 Übernachtungen pro Jahr kommen.
Christiane Hopstock ist seit mehr als einem Jahr Bürgermeisterin und betreibt selbst ein Hotel in Schierke. Sie weiß, dass endlich etwas geschehen muss. „Hier ist ja 20 Jahre fast nichts passiert“, sagt die 43-Jährige. Eng in die Planungen eingebunden ist auch die Nationalparkverwaltung Harz, denn Schierke liegt inmitten des Parkgeländes, das bis nach Niedersachsen reicht.
„Wir achten natürlich darauf, dass die Fläche unseres Schutzgebietes nicht negativ von den Plänen betroffen ist. Aber es gab schon einige Verbesserungen, die wir gemeinsam erreicht haben“, sagt Nationalparkleiter Andreas Pusch. (lni)
Ich hoffe, dass die Wurmbergseilbahn nicht die Planungen von Schierke untergräbt.
Denn die Seilbahn von Schierke auf den Wurmberg würde den Harz als Wintersportort sehr stark aufwerten.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am März 23, 2011, 07:23:31 Vormittag
Das stimmt auf jeden Fall — die Planungen hören sich abgesehen vielleicht von den Bedenken bezüglich der Bob-Bahn auch ganz gut an soweit. Einzig die Tatsache, dass sie den Ortskern für Verkehr sperren wollen halte ich für keine gute Idee — das haben sie hier wo ich wohne auch Anfang der 90er durchgesetzt und seitdem wirkt die Innenstadt Jahr für Jahr ausgestorbener, da es schwer ist Parkplätze in der Nähe zu bekommen und die Laufkundschaft entsprechend auch ausbleibt.

Früher konnte man wohl mal direkt in der Einkaufsstraße vor den Geschäften anhalten, was zumindest hier auch wieder mehr Sinn machen würde — wie das in Schierke aufgrund der Kurgäste ist kann ich allerdings nicht beurteilen, vielleicht ist die zusätzliche Ruhe dort sogar von Vorteil.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 23, 2011, 08:14:12 Vormittag
Zitat
[...] Bis zum Jahr 2015 sollen 40 Millionen Euro in die Ortsentwicklung fließen, in Straßen, Brücken, Parkplätze, neue Hotels und Sportangebote. [...]

In einem zweiten Schritt soll eine Seilbahn von Schierke auf den Wurmberg fahren, eine Bobbahn gebaut und das alte Eisstadion modernisiert werden. [...]

Ich wäre positiver gestimmt, wenn mehr zum Thema Pisten auf dem kleinen und großem Winterberg sowie der dazugehörenden maschinellen Beschneiung berichtet werden würde... ich bin Skifahrer und kein Seilbahnfahrer (den Technikfreaks gönne ich natürlich den Spaß). Für Investor finden, Planung und Genehmigung wird es jetzt langsam etwas eng, wenn es bis zum Jahr 2015 mit einem neuen Skiegebiet bei Schierke klappen soll.


Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2011, 08:15:40 Nachmittag
Goslarsche.de (08.04.2011): Millioneninvestitionen: Schierke plant den großen Wurf (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,189712.html)
(http://www.goslarsche.de/cms_media/module_bi/174/87080_0_gross_830_008_136914_reg_Schierk.jpg)
Zitat

[...]

Für 40 Millionen Euro soll Schierke zum attraktiven Urlaubsort aufgemöbelt werden. Die Planer wollen zudem den Wintersport anschieben. Helfen soll die lang ersehnte Skiabfahrt samt Seilbahn von Braunlage bis an den Rand Schierkes.

Die Träume für ein Schierke 2000, das zum St. Moritz des Harzes aufblühen sollte, sind schnöde geplatzt. Seit Schierkes Eingemeindung vor zwei Jahren nach Wernigerode hat Oberbürgermeister Peter Gaffert (50/parteilos) einen neuen Anlauf unternommen, um den rund 600 Meter hoch gelegenen Ort mit den 600 Einwohnern dorthin zu bringen, wo er sich gerne sehen würde: als Harzer Urlaubsort mit attraktivem Wintersportangebot und nationaler Ausstrahlung.

[...]


Neu - aus der Grafik zu erkennen - ist der kleine Skihang am Ortsrand von Schierke. Wenn die Breite der neuen Hexenritt-Piste so stimmt, wäre der obere Teil absolut carving tauglich und doppelt so breit wie die Nordhang-Piste. Der "Große Skihang" auf Schierker Seite wäre sehr breit aber unnötig kurz. Als Quelle wird die Stadt Wernigerode angegeben.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 11, 2011, 06:51:46 Vormittag
Na das sieht doch schon besser aus — sind das bisher eigentlich nur Pläne bzw. Ideen oder handelt es sich dabei schon um konkrete Vorhaben, die auf absehbare Zeit realisierbar sind?
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 11, 2011, 08:04:10 Vormittag
Ja, die Ortsnahe Piste "kleiner Skihang" ist eine positive Neuerung, ich nehme an die wird über den gelben Weg an die Talstation der Schierke Seilbahn angebunden werden.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 11, 2011, 12:50:17 Nachmittag
Bis auf den "Kleinen Skihang" in Schierke, der für Harzer Verhältnisse schon sensationell wäre, ist alles Geschriebene die aufgewärmte alte Suppe. Wie die Wintersportler vom Parkplatz zur Seilbahn kommen sollen, wird nach wie vor nicht beschrieben.

Zitat
Für rund 40 Millionen Euro soll die am Fuße des Brockens gelegene Gemeinde umgekrempelt werden [...] Im Wege des vorzeitigen Maßnahmebeginns sollen die ersten Arbeiten im Mai beginnen. EU, Bund und Land finanzieren 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten [...].

Wenn das so stattfindet, wäre es nahe am 8. Weltwunder. So spät noch auf EU-Mittel zu hoffen, die es offiziell bis 2013 gibt und die inoffiziell schon 2011 erschöpft sind, ist mehr als optimistisch. Aber das ist die beste Grundhaltung für die Durchführung des Projekts!  ;D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 11, 2011, 07:49:15 Nachmittag
Den "kleinen Skihang" könnten die Schierker ohne Zustimmung aus Niedersachsen bauen. Das wäre doch schon mal etwas für die Saison 2011/2012.  ;D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 11, 2011, 08:35:08 Nachmittag
Insgesamt wären alle Maßnahmen wohl, was die Attraktivität des Wurmbergs bzw. der ganzen Skiregion angeht, sehr förderlich. Kommt es mir eigentlich nur so vor oder wird in den sagen wir mal letzten 6 Monaten wirklich sehr viel im Harz geplant und hoffentlich zügig realisiert? Auch in anderen Orten scheint es ja durchaus Investoren zu geben, die — wenn auch auf anderen Gebieten und in kleinerem Rahmen — Geld in die Hand nehmen, um etwas auf die Beine zu stellen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 11, 2011, 09:32:37 Nachmittag
Kommt es mir eigentlich nur so vor oder wird in den sagen wir mal letzten 6 Monaten wirklich sehr viel im Harz geplant und hoffentlich zügig realisiert?

Kommt auf wo "im Harz" an und was geplant wird.   ;D

- Stadtsanierungen Wernigerode, Ilsenburg, Quedlinburg: Wurden schon zeitig nach der deutschen Wiedervereinigung geplant und umgesetzt.
- Schierke 2000: Geplant seit der deutschen Wiedervereinigung; Konkretisierung der Pläne seit ca. 2007 (Loipenhaus) und aktuell (Konzept Eisentraut usw.); Umsetzung offen.
- Seilbahnen Thale: Ersatz Sesselbahn Rosstrappe und Ausbau zum Freizeitzentrum schon vor einigen Jahren; Ersatz Seilbahn Hexentanzplatz 2011.
- Ausbau Wurmberg: Selbst falls die Pläne schon 2000 in der Schublade gelegen haben sollten, wäre nach dem Neubau der Wurmbergseilbahn so schnell nichts finanzierbar gewesen. In Diskussion seit ca. 2008, Umsetzung offen.
- Hahnenklee/Bocksberg: Ersatzbedarf schon vor 2000; konkrete Planungen unter dem Druck der Stilllegung seit ca. 2009, Umsetzung durch Wiegand wahrscheinlich.
- Seit ca. einem Jahr werden Investitionsbedarf und Planungen verstärkt öffentlich diskutiert. In Sachen Wintersport haben Foren wie dieses ja vielleicht ein wenig dazu beigetragen.  ;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 11, 2011, 11:34:19 Nachmittag
[...] In Sachen Wintersport haben Foren wie dieses ja vielleicht ein wenig dazu beigetragen.  ;)

Das wäre sehr schmeichelhaft, wen dem so wäre, aber wir sollten den Einfluß dieses Forums nicht überschätzen.  8)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 12, 2011, 07:24:30 Vormittag
Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Ganze nun etwas intensiver öffentlich diskutiert wird, weil viele Orte im Harz schlicht gemerkt haben, dass sie in den letzten 10 bis 20 Jahren oder gar noch länger den Anschluss an vergleichbare Ferienregionen in vielerlei Hinsicht verloren haben und das so zu sagen womöglich die letzte Richtige Chance ist ein wenig aufzuholen.

Man darf ja nicht ausser Acht lassen, dass der Tourismus gerade für den Oberharz eine große Rolle spielt und dort sollte die Entwicklung der letzten Jahre schon Anlass zur Sorge sein.

Ob ein Forum wie dieses etwas dazu beiträgt kann man nicht so recht sagen — was ich mir vorstellen könnte ist, dass einige der Verantwortlichen hier schon ab und zu mitlesen und an sich gerne für Ideen und Vorschläge offen sind. Ein Beispiel wäre das Airboarding, wonach ich bei der Wurmberg Seilbahn nachgefragt habe und die Antwort bekam, dass ich es — wenn noch möglich — so schnell ich kann mal ausprobieren kann, da es unter Umständen eine gute Alternative wäre, wenn noch nicht ganz so viel Schnee liegt oder aber später als Ergänzung für die Rodelpiste.

Es gibt da ja noch so viele weitere Ideen, die man verhältnismäßig einfach realisieren könnte, von daher bin ich sehr gespannt, was sich am Ende wirklich aus den ehrgeizigen Plänen ergibt! :-)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 03, 2011, 09:25:44 Nachmittag
Skischaukel: Von Schierke über Winter- und Wurmberg nach Braunlage (Goslarsche.de 03.05.2011): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,194459.html)

Zitat
SCHIERKE. Noch sind es Visionen. „Wir haben keinen Investor und keine Zusage für die Umsetzung“, erklärte Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert. Dennoch habe die Stadt die Planungen für ein Skisportzentrum in Schierke in Auftrag gegeben.

Winterberg-Tor heißt dieses Zentrum bei Professor Wolf-Rüdiger Eisentraut, der das 35-Millionen-Euro-Projekt am Montagabend vorstellte.

Über eine Seilbahn soll es von Schierke aus künftig über den Winterberg zum Wurmberg gehen. Von Niedersachsens Gipfel entsteht in seinem Plan eine 2,7 Kilometer lange Abfahrt nach Schierke. Diese Abfahrt ist allerdings wegen ihrer geringen Steigung von durchschnittlich nur 10 bis 13 Prozent alles andere als spektakulär.

Spektakulär dürfte hingegen die Querung der Wettkampfloipe am Winterberg sein. Eisentraut stellt sich vor, dass die alpinen Skifahrer über eine Brücke über die Skilangläufer hinwegfahren. Weiter soll an der Mittelstation am Winterberg ein weiterer Skihang in Richtung Schierke entstehen, der auch einen Schlepplift erhalten soll.

Gaffert würde als Investoren gerne die Wurmbergseilbahn-Gesellschaft gewinnen. Doch deren Geschäftsführer Marcus Gross ist wegen des zu geringen Gefälles nicht gerade euphorisch. Zudem soll in den Skisport auf dem Wurmberg auch auf westlicher Seite investiert werden, und zwar in Höhe von insgesamt 7,5 Millionen Euro.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 04, 2011, 09:21:32 Vormittag
Gäääähn ... (http://www.harzwinter.de/alpinforum/uebergreifend/gaehnen.gif)
Inhaltliches Wiederkäuen für die Vorbereitung aufs Sommerloch. Ziemlich früh dieses Jahr.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Mai 04, 2011, 09:38:27 Vormittag
Liegt daran, dass der Sommer dieses Jahr schon so früh seine Fühler ausgestreckt hat — da kann man das obligatorische Sommerloch schonmal vorziehen. :-)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 04, 2011, 09:56:37 Vormittag
 :D naja es wird schrittweise konkreter:

- eine Seilbahn von Schierke über den Winterberg zum Wurmberg
- ein 2,7 km langer Ziehweg nach Schierke mit einem durchschnittlichem Gefälle von 10% bis 13% (entspricht in etwa der Bratwurst-Abfahrt).
- eine Brücke über die die Skifahrer und Snowboarder über die Skilangläufer hinwegfahren
- an der Mittelstation ein Skihang in Richtung Schierke entstehen, der einen Schlepplift erhalten soll

Mit diesen Vorstellungen konnten sie die Wurmberg-Seilbahn noch nicht begeistern (wie auch? Geschätzte Verdoppelung der Betriebskosten bei nur ca. 15% mehr Pistenkapazität) und bewerben die Vision nun öffentlich.

Das schöne an Visionen ist, das man frei von Zwängen neue Ideen entwickeln kann. Jetzt wird aufgrund der Vision die Planung für ein Skisportzentrum in Schierke in Auftrag gegeben. Ich gehe davon aus, das dazu dann auch eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie gehört.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Mai 04, 2011, 10:50:18 Vormittag
Konkreter ja — aber im Prinzip werden einfach nur Ideen in den Raum geworfen, ohne dass eine Umsetzung in Aussicht steht. Davon abgesehen sehen die bisherigen Pläne eher so aus, als wenn die Pisten "Beigaben" wären und es in erster Linie darum geht Schierke irgendwie an den Wurmberg anbinden zu können. Wenn es nur darum geht, wäre es dann nicht günstiger einfach im Winter einen kostenlosen Skibus von Schierke nach Braunlage anzubieten?

Insgesamt immerhin schön zu sehen, dass sich etwas tut — die Pläne der Wurmbergseilbahn für den Berg finde ich alles in allem aber deutlich schlüssiger und durchdachter, sowohl was den Winter als auch den Sommer angeht.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Mai 04, 2011, 11:26:01 Vormittag
:D naja es wird schrittweise konkreter:

- eine Seilbahn von Schierke über den Winterberg zum Wurmberg
- ein 2,7 km langer Ziehweg nach Schierke mit einem durchschnittlichem Gefälle von 10% bis 13% (entspricht in etwa der Bratwurst-Abfahrt).
- eine Brücke über die die Skifahrer und Snowboarder über die Skilangläufer hinwegfahren
- an der Mittelstation ein Skihang in Richtung Schierke entstehen, der einen Schlepplift erhalten soll

Nö, immer noch gäääähn! ;)

Zitat
- eine Seilbahn von Schierke über den Winterberg zum Wurmberg

Ist einfach nur schlecht recherchiert, weil eine Seilbahn sowohl vom Kleinen als auch vom Großen Winterberg aus entweder zunächst bergab in den Winterbergsattel führen müsste, was als Wintersportzubringer keinen Sinn macht, oder bei Direkttrassierung einen sehr großen Bodenabstand des Spannfelds hätte, was Harzer Windverhältnissen in keiner Weise gerecht wird. Darüber hinaus liegt der Große Winterberg ja nach wie vor im NP.

Zitat
- ein 2,7 km langer Ziehweg nach Schierke mit einem durchschnittlichem Gefälle von 10% bis 13%

Das steht (ohne die ganz konkreten Zahlenangaben) so auf www.harzwinter.de seit 2004.

Zitat
- eine Brücke über die die Skifahrer und Snowboarder über die Skilangläufer hinwegfahren

Das ist in anderen Wintersportgebieten Standard und recht einfach per Holzbrücke zu realisieren.

Zitat
- an der Mittelstation ein Skihang in Richtung Schierke entstehen, der einen Schlepplift erhalten soll

Das ist ebenfalls Stand 2004, genau so wie das leidige Thema sinnlose Seilbahn-Mittelstation kurz vor der Bergstation, die das Projekt nur unnötig verteuert. So lange die Mittelstation nicht wegdefiniert ist, ist das Projekt aus meiner Sicht nicht als konkret zu betrachten.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 05, 2011, 03:27:09 Nachmittag
Dirk Nüsse gegen weitere Seilbahn auf den Wurmberg (Goslarsche.de 04.05.2011): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/braunlage_arid,194710.html)
Zitat
BRAUNLAGE. Gegen den Bau einer weiteren Seilbahn auf dem Wurmberg spricht sich Dirk Nüsse, Leiter der Wurmbergseilbahn Braunlage aus. In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Kreisentwicklung und Tourismus sagte er, dass eine weitere Bahn nicht wirtschaftlich geführt werden könne.

[...]

„Wir müssen dringend etwas tun, damit wir auch außerhalb des Winters, die Leute auf den Wurmberg locken“, sagte Nüsse. Mit dem Bike-Park, den Monster-Rollern, dem Spielplatz und den Tiergehegen seien bereits einige Dinge geschaffen worden. „Das ist dringend nötig, damit wir eine einigermaßen gute Auslastung das gesamte Jahr über hinbekommen. Ansonsten müssten wir die Bahn nur im Winter betreiben“, erklärte er.

Wenn nun aber eine weitere Seilbahn von Schierke aus auf den Wurmberg gebaut werde, deren Länge (zwei Kilometer) einen Kilometer kürzer sei, und die im Gegensatz zu der Seilbahn in Braunlage öffentlich gefördert werde, dann habe diese Bahn einen klaren Wettbewerbsvorteil. Zudem planten die Schierker, keine weiteren Attraktionen auf dem Wurmberg zu schaffen, sodass auch nicht unbedingt mehr Urlauber mit der Bahn fahren würden.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 05, 2011, 09:09:16 Nachmittag
Finanzminister Möllring im Interview: Staunen über den streitenden Harz (Goslarsche.de 05.05.2011): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,194941.html)
Zitat
HARZ/HANNOVER. Als Vorsitzender der Tarifgemeinschaft der Länder hat sich Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring den Ruf eines harten Verhandlungsführers erworben.

[...]

Möllring beklagt zwar das Fördergefälle zu den neuen Bundesländern, der Minister meint aber die Landesregierung könne „da leider nichts machen. Gegen diese Investitionskostenzuschüsse, wie sie etwa in Sachsen-Anhalt gezahlt werden und die die Unternehmen locken, ihre Standorte zu verlegen, ist schwer anzukämpfen“.

[...]

Auch bei der Diskussion um eine Skiabfahrt von Braunlage nach Schierke bemängelt Möllring Uneinigkeit. „Betrachtet man zum Beispiel unser europäisches Ausland, etwa die Schweiz, so ist es andernorts selbstverständlich, dass eine Skikarte für mehrere Regionen genutzt werden kann.“

[...]

Titel: Rückschlag für Schierkes Millionenpläne
Beitrag von: Harzwinter am Juli 19, 2011, 03:39:18 Nachmittag
Zitat
Rückschlag für Schierkes Millionenpläne
19.07.2011

SCHIERKE. Für 40 Millionen Euro soll Schierke ein attraktives Erscheinungsbild erhalten und für weitere Millionen zu einem alpinen Skigebiet ausgebaut werden. Nun liegen die Pläne auf Eis. Das Land zögert mit den Bewilligungen und schraubt die Erwartungen runter. Einen Baustart 2011 gibt es nicht und voraussichtlich deutlich weniger Geld.

Quelle: Goslarsche Zeitung 19.7.2011 (http://www.goslarsche.de/Home/startseite/harzticker_arid,209688.html)

Die nächste Warteschleife fürs "ewige Projekt" ist somit eingeläutet. Gääähn ...
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Juli 20, 2011, 09:19:58 Vormittag
Leider ist die Online-Ausgabe nicht so ergiebig mit Hintergrundinformationen.
Weiß denn jemand mehr? Ich habe mal im Internet weiter geschaut. Es sieht
so aus, dass es keine weitere Informationen gibt.
Oder steht in der gedruckten Ausgabe der Goslarschen Zeitung mehr?
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 20, 2011, 10:44:31 Vormittag
Der vollständige Artikel:

Weniger Geld, ungewisser Baustart: Rückschlag für Projekt Schierke (Goslarsche.de 19.07.2011): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,209778.html)
Zitat
SCHIERKE. Die Pläne, Schierke mit Millionenaufwand als Urlaubsort aus dem Dornröschenschlaf zu wecken und als Wintersportziel mit nationaler Ausstrahlung zu etablieren, haben einen Rückschlag erlitten.

Sicher ist, dass es dieses Jahr keinen Baustart mehr für die umfangreichen Arbeiten geben wird. Und statt des Zieles, für 90 Prozent der förderfähigen Arbeiten Hilfen in Anspruch zu nehmen, ist nur noch von maximal 60 Prozent die Rede.

Andreas Meling, Büroleiter von Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos), bestätigt: „Ja, dieses Jahr passiert nichts mehr.“ Aus dem Rathaus von Wernigerode dringt leise Kritik. Während des Landtagswahlkampfes seien viele Hoffnungen geweckt worden. Meling sagt, das Land unterstütze die Planungen weiter, aber die Förderprogramme seien „überzeichnet“, mit anderen Worten: Die Anträge übersteigen das Maß der abrufbaren Mittel.

Die im Kreis Harz erscheinende „Volksstimme“ meldet, das Vorhaben sei im bisherigen Umfang gefährdet. Ein Treffen von Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU), Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) und Manfred Maas, dem Chef der Investitionsbank, mit der Verwaltungsspitze aus dem Rathaus in Wernigerode sei ergebnislos zu Ende gegangen.

Man geht davon aus, dass die Strukturförderung der EU für Sachsen Anhalt (von daher stammt das Geld nämlich) ab 2014 halbiert wird. Hoffentlich klappt es mit dem Integriertem Ortskonzept Schierke Projekt noch vorher. Nach 2014 wird es dem Ost-Harz wie dem West-Harz nach Wegfall der Zonenrandförderung ergehen und die Fördermittel werden wahrscheinlich für den Erhalt der Infrastruktur benötigt.  
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 03, 2011, 10:09:13 Vormittag
Die Meinung eines Andreasbergers zum Thema Schierker Skigebiet am Wurmberg: http://www.kuvv.de/wurmberg.html
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 04, 2011, 11:38:42 Vormittag
Interessant, hier der casus knaxus:
Schierke und der Wurmberg (Hagen Kilburg, 2. Juni 2011 ) (http://www.kuvv.de/wurmberg.html)
Zitat
[...]

Aus Sicht unseres östlichen Nachbarn macht das Projekt Sinn. Die einzige touristische Schwachstelle des Oberharz im Unterharz am Brocken ist der Mangel an alpinen Skiabfahrten. Mit der Verwirklichung der Pläne wäre diese Schwachstelle spektakulär beseitigt. Die Gäste fahren ab Schierke mit der Seilbahn auf den Wurmberg, benutzen dort vielleicht einige Male die Abfahrten auf der westlichen Seite, gegen Abend gleiten sie stressfreie 2,7 Kilometer zurück nach Schierke in ihr Quartier. Bleiben zwei Fragen: Was hätte Braunlage davon? Warum sollte ein alpiner Skifahrer dann noch in Braunlage Quartier nehmen, wenn alle Vorteile, aber auch wirklich alle, in Schierke konzentriert sind?

[...]

Dem möchte ich noch hinzufügen: Was hätte ein Investor davon, eine kostenintensive Seilbahn ohne nennenswertes Skigebiet zu betreiben? Welche bisher nicht vorhandenen Attraktionen sollen zusätzliche Gäste nach Schierke locken? Wie soll der Erhalt der neuen Infrastruktur nach Wegfall der EU-Sonderförderung finanziert werden?

Ich teile die hier oft geäußerte Meinung, dass sich für eine Seilbahn Schierke-Wurmberg solange kein Investor finden wird, bis eine Skigebietserweiterung Richtung Schierke wirtschaftlich tragfähig ist. Dafür muss der Nationalpark auch die Flächen am Wurmberg-Nordhang und am großem Winterberg freigeben.

Außerdem erscheint mir die Erschließung des neuen Skigebietes durch die Wurmberg-Seilbahn als beste und vermutlich einzig sinnvolle Lösung (oder will man wirklich eine 2-Ticket Lösung?). Zur Zeit kommt es mir aber immer noch so vor, als ob der Schwanz (Schierke) versucht mit dem Hund (Wurmberg-Seilbahn) zu wedeln.


Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 04, 2011, 03:34:12 Nachmittag
Das Problem ist aber auch die Landes- und Gemeindegrenze. Selbst wenn man sich den NP Harz auf Sachsen-Anhaltiner Seite "wegdenkt", müssten immer noch die Gemeinde Schierke und das Land Sachsen-Anhalt dem Bau und Betrieb von Wintersportanlagen im Bodetal und am Winterberg durch die niedersächsische Wurmbergseilbahn zustimmen. Bevor die das tun, ist das Wurmbergmassiv auf natürliche Weise abgetragen.  ;D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 04, 2011, 06:45:06 Nachmittag
Abgesehen von der mir völlig unverständlichen "Oberharz am Brocken"-Posse, ist mir keine Feindseligkeit der Ostharzer gegenüber den Westharzern bekannt und auch im Westharz denkt man (siehe Bocksberg-Seilbahn) auch Feindbild-frei. Wenn man eine Lösung Wurmberg-Seilbahn + weitere Gesellschaft wählt, hätte man gegenüber der Wurmberg-Seilbahn Lösung den doppelten Verwaltungsoverhead und höheren Material- und Betriebsaufwand. Der Gast möchte zudem eine 1-Ticket Lösung für das Skigebiet Braunlage-Schierke. Ein Verbundticket wird daher früher oder später immer passieren. Da der Preis eines Tickets auch nicht unabhängig von den Preisen in anderen Skigebieten gestaltet werden kann, wäre der Gewinn einer Zwei-Gesellschaften-Lösung geringer als bei der Wurmberg-Seilbahn-Lösung. Daher wären auch die Einnahmen der Stadt Braunlage und der Stadt Wernigerode am Brocken durch Steuer und Pacht geringer.

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 04, 2011, 11:31:08 Nachmittag
Also die Lösung und Aufteilung wäre doch eigentlich ganz einfach, wenn wir uns den NP mal wegdenken (Träum):

1. Eine Seilbahn wird vom Wurmberg bis zum Bahnhof Schierke gebaut mit zwei Mittelstationen (oberhalb des Eisstadions Richtung kl. Winterberg und an der Kirche bei jetzigen Brocken-Coaster - jener soll ja im Ortsentwicklungskonzept verlegt werden in Richtung kl. Winterberg)
Mit einer solchen Seilbahn hätte Braunlage Brockenanschluss und Schierke Wurmberganschluss und alle wären glücklich!!! Da die Seilbahn ein touristisches Highlight wäre, gelangt man doch so auf einer Achse von Braunlage bis nach Wernigerode.
Betreiber der Seilbahn Wurmberg/Bhf. Schierke sollte die HSB sein. Die Wurmbergseilbahn erteilt das o.k., da mit dieser Verbindung und Kombitickets die Wurmbergseilbahn im Sommer eine Top-Auslastung bekommen würde.

2. Die Stadt Wernigerode baut einen Sessellift samt Pisten auf dem gr. Winterberg sowie die Übungslifte im Tal

3. Die Wurmberseilbahn baut einen Sessellift samt Pisten am Nordhang bis ins Bodetal und SA gibt o.k. dafür.

Damit hätte der Harz ein Sommer- und Winterhighlight. Über Ski-data kann der Liftverbund problemlos erfasst und unter den Beteiligten sauber verteilt werden. Die Investitionskosten wären kräftemäßig auch relativ gut gesplittet.

Doch ohne eine Flächenfreigabe durch den NP wird diese idee auch beim besten Willen der anderen Parteien eine Utopie bleiben...   
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 05, 2011, 10:06:29 Vormittag
Zum Thema Seilbahn-/Schmalspurbahn-Strecke Braunlage-Brocken:

1. Seilbahnkonzept: Seilbahn-Mittelstationen sind technisch sehr, sehr aufwändig und entsprechend teuer. Ich persönlich sehe schon in nur einer Mittelstation für eine potenzielle Seilbahn Schierke-Wurmberg einen kostenseitigen Showstopper. Aber ich denke, das Konzept bekommt mittelfristig unfreiwillige Unterstützung aus dem Nordischen Skisportlager ... Wie den Medien vor wenigen Tagen zu entnehmen war, gibt es auf der Wurmbergschanze wegen mangelnder Infrastruktur vorerst keine internationalen Skisprungwettkämpfe mehr. Ich bin ziemlich sicher, dass den hohen Verbandswürdenträgern dabei u.a. sauer aufstößt, dass die "armen" Sportler ihre Springerski nach dem Sprung selbst auf die Schanze zurücktragen müssen (was für eine Zumutung im Jahr 2011!  ;D ). D.h. früher oder später wird es am Wurmberg einen Schanzenlift geben, am ehesten wohl eine Sesselbahn. Damit entfällt die Notwendigkeit, eine "Wurmbergbahn" von Schierke aus bis hinauf auf den Gipfel bauen zu müssen. Die potenzielle Seilbahn könnte von Schierke aus ohne Mittelstation bis an die Landesgrenze fahren und keinen Meter weiter, was den länderübergreifenden Genehmigungs-Hickhack einspart. Der Fahrgast liefe die paar Meter zwischen Seilbahn- und Sesselbahnstation durch den Winterbergsattel und würde die Fahrt mit der Schanzen-Sesselbahn zum Gipfel fortsetzen. Das ist nicht barrierefrei, aber das sind die HSB-Züge auch nur sehr bedingt. Zwischen Schierker Kirche und Brockenbahnhof könnte statt der doch sehr kurzen Seilbahnstrecke ein breites Förderband die Arbeit übernehmen, wenn man Vollmechanisierung unterstellt. Die räumliche Trennung zwischen Schierke und seinem Brockenbahnhof ist schon doof ...

2. Auslastung: Stellen wir uns die "Bahn"fahrt Braunlage - Wurmberg - Schierke - Brocken (oder Wernigerode) mal preislich ohne Kombiticket vor. Die Fahrpreise von heute (Erwachsenentarif einfache Fahrt):

Braunlage - Wurmberg EUR 7
Wurmberg - Schierke EUR 7 (fiktiv)
Schierke - Brocken EUR 18

Summe EUR 32; für ein kinderloses Paar also EUR 64 - wohlgemerkt für die einfache Fahrt. Hm.

Für eine vierköpfige Familie hin und zurück (ich führe hier nun Manitous Idee fort, dass eine Seilbahn am Winterberg von der HSB betrieben würde und unterstelle, dass die HSB dazu ihre Ticketpreise um 10% anheben würde):

Wurmberg Familienkarte EUR 30
HSB Familiencard EUR 75 (inkl. fiktiver Preiserhöhung)

Summe EUR 105

Für einen Bahn-Ausflug von Braunlage zum Brocken überträfe dieser Betrag das Preisniveau für beispielsweise einen Familien-Seilbahnausflug vom Vierwaldstättersee auf die Rigi, der für sich gesehen schon teuer ist, erheblich. Die Benutzung von drei Seilbahnen für eine Fahrt von Braunlage zum Brocken würde das Portemonnaie ihrer potenziellen Zielgruppe sprengen. Eine Sommerauslastung der übergreifenden Strecke wäre mit unsubventionierten Preisen aus meiner Sicht nicht zu erzielen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 05, 2011, 12:00:55 Nachmittag
Der Plan hat noch einen kleinen Schönheitsfehler: Der HSB wäre ein denkbar schlechter Partner für jeden wirtschaftlich arbeitenden Partner. Der HSB ist ein stark defizitärer Betrieb, der jedes Jahr mit Millionenzuschüssen von diversen Städten und Gemeinden künstlich am Leben erhalten wird. Ich gehe davon aus, dass nach dem planmäßigem Wegfall der EU Strukturförderung für Sachsen-Anhalt die Zuschüsse für den HSB reduziert werden müssen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 05, 2011, 03:48:52 Nachmittag
... und noch ein Problem, was eine potenzielle Anbindung des Schierker Brockenbahnhofs an irgendeine Art von Seilbahnlösung angeht: Der Bahnhof liegt bereits auf dem Terrain des Nationalparks, der gleich hinter der Schierker Bebauungsgrenze beginnt.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 13, 2011, 04:38:16 Nachmittag
Erste Millionen für Stadterneuerung in Schierke (Goslarsche.de 13.10.2011): (http://www.goslarsche.de/Home/startseite/harzticker_arid,226576.html)
Zitat
SCHIERKE. Für die Modernisierung und den Stadtumbau von Schierke zu einem modernen Tourismus- und Wintersportort erhält die Stadt am Donnerstag rund 8 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsministerium in Magdeburg.
[...]
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 13, 2011, 08:15:05 Nachmittag
Förderbescheid übergeben: Millionen für Stadtumbau in Schierke  (13.10.2011): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,226679.html)
Zitat
SCHIERKE. Es soll der große Wurf für Schierke werden: Für 40 Millionen Euro soll der Tourismusort ein neues Gesicht bekommen und zu einem zeitgemäßen Urlaubsort aus- und umgebaut werden. Doch statt der erhofften 40 fließen zunächst 7,9 Millionen Euro.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) überreichte im Beisein von Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) am Donnerstagnachmittag beim Brockenstammtisch einen Förderbescheid an Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos).

Von dem ersten Fördergeld für das Großvorhaben in Braunlages Nachbarschaft sollen Straßen und Brücken gebaut werden, erklärte Andreas Meling, Sprecher von Oberbürgermeister Gaffert. Kommendes Jahr sollen die Arbeiten in Wernigerodes Ortsteil Schierke beginnen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 14, 2011, 09:07:25 Vormittag
Als ich die Zahl 7,9 Millionen Euro gelesen habe, dachte ich: "Für den Bau von zwei Kreiseln wird's vielleicht reichen, für Ortsumgestaltung oder wintersportliche Infrastruktur nicht mal entfernt." Drei Zeilen tiefer stand dann "Straßen und Brücken", da musste ich schon ein wenig grinsen.  ;D  Dem Gast ist mit der aktuellen Budgetrunde also noch nicht gedient, aber immerhin den Anwohnern.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 14, 2011, 11:04:29 Vormittag
Die Stadt Wernigerode und das Land Sachsen-Anhalt müssen sich ziemlich sicher sein, das sie die neuen Brücken und Straßen wegen der zukünftigen massiven Steigerung der Gästezahlen benötigen werden, sonst würden sie sich nicht einen so großen Schluck aus der Förderpulle genehmigen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 17, 2011, 08:50:31 Nachmittag
http://www.wernigerode.de (http://www.wernigerode.de/de/news-details/mehr-als-7-mio-euro-fuer-die-infrastruktur-entwicklung-des-ortes-schierke-20023538.html)
Zitat
Mehr als 7 Mio. Euro für die Infrastruktur-Entwicklung des Ortes Schierke: Wolff überreicht Fördermittelbescheid an die Stadt Wernigerode

Anlässlich des Brockenstammtisches, der am 13.10.2011 zum 76. Mal stattfand, hat Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Prof. Birgitta Wolff dem Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode, Peter Gaffert, einen Fördermittelbescheid über mehr als 7 Mio. Euro zur infrastrukturellen Erschließung des Wernigeröder Ortsteils Schierke überreicht.

Mit dem Zuschuss, an dem das Land, der Bund und die Europäische Union beteiligt sind, sollen Brücken über die Bode errichtet und die Sandbrinkstraße ausgebaut werden. Die Investitionskosten für diese Maßnahmen, die am 1. November 2011 begonnen und am 30. Juni 2014 beendet werden sollen, belaufen sich auf 7,9 Mio. Euro. Sie sind Teil eines Ortsentwicklungskonzepts für den Ort, das die Stadt Wernigerode vorgelegt hat.

Ministerin Birgitta Wolff sagte: „Der schöne Luftkurort Schierke ist über viele Jahre hinweg weit hinter seinen Möglichkeiten zurückgeblieben. Mit dem nun vorliegenden Ortsentwicklungsplan ist ein erster, zukunftsweisender Schritt dafür getan, dass der Ort seine besondere Lage am Brocken nutzen und seine einstige Attraktivität als Kurort nicht nur wiedergewinnen, sondern auch in neuer Qualität ausbauen kann. Aus Landessicht gehört die weitere Entwicklung Schierkes zu den wichtigen touristischen Infrastrukturvorhaben.“

Oberbürgermeister Peter Gaffert sagte: „Ich freue mich riesig für Schierke, für Wernigerode und die gesamte Harzregion über die Förderung, die uns in unseren Bemühungen zur Aufwertung des Tourismusstandortes unterhalb des Brockens maßgeblich voranbringen wird. Wir sehen in der finanziellen Unterstützung durch das Land ein positives Signal zur weiteren touristischen Entwicklung im Harz. Somit kann im nächsten Jahr mit den geplanten und dringend notwendigen Baumaßnahmen begonnen werden - und der Startschuss für eine der größten touristischen Infrastrukturmaßnahmen ist gegeben.“

Der genannte Ortsentwicklungsplan beinhaltet u. a. die städtebauliche Entwicklung (Wiedergewinnung der Mitte, Ortsbildgestaltung), die verkehrliche Erschließung (Straßenbau, Parkplatzgestaltung), die kurörtliche und touristische Erschließung (Kurhaus, Erschließung der Wanderwege, Tourismusinformation, Investitionen in Hotels, Trendsport) und die Entwicklung eines kulturellen Angebotes (Museen, Kulturveranstaltungen). Insgesamt sollen Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von rund 35 Mio. Euro gefördert werden.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 18, 2011, 09:07:28 Vormittag
Zitat
Der genannte Ortsentwicklungsplan beinhaltet u. a. die städtebauliche Entwicklung (Wiedergewinnung der Mitte, Ortsbildgestaltung), die verkehrliche Erschließung (Straßenbau, Parkplatzgestaltung), die kurörtliche und touristische Erschließung (Kurhaus, Erschließung der Wanderwege, Tourismusinformation, Investitionen in Hotels, Trendsport) und die Entwicklung eines kulturellen Angebotes (Museen, Kulturveranstaltungen). Insgesamt sollen Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von rund 35 Mio. Euro gefördert werden.

Täusche ich mich, oder waren nicht zwanzig Jahre lang und bis vor kurzem auch Investitionen in die Erschließung des Schierker Wintersportgebiets in der Diskussion? Kein Wort mehr davon??

Stattdessen "Erschließung der Wanderwege" in einem vollerschlossenen Wandergebiet, in dem der NP bereits Wege geschlossen hat? "Investitionen in Hotels" (traditionell eine Privatinvestition!), wo zwanzig Jahre lang nicht einmal Bedarf für die Nachnutzung der Grundstücke der alten Hotelruinen bestand? "Wiedergewinnung der Mitte" in einem Straßendorf? "Museen" in einem Ort, der die ideale Lage für Aktivurlaub hat??

Es kommt mir teilweise vor, als würde hier über die Entwicklung eines ganz anderen Ortes als Schierke geschrieben ...
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 18, 2011, 09:24:30 Vormittag
Exakt das Gleiche habe ich beim Lesen des Artikels auch gedacht — infrastrukturelle Maßnahmen zur Vorbereitung auf mehr Touristen machen ggf. durchaus noch Sinn, aber so viel mehr Besucher werden von einem neuen, kleinen Ortskern, den bereits existierenden Wanderwegen, ein paar Hotels und vielleicht dem einen oder anderen Heimatmuseum wohl kaum angezogen werden. Warum auch?

Für die wenigen Einwohner Schierkes ist es mit Sicherheit klasse, dass der Ort komplett herausgeputzt wird — mir hingegen fehlt unabhängig vom Wintersport jedenfalls auch ein klares Konzept, wie man die Investitionssumme durch mehr Einnahmen durch Besucher irgendwann wieder auffangen kann.

Abgesehen von den neuen Parkplätzen und Straßen gibt es in dem Konzept eigentlich nichts wirklich Neues, was tatsächlich in irgendeiner Form ein Alleinstellungsmerkmal Schierkes werden könnte — Museen gibt es überall und teilweise sind diese allein schon aufgrund des historischen Hintergrundes interessanter als ein Neues (die Grube Samson in St. Andreasberg beispielsweise). Hotels sind nichts Besonderes, Kurveranstaltungen gibt es im und um den Harz mehr als Genügend, zum Shoppen würde man wahrscheinlich eher nach Wernigerode fahren und wandern kann man im Harz nun wirklich überall.

Neben dem Wintersport gibt es noch so viele Möglichkeiten Aktivurlauber auch in den Sommermonaten für sich zu gewinnen — das zusammen mit einem umfangreichen und modernen Wellness- und Erholungskonzept wäre für den Standort wahrscheinlich ein besserer Ansatz. So scheint es nichts Halbes und nichts Ganzes zu werden — aber ich lasse mich gerne überraschen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Oktober 18, 2011, 11:57:22 Vormittag
Ich kann die Bedenken der Anderen hier verstehen. Es fällt mir auch schwer vorzustellen, wie dieses Ortsentwicklungskonzept klappen soll. Jetzt kommt auch das ABER: Ich war am Wochenende (bei dem schönen Wetter) auf dem Wurmberg und habe auch ein Halt in Schierke gemacht. Ich wollte mal sehen, worüber die Presse berichtet. Obwohl ich ein geländegängiges Auto habe, war es mühselig den Sandbrink"weg" (von Straße keine Rede) zu befahren. Diese Seite von Schierke ist für Touristenströme (auch für kleine) völlig ungeeignet. Wenn mit der Zuwegung nichts passiert, dann brauch man über andere touristische Vorhaben nicht nachdenken. Das ist Fakt!
Die Frage stellt sich schon, ob ein anderes Verkehrskonzept besser und billiger wäre. Aber das wissen die Planer in Wernigerode bestimmt besser.
Als Tourist finde ich dennoch die Aktivitäten gut. Hotel/Pensionen-Ansiedlungen sind meines Erachten sowieso Angelegenheiten der Wirtschaft, aber eine Infrastruktur als Basis muss halt vorhanden sein. Was mich viel mehr beschäftigt, ist die Frage, wie man die "Ski-Potenziale" um Schierke herum nicht besser nutzen kann. Die jetzigen bekannten Vorstellungen sind auch für mich (als Alpinskifahrer) nicht überzeugend.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 24, 2011, 08:02:53 Nachmittag

Ministerin will Schierke unterstützen "Ein klares Bekenntnis für unser Projekt" (volksstimme.de 22.10.2011): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/614259_Ein-klares-Bekenntnis-fuer-unser-Projekt.html)
Zitat
Mit 7,2 Millionen Euro für den Bau von drei Brücken in Schierke und einer Absichtserklärung für weitere Finanzspritzen hat die Landesregierung ein deutliches Zeichen gesetzt. Schierker und Politiker schöpfen neue Hoffnung.

Mit einem Scheck über 7,2 Millionen Euro hatte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Prof. Birgitta Wolff die Teilnehmer des Brockenstammtischs in der Vorwoche überrascht. "Die Förderzusage für 2012 war ein wichtiges Zeichen", sagte Burkhard Rudo gestern im Volksstimme-Gespräch. Noch wichtiger sei Wernigerodes Baudezernent aber ein unscheinbares Schreiben aus Magdeburg, das der Stadtverwaltung in den letzten Tagen zugegangen ist. In einem sogenannten "Letter of intent" (Absichtserklärung - d. Red.) deutet das Ministerium an, auch in den kommenden Jahren finanzielle Hilfe zu geben.

"So ein Schreiben ist nicht selbstverständlich und zeigt ein klares Bekenntnis für unser Projekt", so Burkhard Rudo. Doch jetzt wolle man erst einmal einen Schritt vor den anderen setzen. Und das bedeutet: "Wir bereiten noch in diesem Jahr den Bau der drei Brücken vor. Nächstes Jahr sollen die Überquerungen stehen", so Rudo.

Im langfristigen Plan - dem Ortsentwicklungskonzept - ist eine Ortsumfahrung für Schierke geplant, um das Zentrum vom Verkehr zu entlasten. Eine Brücke an der Alten Dorfstraße und eine weitere an der Jugendherberge sollen den Grundstein dafür bilden. Auf der Ortschaftsratssitzung im Schierker Rathaus beruhigte Rudo am Mittwoch Anwohner, die befürchteten, während der Bauzeit den Ortsteil Barenberg nicht mehr befahren zu können. "Die alten Brücken bleiben bis zuletzt frei", so Rudo. Die Überquerung an der Alten Schmiede in Unterschierke wird im Nachgang zu einer Fußgängerbrücke umgebaut.

Christiane Hopstock: "Wir sind froh über die positiven Signale aus Magdeburg und haben neue Hoffnung geschöpft."
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 24, 2011, 08:58:02 Nachmittag
Abweichend von den bisherigen Plänen schlage ich den Bau einer Brücke vom Schierker Waldparkplatz auf den Wurmberg vor, weil es für Brücken schneller und unbürokratischer Budget zu geben scheint. Schienen drauf, und fertig ist die Standseilbahn.  (http://www.harzwinter.de/logos/aetsch.gif) 
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 25, 2011, 04:55:43 Nachmittag
Kurzinfo zum Sachstand alpiner Skilauf in Schierke (Antwort der Stadt Wernigerode vom 25.10.2011 auf eine Anfrage per Email):
Zitat
[...] auch in Wernigerode und Schierke ist die Freude groß, dass mit der Übergabe der Fördermittel endlich der Startschuss für die Umsetzung der vielen Vorhaben für Schierke gegeben wurde.
Dieses Signal gibt uns auch Hoffnung, dass die Landesregierung bei der weiteren Unterstützung  für Schierke akzentuiert die Förderung der Wintersportinfrastruktur im Blick hat.
Die Stadt Wernigerode hat als Fortsetzung des Ortsentwicklungskonzeptes die als „Schierke 2000“ bekannte Planung durch das Architekturbüro Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut überarbeiten lassen.
Die als „Entwicklung Winterberggebiet“ bezeichnete Studie geht weiterhin von einer Verzahnung der Anlagen am Wurmberg mit den geplanten Anlagen in Schierke aus.

Folgende Merkmale sind zu nennen:
Verlängerung der vorgesehenen Alpinfläche am Gr. Winterberg bis zum Wurmberggipfel; etwa bis in den Bereich der zukünftigen Bergstation des Kaffeehorst-/ Hexenrittliftes
Bau einer Seilbahn von Schierke (Waldparkplatz) bis zum Wurmbergipfel (Bergstation analog in der Nähe der zukünftigen Kaffeehorst-/ Hexenrittliftstation)
Querung des Haeberlinsweges mittels Brücke (oder alternativer Lösungen)
Errichtung einer Mittelstation in der Nähe des Loipenhauses
Errichtung von Anlagen für die technische Beschneiung aller alpiner Flächen
Die von der Wurmbergseilbahn vorgeschlagene Verlängerung des Nordhanges bis zur Kalten Bode (Moorschlacken) muss aus ökologischen und verkehrlichen Aspekten ausgeschlossen werden (Fläche mitten im Nationalpark, Station wäre ca. 2,5 km außerhalb des Ortes)

Braunlage begrüßt im Grundsatz die Vorhaben in Schierke.
Im Detail hat vor allem die Wurmbergseilbahn z.T. andere Auffassungen über den Verlauf der Pisten bzw. über die Standorte der Seilbahnstationen sowie auch über die Art der Aufstiegshilfen.
Hier ist eine Optimierung der zukünftigen Berginfrastruktur (Winter- und Sommernutzung) zwischen Braunlage und Schierke unbedingt erforderlich.

Die Stadt Wernigerode wird deshalb gemeinsam mit ihren Planern und Partnern verstärkt auf die Chance eines gemeinsamen komfortablen Skigebietes am Wurmberg/ Gr. Winterberg bzw. zwischen Schierke und Braunlage hinweisen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 25, 2011, 05:22:49 Nachmittag
Dankeschön fürs Nachfragen.  :D
Immerhin sind einerseits die Konzepte zum Wintersportgebiet im Rahmen der Aufbesserung des Schierkes Ortsbildes nicht zu den Akten gelegt worden. Andererseits scheint es nach wie vor keinerlei Umsetzungsplanung zu geben. Dass in Schierke im Rahmen der Fördermaßnahmen auf absehbare Zeit nicht mal ein Übungsschlepper an den Fuß des künftigen Skiareals gestellt wird, wundert mich schon ein wenig.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Oktober 25, 2011, 10:46:51 Nachmittag
Hallo playjam,
gute Idee bei den Planer nachzufragen! Es ist interessant, dass so offen eine Auskunft gegeben wird. Es freut mich auch, dass der Alpin-Wintersport in Schierke nicht vom Tisch. So wie Du die Email zitiert hast, gibt es aber wohl keine konkrete Umsetzungspläne. Schade! Man kann nur gespannt sein, wie die Planungen von Wernigerode  so weitergehen.
Aber eines erscheint plausibel: Der Ausbau der Sandbrinkstraße mit mehreren Brücke für über 7 Mio. €, um anschließend ein paar Wanderer, Rodler und Biker an den Winterberghang zu transportieren, macht auch nicht viel Sinn. Das kann man billiger haben. Es muss sich sowohl für Sommer als auch für Winter lohnen und zwar für einen Personenkreis, der zu einer zentralen Station will. Wander und Radfahrer sind beweglicher und brauchen diesen Service nicht, oder?
Dennoch denke ich immer noch, dass das Vorhaben recht anspruchsvoll ist und noch eine Menge geklärt werden muss. Dass wird sich im Hinblick auf die anstehenden Baumaßnahmen von der Wurmbergseilbahn nicht in den nächsten Jahren geklärt werden.
Wie gesagt, ich bin gespannt!
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 26, 2011, 09:08:27 Vormittag
Zitat
Es muss sich sowohl für Sommer als auch für Winter lohnen und zwar für einen Personenkreis, der zu einer zentralen Station will.

Dann müsste man am Sandbrink im Zuge der Straßenbaumaßnahmen konsequenterweise auch schon mal den Parkplatz ausbauen, oder?
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 26, 2011, 09:39:42 Vormittag
Dem integriertem Ortskonzept kann ich einen Ausbau des Waldparkplatzes nicht entnehmen. Ich stand allerdings im Mai 2010 schon mal im Kontakt mit Wernigeroder Politikern und habe die Notwendigkeit von kurzen Wegen hingewiesen und ein Übungslift am Waldparkplatz vorgeschlagen.

Die Antworten waren durchaus positiv, da ich es nicht besser formulieren kann, hier ein Ausschnitt aus einer Email vom 8.5.2010:
 
Zitat
[...]  Fraglos wird es aber auch Modifikationen und Änderungen geben,
sei es aus planerischen, sei es aus fiskalischen Gründen. Insoweit werden
uns Ihre Hinweise auch in den nächsten Jahren begleiten , zumal Sie damit
insbes. jene Zielgruppe ansprechen, die wir mit der Modernisierung Schierkes
erreichen wollen.

Wie nicht anders zu erwarten ein Hinweis, dass die Konzepte den Erkenntnissen und Geldbeutel angepasst und stetig weiterentwickelt werden.

Den Termin im Mai 2011 wo das Konzept „Entwicklung Winterberggebiet“ vorgestellt wurde, ist mir leider entgangen:

Informationsveranstaltung über das Konzept zur Entwicklung des Winterberggebietes (02.Mai 2011 ): (http://ju-wernigerode.generation-ju.de/content/termine/2011/82786/)
Zitat
Informationsveranstaltung über das Konzept zur Entwicklung des Winterberggebietes, Bildungsstätte Schierke der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (Brockenstraße 56, 38855 Wernigerode OT Schierke); 17.00 Uhr
Montag, 02.Mai 2011
Ein wesentlicher Bestandteil des vom Stadtrat am 06. Mai 2010 beschlossenen Ortsentwicklungskonzeptes Schierke ist die unmittelbare Anbindung des Gebietes am Winterberg an die neu zu profilierende Ortsmitte und die Empfehlung zwecks ausgeglichener touristischer Entwicklung über alle Jahreszeiten das Potential desselben zu beschließen.

Das Ergebnis einer hierfür erarbeiteten Studie durch die Stadt Wernigerode und das Büro Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut liegt nun mehr vor.

Im Vorfeld und als Auftakt sämtlicher hier erforderlichen Verfahren, Abstimmungen und Vereinbarungen lädt die Stadt Wernigerode zu einer Informationsveranstaltung zur Vorstellung des Konzeptes ein.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 26, 2011, 01:26:23 Nachmittag
Zitat
... ist die unmittelbare Anbindung des Gebietes am Winterberg an die neu zu profilierende Ortsmitte ...

Das kann man zweierlei interpretieren - Anbindung des Winterberg-Hangfußes per Straße (= Sandbrink etc.) oder aber Anbindung des Berges selbst per Seilbahn.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Oktober 26, 2011, 03:34:48 Nachmittag
Zitat von Harzwinter:
Zitat
Dann müsste man am Sandbrink im Zuge der Straßenbaumaßnahmen konsequenterweise auch schon mal den Parkplatz ausbauen, oder?

Wie schon gesagt, ich bin kein Bewohner aus Schierke oder Wernigerode. Daher kenne ich keine Details bzgl. liegenschaftlichen Eigentums oder Besonderheiten des Naturschutz etc. Bei meinem letzten Besuch im Schierke konnte ich die Intension des Berliner Planers verstehen, den Individualverkehr von der Seilbahn und dem Ortskern fern zu halten. Ich persönliche genieße es auch, mit meinen Ski direkt an den Lift zufahren (siehe Braunlage). Auf der anderen Seite klappt das Anfahren mit dem Skibus auch in den Alpen. Den Sandbrink für eine massenhafte Anreise zu erweitern, ist ein erheblicher Eingriff in die Natur und eine Belastung für die Anwohner/Hotelbesucher. Da wo die Parkplätze hin kommen sollen, sieht es erstmal weniger problematisch aus. Als Tourist sehe ich die Skibus-Variante als zweit beste (hinnehmbare) Lösung an. Schlimmer wäre es, den Sportler alleine auf den Parkplatz stehen zu lassen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 26, 2011, 05:07:31 Nachmittag
Ich kann die Intention des Planers auch verstehen. Hier meine Gedanken zum integrierten Ortskonzept:

Der Harz ist in Bezug auf Wintersport besonders bei Familien mit Kleinkindern und Anfängern sehr beliebt. Ausserhalb der Urlaubszeiten sind vorwiegend Tages- oder Wochenendgäste zu erwarten.

1) Der geplante (Holz-)Weg vom Ortszentrum zur Talstation ist für Skifahrer wenig geeignet. In Skischuhen 2km zu laufen reicht um jeden
Anfänger das Skifahren abzugewöhnen und auch Hartgesottene machen das nur einmal.

Die Lösung (primär für Tagesgäste) einen Bus zu verwenden ist auch eher ungeeignet: Mit Kleinkindern - die zudem Skischuhe anhaben - in einen überfüllten Skibus zu steigen macht keine Freude. Erfahrungsgemäß geht von den Skiern, Skistöcken und Snowboards für die Kleinen eine erhebliche Verletzungsgefahr aus.

Daher gehört meiner Meinung nach in unmittelbarer Nähe der Talstation ein ausreichend großer Parkplatz, meinetwegen auch mit Parkuhren
"bewirtschaftet". So werden auch Langläufer und Wanderer an den Infrastrukturkosten angemessen beteiligt.

2) Die Idee an der Talstation eine Rennschlitten- und Bobbahn zu plazieren dürfte nur eine sehr kleine Randgruppe interessieren.

In anderen Skigebieten hat es sich bewährt im Bereich der Talstation eine breite und großzügige Einsteiger-Piste mit Tellerlift zu plazieren,
damit der Wintersport-Nachwuchs (jung und alt) hier die ersten Schwünge lernen oder nach der Sommerpause eingewöhnen kann.

Eine solche Piste als Auslauf oder im Anschluss der Talabfahrt hat meist eine "Planiermeilen"-Funktion, wo man sich am Anfang und am Ende eines Skitages trifft.

3) In Skiabschnall-Distanz zur Piste gehören ausreichend Gastronomie-Angebote (siehe z.B. St Andreasberg) und auch Hotels und
Pensionen mit Blick auf die Piste. Der Wasserspeicher für die Beschneiungsanlage wäre im Sommer ein schöner Badesee.

Diese Punkte sind nach meinem Verständnis im derzeitigen Ortskonzept (noch?) nicht enthalten und aber für mich als Ski-Begeisterter wichtig. Langläufer und Snowboarder werden dazu vielleicht eine andere Meinung haben.

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Oktober 26, 2011, 09:37:26 Nachmittag
wie schon eingangs gesagt, sehe ich die veröffentlichte Lösung als ein Kompromiss oder als zweitbeste Lösung an. Insofern stimme ich Dir auch in den meisten Punkten zu. Gerade was das Thema Übungshang, Bobbahn und Gastronomie angeht, ist m.E. die Planung noch nicht fertig. Der Plan sieht an der Talstation zwar einen Kiosk vor, aber hier braucht der Abfahrtsskifahrer ein Lokal zum Aufwärmen, den Skiverleih mit Service und Skidepot (dann braucht man auch nicht mit den Boots durch den Ort gehen) sowie ein Skischulbüro.

Die Skibusvariante betrachte ich aus der Sicht eines Ein- bis Mehrtagestouristen, der ggf. auch in Schierke übernachten will. Das Anfahren der Talstation mit dem Skibus ist sicherlich machbar. Die meisten Ferienorte in den Alpen bieten ähnliches an und zwar auch für Familie (wenn es auch mal Meckereien gibt). Die Schierker / Wernigeroder werden hier noch eine Feinabstimmung machen müssen.

Aber beim näheren Betrachten des Ortentwicklungskonzeptes ist mir schon aufgefallen, dass man sich naturbewußt (wegen dem NP in der Nachbarschaft) und auch nicht verschwenderisch geben will/kann. Gleichzeitig soll es aber ein moderner und attraktiver Ort werden. Also viele Anforderungen! Man hat sich die vorhanden Ressourcen angeschaut und überlegt, wie man das Vorhandene mit einer modernen Ortsplanung verknüpfen kann. Aus diesem Vorgehen kann sich nur ein Kompromiss für den Sport ergeben.

Also für mich ist die Planung nachvollziehbar, aber kein Optimum!

Da aber nur die erste Phase (für den Straßenbau) bewilligt ist und bis 2014 realisiert werden soll, wird es sicherlich noch lange dauern, bis die Planung der Sportanlagen konkreter wird. Wir werden sicherlich in diesem Portal noch öfter darüber sprechen.
Anmerkung zu Schluss: Ein Wasserspeicher für die Beschneiung ist noch garnicht in der Planung berücksichtigt, oder? Wenn es so ist,ist es ein Zeichen, dass das Abfahrtski-Konzept noch nicht wirklich vollständig ist.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 27, 2011, 10:06:19 Vormittag
An Skiverleih mit Service, Skidepot und Skischulbüro habe ich noch gar nicht gedacht. Sowohl dies als auch ein Wasserspeicher für die Beschneiung ist in der Planung nicht enthalten. Es ist sowieso insgesamt erstaunlich wenig zum Thema alpinen Wintersport in der Planung zu finden. Daher hoffe ich, das diese Punkte bewußt von den Planern offen gelassen wurden und später mit einem konkreten Entwurf berücksichtigt werden - was ich auch aus den Emails entnehme.

Ich persönlich suche mir immer Skigebiete und Unterkünfte, bei denen ich unmittelbar an der Piste übernachten kann. Für diese Premium-Lagen werden meist auch Premium-Preise verlangt. Gerade mit Kindern ist dieser Luxus aber jeden Euro wert ("Pipi, hunger, kalt - so sind kleine Mädchen halt"  ;) ) Es wäre sehr schade, wenn Schierke ohne solche lukrativen Lagen für Wochengäste auskommen müßte. Genauso verzichtet man auf Tagesgäste, weil diese bequem über den Kaffeehorst- oder Wurmberg-Seilbahn-Parkplatz einsteigen und den umständlicheren geplanten Schierker Riesen-Parkplatz mit Buszubringer vermutlich meiden werden.

Das sind aber alles nur Details, wichtiger ist mir, das überhaupt wieder ein Wintersportgebiet im Harz entsteht und der Rückbau an Skigebieten gestoppt wird.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Oktober 27, 2011, 01:05:23 Nachmittag
Ja, da hast Du 100% recht. Ich habe mir in den letzten Jahren auch Quartiere gesucht, wo man nicht so weit mit dem Bus fahren muss. Es ist teurer, aber es gibt eine Menge Urlaubsqualität (besonders wenn man Träger aller Ski ist). Früher musste man kostengünstigere und weiter entfernte Übernachtungsmöglichkeiten suchen.

Ich habe mir mal das Planungsbüro Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut im Intranet angeschaut. Nach deren Referenzliste haben sie einiges zum Thema Ortsentwicklung und Wohnungsbauentwicklung gemacht und haben da wohl ihre Kompentenz. Für eine Wintersportplanung ist wahrscheinlich eine Firma wie Montenius Consult besser geeignet. Ich glaube, dass diese Planung zu einem späteren Zeitpunkt kommen wird.
Vielleicht kann man in den nächsten Jahren auch Fortschritte bzgl. der Benutzung des Gr. Wurmbergs machen (hoffen auf ein Wunder!).  ::)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am Januar 15, 2012, 10:23:04 Vormittag
Servuz,

Weiß jemand wo  ich ein aktuelles Bild vom Schierker Bahnhof herbekomme...webcam am besten...oder war jemand die letzten Tage...bräuchte mal ne Info über die schneelage...der MDR sagt was von 40cm in schierke.

Ride on
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Januar 16, 2012, 10:11:39 Vormittag
Alle mir bekannten Versuche Schierker Anwohner, einen Webcamservice einzurichten, scheiterten an der Nichtverfügbarkeit von DSL in Schierke und wurden nach kurzer Zeit wieder aufgegeben.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 03, 2012, 09:50:26 Nachmittag
Schon etwas älter (4.11.2011), ich habs aber erst jetzt entdeckt:
http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,231012.html
Wernigeroder OB Peter Gaffert scheitert mit seiner Kandidatur um den Vorsitz des Nationalparkbeirates. Man befürchtet Interessenkollisionen hinsichtlich Naturschutz und Tourismus.
Tja, das kann passieren, wenn man die Seiten wechselt und nun die eigenen Ur-Entscheidungen im Wege stehen könnten. Der einstige NP-Chef Gaffert war es, der einst den gr. Winterberg nicht freigegeben hat, sondern nur die seichten Flächen nach Schierke. Nun ist Gaffert als OB das politische Oberhaupt von Schierke und weiss um die enormen Infrastrukturprobleme, die Schierke durch die NP-Zange hat.  

Zitat aus http://www.pipeline.de/cgi-bin/pipeline.fcg?userid=1&publikation=14&template=artarchivne&redaktion=14&artikel=102442006&archiv=1
Zwar konnten die Verantwortlichen im Land Sachsen-Anhalt nicht überzeugt werden, die Kuppe des großen Winterbergs auch aus dem Nationalpark zu nehmen, sie war für die Wintersportfreunde das eigentliche Ziel, doch Ganske ist ebenso wie der Leiter der Nationalparkverwaltung Hochharz, Peter Gaffert, sicher, einen guten Kompromiss gefunden zu haben...
„Von der Kuppe des Großen Winterbergs wollten wir uns nicht trennen, sie ist aus naturschutzrechtlicher Sicht viel zu wertvoll“, unterstreicht Gaffert.
 
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 03, 2012, 10:29:29 Nachmittag
Neue Sportstätten für die Entwicklung der Nachwuchstalente dringend erforderlich  (volksstimme.de 03.01.20): (http://www.volksstimme.de/sport/lokalsport/halberstadt/?em_cnt=719553)
Zitat
[...]
Volksstimme: Wie bewerten Sie die Pläne zur künftigen touristischen Entwicklung in Schierke und am Wurmberg?

Dr. Ganske: Eine Verzahnung der Braunlager und Schierker Vorhaben ist unumgänglich. Durch die exponierte Lage des Harzes ist ein modernes, komfortables und wirtschaftlich tragfähiges Skigebiet möglich, das eine Top-Position unter den Skigebieten der Mittelgebirge Deutschlands einnehmen würde. In dieses Gesamtkonzept ist ein Trainings- und Wettkampfzentrum Nordisch mit Wurmbergschanze und Wettkampfloipe zu integrieren.

Eggert: Wie schon gesagt, wollen wir in Schierke eine kombinierte Bob- und Rodelbahn bauen, die ganzjährig befahrbar ist und hauptsächlich auch touristisch für Gästebob- und -rodelfahrten genutzt werden kann. Dabei sind wir ein Teil der geplanten Wintersportstätte mit Abfahrtshang und Eisstadion in Schierke. Damit der Winter-Leistungssport im Harz nicht ausstirbt, ist der Bau dieser Sportstätte unbedingt erforderlich.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: normen am Februar 04, 2012, 03:22:12 Nachmittag
Servus!

Also ich kann Herrn Ganske nur zustimmen. Damit die Aus-/Belastung am Wurmberg abnimmt, wäre es wirklich von Nöten, dass von Schierker Seite ebenfalls in Richtung Skigebiet Wurmberg geplant wird und die Position könnte einzigartig sein. Warum nicht erstmal nur einen guten Lift samt langer Piste auf den Gipfel des Gr.Winterbergs? Von da aus mit einem bisschen Schwung ist man am Kaffeehorst und die vom Wurmberg den Ziehweg an der Schanze runterkommen, könnten die neue Abfahrt Richtung Schierke gleich weiterfahren. Einfach gesagt, aber nur mit einem Skibetrieb (Lift+Piste) lässt es sich meiner Meinung nach in Schierke überhaupt erreichen, Gelder in die Kassen zu spülen und erstmal mehr Gäste anzulocken. Aber eine Bob-/Rodelbahn...mmh naja, den Traditionssport erst neu aufzubauen bzw Nachfrage dafür?? Ich verstehs nicht, wenn ich sehe wie riesig die Schlangen an der WurmbergSB manchmal sind und was Tageskarten kosten/einbringen, da an eine Bobbahn für den Tourismus zu denken..wir werden sehen bzw noch Jahre warten;)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Februar 05, 2012, 12:58:03 Vormittag
Die Diskussion hatten wir ja weiter oben schon mal. Ein Alpinskigebiet sichert Übernachtungen, eine Bobbahn nicht. Wenn schon eine Bobbahn, dann bitte erst nach der Einrichtung eines Alpinskigebiets. Mit Winter-Leistungssport hat das m.E. nichts zu tun. Im Ostharz ist Winter-Leistungssport längst tot (gemacht worden). Ihn ausgerechnet dort reanimieren zu wollen, finde ich fast schon sarkastisch.

Vergesst die Kuppe des Großen Winterbergs für den Skisport. Da oben steht laut NP-Kartierung alter Hochwald, was meine eigenen Fotos bestätigen. Vom NP kann ich mir (an guten Tagen) noch vorstellen, dass er Jungwald und Fichtenschonungen aufgibt, aber bestimmt keine Hochwald-Insel. Wohlgemerkt: Die Rede ist nur von der Gipfelkuppe des Großen Winterbergs, nicht von den Hängen ringsum. Dann lieber eine Verlängerung des Wurmberg-Nordhangs ins Bodetal. Die würde wenigstens nur durch Fichtenplantagen führen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 05, 2012, 10:39:16 Vormittag
Während der niedersächsischen Zeugnisferien gab es durchaus eine beträchtlich Anzahl an Gästen in den Warteschlangen, die mit dem Schlitten die Wurmberg-Rodelstrecke benutzen wollten, die große Mehrheit waren freilich die Snowboarder und Skifahrer.

Ich hoffe das sich bald jemand in Schierke erbarmt und eine ortsnahe Übungspiste ähnlich der Rathauswiese in Betrieb nimmt.

Titel: Es gibt Harzer Skiweltmeister
Beitrag von: STS am Februar 05, 2012, 10:53:32 Vormittag
Wintersport im Harz ist Weltklasse:  Peiffer kann es nicht nur im Sprint - er gewinnt Verfolgung in Oslo!

Biathlet Arnd Peiffer hat in Oslo seinen zweiten Saisonsieg gefeiert. Der Sprint-Weltmeister setzte sich zwei Tage nach seinem zweiten Platz im Sprint am Holmenkollen über 12,5 km in der Verfolgung durch. Nach 31:44,0 Minuten triumphierte der am Schießstand fehlerfreie 24-Jährige aus Clausthal-Zellerfeld vor dem Norweger Emil Hegle Svendsen (2 Schießfehler/31,2 Sekunden Rückstand) und dem Russen Jewgeni Garanitschew (2/36,3).

siehe WSV Clausthal-Zellerfeld e.V. - http://www.wsv.harz.de/

=> Die super Loipen und unsere Weltklasse Sportler haben einen Platz im Skifahren im Harz Forum verdient.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am Februar 05, 2012, 05:33:21 Nachmittag
Vergesst die Kuppe des Großen Winterbergs für den Skisport. Da oben steht laut NP-Kartierung alter Hochwald, was meine eigenen Fotos bestätigen. Vom NP kann ich mir (an guten Tagen) noch vorstellen, dass er Jungwald und Fichtenschonungen aufgibt, aber bestimmt keine Hochwald-Insel. Wohlgemerkt: Die Rede ist nur von der Gipfelkuppe des Großen Winterbergs, nicht von den Hängen ringsum. Dann lieber eine Verlängerung des Wurmberg-Nordhangs ins Bodetal. Die würde wenigstens nur durch Fichtenplantagen führen.

Nationalparkflächen für den Skibetrieb zu nutzen ist (falls überhaupt machbar) sehr langwierig und somit nicht sinnvoll.
Für einen Ausbau werden ja auch nicht zwangsläufig Nationalparkflächen benötigt. Am Wurmberg wäre hier die Südwestflanke zu nennen (~250hm bei ~1,2km) oder eine Verbindung nach Schierke über den kleinen Winterberg (~210hm bei 1,5km).
Die Topographie am kl. Winterberg (zumindest nach Google Earth,OCM,...) ist allerdings nicht unbedingt ideal. Nach 500-600m hat man schon 110hm zurückgelegt, was für eine Skiabfahrt sehr schön ist, aber für die restlichen 1000m bleiben dann nur noch etwa 110hm und das auch nicht mal gleichmäßig, also hat man teils Ziehwegcharakter. Hier wäre zwei Schlepplifte hintereinander wohl die beste Wahl (eine 8EUB mit Mittelstation ist tendentiell zu teuer). Der untere SL wäre sowohl ein etwas lang geratener Übungs-SL als auch gleichzeitig Zubringer zum restlichen Skigebiet.
Für die Verbindung von kl. Winterberg zum Wurmberg wäre ein weiterer SL denkbar. Der SL könnte östlich vom ausgebauten Kaffeehorstparkplatz hinter der Bremkebrücke starten und auf den kl. Winterberg führen (~110hm bei ~550m).
Die Verbindungsabfahrt vom Wurmberg könnte von der Bratwurstabfahrt am Schierker Loipenhaus abzweigen und auf den Grenzweg entlang zum SL führen. Die Verbindungsabfahrt zum Wurmberg könnte vom kl. Winterberg erst zum Grenzweg führen und dann nach rechts zum Kaffeehort abzweigen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 16, 2012, 11:00:59 Vormittag
"Ausbau der Sandbrinkstraße ist keinesfalls Irrsinn" (volksstimme.de 10.02.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/744255_Ausbau-der-Sandbrinkstrasse-ist-keinesfalls-Irrsinn.html)

Zitat
Wernigerode/Schierke 

Die Kritik von Ingo Nitschke an den Schierker Bauplänen (Dienstagsausgabe) hat Burkhard Rudo auf den Plan gerufen. Wernigerodes Baudezernent: "Der grundhafte Ausbau der Sandbrinkstraße ist keinesfalls als Irrsinn zu betrachten." Ingo Nitschke hatte bemängelt, dass durch die Erweiterung des Forstwegs zur zweispurigen Straße viele Bäume gefällt werden und damit "die urwüchsige Natur Schaden nimmt". Immerhin sei es ja genau die landschaftliche Schönheit, weshalb viele Touristen den Ort besuchen würden.

"Der Schutz der Natur ist ein zentrales Thema im Ortsentwicklungskonzept", entgegnet Rudo. So auch bei den Planungen der Sandbrinkstraße. Die Trasse werde so verlegt, dass das Bodetal unberührt bleibe und damit auch die alten Fichten im Uferbereich ("Talwächter"). "Trotzdem müssen wir einige Bäume fällen. Das Projekt ist aber mit Experten besprochen worden." Dr.Gunter Karste vom Naturschutzbund-Kreisverband (NABU) gehörte zu den Vertretern der Umwelschützer, die an der Bauplanung beteiligt waren. Auf der letzten Sitzung des Bauausschusses hatte Karste die Zusammenarbeit gelobt.

Ingo Nitschke hatte weiter kritisiert, dass sich das Ortsentwicklungskonzept nur auf "die Regelung des Verkehrs" beschränke. Widerspruch von Rudo: "Das integrative Konzept behandelt Themen aus vielen Lebensbereichen - vom Straßenbau bis zur Kirchennutzung." Der Straßenverkehr sei ein großes Problem im Ort, das gelöst werde, auch um andere Entwicklungen voranzutreiben. Ziel sei es, die Ortsmitte vom Verkehr zu entlasten und Schierke ein "richtiges Zentrum" zu geben. Es sei zwar richtig, wenn Ingo Nitschke in diesem Zusammenhang auf die Idee der zentralen Parkplätze verweise, dennoch müsse die Möglichkeit für Durchgangsverkehr geschaffen werden. "Die Schierker, Hotelgäste, Räumfahrzeuge und Busse müssen ihre Ziele im Ort erreichen können." Die Sandbrinkstraße stelle eine vernünftige Lösung dar, "zumal ein kompletter Straßenneubau utopisch und ebenso ein Eingriff in die Natur wäre."

Entgegen der Skepsis des Schierkers glaube Rudo an den Erfolg eines Skigebiets, "und Fachleute bestätigen uns das." Ziel sei nicht, sich einzig auf Abfahrtsski-Pisten zu konzentrieren. "Wir wollen ganzjährig Freizeitangebote schaffen. Wintersport ist nur ein Teil davon."
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Patrick am Februar 25, 2012, 12:47:18 Nachmittag
Hier ein Ausschnitt aus dem kurzen Artikel "Brückenbau und Entwicklung der Sandbrinkstraße" aus der Harzer Volksstimme (Autor: Michael Pieper) vom 23.02.2011 bezüglich Schierke und dem geplanten Wintersportgebiet:

Zitat
Wernigerode. Der Bau von zwei neuen Bodebrücken und der Ausbau der Sandbrinkstraße in Schierke standen im Fokus eines Treffens des Schierker Beirats. [...]  Nachdem Verwaltung Projektierungsbüro und Stadtrat über zwei Jahre an dem Gesamtkonzept gearbeitet hatten, wird laut Gaffert "jetzt endlich gebaut". [...]

Immer noch offen bleibt die Frage, wo der geplante Großraumparkplatz gebaut wird. Die Entwicklung des Winterberges zum Skigebiet könne hingegen noch in diesem Jahr vom Stadtrat beschlossen werden. "Wir sind guter Dinge, dass wir eine einvernehmliche Lösung mit den Naturschutzverbänden erreichen", so Gaffert. Umweltschützer hatten in der Vorwoche Pläne aus Braunlage zur Erweiterung des Wintersportgebiets am Wurmberg kritisiert. Um eine ähnliche Debatte in Schierke zu vermeiden, werde es "in nächster Zeit Gespräche mit diesen Verbänden über die Zukunft des Schierker Winterbergs geben". Das Gelände war vor einigen Jahren bereits aus dem nationalpark herausgelöst worden, um es später als Abfahrtspiste nutzen zu können. Damals war Gaffert noch Nationalpark-Chef.

Admin: Ich habe den Beitrag editiert. Kopien aus Printmedien könnten als Urheberrechtsverletzung interpretiert werden. Bitte daher immer nur Text-Zitate aus Printmedien.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am März 28, 2012, 08:51:00 Nachmittag
Nach einem Artikel aus der Volksstimme haben die Planer in Wernigerode auch erkannt, dass das Eisentrauter Konzept ein paar Schwachstelle hat und haben aus Kostengründen eine Umplanung des Großparkplatzes durchgeführt und sehen nun den Wegfall des Shuttle-Services vor:

http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/783790_Grossparkplatz-und-Stadttor-sind-geplatzt.html (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/783790_Grossparkplatz-und-Stadttor-sind-geplatzt.html)

Meines Erachten macht das Ganze mehr Sinn, auch wenn die Idee, einen verkehrsarmen Ort entstehen zu lassen, damit nicht mehr erreicht wird. Wenn man aber wirklich mehr Investitionskosten einsparen kann und die Anreise der (Wintersport-) Touristen einfacher wird, dann überwiegen insgesamt die Vorteile.
Vielleicht haben die Planer auch die Kritik der "Weisen aus diesem Blog" erhört!
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am März 29, 2012, 09:17:01 Vormittag
Wie schön, eine neue Runde Wernigeröder Kommunalpolitik! Der Berliner Gutachter wurde von einer Lobby dafür bezahlt, den Großparkplatz unwirtschaftlich zu rechnen. Jetzt muss nur eine andere Lobby per Gegengutachten die Parkhausoption unwirtschaftlich rechnen lassen. Dann haben wir wieder die übliche Patt-Situation, und die Zeit bis zur Umsetzung einer Parklösung für Schierke vergeht munter weiter. Leider gibt der Artikel aus der Volksstimme die jährlichen Kosten für den geplanten Shuttleservice nicht wieder, so dass die Gesamtkosten pro Lösung für die Leser intransparent bleiben.

Wenn schon der geplante Bau eines Skigebiets in Schierke jahrzehntelang totgeredet wurde, gehe ich davon aus, dass es dem geplanten Bau eines Parkhauses nicht anders ergehen wird. Einerseits werden sich Umwelt- und Landschaftsschutz gegen den Bau einer Parkhaus-Betonburg in Schierke wenden (vergleiche den geplanten Bau eines Parkhauses am Feldberg), andererseits sind Parkplätze einfacher einzurichten und vermögen die unschöne Blechhalde unter Baumbestand zu verstecken.

Darüber hinaus bleibt im von der Volksstimme wiedergegebenen Diskussionsteil unberücksichtigt, dass 1) die Parkhausoption nur drei Viertel der Stellplätze des Großparkplatzes bieten wird und dass 2) der Großparkplatz vor dem Ort auch für Benutzer der Brockenbahn ab Bahnhof Schierke gedacht war. Für letztere bietet sich die Benutzung eines Parkhauses auf der "falschen" Ortsseite nicht an.

Schauen wir der Balgerei um die Aufwertung Schierkes also wie gewohnt zu. Das Sommerloch kommt bestimmt.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am März 29, 2012, 12:58:01 Nachmittag
Die Entwicklungen im Harz sind nun mal nicht die Schnellsten. Dennoch sehe ich optimistischer mehr die Vorteile:
- Sicherlich kann man Parkhäuser im Stille der 70er Jahre als Betonburg bauen. Als Alternative möchte ich wieder die Alpen (z.B. Parkhaus in St. Ulrich, Gröden) erwähnen, die geschickt an den Berg gebaut sind und nicht sehr auffällig sind. Oder siehe im Heringsdorf auf Usedom (4 Etage und unauffällig am Waldrand).
- Umweltverbände werden sowieso ihre Einwände haben, auch ohne Parkhaus (siehe Maßnahme in Braulage).
- Kritik in diesem Blog waren ja, das Erreichen der Piste mit dem schweren Skimaterial. Das ist m.E. jetzt besser. Die Anzahl der Stellplätze entspricht dem Zuwachs der Parkplätze in Braunlage. Auch hier hat es wegen der Menge Diskussionen (sprich zu viele Parkplätze) gegeben. UND das künftige Skigebiet muss erstmal für diese Menschenmenge ausreichend Pisten- / Loipenplatz haben.
- In der Nähe des Bahnhofs gibt es ja weitere (schon vorhandene) Parkplätze, die m.E. weiter ausgebaut werden sollten. Ich halte es einfach für sinnvoller (auch wegen dem Umweltschutz), vorhandene Ressourcen zu nutzen.
Wenn die Wenigeroder diese Ziele erreichen wollen, müssen sie ihre Planungen schnellst möglich voranbringen, die Landesförderung läuft laut Artikel in absehbarer Zeit aus.
Leider wurde bisher noch kein richtiges Realisierungskonzept für die Sportanlagen vorgestellt. Das Eisentrauter Konzept weißt zwar Flächen aus. Wie das aber konkret (hinsichtlich Infrastrukturplanung und Finanzierung) gehensoll, da hüllen sich die Planer im Schweigen....
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am März 29, 2012, 01:14:47 Nachmittag
Ein Parkhaus am Winterberg wird ein Flop, weil es den Sommerbetrieb zum Brocken nicht auffangen kann. Letzterer zieht den meisten Verkehr an. Doch bislang ist die Basis der Brockenbesucher nicht Schierke (wegen des abgelegenem Bhf.) sondern vorwiegend Drei-Annen-Hohne. Der Brocken ist mit jährlich ca. 1,3 Mio Besuchern "DER" Tourismusberg in D. Die Zugspitze als Nr.2 hat nur ca. 700.000 Besucher.  

Auch im Winterbetrieb ist Braunlage für die meisten Ski-Tagesgäste über B4/B27 besser zu erreichen als Schierke. Lediglich der Altkreis Wernigerode hat eine effizientere PKW-Anbindung an Schierke. Ein Parkhaus mit 800 Parkplätzen wird daher nicht einmal an allen Winterwochenenden gut frequentiert sein, was sich bei aufmerksamer Studie des Feldberg-Problems hochrechnen lässt. Der Harz hat derzeit ja nicht einmal 100.000 Ski-Besucher p.a. in allen Skigebieten zusammen, während der Liftverbund Feldberg allein ca. 450.000 Ski-Besucher verzeichnet. Die Feldbergstudie kommt ja zu dem Ergebnis, dass ein Parkhaus nur an max. 40-50 Tagen im Jahr benötigt wird und sich deshalb wirtschaftlich nicht rechnet.

Link zur Feldberg-Studie:
http://elib.uni-stuttgart.de/opus/volltexte/2004/1918/pdf/AB204.pdf

Das Parkhaus am Winterberg in Schierke wird folglich an ca. 320 Tagen ein leergefegtes Geisterhaus sein, wenn es nicht auch die Brockenbesucher auffangen kann - und das ist an diesem Standort nicht möglich!!!

Da ist das P+R Projekt mit Ortseingangsparkplatz von Prof. Eisentraut noch besser, obwohl es auch nicht wirklich taugt. Ein Bus fährt Bahnhof, Ort und "zukünftige Seilbahn" an!

An dieser Stelle bringe ich mal wieder meine Idee einer Seilbahn Wurmberg-Schierker Bhf. mit Mittelstation am Haus des derzeitigen Alpin-Coasters neben der Kirche ein.
Der Alpin-Coaster soll ja im Zuge des Ortssanierungskonzeptes an den Winterberg verlegt werden. Eine solche Seilbahntrasse ist machbar. Für Skifahrer kann man im Winterbetrieb einen einseitigen Zustieg für Skifahrer am Fuße des Winterberg ermöglichen. Das ist deutlich billiger als eine komplette zweite Mittelstation.
 
Und auch der Nationalpark wird mutmaßlich einer 500m langen Seilbahntrasse zum Schierker Bhf. durch sein Randgebiet deutlich eher zustimmen, als Skipisten am Wurmberg-Nordhang u. gr. Winterberg.

Eine solche Seilbahn mit einem zentral gelegenen unterirdischen Parkhaus nahe der Kirche im Bereich des kürzlich abgerissenen Hotel-Wurmbergblick (wo man dann wieder ein neues Hotel draufbauen kann) würde alle Schierker Probleme effizient lösen.

Und es schafft enorme Synergieeffekte!!!.
Braunlage hat über den Wurmberg Brockenanschluss, das Ortszentrum Schierke sowohl Brocken + Wurmberganbindung und Schierke hat seine gewünschte Steigerung von Tagesgästen ohne im Durchgangsverkehr zu ersticken.  

Warum diskutieren die das nicht?! Ich hab dem Wernigeroder OB-Gaffert letztes Jahr schon ein entsprechendes Konzept zugesandt. Ich werde Skizzen mit Erläuterungen in den nächsten Tagen hier ins Forum stellen...
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am März 29, 2012, 06:42:36 Nachmittag
Gute Idee, mach mal. Dein Vorschlag hört sich auch interessant an.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 02, 2012, 11:05:07 Vormittag
Idee: Seilbahn Schierke-Bhf bis zum Wurmberg mit zwei Mittelstationen!

Eine solche Seilbahn wäre eines der größten touristischen Highlights im Harz, welche vielfältige Synergien schafft:

1. Anbindung von Schierke an das Wurmberg-Skigebiet und an den abseits gelegenen Schierker Bhf. und weiter zum Brocken;
2. Lösung der Schierker Verkehrsprobleme;
3. Braunlage bekommt über die beiden Wurmbergseilbahnen die lang ersehnte Brockenanbindung;  
4. Es entsteht über Seilbahn und HSB eine Achse Braunlage-Wurmberg-Schierke-Brocken-Wernigerode, womit die stärksten touristischen Zentren des Harz miteinander verbunden sind.

Die Seilbahn verspricht daher ganzjährig eine gute Auslastung.

Meine Idee kann in zwei möglichen Varianten ausgeführt werden. Mir persönlich gefällt Variante 1 besser, allerdings könnte das Ortskonzept von Prof. Eisentraut mit dem Großparkplatz am Ortsrand in der Variante 2 ohne Änderungen ausgeführt werden. Der Busshuttle würde dann nur durch die Seilbahn ersetzt.

Zunächst eine Skizze der bisherigen Planungen. Siehe dazu auch Beitrag von "Playjam" vom 9.4.2011 in diesem Topic:
http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?topic=7.90

(http://skifahren-im-harz.de/img/mani/seilbahn-schierke-4.jpg)
Bild 1: Derzeitige Planung am Parkplatz Winterberg mit isoliertem kleinen Skihang am Bärenberg

 


VARIANTE 1 mit zwei Mittelstationen am Bärenberg und bei der Kirche (derzeitiger Apincoaster)

(http://skifahren-im-harz.de/img/mani/seilbahn-schierke-1.jpg)
Bild 2: Variante 1

In dieser Variante wäre die bisherige Seilbahntalstation eine Mittelstation. Sie würde jedoch nicht am Parkplatz Sandbrink realisiert, sondern am Bärenberg beim kleinen Skihang. Wenn man dann über die kalte Bode eine attraktive Panorama-Brücke baut, dann sind es von dieser Station nur 300m Fußweg zum Ortskern beim Kurpark. Der Skieinstieg am Parkplatz Sandbrink bleibt beibehalten. Dort könnte ein Schlepplift mit Übungspiste zur Olympiahütte gebaut werden. Da auch der Alpin-Coaster im Zuge des Ortskonzeptes dorthin verlegt werden soll, kann der SL im Sommer als Aufzug für den Coaster dienen.

Die Sektion Ort-Schierker Bhf. führt bereits durch Nationalparkgebiet. Angesichts des Randgebietes und der ohnehin bestehenden Straßen zum Schierker Bhf. dürfte ein Kompromiss mit dem NP machbar sein, hier eine ca. 500m lange Seilbahntrasse durch das NP-Randgebiet zu errichten.

(http://skifahren-im-harz.de/img/mani/seilbahn-schierke-2.jpg)
Bild 3: gut erkennbare 3 Skigebietseinstiege im Winter - eine noch bessere Darstellung der Vernetzung der Skitrassen befindet sich in Bild 4 (s.u)

Mit der Verlegung des Haupteinstieges ins Skigebiet an den Bärenberg wird der kleine – gemäß bisheriger Planung – isolierte Skihang ins Skigebiet integriert. Diese Variante schafft im Winterbetrieb drei Skigebietseinstiege (Kirche, Bärenberg, Parkplatz Sandbrink), was für Übernachtungsgäste im Winterbetrieb den Vorteil der kurzen Laufwege bringt.
Allerdings müsste der Großparkplatz vom Ortsrand in die Nähe der Kirche (ehem. Hotel Wurmbergblick) verlegt werden, was einen sehr zentralen Standort darstellt. Das Gelände des abgerissenen Hotels sollte im Konzept von Prof. Eisentraut jedoch als Reservefläche für optionale Bebauung dienen, was dann nur eingeschränkt möglich wäre. Deshalb stellt sich als Alternative die folgende


VARIANTE 2: Seilbahn mit Mittelstationen am Bärenberg und Großparkplatz am Ortsrand

(http://skifahren-im-harz.de/img/mani/seilbahn-schierke-5.jpg)
Bild 4: Variante 2

Die zweite Ortsstation befindet sich hier nicht bei der Kirche, sondern am Großparkplatz am Ortsrand. In dieser Variante bleibt das Konzept von Prof. Eisentraut unverändert bestehen. Lediglich der Ortsbus wird durch die Seilbahn ersetzt. Vom Parkplatz am Ortsrand zum Zentrum (Kurpark) sind es 1,3km, weshalb die Nutzung der Seilbahn für Tagesgäste attraktiv ist. Auch kann die Seilbahn in Richtung Schierker Bhf. genutzt werden. Die Mittelstation am Bärenberg ist auch für das Ortszentrum zentral gelegen (300m Fußweg über das kalte Bodetal durch den Kurpark)

Seilbahntyp:
Es empfiehlt sich eine ZUB (Zweiseilumlaufkabinenbahn). Die Vorteile gegenüber einer EUB (Einseilumlaufbahn wie Wurmberg) sind
 
1. eine deutlich höhere Windstabilität (Vergleich: häufiger Ausfall der EUB-Wurmberg wegen starkem Wind),
2. die einzelnen Sektionen können unabhängig voneinander betrieben werden. (Wurmberg-EUB fällt bei Wind komplett aus)
3. eine ZUB erfordert weniger Stützen, was insbesondere im Schierker Tal vom Naturbild besser aussieht.

Wegen der touristischen Bedeutung für den ganzen Harz  wäre der Betreiber als Konsortium vieler Institutionen denkbar, u.a. Wurmberg-Seilbahn, HSB, Städte Braunlage u. Wernigerode, Landkreise Goslar und Harz sowie Harzer-Tourismus-Verband.
Eine solche Seilbahn würde ca. 12-14 Mio.€ kosten. Diese Kosten sind ähnlich der wegen Unwirtschaftlichkeit verworfenen Anbindung von Braunlage an die HSB. Im Gegensatz zur HSB Anbindung stellt diese wegen der vielfältigen Synergien jedoch Wirtschaftlichkeit in Aussicht, da zumindest die Sektion vom Schierker Bhf. bis zum Bärenberg nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz  zu 75-90% förderfähig sein dürfte.  
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 02, 2012, 02:30:07 Nachmittag
Grundsätzlich interessante Vorschläge, vielen Dank!

Nur bezweifle ich, dass eine ZUB (Funitel) selbst ohne Mittelstationen für den Betrag von 12-14 Millionen Euro gebaut werden kann, und mit Mittelstationen erst recht nicht. Eine solche Lösung würde selbst als EUB sehr, sehr teuer, was die Wahrscheinlichkeit ihrer Finanzierung durch ein Gremium stark herabsetzt. Eine Fahrt von Braunlage zum Brocken über die Kette Wurmbergbahn - ZUB/Funitel - Dampfzug müsste geschätzt für mindestens 30-40 Euro pro Person verkauft werden, was die Zielgruppe dafür wohl kaum ausgeben wird. Das wiederum gefährdet den "Return on Investment".

Als Alternative fällt mir noch eine "Wieli"-Ringstrecke für eine mögliche Verbindung zwischen den Planungsobjekten Schierker Großparkplatz und Schierker Seilbahn und dem bestehenden Schierker Brockenbahnhof ein. Darüber hat noch niemand laut nachgedacht. Der Wieli ist mit Sicherheit billiger zu bauen, er benötigt keinen Straßenausbau, und er ist bedingt geländeflexibel. Und wenn man will, kann man sogar den Coaster damit noch mitbedienen. :D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 02, 2012, 04:11:33 Nachmittag
@harzwinter
ich meine keinen Funitel, sondern eine Bahn wie Kreuzeck oder Kanzelwand (wird auch 2S-Bahn genannt), mit getrenntem Trag- und Zugseil. Auch ein geplanter Neubau der Nebelhornbahn wurde als 2S-Bahn bzw. ZUB konzipiert. Es war von 18 Mio€ Baukosten die Rede, woraus ich den Betrag mal ungefähr für den Harz hochrechne, da die Länge etwas kürzer ist, die Geländesituation im Harz baulich wahrscheinlich deutlich kostengünstiger. 2S/ZUB ermöglicht gegenüber einer EUB den separaten Betrieb einzelner Sektionen und durch die zwei Seile brauchen sie weniger Stützen und haben eine höhere Windstabilität als ne EUB.
Ein Funitel hingegen hat zwei parallel laufende Trage/Förderseile.


Wenn die Sektion Bärenberg-Schierke Bhf. über das "Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz" zu 75-90% bezuschusst würde, dann dürfte sich das ganz anders rechnen... Auch in der Feldbergstudie wurde ein Lösungmodell als Schienenbahn oder Seilbahn ab Bärental mittels "Gemeindefinanzierungsgesetz" untersucht.

Ich mutmaße mal, dass die Einspielung der laufenden Betriebskosten solch einer Seilbahn eher kein Problem sein sollte, sondern die Grundinvestition. Nachdem in Schierke die Chance auf EU-Fördergelder (bis 2014) wegen zu langsamer Planung dahinschwinden (damit finanziert Wiegend ja seine neue EUB in Thale), wäre der Zuschuss nach GVFG die letzte verbleibende Chance, zumindest einen Teil einer Bahn bezuschusst zu bekommen.

Diese Seilbahn verspricht jedenfalls eine ganzjährig gute Frequentierung - insbesondere wenn man sie mit der verworfenen HSB-Anbindung von Braunlage vergleicht. Denkbar wären auch Pauschalnutzungsbeträge seitens der Herbergen in Braunlage/Schierke, dass Ü-Gäste die beiden Wurmberg-Seilbahnen beliebig nutzen können (ähnlich O-dorf/Kleinwalsertal)

Für Brockenbesucher muss ab Braunlage der gleiche Pauschalpreis gelten, wie für die HSB, d.h. derzeit 32€ Hin-Rückfahrkarte, egal ab welchem Bahnhof.


So - nun komme ich mal auf den Boden der Realität zurück, den auch unsere Freunde in Schierke hinsichtlich ihrer Planungen bzw. Wunschträume verlassen haben!
Man muss sich mal vorstellen, dass die jetzt ein Ortskonzept beginnen, ohne dass wesentliche Bauteile dessen (Skigebietsanbindung Wurmberg) noch völlig in den Sternen stehen. Wenn die jedoch nun die Straßen- und Verkehrsplanung danach ausrichten, dann ist das schon "mutig"... und die halten immer noch an einer Seilbahn Sandbrink-Wurmberg mit Mittelstation am Loipenhaus fest.

Ohne ein Skigebiet mit roten Pisten bis zum Gipfel des gr. Winterberg wird sich eine solche Seilbahn dort eher nicht rechnen, weil sie mit der seichten Talabfahrt eher Zubringercharakter für den Wurmberg hat. Dieser Umstand ist ja hinreichend bekannt, weshalb bis heute noch kein Investor da ist.

Ein Sommerbetrieb zum Wurmberg von Schierke ist ja auch nicht als "gut frequentiert" prognostiziert, da Schierke mit dem Brocken identifiziert ist und Gäste im Sommer primär dorthin wollen. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wäre die Seilbahn bis zum Bahnhof eine Alternative, weil sie Ganzjahresauslastung mit vielen Gästen aus Braunlage verspricht.

Schierke braucht als Mindestvariante eine EUB-Kombibahn zum Loipenhaus (Kosten ca. 6-7 Mio€). Für eine fixe 4SB sind 1,9km eigentlich zu lang (Fahrzeit 12 Min).

Selbst wenn man in der Billigstvariante anfängt und nur eine 4SB + Förderband bauen täte (Erweiterungsoption auf KSB oder Kombibahn wäre gegeben), dann wäre die Talstation am Sandbrink kein optimaler Standort, wenn man sich eine Option in Richtung Bahnhof für später offen halten will - und somit einen gut frequentierten Sommerbetrieb. Dies wäre nur am Bärenberg möglich, weshalb eine Talstation dort in jeder Hinsicht die bessere Variante wäre, als am Parkplatz Sandbrink.
Optional wäre ab Bärenberg eine weitere EUB möglich, so dass Ortsbahn und Bergbahn auch als zwei EUBs unabhängig voneinander betrieben werden können - es bräuchte dann nicht unbedingt eine ZUB. Vielleicht sind zwei EUBs auch insgesamt günstiger als ne ZUB. Zwei Kombibahnen hat man ja in Nesselwang gewählt, wegen der Windanfälligkeit der oberen Sektion.

Außerdem wäre der Standort Bärenberg + SL am Parkplatz Sandbrink die bessere Variante hinsichtlich der Ortsanbindung - und ich gehe nicht davon aus, dass ein Parkhaus am Sandbrink tatsächlich gebaut wird - das wird ebenso ne neverending story wie Schierke 2000.
    


Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 02, 2012, 04:51:16 Nachmittag
Interessantes Konzept, vor allem hinsichtlich der Anbindung Braunlages an den Brocken bzw. der somit auch möglichen Auslastung der neuen Verbindung im Sommer. Es würde mich durchaus interessieren, ob die Verantwortlichen in Wernigerode über ähnliche Optionen überhaupt schon einmal nachgedacht haben oder nicht.

Letztlich könnte ich mir hierbei auch vorstellen, dass sich von Braunlager Seite etwas mehr tun würde, sofern Braunlage durch eine derartige Verbindung direkten Anschluss an die Brockenbahn erhält und selbst die Fahrt mit den ganzen Seilbahnen von Braunlage über den Wurmberg über den Gr. Winterberg bis nach Schierke allein schon interessant sein könnte für Touristen.

Realistisch gesehen muss man allerdings auch sagen, dass ich nicht davon ausgehe, dass eine derartige Planung tatsächlich umgesetzt werden würde oder könnte. Hinsichtlich des Ortsentwicklungskonzepts kann ich allerdings nur zustimmen — es scheint schon sehr optimistisch geplant zu werden ohne sich dabei bereits einig darüber zu sein, woher die vielen neuen Besucher eigentlich kommen sollen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 03, 2012, 10:03:02 Vormittag
Zitat von: manitou
@harzwinter
ich meine keinen Funitel, sondern eine Bahn wie Kreuzeck oder Kanzelwand (wird auch 2S-Bahn genannt)

OK, danke für den Info-Nachschlag ... jetzt ist's klar. Das mag für Windstabilität Sinn machen.

Zitat von: manitou
Ohne ein Skigebiet mit roten Pisten bis zum Gipfel des gr. Winterberg wird sich eine solche Seilbahn dort eher nicht rechnen

Die Kuppe des Großen Winterbergs wird sicherlich nicht Bestandteil eines Schierker Wintersportkonzepts. Auf der Kuppe steht alter Hochwald, untendrunter Heidelbeerbüsche. Es handelt sich - im Gegensatz zum Großteil der Umgebung - nicht um für forstliche Nutzung gepflanzte Monokultur. Schau es Dir mal vor Ort an, wenn Schnee und Matsch dort komplett weg sind (Mai/Juni). Realistisch gesehen opfert so etwas heutzutage niemand mehr für eine Wintersport-Neuerschließung - NP hin oder her. Auch wenn es in der Tat der geeignetste Bergstations-Standort wäre.

Zitat von: Max
es scheint schon sehr optimistisch geplant zu werden ohne sich dabei bereits einig darüber zu sein, woher die vielen neuen Besucher eigentlich kommen sollen.

Im Sommer wird Schierke heute von frustrierten Tagesgästen, die dort schon x-fach keinen Parkplatz bekommen haben, wahrscheinlich schon gar nicht mehr angefahren. Die werden bei verbesserter Parksituation zurückkommen. Über Winterbesucher muss sich Schierke keine Sorgen machen, wenn dort wirklich mal ein Alpinskigebiet besteht (siehe Braunlage).  :D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 03, 2012, 11:57:33 Vormittag
@harzwinter

Das mit dem schützenswerten Hochwald auf dem Gipfel des gr. Winterberges ist mir schon klar. Es geht letztendlich um eine Fläche von ca. 5ha, die jedoch für ein wirtschaftliches Ski-Projekt von hoher Bedeutung ist. Hier muss sorgfältig abgewogen werden. Überall sonst - ob bei Straßenprojekten etc. - wird in solchen Fällen ein Flächenausgleich mit dem Naturschutz vorgenommen.

Ein solcher wäre auch hier indiziert, da Schierke andernfalls Gefahr läuft, auch in 10 Jahren noch keine Seilbahn zu haben, weil sich kein professioneller Investor findet. Letzteres würde dem Ort gewaltig Schaden hinsichtlich seiner Entwicklung - und das ganze teure Ortsentwicklungskonzept wäre nur die Hälfte wert.

Ich bin ein "Grüner Realo" und ich vertete eine sinnvolle Integration von Naturschutz und Ökonomie. Die Naturfundis nerven mich jedoch genauso, wie die Profitökonomen, die ich mehrheitlich als "Kollegen" in der Wirtschaft vorfinde.

Es braucht einen praktikablen Kompromiss. Der NP glaubt, den Kompromiss in der Freigabe des kl. Winterberges bereits getätigt zu haben. Das mag stimmen, aber was ist ein solcher Kompromiss wert, wenn er nicht praxistauglich ist - weil sich dafür kein Investor findet.  

Als Ergebnis muss man daher realistisch festhalten, dass der damals gutgemeinte Kompromiss von allen Beteiligten falsch eingeschätzt wurde - er ist folglich zu überarbeiten - Dem entzieht sich der NP - und aus Wernigerode kommt kein Druck, weil sich der OB-Gaffert damit selbst ins Knie schiessen würde, denn Gaffert war damals der NP-Chef, welcher die Nichtfreigabe des gr. Winterberges durchgedrückt hat. Er müsste in gegenüberstehender Funktion nun gegen seine eigene Entscheidung ankämpfen.

Verdammt kniffelige Angelegenheit, wenn man sein Gesicht wahren will...

Deshalb ist die Gefahr groß, dass in 10 jahren immer noch keine Seilbahn in Schierke steht, außer die Stadt baut und betreibt sie selbst gemäß der unwirtschaftlichen Planung. Wenn sie dann ein Zuschussgeschäft wird, wird es einen gigantischen Aufschrei geben und Naturschützer fühlen sich bestärkt, dass die Investition in ein Skigebiet im Klimawandel finanzieller Irrsinn ist - wie aktuell am Wurmberg als Vorwurf erhoben. Dabei werden die Naturfundis jedoch die wahren Gründe verschweigen, nämlich die eigene Verweigerung geeigneter Flächen.

Wäre der Naturschutz wirklich kompromissbereit, dann würde jetzt mit Wahrscheinlichkeit nicht am Hexenritt ausgebaut, sondern wir würden schon seit einigen Jahren auf schneesicheren "roten" Nordostpisten in Richtung Schierke carven und von einer Kombi-EUB + weiterer 4(K)SB wieder hochgefahren werden - dessen Betreiber "Wurmberg-Seilbahn" heisst.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am April 03, 2012, 05:38:37 Nachmittag
Eine Seilbahn Bhf. Schierke-Wurmberg ist eine schöne Idee. Aus Kostengründen wäre ein Parkplatz/Parkhaus am Bahnhof vielleicht besser, da man auf eine Mittelstation verzichten könnte.

Schierke braucht als Mindestvariante eine EUB-Kombibahn zum Loipenhaus (Kosten ca. 6-7 Mio€). Für eine fixe 4SB sind 1,9km eigentlich zu lang (Fahrzeit 12 Min).

Will mit dem Neubau den Sommer- und Wintertourismus ankurbeln ist eine Seilbahn Bhf. Schierke-Schierke-Wurmberg(-Braunlage) die einzige sinnvolle und teure Lösung, welche man dann auch gleich umsetzen sollte.

Geht es bei den Liften am Wurmberg/Winterberg nur um den Wintertourismus ist eine Erschließung des kl. Winterberges mit zwei aufeinanderfolgenden Schleppliften und Verbindungsabfahrten vom/zum Wurmberg die billigere und skitechnisch interessanter Lösung.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 04, 2012, 09:15:59 Vormittag
@sommerphobie

Ich weiss nicht, ob Du das Ortssanierungskonzept Schierke kennst?!

Ein Parkplatzausbau zwischen Kirche und Bahnhof ist nicht möglich, da das Gebiet bereits Nationalpark ist. Der NP würde am ehesten einer Seilbahn zustimmen - wenn überhaupt.

Zwei aufeinanderfolgende Schlepplifte wären natürlich die kostengünstigste Lösung, doch bei den hochfliegenden Schierker Träumen würden die Dich für diese Idee auslachen.  Auch eine nachhaltige Teil-Lösung wäre dies nicht. Eine fixe 4SB Barenberg-Loipenhaus wäre das Minimum, so das später zumindest zur KSB oder Kombibahn nachgerüstet werden kann.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am April 05, 2012, 01:32:09 Nachmittag
Zwei aufeinanderfolgende Schlepplifte wären natürlich die kostengünstigste Lösung, doch bei den hochfliegenden Schierker Träumen würden die Dich für diese Idee auslachen.  Auch eine nachhaltige Teil-Lösung wäre dies nicht. Eine fixe 4SB Barenberg-Loipenhaus wäre das Minimum, so das später zumindest zur KSB oder Kombibahn nachgerüstet werden kann.


Das Ortssanierungskonzept Schierke kenne ich nicht vollständig. Meines Wiisen widerspicht ein Parkplatz am Bahnhof diesem aber nicht und bezüglich der NP-Flächen müsste man einfach mal fragen, denn ein teure Mittelstation mehr kann den Unterschied zwischen finanzierbar und nicht finanzierbar machen.


Dass man in Schierke eine Gondelbahn + evtl. Sessellifte haben möchte ist mir bewusst und ich hätte auch keine Einwände gegen bessere Lifte, aber es muss realisierbar sein.

Wenn man über die finanziellen Mittel und die Zustimmung des NP verfügt wäre eine Gondel nach deinem Plan und evtl. zusätzliche Sessel die beste Wahl.

Über solche finazielle Mittel verfügt man in Schierke aber eigentlich nicht. Somit ist leider eine billigere (Teil-)Lösung angebracht.

Eine nachhaltige Lösung würde ich persönlich nicht über den Lifttyp sondern über die sinnvoll erschlossenen Pisten definieren.

Die zwei Schlepplifte an der Nordflanke des kl. Winterbergs könnte man je einem Schlepplift an der Ost- und Südflanke ergänzen (die Himmelsrichtungen stimmen dabei natürlich nicht ganz) und würde damit dann fast alle nicht NP-Flächen auf Schierker Seite erschließen. Sessellifte könnte man später immer noch bauen, wobei ich einen Schlepplift bei den kurzen Liftlängen nicht mal schlimm finde.

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 05, 2012, 02:36:25 Nachmittag
Mir persönlich wären 2 Schlepplifte am liebsten, die laufen auch im Sturm. Schlepplifte sind allerdings für den Transport von MTB-Bikes wenig geeignet. Sessellifte verusachen bei den Flachländlern Höhenangst, also bleibt nur eine niedriglaufende Gondelbahn (bzw. GB+SB Kombi, damit Skifahrer nicht abschnallen müssen).

Hier der ursprüngliche Plan von der Harzwinter-Website:
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/schierke_wurmberg_npkarte.jpg)

Ich habe den betreffenden Ausschnitt aus Google Earth herausgeschnitten und den Nationalpark markiert. Deutlich sieht man die historischen Pisten dicht an der Grenze zum Nationalpark.

Vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei der Planung des Skigebietes  ;)

Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 06, 2012, 10:48:03 Vormittag
Schlepplifte sind allerdings für den Transport von MTB-Bikes wenig geeignet.

Schlepplifte sind für MTB gut einsetzbar (siehe Winterberg Käppchenlift oder Wildbad), wenn sie nicht zu steil sind... Es werden im Sommer eine Art Krallen an den Bügeln montiert, die dann im Lenker eingeklinkt werden.

@sommerphobie
vergiss einen Parkplatz zwischen Bhf. und Kirche. Ein solcher müsste mind. 500 PKW fassen, (Der Parkplatz im Ortskonzept ist sogar >1000 dimensioniert), da der Brocken ca. 1,2 Mio Besucher p.A. hat. Dafür wären enorme Rodungen erforderlich die der NP niemals mitmachen würde. Außerdem würde das an der Stelle auch ziemlich sch.... aussehen.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 06, 2012, 03:16:40 Nachmittag
Schlepplifte sind für MTB gut einsetzbar (siehe Winterberg Käppchenlift oder Wildbad), wenn sie nicht zu steil sind... Es werden im Sommer eine Art Krallen an den Bügeln montiert, die dann im Lenker eingeklinkt werden.

In Schulenberg gibt es auch diese Lösung, allerdings hat man sich im MTB-Forum auch über diese Methode beschwert. Die Lenker sind wohl teilweise so teuer wie unsere Skier und man mag da keine Kratzer riskieren.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 08, 2012, 12:32:36 Vormittag
Was'n'das für eine Argumentation, wenn sie denn stimmt? Mit den "teuren" MTB-Lenkern riskiert man beim Dauer-Downhill in Schulenberg permanent schwere Stürze, die der Lenker sowieso nicht überlebt. Kratzer am Lenker ... da lachen ja die Hühner!  ;D
Zumindest ich sehe meine Ski als reine Verschleissteile an, die im 3-4-Jahres-Turnus zu wechseln sind. Und meinen MTB-Lenker notfalls auch.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 19, 2012, 07:35:19 Nachmittag
Hahnenklee, Braunlage, nun auch Schierke... diese Sommersaison wird trotz fehlendem Schnee spannend...

Baustart für Ortsumbau Schierke (http://www.mdr.de 19. April 2012): (http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/schierke116_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html)
(http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/schierke114_v-standardBig_zc-3ad1f7a1.jpg?version=4059)
Zitat
[...]
In einem ersten Schritt sollen für rund acht Millionen Euro drei Brücken erneuert und eine Straße gebaut werden. Dadurch soll der Ortskern vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Später entstehen neue Parkhäuser für 1.200 Autos. Ein Shuttle-Service soll von hier aus die Touristen zu den Attraktionen des Erholungsortes bringen. Geplant sind eine Seilbahn, Skihänge und eine Fußgängerzone mit Arkadengängen. Auch die Rodelbahn und das 60 Jahre alte Eisstadion von Schierke sollen später erneuert werden. Der Ort, der einstmals als "Sankt Moritz des Nordens" bekannt war, erhofft sich von den Maßnahmen einen deutlichen Aufschwung. Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock sagte dem MDR: "Wir hoffen, dass Schierke endlich einen Stellenwert bekommt, den es schon lange verdient hat."
[...]

Baustart für drei neue Brücken in Schierke (volksstimme.de 19.04.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/806582_Baustart-fuer-drei-neue-Bruecken-in-Schierke.html)
(http://www.volksstimme.de/_em_daten/_saxo/2012/04/19/aufmacher/120419_0421_12_04_20120419_010527_pic_872379910_aufmacher.jpg)
Zitat
[...] "Heute ist ein ganz besonderer Tag", würdigte Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) den Baustart zur touristischen Erschließung Schierkes, die er "eine Herkulesaufgabe" nannte. Immerhin verschlingen sie rund 35 Millionen Euro. [...]

Sehnsucht nach St. Moritz (naumburger-tageblatt.de 18.04.12) (http://www.naumburger-tageblatt.de/ntb/ContentServer?pagename=ntb/page&atype=ksArtikel&aid=1334258318448&openMenu=1013016724285&calledPageId=1013016724285&listid=1018881578312)
(http://www.naumburger-tageblatt.de/ks/images/mdsBild/1334258318451l.jpg)
Zitat
[...]
Zwei Skigebiete nebeneinander

Schierke ist nicht allein: Zehn Kilometer weiter westlich, jenseits des ehemaligen eisernen Vorhangs, steckt die niedersächsische Stadt Braunlage bis 2015 zehn Millionen Euro in ein neues Skigebiet. Sehr zum Ärger von Naturschutzverbänden. Der Konkurrenzkampf um die Gäste - er geht weiter. Doch vor Ort stellt man lieber das Gemeinsame heraus: "Wir sind mit Braunlage dabei, eine Verbindung zwischen beiden Skigebieten zu schaffen", sagt Andreas Meling von der Wernigeröder Stadtverwaltung. So seien verbindende Liftanlagen beziehungsweise eine Seilbahn zwischen den Pisten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen geplant. "Ernsthafte Gespräche" mit privaten Investoren liefen bereits. Meling ist sich sicher: "In ein paar Jahren werden die Touristen nicht mehr merken, ob sie gerade in Schierke oder in Braunlage Ski fahren."  [...]
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 19, 2012, 08:07:23 Nachmittag
Ich freue mich sehr für Schierke — bin allerdings auch ein wenig skeptisch, ob es neben infrastrukturellen Maßnahmen tatsächlich noch zu den weiteren Bauabschnitten kommen wird.

Übrigens: Ich denke es wird Zeit den Thread von "Schierke 2000" in "Schierke 2015" umzubenennen.. ;-)
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 20, 2012, 09:05:50 Vormittag
Du bist ganz schön optimistisch - ich plädiere für "Schierke 2030"  ;D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am April 20, 2012, 02:02:20 Nachmittag
Zitat
Ich denke es wird Zeit den Thread von "Schierke 2000" in "Schierke 2015" umzubenennen

Wenn man sich die Jahreszahlen so anschaut, ich finde es erschreckend, dass man in Deutschland 15 Jahre braucht, um etwas Vorzeigbares zu erreichen. Demzufolge ist die Jahreszahl 2030 auch noch realistisch.

Schade nur, dass man die Pistenbegehung nur noch mit einem Rollator erleben darf.  :'(
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 20, 2012, 03:00:06 Nachmittag
Nix da - Rollator-Nutzung auf Harzer Skipisten im Sommer ist analog der Nutzung von Monsterrollern natürlich genehmigungspflichtig! ;D

Das wohl tatsächlich realistischere Zeitziel 2030 stimmt angesichts der Tatsache, dass das Konzept "Schierke 2000" bereits in den frühen 1990er (!) Jahren vorgestellt wurde, mehr als nachdenklich. Fast ein halbes Menschenleben als zeitliche Dauer für die Umsetzung eines so wichtigen Konzepts ...
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 25, 2012, 08:57:59 Vormittag
Aus der Kolumne des Finanzministers Sachsen-Anhalts Jens Bullerjahn zum Beginn der Arbeiten in Schierke am 18.4.2012:

http://www.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_Politik_und_Verwaltung/Bibliothek_Ministerium_der_Finanzen/Dokumente/MF_Nachrichten/Kolumne_Schierke.pdf (http://www.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_Politik_und_Verwaltung/Bibliothek_Ministerium_der_Finanzen/Dokumente/MF_Nachrichten/Kolumne_Schierke.pdf)
Zitat
[...]
Ich bin überzeugt davon, dass damit eine völlig neue Etappe in der Geschichte der
Gemeinde am Fuße des Brockens eingeläutet wird, die erst durch die Eingemeindung des
Ortes in die Stadt Wernigerode vor vier Jahren möglich wurde. Danach nämlich wurden
schon lange schlummernde Ideen und neue Überlegungen in ein neues Tourismuskonzept
eingearbeitet. Es ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, das weit über Schierke und Wernigerode
hinaus wirken wird. Am Ende wird Schierke in einigen Jahren gute Strassen, zuverlässige
Brücken über die Bode zur Erreichung des Skigebietes am Winterberg haben - inklusive
ausreichender Parkplätze sowie eine moderne Fußgängerzone mitten im Ort. Auch das alte
Eisstadion wird in neuem Glanz strahlen. Und dann – das ist meine große Hoffnung – werde
auch die Hoteliers in Schierke und Investoren Hand anlegen und ihre Häuser sanieren oder
gar neue Hotels bauen, weil sie dank der vom Land geförderten Projekte erkennen: Hier
lohnt es sich zu investieren!
[...]
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 25, 2012, 09:06:13 Vormittag
Historischer Baustart für die Ortsentwicklung Schierkes (www.wernigerode.de): (http://www.wernigerode.de/de/news-details/historischer-baustart-fuer-die-ortsentwicklung-schierkes-20027533.html)
Zitat
[...]
Die Stadt Wernigerode hat nach der Eingemeindung Schierkes im Jahr 2008 ein zukunftsweisendes Ortsentwicklungskonzept ausgearbeitet und kommunale Investitionsvorhaben festgelegt, die in einem Zeithorizont bis 2015/16 realisiert werden sollen. Das Land Sachsen-Anhalt hat die Entwicklung des Ortes Schierke und die Etablierung eines alpines Skigebietes in Verbindung mit dem niedersächsischen Braunlage als Schwerpunktfördervorhaben von herausgehobener Landesbedeutung im September 2011 bestätigt.

Dazu gehört eine intensive Investitionsförderung, die die Stadt erhält, um investitionsvorbereitende Maßnahmen, insbesondere Infrastrukturprojekte, tätigen zu können. „Ich bin sehr dankbar für die große Unterstützung im Land für diese Vorhaben“, so Oberbürgermeister Peter Gaffert.
[...]

"Etablierung eines alpines Skigebietes in Verbindung mit dem niedersächsischen Braunlage als Schwerpunktfördervorhaben von herausgehobener Landesbedeutung" hört sich gut an.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 06, 2012, 09:20:38 Nachmittag
Schierke 2000, der Existenzbeweis!  ;D
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Mai 16, 2012, 08:41:19 Vormittag
Regierungschefs in Sachsen-Anhalt und Nieddersachsen stehen hinter den Wintersportprojekten in Braunlage und Schierke:

http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/halberstadt/824653_Regierungschefs-zu-Projekten-fuer-den-Wintersport.html

Obwohl sich Sachsen-Anhalt auch hinter das Wurmbergprojekt stellt, wird einmal mehr in dem Artikel die Dissonanz zwischen Braunlage und Schierke hinsichtlich der Schierker Skigebietspläne mit Seilbahn zum Wurmberggipfel thematisiert. Man hat in Schierke jetzt wohl umgeplant und stellt sich auf eine Seilbahn zum Loipenhaus ein. Wenn man die Investitionssumme von 35 Mio. € hört (Seilbahn, Pistenbau und Rennrodelbahn?!) dann suggeriert das Projekt für nicht Sachkundige (u.a. Umweltschützer) Gigantomanie im Verhältnis zu den "lächerlichen" 9 Mio. Ausbaukosten in Braunlage.

Ich weiss immer noch nicht, was die mit einer "Rennrodelbahn" meinen?! Wenn die tatsächlich einen Eiskanal bauen wollen, dann wäre das totaler Irrsinn (wurde hier im Forum bereits thematisiert). Dafür dürfte es keine Förderung geben, da in D bereits 4 Eiskanäle existieren und D damit die höchste Dichte in der Welt hat.

Die Kosten für eine 8EUB zum Loipenhaus + Pistenbau mit Beschneiung und Teich schätze ich auf ca. 15 Mio.€ (9 Mio. die EUB, der Rest für Piste/Beschneiung). Die Piste ist vergleichbar der großen Wurmbergabfahrt. Die ersten oberen 600m sind noch halbwegs interessant (obwohl blau), dann wir es ein quälend langer Ziehweg (1,4km) bis ins Tal. Die Frequentierung dieser Piste wird sich folglich in Grenzen halten, zumal es wohl nach den Schilderungen des Artikels keinen Lift für die obere Sektion gibt.
Man kann dies auch gut am Wurmberg beobachten. Die Mehrheit der Skifahrer fährt nicht runter ins Tal, sondern nur auf dem oberen halbwegs interessanten Teil der Piste bis zur Mittelstation.
Die Sommerfrequentierung der EUB wird ebenfalls nicht stark sein, da die EUB sommertouristisch im "nowhere" endet. Die Sommergäste wollen auf die Gipfel von Wurmberg/Brocken. Weder gibt es für Gäste aus Braunlage über die Wurmbergbahnen eine Anbindung zum Schierker Bahnhof/Brocken, noch gelangen die Schierker Gäste auf den Wurmberggipfel.

Eine EUB ist unter diesen Gesichtspunkten finanzieller Irrsinn. Es ist in dem Artikel stets von einer Seilbahn die Rede und nicht von einem Lift, weshalb ich von einer EUB ausgehe.

Die einzig vertretbare kostengünstige Interimsvariante wäre m.E. eine 4(K)SB bis zum Loipenhaus, die später zu einer Kombibahn oder EUB bis zum Wurmberggipfel erweitert werden kann. Eine 4SB würde ungefähr knapp 4 Mio € kosten, als 4KSB 6 Mio.€. Der Haken bei einer kostengünstigen 4SB wäre allerdings eine endlos lange Fahrzeit von ca. 12 Minuten bei lediglich 2,8m/sec.

Doch selbst wenn es später einmal bis auf den Wurmberggipfel führen würde, so wäre die Sommerfrequentierung immer noch schwach, da aus Richtung Braunlage keine weiterführende Anbindung zum Brocken besteht. (sie auch meine Idee einer Seilbahn vom Wurmberggipfel bis zum Schierker Bahnhof im hiesigen Topic "Schierke 2000")

Fazit: Ohne dass Braunlage und Schierke an einem Strang ziehen, kann es keine sinnvolle Lösung geben. Der allerwichtigste Part zum Erfolg liegt allerdings beim Nationalpark, indem die den Gipfel des Gr. Winterberges für den Pisten/Liftbau freigeben.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 19, 2012, 09:31:24 Vormittag
Mehr Stellflächen als Einwohner: Schierker Parkhaus soll für 715 Autos Platz schaffen (Volksstimme.de 18.05.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/826858_Mehr-Stellflaechen-als-Einwohner-Schierker-Parkhaus-soll-fuer-715-Autos-Platz-schaffen.html)
Zitat
In Rekordzeit haben Architekten einen neuen Entwurf für ein Schierker Parkhaus auf Stützpfeilern entwickelt. Baudezernent Burkhard Rudo schätzt vor allem die funktionale Optik.

[...]

Nach dem Vorbild des Parkhauses in Schöneck haben das Planungsbüro Weniger und Hoffmann aus dem Vogtland gemeinsam mit der Wernigeröder Ingenieurgemeinschaft Setzpfandt die hochmoderne Garage mit vier Etagen und einem zweigeschossig unterkellerten Außenparkplatz entworfen. Um rechtzeitig die Förderung aus dem europäischen Fond für Entwicklung (EFRE) für das 10,9-Millionen-Euro-Projekt zu erhalten, mussten die Pläne bereits am Dienstag an die Investitionsbank zur Prüfung weitergeleitet werden. Bis zu 80 Prozent sollen, so hofft Rudo, in diesem Sommer bewilligt werden. Im Mai 2013 ist Baustart. Eine der Bedingungen für den EFRE-Zuschuss: Bis zum 30. Juni 2014 müssen die Arbeiten abgeschlossen und dokumentiert sein. Ein ehrgeiziges Vorhaben, doch Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) ist überzeugt, es zu schaffen.

Für 715 Fahrzeuge inklusive 36 Behindertenparkplätze bietet das Parkhaus Platz. Es wird auf dem Plateau des jetzigen Waldparkplatzes an der Sandbrinkstraße südlich des 570-Seelen-Ortes errichtet werden. Diese Straße ist heute noch ein Forstweg, wird ebenfalls ab 2013 ausgebaut.

Direkt am neuen Parkhaus entsteht in den nächsten zwei Jahren das sogenannte Winterbergtor, der Beginn des neuen Sportgebiets mit Wanderwegen, Skiabfahrten, -pisten, Loipen, Seilbahn und Rennschlittenbahn. Die Seilbahn soll nur wenige Meter vom Parkhaus entfernt abfahren. "Für Wintersportler ist die Nähe vom Skihang zum Auto wichtig", so Rudo. Im Umkreis werden auch ein Imbiss, ein Skiverleih, Toiletten, Umkleiden und eine Touristinformation eingerichtet.

Ende März war bekannt geworden, dass der ursprüngliche Parkhaus-Entwurf vom Berliner Büro Prof. Dr. Wolf Rüdiger Eisentraut nicht umgesetzt wird. Ein Berliner Gutachter hatte das 15-Millionen-Euro-Projekt für unwirtschaftlich erklärt. So wäre ein aufwändiger Shuttlebus-Verkehr notwendig gewesen. "Unser Hauptziel war und ist der sanfte Tourismus mit verkehrsberuhigter Ortsmitte. Deshalb sollen die Stellplätze außerhalb Schierkes angesiedelt werden", sagt er. Und zählt die Vorteile auf: "Die Besucher werden zum Parken künftig südlich am Ort entlang geführt, erreichen aber trotzdem schnell den Ortskern, die Seilbahn und den Weg zum Brocken." Das Parkhaus soll von der Stadtverwaltung betrieben werden. "Was ein Privater leisten kann, schafft auch die Kommune", so Rudo.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Mai 21, 2012, 07:56:04 Vormittag
Auf der Website des Planungsbüros (http://architekten-wh.de/abgeschl%20bv%20-%20parkhaus.htm) sind ein paar Bilder vom neuen Parkhaus in Schöneck:

(http://architekten-wh.de/index_htm_files/297.jpg)

Zitat
[...]
Das Parkhaus wurde im Zuge der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der  regionalen Wirtschaftsstruktur" realisiert. Es befindet sich direkt neben der  "Skiwelt", dem Winter-Skivergnügen in Schöneck und kann in der  schneefreien Zeit als Ausgangspunkt für Wanderungen in der Region genutzt  werden.  Das Bauvorhaben galt als technisch und gestalterisch schwierig, da ähnlich  wie bei Messeparkhäusern auch hier mit einem konzentrierten  morgendlichen Zustrom und abendlichen Abfluss des Verkehrs zu rechnen  ist.
[...]
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 03, 2012, 10:00:54 Nachmittag
Im Ratsinfo-System für Wernigerode sind Informationen zur Entwicklung eines Wintersport- und Ganzjahreserlebnisgebietes "Winterberg" (http://www.ratsinfo-online.de/wernigerode-bicms/vo020.asp?VOLFDNR=2021&options=4). Als Anlagen zum Thema ist das geplante Skigebiet erstmal sehr detailiert als PDF veröffentlicht.

Angefügt ist das Bild "Schematische Panoramaansicht 12A" aus dem PDF 12_A_Panoramaansicht_A1.pdf, erstellt vom Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Eisentraut markiert als "Ergänzung 2012 zur Studie 2011".
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juni 04, 2012, 01:17:35 Nachmittag
Die gleiche Zeichnung im A1-Format-PDF sieht schon wieder anders aus ...   :D

Immerhin wurde mittlerweile weiter geplant: Die künftige Seilbahn soll nur noch bis zum Winterbergsattel reichen; es wurde an Loipenüberquerungen gedacht; die Lage der Schneiteiche wurde vorgeplant; es soll einen Tallift geben usw.

Ausgegoren ist das alles aber noch nicht: Der Tallift ist zu kurz geraten, so dass er nicht als Zubringer zur Seilbahn dienen kann; es fehlt ein durchgängiger Kurvenlift am Winterberg-Skihang (niemand braucht dort zwei extrem kurze Lifte); es ist eine mit der Wurmbergseilbahn wohl kaum abgestimmte Skiabfahrt außerhalb des Projektterrains direkt am Wurmberggipfel eingetragen usw.
Titel: Re:Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 04, 2012, 04:00:57 Nachmittag
Die unter Entwicklung eines Wintersport- und Ganzjahreserlebnisgebietes "Winterberg" (http://www.ratsinfo-online.de/wernigerode-bicms/vo020.asp?VOLFDNR=2021&options=4) zur Verfügung gestellten PDFs unterscheiden sich im Dateinamen leider nicht deutlich genug. Die ersten PDFs in der Anhangliste sind von 2011, die unteren sind vom April 2012. Leider wurden die Wintersportmöglichkeiten zusammengekürzt:

Auszug vom _Erlauterungstext_A4.pdf S. 2f:
Zitat
„Leitlinien der Stadt Wernigerode für eine nachhaltige Erschließung und Betreibung
des Winterberggebietes im Raum Schierke“
[...]
5. Die Landschaft um Schierke stellt das Kapital für die Erholung und das Naturerlebnis
der Gäste und Einheimischen dar. Ausgehend von diesem Grundverständnis sind
sämtliche Planungen zu prüfen und die Eingriffe zu minimieren. Natürliche Materialien
aus der Region wie Holz und Naturstein sind bevorzugt einzusetzen. Die Inanspruchnahme
von Waldflächen wird auf den absolut notwendigen Bedarf reduziert.
6. In Anbetracht der abzusehenden klimatischen Entwicklung setzt das Projekt von
Beginn an auf die Schaffung eines wirtschaftlich tragfähigen Ganzjahresangebots.
Dabei ist ein flächen optimierter Wintersport-Tourismus ein wichtiger Wertschöpfungsbaustein.
Zur Reduktion der Treibhausgasemissionen werden Maßnahmen zur
CO2-Reduktion und zum effizienten Umgang mit Ressourcen im Rahmen des Winterberg-
Projekts entwickelt und umgesetzt.
[...]
8. Neben einer seilbahntechnischen Erschließung des Winterberg-Gebiets setzt das
Konzept vor allen Dingen auf die Einrichtung eines kompakten Skihanges unterhalb
des Winterbergsattels. Neben den Ansprüchen zufriedener Gäste sind Authentizität
und Nachhaltigkeit die Maßgaben der Angebotsentwicklung.
[...]“

Ergebnis dieser Zielsetzung für den alpinen Wintersport ist in _Erlauterungstext_A4.pdf S. 18 genannt:
Zitat
Den Ausführungen aus der Studie 2011 zur technischen Ausbildung der Seilbahn (Kabinenseilbahn), Aufstiegshilfen/ Lifte , Beschneiungsanlagen, Beleuchtung, Pistenprofilgestaltung und tiefbautechnischen Anlagen ist im Rahmen dieser ergänzenden Dokumentation nichts hinzuzufügen, außer dass sich die erforderlichen
Quantitäten nach den neuen Plänen verringern.

Die Förderlänge der Kabinenseilbahn beträgt, da sie nicht bis zum Wurmberggipfel, sondern nur bis zum Winterbergsattel verlaufen soll, nur noch ca. 1.750 m.

Aufgrund der flächenmäßigen Reduzierung des Großen Skihanges [Anm.: Fett hinzugefügt] ist dort die Beschränkung auf eine statt zweier Aufstiegshilfen möglich. Mit der Verkürzung der Langen Abfahrt reduzieren sich ebenfalls die Aufwendungen an begleitende Technik und Pistenausbau. Insbesondere kann nun vom Entfall des Brückenbauwerkes über den ehemaligen Grenzstreifen ausgegangen werden.

Angefügt ist das Bild "Ausschnitt Gesamtübersichtsplan" aus dem PDF 06_A_Neigungsprofile_A1.pdf, erstellt vom Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Eisentraut markiert als "Ergänzung 2012 zur Studie 2011".

Die "Lange Abfahrt" dürfte aufgrund der Neigung von 10% für Anfänger als angenehm kuschel-blaue Piste und für den Heimweg nach Schierke interessant sein.

Sehr kritisch sehe ich die Kürzung des "Grossen Skihanges" in der Länge um rund ein Drittel. D.h. in Schierke kürzt man den "Großen Skihang" auf die Länge der Kaffeehorst-Piste (vor Erweiterung), während man in Braunlage schon seit langem versucht die Norhang- und Kaffeehorst-Pisten zu verlängern, weil man aus Erfahrung weiss, das diese zu kurz sind. Wenn dies aufgrund der Absicht den Flächenverbrauch zu minimieren geschehen ist, wäre es aus wintersportlicher Sicht besser den "Grossen Skihang" in der Breite zu reduzieren und nicht in der Länge. Die Piste sollte wieder an der Nationalpark Grenze enden, damit hätte sie ca. 50hm mehr.

Für die "sommerlichen Aktivitäten" wundert es mich warum man die funktionierenden Konzepte vom Wurmberg (MTB-Park, Monsterroller) nicht übernommen hat. Stattdessen sehe ich einiges (z.B. "Märchenwald") was anderso schon nicht funktioniert hat.  
 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Juni 06, 2012, 09:05:31 Vormittag
So wie die Bergstationnen von Seilbahn und Lift angeordnet sind, gibt es nicht einmal hinreichend Gefälle für einen Ziehweg um zur Bratwurstabfahrt zu kommen. Da sind ca. 100-200m absolut ebenerdig. Von daher kann ich verstehen, dass die eine neue SKipiste in Richtung Kaffeehorst geplant haben. Ich mutmaße wie Harzwinter, dass diese nicht mit der Wurmberggesellschaft abgesprochen wurde. Diesen zusätzlichen Ziehweg zum Kaffeehorst braucht keiner, außer ein verkorkst geplantes Skigebiet Schierke. Diese Pläne sind mit Sicherheit von keinem Ski-Profi erstellt worden...

Die Bergstationen müssen beide unmittelbar neben das Loipenhaus, ansonsten bekommen wir "Alpine" ungewollt auch gleichzeitig eine kurze "Skating/Langlaufpiste" in Richtung Wurmberg, wenn ich mal davon ausgehe, dass es diesen geplanten Ziehweg zum Kaffeehorst nie geben wird.

Eine optimale Lifttrasse am gr. Skihang würde die NP-Grenze um ca 50m überschreiten.

Anhand der derzeitigen Liftplanungen ist sehr gut zu erkennen, wie fatal sich die NP-Grenze auf eine gescheite Skigebietsplanung auswirkt! Leider!!!!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 06, 2012, 12:07:37 Nachmittag
Diese Pläne sind mit Sicherheit von keinem Ski-Profi erstellt worden...

Im Werkverzeichnis vom Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Wolf R. Eisentraut (http://www.wolfeisentraut-archprof.de/Werkverzeichnis.html) ist kein Skigebiet ausser das Vorhaben bei Schierke enthalten. Meine Befürchtung ist, hier war ein Komitee der Politik in Beratung mit den örtlichen Umweltverbänden und hat das Planungsbüro mit den neuen Rahmenbedingungen (Flächenverbrauch Skigebiet reduzieren, mehr Ganzjahresangebote) konfrontiert. Das Planungsbüro hat lediglich das Bestellte geliefert, der Auftrag hätte aber zunächst lauten müssen: Wie muss das Skigebiet gestaltet werden, dass es für sich alleine gestellt attraktiv ist und sich finanziell trägt. Erst danach sollte die Optimierungsphase folgen  (z.B. Wünsche der Politik und der Umweltverbände). Aufgrund der Komplexität von solchen Skigebiet-Projekten wäre es aus meiner Sicht auch sinnvoll für diesen Teilaspekt des IO Schierke ein spezialisierteres Planungsbüro zu verwenden (z.B. Montenius Consult (http://www.montenius.de) die für den Wurmberg tätig waren).

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juni 06, 2012, 01:30:31 Nachmittag
Da hat Playjam unbedingt Recht! Kurze, flache, langweilige Skihänge gibt's im Harz genug. Die Planer sollten zusehen, aus dem oberen Winterberg-Skihang eine Länge von mindestens 700 Metern herauszuholen. Nur das wäre ein Quasi-Alleinstellungsmerkmal für den Skibetrieb und damit ein wichtiger Beitrag zu Attraktivität, Nutzung und Wirtschaftlichkeit. Den Hang zu kürzen wäre ein großer strategischer Fehler.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 06, 2012, 04:38:44 Nachmittag
Leider wurde auch der "Kleine Skihang" von ehemals 558m auf 144m(!) gekürzt. Das ist nur halb so lang wie die für Ski-Anfänger optimal geeignete Rathausskiwiese in Braunlage und kürzer als der auf private Initiative angeschaffte und betriebene Kleinskilift am Pfeiferberg in Benneckenstein (180m).

Hier die Planungen von Januar 2011 und April 2012 im Vergleich.

Vorher: Bild "Ausschnitt Gesamtübersichtsplan" aus dem PDF 06_Neigungsverlauf_ausgewaehlter_Pisten.pdf, erstellt vom Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Eisentraut datiert "Januar 2011".
[attachimg=1]

Nachher: Bild "Ausschnitt Gesamtübersichtsplan" aus dem PDF 06_A_Neigungsprofile_A1.pdf, erstellt vom Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Eisentraut markiert als "Ergänzung 2012 zur Studie 2011" vom April 2012.
[attachimg=2]

Als Alternative zur jetzigen Planung könnte man auf den "kleinen Skihang" an der entlegenen und unzugänglichen Position ganz verzichten und an der Talstation der Seilbahn die Piste verbreitern und einen 100m langen Zauberteppich hinstellen. Damit wäre die Infrastruktur für die Kleinen (das Zielpublikum von so kurzen Pisten) in der Nähe und bei Bedarf sind die Eltern mit Ski oder Snowboard vom Berg aus schnell zur Stelle. Ein ca. 300m langer Tellerlift von der Talstation ausgehend könnte das untere flache Segment der "Langen Abfahrt" für Anfänger erschließen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am Juni 07, 2012, 09:33:13 Vormittag
Ich sehe die Pläne derzeit -wie auch vom Plaungsbüro beschrieben- als reine Studie.
Die erfolgte Beschneidung der Abfahrten macht sowas von keinen Sinn, auf der Grundlage brauchen die garnicht weitermachen!
Als ich die Pläne von 2011 sah habe ich mich gefreut.
Eine schöner Hang oberhalb 700m ü.NN mit annähernd 800m Länge, ein attraktiver Übungshang ebenfalls mit guter Länge und Anbindung über Ziehwege an die Hauptabfahrt.
Da war für mich unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten ne Menge Sinnhaftes dabei.
Die nun überarbeitete Fassung ist für mich das Resultat einer Suche nach einer Notlösung.
Ich habe den Eindruck das die Stadt Wernigerode mit den Gesprächen mit der Stadt Braunlage nicht voran kommt, weil die grade erstmal mit der Wurmbergerweiterung kämpfen.
Wie in der Studie auch klar zum Ausdruck gebracht, macht nur die Große Lösung von Anfang an bis auf den Wurmberggipfel zu gehen Sinn.
Dazu brauchen sie die Braunläger und die Wurmbergseilbahn, weil aus meiner Sicht nur die als späterer Betreiber in Frage kommt.
Das braucht aber ne Menge wirtschaftlichen und politischen Verhandlungszeitraum um da die Weichen zu stellen. Und die Zeit haben sie in Braunlage im Moment nicht.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Juni 07, 2012, 11:47:17 Vormittag
Da ist leider etwas Wahres dran, wobei die Große Lösung — sofern sie denn in irgendeiner Form realisierbar wäre — wahrscheinlich auch die Einzige ist, die dauerhaft für den Betreiber des neuen Skigebiets Sinn machen würde.

Alles Andere ist zwar nett, denn auch ein kurzer Hang ist besser als gar keiner, aber ich glaube nicht, dass sich das für Schierke unbedingt lohnen wird und am Wurmberg dürfte dann an guten Tagen noch mehr los sein bei weniger Liftkapazität.

Insgesamt kommt man bei den Planungen wahrscheinlich nicht drum herum mit Braunlage und den Betreibern der Wurmbergseilbahn zu verhandeln, denn letztlich ist es später ja auch unbedingt notwendig, dass beide Skigebiete mit einem Liftticket befahren werden können und allein hierfür ist in irgendeiner Form Zusammenarbeit gefragt, wenn nicht die Wurmbergseilbahn sogar direkt als Betreiber agiert.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 07, 2012, 06:00:46 Nachmittag
Straßenausbau bezahlen alle Schierker (volksstimme.de 05.06.2012) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/838899_Strassenausbau-bezahlen-alle-Schierker.html)
Zitat
Die Bauarbeiten in Schierke sind in vollem Gange. Baudezernent Burkhard Rudo wartet derzeit noch auf den Förderbescheid für den zweiten Abschnitt, in dem ein neues Parkhaus mit Fußgängerbrücke entstehen soll. Doch nicht alles wird mit Fördergeld bezahlt, auch die Schierker selbst müssen mit Kosten rechnen. In dem Ortsteil Wernigerodes werden wiederkehrende Straßenausbaubeiträge erhoben. Das heißt, an allen beitragsfähigen Straßenausbauarbeiten werden alle Bürger gleichermaßen beteiligt. Nach dem wiederkehrenden Prinzip werden auch die Ausbaubeiträge in Sil-stedt und Benzingerode erhoben. Etwa ein Jahr nach Bauabschluss flattern die Bescheide in die Haushalte. Wie viel genau die knapp 570 Einwohner bezahlen müssen, steht noch nicht fest. Straßenausbaubeiträge zahlen übrigens nicht nur die Schierker, sondern alle Eigentümer der in Schierke gelegenen Grundstücke. Zudem zahlen nicht alle den gleichen Anteil. Kriterien sind die Grundstücksgröße, die Anzahl der Geschosse und die Art der Grundstücksnutzung.
[...]

Ich finde es ganz gut, dass die Einwohner in Schierke und Eigentümer von Häusern, Ferienwohnungen und Grundstücken auch an den Kosten beteiligt werden. So ist sichergestellt, dass wenn nur die Straße und das Parkhaus gebaut wird und kein Skigebiet entsteht, die Entscheider oder Verhinderer einen wütenden Mob vor ihrer Haustür zu erwarten haben.


Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Juni 08, 2012, 08:15:13 Vormittag
Das stimmt wohl, wobei es gerade im Harz ja bei jeder Art von Investition immer fraglich zu sein scheint, wann und vor allem ob sie denn überhaupt so kommen wird.

Wie gesagt, die Infrastrukturmaßnahmen sind vorbereitend auf das, was sonst noch kommen soll, sicherlich sinnvoll — sollte es danach jedoch Planungsfehler geben, der Nationalpark und / oder Umweltschützer mit ihren Forderungen durchkommen o.ä. dann hat Schierke zwar schicke neue Straßen, Brücken und ein Parkhaus, aber ich könnte mir wie Du schon zu bedenken gegeben hast, durchaus auch vorstellen, dass die Kostenträger im Falle eines Scheiterns oder schier endloser Verzögerungen recht schnell ungeduldig oder gar wütend werden könnten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am Juni 08, 2012, 10:06:05 Vormittag
Das einzig positive an den aktuellen Plänen ist, dass es überhaupt Pläne gibt. Ein zweigeteiltes beschnittenes Skigebiet ohne vernüftige Verbindung zum Wurmberg ist unattraktiv und Geldverschwendung.
Ein sinnvoller Aufbau eines Schierker Skigebietes kann nur durch länderübergreifende Planung einschließlich eines länderübergreifenden Liftes funktionieren.

Für eine solche Lösung auf Basis der Planungen wären z.B. Änderungen wie folgt möglich:

Als Lift für den großen Skihang wäre in dem Fall eine 4(K)SB nötig. Die Talstation sollte in der Verlängerung des eingezeichneten Liftes auf ca. 740m sein. Die Bergstation wäre ca. 230m höher östlich der Wurmbergschanze anzusiedeln.
Die Fläche des eingezeichneten großen Skihang muss nicht komplett gerodet werden, sondern nur die Lifttrasse und die Pisten. Als Pistenbreite könnte man z.B. den mitteleren Teil des Nordhang (evtl. +50%) als Maßstab nehmen.
Eine Abfahrt könnte zuerst auf der Bratwurstabfahrt verlaufen (welche auf der betreffenden Strecke verbreitet werden müsste), dann dem eingezeichneten Verlauf nördlich des Loipenhaus folgen bis sie auf die Liftrasse trifft und dieser zu Talstation folgen.
Eine zweite Abfahrt könnte grob dem Verlauf des Weges östlich der Schanze folgen, den rechten Abzweig nehmen ,die Bratwursabfahrt queren, südlich der Gondelbahn auf die eingezeichnete Talabfahrt treffen und dieser folgen bis sie nach links zum Sessellift abzweigt.
Eine Verlegung des Übungsgeländes zur Talstation der Seilbahn wie von playjam beschrieben wäre natürlich auch vorzunehmen.

Hiermit hätte man einen Kompromiss der nicht optimal ist, mit dem aber wohl alle Beteiligten leben könnten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 18, 2012, 09:52:36 Nachmittag
Hier sind Bilder vom Freitag dem 15.6.2012 vom Brückenbau am Ortsanfang

[attachimg=1]

und Ortsende von Schierke.

[attachimg=2]

Interessant wie die Kalte Bode durch zwei Stahlrohre geführt wird.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juni 19, 2012, 09:39:43 Vormittag
Die Volksstimme vom 19. Juni 2012 liefert eine lange, mehrseitige Zusammenfassung zum Status:

Zitat
Schierke: Mit 36 Millionen Euro zu altem Glanz
Der Ort am Brocken soll Tourismushochburg werden / Einwohner beobachten die Euphorie mit Skepsis.
Von Winfried Borchert

Bis zur deutschen Teilung war Schierke ein berühmtes Wintersportzentrum des Nordens. Die Stadt Wernigerode, zu der der Ort heute gehört, will mit ehrgeizigen Plänen und viel Geld an die alten Glanzzeiten anknüpfen.

Wernigerode/Schierke l Knapp drei Jahre, nachdem Schierke von Wernigerode eingemeindet wurde, wühlen sich in Schierke mächtige Bagger in die Erde. Zwei Straßenbrücken über die Kalte Bode sind im Bau, eine weitere für Wanderer und Skiläufer soll folgen, zudem wird eine alte Autobrücke für Fußgänger umgebaut. Zusammen mit der Modernisierung einer Straße soll das acht Millionen Euro kosten. Ein Menge Geld für einen Ort mit kaum 700 Einwohnern.

Doch wenn es nach Peter Gaffert geht, ist die Sache erst der Auftakt zu etwas weitaus Größerem. Gaffert, der einst den Nationalpark Harz leitete und seit vier Jahren parteiloser Oberbürgermeister von Wernigerode ist, will dem Ortsteil zu neuer touristischer Blüte verhelfen.

Schierke hat eine große Tradition als Winterkurort, verfügte vor dem Zweiten Weltkrieg über Sprungschanzen, eine Bobbahn und ein Alpinskigebiet. Nach der deutschen Teilung und dem Ausbau der Grenze ab 1961 wurden die Sportanlagen aufgegeben, doch die Urlauber kamen weiter.

Nach der Wende versuchte die Gemeinde, an die Geschichte anzuknüpfen, verkämpfte sich aber in Konflikten mit dem neu gegründeten Nationalpark Harz. Hotels wie das einst mondäne "Heinrich Heine" verfielen, andere wurden abgerissen, die Bevölkerung ging um mehr als ein Drittel zurück. Doch nicht zuletzt wegen der Nähe zum Brocken, der urwüchsigen Natur ringsum und Attraktionen wie den Harzer Schmalspurbahnen blieb der Tourismus die Haupteinnahmequelle der Schierker. Hotels und Pensionen wurden modernisiert oder neu gebaut, die Jugendherberge zählt zu den beliebtesten in Sachsen-Anhalt, selbst einen Campingplatz gibt es.

Knapp 250 000 Übernachtungen zählt der kleine Ort heute, etwa doppelt so viele sollen es nach dem Willen des Wernigeröder Oberbürgermeisters werden. Vor allem in der Oberklasse fehlten Hotelangebote. Das würde er gern ändern.

Fragt man Peter Gaffert nach Konkretem, gerät er leicht ins Schwärmen. Es gehe um eines der ambitioniertesten Tourismusprojekte des Harzes, sagt er, und fast meint man, als sehe Gaffert die geplanten Bauten bereits vor sich: Wenn die beiden neuen Zufahrtsstraßen fertig seien, soll die Brockenstraße in eine autofreie Flaniermeile verwandelt werden, auf der die Gäste unter gläsernen Arkaden durch den Ort wandeln. Eine neue Tourist-Information sei geplant, der Kurpark werde umgestaltet und bekomme einen Musikpavillon. Das alte Eisstadion würde mit einem Dach versehen, für andere Sportarten nutzbar, und eine neue Fußgängerbrücke soll vom Ortskern zu einem Parkhaus für 715 Autos führen.

Von dort aus gehe es per (geplanter) Seilbahn zum alpinen Skigbiet am Großen Winterberg, wo unweit des bestehenden Loipenhauses eine Bergstation "mit Panorama-Restaurant" entstehen soll. Die meisten Ideen stammen aus der Feder des Berliner Architekten Wolf-Rüdiger Eisentraut, der in den 1970er Jahren am Palast der Republik mitplante und nach der Wende das Nationalparkhaus auf dem Brocken umgestaltete.

"Wir sind optimistisch, dass wir das schaffen", sagt Bürgermeister Gaffert. Doch selbst das wirtschaftlich starke Wernigerode stößt mit dem auf 36 Millionen Euro veranschlagten Großprojekt an seine Leistungsgrenze. Zwar sollen etwa 80 Prozent der Summe vom Land bezahlt werden. Doch um ihren Anteil von gut 20 Prozent aufzubringen und den Haushalt im Gleichgewicht zu halten, musste die Stadt die Gewerbesteuer auf einen neuen Rekordwert anheben und andere Stadtausgaben kürzen.

Innerhalb weniger Jahre sollen die meisten Vorhaben umgesetzt werden. Übermorgen beispielsweise soll der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss für das geplante Alpinskigebiet fassen. Bereits im März war das elf Millionen Euro teure Parkhaus an der geplanten Talstation abgesegnet worden.

Der Oberbürgermeister mahnt die Stadträte zu schnellen Beschlüssen. Man müsse sich beeilen, ehe es mit dem Ende der EU-Förderperiode keine Fördermittel für solche Projekte mehr gebe, warnt er. Doch das von der Verwaltung vorgegebene Tempo ist manchem im Stadtrat zu hoch.

Zum Beispiel Thomas Schatz (Linke), Chef des städtischen Finanzausschusses. "Es kommt einem vor, als seien wir in einen Zug gestiegen, von dem wir nicht wissen, wohin er fährt", sagt Schatz. Sei es zunächst nur um die Ortsentwicklung von Schierke gegangen, rücke die Verwaltung nun das Wintersportgebiet am Winterberg in den Vordergrund. Das Gesamtprojekt zerfalle immer mehr in Einzelvorhaben, die finanziellen Folgen für die Stadt seien schwer abzuschätzen.

So will die Stadt zum Beispiel das geplante Parkhaus selbst betreiben. "Das Parkhaus ist ganz sicher kein Zuschussgeschäft", sagt der Oberbürgermeister. Erfahrungen in anderen Kommunen sagen etwas anderes.

Auch die geplante Seilbahn auf den Winterberg steht noch in den Sternen. Der Oberbürgermeister will für deren Bau und Betrieb einen privaten Investor gewinnen "oder notfalls eine kommunale Gesellschaft gründen".

Umweltschützer sind alarmiert, weil der am Winterberg geplante Abfahrtshang, unmittelbar am Nationalpark Harz gelegen, mit Schneekanonen berieselt werden soll. Skifreunde wiederum stört, dass der ausgewählte Hang nicht anspruchsvoll genug ist, der alte Alpinhang aber im Nationalpark liegt.

Im Wernigeröder Stadtrat stößt sauer auf, dass die stets angepeilte Kooperation mit dem niedersächsischen Braunlage und dem Braunlager Skigebiet am Wurmberg so bislang nicht zustande kommt. Es heißt, die Braunlager mauerten.

Ein mulmiges Gefühl beschleicht einige Stadträte auch, was mögliche Kostensteigerungen bei den Bauprojekten betrifft. Die Stadt Wernigerode hatte vor einigen Jahren fragwürdige Berühmtheit in Sachsen-Anhalt erlangt, weil eine unterirdische Kreuzung, der "Altstadtkreisel", am Ende nicht 14,7 Millionen Euro kostete, wie geplant, sondern 31 Millionen Euro, was der Landesrechnungshof scharf rügte.

Das damals federführende Ingenieurbüro Setzpfand ist heute mit seinen Tochterfirmen maßgeblich an etlichen Projekten in Wernigerode beteiligt, auch an den Brücken- und Straßenbauten in Schierke. Oberbürgermeister Gaffert verteidigt diese Aufträge: "Für Brücken braucht man Spezialisten. Davon gibt es nicht so viele in Deutschland."

Und was meinen die Schierker? Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU), die Tochter des Brockenwirts Hans Steinhoff, glaubt an die große Idee. "Das Projekt ist super! Es muss in Schierke etwas passieren. Vom Winter allein können wir nicht leben." Deshalb sei es gut, dass auch Ganzjahresangebote für Touristen entwickelt werden sollen, etwa ein Kletterwald oder spezielle Strecken für Mountain-Biker. Hopstock: "Das Ganze ist anscheinend auch umsetzbar. Wir müssen allerdings darauf achten, dass Schierke Schierke bleibt und nicht Sankt Moritz wird", sprich Urwüchsigkeit statt Schickimicki.

Ingo Nitschke ist Wetterwart auf dem Brocken und betreibt zusammen mit seiner Frau einen Campingplatz am Schierker Ortseingang. Die Einwohner seien nicht ausreichend in die Pläne einbezogen worden, sagt Nitschke, der bis 2009 Gemeinderat war. "Da wird eine Menge Geld für Gutachten, Pläne und Entwürfe ausgegeben. Ich frage mich, was davon am Ende verwirklicht wird."

Thomas Maske ist gebürtiger Berliner, zog 2004 nach Wernigerode und unterhält seither in Schierke eine Sommerrodelbahn am Parkplatz in der Ortsmitte. Von den neuen Plänen hält er nicht viel: "Das mutet an wie ein West-Projekt aus den Siebzigern." Man hätte besser Einwohner und Gewerbetreibende für eine Ideensammlung gewinnen sollen, sagt er und fürchtet: "Wenn das Parkhaus kommt und unser Parkplatz zumacht, sind wir tot."

Die geplante Flaniermeile im Ort hält Maske für Geldverschwendung. "Haben Sie mal gesehen, wie wenige Leute in der Woche dort langlaufen? Das werden doch nicht mehr, bloß weil der Fußweg ein Glasdach bekommt."

Quelle: http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/848194_Schierke-Mit-36-Millionen-Euro-zu-altem-Glanz.html
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Juni 19, 2012, 10:42:53 Vormittag
Die kritischen Stimmen in dem Artikel benennen das, was wir hier schon lange vermuten, nämlich, dass hochfliegende Pläne nicht hinreichend oder gar nicht mit den Betroffenen und beteiligten abgestimmt wurden. Ich habe vor 2 Monaten erneut an P. Gaffert geschrieben, dass das Parkhaus m.E. ein Flop wird und ihm als Maßstab die Studie vom Parkhaus Feldberg als Link genannt.

Wenn man sich die Wintersportpläne anschaut und insbesondere die "tollkühnen" Zeichnungen von Prof. Eisentrau zu seinem Panorama-Restauraut über der Seilbahn Bergstation und die schwungvolle Überbrückung der Loipen, dann kann ich nur sagen: Der Mann hat nicht die geringste Ahnung von Wintersportprojekten. Jeder Skigebietsbetreiber/Planer aus den Alpen würde das für einen vorgezogenen Aprilscherz halten.
Den kleinen Skihang ohne Anbindung an den großen Skihang zu planen ist diletantisch (und dann auch noch in einer verkürzten Form vermutlich mit Seillift).
Der große obere Skihang soll offensichtlich mit einem SL betrieben werden. Das der untere Bereich mit dem zweiten Lift (SL?!) aufgegeben wirde wundert mich nicht und ist vernünftig. So wie das geplant wurde, ist das einmal mehr Diletantismus.

@sommerphobie
Ich verstehe Deinen Alternativvorschlag nicht ganz. Kannst Du mal eine Skizze davon ins Netz stellen?! Wahrscheinlich ist Deine Idee die einzig sinvolle...

Es werden jetzt Brücken und Straßen als Zubringer zu einem parkhaus gebaut, welches wahrscheinlich als Geisterhaus jahrelang leer steht, solange kein Investor für eine Seilbahn gefunden wird. Und im Sommer braucht das Parkhaus kein Mensch, da Brockenbesucher die Nähe zum Bahnhof brauchen, d.h. bei der Sommerrodelbahn. Der Rodelbahnbetreiber bringt das ganze Dilemma auf den Punkt, wenn er von seinem "Tod" spricht. Die Rodelbahn soll ja dann zur Seilbahn umziehen, doch offensichtlich hat man dies noch nicht hinreichend mit dem Betreiber besprochen und eine ihn beruhigende Lösung erörtert, sonst wäre der Mann nicht so aufgebracht.

Wegen der EU-Förderung muss jetzt anscheinend alles ganz schnell schnell schnell gehen. Die haben keine Zeit mehr, die Defizite des Eisentraut-Konzeptes in Ruhe zu überarbeiten, weshalb ich befürchte, dass das Projekt in Teilbereichen ein Desaster in Sachen Fehlplanungen und Verschwendung öffentlicher Gelder wird.
 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 19, 2012, 12:23:42 Nachmittag
Wie Ypsilon gehe ich davon aus, das es sich bei den derzeitigen Plänen zum Skigebiet um eine reine Studie handelt.

Aus dem Sitzungskalender der Stadt Wernigerode (http://www.wernigerode.de/de/sitzungskalender.html) zur heutigen Sitzung zum Tagesordnungspunkt "Entwicklung eines Wintersport- und Ganzjahreserlebnisgebietes Winterberg":
Zitat
[...]

Die Erschließung des Winterberggebietes mit dem Ziel der ganzjährigen Nutzung als Wander– und Naturerlebnisbereich sowie als Wintersportgebiet ist integraler Bestandteil des Ortsentwicklungskonzeptes für Schierke.
 
Die Notwendigkeit der Erschließung dieses Freizeitbereiches für Schierkes Gesamtentwicklung zusätzlich zu den bereits vorhandenen Potenzialen des Brockens wurde im Ortentwicklungskonzept explizit herausgestellt.
 
Die Studie „Entwicklung des Winterberggebietes“ knüpft an das Konzept „Schierke 2000“ an, auf dessen Basis 2001 die Fläche zwischen Großem und Kleinem Winterberg aus dem Nationalpark herausgelöst wurde.
 
Sowohl die in der Studie dargelegten Vorhaben (Spezifische Einzelprojekte, Anbindung an die Ortsmitte, Verbindung mit dem Wurmberg) als auch die mit der vorgesehenen Verbindung mit Braunlage entstandenen aktuellen Entwicklungen bedürfen weiterer vertiefender Betrachtungen. Diese Betrachtungen sind sowohl Studien zu spezifischen Fragestellungen (betriebswirtschaftliche und ökologische Aspekte bei der detaillierten Planung des Gebietes bzw. unter dem Aspekt der Verbindung zu Braunlage) sowie grundsätzlich erforderliche Planungsschritte zur Vorbereitung des Baurechtes (Umweltprüfungen u. a.).
 
Für die Bearbeitung dieses Aufgabenkomplexes zur Erschließung des Winterberggebietes ist die politische Willensbekundung des Stadtrates erforderlich.
 
Der Oberbürgermeister benötigt die Handlungsermächtigung durch den Stadtrat, um die für die Umsetzung des Konzeptes erforderlichen Schritte vorzunehmen und entsprechende Aufträge auslösen zu können.

[...]

Beim geplanten Parkhaus steht scheinbar der Flächenverbrauch im Vordergrund; ich vermute es könnte auch den Eingaben der beteiligten Umweltverbände geschuldet sein. Aus meiner Sicht ist das Parkhaus wenigstens an der richtigen Stelle, nämlich unmittelbar an der Piste.

Die "tollkühnen" Zeichnungen haben mich auch etwas verwundert, da man am Wurmberg stets bemüht war, die für den Seilbahnbau nötigen Eingriffe möglichst nicht sichtbar zu gestalten. Bei dem Schierker Projekt sollen nun auf den Kleinen und Großen Winterberg, sowie auf dem Sattel als Bergstation kilometerweit sichtbare Türme errichtet werden. Für den Wintersport sind diese Türme nicht nötig und eine Bergstation von der Stange dürfte finanziell günstiger sein und sich auch optisch besser in die Landschaft einfügen.

Sehr positiv sehe ich die Bereitschaft eine kommunale Gesellschaft zu gründen, falls die Notwendigkeit besteht. Ich bin zwar der Meinung, dass die Wurmberg Seilbahn Gesellschaft die erste Wahl als Betreiber der Schierker Seilbahn, Kombi- oder Sessellift wäre, aber diese muss z.Z. gerade die Modernisierung und Ausbau des Wurmberg Skigebiets stemmen.

Überhaupt kein Verständnis habe ich für die wiederholte Verteufelung von Sankt Moritz. Ich würde mir mehr Sorgen machen, dass Schierke so wird wie ein Ostblock-Skigebiet oder französisches Skigebiet aus der Retorte mit einer Ästhetik, die sich mir nicht erschließt, als dass Schierke einem gewachsenen Ort wie Sankt Moritz gleichen könnte.

Ich bin aber überzeugt, daß bei der jetzt zu beschließenden Detailausarbeitung letztendlich eine für alle Interessengruppen gute Lösung entsteht.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Juni 19, 2012, 02:17:55 Nachmittag
Wir haben hier ja eine Forum, da sei hähmische Polemik auch erlaubt.

Es wäre traurig, wenn es sich bei den Planungen nicht um grobe Entwürfe handelt, also gehe auch ich davon aus, dass es solche sind. Es fragt sich jedoch, ob es Sinn macht solche groben Planspiele zu veröffentlichen - oder wie am Wurmberg alles so lange unter Verschluss zu halten, bis das Ei gelegt ist. Vom Parkhaus bis zum Panoramarestaurant bieten sich zu viele vorschnelle Angriffsflächen für alle möglichen Genre - incl. mir  ;-) 

Fakt ist, dass jetzt sehr viel Bewegung bzw. Unruhe in das Projekt kommt und es gibt hinreichend viele schwierige Punkte. Wenn Gaffert diese Öffentlichkeit braucht, um über den Stadtrat die Handlungsermächtigung zu bekommen, dann... o.k., Doch zumindest ist es eher ungeschickt, dass die Schierker eigenmächtig konkrete Skizzen (auf niedersächsischem Gebiet) Ihrer Wunschvorstellungen einer Anbindung an den Wurmberg skizzieren, die so mit Sicherheit nicht mit dem Wurmberg abgestimmt worden sind. Das schafft keine gute Basis für ohnehin schon in der Vergangenheit schwieriges Gesprächsklima wegen sehr unterschiedlichen Ansichten.

Wie mir Herr Nüsse mitteilte, ist der Bereich rechts der Schanze (von oben gesehen) für Abfahrten bis zum Hexenritt wg. Naturschutz tabu. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Ziehweg zur Talstation der Kaffeehort je entstehen wird, nur weil die Schierker Ihre Bergstationen so (grob)skizziert haben, dass man von deren Ausstieg die Bratwurstabfahrt nicht auf Skiern erreicht, weils geringfügig bergauf geht. 

Doch leider haben die Schierker wg. der NP-Grenze leider kaum alternativen, Ihre Bergstationen besser zu positionieren. Ich hab hier schon selbt alles mögliches an Lifttrassen überlegt, doch immer wieder ist der NP im Weg. Wer damals mit dem NP diese Grenze ausgedealt hat, hat mit Sicherheit keinen professionellen Skigebietsplaner zu Rate gezogen. 

@playjam
wie eine für alle Interessengruppen gute Lösung in Schierke erarbeitet werden kann, ist mir folglich wenig nachvollziehbar. Wenn das so einfach wäre, das würde das Projekt nicht schon seit Jahren dahinvegetieren. Einfach, attraktiv und wirtschaftlich tragfähig wäre es unter Einbeziehung des gr. Winterberges (NP).

Die Alternative kann eigentlich nur sein, das man die Seilbahn-Bergstation direkt neben das Loipenhaus platziert und die Bergstation des Lifts ebenfalls. Am oberen Skihang in der jetzt geplanten Version bei ca. 500m Länge kann man auf eine 4SB zugunsten eines DSL verzichten (derzeit planen die einen SL, wenn ich die Pläne richtig interpretiert habe). Das wäre die m.E. effizienteste und kostengünstigste Version - und die Bratwurstabfahrt wäre als Verbindung zum Wurmbergskigebiet nutzbar.
 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 20, 2012, 10:11:14 Vormittag
Bei meinem letzten Besuch in Braunlage ist mir im Grimbarts das Buch "Die Geschichte der Wurmbergseilbahn in Braunlage/Harz" von Barrbara und Harald Pinl aufgefallen.

Da ich das selber auch nicht besser zusammen fassen könnte, hier wieder ein Zitat eines anderen Rezensenten:
Fachbuch: Die Geschichte der Wurmbergseilbahn im Harz (harzwinter im Alpinforum, 17.11.2008) (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=28789&p=469449)
Zitat
[...]

Das sorgfältig, fast liebevoll recherchierte Buch von Harald und Barbara Pinl aus Hannover-Langenhagen fasst auf rund 300 Seiten Vorgeschichte, Planung und Entstehen der Wurmbergseilbahn bis zum heutigen Status zusammen. Dabei befasst es sich sowohl eingehend mit technischen Details der Von-Roll-EUB von 1963 und ihrer Überarbeitung 1982 als auch mit dem Doppelmayr-Neubau von 2001. Dem Seilbahnfan werden sowohl eine Fülle von Fachinformationen als auch viele interessante Randinfos geliefert. Qualitativ und quantitativ habe die Autoren hier wirklich alles herausgeholt und das Erarbeitete unterhaltsam niedergeschrieben - großes Lob! Das Buch geht auch auf die Schlepplifte am Wurmberg, andere Harzer Seilbahnen und allgemeine Seilbahngeschichte ein.

[...]

Kaufen kann man es z.B. bei Amazon.de (http://www.amazon.de/Mit-Hexenschaukel-auf-Wurmberg-Wurmbergseilbahn/dp/3833478314)

Warum erwähne ich das hier? Weil im Buch auch der lange Weg von den ersten Gedanken (1950) bis zum Bau (1961) der (zunächst nur oberen Sektion der) Wurmberg-Seilbahn beschrieben wird. Auch damals gab es Diskussionen, Entfwürfe, Reflexprotestler (1958 wurde der Westharz zum Naturschutzgebiet) und teilweise auch hähmische Polemik  ;), letzendlich erzählt das Buch aber eine Erfolgsgeschichte für die Braunlager und für den Naturschutz. Daher habe ich gute Hoffnungen, daß das Winterbergtor-Projekt für Schierke, Wernigerode und auch Braunlage ein Erfolg sein wird.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 21, 2012, 08:39:43 Nachmittag
Grüne rügen die Schierker Wintersportträume (Goslarsche.de 21.06.2012): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,276984.html)
Zitat
SCHIERKE/MAGDEBURG. „Wir brauchen seriöse Unterlagen.“ Mit diesen Worten kritisiert Dietmar Weihrich, Fraktionschef der Grünen im Landtag von Magdeburg die Planungen der Stadt Wernigerode für das Wintersportprojekt Schierke.

[...]

Die Stadt bringt das ehrgeizige Vorhaben unterdessen voran. Die Planungen stehen noch am Anfang. Dem Stadtrat in Wernigerode liegt für Donnerstagabend ein Grundsatzbeschluss zum Ausbau des Winterbergs in Schierke vor. Er soll zum „Ganzjahreserlebnisgebiet“ werden, wie es in sperrigem Behördendeutsch heißt. Für die Investitionen von rund 40 Millionen Euro werden private Investoren gesucht. Derzeit wird außerdem der Ort Schierke umgebaut und modernisiert.

In allen Fachausschüssen hat die Beschlussvorlage eine Mehrheit gefunden. Im Rathaus rechnete man vor der Sitzung am Donnerstag damit, dass auch der Stadtrat für die Entwicklung des Winterbergs stimmt.

Hier die Bedenken von Dietmar Weihrich im Orginal (Pressemitteilung vom 20.06.2012 von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt aus Magdeburg):
Zitat
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Wintersportprojekt in Schierke: „Wie brauchen seriöse Unterlagen“

MAGDEBURG/UM – "Die Planungen des Wintersportprojektes Schierke sind absolut unzureichend. Eine Prüfung der Verträglichkeit mit europäischem Naturschutzrecht ist zwingend erforderlich. Dies lässt die Stadt Wermigerode bisher völlig außer Acht", erklärt der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dietmar Weihrich.

Die Flächen, auf denen die Skipiste gebaut werden soll, sind zwar aus dem Nationalpark Hochharz herausgelöst, aber nach wie vor Bestandteil europäischer Naturschutzgebiete. In solch einem Naturschutzgebiet können solche Projekte nur mit einer speziellen Prüfung, der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie), verwirklicht werden.

"Diese FFH-Prüfung beinhaltet umfangreiche, naturschutzfachliche Untersuchungen. Warum spielt dieser überall bekannt Sachverhalt bei den Diskussionen vor Ort keine Rolle?", fragt Weihrich. Zudem lege die Stadt Wermigerode auch die Auswirkungen der geplanten Beschneiungsanlagen nicht ausreichend dar. Das betrifft besonders fehlende Angaben zu den zusätzlich notwendigen Wassermengen, Flächen für die Wasserrückhaltebecken und ihre Auswirkungen auf den Wasserhaushalt im betroffenen Gebiet.

Auch Sabine Wetzel, bündnisgrünes Mitglied im Stadtrat von Wernigerode, kritisiert das kommunale Verfahren. "Ich kann nicht nachvollziehen, warum dem Stadtrat ein so ,dünnes‘ Papier bereits jetzt, am 21.Juni 2012, zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Aus dem Papier lässt sich nicht einmal die dauerhafte Kostenbelastung für die Stadt ablesen", warnt Wetzel. Dass die Weiterentwicklung Schierkes zwingend notwendig sei, bleibe unumstritten. Warum aber hauptsächlich auf den im Idealfall nur wenige Monate tragfähigen, alpinen Wintersportort gesetzt würde, bleibe ihr – gerade vor dem Hintergrund des Naturreichtums im Nationalparkgebiet – "komplett unverständlich".

"Es ist ernüchternd, dass einige Entscheidungsträger das Naturerbe und die Schönheit einer weitgehend ungestörten Natur im Harz immer wieder lediglich als Selbstbedienungsladen kurzfristiger Interessen betrachten", empört sich Weihrich. Wegen der hohen Bedeutung des Nationalparks und seines Umgebung für das Image des Landes kündigte der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete ein naturschutzrechtliches Verfahren an. Weihrich: "Ich werde dies in all seinen Phasen sehr genau beobachten und mache es auch im Umweltausschuss des Landtages zum Thema."

"Auch in Wernigerode wird man mit millionenschweren Investitionen nicht erkaufen können, dass der Klimawandel um den Harz einen Bogen macht."

Dietmar Weihrich, umweltpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN


Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Juni 21, 2012, 10:41:04 Nachmittag
Man sollte die Aussagen von Herrn Weihrich noch ergänzen bzw. korrigieren, dass sich das Naturschutz (FFH-Gebiet) auf die obere Skipiste bezieht. Ich habe mal bei Bundesamt für Naturschutz im Kartendienst nachgeschaut. Das Gebiet zw. großen und kleinen Winterberg gehört dazu. Alle andere Bereiche sind keine FFH-Gebiete.
Wernigerode befindet sich zur noch in einer Phase einer Vorstudie (Was will ich eigentlich wo machen?). In der Regel werden zu diesem keine Genehmigungsverfahren eingeleitet. Macht ja kein Sinn, wenn die Verantwortlichen noch nach einer Lösung suchen, oder?!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Juni 22, 2012, 08:17:40 Vormittag
Was mir immer wieder auffällt, wenn ich Argumentationen und Aussagen von Naturschützern lese ist, dass sie häufig von allen anderen Menschen und Interessengruppen Verständnis verlangen, selber jedoch Andersdenkenden aus Prinzip entgegnen und deren Vorhaben beispielsweise als "grotesk" bezeichnen.

Natürlich ist die Natur schön und schützenswert und ich bin mir sicher, dass die Mehrheit der Wintersportler genauso denkt, aber dürfen Städte und Gemeinden denn heutzutage nicht einmal mehr darüber nachdenken, wie man aussterbende Orte wiederbeleben kann ohne direkt zum Feindbild erklärt zu werden?

Nichts Anderes ist es, was Wernigerode respektive Schierke gerade tun — statt dass sich jedoch die Naturschutzverbände und Parteien von Beginn an konstruktiv zu derartigen Vorhaben äußern und ggf. mit ihrem Fachwissen zu noch besseren Lösungen und Kompromissen beitragen, nehmen sie von vorn herein eine Protesthaltung ein, die kaum Gesprächsbereitschaft signalisiert und zulässt.

Mit Rügen und Klagen kann man natürlich auch versuchen seine Interessen durchzusetzen, allerdings braucht man sich dann später nicht zu wundern, wenn man — sofern das scheitert — überhaupt nicht mehr in dem Prozess berücksichtigt wird.

Auch hier gilt "wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus" — das kann man in dem Fall sogar wörtlich nehmen. ;-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 22, 2012, 08:25:05 Vormittag
Macht ja kein Sinn, wenn die Verantwortlichen noch nach einer Lösung suchen, oder?!

Doch. Die frühzeitige Forderung nach etwas Selbstverständlichem ("Man muss auf die Natur/Geld/Tiere/Menschen achten") bringt etwas Face-Time in den Medien. Das Verhalten ist nicht spezifisch für Dietmar Weihrich noch für seine Partei, sondern allgemein üblich um günstig Medienpräsenz zu erhalten.  :P
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Juni 22, 2012, 11:01:28 Vormittag
Eine SUPER GUTE Zusammenfassung hat da Max gebraucht. Dies kann ich persönlich in allem Punkten befürworten.

Als dich die Stellungnahme von Hr. Weihrich gelesen habe, ist bei mir erstmal die Wut hoch gekommen.
Warum muss man sich als Wintersportler zum Naturzerstörer und Umweltverschmutzer abstempeln lassen, der den Winterberg als Selbstbedienungsladen für kurzfristige Interesse ausbeuten will". Was mich angegeht, betreibe ich Wintersport seit vielen Jahrzehnten und habe es vor, es auch weiterhin zu tun.
Naturschutzverbände und auch die Partei Bündnis90/Die Grüne machen sich damit nicht zu akzeptierten Verhandlungspartnern. Wenn dann eine Grüne-Politikerin von einem Fahrradgebiet in Norditalien spricht, wo die umliegende Bergregion (auch) zum Wintersport genutzt wird, dann wird es komisch!

@ playjam: Sicherlich sollten Informationen, die an die Öffentlichkeit geraten, alle Aspekte berücksichtigen. Was ich meine und das sage ich auch aus beruflicher Erfahrungen, dass bei solchen Großplanungen am Anfang alle Varianten untersucht werden und anschließend die Für und Wider abgewogen werden, bis eine Lösung da ist, die alle rechtlichen, wirtschaftlichen und sonstigen (z.B. menschliche) Aspekte abgestimmt enthält. Im Falle von Schierke war es von Seiten des Landes eine Aufforderungen gewesen, erstmal ein Konzept zu entwickeln, um Fördermittel zu bekommen. Es ist halt ungünstig, dass diese Pläne veröffentlich sind. Es bewegt die Gemüter in alle Richtungen. Da hat die Wurmberggesellschaft es besser gemacht. Die Informationen waren am Anfang sehr gegrenzt.
Es stehen nun Architektenideen im Raum, wie völlig unangestimmt und sachlich unparaktisch sind. Bestens Beispiel ist der Parkplatz, der jetzt zu einem Parkhaus verändert wurde. Leider stürzen sich hier jetzt auf einen unfertigen Plan. Dieser Plan wird sich m.E. noch einige Male ändern. Wir werden sehen....

Anbei noch die Übersichtskarte des BfN ([Nachtrag vom Admin] Quelle: "Schutzgebiete in Deutschland - Kartendienst", http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete entnommen am 22.6.2012)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Juni 23, 2012, 07:55:44 Vormittag
Die Wernigeroder Herangehensweise an das Projekt kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Was ich vermutet hatte ist prompt eingetreten: Die haben "viel Rauch um Nichts" produziert, mit der Folge, dass unsere "Naturschutzfreunde" jetzt schon sehr früh geweckt worden sind, um ihre wenig konstruktiuven Kampagnen zu starten. 

Ich frage mich auch, wie geht eine Kommune eigentlich an die Planung von solchen Projekten heran?! Wenn man damals das Gebeiet aus dem NP herausgelöst hat, warum wurde nicht gleich auch das Problem FFH angegangen. Es waren nunmehr fast 10 Jahre Zeit.

@Max: Ich plädiere um so stärker für den Topicnamen "Schierke 2030"!  ;-) 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 23, 2012, 10:51:38 Vormittag
Sicherlich gibt es hier und da an der Wernigerode Herangehensweise im Nachhinein Dinge, die hätten besser laufen können. Ausgehend von den Taten und der Geschwindigkeit mit welcher das Schierker Projekt nach der Eingemeindung Schierkes vorangetrieben wird, habe ich aber Hoffnung auf Erfolg.

Was unsere "Naturschutzfreunde" angeht: Wir sollten nicht zulassen, dass politische Opportunisten, die lediglich mit dem Begriff Naturschutz auf Stimmenfang gehen, dieses Thema für sich besetzen - viele hier im Forum verstehen sich als Naturfreunde. Alpiner Wintersport und Naturschutz sind keine Gegensätze.

Das frühzeitige Veröffentlichen der Schierke Pläne halte ich auch eher für einen positiven Schritt: Die Gegner sitzen sowieso im Stadtrat und hätten ihren nahestehenden Institute und Lobbyverbänden so oder so die Informationen zugespielt. So besteht die Chance das auch konstruktive Kritik geäußert wird (z.B. wie es einige im Forum bzw per Email bereits getan haben). Die Verlegung des Parkplatzes vom Ortsrand zur Skipiste und der Ausbau der Sandbrinkstrasse als Zubringerstrasse zeigt, daß man sich Gedanken macht und zu funktionierenden Lösungen kommt. Mit der schönen Übersichtskarte die skifreund gefunden hat, können wir jetzt noch besser Anregungen zum geplanten Schierker-Skigebiet liefern.  ;)

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Juni 23, 2012, 10:45:11 Nachmittag
@ Playjam:
Was Du da gesagt hast, sehe ich auch zu 100%. Man darf sich als Sportler (auch Mountainbiker werden oft so behandelt) nicht als Umwelt- und Naturzerstörer in die Ecke stellen lassen. Das wird leider politisch in Medien so dargestellt.
Meine Erfahrungen ist, dass die Öffentlichkeit es wünscht, bei Großplanungen frühzeitig informiert und mit eingeschlossen zu werden. Es bringt aber auch jede Menge Unruhe und Kritik ein. Das muss man aushalten.
Es hätte mich auch gewundert, wenn es in den internen Reihen nicht Kritik kommt. Hier spielen zu viele eigene Interessen (Geschäftsinteresse oder persönliche Einstellungen) mit hinein. Das ist mir beim Artikel aus der Volksstimme aufgefallen. Man muss da schon Insider sein, um zu verstehen, was die Kritiker beabsichtigen.
Bisher habe ich immer Schierkes Pläne als Träume eingeschätzt, weil auch von offizieller Seite keine klaren Absichten vorlagen. Jetzt stehen die Absichten fest im Raum. Das ist doch was.
Eines steht für mich fest, sollte es jemals klappen, dass man von Braunlage nach Schierke Skilaufen kann, dann ist es echtes Alleinstellungsmerkmal in Harz. UND das lädt auch wirklich zu einem mehrtägigen Aufenthalt ein.

@ Manitou:
Ich verstehe es auch nicht! Nach der Entwidmung aus dem NP hätte man sich gleich um das FFH-Problem kümmern müssen, z. B. hätte man ein entsprechendes FFH-Gutachten für sportliche Nutzungen aufstellen müssen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 24, 2012, 05:21:20 Nachmittag
Weitere Hürde für Schierker Winterberg genommen (volksstimme.de 23.06.2012 04:18 Uhr) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/852892_Weitere-Huerde-fuer-Schierker-Winterberg-genommen.html)
Zitat
Stadtrat beschließt Vorplanungen / Änderungsvorschläge von SPD und Grünen abgelehnt / Ausschuss geplant

Wernigerode/Schierke l Mit großer Mehrheit hat der Wernigeröder Stadtrat für die Entwicklung eines Ganzjahreserlebnisgebietes am Schierker Winterberg gestimmt. Von 32Abgeordneten votierten lediglich drei gegen die Pläne, fünf Politiker enthielten sich.

Im Vorfeld der Abstimmung war es zu einer Debatte um drei Änderungsvorschläge aus Reihen der CDU, Bündnis 90/Grüne und von SPD-Stadtrat Siegfried Siegel gekommen. Die Forderungen der Christdemokraten sind von der Verwaltung übernommen worden. Laut Stadtsprecher An-dreas Meling handelte es sich dabei vornehmlich um redaktionelle Änderungen. Zudem sollte stärker darauf hingewiesen werden, dass eine Verknüpfung des Sportgebietes in Schierke mit dem Wurmberg in Braunlage anvisiert wird.

Die Einwände der Grünen erläuterte Stadträtin Sabine Wetzel, die zu Beginn ihres Plädoyers verdeutlichte, hinter den gemeinsamen Plänen zu stehen, "Schierke zu neuer touristischer Blüte zu verhelfen". Die Entscheidung über das Winterberg-Konzept sollte allerdings "nicht auf so dünnem Eis" getroffen werden. Zur Begründung nannte die Grünen-Politikerin die ihrer Meinung nach "weitreichenden Auswirkungen auf das ökologische System in diesem sensiblen Naturraum", die mit dem Bau eines Sportgebietes am Winterberg einhergehen würden.


Sabine Wetzel
"Wollen wir auf Kosten der Natur altes Schierke wiederbeleben?"

Sabine Wetzel, Bündnis '90/Grüne

"Verlust von Lebensraum von Tieren und Pflanzen; Vernichtung von Wald; Beinträchtigung des Wasserhaushalts." Eine beschneite Skipiste, wie es die Stadtverwaltung am Winterberg plane, verbrauche pro Hektar und Saison 4000 Kubikmeter Wasser, ein Zweipersonenhaushalt pro Jahr lediglich 200.

Diese und weitere Probleme seien nicht geklärt, kritisierte sie und fragte in Richtung des Stadtrats: "Wollen wir auf Kosten der Natur das alte Schierke wiederbeleben? Oder wollen wir ein ansprechendes Ganzjahresangebot schaffen, dessen Hauptaugenmerk auf intakter Natur und sanftem Tourismus liegt?" Investoren für das Projekt zu werben, ohne vorher alle naturschutzrechtlichen Fragen geklärt zu haben, empfinde sie als "unseriös".


Andreas Günnel
Ein klares Bekenntnis für die Pläne der Verwaltung legte indes André Weber (CDU) ab. Die Kritik von Sabine Wetzel sei "gegenstandslos und am Thema vorbei".

Den Punkt Beschneiungsanlage behandelte der Änderungsvorschlag von SPD-Stadtrat Siegfried Siegel, der selbst nicht an der Sitzung teilnehmen konnte. Siegel fordert, die Pläne so auszurichten, dass von einer künstlichen Beschneiung der Skipisten komplett abgesehen wird.

"Auf konkrete Nachfragen gab es keine klaren Aussagen."

Frank Diesener, Haus Grund/FDP


Thomas Schatz
Sabine Wetzels Argumentation streifte auch finanzpolitische Aspekte. Zur ungeklärten Betreiberfrage eines Skilifts und einer Beschneiungsanlage verwies die Grünen-Kreisvorsitzende auf Tendenzen in den Alpen, wo es bis zu 100 schneesichere Tage gebe. Dort würden solche Anlagen nicht mehr kostendeckend laufen. Derartiges im Harz von der Verwaltung betreiben zu lassen, führe in einen "finanzpolitischen Nebel".

Beide Änderungsvorschläge wurden mehrheitlich abgelehnt.

Die Finanzen hatte auch Frank Diesener im Blick, der als Sprecher von Haus Grund/FDP erklärte, seine Fraktion werde den Plänen zu diesem Zeitpunkt nicht zustimmen. Diesener bezog sich auf das im Vorjahr beschlossene Ortsentwicklungskonzept für Schierke, in dem festgeschrieben ist, dass das Projekt "entsprechend der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Stadt zielgerichtet umzusetzen" ist. Diese Umsetzbarkeit in der jetzigen Situation sei nicht erkennbar. Als Rechenbeispiel führte er an, dass vor einem Jahr die Landesförderung noch 90 Prozent betragen sollte. Mittlerweile sind es 77 Prozent. Damit steigt der Eigenanteil von drei auf sechs Millionen Euro bei insgesamt geplanten 30 Millionen Euro.

Kritik übte Diesener zudem am unzureichenden Informationsfluss. "Auf konkrete Nachfrage in den Fachausschüssen zu Betreiber- und Investorenkonzepten, zu einer betriebswirtschaftlichen Analyse oder zum Naturschutz" habe es bislang keine klaren Aussagen gegeben.

Ein Vorschlag außerhalb der Abstimmungen traf ohne Diskussionen auf breite Zustimmung. Linke-Stadtrat Thomas Schatz fordert, den Schierker Beirat zu einem zeitweiligen Ausschuss aufzuwerten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 24, 2012, 06:43:28 Nachmittag
Zunächst bin ich froh das wieder eine Hürde genommen wurde. Bedenklich stimmen mich die Fehlinformationen, die im Rahmen der Bedenken gegen die Wintersportpläne geäußert wurden, z.B. von Sabine Wetzel:

Zitat
Wollen wir auf Kosten der Natur altes Schierke wiederbeleben?


Das alte Schierke aus wintersportlicher Sicht wiederbeleben, hieße mehrere Schanzen, Skiabfahrten, Skiwiesen und Skipisten vom Brocken, Erbeerkopf, Großen Winterberg und Kleinen Winterberg sowie die Bobbahn vom Brocken wiederherzustellen. Diese liegen z.Z. bis auf die historische Skiabfahrt vom kleinen Winterberg alle im Nationalpark.

Zitat
Eine beschneite Skipiste, wie es die Stadtverwaltung am Winterberg plane, verbrauche pro Hektar und Saison 4000 Kubikmeter Wasser, ein Zweipersonenhaushalt pro Jahr lediglich 200.

Bei einer Vollbeschneiung (extrem schneearmer Winter ohne ausreichend Niederschlag) geht man von maximal 4000 Kubikmeter Wasser pro Hektar Skipiste jährlich für technische Beschneiung aus. Die maximale Wassermenge pro Hektar Skipiste pro Jahr in Tirol ist 3505,44m³ (Stand Januar 2012), siehe Beschneiungsanlagen in Tirol (http://tirolatlas.uibk.ac.at/topics/tourism/data.py/wis). Das Wasser wird nicht verbraucht, sondern wird dem Wasserkreislauf im Frühjahr beim Abtauen des technischen Schnees wieder zugeführt. Dies ist zudem ein Worst-Case-Szenario, welches für das am Nordhang gelegene Schierker Wintersportgebiet eher selten eintreten dürfte.

Laut statistischem Bundesamt (https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Umwelt/UmweltstatistischeErhebungen/Wasserwirtschaft/Wasserwirtschaft.html) ist der Wasserverbrauch 122 Liter je Einwohner und Tag (im Jahr 2007). Daraus ergibt sich ein Jahresverbrauch für ein Zweipersonenhaushalt von 89,06 Kubikmeter Wasser.

Zitat
Investoren für das Projekt zu werben, ohne vorher alle naturschutzrechtlichen Fragen geklärt zu haben, empfinde sie als "unseriös".

:o Ich habe bei mehreren Start-Ups mitgemacht. Wenn man selbst die nötige Entwicklung für ein Projekt nicht vollständig finanzieren kann, ist  frühzeitig für Investoren zu werben die Grundvorraussetzung, um ein Projekt erfolgreich durchführen zu können!

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juni 25, 2012, 09:51:22 Vormittag
Nach langem Schweigen meldet sich in der Volksstimme der Schierker Skiclub zum Thema "Skigebiet am Winterberg":

Zitat

Freude über touristische Entwicklung, Kritik an Skihang

Wernigerode l Die Debatte um das Ganzjahreserlebnisgebiet am Winterberg in Schierke hält die Menschen der Region weiter in Atem. Der Wernigeröder Stadtrat hat vergangene Woche mit breiter Mehrheit grünes Licht für weitere Vorplanungen des Sportareals gegeben (wir berichteten).

Kritik am aktuellen Planungsstand übt der Schierker Ski-Club. Andreas Günnel gegenüber der Volksstimme: "Da plant doch allen Ernstes die SPD ein Wintersportgebiet ohne Kunstschnee. Mit Schneekanonen kann für etwa 100 Tage in jeder Saison der Betrieb der Anlage gesichert werden, ohne kann es auch mal gegen null Tage gehen." Stadtrat Siegfried Siegel (SPD) hatte am Donnerstag einen Änderungsvorschlag eingereicht. Diesem zufolge sollte sich die Verwaltung klar gegen den Einsatz von technischer Beschneiung des Skihangs in Schierke positionieren. Die Forderung war abgelehnt worden.

Die Kritik von Andreas Günnel betrifft aber auch die Pläne, eine Seilbahn am Winterberg zu installieren. Günnel: "Niemand braucht eine Seilbahn. Ein Sessellift mit gleicher oder höherer Kapazität zu vielleicht einem Drittel der Kosten tut es auch."

"Wer eine Skipiste ohne Schneekanonen baut, sollte es gleich lassen."
Andreas Günnel, Ski-Club Schierke

Überhaupt sei die derzeitige Skipiste am falschen Ort geplant. "Damit Skifahren überhaupt Spaß macht, braucht die Piste ein gewisses Gefälle - und ich meine hier nicht für Skirennen. Dieses Gefälle fehlt hier. Es nützt niemandem, eine Anlage wissentlich an die falsche Stelle zu bauen. Und wer ohne Schneekanonen heute so etwas plant, sollte es besser gleich lassen."

Ein positives Beispiel für ein modernisiertes alpines Skigebiet gebe es in Winterberg im Sauerland. Dort sind laut Andreas Günnel 25 moderne Lifte und Beschneiungsanlagen gebaut worden. "Rund herum ist eine schöne Infrastruktur entstanden, von der der ganze Ort profitiert." Der Harz habe sogar bessere natürliche Voraussetzungen, meint der Ski-Clubberer. Und abschließend: "Ich fahre seit 30 Jahren alpine Skirennen, bin kein Schierker, aber seit über 40 Jahren Mitglied im dortigen Skiclub und der für alpinen Skisport im Skiverband Sachsen-Anhalt Verantwortliche. Mich hat noch keiner der für diese bisherigen mangelhaften Planungen Verantwortlichen angesprochen. Ist es so schwer, Fehler zuzugeben und zumindest die bisher schon zuhauf geäußerten Bedenken zu prüfen und in das Projekt einfließen zu lassen?"

Gegenwind zur Kritik kommt von Detlef Brozio aus Wernigerode. Er schreibt: "Ich freue mich sehr, dass die Stadt Wernigerode sich mit ihrer ganzen Wirtschaftskraft für die Ortsentwicklung einbringt."

Negativ sieht der ehrenamtliche Geschäftsführer des Fördervereins für Skisport und Naturschutz im Harz die Berichterstattung über dieses Thema, in der "der Eindruck vermittelt wird, dass die Bürger - als die Öffentlichkeit - nicht informiert wurden." Priorität habe für ihn, dass Schierkes Alleinstellungsmerkmale Wintersport/Wintertourismus und Lage im Nationalpark in den jetzigen Projekten umgesetzt werden. Brozio war in die einstigen ehrgeizigen Überlegungen zu "Schierke 2000" involviert, die ihm zufolge an fehlenden Eigenmitteln gescheitert waren.

Als "beispielhaft" bezeichnet Brozio das Loipenprojekt seines Fördervereins, dass wegen der "ausgezeichneten Qualität" verdeutlicht, "wie zunehmender Bedarf für dieses Projekt geweckt wurde und wie dadurch eine wachsende Zahl von Tagesgästen und Winterurlaubern wirtschaftlich positive Effekte im Ort und darüber hinaus erzeugen". Brozio begrüßt es, dass sich die Stadtverwaltung intensiv dem Projekt widmet und, "mit welchem Engagement die Weitsicht der Landesregierung genutzt wurde, um Fördergeld einzuwerben". Die Interessen Einzelner dürfen dabei nicht im Vordergrund stehen, sondern "die Entwicklung des Ortes und der gesamten Region".

So ein Statement aus der Familie Günnel, die seit Jahrzehnten im sachsen-anhaltinischen Teil des Harzes führend im Vereinsskisport engagiert ist, habe ich mir schon lange und vor allem weit eher gewünscht. Die Günnels sind Lokalexperten in Sachen Skisport und hätten bei frühzeitigerer Integration ins Projekt ihre Expertise in die Planung einbringen können. Immerhin sind das deutliche Worte. Vielleicht finden sie ja Gehör.

Quelle: Volksstimme 25. Juni 2012
http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/855219_Freude-ueber-touristische-Entwicklung-Kritik-an-Skihang.html
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juni 26, 2012, 08:50:24 Vormittag
Wintersportinvestitionen: Schierke schielt nach Braunlage (Goslarsche.de 25.06.2012): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,277707.html)
Zitat
SCHIERKE. Für 36 Millionen Euro soll der in die Jahre gekommene Urlaubsort Schierke aufgemöbelt werden. Für etwa die gleiche Summe soll am Winterberg ein alpines Skizentrum entstehen. Das ehrgeizige Projekt, das vom Stadtrat Wernigerode befürwortet wird, birgt Risiken.

Allein das Parkhaus fällt auf den ersten Blick riesig aus. Das Gebäude, das im Juni 2014 eröffnet werden soll, nimmt 715 Autos auf und bietet damit mehr Fahrzeugen Platz, als der Ort Einwohner hat. In Schierke, einem Ortsteil Wernigerodes, leben rund 700 Menschen, der Ort registriert pro Jahr rund 250.000 Übernachtungen. Das Parkhaus am Ortsrand soll über eine Fußgängerbrücke an die Ortsmitte angebunden werden.

Kritische Beobachter wie Christian Reinboth, Mitglied in Ausschüssen der Stadt als sogenannter fachkundiger Bürger, halten die Dimension des Parkhauses in Schierke noch nicht einmal für das größte Problem. Reinboth verweist angesichts der Kostenschätzung rund 9,3 Millionen Euro auf die Unwägbarkeiten der Finanzierung und weitere Unsicherheiten der Skipläne.

Hartnäckig bleiben

Reinboth gehört der CDU an, die die Schierker Tourismusträume befürwortet. Dennoch sagt er: „Das Parkhaus entfaltet seinen vollen Nutzen nur, wenn das Wintersportkonzept umgesetzt werden kann.“ Das Problem ist aber, dass die Wurmberg-Seilbahngesellschaft die angestrebte Kooperation mit dem geplanten Skizentrum in Schierke bisher ablehnt. Der Stadtrat beauftragte den in dieser Angelegenheit ohnehin hartnäckigen Wernigeröder Oberbürgermeister Peter Gaffert, den Schulterschluss mit den Westharzern zu suchen.

Ob Gaffert erfolgreich sein wird? Braunlages Bürgermeister Stefan Grote bringt Verständnis für die Seilbahn-Betreiber auf dem Wurmberg auf. Grote sagt über die Absicht, von Schierke zum Wurmberg eine Seilbahn zu bauen: „Eine zweite Zufahrt zum Wurmberg bringt nicht mehr Gewinn.“ Die Betreiber würden nicht auf ein positives Ergebnis kommen. Grote hat zudem Zweifel an der Rentabilität: „Das Jahr hat zwölf Monate und nicht nur drei.“

Notfalls die Kommune

Schlägt die Kooperation fehl, wird befürchtet, in direkter Nachbarschaft könnten zwei konkurrierende Skigebiete entstehen, die sich Wintersportler abspenstig machen. Grote sieht diese Gefahr nicht. Eine Abfahrt auf dem kleinen und großen Winterberg sei nach seiner Kenntnis wegen des Natur- und Landschaftsschutzes nicht möglich. Entstehen könne allenfalls eine bescheidene Abfahrt, die sich bestenfalls für Anfänger eigne. Gaffert sucht für seine Skipläne private Investoren. Nachdem die Wurmberg-Seilbahn schon abgewunken hat, könnte „notfalls“, wie es heißt, eine kommunale Gesellschaft helfen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Juni 28, 2012, 09:19:05 Vormittag
Man könnt hinsichtlich der Argumentationskette ja fast den Eindruck haben, dass A. Grünnel mein Zwillingsbruder ist. Würd mich freuen, wenn er in dieses Forum eintritt!

Traurig stimmt mich seine Äußerung, dass er bzw. der Skiclub als Sachkundige nie zu den Plänen gefragt wurden... Einmal mehr wird mein Eindruck bestätigt, dass an dem Projekt zu viele Personen arbeiten, die von der Sache im Detail unzureichende Fachkenntnis haben... und das folglich von denen hartnäckig an unwirtschaftlichen Plänen festgehalten wird, damit die Verantwortlichen/Initiatoren ihr Gesicht wahren können.

Das gravierendste Beispiel hierfür ist P. Gaffert selbt: Hat er doch als damaliger NP-Leiter den gr. Winterberg nicht freigegeben... und nun fällt ihm das auf die Füße, was auch Grünnel indirekt kritisiert, da man folglich in Schierke keine steilen Abfahrten bauen kann. Gaffert unternimmt keine Anstrengungen in Richtung NP, den Nordhang und den gr. Winterberg nachträglich aus dem NP heraus zu lösen, da ein solches Bemühen ihn politisch stark in die Kritik bringen würde - muss er doch gegen seine eigene Entscheidung angehen.

Die Wurmberg-Betreiber fordern von Schierke für eine Kooperation das Einbringen eigener Attraktionen, von denen auch die Wurmbergseilbahn profitiert. Das ist beim gegenwärtigen Schierker Planungsstand nicht gegeben. Was Schierke an Pistenniveau anbieten kann ist am Wurmberg mit Bratwurstabfahrt und gr. Wurmbergabfahrt hinreichend vorhanden. Im Winter werden Gäste aus Schierker die Schierker Seilbahn vorwiegend als Zubringer nutzen um dann auf den neuen interessanten Pisten am Wurmberg abzufahren. Dafür ist die Wurmbergkapazität jedoch nicht ausgelegt. Die nach wie vor zu geringe Liftkap. auch nach dem Ausbau  haben wir ja schon ausreichend im Wurmbergtopic diskutiert.
Im Sommer reicht eine Seilbahn zum Wurmberg völlig aus, da haben die Niedersachsen völlig recht. Was hat der Wurmberg folglich von einer Schierker Anbindung?! Wenig... außer wahrscheinlich Umsatzeinbußen!
Die Schierker Sommerattraktionen wie Rodelbahn... bringen der Wurmbergseilbahn keinen nennenswerten Mehrumsatz. Die Niedersachsen haben sich lange vergeblich bemüht, mit SA zu kooperieren und angeboten, Lifte und Pisten als Investoren in Richtung Schierke zu bauen, allerdings unter Einbeziehung des Nordhanges (NP).

Was jetzt aktuell diskutiert/kritisiert wird, sind altbekannte Probleme die "ungenannt" immer wieder um das gleiche Problem kreisen, der NP-Grenze. Dieses Problem muss und kann nur in SA gelöst werden, was Gaffert anscheinend nicht angeht. Anschließend lässt sich ein Top-Skigebiet in Schierke mit attraktiver Ganzjahresnutzung der Infrastruktur bis hin zum Parkhaus wirtschaftlich gestalten. Alle anderen Lösungsbemühungen werden krampfhaft sein und wirtschaftlich hohe Risiken beinhalten...

Der interessanteste Attraktion für eine kooperative Profit auch für die Wurmbergseilbahn wäre die von mir angedachte Seilbahn vom Wurmberg bis zum Schierker Bahnhof mit Mittelstation im Ort. Dadurch hätte Braunlage über den Wurmberg eine Brockenanbindung und die Wurmberseilbahn eine deutliche Steigerung der (Sommer)Fahrgastzahlen.

Doch für diese Idee habe ich aus dem WR-Rathaus lediglich das Feedback einer "sehr innovativen Idee" bekommen. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass diese Idee konkret geprüft wird. Prof. Eisentraut hat mir allerdings geschrieben, dass diese Variante von ihm geprüft -  und wegen Unrentabilität verworfen wurde. So wie die aktuellen Winterprojektpläne von Prof. Eisentraut aussehen, kann ich mir nicht vorstellen, dass er meine Idee sorgfältig geprüft hat, sonst würden die nicht solch unreifen ungeprüften Pläne des Wintersportgebietes veröffentlichen. Die haben ja nicht einmal für das derzeitige Konzept eine konkrete wirtschaftlich geprüfte Idee, was sie da für eine Seilbahn/Lift bauen wollen.   

Ein weiteres Indiz für meine Mutmaßung ist die Planung von Eisentraut hinsichtlich der Arenen in Schierke. Das Eisstadion soll eine Arena für Sommer/Wintersport werden und zusätzlich will man eine Open-Air Musikarena bauen. Ich sagte zu Eisentraut, dass dies für Schierke überdimensioniert sei. Der Ort könne nicht hinreichend Veranstaltungen für eine Auslastung generieren. In den meisten Urlaubsorten sind Großveranstaltungsideen geplatzt. Schierke hat mit der Walpurgis einen Megaevent und es ist illusorisch, im Sommer dort reihenweise attraktive weitere Veranstaltungen mit genügend Zuschauern durchzuführen. Was dort dann angeboten wird, das findet in allen größeren Städten in besserer Qualität hinreichend statt.Der Urlauber will vielmehr solche Events, die er zu Hause nicht bekommt (z.Bsp. Nacktrodeln, Walpurgis, Skispringen, Biathlon....) Davon kann man nicht duzendweise generieren und die meisten solcher Events brauchen keine Open-Air-Arena. 

Ich empfahl, die Open-Air-Arena zu canceln und diese in das Eisstdion zu intergrieren, worauf er mir schriftlich antwortete, dass der Trend weg von den allerorten vorhandenen Multifunktionsarenen gehe. Das hat bei mir Kopfschütteln ausgelöst und auf diesem gebiet bin ich Fachmann!
Ich war bis zu meiner Erkrankung 16 Jahre lang Unternehmer im Großveranstaltungsgeschäft, habe eine vierstellige Anzahl von Groß- und Konzertveranstaltungen von Placido Domingo bis zu Metallica, Stadfesten und Musikantenstadl durchgeführt und mehrere Großveranstaltungshallen beim Bau beraten. Ich hab Eisentraut meine Hilfe angeboten, die er seiner Meinung nach nicht braucht...

Eisentraut ist ein kompetenter Mann in Sachen Gesamtstadtplanung und bis auf das Problem Ortsbus/Parkhaus und die Arenen find ich sein Konzept gelungen!

Ich teile den Optimismus von playjam nicht, sondern betrachte das Schierker Projekt derzeit eher mit Skepsis bei alledem, was ich so mitbekomme...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Juni 28, 2012, 09:54:38 Vormittag
Sehr interessante Punkte, die Du dort genannt hast — insgesamt ist es jedoch bedauerlich, dass bei den Planungen hierzu offensichtlich externer Rat oder Hilfe nicht unbedingt angenommen wird.

Nicht nachvollziehbar ist auch, warum bei den bisherigen Planungen nicht auf diesem Gebiet erfahrenere Partner hinzugezogen worden sind. Aber selbst wenn es so wäre, so steht der Nationalpark noch immer im Weg, denn das Problem ist doch, dass die besten Pläne nicht selten durch reihenweise Kompromisse derart verändert werden, dass das Ergebnis am Ende niemandem mehr ausreicht.

Genau das habe ich vor gar nicht allzu langer Zeit in meiner Heimatstadt erlebt, als für einige Millionen Euro ein kontrovers diskutiertes Allwetterbad gebaut werden sollte. Von den wirklich gelungenen ersten Planungen des Architektenbüros ist nicht sehr viel übrig geblieben und nun hat sich die Stadt zwar über ihre Verhältnisse verschuldet, aber die Besucherzahlen sind dennoch enttäuschend, ganz zu schweigen von diversen Planungsfehlern, die sich durch die Kompromisse von Schulen, Vereinen, Frühschwimmern, etc. ergeben haben.

Hier wäre es besser ein klares Konzept zu haben und dies dann auch mit allen Mitteln so umzusetzen bzw. die Probleme, die auf dem Weg liegen zu lösen statt einfach irgendetwas zu bauen, was jedem ein bisschen passt, aber letztlich dann doch niemandem wirklich gut gefällt. Ein flacher Ziehweg Richtung Schierke und ein kleiner Skihang würden wahrscheinlich tatsächlich niemanden vom Hocker hauen und für Braunlage und den Wurmberg auch wenig vorteilhaft sein.

Schierke muss und wird sicherlich etwas tun, die Beratungsresistenz hingegen und das Festhalten an offenbar fragwürdigen und nicht ausreichend durchdachten Planungen stimmt einen allerdings nachdenklich.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 02, 2012, 09:20:35 Vormittag
Bilder vom 1.7. vom Brückenbau in Schierke:

Ortsanfang:
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Ortsende:
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Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 06, 2012, 12:46:21 Nachmittag
Der B-Plan Nr. 44 Sondergebiet "Parkhaus am Winterberg" (http://www.ratsinfo-online.de/wernigerode-bicms/vo020.asp?VOLFDNR=2032&options=4) kommt am 19.7. vor den Stadtrat Wernigerode zur Entscheidung.
 
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(Quelle: Bebauungsplan Nr. 44 „Parkhaus am Winterberg“, Begründung Vorentwurf, Stadt Wernigerode 31.05.2012)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juli 13, 2012, 03:45:05 Nachmittag
Zitat
Arbeitsgruppe für Schierkes Erlebniswelt gegründet

Wernigerode (mpi)

Die Planungen für das Ganzjahreserlebnisgebiet am Winterberg in Schierke werden in zwei Gremien beraten. Bereits in der kommenden Woche tritt die neue Arbeitsgruppe "Winterberg" erstmals zusammen. Darüber informierte Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) auf der Hauptausschusssitzung am Mittwoch.

Die Arbeitsgruppe setzt sich hauptsächlich aus Mitarbeitern der Stadtverwaltung zusammen, die die Pläne unter anderem für das neue Skigebiet konkretisieren sollen. Auf Wunsch mehrerer Stadtratsmitglieder werden zudem Mitglieder des Schierker und des Wernigeröder Ski-Clubs angehört. Entsprechende Einladungen seien laut Gaffert verschickt worden. Das erste Treffen der Winterberg-AG ist für Mittwoch, 18.Juli, anberaumt worden.

Auf der Stadtratssitzung hatte Thomas Schatz (Die Linke) gefordert, einen Fachausschuss "Winterberg" zu gründen. Schatz' Wunsch war es, den bisherigen Schierker Beirat dafür aufzuwerten. Aus Reihen der CDU kam nun der Gegenvorschlag, den Hauptausschuss mit diesem Thema zu beauftragen. Das erklärte Stadtrat Karl-Heinz Mänz (CDU) auf der Sitzung des Hauptausschusses. Unterstützt wurde er von Rainer Schulze (SPD). Ablehnung kam aus Reihen der Linken. Christian Härtel sieht vielmehr in dem neuen Extraausschuss den Vorteil, dass sachkundige Einwohner bestellt werden können, um fachliche Hinweise zu den Planungen am Winterberg zu geben. Dies sei laut Gemeindeordnung in Sitzungen des Hauptausschusses nicht möglich.

URL: http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/886184_Arbeitsgruppe-fuer-Schierkes-Erlebniswelt-gegruendet.html

© Volksstimme 13.7.2012
Titel: Schierke 2012
Beitrag von: STS am Juli 16, 2012, 05:45:30 Nachmittag
Die generelle Idee zum Ausbau des traditionsreichen Wintersportortes Schierkes ist super.

Die bisherigen Pläne erinnern leider an Subventionsgräber wie Zeppelinwerke oder Chipfabriken. Warum holt sich die Politik nicht den Rat von Fachleuten?

Erfolg wird man nur mit dem Ausbau der sinnvollen Pisten haben z.B. Nordhang bis zur kalten Bode oder Hänge auf der anderen Seite von Schierke. Gähnend langweilige Ziehwege und viel zu volle Pisten am Wurmberg gibt es eh schon zuviele.
Titel: Re: Schierke 2012
Beitrag von: playjam am Juli 17, 2012, 09:34:18 Vormittag
Ich denke es ist mal an der Zeit, die positiven Aspekte wieder mehr hervorzuheben:


Das Glas ist halb voll!  ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Juli 17, 2012, 11:31:20 Vormittag
Sehe ich eigentlich genauso — wichtig wird sein mit der Wurmbergseilbahn eine Übereinkunft zu erzielen. Sofern das gelingt gehe ich davon aus, dass auch von dieser Seite gewisse Bedingungen gestellt werden unter welchen Vorraussetzungen das Skigebiet angebunden werden kann und spätestens ab diesem Zeitpunkt wird auch bei den Planungen die Wirtschaftlichkeit in den Vordergrund rücken, denn nur aus dem Grund Schierke an den Wurmberg anzubinden ohne dabei die Attraktivität und Kapazität zu steigern wird sich von Braunlager Seite sicherlich niemand darauf einlassen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Juli 20, 2012, 02:46:12 Nachmittag
Neues zur Planung des Parkhauses am Winterbergtor und im Ort

Quelle: Volksstimme, 20.07.2012
http://www.volksstimme.de/mobil/lokal_mobil/wernigerode_mobil/895329_Experten-uneins-ueber-kostspieliges-Gruendach-fuer-Parkhaus-in-Schierke.html (http://www.volksstimme.de/mobil/lokal_mobil/wernigerode_mobil/895329_Experten-uneins-ueber-kostspieliges-Gruendach-fuer-Parkhaus-in-Schierke.html)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juli 30, 2012, 02:58:21 Nachmittag
Finanziert von den einschlägigen Umweltschutzorganisationen wird eine neue Runde der Polemisierung gegen die Wintersportprojekte an Wurmberg und Winterberg eingeläutet. Die Volksstimme berichtet:

Zitat

"Diese Schneelüge gibt's überall auf der Welt"

Kritik an den Planungen für die Wintersportprojekte auf dem Wurm- und dem Winterberg äußert Carmen de Jong. Die Wissenschaftlerin gilt als Expertin für Skitourismus und ausgewiesene Kritikerin von Kunstschneeproduktion in den Gebirgen.

Wernigerode/Braunlage l Kann Kunstschnee den geplanten Skigebieten von Braunlage und Schierke dazu verhelfen, dieses Tourismusangebot wirtschaftlich zu betreiben?

Die Expertin redet im Volksstimme-Gespräch nicht lang um den heißen Brei herum, Carmen de Jong sagt: "Es ist ein Alptraum für uns Wissenschaftler, dass hier im Harz ein alpines Winterangebot erzwungen werden soll." De Jong, Professorin für Geographie, gilt weltweit als Expertin für Skitourismus und leidenschaftliche Kritikerin von Kunstschnee. Das hat sie bereits ihre Stelle als Wissenschaftliche Leiterin des Hochgebirgs-Instituts an der französischen Universität von Savoyen gekostet.

Sie warnt angesichts des Klimawandels vor den ökologischen wie ökonomischen Folgen der ständig wachsenden Kunstschneeproduktion. In den Alpen habe sich von 2005 bis 2011 die mit Kunstschnee bedeckte Fläche verdoppelt, der extreme Wasserbedarf dafür sorge bereits für Wassermangel in einigen Alpentälern, haben ihre Forschungen gezeigt.

Eingeladen von Christian Reinboth (Wernigerode) und Friedhart Knolle (Goslar) hat sich de Jong drei Tage lang in Braunlage und Schierke mit den Wintersportprojekten vertraut gemacht. Der Harz weise im Winter Temperaturen von 7Grad über dem Mittel der Alpen auf, dazu die geringe Gebirgshöhe und relativ hohe Luftfeuchte, das stelle besondere klimatische Herausforderungen an die Kunstschneeproduktion dar. Ihrer Einschätzung nach koste der Unterhalt des erweiterten Wurmberg-Skigebietes pro Saison rund eine Million Euro. Ob dieser Aufwand allein über Skipass-Verkäufe refinanziert werden könne - bei weiter steigenden Strom- und Wasserkosten - sei mehr als fraglich.

Genauso gibt Carmen de Jong zu bedenken, dass der Klimawandel unmittelbare Auswirkungen auf das Minimum an sogenannten Schneetagen habe. 120, mindestens aber 100Tage müsse das alpine Wintersportangebot nutzbar sein, um es wirtschaftlich betreiben zu können. Der Blick ins Sauerland zeige, dort sei mit Hilfe von Schneekanonen die Zahl der Schneetage von zuvor60 auf maximal 80Tage erhöht worden. De Jong: "Das ist noch deutlich von den wirtschaftlich notwendigen 100Tagen entfernt."

Auch im Harz, so ihre Einschätzung, werden Speicherbecken und die Wasserentnahme aus der Bode langfristige negative Folgen haben: "Alpiner Wintersport hat im Harz keine Zukunft. Er ist auch keine Ergänzung, sondern wird langfristig den Sommertourismus vernichten."

Der Schweizer Ort Davos erziele 60Prozent seiner Tourismuseinnahmen im Winterhalbjahr, ihrer Einschätzung nach werde sich das Sommer-Winterverhältnis auf 50zu50 verändern. De Jong: "Der Sommertourismus gibt nicht soviel Profit, dafür sind auch weniger hohe Investitionen als für den Winter notwendig."

Apropos Investitionen: Rund 16Millionen Euro sollen am Wurmberg, mindestens 30Millionen Euro in die Schierker Projekte investiert werden - ein enormer Druck auf die Wintersport-Industrie, ist sich die Wissenschaftlerin sicher. Ob auch dann wegen zu geringen Wasserpegels in der Bode auf den Betrieb von Schneekanonen verzichtet werde, wenn bis zu 10000Skifahrer an einem Tag "vor den Pisten stehen"? Nicht nur de Jong plagen in dieser Frage Zweifel, auch Christian Reinboth fürchtet, dass wirtschaftliche Interessen gegenüber ökologischen Belangen obsiegen werden.

Im Harz hat die Tourismusexpertin mehrfach gehört, Hotel-Investoren würden ihr Engagement in Schierke von Wintersportangeboten abhängig machen. Carmen de Jong: "Diese Schneelüge gibt es überall auf der Welt."

© Volksstimme 30. Juli 2012
URL: http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/903737_Diese-Schneeluege-gibts-ueberall-auf-der-Welt.html


Prominente Gegner von Kunstschneeerzeugung zu Wort kommen zu lassen ist Teil der sachlichen Diskussion und Auseinandersetzung rund um die Wintersportprojekte an Wurmberg und Winterberg.

Zitat
In den Alpen habe sich von 2005 bis 2011 die mit Kunstschnee bedeckte Fläche verdoppelt ...

In den Alpen hat - z.B. in Österreich - die Kunstschneeerzeugung auch für mich z.T. das Maß der Dinge verloren. Bevor ich als Skifahrer an Schneiteichen auf 2.200 Metern Höhe oder an ganzen Schneilanzenwäldern vorbeifahren muss, zerkratze ich mir lieber den Belag oder fahre gar nicht. Das mahnt, bei neuen Beschneiungsprojekten zielgenau und verantwortungsbewusst umzugehen.

Zitat
... der extreme Wasserbedarf dafür sorge bereits für Wassermangel in einigen Alpentälern, haben ihre Forschungen gezeigt.

In inneralpinen Lagen gibt es in der Tat niederschlagsarme Regionen, in denen Beschneiung zu Wassermangel in Fließgewässern führt, kein Zweifel. Beispiel: Schweizer Saastal mit ca. 600mm pro Jahr, Dolomiten (ohne dass mir hierzu exakte Messwerte vorliegen). Hier darf man aber nicht Äpfel mit Birnen vergleichen: Im Harz als Niederschlagsfänger besteht ein solches Risiko wohl kaum. (http://www.diercke.de/kartenansicht.xtp?artId=978-3-14-100761-9&seite=6&id=14307&kartennr=1) Die Kalte und die Warme Bode, aus denen Wasser für Beschneiung entnommen werden soll, entspringen in den immerfeuchten Moorgebieten zwischen Achtermann, Brocken und Wurmberg mit Jahresniederschlagsmengen um 1400 mm pro Jahr. Also: Leider daneben gegriffen.

Zitat
120, mindestens aber 100Tage müsse das alpine Wintersportangebot nutzbar sein, um es wirtschaftlich betreiben zu können. Der Blick ins Sauerland zeige, dort sei mit Hilfe von Schneekanonen die Zahl der Schneetage von zuvor60 auf maximal 80Tage erhöht worden. De Jong: "Das ist noch deutlich von den wirtschaftlich notwendigen 100Tagen entfernt."

Wirtschaftlichkeit von Beschneiung darf man nicht an einer absoluten Betriebstagezahl festmachen. Entscheidend ist letztlich die Summe der Einnahmen für den jeweiligen Wirtschaftsraum - nicht nur aus Skipassverkauf, sondern auch aus Übernachtungen, Gastronomie, sonstiger Dienstleistung und Einzelhandel. Hier ausgerechnet das Sauerland anzuführen, wo der Ausbau der wintersportlichen Infrastruktur zu einem touristischen Boom über die Erwartungen hinaus geführt hat, zeugt schlicht von mangelnder Vorbereitung. Also: Leider daneben gegriffen.

Zitat
Der Schweizer Ort Davos erziele 60Prozent seiner Tourismuseinnahmen im Winterhalbjahr, ihrer Einschätzung nach werde sich das Sommer-Winterverhältnis auf 50zu50 verändern. De Jong: "Der Sommertourismus gibt nicht soviel Profit, dafür sind auch weniger hohe Investitionen als für den Winter notwendig."

Davos ist kein normaler Wintersportort, sondern mit seinen 11.500 Einwohnern die höchstgelegene Stadt Europas. Davos verfügt im Gegensatz zu "normalen" Wintersportorten über das Standbein des ganzjährigen Konferenztourismus (Beispiel Weltwirtschaftsforum), der in der höchstpreisigen Kategorie spielt und zusätzlich zum Erholungstourismus Geld in die Kassen spült. Aus diesem Grund leistet sich Davos schon seit ca. 10 Jahren zum Ärger der Skisportler, trotz idealer Voraussetzungen sein Wintersportangebot nachrangig zu behandeln. Insofern ist Davos, das zudem gerade verspätet beginnt, an Parsenn und Jakobshorn die Beschneiung massiv auszubauen, ein ungeeigneter Vergleich. Einen Vergleich zu Harzer Wintersportorten sollte man aus dem Mittelgebirgsbereich wählen. Und da sind wir dann wieder bei der Frage, ob jemand auch nur einen einzigen Mittelgebirgs-Wintersportort nennen kann, bei dem Investitionen in Ski-Infrastruktur und Beschneiung negative wirtschaftliche Folgen hatten. Also: Leider daneben gegriffen.

[Edit:] Pistenplan Davos/Klosters von 2011 hier. (http://www.myswitzerland.com/wispo_images/karten/701_KARTE.jpg) Man sieht, dass bereits erfolgreich daran gearbeitet wurde, alle Hauptabfahrten zu beschneien. Weitere Beschneiungsvorhaben sind in Vorbereitung, außerdem der Ersatz veralteter Liftanlagen in den Gebieten Parsenn, Klosters/Madrisa und Rinerhorn (Quelle: www.alpinforum..com). Nach einem geplanten Zurückfahren des Wintertourismus sieht das nun wirklich nicht aus. Mir ist rätselhaft, warum selbiges von Frau De Jong behauptet wird.

Zitat
[...] Nicht nur de Jong plagen in dieser Frage Zweifel, auch Christian Reinboth fürchtet, dass wirtschaftliche Interessen gegenüber ökologischen Belangen obsiegen werden.

Beide Interessen stehen bei allen Infrastrukturellen Investitionsentscheidungen im Dauerkonflikt. Im Harz ist es halt neu, dass erstmals seit den 1970er Jahren im touristischen Bereich wieder wirtschaftliche Interessen durchgesetzt werden sollen. Diese Veränderung zu verstehen, fällt so manchem schwer. Dabei werden ökologische Belange am Wurmberg und Winterberg im Gegensatz zu den 1970er Jahren massiv berücksichtigt.

Zitat
[...] Hotel-Investoren würden ihr Engagement in Schierke von Wintersportangeboten abhängig machen. Carmen de Jong: "Diese Schneelüge gibt es überall auf der Welt."

Dumm nur, wenn sich die angebliche "Lüge" auch noch mit Zahlen klar bestätigen lässt - Beispiel: Investitionen im Sauerland. Also: Leider daneben gegriffen. -

Fazit: Experten jeglicher Couleur in die Diskussion rund um die Harzer Wintersportprojekte einzuschalten, begrüße ich ausdrücklich. Wer hier durch selektive Übernahme punktueller, sachlich ungeeigneter Statements lediglich erneut zu polarisieren und zu polemisieren versucht, weil eigene Argumente fehlen, wird sich damit das nächste Eigentor in Sachen öffentliche Akzeptanz schießen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juli 30, 2012, 05:36:50 Nachmittag
Hier noch zwei lesenswerte Interviews bzw. Reports zu Carmen De Jong, ihren Forschungsergebnissen und ihrer Zeit als wissenschaftliche Leiterin an der Universität von Chambery/Annecy.

http://www.woz.ch/1114/wasserknappheit-in-den-alpen/dieses-wettruesten-ist-ein-irrsinn
http://www.alpenmagazin.org/index.php?option=com_content&view=article&id=566:man-will-mich-mundtot-machen

Wie gesagt: Ich zweifle nicht im Geringsten daran, dass das Geschilderte auf Teilregionen der Alpen zutrifft und dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios mit der völligen Überdimensionierung von Beschneiung steigt. Aber was im Harz geplant oder überhaupt nur planbar ist, ist weit von den geschilderten Dimensionen entfernt. Argumente gegen Wintersport-Investitionen an Wurmberg und Winterberg müssen zum Harz oder zumindest zum Mittelgebirge passen und können nicht einfach 1:1 von übererschlossenen Alpendestinationen übernommen werden. Im Harz liegen völlig andere Verhältnisse zu Niederschlagsmengen, Hanglängen und diskutierter Beschneiungsfläche vor als in Hochsavoyen. Und: Alpinski-Wildwest analog Hochsavoyen hat es im Harz nie gegeben und wird es auch nicht geben.

Der Davos-Vergleich aus dem Volksstimme-Artikel ist übrigens von 2008. Den hätten die Auftraggeber der Pressemitteilung besser nicht ungeprüft übernehmen sollen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Juli 31, 2012, 08:56:31 Vormittag
Interessant, das die Anti-Beschneiungsfundamentalistin de Jong Ihren wissenschaftlichen Job in F verloren hat, denn gerade in F besteht ja in Sachen "Alpenverwüstung" das andere Extrem. Da prallen offensichtlich die "Fundi-Pole" zusammen. So rücksichtslos wie in F wird/wurde nirgends in touristische Retortenprojekte im Alpenraum investiert. In Sachen Umweltbewusstssein sind unsere Nachbarn ja bekanntlich noch weit hinter deutschem Standard, siehe auch Atomkraft, Müllentsorgung...etc. 

Damit will ich die Dame nicht verteidigen, obwohl auch ich Ihrer Kritik im Alpenraum teilweise zustimme. Ihre Argumentation wird der Thematik im Harz sachlich nicht gerecht, doch das ist ja auch nicht Absicht der Umweltschützer. De Jong versucht u.a. die vergleichenden Erfolge im Sauerland kleinzureden, wogegen sich jeder Touristiker im Sauerland wehren würde. Das Sauerland hat nicht nur auf durchschn. 80 Tage gesteigert (diese Zahl entspricht eher der Summe aller Skigebiete). Seit 2006 sind die durchschn. Betriebstage der beschneiten Skigebiete im Sauerland >90 Tage. Seit 2008 liegt der Schnitt sogar >100 Tage. Es gab seit Beschneiung nur den viel zu warmen Winter 2007/2008, wo die Betriebstage <80 gewesen sind (2007/08 waren es 65 Tage). Sogar im schwierigen vergangenem Winter waren die Winterberger mit der Saison wirtschaftlich zufrieden und investieren fleissig weiter ins Skigebiet. 

Auch stimmt die Behauptung der Dame nicht, dass ein Skigebietsausbau 100 Bettriebstage brauche, um sich zu rechnen, wobei das speziell in Schierke stimmen kann, da es sich um eine Neuerschließung und keinen Ausbau handelt. 
I.d.R. braucht der Beschneiungsausbau 60-70 Betriebstage für die Wirtschaftlichkeit. Setzt man die ca. 30 Betriebstage ohne Beschneiung dagegen, so entsteht bereits durch die +35 Tage eine gewaltige zusätzliche touristische Wertschöpfung für Hotellerie, Gastronomie und Handel. Würde man dies volkswirtschaftlich genau analysieren, dann amortisiert sich die Beschneiung vermutlich bereits für die Region bei ca. 50 Tagen - wenn auch nicht für den Skigebietsbetreiber. Aber dafür bekommt er ja seine Investitionszuschüsse... Volkswirtschaftlich gesehen rechtfertigt sich somit auch die Neuerschließung in Schierke - und jene würde sich deutlich besser rechnen, wenn die Umweltschützer und der NP nicht so enorme Knüppel in den Weg schmeissen würden (Nordhang und gr. Winterberg). Die Umweltschützer schaffen also erst die wirtscchaftlichen Schwierigkeiten, wo hingegen der technisierte Wintersport heute in D einen so hohen Umweltstandard hat wie sonst nirgendwo in Europa. Umweltschützer vergessen gern, dass global betrachtet nur dort in den Umweltschutz investiert wird bzw. werden kann, wo gesunde Wirtschaftssysteme existieren. Umwelt und Industriegesellschaft sind also gegenseitig voneinander abhängig, es sei denn wir wollen wieder ein Ackerbaugesellschaft wie vor 4000 Jahren werden. Der Druck auf Industrie durch Umweltschützer war und ist richtig, doch Umweltschützer wissen oftmals nicht die Balance abzuwägen, was hier im Harz m.E. der Fall ist.
Die Dame redet also wirtschaftlichen und auch umwelttechnischen Blödsinn!

Auch ich bin ein Beispiel gegen die von De Jong behauptete "Investitionslüge". Ich habe in Willingen erst nach dem Skigebietsausbau investiert, weil es mir +30 sichere Vermietungstage im Winter bringt. Willingen hatte vor der Beschneiung im Schnitt 28 Betriebstage, In Winterberg wurden allein letztes Jahr 40 Millionen € in Hotelanlagen investiert. Landal hat die direkte Skigebietsanbindung als zwingendes Investitionskriterium definiert. Dieses Jahr werden dort 25 Mio€ ins Skigebiet investiert. 3 neue KSB, vier neue Pisten incl. Beschneiung und Bundesstraßenquerung mittels Brückenbau.

Auch ich stimme Harzwinter zu, dass im Alpenraum oftmals völlig überzogene Projekte durchgezogen werden, da die sich gegenseitig mit Superlativen zu übertrumpfen versuchen und mittlerweile einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb unter den Destinationen führen. Im Harz geht es hingegen um die touristische Grundsicherung des Wintersports - und davon profitieren alle Destinationen im Harz.

Harzwinter hat die unsachlichen Vergleiche der Dame gut entlarvt. Schade nur, dass wir keine Gelegenheit haben, vor den Medien die Polemik der Dame kritisch zu hinterfragen. So entsteht für viele Sachunkundige ein verzerrtes Bild...

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 31, 2012, 09:43:07 Vormittag
Goslarsche 30.7.2012, Ina Seltmann, S.25:
Zitat
Professorin packt komplexes Problem-Paket aus
Auswirkungen von künstlicher Beschneiung an Wurm- und Winterberg untersucht - Viele Interessenten aus Wernigerode und Schierke

ST. ANDREASBERG. Ein geballtes und komplexes Problem-Paket packte Carmen de Jong am Freitag im Kurhaus St. Andreasberg aus. Die Professorin, die sich seit zehn Jahren mit den Auswirkungen von künstlicher Beschneiung auf den Wasserhaushalt beschäftigt, hatte drei Tage lang die Region um Winter- und Wurmberg bei Schierke und Braunlage besucht.

Ehrenamtlich hatte de Jong auf Einladung von Christian Reinboth und Dr. Friedhard Knolle die hydrologischen Untersuchungen in den beiden Gebieten vorgenommen, in denen große Wintersport-Projekte mit künstlicher Beschneiung geplant sind. Das Wasser dazu soll aus Warmer und Kalter Bode entnommen werden. Die beiden Organisatoren wollen dazu beitragen, dass die Projekte gemeinsam betrachtet werden und eine gemeinsame Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen wird.

Bisher plane jeder für sich, so Knolle im Vorfeld der Veranstaltung. "Keiner macht sich die Mühe, die Auswirkungen zu untersuchen, die die Wasserentnahme auf die Bode und das Grundwasser hat", so Reinboth. Der Konferenzraum im Kurhaus war voll. Die Besucher stammten fast ausschließlich aus der Politik und Verwaltung Schierkes und Wernigerodes, darunter Wernigerodes stellvertretender Bürgermeister, der Bauamtsleiter und die Kulturausschuss-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Angela Gorr. Auch Mitglieder von Umweltverbänden aus dem Landkreis Goslar, Interessierte aus St. Andreasberg und die Grünen-Kreistagsabgeordnete Cornelia Grote-Bichoel waren dabei. Gäste aus Braunlage waren nicht gekommen. Dabei hätten die Ergebnisse, die de Jong vorstellte, die Bürger interessieren können, die am Fuße des Wurmbergs leben.

Braunlages Bürgermeister Stefan Grote sowie Wernigerodes Bauamtsleiter und der Gewässerschutzverein Wernigerode hatten die Professorin während ihrer Untersuchungen über die Planungen in beiden Orten informiert. Die öffentlich zugänglichen Unterlagen hatte sie zuvor in den vergangenen Wochen studiert.

Um den Zuhörern überhaupt einen Begriff zu geben, worum es geht, stellte de Jong, die seit 2006 am Gebirgszentrum der Universität Savoyen in Frankreich forscht und zuvor an Einrichtungen in Straßburg, Bonn, Berlin und Potsdam tätig war, Bilder und Ergebnisse aus den Alpen vor, wobei sie ähnliche Höhen wie im Harz wählte.

Der Klimawandel beschere den Bergen eine höhere Temperatur als dem Flachland, führte de Jong aus. Die Temperaturen würden zudem im Winter mehr steigen als im Sommer. Die Saison verkürze sich, beginne später und ende früher. "Die Prognose: Wir haben kleine Zeitfenster für künstliche Beschneiung."

Die Pisten, auf denen beschneit würde, könnten sich im Sommer nicht erholen. Als Beispiel zeigte sie Fotos von erodierten Flächen in den Alpen. Ebenso verliere der Boden an Durchlässigkeit dort, wo Wasser-Speicherbecken angelegt würden. "Will man das Sommertourismus-Potential aufgeben, um solche Flächen zu bekommen?", fragte sie.

Künstliche Beschneiung sei abhängig von Temperaturen, Luftfeuchte und Windverhältnissen. Das Klima im Harz sei ungeeignet für Kunstschnee, es sei zu feucht. Unter 1500 Metern werde in den Alpen zwar beschneit, doch neue Anlagen würden nicht mehr gebaut, betonte sie. Im Winter gebe es genug Wasser zum Beschneien, problematisch werde es immer am Beginn und am Ende der kalten Jahreszeit. Bei der Entnahme aus Flüssen sei man schnell am Limit. Quellen könnten austrocknen, die Wasserqualität in den Speicherbecken sei schlecht. Und diese Flüssigkeit fließe nach der Schmelze des Kunstschnees in das Grundwasser.

Ebenso sachlich wie der Vortrag war die anschließende Diskussion, die sich vor allem um die Situation in Schierke drehte. "Wir wollen dieses Untersuchungs-Ergebnis kommunizieren", kündigte Knolle an.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 31, 2012, 10:07:17 Vormittag
Harzwinter hat die unsachlichen Vergleiche der Dame gut entlarvt. Schade nur, dass wir keine Gelegenheit haben, vor den Medien die Polemik der Dame kritisch zu hinterfragen. So entsteht für viele Sachunkundige ein verzerrtes Bild...

Es wundert mich ehrlich gesagt, wieso de Jong sich zu solchen leicht zu widerlegenden Behauptungen hinreißen lässt, z.B.  "Unter 1500 Metern werde in den Alpen zwar beschneit, doch neue Anlagen würden nicht mehr gebaut, betonte sie. ". Wenn de Jong bereits an so einfach zu recherchierenden Sachverhalten irrt, ist nicht abzuschätzen, wie groß ihr Versagen bei komplexen Themen ist.

Bei Interesse könnte man da sicherlich wieder gemeinsam tätig werden... genügend faktisch falsche Behauptungen für eine Gegendarstellung hat Frau de Jong in der Volksstimme und der Goslarsche Zeitung geliefert.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Juli 31, 2012, 10:56:24 Vormittag
Auch ich war durchaus erstaunt, als ich den Bericht in der Volksstimme vor einigen Tagen gelesen habe, wobei man die Art und Weise, wie nun versucht wird mit teils doch sehr wagen Behauptungen Stimmung zu machen, inzwischen fast schon gewohnt ist, was die Umweltschutzverbände betrifft.

Natürlich kann man den Harz genau wie die meisten anderen Mittelgebirge nicht mit den Alpen vergleichen und schon gar nicht mit Skiregionen in Frankreich. Auch einige der anderen Behauptungen gehen ein wenig an der Wahrheit vorbei und wurden offensichtlich lediglich angeführt, um die Projekte an sich zu kritisieren bzw. die öffentliche Meinung dahingehend zu verändern, dass weitere Unterstützung ausbleibt.

Es ist allerdings tatsächlich so, dass Natur- und Umweltschutz wie er bei uns in Deutschland gegeben ist nur möglich ist, wenn die Wirtschaft einer Region gesund genug ist um die finanziellen Einschnitte, die damit verbunden sind, auch tragen zu können bzw. diese in Kauf nimmt.

Um es etwas deutlicher zu machen: Mir geht diese reine Protesthaltung der Umweltschützer nicht nur hinsichtlich einiger Wintersportprojekte ziemlich auf den Geist. Der Naturschutz wird nicht selten schlicht als Vorwand verwendet, um komplett andere Interessen durchzusetzen. Herr Reinboth beispielsweise — der Frau de Jong hinzugezogen hat — kämpft bekanntermaßen dafür, dass es keinen Nachtskilauf geben sollte, damit er von St. Andreasberg aus auch weiterhin ohne Lichtverschmutzung jeden Abend die Sterne beobachten kann. Aus dem Ostharz hingegen gibt es nicht selten ähnliche Bedenken, um den Ausbau des Wurmbergs zumindest so lange zu verzögern, bis man selber eine Lösung gefunden hat ein eigenes Skigebiet mittels Fördergelder zu realisieren und alle haben gemeinsam, dass niemand von ihnen direkt im Oberharz lebt, geschweige denn sich ein Bild von der strukturellen Lage gemacht hat.

Wenn man in Berlin, Wernigerode oder sonst wo wohnt, ist es einfach seine ideologischen Ansichten zu vertreten und konsequent gegen jeglichen Fortschritt zu sein, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten. Das Augenmaß und ein gewisser Sinn für die tatsächliche Situation scheint dabei jedoch häufig vollkommen abhanden gekommen zu sein.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juli 31, 2012, 11:10:14 Vormittag
Betrachten wir einmal das von Frau De Jong behandelte Thema Verunreinigungen durch Beschneiungswasser. Dass das in den Alpen vielerorts bis heute so vorkommt, bezweifle ich absolut nicht. Im Gegenteil: Es ist gut, dass das Thema von Frau De Jong publik gemacht wird. Ich erinnere mich beispielsweise an einen Schlechtwetterspaziergang an Ostern in den 1990er Jahren unterhalb von Zermatt an der Zermatter Vispa entlang. Am unteren Dorfende von Zermatt befindet sich die Kläranlage der Ortes. Natürlich war ich davon ausgegangen, dass in einem Musterland wie der Schweiz und erst recht in einem finanzstarken Musterort wie Zermatt das Touristenabwasser tipptopp gereinigt ins Wassersystem entlassen wird. Das Gegenteil war der Fall. Es war klar zu riechen, dass die Zermatter Kläranlage unterdimensioniert und überlastet war. Die Zermatter Vispa stank fast bis hinunter nach Täsch nach Urin. Sofern talabwärts, beispielsweise in Saas-Grund oder für Grächen, daraus Wasser für Beschneizwecke entnommen wurde, musste genau der von Frau De Jong geschilderte Effekt der Wasser- und Bodenverschmutzung am Hang und damit der Trinkwasserverschmutzung eintreten.

Prüfen wir nun einmal, wie es mit Möglichkeiten der Verunreinigung von für Beschneiungszwecke zu entnehmendem Wasser in Braunlage und in Schierke aussieht. Dazu bedarf es lediglich des Aufrufs der Internetseite http://www.wahb.eu/625/Abwasser/Entsorgungsbereiche.html des Wasser- und Abwasserverbands Holtemme-Bode.

Das Abwassersystem des Wasser- und Abwasserverbands Holtemme-Bode, Quelle: http://www.wahb.eu
(http://images.worldsoft-cms.info/wcms/ftp/w/wahb.eu/siteimages/2358.jpg)

Braunlage und bodeaufwärts gelegene Siedlungen:

Regenwassernetz und Schmutzwassernetz sind in Braunlage getrennt. Schon in den 1990er Jahren musste sich Braunlage auf Druck des Landes Niedersachsen als einzige niedersächsische Gemeinde länderübergreifend dem sachsen-anhaltiner Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode anschließen. Die damals noch fast neue Braunlager Kläranlage wurde in der Folge außer Betrieb genommen. Das Braunlager Abwasser gelangt über eine Druckleitung (mit sehr hohen Betriebskosten, über die sich die Braunlager ärgern) zum Pumpwerk Sorge und von dort zum Pumpwerk Tanne. Die im Pumpwerk Tanne gesammelten Abwässer werden zum Pumpwerk Königshütte und von dort zur Kläranlage Rübeland befördert. Informationen über Funktionsmängel dieses Abwassersystems habe ich nicht gefunden.

Die ehemalige Kläranlage von Braunlage befindet sich bodeabwärts südöstlich des Siedlungsgebiets an der Warmen Bode. Ich gehe davon aus, dass das Braunlager Abwasser dort vor dem Pumpvorgang auf die kilometerlange Strecke gesammelt und vorgereinigt wird. Die geplante Wasserentnahmestelle für Beschneiung befindet sich rund einen Kilometer bodeaufwärts in der Nähe der Wurmbergseilbahn. Bei Ausfall oder Überlastung der Braunlager Kläranlage kann es also nicht zu einer Verunreinigung des für Beschneiungszwecke zu entnehmenden Bodewassers kommen.

Oberhalb von Braunlage liegen die Siedlungen Torfhaus, Oderbrück und Königskrug. Das Abwasser von Torfhaus wird nach Oker geleitet und dort geklärt. Oderbrück hat eine eigene Kläranlage, die laut GZ-Presseinfo überdimensioniert ist. Wenn ich Satellitenbild und Pressefoto richtig interpretiere, steht sie westlich der B4 im Wald. Dann entwässert sie zum Oderteich, also nicht nach Braunlage. Zur Abwasserreinigung am Königskrug liegen mir keine Infos vor. Hier sollte man genauer hinschauen.

Schierke und Brocken:

Ich gehe davon aus, dass Wasser für Beschneiungszwecke in einem zukünftigen Alpinskigebiet Winterberg ungefähr in Höhe des Schierker Waldparkplatzes entnommen würde. Früher verfügte Schierke über eine eigene Kläranlage an der Bode, deren Standort nicht mehr direkt auszumachen ist. Laut Wasser- und Abwasserverband Holtemme-Bode hat Schierke heute keine eigene Kläranlage mehr und benötigt - offenbar wegen der reinen Gefälleableitung - nicht einmal einen eigenen Vorsammler (bitte um Korrektur, falls unrichtig). "Das Abwasser vom Brocken sowie von Schierke und Elend wird im Pumpwerk Elend gesammelt und zum Pumpwerk Königshütte übergeleitet", heißt es auf der Homepage des Betriebs. Von dort wird es zur Kläranlage Rübeland gefördert. Das Ortsentwicklungskonzept für Schierke erwähnt Sanierungsbedarf beim Abwassernetz am Barenberg, also bodeabwärts vom Waldparkplatz.

Fazit:

Abgesehen vom zu klärenden Punkt Königskrug ist eine Verunreinigung von in Braunlage und Schierke für Beschneiungszwecke aus der Warmen und der Kalten Bode zu entnehmendem Wasser nicht möglich. Nun mögen die Auftraggeber der Pressemeldung, welche die - eigentlich guten - Forschungsergebnisse von Carmen De Jong zum Thema Beschneiung, Trinkwasserverschmutzung und Wasserknappheit aus Hochsavoyen auf die Beschneiungsvorhaben an Wurmberg und Winterberg zu übertragen versucht, bitte öffentlich erklären, wo der situative Zusammenhang zwischen beidem bestehen soll. Ein Blick vorab auf Informationen über die Harzer Niederschlagssituation und auf die o.g. Internetseiten des Wasser- und Abwasserverbands hätte genügt, um die tatsächliche Situation transparent zu machen.
 
 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 31, 2012, 12:20:13 Nachmittag
Zur Verschmutzung durch Beschneiungswasser: In Deutschland und Österreich ist für technische Beschneiung Wasser in Trink- bzw. Bade-Wasser-Qualität vorgeschrieben. Eine Verwendung von Beschneiungszusätzen (z.B. abgetötete Keime) wie in Kanada oder den USA ist verboten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juli 31, 2012, 01:12:25 Nachmittag
Snomax (http://www.snomax.ch/deutsch_was_snomax.html) heißt das Zeug. In der Schweiz darf es eingesetzt werden, was große Skigebiete mit guter Liquidität z.T. tatsächlich tun. [Edit: Laax, Brigels-Waltensburg, Arosa, Davos, Grindelwald, Crans-Montana, Zermatt, Morgins uvm.] Gut, dass das hier gar nicht erst zur Debatte steht.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Juli 31, 2012, 02:28:28 Nachmittag
@harzwinter:
Chappeau! Mich beeindruckt immer wieder, was Du auf die Schnelle für Detailkenntnisse anführen kannst!!! Schade, dass ich nichts von der Veranstaltung in St. Andreasberg mitbekommen habe - ich wäre gern hingegangen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Knolle + Co. jedoch wenig Interesse an unserer Anwesenheit haben.

De Jong widerspricht sich einmal mehr, wenn sie sagt, dass durch die Beschneiung die Pisten sich nicht genügend regenerieren können... Hallo, wir haben doch Klimaerwärmung! Von daher müssten doch demnächst sogar Palmen auf den Pisten wachsen :-)) und die Pisten können sich mehr denn je regenerieren, was streng betrachtet schon wieder unnatürlich wäre. Die Beschneiung soll ja nur für den Harzer Skibetrieb ausgleichen, was die Klimaerwärmung an natürlicher Schneedecke und Wintersaison dahinrafft und es geht im Harz nicht darum die Skisaison bis Mai künstlich auszudehnen.

De Jong lässt in Ihren Alpenvergleichen auch die Klimaverhältnisse der unterschiedlichen Breitengraden außer Acht, wonach der Brocken  klimatisch einer Alpenhöhe von ca. 2200m entspricht. Man sieht es ja auch daran, dass die Baumgrenze auf dem Brocken bei 1100m liegt, in den Nordalpen hingegen bei 1800m. Von daher liegt der Wurmberg klimatisch im Vergleich zu den Alpen bei ca. 1500m. Demnach ist oberhalb von 700m eine Beschneiung zu rechtfertigen.
Was will die "Tante" also... außer pseudowissenschaftlich polemisieren, da halte ich doch mal proletarisch direkt dagegen!

Dieser [Anm.: mod hat zugeschlagen: Bitte so formulieren, dass sich alle willkommen fühlen] soll erst mal touristisch einen Ausgleich schaffen, wenn er den Wintersportausbau zugunsten eines Sternwartentourismus verhindern will. Heutzutage muss ja meist gegenüber dem Umweltschutz ein Flächenausgleich herbeigeführt werden, wenn landschaftlich sensible Gebiete zugebaut werden. Die Tourismusituation im Harz ist mindestens ebenso sensibel und wer den kränkelnden Tourismus zusätzlich beschneiden will, der muss Ausgleichsmaßnehmen schaffen. Gleiches recht für alle! Was nun... liebe Naturschützer!?

Um den Zuhörern überhaupt einen Begriff zu geben, worum es geht, stellte de Jong, die seit 2006 am Gebirgszentrum der Universität Savoyen in Frankreich forscht und zuvor an Einrichtungen in Straßburg, Bonn, Berlin und Potsdam tätig war, Bilder und Ergebnisse aus den Alpen vor, wobei sie ähnliche Höhen wie im Harz wählte. (Anm. Hier ist die Missachtung der Breitengrade belegt!)

Der Klimawandel beschere den Bergen eine höhere Temperatur als dem Flachland, führte de Jong aus. Die Temperaturen würden zudem im Winter mehr steigen als im Sommer. Die Saison verkürze sich, beginne später und ende früher. "Die Prognose: Wir haben kleine Zeitfenster für künstliche Beschneiung."

Die Pisten, auf denen beschneit würde, könnten sich im Sommer nicht erholen. (Anm. wie sollen sich Pisten nicht erholen können, wenn die Saison später starte und früher Ende ..?!)Als Beispiel zeigte sie Fotos von erodierten Flächen in den Alpen. (Anm. da möchte ich doch mal wissen, welche Extrembilder sie präsentiert hat) Ebenso verliere der Boden an Durchlässigkeit dort, wo Wasser-Speicherbecken angelegt würden. (Anm.: logisch, da ist ja auch ne Folie drunter, damit das Wasser nicht abhaut, doch die paar qm Speicherteich können nicht für Bodenerosion verantwortlich sein) "Will man das Sommertourismus-Potential aufgeben, um solche Flächen zu bekommen?", fragte sie. (Leute - der gesamte Sommertourismus ist im Harz umwelttechnisch gefährdet... so ein übertriebener Schwachsinn)
Künstliche Beschneiung sei abhängig von Temperaturen, Luftfeuchte und Windverhältnissen. Das Klima im Harz sei ungeeignet für Kunstschnee, es sei zu feucht. (Anm.: wäre es ungeeignet, würde der Investor das Risiko nicht eingehen. Vielmehr liegt die durchschn. Temp. lt. Klimadiagramm (Wikipedia) in den Monaten Dez-Feb. Im Ort Braunlage bei -2° auf dem Brocken bei-4°, d.h. auf dem Wurmberg oberhalb 700m liegt es irgendwo dazwischen. Wenn es zu Feucht ist, fällt i.d.R. Niederschlag und dann braucht auch nicht beschneit zu werden. Natürlich gibt es Tage mit zu hoher Luftfeuchte, doch das Problem des insgesamt feuchten Klimas hat eher das Sauerland, und die kriegen die Beschneiung ja auch hin...) Der Harz hat vielmehr von den Mittelgebirgen nach dem Erzgebirge so ziemlich die besten klimatischen Voraussetzungen für Beschneiung)
 Unter 1500 Metern werde in den Alpen zwar beschneit, doch neue Anlagen würden nicht mehr gebaut, betonte sie. (Gegenbeispiel: Hündle, Steibis, Gunzesried, Balderschwang, Sudelfeld. In Ö mag das stimmen, doch dort wird dafür umso mehr höher beschneit (bis 2300m). Die haben ja auch ganz andere topografische Möglichkeiten. In D darf oberhalb von 1800m Baumgrenze gar nicht beschneit werden, da haben die Naturschützer ja auch schon eingewirkt) Im Winter gebe es genug Wasser zum Beschneien, problematisch werde es immer am Beginn und am Ende der kalten Jahreszeit. (Da braucht kein Skigebiet Wasser. Am Beginn ist der Speicher voll, gefüllt wird er wieder in einer Tauwetterperiode und gegen Ende der Saison beschneit kein Skigebiet mehr, weil es sich nicht rechnet und gesetzlich meist auch verboten ist! ich kenne kein Mittelgebirgsskigebiet, welches im März noch beschneit. Fazit: Es ist schon alles zur Zufriedenheit geregelt und um den Speicher zu füllen hat man von April bis Nov. Zeit, da wird schon eine starke Regenperiode mit Wasserüberschuss zu finden sein)  Bei der Entnahme aus Flüssen sei man schnell am Limit. Quellen könnten austrocknen, die Wasserqualität in den Speicherbecken sei schlecht. Und diese Flüssigkeit fließe nach der Schmelze des Kunstschnees in das Grundwasser.
[/quote]

Mir gehen diese Umweltfundis auf die Nerven (Anm.: ich bin ein grüner Realo), weil sie einfach sachúnkundige Menschen mit Ihren pseudowissenschaftlichen Fehlfakten verunsichern. Schade das Knolle nicht mit uns hier im Forum diskutiert.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Juli 31, 2012, 03:22:32 Nachmittag
Ich kenne kein Mittelgebirgsskigebiet, welches im März noch beschneit.

Der Feldberg im Schwarzwald beschneit bei Bedarf noch im März, weil dort die Skisaison bis zum Ende der Osterferien dauert. Am Arber und in Oberwiesenthal am Fichtelberg mag ich es auch nicht ausschließen. Und wenn wir über die Grenzen schauen, muss man Vogesen-Skigebiete wie La Bresse sicherlich hinzufügen. Zum Riesengebirge habe ich keinen Infostand zur Beschneiungsdauer.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Juli 31, 2012, 05:09:47 Nachmittag
Sorry, ich hab nur hinsichtlich D gedacht. Riesengebirge ist jedoch klimatisch nicht mit Mittelgebirgen in D vergleichbar.

Das mit dem Feldberg stimmt, doch wird die Beschneiung dort im März nur sehr dosiert eingesetzt. Immer öfters gibt es in der zweiten Märzhälfte klimatisch bedingt auf dem Feldberg ja so enorme Warmwettereinbrüche, dass eine teure Beschneiung schnell dahingeschmolzen ist. Ich denke mal, dass der Feldberg klimawandel bedingt langfristig gesehen keinen April-Skibetrieb mehr anbieten kann. Schließlich liegt er nah an der wärmsten und sonnenreichsten Wetterzone in D (Breisgau). 

Am Arber weiss ich, dass meistens nicht beschneit wird, da im März relativ wenig dort los ist. Der Arber versucht zwar meist bis Ostern offen zu halten (jenachdem wann Ostern liegt), doch wie mir der Tourismusdirektor in Bodenmais mitteilte, kommen nur wenige Gäste explizit für einen Skiurlaub. Die vorwiegend Nordhänge sind zudem so schneesicher, dass die Schneedecke meist den März auch ohne weitere Beschneiung durchsteht, wenn da im Feb 1,50m draufliegen. Wichtig ist eine gute Kunstschneegrundierung und die wird im Dez. geschaffen. Im März laufen Wochentags meist auch nur noch die EUB und der Sonnenlift, was für die schwache Frequentierung spricht.

Oberwiesenthal kann ich ebenfalls nicht genau sagen, doch was ich in den letzten Jahren so mitbekommen habe, versuchen die nicht mit "Gewalt" einen langen Skibetrieb zu sichern. Kommunen bzw. kommunale Skigebiete sind da eher übervorsichtig, weil die kein Geld haben. Auch dort wird es im März deutlich ruhiger und bis Ostern halten die immer seltener durch. Die haben langfristig gesehen gegen den deutlich schneesicheren Keilberg eh die schlechteren Karten. Fazit: März-Beschneiung lohnt wohl kaum...

In Winterberg darf zwar theoretisch bis 10. März beschneit werden, doch die wollen immer nur die Krokusferien NL durchstehen und dafür hört die Beschneiung Ende Feb. auf. Im März ist auch bei guten Schneebedingungen an WoE meist deutlich weniger los auf den Pisten, so dass sich dort die Beschneiung eher nicht rechnet und man drauf verzichtet.

Ich sehe das im Harz ähnlich wie im Sauerland, auch wenn der Harz klimatische Vorteile hat. Skitouristisch ist Ostern im Harz kein Thema, weshalb Beschneiung im März kein großes Thema sein wird (außer Ostern im März, was selten vorkommt - dann wird man wohl offen zu halten bemüht sein). Vorwiegend fahren im März also nur noch ein paar Enthusiasten incl. Playjam... Ich hab gehört, dass der sich ne Kanone anschaffen will um bis in seinen Fewo-Garten abfahren zu können - und Fubu könnte vielleicht noch jemand mit ner Kanone durch den Wald voraus "touren", doch das dürfte es auch im Harz an Beschneiungspotential gewesen sein... :-)).

Was ich damit sagen will ist, die Panikmache von de Jong ist haltlos und völlig überzogen...

Allerdings wird der Wurmberg wegen der vorwiegend Südhanglage einen deutlich höheren Kanoneneinsatz pro Pistenkilometer haben als andere Skigebiete. Die darf der Umweltschutz dem Wurmberg jedoch nicht anlasten (was er aber tut), wenn die Umweltfreaks die schneesicheren Nordhänge und den gr. Winterberg verweigern.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 31, 2012, 05:44:09 Nachmittag
[...]
Was will die "Tante" also... außer pseudowissenschaftlich polemisieren, da halte ich doch mal proletarisch direkt dagegen!
[...]

Ich kann verstehen, dass Du aufgrund der unakzeptablen hundert-tausendfach verbreiteten Beleidigung von Frau de Jong, Du und andere Gastgeber seien Lügner, kurz proletarisch dagegengehalten hast.  ;)

Ich freue mich umso mehr, dass die Diskussion hier im großen und ganzen trotz der verständlichen Verärgerung wesentlich sachlicher abläuft als seitens der Projektkritiker.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Juli 31, 2012, 10:27:39 Nachmittag
Zwar nicht so aktuell wie die Artikel um Frau de Jong, dennoch interessant:

Neue Wernigeröder Zeitung 13/2012, S.5, http://www.juettners.de/ (http://www.juettners.de/)
Zitat
Braunlage: "Ski-Schaukel ruiniert beide Seiten!"
Braunlage und Schierke sind uneins über die Pläne für Skigebiet. Vom Brockenstammtisch.

Nur die Erbsensuppe konnte eine noch hitzigere Diskussion um das Skigebiet an Winterberg und Wurmberg verhindern. Beim 78. Brockenstammtisch am 1. Juni im Goethesaal war der Zwiespalt der Politik im Bezug auf die komplizierten Großprojekte diesseits und jenseits der einstigen innerdeutschen Grenze so spürbar wie selten.

Sebsts wenn beide Seiten emsig bemüht sind, die Vorgänge kleinzureden, kann Landrat Michael Emrich seinen Unmut über Braunlages Bürgermeister Stefan Grote nicht länger zurückhalten: "Braunlage und Schierke stimmen sich bei ihren Planungen nicht ab", schimpft er in Richtung des Amtskollegen. "Immer wieder werden neue Argumente ins Feld geführt. Heute höre ich nun plötzlich zum ersten Mal von Ihnen, daß der Häberlinsweg als Wirtschaftsweg nicht mehr gequert werden kann!"

Was für Uneingeweihte wie eine harmlose Detailfrage anmuten mag, ist in Wirklichkeit ein Affront an die Schierker Seite. Ein Blick auf die Braunlager Pläne zur Entwicklung ihres Skigebiets rund um den Wurmberg verdeutlicht das nur zu eindeutig. Der Häberlinsweg wird von der Ostabfahrt und der Hexenrittabfahrt des Skihangs Braunlage gequert, am Nordhang dagegen, wo eine direkte Anbindung an das künftige Schierker Skigebiet möglich wäre, soll das plötzlich unmöglich sein. Der Häberlinsweg als Wirtschaftsweg muß frei bleiben und darf nicht mit einem Skihang überbaut werden, so die Ansage der Stadt Braunlage.

Einem länderübergreifenden gemeinsamen Skigebiet erteilt Stefan Grote im Gespräch mot der NWZ ohnehin wortgewandt eine Absage. "Ich wünsche mir für die Schierker Seite ein attraktives Skigebiet, das den Winterberg bis zum Loipenhaus einschließt. Doch sollten die Schierker die Finger von einer Kabinenbahn lassen." Die von Schierker Seite favorisierte  "Ski-Schaukel", eine Liftanbindung über den Winterberg bis zum Nordhang des Wurmbergs, die Ski-Abfahrten künftig gleichermaßen ermöglichen würde, lehnen die Braunlager ab. Aus wirtschaftlichen Gründen, wie Stefan Grote betont. Er formuliert das nüchtern: "Die Ski-Schaukel ruiniert beide Seiten. Egal, wie es gedreht wird. Selbst wenn die Wurmberg-Seilbahn den Zuschlag für den Bau und Betrieb nach Schierke bekäme, wäre sie nicht kostendeckend zu betreiben." Die Umsätze würden halbiert, wenn Schierke eine direkte Anbindung bekäme. Es gebe, so Grote, schlichtweg nicht genug Wintersporttouristen für beide Seiten.

Die Frage, ob perspektivisch ein zusammenhängendes oder zwei getrennte Skigebiete diesseits und jenseits des Wurmbergs existieren sollten, wird zur Überlebensfrage beider Orte. Bürgermeister Grote versucht eine Erklärung mittels Vergleich. "Es gibt auch Pläne für den Bau einer Seilbahn vom Torfhaus zum Brocken. Das würde die Harzer Schmalspurbahnen dann wirtschaftlich ebenso ruinieren wie uns eine zweite Seilbahn zum Wurmberg."

Nach Grotes Einschätzung liegt der Konflikt unterschwellig auch darin begründet, daß sich die Braunlager Lokalpolitiker zielgerichtet haben beraten lassen und zumindest in Sachen Alpinsport die Nase vorn haben. Während Braunlage sich auf seine Kernkompetenzen als Wintersportort konzentriere und die Skigebiete mittels einer namhaften Beraterfirma auf Vordermann bringen lasse, verzettele sich Schierke mit einem umfangreichen Ortsentwicklungskonzept, ohne eine Vision zu haben, was eigentlich die Touristen später nach Schierke locken soll, so Grote. 36 Nillionen in die Infrastruktur zu stecken, um danach auf den touristischen Aufschwung zu hoffen, reiche heute nicht mehr aus im harten Wettbewerb der klassischen Wintersportorte um Besucher und Übernachtungszahlen. Ohne das Skigebiet Winterberg sei Schierke erledigt. Es gehöre daher zuerst entwickelt. Selbst wenn die Schierker es nicht wahrhaben wollen. Ihr Schicksalsberg sei längst der Wurmberg, nicht der Brocken. Söhnke Streckel
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am August 01, 2012, 07:26:14 Vormittag
Nun man kann es drehen und wenden, wie man möchte, aber Herr Grote hat in allen Punkten absolut recht und scheint offensichtlich zu wissen, von was er spricht. Ein Schierker Skigebiet mit etlichen Kompromissen, was im Prinzip nur Schierke mit dem Wurmberg verknüpft, macht tatsächlich wenig Sinn, da es an Attraktivität mangelt und dementsprechend wahrscheinlich nur dafür sorgt, dass Braunlage weniger Gäste hätte und die Pisten am Wurmberg umso voller würden.

Vor allem aber hinsichtlich der aktuellen Investitionen in Schierke spricht er aus, was viele von uns sicherlich bereits denken — man baut doch auch keine Autobahn, wenn man nicht weiß, zu welchem Ziel sie eigentlich führen soll.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 01, 2012, 08:41:22 Vormittag
Der Artikel sagt eigentlich nichts Neues, vielmehr wurden die Fronten präzisiert. Das offensichtliche Scheinargument mit dem Häberlinsweg hätte Grote sich allerdings sparen können, da es die Fronten unnötig verhärtet.
Ich stimme Grote dahingehend zu, dass eine Kabinenbahn Schierke/Wurmberg nach den gegenwärtigen Plänen wirtschaftlich nicht tragfähig ist. Attaktiv wird eine solche Bahn nur, wenn Schierke sie bis zum Bahnhof führt, da Braunlage so eine Brockenanbindung bekommt, was die Fahrgastzahlen der beiden Wurmbergseilbahnen dann deutlich erhöhen würde. Doch meine Idee wird in Wernigerode offensichtlich nicht ernsthaft erwogen.

Erfreulicherweise stellt Braunlage klar, das man gegen einen Skilift bis zum Loipenhaus nichts einzuwenden hat. Schierkes Problem ist jedoch, dass sich eine solcher Sessellift (mutmaßlich 4KSB) allein für den Winterbetrieb nicht rechnen wird und im Sommerbetrieb wird er kaum frequentiert.

Schierke muss eigene Attraktoren einbringen, die auch Braunlage nützen. Alle Sommerattraktoren auf Schierker Seite liegen eher im Talbereich und sind so für Gäste aus Braunlage über den Wurmberg nur umständlich zu erreichen.  Außerdem sind eine weitere Rodelbahn und ein Natur- und Barfußparcours etc. nun nicht unbedingt DIE Knaller.

Grote hat auch Recht, dass Schierkes Schicksalsberg der Wurmberg ist. Das Ortsentwicklungskonzept ist in Sachen Wintersport/Winterberg und Ortsanbindung an die Brockenbahn völlig unzureichend. Mit dem abseits gelegenem Bahnhof wird Schierke auch nach der Ortsentwicklung nicht deutlich mehr Tagesgäste anziehen. Brockenbesucher werden auch weiterhin überwiegend ab Drei-Annen-Hohne fahren und das Parkhaus am Winterberg wird ein Megaflop, weil es für den Sommertourismus an falscher Stelle steht.

Schierke wird nicht umhinkommen sich mit dem NP über die Freigabe von Nordhang und. gr. Winterberg auseinanderzusetzen, was die offensichtlich wegen der Personalie Gaffert (ex NP-Chef) scheuen, wie der Teufel das Weihwasser. Mit einem solchen erweiteren Skigebiet + Seilbahn zum Bahnhof wird Braunlage mit Sicherheit starkes Interesse an einer Kooperation haben.

Doch jetzt haben die Beteiligten erstmal leider das Gegenteil bewirkt und die Fronten verhärtet... Schade!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 01, 2012, 09:25:21 Vormittag
Schierke muss eigene Attraktoren einbringen, die auch Braunlage nützen.

Schierke sollte vor allem für sich selbst Attraktoren einbringen. Ein Wintersportgebiet, ob alpin oder nordisch, sollte alleinstehend attraktiv genug sein, damit man deswegen dort gerne Zeit verbringt. Die Wintersportinfrastruktur sollte nicht nur deswegen existieren, um möglichst schnell in ein anderes Gebiet wechseln zu können.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 01, 2012, 09:46:50 Vormittag
Was Du sagst ist auch richtig, doch bei der Nähe und den topographischen Gegebenheiten sind beide Destinationen in einer übergeordneten touristischen Verantwortung für den Harz zur konstruktiven Zusammenarbeit "verpflichtet".
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 01, 2012, 11:19:04 Vormittag
Neue Bilder aus (Unter-)Schierke

Die Brücke am Ortseingang kriegt bald einen Deckel:
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Von der anderen Seite
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Die kleinere Brücke am Ortsende ist schon weiter und hat einen Deckel:
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Blick auf die noch unveränderte Sandbrinkstrasse:
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Auf der Sandbrinkstrasse sind schon zahlreiche Markierungen, die auf eine Verbreiterung in Richtung Bergseite hindeuten:
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Am Waldparkplatz sind noch keine Anzeichen zu sehen. Hier soll später ein Parkhaus und eine Brücke als Anbindung zum Ortskern entstehen:
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Ein Schild zum Wintersportgebiet gibt es am Waldparkplatz schon mal:
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Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am August 01, 2012, 02:46:25 Nachmittag
Ich möchte mich hier zu diesem Thema als reiner Harztourist einschalten (also habe keine persönlichen Interessen in Richtung Braunlage oder Schierke). Ich kann die Missstimmung von dem Landrat Emrich weitaus mehr verstehen als die Argumente von beiden Seiten gegen eine gewollte Abstimmung von den beiden Maßnahmen. Ich halte die Aussage für Quatsch, die Berge ziehen nicht genug Touristen für beide Orte an. Es gibt im Umkreis von 150 km um den Wurmberg mehr Wintersportfreunde als man jemals bewirtschaften kann. Diese alle muss man erstmal erreichen.
Als einer der potentiellen Touristen kann ich nur sagen, dass ein Skigebiet verteilt über den Wurmberg UND dem Winterberg ein echtes Alleinstellungsmerkmal liefert. Warum? Weil für Skifahrer, die über das Fortgeschrittenstadium hinaus sind, einen mehrtägigen Aufenthalt (vielleicht auch für eine Woche) auf einem Berg (egal welcher) nicht ausreichend ist (siehe einfach mal ins Sauerland, warum bauen die ständig).
Sicherlich haben die Vorredner recht, alle Beteligten müssen auch etwas Attraktives einbringen. Nach dem Stand der Presseinformationen wird daran gearbeitet. Trotzdem muss bei allen klar sein, ein "Inselleben" macht kein Sinn. Ich finde so etwas veraltet.
Das Argument "Häberlinsweg" ist für den Touristen enttäuschend und unglaubwürdig. Sorry, Lobbyarbeit hin oder her! Setzt Euch konstruktiv an den Tisch.
PS: Danke Playjam für die informativen Bilder. Die sind immer interessant...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am August 01, 2012, 03:11:05 Nachmittag
Die Argumente mit dem Weg und dass es angeblich nicht genügend Wintersporttouristen in der Umgebung gibt sind natürlich Quatsch und sollten bei einer sachlichen Diskussion tatsächlich nicht auftreten — es gibt sicherlich genügend Interessierte, die häufig und auch länger in den Harz kommen würden, sofern denn die Verhältnisse gesichert sind und man an guten Tagen nicht sehr viel länger in einer Schlange vor der Seilbahn steht als auf der Piste zu sein.

Was den Anschluss Schierkes betrifft, so bin ich mir ziemlich sicher, dass es den meisten hier natürlich gefallen würde, wenn das Skigebiet in diese Richtung erweitert und somit aufgewertet wird. Viel mehr geht es aber darum, dass Schierke respektive Wernigerode bislang ziemlich stur zu sein scheinen.

Die Planungen bis hier sind in sich nicht schlüssig und das bisher erarbeitete Konzept würde rein wirtschaftlich wahrscheinlich auch nur schwer tragbar sein, weshalb ich den Standpunkt der Wurmbergseilbahn, aber auch den von Braunlage gut nachvollziehen kann.

Um einen Anschluss dieses neuen Skigebiets tatsächlich sinnvoll zu gestalten müsste dort einiges geschehen und die neu geplanten Lifte und Pisten müssten an sich auch attraktiv und anspruchsvoll genug sein um neue Gäste in den Harz zu locken bzw. einfach einen Mehrwert zum bereits bestehenden Skigebiet am Wurmberg zu bieten.

Genau hier sehen viele das Problem: Die ersten Planungen bestehen lediglich aus einigen sehr langen Ziehwegen bis nach Schierke, sowie einem kurzen Skihang, der offensichtlich einem Kompromiss mit den Umweltverbänden zum Opfer gefallen ist. Diese Pisten an sich haben weder die Kapazität noch die Attraktivität, die benötigt würde, um die gesamte Skiregion reizvoller zu machen und bieten somit sowohl für die Stadt Braunlage als auch die Wurmbergseilbahn im Prinzip keinerlei Vorteile, die den Aufwand und das finanzielle Risiko rechtfertigen würden. Einzig Schierke bzw. Wernigerode hätten den Vorteil sich wieder als richtigen Wintersportort präsentieren zu können, da sie wieder über die direkte Anbindung an eines verfügen.

Kurz gesagt, sofern Schierke sich nicht auf diesem Gebiet erfahrene Projektplaner ins Boot holt, welche ein wirtschaftlich tragfähiges und attraktives Konzept erarbeiten, wir sich in Braunlage auch niemand ersthaft mit der Möglichkeit eines Zusammenschlusses beschäftigen. Hierzu scheint allerdings eine intensive Auseinandersetzung mit dem Nationalpark unausweichlich zu sein und ich persönlich würde es auch begrüßen, wenn teilweise wirklich interessante und durchdachte Ansätze von einigen Mitgliedern hier aus dem Forum mehr Beachtung finden würden, da diese auf den ersten Blick deutlich vielversprechender aussehen, als alles Andere, was man bisher von offizieller Seite zu sehen bekam.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 01, 2012, 04:25:53 Nachmittag
Mich interessiert der wirtschaftliche Aspekt nur in so weit, als dass ein Seilbahnunternehmen welches aufgrund von struktureller Probleme in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gerät früher oder später den Betrieb einstellen muss. Mich interessiert primär Skifahren!

Ich bin überzeugt, die Pläne für das Schierker Wintersportgebiet sind noch lange nicht endgültig festgelegt. Es wird in Norddeutschland sicherlich genügend Wintersport-Touristen geben um sämtliche Skigebiete auszulasten. Meine Hauptsorge bei der derzeitigen Planung ist eher das die Pistenkapazität nicht für die geplante Anzahl an Gästebetten in Schierke ausreicht. Eine Seilbahn zum Gipfel des Wurmberges und "nur" ein Ziehweg ins Tal und ein kurzer Slalomhang würde die Pistenkapazität auf Schierker Seite völlig überfordern. Die Gäste würden auf die Pisten am Wurmberg ausweichen und alles würde hoffnungslos überfüllt sein. Die Pisten auf Braunlager Seite sind Freitag bis Samstag jetzt schon grenzwertig ausgelastet. 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am August 01, 2012, 05:09:54 Nachmittag
Was Ihr da sagt, kann ich in weiten Teilen nachvollziehen. Ich selber kann mir nicht vorstellen, wie es aussieht, wenn diese kleine Wurmbergspitze von allen Seiten mit Bergstationen gepflastert wird. Muss der Berg abgespannt werden? :)

Nach den mir vorliegenden Informationen (aus diesem Blog und der Presse) wird diese Überlegung ja auch nicht mehr verfolgt. Das Ende soll jetzt doch am Winterbergsattel sein. Ich bin zwar kein professioneller Skigebietsplaner, aber mir erscheint diese Überlegung als wirtschafltlicher und praktischer (von dort aus kann ich auch die Wurmbergspitze erreichen). Aber auch eine Kabinenbahn ist m.E. nicht erforderlich. Das mag zwar im Harz trendy sein (siehe Neubau Thale), ein Sessellift tut es m.E. auch (Sommer wie Winter).

Was die Sache mit dem gr. Winterberg angeht: Ist eine tolle Überlegung, dies aus dem NP rauszulösen. Das würde ich mir auch Wünsche, wäre echt Klasse. ABER: Dafür hat man dieses Gebiet als NP eingerichten, um es vor diesen Begehrlichkeiten zu schützen. Den Anteil von Herr Gaffert hin oder her. Ich glaube nicht, dass hier jedliche Bemühungen erfolgreich sind.

Ich halte es auch für sinnvoll, sich professionelle Skigebietsplaner zu holen. Die umweltpolitischen Diskussionen rufen gerade zu danach, um die schlimmsten Befürchtungen der Umweltschützer zu entkräften. Apropro Umweltschützer: Wenn es schon so massive Angriffe  gibt, sollte man den Anderen nicht Chance geben, die Skisport-Befürworter/Planer gegeneinander auszuspielen. Das alleine gebietet schon, sich zusammen zu tun.

Es ist wichtig, das sich Nachbarn auf die Planung abstimmen. Ansonsten heißt es für mich, den Touristen: 2 Liftkarten kaufen und stehe wieder 1,5h am Lift an. Ich habe nichts gewonnen, nur Ausgaben. Und fahre verärgert auf die Mini-Abfahrt in Torfhaus, wo ich aber kaum anstehe und dafür fahren kann.  :(
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 01, 2012, 08:28:31 Nachmittag
@skifreund:
Eine Bergstation Wurmbergipfel wurde nur deshalb aus den Plänen zugunsten des Winterbergsattels herausgenommen, weil die sonst in Schierke planerisch überhaupt nicht vorankommen. Schierke kann den Traum vom Wurmberggipfel jedoch nicht wirklich loslassen - doch dessen minimale Chance dürfte am ehesten über die Seilbahnverlängerung bis zum Bahnhof führen - denn nur das bringt beiden Bahnen ein deutlich erhöhtes Fahrgastpotenial.

Hinsichtlich des trotz Ausbau immer noch bestehenden gravierenden Kapazitätsdefizits stimme ich Dir voll zu. Ich befürchte nach dem Ausbau eher noch größere Schlangen am WoE.

Ohne Wurmberggipfel wäre für Schierke eigentlich eine 4SB (Kosten ca. 3,5 Mio€) sinnvoll, doch das geht schlecht bei einer Länge von 2km, da man bei nur 2,8m/Sec. und ständigen Stops oben angekommen "erfroren" ist. Eine 4KSB zum Winterbergsattel dürfte mit Bubbles und Garage so ca. 6,5Mio€ kosten. Im Sommerbetrieb wird sie voraussichtlich schwach frequentiert sein, weil die Bergstation sommertouristisch gesehen eher im "nowhere" endet. Daher kann ich das hartnäckige Anliegen der Schierker mit dem Wurmberggipfel gut nachvollziehen. Die Wurmbergseilbahn hat bislang mehr Sommer- als Wintergäste. Das wirtschaftliche Risiko für eine 4KSB ist für Schierke entsprechend hoch. Und wer braucht unter diesen Umständen ein riesen Parkhaus im Sommer?

Das Braunlage den Gipfel schützen will ist nur verständlich. Die Wurmbergseilbahn ist lt. Bilanz kein Goldesel. Sommerfahrgäste an die Schierker Seite zu verlieren, kann sich die Bahn nicht leisten. Die Blockade seitens Braunlage betrachte ich daher nicht als grundsätzliche  Kooperationsverweigerung. Gegen die Bahn zum Sattel hat Braunlage ja auch keinen Einwand und ich glaub nicht, dass die sich einem gemeinsamen Skipass verweigern werden, wenn Schierke denn zum Sattel baut.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am August 02, 2012, 01:36:19 Nachmittag
Das Problem ist eigentlich, dass Schierke unbedingt eine Gondelbahn mit Ganzjahresauslastung haben will, welche bei ihren Planungen nicht wirtschaftlich ist oder/und der Wurmbergseilbahn Fahrgäste streitig macht. Den einzigen mir bekannten plausiblen Vorschlag, die Gondelbahn zum Bahnhof Schierke, wird in Schierke ja nunmal ignoriert.
@manitou: Was hält man in Braunlage eigentlich von der Idee einer solchen Gondelbahn?

Wenn man in absehbarer Zeit trotzdem einen Kompromiss erzielen will, sollte man in Schierke den Gedanken einer Ganzjahresauslastung des Skigebietes aufgeben und ein Skigebiet professionell planen lassen welches nur für den Skibetrieb gedacht ist. Das Skigebiet könnte wirtschaftlich dann zwar wohl nur mit Schleppliften realisiert werden, was allerdings nicht stören würde, wenn man es deshalb realisieren könnte.

Um im Sommer Touristen anzulocken müsste man sich dann natürlich andere Attraktionen ausdenken.
Ansonsten kann man immer noch den Bahnhof ins Ortszenrum verlegen ;D
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 02, 2012, 01:58:10 Nachmittag
Schlepplifte sind zwar günstiger in der Anschaffung, im Betrieb aber ungünstiger als ein Sessellift, da die Schlepplift-Trasse mit Schnee bedeckt und präpariert werden muss. Bei einem Sessellift könnte man zudem die Lifttrasse ohne zusätzlichen Landschaftsverbrauch als weitere Abfahrt gestalten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 02, 2012, 04:01:06 Nachmittag
Zitat
Schlepplifte sind zwar günstiger in der Anschaffung, im Betrieb aber ungünstiger als ein Sessellift, da die Schlepplift-Trasse mit Schnee bedeckt und präpariert werden muss.

Um eine Schlepplifttrasse befahren zu können, reicht eine minimale Schneehöhe (5 cm), die mit der zum Abfahren benötigten in keiner Relation steht, weil in der Liftspur ja nicht geschwungen wird. Die Liftspur muss nur bei viel Schnee präpariert werden; bei wenig Schnee wird sie durchs Befahren geglättet. Mir ist kein Skihang bekannt, der allein wegen Schneemangels auf der Liftspur nicht in Betrieb gehen konnte.  :-)

Zitat
Bei einem Sessellift könnte man zudem die Lifttrasse ohne zusätzlichen Landschaftsverbrauch als weitere Abfahrt gestalten.

Die Trasse vieler Mittelgebirgs-Schlepplifte verläuft direkt am Pistenrand (Kaffeehorst, Skiwiese Braunlage, Torfhaus, Hohegeiß ...), so dass zusätzlicher Landschaftsverbrauch minimal gehalten wird. Verläuft sie abseits durch den Wald (Nordlift), trifft die o.g. Aussage natürlich um so mehr zu.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am August 02, 2012, 04:56:50 Nachmittag
Werte Foristen,

da es in diesem Forum nun schon mehrfach - obgleich im Grunde völlig uninteressant - um meine Person (den „Sternenglotzer“, der mir als Nickname dann allerdings doch etwas zu negativ besetzt schien) ging und ich zudem schon mehrere Male im Leserforum der Goslarschen Zeitung dazu aufgefordert wurde, als Kritiker der Ausbaupläne am Wurmberg und Winterberg auch in diesem Forum mitzudiskutieren, habe ich mich zu einer Registrierung entschlossen. Um zur hier geäußerten Kritik an den Ausführungen von Prof. Dr. de Jong sowie von BUND/NABU ausführlich einzugehen, fehlt mir momentan leider die Zeit (ich hoffe, dass sich dies in zwei oder drei Wochen wieder ändert), weshalb ich mich zunächst einmal nur auf einen der hier wiederholt gemachten Vorwürfe konzentrieren möchte:

Mir geht diese reine Protesthaltung der Umweltschützer nicht nur hinsichtlich einiger Wintersportprojekte ziemlich auf den Geist. Der Naturschutz wird nicht selten schlicht als Vorwand verwendet, um komplett andere Interessen durchzusetzen. Herr Reinboth beispielsweise — der Frau de Jong hinzugezogen hat — kämpft bekanntermaßen dafür, dass es keinen Nachtskilauf geben sollte, damit er von St. Andreasberg aus auch weiterhin ohne Lichtverschmutzung jeden Abend die Sterne beobachten kann. Aus dem Ostharz hingegen gibt es nicht selten ähnliche Bedenken, um den Ausbau des Wurmbergs zumindest so lange zu verzögern, bis man selber eine Lösung gefunden hat ein eigenes Skigebiet mittels Fördergelder zu realisieren und alle haben gemeinsam, dass niemand von ihnen direkt im Oberharz lebt, geschweige denn sich ein Bild von der strukturellen Lage gemacht hat.

Hierzu kann ich nur sagen, dass der Grund, weshalb ich das Braunlager Projekt kritisch hinterfrage, weder meine Affinität für das Wernigeröder Parallelvorhaben ist (welches ich im Grunde ähnlich kritisch sehe) noch primär der Wunsch, die guten astronomischen Sichtbedingungen in Sankt Andreasberg zu erhalten (trotzdem schreibe ich gleich noch was dazu). Mir stört an beiden Vorhaben vielmehr, dass keine gemeinsame Planung geschweige denn eine gemeinsame Betrachtung der ökologischen Auswirkungen und Umweltrisiken erfolgt. Wer das Wurmberg-Areal kennt, dürfte sehr genau wissen, wie dicht die beiden Skigebiete im Falle eines Vollausbaus tatsächlich beieinander lägen. Beide Projekte zielen jedoch nicht nur wirtschaftlich auf die gleiche Zielgruppe ab, sondern greifen in das gleiche Ökosystem und den gleichen Wasserhaushalt ein, zudem ist die Entnahme von Wasser zum Zwecke der Beschneiung aus dem gleichen Fließgewässersystem vorgesehen. Weil allerdings zwischen beiden Projekten eine Landesgrenze verläuft und sich auf beiden Seiten mithin Befindlichkeiten und wirtschaftliche Befürchtungen breit gemacht haben, erfolgt weder eine gemeinsame wirtschaftliche und touristische Entwicklung des Gebietes noch eine länderübergreifende Betrachtung der ökologischen Auswirkungen beider Projekte in Kombination. Dies ist in eine in meinen Augen alles andere als befriedigende Situation, die meiner Einschätzung nach nur durch eine länderübergreifende UVP und die daraus schon zwangsweise resultierende gemeinsame Planung aufgelöst werden kann. Und das ist exakt die Lösung, für die ich an dieser und anderen Stellen heute und auch zukünftig werben werde.

Da ich über meine Tätigkeit im Vorstand der Sternwarte Sankt Andreasberg erstmalig in Kontakt mit dem Braunlager Wurmberg-Vorhaben gekommen bin, und im Namen der Sternwarte auch den Widerspruch gegen die geplante Beleuchtungsanlage (http://www.sternwarte-sankt-andreasberg.de/wurmberg-braunlage.html (http://www.sternwarte-sankt-andreasberg.de/wurmberg-braunlage.html)) verfasst habe, sei an dieser Stelle dennoch etwas zum Sternenhimmel gesagt: Das durch die zunehmende nächtliche Beleuchtung (Werbung, Sykbeamer, Fassadenbeleuchtung etc. pp.) ständig verstärkte Phänomen der Lichtverschmutzung (eine gute Übersicht dieser Problematik findet sich auf der Webseite der Fachgruppe Dark Sky unter http://www.lichtverschmutzung.de (http://www.lichtverschmutzung.de) sowie im Wikipedia-Eintrag zu diesem Thema) hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass die Anzahl „natürlich dunkler Orte“ – also solcher Orte, an denen man den Sternenhimmel noch so sehen kann, wie es noch vor 100 Jahren vollkommen normal war – in ganz Europa sowie auch in anderen Teilen der Welt beständig zurückgegangen ist. In Deutschland finden sich derzeit neben der Region unmittelbar um Sankt Andreasberg, Sorge und Elend gerade noch sieben Gegenden (Nationalpark Eifel, Naturpark Terra.vita, Naturpark Westhavelland, Biosphärenreservat Rhön, Münsingen, Herzberg an der Schwarzen Elster und das Wendland), in denen noch wirklich gute Sichtbedingungen für Profi- und Hobby-Astronomen vorherrschen. Auf dieser Liste mit gerade einmal acht Einträgen befindet sich der Oberharz im Hinblick auf die messbaren Qualitätskriterien an dritter Stelle, ist also als eines der qualitativ besten astronomischen Beobachtungsgebiete Deutschlands zu werten:

http://www.lichtverschmutzung.de/seiten/sternenparks.php (http://www.lichtverschmutzung.de/seiten/sternenparks.php)

Aufgrund dieser besonderen Eignung bestünde die Möglichkeit, den Oberharz über die International Dark Sky Association zu einem sogenannten Dark Sky Park zu zertifizieren und diesen herausragenden Status damit auf internationaler Ebene festzuhalten. Derzeit gibt es in Deutschland noch keinen einzigen Dark Sky Park (auch wenn im Westhavelland sowie an der Schwarzen Elster entsprechende Bemühungen laufen, wie es sie bis vor kurzem auch im Harz gab), in Europa finden sich gerade einmal drei solcher Parks (in Ungarn und Großbritannien). Dies macht deutlich, dass der Harz in gewisser Weise eine Sonderstellung einnimmt, der ebenfalls ein Wert beizumessen ist, auch wenn sich die Umsätze im Bereich des Astrotourismus sicher nicht mit dem Skitourismus vergleichen lassen, siehe hierzu auch: http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2010/11/wer-bestimmt-eigentlich-uber-die-vergabe-von-sternenparks.php (http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2010/11/wer-bestimmt-eigentlich-uber-die-vergabe-von-sternenparks.php)

Ein ideeller Wert kann aber auch dann erhaltenswert sein, wenn diese Erhaltung die volle Entfaltung einer finanziellen Wertschöpfung behindert. Man stelle sich einmal vor, unterhalb der Akropolis würde eine große Ader des rein hypothetischen und extrem wertvollen Materials Unobtanium (http://de.wikipedia.org/wiki/Unobtanium (http://de.wikipedia.org/wiki/Unobtanium)) entdeckt, welche sich jedoch nur dann verwerten ließe, würde man die Akropolis sprengen. Obwohl den griechischen Staatsfinanzen die zusätzlichen Mittel sicher gut täten, würde in diesem hypothetischen Szenario vermutlich kaum jemand ernsthaft die Zerstörung der Akropolis erwägen, da jeder begreift, dass deren historischer, kultureller und ideeller Wert sich kaum in Geld aufwiegen ließe.

Auch die freie Sicht auf den Sternenhimmel hat jedoch einen solchen kulturellen und ideellen Wert, schließlich hat der Blick auf die Sterne über Jahrtausende hinweg Künstler, Philosophen, Propheten und Wissenschaftler inspiriert und geleitet. Wie traurig ist es da, dass wir diesen Anblick hierzulande in nur noch acht Gegenden erleben können, von denen jede einzelne schon durch ein einziges Projekt (wie etwa im Bereich des Skitourismus) diesen besonderen Status verlieren könnte? Wie viele dieser Gebiete wird es in zehn Jahren noch geben, wenn Eingriffen nicht dann und wann auch widersprochen wird? Zwar ist es richtig, dass die Beleuchtungsanlage am Wurmberg nur an bestimmten Tagen und – zunächst – nur während der Wintersaison in Betrieb wäre – am Urteil der IDA ändert dies jedoch nichts: Kommt das Projekt, ist jede Chance für den Oberharz auf eine Anerkennung als Dark Sky Park dahin. Dass kein Hobby-Astronom sich darüber freut, dass eine solche Möglichkeit wegbricht, ist sicher nachvollziehbar, insbesondere da seitens der Harzer Sternenfreunde schon zahllose ehrenamtliche Arbeitsstunden in die nun auf Eis gelegte Beantragung geflossen sind.

Ganz grundsätzlich stellt sich mir ohnehin die Frage, wie sinnvoll es ist, bei ausbleibendem Schneefall und in der Nacht auf künstlichem Schnee und bei künstlicher Beleuchtung Ski zu fahren. Exakt diese Form des Umgangs mit Energie und mit der Natur ist es schließlich, der wir die Notwendigkeit von Schneekanonen überhaupt erst zu verdanken haben. So etwas zu hinterfragen ist weder „unverantwortlich“ noch einseitig gegen touristische Interessen gerichtet, sondern in meinen Augen schlicht eine Frage des gesunden Menschenverstands. Im Wernigeröder Stadtrat wurde erst vor einigen Wochen die Anfrage eines SPDlers, warum man nicht – wie zu besten touristischen Hochzeiten Braunlages und Schierkes – eben einfach nur dann Ski fährt, wenn auch Schnee gefallen ist (und die Sonne scheint, wie ich als Astronom ergänzen möchte), geradezu empört zurückgewiesen. Solche Überlegungen entsprächen nicht mehr dem Anspruchsdenken heutiger Touristen und würden ein Skigebiet wirtschaftlich untragbar werden lassen. Bei allem Verständnis für hohe Ansprüche und das berechtigte Interesse, Geld zu verdienen (das ich als Unternehmer ja selbst teile) – aber mir stellt sich angesichts solcher Aussagen wirklich die Frage, ob uns da nicht vielleicht der gesellschaftliche Kompass verrutscht ist.

Vollkommen unabhängig von solchen Überlegungen ist – wie bereits eingangs geschrieben – der länderübergreifenden Auseinandersetzung mit der kombinierten Wirkung beider Projekte sowie der gemeinsamen wirtschaftlichen Entwicklung des Wurmberg-Areals auf jeden Fall eine größere Priorität einzuräumen. Wenn die von uns unter anderem durch die Einladung von Prof. Dr. de Jong angestoßene Diskussion am Ende wenigstens dazu führt, dass eine länderübergreifende UVP durchgeführt wird, wäre ich eigentlich schon mal ganz zufrieden…

Mit besten Grüßen in die Runde
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 02, 2012, 05:06:07 Nachmittag
@manitou: Was hält man in Braunlage eigentlich von der Idee einer solchen Gondelbahn?


Meine Idee habe ich an Grote gesandt mit der Bitte um Weitergabe an alle Fraktionen. Auch der Wurmbergseilbahn liegt es vor. Ein Feedback kam leider nicht.

Aus Wernigerode kam jetzt kürzlich die Rückmeldung einer sinngemaß "außerordentlich innovativen Idee". Es scheint, dass man jetzt doch dieser Idee eine etwas nähere Betrachtung widmen will. 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 02, 2012, 05:25:50 Nachmittag
@Sternengucker Zunächst ein herzliches Willkommen im Forum und ich freue mich aufrichtig, dass Du jetzt auch hier schreibst!

Im März wurde hier im Forum eine Abstimmung gestartet, bei der die meisten (z.Z. 100%) mit "Ja, denn Wintersport und Umweltschutz sind miteinander vereinbar." angekreuzt haben. Ich hoffe, wir können hier mit unseren Diskussionen gemeinsam dazu beitragen, Lösungen auszuarbeiten, die sowohl den Anspruch von Umweltschutz als auch Wintersport gerecht werden.





Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 02, 2012, 05:33:14 Nachmittag
Auch von mir Willkommen im Forum, Sternengucker!  :)

Du bist der erste Projekt-Nicht-Befürworter, der sich hier anzumelden "traut". Ein Forum ist zum Meinungsaustausch da, und gewiss nicht nur zum einseitigen. Insofern begrüße ich Deine Präsenz hier sehr.

Die Projektplanungsmaßnahmen betreffen den selben Berg, da hast Du Recht. Schneiwasser wird letztlich zwei Quellflüssen der Bode entnommen werden, auch richtig. Unabhängig von der Länderbetrachtung haben wir darüber hinaus aber drei wichtige Dinge zu betrachten: 1. Am Wurmberg betreibt ein Privatinvestor infrastrukturelle Bestandserhaltung eines bestehenden Skigebiets. 2. Am Winterberg plant ein Gremium eine Neuerschließung; das Investorenkonsortium ist bis heute undefiniert. 3. Sesselbahn-Bau am Wurmberg und eventueller Skigebietsbau am Winterberg werden zeitlich weit auseinanderfallen. Und besonders wegen 3. halte ich ein gemeinsames UVP zumindest für die aktuelle Baurunde für nicht sinnvoll, für spätere vielleicht schon. Aktuell würde durch ein gemeinsames UVP nur der Sesselbahnbau am Wurmberg verzögert. Bis zum Bau eines Schierker Skigebeits können locker 10 weitere Jahre vergehen - wenn es denn überhaupt jemals finanziert wird.

Die Forderung nach einer Regulierung von Lichtverschmutzung im Oberharz mag aus Sicht der Astronomen und in Anbetracht des Dark Sky Park-Ansatzes verständlich erscheinen. Dazu interessiert mich vorab folgendes:

Leider kenne ich den Standort der Andreasberger Sternwarte nicht genau. Mir ist aber bekannt, dass man von den Höhen um St. Andreasberg nur ein recht kleines Stück Wurmberg sehen kann. Der Kaffeehorst-Hang kann es nicht sein, weil er nach Südosten ausgerichtet ist, und die Große Wurmbergabfahrt sieht man von den Andreasberger Höhen auch nicht. St. Andreasberg liegt vom Wurmberg gesehen westlich. Der Wurmberg-Westhang ist skitechnisch unerschlossen. Direkte Lichteinstrahlung nach St. Andreasberg wird es vom Wurmberg also nicht geben. Direkt in St. Andreasberg befindet sich dagegen der Matthias-Schmidt-Berg, an dem schon seit Jahren Flutlichtskibetrieb stattfindet. Warum wird denn nicht zuerst gegen diesen Flutlichthang argumentiert?

Zitat
Ganz grundsätzlich stellt sich mir ohnehin die Frage, wie sinnvoll es ist, bei ausbleibendem Schneefall und in der Nacht auf künstlichem Schnee und bei künstlicher Beleuchtung Ski zu fahren.

Antwort zur künstlichen Beleuchtung: Hier werden die Liftbetriebszeiten dem Nachfrageverhalten der Zielgruppe angepasst. Im Harz gibt es bisher nur an kurzen, wenig lohnenden Einzelhängen Flutlichtskibetrieb (Braunlager Skiwiese, Hohegeiß, Ravensberg). Das Skistadion Hohegeiß habe ich bei Flutlichtbetrieb schon reichlich voll erlebt. Wenn lohnende Skihänge wie der Wurmberg Flutlichtbetrieb anbieten, kann ich mir eine hohe Nachfrage der Berufstätigen vom Harzrand vorstellen, dort abends skifahren zu gehen. Das verteilt den Besucherandrang weg von den Wochenenden hin zur ganzen Woche. Ein gutes Beispiel aus einer anderen Region ist die Schwarzwaldhochstraße. Dort bietet fast jeder Skihang seit Jahrzehnten unter der Woche täglichen Flutlichtbetrieb bis 22 Uhr an. Das Angebot wird gut angenommen und lohnt sich offenbar wirtschaftlich, sonst wäre es längst eingestellt worden. Sonntags gibt es keinen Flutlichtbetrieb.

Bei bewölktem Himmel, der die Mehrzahl der Winterabende dominieren dürfte, kann man bei entsprechendem Flutlichtangebot Ski fahren, aber man kann keine Sterne sehen - oder?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am August 02, 2012, 06:47:45 Nachmittag
Im März wurde hier im Forum eine Abstimmung gestartet, bei der die meisten (z.Z. 100%) mit "Ja, denn Wintersport und Umweltschutz sind miteinander vereinbar." angekreuzt haben.

Keine Frage - selbstverständlich sind Wintersport und Umweltschutz miteinander vereinbar. Beim Wintersport gibt es eben nur eine große Bandbreite zwischen manchen extrem überbauten und ökologisch in hohem Maße fragwürdigen Skianlagen in den Alpen und etwa dem Ski-Langläufer, der im Harz seine Runden dreht und von dem zweifelsohne keine große Umweltbeeinträchtigung ausgeht. Zwischen diesen beiden Polen gibt es dann eine Menge Graustufen und Verhandlungs- und Diskussionsspielraum.

Die Projektplanungsmaßnahmen betreffen den selben Berg, da hast Du Recht. Schneiwasser wird letztlich zwei Quellflüssen der Bode entnommen werden, auch richtig. Unabhängig von der Länderbetrachtung haben wir darüber hinaus aber drei wichtige Dinge zu betrachten: 1. Am Wurmberg betreibt ein Privatinvestor infrastrukturelle Bestandserhaltung eines bestehenden Skigebiets. 2. Am Winterberg plant ein Gremium eine Neuerschließung; das Investorenkonsortium ist bis heute undefiniert. 3. Sesselbahn-Bau am Wurmberg und eventueller Skigebietsbau am Winterberg werden zeitlich weit auseinanderfallen. Und besonders wegen 3. halte ich ein gemeinsames UVP zumindest für die aktuelle Baurunde für nicht sinnvoll, für spätere vielleicht schon. Aktuell würde durch ein gemeinsames UVP nur der Sesselbahnbau am Wurmberg verzögert. Bis zum Bau eines Schierker Skigebeits können locker 10 weitere Jahre vergehen - wenn es denn überhaupt jemals finanziert wird.

Die Punkte 1. und 2. sind sicher richtig und wichtig, wären aus meiner Sicht aber kein Grund, auf eine gemeinsame Planung zu verzichten. Dagegen spräche allenfalls der dritte Punkt, den ich als kommunalpolitisch interessierter Wernigeröder allerdings korrigieren muss: Keinesfalls werden bis zum Bau eines Skigebietes in Schierke noch 10 Jahre vergehen - dieses kommt - wenn es denn kommt - schon sehr viel früher. Da Sachsen-Anhalt in 2015 aus der EU-Ostförderung fallen wird, müssen alle Projekte, für die EU-Mittel in Anspruch genommen werden wollen, bis dahin entweder schon abgeschlossen sein (ideal) oder zumindest erkennbar begonnen haben. Wenn das Winterberg-Projekt sich als finanzierbar erweisen sollte und nicht noch an anderen rechtlichen Hürden scheitert, gehe ich mal stark davon aus, dass der Ausbau noch im kommenden Jahr beginnen dürfte - und vor diesem Hintergrund wäre eine gemeinsame UVP dann eben doch wünschenswert...

Leider kenne ich den Standort der Andreasberger Sternwarte nicht genau. Mir ist aber bekannt, dass man von den Höhen um St. Andreasberg nur ein recht kleines Stück Wurmberg sehen kann. Der Kaffeehorst-Hang kann es nicht sein, weil er nach Südosten ausgerichtet ist, und die Große Wurmbergabfahrt sieht man von den Andreasberger Höhen auch nicht. St. Andreasberg liegt vom Wurmberg gesehen westlich. Der Wurmberg-Westhang ist skitechnisch unerschlossen. Direkte Lichteinstrahlung nach St. Andreasberg wird es vom Wurmberg also nicht geben. Direkt in St. Andreasberg befindet sich dagegen der Matthias-Schmidt-Berg, an dem schon seit Jahren Flutlichtskibetrieb stattfindet. Warum wird denn nicht zuerst gegen diesen Flutlichthang argumentiert?

Das von der Sternwarte erworbene Baugelände liegt auf der Jordanshöhe (in der Nähe der dortigen Schullandheime). Eine direkte Einstrahlung vom Wurmberg ist dort in der Tat nicht zu befürchten, wohl aber eine allgemeine Steigerung der Himmelshintergrundhelligkeit des Areals insbesondere aufgrund der erheblichen Lichtreflexion auf der Schneedecke. Für den Hobby-Astronomen an sich ist das noch zu verkraften (der beobachtet halt in anderen Monaten oder an anderen Abenden), für den dauerhaften Betrieb einer Sternwarte wäre es dagegen schon eher ungünstig, wenn sich die Himmelshintergrundhelligkeit erhöhen würde. Und davon, dass das im Falle des Wurmberg-Ausbaus passieren würde, gehe ich derzeit stark aus - um welchen Faktor kann allerdings derzeit niemand genau sagen, das sehen wir im Zweifelsfall erst, wenn die Anlage in Betrieb ist. Am Beispiel der beleuchteten Skipisten am Wendelstein sieht man allerdings, dass der Effekt durchaus erheblich ausfallen kann (erstes Bild: vor Deaktivierung der Flutlichtbeleuchtung; zweites Bild: nach Deaktivierung der Flutlichtbeleuchtung).

(http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/Wendelstein%2001-thumb-512x384.jpg)

(http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/Wendelstein%2002-thumb-512x384.jpg)

Für die Beurteilung des Impacts einer solchen Anlage auf astronomische Projekte muss man außerdem klar zwischen hobbyastronomischen Beobachtungen und dem Sternenpark-Projekt unterscheiden. Hobbyastronomische Beobachtungen werden im Oberharz natürlich auch weiterhin möglich sein - an manchen Tagen sicher mit einem gewissen Qualitätsverlust, an den meisten Tagen im Jahr ist die Beleuchtungsanlage ja aber ohnehin nicht in Betrieb. Die Chancen einer Region auf einen Dark Sky Park hängen jedoch ganz erheblich davon ab, ob die Antragsteller glaubhaft machen können, dass das Potential der hervorragenden Sichtbedingungen in der Region auch von der Politik erkannt und gewürdigt wird. Erteilt die größte Kommune im Einzugsgebiet eine Baugenehmigung für eine Flutlichtanlage zum Nacht-Skifahren, ist dies eindeutig nicht der Fall, weshalb die für Deutschland zuständige Fachgruppe Dark Sky den Oberharz auf der zitierten 8er-Liste sozusagen bereits als "gefährdet" führt. Die Flutlichtanlage auf dem Matthias-Schmidt-Berg stört sowohl im Hinblick auf die Astronomie (aufgrund ihrer Lage zur Jordanshöhe) als auch auf den Dark Sky Park natürlich auch, ist allerdings kleiner dimensioniert und existiert - ganz entscheidend für jedes Antragsverfahren - schon eine ganze Weile und wird nicht erst neu genehmigt und errichtet...

Das Skistadion Hohegeiß habe ich bei Flutlichtbetrieb schon reichlich voll erlebt. Wenn lohnende Skihänge wie der Wurmberg Flutlichtbetrieb anbieten, kann ich mir eine hohe Nachfrage der Berufstätigen vom Harzrand vorstellen, dort abends skifahren zu gehen. Das verteilt den Besucherandrang weg von den Wochenenden hin zur ganzen Woche. Ein gutes Beispiel aus einer anderen Region ist die Schwarzwaldhochstraße. Dort bietet fast jeder Skihang seit Jahrzehnten unter der Woche täglichen Flutlichtbetrieb bis 22 Uhr an. Das Angebot wird gut angenommen und lohnt sich offenbar wirtschaftlich, sonst wäre es längst eingestellt worden. Sonntags gibt es keinen Flutlichtbetrieb.

Das der Betrieb einer Flutlichtanlage sich wirtschaftlich lohnen könnte, möchte ich gar nicht bezweifeln. Aber wie schon geschrieben: Nicht alles, was sich wirtschaftlich (für den jeweiligen Betreiber) lohnt, muss auch zwangsweise umgesetzt werden, wenn dadurch ein Eingriff in andere Güter erfolgt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 02, 2012, 07:03:27 Nachmittag
Welcome Sternengucker,

freut mich, dass Du den Weg hier ins Forum gewählt hast!!!

Vorab an alle:
ich denk mal, dass wir ein neues Topic brauchen, denn was für demnächst an breitegefächerten Disskussionen eintreten, passt nicht zu "Schierke 2000".

Wir werden sicherlich viele Fachinformationen gegenseitig austauschen. Das zeigt sich bereits hinsichtlich des Flutlichtski. Ich kann schon nachvollziehen, dass ein Nicht-Skifahrer (glaub ich zumindest) sich nicht wirklich vorstellen kann, warum dieses Segment relevant ist.

@playjam: ich rege an, dass Du die Beiträge betreff "Sternengucker" in ein neues Topic verschiebst, wo es dann weitergeht... Ich bin auch gespannt auf Deine Namensgebung.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 02, 2012, 07:25:40 Nachmittag
[...] Mir stört an beiden Vorhaben vielmehr, dass keine gemeinsame Planung geschweige denn eine gemeinsame Betrachtung der ökologischen Auswirkungen und Umweltrisiken erfolgt. [...] Dies ist in eine in meinen Augen alles andere als befriedigende Situation, die meiner Einschätzung nach nur durch eine länderübergreifende UVP und die daraus schon zwangsweise resultierende gemeinsame Planung aufgelöst werden kann. Und das ist exakt die Lösung, für die ich an dieser und anderen Stellen heute und auch zukünftig werben werde.

Ich empfinde das genauso. Als kurz nach der Grenzöffnung in den 90ern das Projekt Schierke 2000 zum ersten Mal in der Presse erwähnt wurde, war mir völlig klar, da kommt zusammen was zusammen passt. Ein Skigebiet welches zwei Orte verbindet macht unglaublich Spaß: Man fährt nicht nur ständig dieselbe Piste herunter, sondern man hat  Abwechslung und ein Ausflugsziel.

Nun ist es leider so, dass Schierke 2000 aus verschiedenen Gründen das prominenteste Beispiel für Vaporware bei der Skigebietsentwicklung geworden ist. Mit Herrn Gaffert als OB bin ich persönlich zuversichtlich, dass es irgendwann ein Skigebiet bei Schierke geben wird. Ich bin mir aber auch ziemlich sicher, dass ich mich mit meinem Optimismus eher in der Minderheit befinde. Die Planungen zum Schierker Skigebiet sind ungefähr da, wo das Wurmberger Projekt im Jahre 2008 stand (Ausbau des Skigebietes Wurmberg? (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,10.0.html)) . D.h wenn Du eine länderübergreifende UVP für das Projekt Wurmberg 2015 und für das Schierke Wintersportprojekt vorschlägst, dann wird das von Braunlager Seite mit großer Wahrscheinlichkeit als perfide Verhinderungs- oder Verzögerungstaktik verstanden werden, da man längst die Hoffnung aufgegeben hat, dass ein Skigebiet Schierke jemals realisiert werden wird.

Zitat
[... geringe Lichtverschmutzung ...]Aufgrund dieser besonderen Eignung bestünde die Möglichkeit, den Oberharz über die International Dark Sky Association zu einem sogenannten Dark Sky Park zu zertifizieren und diesen herausragenden Status damit auf internationaler Ebene festzuhalten.

Ich habe Verständnis für das Streben nach einer Auszeichnung. Ich habe auch eine DTV-Zertifizierung für meine Ferienwohnung, letztendlich wohnt aber niemand besser oder schlechter in meiner FeWo nur weil ich eine Zertifizierung erhalten habe. Aber ich möchte Deine Bemühungen um eine Zertifizierung deswegen nicht klein reden.

Wäre eine Lösung Licht aus bei klarem Himmel?

Zitat
[...] Im Wernigeröder Stadtrat wurde erst vor einigen Wochen die Anfrage eines SPDlers, warum man nicht – wie zu besten touristischen Hochzeiten Braunlages und Schierkes – eben einfach nur dann Ski fährt, wenn auch Schnee gefallen ist (und die Sonne scheint, wie ich als Astronom ergänzen möchte), geradezu empört zurückgewiesen. Solche Überlegungen entsprächen nicht mehr dem Anspruchsdenken heutiger Touristen und würden ein Skigebiet wirtschaftlich untragbar werden lassen. Bei allem Verständnis für hohe Ansprüche und das berechtigte Interesse, Geld zu verdienen (das ich als Unternehmer ja selbst teile) – aber mir stellt sich angesichts solcher Aussagen wirklich die Frage, ob uns da nicht vielleicht der gesellschaftliche Kompass verrutscht ist.

Hier liegt wahrscheinlich bei Nicht-Skifahrern ein Missverständnis bezüglich des Einsatzes von technischer Beschneiung vor: In den seltensten Fällen geht es um eine Vollbeschneiung des Skigebietes. Es geht primär um die Steigerung der Pistenqualität. Z.B. führt der Wochenendandrang am Wurmberg regelmäßig dazu, dass die Pisten an bestimmten Stellen vereisen. Auch kann es vorkommen, dass ein Wintersturm Teile der Piste bis auf den eisigen Untergrund freibläst. Das ist für ungeübte Wintersportler sehr gefährlich und es besteht die Gefahr von Verletzungen. Hier hilft etwas technische Beschneiung solche Stellen zu entschärfen.

Die Möglichkeit der Vollbeschneiung (nicht die tatsächliche Anwendung) hat auch eine Wirkung auf das Buchungsverhalten der Gäste. Ich buche meine Winterurlaubs-Unterkünfte in den Alpen wie viele meist ein Jahr im voraus für ein bis zwei Wochen am Stück, weil ich glaube eine sehr gute Chance zu haben - auch durch technische Beschneiung "garantiert" - dort Skilaufen zu können. Im Harz wird eher kurzfristig gebucht, meist Montag bis Freitag und Freitag bis Sonntag, obwohl die Schneesicherheit im Januar und Februar nicht wirklich schlechter ist als in manchen Urlaubsorten in den Alpen. D.h. man hat im Harz zwei Anreise- und Abreise-Wellen wöchentlich im Winter. Wenn es gelänge, dies auf nur eine Anreise- und Abreise-Welle zu reduzieren, hätte man den CO2-Ausstoß halbiert. Die Gesamtökobilanz mit technischer Beschneiung könnte also positiv ausfallen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 02, 2012, 08:07:07 Nachmittag
@playjam: ich rege an, dass Du die Beiträge betreff "Sternengucker" in ein neues Topic verschiebst, wo es dann weitergeht... Ich bin auch gespannt auf Deine Namensgebung.

Zunächst passt es noch ganz gut: Technische Beschneiung, Planfeststellungsverfahren, Umweltverträglichkeitsprüfung etc sind zentrale Themen die dem Projekt "Schierke 2000" bzw. Schierker Wintersportgebiet bevorstehen. Für das Projekt Wurmberg ist diese Thematik nach meiner Einschätzung bereits schon größtenteils gelaufen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 02, 2012, 08:35:33 Nachmittag
Leider kenne ich den Standort der Andreasberger Sternwarte nicht genau. Mir ist aber bekannt, dass man von den Höhen um St. Andreasberg nur ein recht kleines Stück Wurmberg sehen kann. Der Kaffeehorst-Hang kann es nicht sein, weil er nach Südosten ausgerichtet ist, und die Große Wurmbergabfahrt sieht man von den Andreasberger Höhen auch nicht. St. Andreasberg liegt vom Wurmberg gesehen westlich. Der Wurmberg-Westhang ist skitechnisch unerschlossen. Direkte Lichteinstrahlung nach St. Andreasberg wird es vom Wurmberg also nicht geben.

Hier sind Photos vom Venustransit (http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2012/06/fotos-vom-venustransit-aus-dem-oberharz.php) von der Sankt Andreasberger Jordanshöhe aus aufgenommen:

(http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/Ausrichtung-thumb-512x384.jpg)

(http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/Wurmberg-thumb-512x309.jpg)

(http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/Venustransit-06-thumb-512x341.jpg)

Hier ging es nun um ein relativ helles Objekt (für Nicht-Sternengucker: "Sonne"  ;) ), zu einem Zeitpunkt an dem es sowieso keine Pistenbeleuchtung gegeben hätte. Man stelle sich nun ein relativ lichtschwaches Himmelsereignis vor, welches auch nur alle paar hundert Jahre geschieht, die Pistenbeleuchtung ist eingeschaltet und man muss mit langer Belichtungszeit arbeiten. Da würde ich mich ärgern...

Das Thema Nachtskifahren wird garantiert irgendwann auch für das Schierker Wintersportgebiet aktuell. Die meisten Himmelsereignisse sind aber bekannt, d.h. lange im voraus planbar. Hier könnte man einen Kompromiss ausarbeiten, der auch von der Dark-Sky-Zertifizierungsstelle und den Liftbetreibern akzeptiert wird.


Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am August 02, 2012, 09:26:31 Nachmittag
Ich empfinde das genauso. Als kurz nach der Grenzöffnung in den 90ern das Projekt Schierke 2000 zum ersten Mal in der Presse erwähnt wurde, war meine mir völlig klar, da kommt zusammen was zusammen passt. Ein Skigebiet welches zwei Orte verbindet macht unglaublich Spaß: Man fährt nicht nur ständig dieselbe Piste herunter, sondern man hat  Abwechslung und ein Ausflugsziel.

Es gab ja sogar mal noch schönere Planungen mit einer Art Ost-West-Begegnungsstätte zwischen beiden Skigebieten als Scheitelpunkt einer gemeinsamen Seilbahn etc. Das hätte vermutlich auch Nicht-Skifahrer angesprochen und wäre auch im Sommer eine Attraktion gewesen, leider kam Schierke hier lange nicht aus den Startlöchern - und als es dann soweit war, wollte man den Schulterschluss in Braunlage nicht mehr. Es stellt sich trotzdem die Frage, ob eine gemeinsame Entwicklung beider Gebiete auch in diesem Stadium der Planung nicht doch noch präferabel wäre (auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Synergieeffekte statt Doppelstrukturen).

D.h wenn Du eine länderübergreifende UVP für das Projekt Wurmberg 2015 und für das Schierke Wintersportprojekt vorschlägst, dann wird das von Braunlager Seite mit großer Wahrscheinlichkeit als perfide Verhinderungs- oder Verzögerungstaktik verstanden werden, da man längst die Hoffnung aufgegeben hat, dass ein Skigebiet Schierke jemals realisiert werden wird.

Wie oben schon erläutert, ist der Erfolg der Schierker Skiplanungen erheblich mit dem Auslaufen der EU-Ostförderung für Sachsen-Anhalt im Jahr 2015 verbunden. Folgt man den Argumenten der Stadtverwaltung - an denen ich nicht zweifele - bewegt sich das Schierke-Projekt entweder in den nächsten 12 bis 18 Monaten deutlich voran - oder aber die derzeit aussichtsreichste Möglichkeit der Finanzierung fällt weg. Auch wenn das in Braunlage vermutlich anders wahrgenommen werden würde, halte ich eine länderübergreifende UVP vor diesem Hintergrund für eine legitime Forderung. Findet eine solche nicht statt, haben wir in 12 Monaten (oder sogar früher) das Problem, dass am Winterberg eine weitere Baumaßnahme umgesetzt wird (während man in Braunlage dann vermutlich noch nicht einmal fertiggeworden ist), ohne dass die kombinierten Effekte beider Projekte z.B. auf den Wasserhaushalt je vernünftig evaluiert worden wären. Allein schon aus ordnungspolitischen Gründen wäre eine solche Lösung nicht erstrebenswert, von den sich ergebenden umweltrechtlichen Problemstellungen einmal ganz abgesehen.

Hier liegt wahrscheinlich bei Nicht-Skifahrern ein Missverständnis bezüglich des Einsatzes von technischer Beschneiung vor: In den seltensten Fällen geht es um eine Vollbeschneiung des Skigebietes. Es geht primär um die Steigerung der Pistenqualität. Z.B. führt der Wochendandrang am Wurmberg regelmäßig dazu, dass die Pisten an bestimmten Stellen vereisen. Auch kann es vorkommen, dass ein Wintersturm Teile der Piste bis auf den eisigen Untergrund freibläst. Das ist für ungeübte Wintersportler sehr gefährlich und es besteht die Gefahr von Verletzungen. Hier hilft etwas technische Beschneiung solche Stellen zu entschärfen.

Die Schneekanonen als eine Art Ergänzung zu sehen, die nur eingesetzt wird, um die Pistenqualität zu verbessern, ist schon eine sehr optimistische Einschätzung. Wenn dem grundsätzlich so wäre, müssten Speicherbecken nicht drei bis fünf Mal im Jahr befüllt werden, auch würde es keine Skigebiete geben, in denen ganze Nächte lang gewartet wird, um ein brauchbares Temperaturfenster für eine halbe Stunde oder Stunde Nachbeschneiung zu erwischen. Der Erwärmungstrend zeichnet sich auch im Harz deutlich in den Temperaturdaten vom Brocken sowie aus Braunlage ab, damit sind zukünftig weniger Schneetage und weniger Schneesicherheit zu erwarten, womit wiederum der künstlichen Beschneiung eine steigende Bedeutung zukommt. Für Schierke wurde uns im Rahmen der Begehung erläutert, dass man einen Skibetrieb ohne Beschneiung nicht gewährleisten kann - da war von Qualitätssteigerung keine Rede, sondern definitiv von der Produktion von ausreichend Schnee zur Aufrechterhaltung des Skibetriebs.

Die Möglichkeit der Vollbeschneiung (nicht die tatsächliche Anwendung) hat auch eine Wirkung auf das Buchungsverhalten der Gäste.

Das kann ich mir wiederum sehr gut vorstellen. Ginge es bei der Pistenbeschneiung lediglich um die Kompensation von "Ausnahmewintern" oder "Ausnahmewochen" im Winter, wäre sie ökologisch betrachtet definitiv ein geringeres Problem. Leider werden jedoch die heutigen "Ausnahmewinter" über die kommenden Jahrzehnte immer mehr zur Norm werden, womit auch die Notwendigkeit für den Einsatz der Kunstbeschneiung stetig zunehmen wird. Ich habe jedenfalls große Probleme mit der Annahme, dass bestimmte Probleme, die sich weltweit im Zusammenhang mit kürzer werdenden Wintern und Kunstbeschneiung registrieren lassen, praktisch überall - aber nur nicht im Harz - auftreten sollen. Die Probleme mit dem Wassermanagment hängen beispielsweise nicht nur von den Niederschlägen ab, sondern auch von der saisonalen Verteilung des Abflusses und der Schneeschmelze sowie natürlich der gesetzlich festgelegten Mindestabflussmenge. In den Alpen gibt es etwa mehrere Skigebiete, die im Prinzip über ausreichend Niederschläge verfügen, in denen es aber dennoch zu Wassermanagementproblemen kommt, wenn die Entnahme die Verfügbarkeit überschreitet. Die fehlende gemeinsame Planung der Wasserentnahme aus den Bode-Zuflüssen (Stichwort länderübergreifende UVP) ist vor diesem Hintergrund - und angesichts der Tatsache, dass gerade die Bode FFH-Arten beherbert -  meiner Einschätzung nach letzlich als ein besonders kritischer Aspekt der Parallelplanungen zu betrachten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 02, 2012, 10:38:18 Nachmittag
Wie oben schon erläutert, ist der Erfolg der Schierker Skiplanungen erheblich mit dem Auslaufen der EU-Ostförderung für Sachsen-Anhalt im Jahr 2015 verbunden. Folgt man den Argumenten der Stadtverwaltung - an denen ich nicht zweifele - bewegt sich das Schierke-Projekt entweder in den nächsten 12 bis 18 Monaten deutlich voran - oder aber die derzeit aussichtsreichste Möglichkeit der Finanzierung fällt weg. Auch wenn das in Braunlage vermutlich anders wahrgenommen werden würde, halte ich eine länderübergreifende UVP vor diesem Hintergrund für eine legitime Forderung.

Hier wird Harzwinter Dir sicherlich eine bessere Vorstellung vermitteln können, was der normale Zeitrahmen für die Erschließung eines Skigebietes von der Konzeptionsphase bis zur Eröffnung ist. Beim Wurmberg-Projekt gehe ich davon aus, dass der Sessellift und die Pisten vom Wurmberg-Projekt zur Saison 2013/14 betriebsbereit sind. Die ersten Veröffentlichungen zur Planungen des Wurmberg-Projektes in der jetzigen Form stammen aus dem Jahr 2009. Man kann also davon ausgehen, das die Konzeptionsphase spätestens im Jahr 2008 anfing. D.h. das Projekt wird voraussichtlich 5 Jahre bis zum ersten Spatenstich und 6 Jahre vom Konzept bis zur Realisierung gedauert haben, wobei der eigentliche Bau nur wenige Monate dauert.

Ich bin optimistisch und gehe davon aus, das es ein Skigebiet am Winterberg geben wird. Ich wüsste aber nicht wie das Projekt Winterberg jemals zum Jahr 2015 starten sollte. Selbst mit einem erfahrenen Team wie bei der Wurmberg-Seilbahn dauerte das Verfahren länger als drei Jahre bis zum ersten Spatenstich.

Vor dem Hintergrund wird Dein Vorschlag ("Forderung" hat immer so einen hässlichen Beigeschmack nach Zwang) nach einer gemeinsamen UVP nur als "weiterer Blockadeversuch" wahrgenommen werden.

Zitat
Für Schierke wurde uns im Rahmen der Begehung erläutert, dass man einen Skibetrieb ohne Beschneiung nicht gewährleisten kann - da war von Qualitätssteigerung keine Rede, sondern definitiv von der Produktion von ausreichend Schnee zur Aufrechterhaltung des Skibetriebs.

Sicherlich war gemeint, man kann keinen durchgehenden Skibetrieb ohne Beschneiung gewährleisten. Der eigentlich Schnee-sichere Nordhang am Wurmberg wird wegen Bildung von Eisflächen häufig gesperrt. Auch auf der Hauptabfahrt gibt es häufiger mal Eisflächen. Hier im Forum sind genügend Bilder zur Verdeutlichung. Dieses Problem würde mit technischer Beschneiung behoben werden können.

Es mag sicherlich Skigebiete in den Alpen geben, wo es diese Auswüchse gibt, von denen Du schreibst, für den Wurmberg kann ich mir das nicht vorstellen. Ich würde es mir auch nicht für den Harz wünschen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 02, 2012, 11:25:19 Nachmittag
Eine teure Neuerschließung in Schierke ohne Beschneiung wäre heutzutage wirtschaftlicher Nonsens. So verstehe ich die Schierker Auskunft an Sternengucker. Neben Schierke steht in D nur noch eine wirtschaftliche gestaltbare Neuerschließung im Thüringer Wald (Schneekopf) in Aussicht - ansonsten ist sich die Szene ziemlich einig, dass dies keinen Sinn mehr ergibt. Alle anderen Projekte dienen der Betriebssicherung und die ist ohne Beschneiung immer weniger gewährleistet. In >20 Jahren werden je nach Intensität des Klimawandesl in D außerhalb der Alpen möglicherweise nur Arber, Feldberg, Fichtelberg übrig bleiben. Auch Wurmberg/Schierke kann dazu gehören, wenn die andere Bergseite ausgebaut werden könnte (NP).

Gemeinsame länderübergreifende Planungen sind meist auch behörlich wegen unterschiedlichen Gesetzen, Subventionsbetimmungen und Auflagen schwierig. In den Alpen werden grenzüberschreitende Anlagen deshalb möglichst vermieden, obwohl die zusammengeschlossenen Skigebiete gut kooperiern. Wie sich das bei einer gemeinsamen UVP gestaltet weiss ich nicht, doch warum sollten da diese Probleme nicht entstehen?

Ich kann Braunlage verstehen, dass die auch nicht auf Schierke warten wollen. Die sind genervt, weil es Braunlage war, die sich jahrelang vergeblich um einen Ausbau in Richtung Schierke bemüht haben und nicht nur am NP gescheitert sind, sondern auch an divergenten Vorstellungen seitens Schierke. Wie playjam einige Beiträge zuvor mich ergänzt hat, so kommt es in der aktuellen Situation darauf an, dass jede Destination für sich zunächst seine eigenen Attraktoren schafft und dann zusammenfindet. Wahrscheinlich sollte man das auf allen Ebenen so handhaben - auch ich find das schade und halte ein gemeinsames Vorgehen für effizienter, doch wie harzwinter richtig sagte, die sind derzeit zu weit voneinander entfernt.

Für ein gemeinsames effizientes Vorgehen muss auch der NP ins Boot, doch die stellen ja die nächste Blockadefraktion dar, welche eine sinnvolle gemeinsame Flächennutzung für Schierke/Braunlage verhindern. 

Der Wurmberg wird Anfangs noch keine Vollbeschneiungsfähigkeit haben, sondern Ergänzungsbeschneiung mit Depots. Vollbeschneiung bedeutet eine Kanonendichte, die binnen 72 Std. einen grünen Hang skibetriebsfähig machen kann. 

Hier liegt wahrscheinlich bei Nicht-Skifahrern ein Missverständnis bezüglich des Einsatzes von technischer Beschneiung vor: In den seltensten Fällen geht es um eine Vollbeschneiung des Skigebietes. Es geht primär um die Steigerung der Pistenqualität.

Die Möglichkeit der Vollbeschneiung (nicht die tatsächliche Anwendung) hat auch eine Wirkung auf das Buchungsverhalten der Gäste. Im Harz wird eher kurzfristig gebucht, meist Montag bis Freitag und Freitag bis Sonntag, obwohl die Schneesicherheit im Januar und Februar nicht wirklich schlechter ist als in manchen Urlaubsorten in den Alpen. D.h. man hat im Harz zwei Anreise- und Abreise-Wellen wöchentlich im Winter. Wenn es gelänge, dies auf nur eine Anreise- und Abreise-Welle zu reduzieren, hätte man den CO2-Ausstoß halbiert. Die Gesamtökobilanz mit technischer Beschneiung könnte also positiv ausfallen.

Sternengucker mutmaßt richtig. Ich muss ehrlich ergänzen, dass die Vollbeschneiung in den großen Mittelgebirgsskigebieten zu Saisonstart voll gefahren wird. Die Vorsaison ist dort meist eine wichtige umsatzstarke Periode, weil sich viele Skifahrer per Kurztrip einfahren wollen vor dem großen Alpenurlaub. Deshalb sind die Sauerländer immer um einen möglichst frühen Saisonstart bemüht und beschneien volles Rohr ab der ersten längeren Kälteperiode, die nach dem 20. Nov. einsetzt, unabhängig davon, ob mit der Kälte auch Schnee fällt. Ist eine Schneehöhe von 1m erreicht, gelten Playjams Erklärungen. 1m Kunstschnee entsprechen wegen der dichten Konsistenz fast 2m Naturschnee. So halten die Sauerländer dann sogar 10-14 Tage Schlechtwetter durch und sichern den durchgehenden Saisonbetrieb. Ende Feb. wird die punktuelle Beschneiung eingestellt, da die Nachsaison sehr ruhig wird und das Pistenangebot wird nach und nach reduziert.

In schlechten Wintern sind Sternenguckers Negativszenarien auch richtig und es wird in den kommenden Jahren zunehmend schwieriger. In den nächsten 10-20 Jahren wird ein Betrieb lt. der meisten Studien jedoch immer noch wirtschaftlich möglich sein.

Skigebiete kalkulieren eine Investamortisation mit kaufmännischer Vorsicht auf 10 Jahre. Die Winterberger haben wegen 3 Top-Wintern in Folge viele Investitionen schon nach 5 jahren wieder drin gehabt, deshalb investieren sie so fleissig weiter, bis der Klimawandel es nicht mehr zulässt. Gleichzeitig investieren die nicht minder in die Sommeractivities und haben u.a. Europas größten MTB-Park gebaut. All das wird Sternengucker nicht gefallen, weil es einem sanften Tourismus widerspricht und auch finde die Winterberger Ausbauten mittlerweise grenzwertig und die hören nicht auf, denn der Gast fragt es nach und kommt immer zahlreicher. Willingen hat sich hier von Anbeginn klare ausgewogene Grenzen gesetzt - weiterer Pistenbau unmöglich.   

Was das Buchungsverhalten der Gäste angeht, so lebt ein Skiort ohne Beschneiung von der Hand in den Mund. Ich habe in meinen Willinger Fewo meist dank der Beschneiung eine Winterauslastung von ca.80%, wobei 2/3 Buchungen bereits Ende Nov. fest sind. In den Weihnachtsferien und im Februar habe ich vorwiegend Wochenbuchungen, doch Playjams Harzer Hoffnung auf nur eine wöchentliche Anreisewelle gelingt auch dem Sauerland nicht.

Es gibt touristisch den Unterschied von Primär- und Sekundärurlaubsorten bzw. Regionen. Primärregionen haben einen Übernachtungsschnitt von >5 Nächten. Das schafft in den Mittelgebirgen (außer ex DDR) nur der Bay. Wald.  Braunlage war es bis in die 80er Jahre. Jetzt liegt der Harz ungefähr bei 2,6Ü und 100 Belegtagen, Willingen bei 3Ü und ca. 140B, Winterberg etwas höhere Ü, aber hinsichtlich B knapp hinter Willingen, doch das wir sich dieses Jahr ändern.

Von daher halte ich real betrachtet, die CO² Vision von Playjam für einen Wunschtraum - obwohl sie ein tolles Projekt wäre.
Wir können uns ja mal von den Ur-SED Funktionären beraten lassen - ein Zaun um D gezogen und die Sache sieht ganz anders aus  ;)
Vielleicht kommt diese Abgrenzung ja zusammen mit dem Revival der DM ;-))
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 02, 2012, 11:36:44 Nachmittag
Zitat
Hier wird Harzwinter Dir sicherlich eine bessere Vorstellung vermitteln können, was der normale Zeitrahmen für die Erschließung eines Skigebietes von der Konzeptionsphase bis zur Eröffnung ist.

Ein Planungsprofi-Unternehmen, zu denen ich z.B. die am Wurmberg tätigen Klenkhart & Partner rechne, kann ein Kleinskigebiet wie das am Schierker Winterberg geplante bei Vorliegen aller Genehmigungen und Planungen, termingerechter Bestellung allen Materials sowie vorab abgeschlossener Rodungsarbeiten durch die Forstverwaltung in nur einer Sommersaison (d.i. Mitte März bis Ende November) durchziehen. Wie gesagt: Kann, wenn es darauf ankommt und wenn es bezahlt wird. Eine KSB und ein bis zwei Skilifte an einen Berg zu stellen und zwei bis drei Pisten einzurichten ist heutzutage kein Hexenwerk mehr.

Damit möchte ich keinerlei Sympathiebekundung für das genannte Unternehmen abgeben. Ich mag Unternehmen nicht, die jegliches Abfahrtsgelände totplanieren, Speicherteiche ohne Berücksichtigung des vorgegebenen Geländes in die Landschaft klotzen und die Einrichtungen für die Schneesportler-Zielgruppe viel zu bequem gestalten. Das geht auch schonender - die Schweiz macht's vor.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 02, 2012, 11:43:18 Nachmittag
@sternengucker

Ist die Lichtverschmutzung durch starke Lichtquellen nachhaltig hinsichtlich Partikel o.ä. oder baut diese sich kurzfristig nach Ausschaltung der Lichtquelle wieder ab?

 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 03, 2012, 12:38:50 Vormittag
Ich möchte hier ein Beispiel eines Sternwarten-Neubaus geben, bei dem das Lichtverschmutzungs-Thema offenbar lockerer gesehen wird, obwohl Anlass für eine gegenteilige Sichtweise aus meiner Sicht durchaus bestehen könnte.

Der Wurmberggipfel ist von der Andreasberger Jordanshöhe als geplanter Standort einer St. Andreasberger Sternwarte ca. 7,5 km entfernt. Lichtverschmutzungs-Beeinträchtigungen durch städtische Agglomeration bestehen an der Jordanshöhe m.W. nicht.

Im Jahr 2008 baute und eröffnete die Astronomische Vereinigung Karlsruhe (AVKa) ihre neue Heinz-Deininger-Sternwarte (http://www.avka.de/archiv/hds-einw.html) auf der Teufelsmühle. Das ist ein 908 m hoher Nordschwarzwaldberg im Höhenzug nördlich des Murgtals. 3 km bzw. 7,5 km entfernt befinden sich Skihänge mit Flutlichtanlage (Bad Herrenalb/Talwiese, Dobel/Neue Äcker). 8 km entfernt befindet sich im Murgtal der zu Rastatt gehörende Agglomerationsraum Gaggenau mit viel Industrie und Logistik, noch einmal 8 km weiter die Stadt Rastatt selbst. 14-18 km entfernt von der Teufelsmühle schicken die genannten Skihänge der Schwarzwaldhochstraße im Winter allabendlich ihr Flutlicht bis 22 Uhr in den Himmel. All das scheint die Karlsruher Astronomen nicht zu beeindrucken: Am Standort Teufelsmühle wird Lichtverschmutzung nicht erwähnt.

@sternengucker: Du kannst beim AVKa ja mal nach den Erfahrungen nachfragen.

Darüber hinaus plant der Verein Bühler Sternengucker eine Sternwarte auf dem höchsten Nordschwarzwaldberg, der Hornisgrinde. (http://www.schwarzwald-spechte.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1370:buehler-sterngucker-sternwarte-auf-der-hornisgrinde-wird-anvisiert&catid=58:projekte&Itemid=94) Das ist nun wirklich direkt vor der Tür von sieben gut frequentierten Flutlichtskihängen an der Schwarzwaldhochstraße, die ihre Betriebszeiten garantiert nicht an den neuen Nachbarn anpassen werden.

Nun frag' ich mich: Warum soll ein Miteinander, das andernorts unproblematisch erscheint, in St. Andreasberg nicht funktionieren?

Ich gehe davon aus, dass sich der künftige Flutlichtbetrieb am Wurmberg nach einer kurzen 6-Tage-Phase auf drei oder vier Werktage einpendeln wird (z.B. Mi, Fr, Sa, ggfs. Do). Nach meiner Erfahrung fährt ab 21:30 Uhr fast niemand mehr am Flutlichthang, dann kann man getrost das Licht ausmachen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 03, 2012, 01:36:43 Vormittag
In den Monaten Dez-Feb. ist in Willingen/Winterberg Mi/Fr/Sa 18.30-22Uhr einiges los - in Winterberg mit nicht selten 5Min. Wartezeit. Sa. ist meist der schächste Abend. Der Harz hat zwar bei weitem nicht das Flutlicht-Einzugspotential wie das Sauerland, doch ich gehe davon aus, dass die 2-3 Tage machen. 4-6 Tage glaube ich keinesfalls.

Haben die im NordSw eigentlich ähnlich wie die Wasserkuppe durchgehend und täglich außer So. von 9-22 geöffnet?
Letzteres könnte ich mir im Harz nicht vorstellen - die werden wohl eher das Sauerländer Modell fahren.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 03, 2012, 09:11:20 Vormittag
Yepp - bei ausreichender Schneelage bieten *alle* Flutlichtskihänge an der Schwarzwaldhochstraße und im Einzugsgebiet Enztal normalerweise täglich außer Sonntag Flutlichtski bis 22 Uhr an. Mich erstaunt und erfreut diese Servicehaltung jedes Jahr aufs Neue. Bei schwacher Schneelage oder zum Saisonende hin entfällt der Flutlichtbetrieb.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am August 03, 2012, 09:16:01 Vormittag
Auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum, Sternengucker!

An sich scheinen viele Deiner Argumente durchaus nachvollziehbar zu sein und auch, dass auf eine Zertifizierung hingearbeitet wird ist natürlich verständlich. Was das Flutlichtfahren betrifft, so kann ich mich im wesentlichen eigentlich nur dem bereits Geäusserten anschließen und zwar ist es hier tatsächlich so, dass es im Winter viele Menschen aus dem Umland gibt, die — ähnlich wie andere vielleicht Laufen gehen oder Tennis spielen — nach Feierabend gerne ihrem Sport nachgehen möchten.

Da es jedoch sehr früh dunkel wird, konzentrieren sich deren Besuche in Skiregionen dann meistens an Wochenenden, was zu teils erheblich langen Wartezeiten führt und dementsprechend den Wunsch nährt, dies ggf. mit der Möglichkeit des Nachtskifahrens ein wenig zu entzerren.

Ähnlich verhält es sich mit der künstlichen Erzeugung von Schnee, der tatsächlich nicht dazu gedacht ist eine Skisaison unnötig zu verlängern, sondern viel mehr dazu, möglichst durchgehend einen vernünftigen Betrieb sicherstellen zu können. Dies erhöht wie bereits angesprochen auch die Planungssicherheit hinsichtlich eines Winterurlaubs und ermöglicht es dementsprechend dem Harz Gäste zu empfangen, die eben nicht nur an einem Freitag im Radio hören, dass die Verhältnisse am Wochenende recht gut sein sollen (was im übrigen dann auch wieder zu einer Überlastung der Anlagen und erheblichen Wartezeiten führt).

Sicherlich gibt es in den Alpen einige Negativbeispiele, bei denen es auch nach Meinung von Wintersportlern an sich wahrscheinlich etwas zu weit geführt hat. Der Harz, insbesondere aber die Pläne in Braunlage scheinen objektiv betrachtet allerdings eher zurückhaltend formuliert zu sein und würden den technischen Stand des Skigebiets meiner Meinung nach nicht einmal komplett dem heutigen Standard angleichen, sondern lediglich die gravierendsten Probleme ein wenig ausbessern.

Natürlich wäre eine gemeinsame Planung mit Schierke wünschenswert, aber zur Zeit wirkt es leider tatsächlich so, als wenn von der Seite aus lediglich schnell Vorschläge gemacht werden, um es irgendwie noch zu schaffen einen Teil der Fördergelder abgreifen zu können. Im Gegensatz zum Wurmberg existiert hier weder ein tragfähiges Geschäftsmodell, noch gibt es einen Investor, der bereit ist kurzfristig einzusteigen und den Betrieb aufzunehmen.

Man darf nun in keinem Fall den Fehler machen und versuchen die Pläne am Wurmberg so lange auf Eis zu legen, bis die Planungen in Schierke einen Stand erreicht haben, die eine gemeinsame UVP ermöglichen würde, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die zum aktuellen Zeitpunkt entschlossenen Investoren die Geduld haben werden noch eine unbestimmte Zeit abzuwarten, ehe sie beginnen dürfen, was für Braunlage und wahrscheinlich große Teile des ohnehin strukturschwachen Oberharz verheerend wirken könnte.

Ein paar Worte ggf. noch zu dem Vorschlag, dass man Wintersport doch vernünftigerweise nur ausüben sollte, wenn es die Verhältnisse zulassen. Sofern man dieses Argument konsequent auf alle Sportarten bzw. Freizeitbeschäftigungen anwenden würde, so könnte man sicherlich darüber diskutieren, nur ist dies nicht der Fall und auch gar nicht in meinem Interesse.

Man stelle sich einmal vor, man würde Tennisspielern mitteilen, dass sie ihre Hallen schließen müssen, um bei jedem Wetter draussen zu spielen oder man würde alle Erlebnisbäder schließen, da der CO2 Ausstoß durch Heiz- und Betriebskosten unverantwortlich ist und man stattdessen ja auch im Winter in einem See Eisbaden gehen könnte.

All das ist natürlich etwas überspitzt formuliert, liegt auch nicht in meinem Interesse und würde wahrscheinlich ohnehin nicht umsetzbar sein, aber im Prinzip ist der Sachverhalt der Gleiche, denn keine der oben genannten Anlagen ist tatsächlich zwingend erforderlich und überhaupt war es früher doch auch ohne Dach, Heizung und Wellenanlage möglich diesen Beschäftigungen nachzugehen.

Davon abgesehen darf man auch nicht vergessen, dass Skilanglauf beispielsweise dem alpinen Abfahrtsski oder gar dem Snowboarden wenig bis gar nicht ähnlich ist und man das dementsprechend auch nicht unbedingt miteinander vergleichen kann. Sicherlich hat es für viele Menschen auch seinen Reiz und macht sicherlich auch Spaß — aber für den alpinen Wintersport sind nun einmal etwas andere Vorraussetzungen erforderlich.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 03, 2012, 10:01:22 Vormittag
Ich will nochmal auf das Problem "Gemeinsame Planung" eingehen, welches ja auch von Sternengucker gefordert wird - und wie diesbezüglich das NP-Problem eine sinnvolle effiziente und nachhaltige gemeinsame Planung vereitelt.

Im Zuge des Klimawandesl ist ein Szenario gut möglich, dass in >20 Jahren nur noch 4-5 Mittelgebirgsskigebiete überleben, wozu der Wurmberg mit Nordhangpisten gehören könnte. Folglich dieses Szenarios konzentrieren sich die Wintersportler in einer verkürzten Saison (von Weihnachten bis Ende Feb.) auf diese Gebiete, was für Braunlage bedeuten kann, das die Wintergäste um das 4-6fache ansteigen, denn die nächsten Skigebiete befinden sich im Erzgebirge, Arber, Schwarzal und Alpen. das Einzugsgebiet wird für den Harz also im Radius 300km gigantisch groß, weil NRW dazukommt, die sich derzeit noch ins Sauerland orientieren. 

Gemeinsame nachhaltige, langfristige und effiziente Planung heisst für mich hinsichtlich dieser durchaus möglichen Vision:

1. Kein Südhangausbau am Hexenritt/Kaffeehorst sondern mittelfristig gänzlicher Rückbau.
2. Stattdessen Ausbau am Nordhang u. gr. Winterberg in Richtung Schierke.


Das war auch das jahrelange vergeblich Bemühen der Wurmbergbetreiber,wobei die erste Ausbaustufe am Nordhang erfolgen sollte. Der Vorwurf der Nicht-Kooperationswilligkeit seitens Braunlage ist also haltlos.

In dieser Variante ergäben sich skittechnisch die hinsichtlich Energie- Ökologie und Ökonomie effizientesten Synergien. Das wird auch Sterngucker nicht bestreiten können. Doch sowohl Schierke als auch der NP haben sich auf andere Varianten verständigt, die sich wirtschaftlich als nicht effizent erweisen und zu betriebswirtschaftlichen Lasten von Braunlage gehen, was die aktuellen Koop-Probleme hervorruft.

Der Umweltschutz widerum versteht unter "Nachhaltigkeit" wieder etwas ganz anderes, nämlich den gänzlichen weitblickenden Verzicht auf alpine Wintersportinvestitionen.
Wie also will man diese konträren Fronten hinsichtlich einer gemeinsamen effizienten und nachhaltigen Planung zusammenführen?
Hierzu hätte ich gern insbes. von Sternengucker eine Antwort.

Eine Diskussion hinsichtlich gemeinsamer UVP wie von Sternengucker ins Spiel gebracht, verlegt das Kernproblem m.E. nur auf einen Nebenschauplatz. Einigt man sich jedoch zunächst über das Kernproblem, werden alle Seiten auch hinsichtlich einer UVP eine sinnvolle Lösung finden.

Eine UVP hinsichtlich Nordhang/gr. Winterberg wird ja wegen dem NP-Tabu gar nicht erst durchgeführt. Vielleicht erweist diese sich in der Summe ja als effizienter als die jetzt diskutierten Varianten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 03, 2012, 10:14:09 Vormittag
@harzwinter

Durchgehend von 9-22h würde im Sauerland nicht funktionieren, da die so stark frequentiert sind, dass es Ab Mittags oft Probleme mit Schneehaufen gibt. Die müssen also um 16.30h schließen und für den Abendbetrieb komplett neu präparieren. Dadurch macht das Abendski fahren um so mehr Spaß, was die zur hohen Frequentierung beiträgt.
Ein Flutlichtskizirkus funktioniert ganz anders als nicht zusammenhängende Pisten. Deshalb mutmaße ich, dass der Wurmberg das Sauerländer Modell praktizieren wird und nicht das des Nsw.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 03, 2012, 10:19:29 Vormittag
@ manitou:

Zitat
Deshalb mutmaße ich, dass der Wurmberg das Sauerländer Modell praktizieren wird und nicht das des Nsw.

So oder ähnlich erwarte ich das für den Wurmberg auch. So wie die Sauerländer praktiziert es übrigens auch Nesselwang. Dort wird für den Flutlichtskibetrieb eine frühabendliche Präparationspause eingelegt.

Zitat
Gemeinsame nachhaltige, langfristige und effiziente Planung heisst für mich hinsichtlich dieser durchaus möglichen Vision:

1. Kein Südhangausbau am Hexenritt/Kaffeehorst sondern mittelfristig gänzlicher Rückbau.
2. Stattdessen Ausbau am Nordhang u. gr. Winterberg in Richtung Schierke.

Da wird Braunlage keinesfalls mitspielen, weil sich Wurmbergseilbahn und Hauptabfahrt nach Braunlage nun mal am Südhang befinden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 03, 2012, 11:01:12 Vormittag
@harzwinter:
Verständnisproblem: ich hab geschrieben "Hexenritt/Kaffeehorst"! Die Hauptabfahrt ins Tal wird/muss beiben - geht gar nicht anders.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 03, 2012, 11:08:30 Vormittag
Die Große Wurmbergabfahrt ist als reiner Südhang aber noch stärker von Klimawandel- bzw. Sonneneinstrahlungsproblemen  betroffen als der Südosthang Kaffeehorst/Hexenritt, wo es nachmittags schattig wird. Wenn man die Skigebietsausrichtung total konsequent an Klimawandelprognosen anpassen würde, entfiele der gesamte Wurmbergsüdhang, und der alleinige Zugang erfolgte von Schierke aus. Ein nicht vorstellbares Szenario, ich weiß.  :)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 03, 2012, 11:26:17 Vormittag
Selbst wenn es so kommen sollte - gut möglich - dann dient die Seilbahn nur noch als Zubringer zum Nordhang, was Schierke dann einen Vorteil bringt.

In der nachhaltigen Perspektive muss es darum gehen, einen Skibetrieb in >20 Jahren so kosteneffizent wie möglich dem Klimawandel angepasst in reduzierter Form anzubieten! Dieses Potential besteht nur am Nordhang und gr. Winterberg.

Aus dieser Perspektive sind beide Gemeinden zur Kooperation ohne gegenseitigen Neid verdonnert! 

P.S. was nützt Nachmittagsschatten einem Südosthang, wenn bereits um 11Uhr sulzig ist? Man sollte eher Deine Westhangidee konkreter verfolgen!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 03, 2012, 02:07:08 Nachmittag
Zur Verdeutlichung hier die von der Wurmberg-Seilbahn vorgeschlagene Nordhang-Erweiterung nach Schierke hinunter:
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/braunlage/wurmberg_ausbauplan_10.jpg)

Und hier der Westhang-Vorschlag von Harzwinter:
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/braunlage/wurmberg_ausbauplan_15.jpg)

Alle Vorschläge sind im Wurmberg-Ausbau-Thread (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,10.msg265.html#msg265) zu finden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 04, 2012, 07:44:26 Nachmittag
So sieht die Brücke am Ortsanfang von Schierke heute aus: Während wir hier noch diskutieren werden Fakten in Beton gegossen! ;)
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Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 06, 2012, 09:02:37 Vormittag
Der Gutachter, der schon im März 2012 den Schierker Großparkplatz für unrentabel berechnet hat, hat nun - erneut im Auftrag des Wernigeröder Baudezernats - dem geplanten Parkhaus am Schierker Waldparkplatz bzw. "Winterberg-Tor" Wirtschaftlichkeit in der Langfristperspektive bescheinigt. So berichtet die Volksstimme vom 4.8.2012 (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/907404_Gutachten-bestaetigt-Schierker-Parkhaus-ist-rentabel.html):

Zitat
Wernigerode l Aller Kritik zum Trotz kommt ein Berliner Gutachter zum Schluss: Das Schierker Parkhaus am Winterberg rechnet sich. Es handelt sich um dieselbe Firma, die dem Parkhaus-Entwurf von Wolf R. Eisentraut am Ortseingang von Schierke fehlende Rentabilität bescheinigt hatte. Wegen dieses Urteils hatte die Stadtverwaltung den Eisentraut-Plan, der Bestandteil des Ortsentwicklungskonzepts für den Brockenort war, verworfen.

Wernigerodes Baudezernent Burkhard Rudo wies im Volksstimme-Gespräch darauf hin, dass im neuen Gutachten mit "sehr konservativen Zahlen" gerechnet wurde. So wurde davon ausgegangen, dass das 715Autos fassende Gebäude anfangs nur zu 21 Prozent im Jahresschnitt ausgelastet sei. Eine Steigerung auf 40 Prozent ergebe sich erst im Verlauf von 15Jahren. Trotz der denkbar schlechten Zahlen wäre die Investition von Land (8 Millionen Euro) und Stadt (4 Millionen Euro) innerhalb der angenommenen 30Betriebsjahre erwirtschaftet. "Dabei gehen wir von Ticketpreisen zwischen zwei und sieben Euro je nach Parkdauer aus", so Rudo.

Der Baudezernent hoffe auf bessere Resonanz. Grundlage dafür sei die Überlastung der jetzt vorhandenen 650 Parkflächen im Ort. "Zumindest während der Hauptbesuchszeiten im Frühjahr und Winter." Das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage plus eine zukünftig erhöhte Attraktivität Schierkes auf Touristen würde die Dimension des Parkhauses rechtfertigen. "Der Tälchen-Parkplatz mit 70Stellflächen bleibt als Alternative. Also steigt die Flächenzahl insgesamt von vorher 650 auf 785."

Die Anzahl der Stellflächen sei im Übrigen nicht per Zufall entstanden, sondern ergebe sich aus der zur Verfügung stehenden Grundfläche und der Maximalhöhe des Gebäude - das Parkhaus soll nicht die umliegenden Baumwipfel überragen. Als Betreiber favorisiere die Verwaltung das städtische Tochterunternehmen Wernigerode Tourismus GmbH.

"Aufräumen" wolle Rudo mit der Kritik, es handle sich beim Winterberg-Konzept um ein reines Skigebiet. Davon ausgehend wurden zuletzt Stimmen laut, die bezweifeln, dass sich das Parkhaus während der schneefreien Zeit rechnet. "Es handelt sich beim Winterberg um ein Ganzjahreserlebnisgebiet", so der Baudezernent. Dazu gehören Abenteuer-Golf, Kletterwald, ein Labyrinth und ein Märchenwald.

Der Rodel- und Bobsportverband plant darüber hinaus eine Rennrodelpiste für Trainings und Wettkämpfe zu bauen, die von Jedermann genutzt werden könnte.

Für mich heißt das eigentlich nur, dass man die Planungen zu Schierke 2000 koordiniert weiterzuverfolgen versucht. Man ist den notwendigen Planungsschritt gegangen, ein Gutachten zu beauftragen - nicht mehr und nicht weniger. Dass ein Gutachter stets das Ergebnis abliefert, für das er im Vorherein vom Auftraggeber einer Lobby bezahlt wird, dürfte sich mittlerweile bis auf Grundschulniveau herumgesprochen haben. Insofern sind die präsentierten Zahlen für mich persönlich ohne Belang, weil sie ohnehin ans vorgegebene Ergebnis angepasst sind. Ein Szenario auf 30 Betriebsjahre lässt eine Irrtumsstreubreite von 50% zu, und ein Tagesparkticket für sieben Euro würde ich persönlich als Skigast nur in absoluten Ausnahmefällen bezahlen.

Am Ende des Artikels wird einmal mehr eine eventuelle Rennrodelstrecke am Winterberg "für Trainings und Wettkämpfe [...], die von Jedermann genutzt werden könnte," angesprochen. Damit lässt man diese Idee nicht fallen, stellt sie in der Priorität aber zurück, was nur richtig ist.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 06, 2012, 10:00:19 Vormittag
Mir ist immer noch nicht ganz klar, was mit der Rennrodelpiste konkret gemeint ist? Ist es ein kleiner Eiskanal...? oder ist es gar keine Winterbahn, sondern ein Projekt wie in Ilmenau? (siehe: http://hse-massivhaus.de/rci/ ) Das ist eine top-Bahn, allerdings wäre an der im Ortkonzept vorgesehenen Stelle das Gelände dafür zu flach... Vielleicht ist es auch eine weitgehende Naturbahn? Eine solche stillgelegte Bahn mit Flutlicht aus DDR-Zeiten am Schierker "Olympiahaus" ist noch komplett erhalten. Playjam hat Bilder davon, vielleicht stellt er diese mal ein...

Wie die mit 20% Auslastung in den ersten Jahren klar kommen wollen ist mir zwar ein Rätsel bei 12 Mio. € Baukosten, aber... ok! Ob in dem Gutachten die Unterhaltungskosten sauber erfasst sind, würd ich gern mal sehen! Bei all den Ganzjahreserlebnisattraktionen, welche die da errichten wollen, dürfte es kein Problem sein im Schnitt 200 PKW pro Tag zusammenkommen. Derzeit parken weitaus mehr PKW zwischen zwischen Brockencoaster und Bahnhof.

Ich wünsche gutes Gelingen und hoffe, dass ein böses Erwachen nicht in 10-20 Jahren kommt, wie in vielen Schwimmbädern, die man in der Langzeitperspektive falsch kalkuliert hat. Ein Parkhaus wäre an der richtigen Stelle wahrscheinlich sogar gewinnbringend, doch für Brockenbesucher steht das Parkhaus leider an der falschen Stelle, weil die Entfernung zum Bahnhof bereits Luftlinie über 1,7km beträgt. Außerdem ziehen die sich so den gesamten Tagesverkehr in den Ortszirkelverkehr rein, was die ursprünglich tunlichst vermeiden wollten. Der gesamte Abreiseverkehr muss durch die Hermann-Löhns-Str. - eine reine Wohnstraße. Ich wäre als Anwohner not amused!

Die haben in Schierke verkehrstechnisch ein echtes Dilemma.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 06, 2012, 11:14:48 Vormittag
Zitat
Eine solche stillgelegte Bahn mit Flutlicht aus DDR-Zeiten am Schierker "Olympiahaus" ist noch komplett erhalten. Playjam hat Bilder davon, vielleicht stellt er diese mal ein...

Diese Fotos von der alten, kurzen Rennschlittenbahn aus 2001 sind seit 11 Jahren bei www.harzwinter.de online (habe noch 7 weitere) - weiß nicht, ob es dort noch genau so aussieht:  :D

(http://www.harzwinter.de/fotos/pics/schierke/01_04_15_schierke_06_rennschlittenbahn_6.jpg)

(http://www.harzwinter.de/fotos/pics/schierke/01_01_13_schierke_rennrodelbahn_2.jpg)

(http://www.harzwinter.de/fotos/pics/schierke/01_04_15_schierke_02_rennschlittenbahn_2.jpg)

Ich gehe davon aus, dass es für eine "Rennrodelbahn" am Schierker Winterberg bislang weder ein eindeutiges Konzept noch eine Finanzierung seitens der Sportverbände gibt und dass man sich mit Details deshalb bewusst zurückhält.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 06, 2012, 02:10:11 Nachmittag
Die alte Schierker Rennschlittenbahn am Winterberg im Status Frühjahr 2001 ... jetzt noch schöner in 1024x768 statt 640x480 Pixeln:

Start der Rennschlittenbahn am "Olympiahaus".
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_01_13_schierke_rennschlittenbahn_1.jpg)

Oberster Streckenabschnitt. Das weiße Gebäude ganz hinten im Bild ist das "Olympiahaus".
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_01_13_schierke_rennschlittenbahn_4.jpg)

Blick vom "Olympiahaus" in den obersten Streckenabschnitt.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_01_13_schierke_rennschlittenbahn_2.jpg)

Oberer Streckenabschnitt, bevor es weiter unten in die S-Kurve geht.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_01_13_schierke_rennschlittenbahn_3.jpg)

S-Kurve von oben.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_04_15_schierke_01_rennschlittenbahn_1.jpg)

S-Kurve von unten.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_04_15_schierke_02_rennschlittenbahn_2.jpg)

Übergang von der S-Kurve in den Auslauf.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_04_15_schierke_04_rennschlittenbahn_4.jpg)

Auslaufstrecke mit Zeitmesskabine.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_04_15_schierke_03_rennschlittenbahn_3.jpg)

Zeitmesskabine.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_04_15_schierke_05_rennschlittenbahn_5.jpg)

Hinweisschild-Details an der Zeitmesskabine im Retro-Style.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_04_15_schierke_06_rennschlittenbahn_6.jpg)

Und in der Nähe der Zeitmesskabine fand sich tatsächlich dieses uralte Schild an einem Baum: :) Skigelände für F... ortgeschrittene? Forstanwärter? Ich weiß es nicht.
(http://www.harzwinter.de/alpinforum/schierke/01_04_15_schierke_07_rennschlittenbahn_7.jpg)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 06, 2012, 02:12:17 Nachmittag
Ich war letzten Samstag mal wieder dort:  Ja, es sieht noch ungefähr so aus wie auf Deinen Fotos - nur nicht so schön weiss - sondern teilweise zugewachsen und etwas ramponiert. War die Bahn 2001 noch in Betrieb? Wann wurde diese aufgegeben?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 06, 2012, 02:20:05 Nachmittag
Schwer zu sagen. Die Bahn machte 2001 einen arg improvisierten Eindruck. Ich glaube aber nicht, dass das jemals anders war. Einige Bretterverschalungen waren damals noch recht neu, wie die Fotos belegen. Ich weiß nicht, welcher Verein da jemals gerennrodelt ist. Der Schierker Skiclub wahrscheinlich nicht. Die Bahn ist viel kürzer, als man glauben mag - 400 Meter lang vielleicht. Ich meine auch, dass sie nur die eine S-Kurve hatte. Das war auch für die Rennrodler nicht wirklich attraktiv. D.h. die Sportler sind sicherlich abgewandert.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 06, 2012, 05:29:57 Nachmittag
Wenn es nach dieser Ausschreibungsmeldung des Bob- und Rodelsportverbands Sachsen-Anhalt e.V. vom Januar 2012 für wintersportliche Landesjugendspiele (http://www.svsa.de/frontend/fileadmin/Dateien/Dateien/Ausschreibungen/Winter2011/Wktermine2012/Neue_Rahmenausschreibung__6.LJSP_Winter.pdf) geht, ist die Rennschlittenbahn sogar bis heute nicht stillgelegt. Und in der Fotogalerie auf http://www.rbsv-lsa.de/8.html posiert tatsächlich die Mannschaft des Schierker RBV samt Bob vor einer Olympiaschüssel und zwei Hütten, die durchaus die beiden am Beginn der Schierker Rennschlittenbahn sein könnten ?!?

Am 07.09.2012 um 18.00 Uhr findet laut Homepage der Verbandstag des Bob- und Rodelsportverbands Sachsen-Anhalt in Schierke an der Rodelbahn statt. Wenn Du Zeit hast, geh doch mal hin und frag' Dich zum Status der Bahn durch ...  :)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am August 07, 2012, 12:01:32 Vormittag
Neben Schierke steht in D nur noch eine wirtschaftliche gestaltbare Neuerschließung im Thüringer Wald (Schneekopf) in Aussicht - ansonsten ist sich die Szene ziemlich einig, dass dies keinen Sinn mehr ergibt. Alle anderen Projekte dienen der Betriebssicherung und die ist ohne Beschneiung immer weniger gewährleistet. In >20 Jahren werden je nach Intensität des Klimawandesl in D außerhalb der Alpen möglicherweise nur Arber, Feldberg, Fichtelberg übrig bleiben. Auch Wurmberg/Schierke kann dazu gehören, wenn die andere Bergseite ausgebaut werden könnte (NP).

Nachdem nun aber die Südseite bzw. Südostseite ausgebaut wird (jede Verhandlung mit dem NP über einen Flächentausch würde beide Projekte ja selbst im Erfolgsfalle auf Jahre verzögern), wäre dann ja aber eher nicht damit zu rechnen, dass man am Wurmberg bzw. am Winterberg auch in 20 Jahren noch ein konkurrenzfähiges Angebot aufrechterhalten kann – oder? Wäre es vor dem Hintergrund nicht sinnvoller, in den Sommertourismus bzw. in den schneeunabhängigen Wintertourismus zu investieren und damit Strukturen zu schaffen, die langfristigen Bestand haben können?

Der Wurmberg wird Anfangs noch keine Vollbeschneiungsfähigkeit haben, sondern Ergänzungsbeschneiung mit Depots. Vollbeschneiung bedeutet eine Kanonendichte, die binnen 72 Std. einen grünen Hang skibetriebsfähig machen kann.

Es gibt ja aber noch eine Vollausbaustufe, die, wenn ich mich richtig erinnere, letztlich auf etwa 102 Schneelanzen am Wurmberg hinausläuft, dazu kämen nochmal zwischen 60 und 80 Schneelanzen am Winterberg. Damit kämen wir auf beiden Seiten des Wurmbergs auf bis zu 200 Schneelanzen auf wie viel km Piste? Vielleicht 20? Da scheint mir im Vergleich mit anderen Skigebieten doch ein ziemliches Missverhältnis vorzuliegen – oder nicht?

Die Vorsaison ist dort meist eine wichtige umsatzstarke Periode, weil sich viele Skifahrer per Kurztrip einfahren wollen vor dem großen Alpenurlaub. Deshalb sind die Sauerländer immer um einen möglichst frühen Saisonstart bemüht und beschneien volles Rohr ab der ersten längeren Kälteperiode, die nach dem 20. Nov. einsetzt, unabhängig davon, ob mit der Kälte auch Schnee fällt. [...] In schlechten Wintern sind Sternenguckers Negativszenarien auch richtig und es wird in den kommenden Jahren zunehmend schwieriger. In den nächsten 10-20 Jahren wird ein Betrieb lt. der meisten Studien jedoch immer noch wirtschaftlich möglich sein.

Den Eindruck, dass eine Beschneiung „volles Rohr“ ab der ersten Kälteperiode geplant ist, habe ich in den bisherigen Diskussionen zum Projekt auch gewonnen – würden wir nur über eine „kosmetische“ Beschneiung sprechen, wie von playjam angedeutet, wäre ja vermutlich auch nur eine Befüllung pro Jahr erforderlich, so dass sich zumindest das Wassermanagement weniger problematisch darstellen würde.

Skigebiete kalkulieren eine Investamortisation mit kaufmännischer Vorsicht auf 10 Jahre. Die Winterberger haben wegen 3 Top-Wintern in Folge viele Investitionen schon nach 5 jahren wieder drin gehabt, deshalb investieren sie so fleissig weiter, bis der Klimawandel es nicht mehr zulässt. Gleichzeitig investieren die nicht minder in die Sommeractivities und haben u.a. Europas größten MTB-Park gebaut. All das wird Sternengucker nicht gefallen, weil es einem sanften Tourismus widerspricht und auch finde die Winterberger Ausbauten mittlerweise grenzwertig und die hören nicht auf, denn der Gast fragt es nach und kommt immer zahlreicher.

„Investieren bis es der Klimawandel nicht mehr zulässt“ hat zumindest mit meinem Verständnis von nachhaltigem Tourismus eher wenig zu tun. Immerhin scheint man ja aber erkannt zu haben, dass man sich perspektivisch schon mal auf die Zeit nach dem Wintertourismus einstellen muss und investiert auch in reine Sommerangebote…

Ein Planungsprofi-Unternehmen, zu denen ich z.B. die am Wurmberg tätigen Klenkhart & Partner rechne, kann ein Kleinskigebiet wie das am Schierker Winterberg geplante bei Vorliegen aller Genehmigungen und Planungen, termingerechter Bestellung allen Materials sowie vorab abgeschlossener Rodungsarbeiten durch die Forstverwaltung in nur einer Sommersaison (d.i. Mitte März bis Ende November) durchziehen. Wie gesagt: Kann, wenn es darauf ankommt und wenn es bezahlt wird. Eine KSB und ein bis zwei Skilifte an einen Berg zu stellen und zwei bis drei Pisten einzurichten ist heutzutage kein Hexenwerk mehr.

Damit besteht also auch der Auffassung zumindest einiger Forenschreiber hier die realistische Chance, dass das Winterberg-Skigebiet innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate umgesetzt werden kann – und solange diese Möglichkeit noch im Raum steht, sollte man auf eine länderübergreifende UVP nicht verzichten, selbst wenn es den Braunlager Ausbau marginal verzögern würde. Wäre es dagegen absehbar, dass das Winterberg-Gebiet erst in 10 Jahren kommt – wie playjam ja vermutet hatte – hätte sich zumindest diese Forderung der Umweltverbände ja erst mal erledigt…

Damit möchte ich keinerlei Sympathiebekundung für das genannte Unternehmen abgeben. Ich mag Unternehmen nicht, die jegliches Abfahrtsgelände totplanieren, Speicherteiche ohne Berücksichtigung des vorgegebenen Geländes in die Landschaft klotzen und die Einrichtungen für die Schneesportler-Zielgruppe viel zu bequem gestalten. Das geht auch schonender - die Schweiz macht's vor.

Prof. de Jong bezeichnet diese Art des Ausbaus als das „Disneyland“-Konzept: Überall werden in Rekordzeit die gleichen Attraktionen aus dem Boden gestampft, hochtechnisch, ohne Anpassung an die spezifischen Geländegegebenheiten und hochkomfortabel auf die Bedürfnisse der Zielgruppe der Gelegenheitsskifahrer ausgerichtet. Auf so eine Entwicklung kann der Harz meines Erachtens nach verzichten…

Ist die Lichtverschmutzung durch starke Lichtquellen nachhaltig hinsichtlich Partikel o.ä. oder baut diese sich kurzfristig nach Ausschaltung der Lichtquelle wieder ab?

Das kommt darauf an. Die biologischen Folgen der Lichtverschmutzung (Schäden an nachtaktiven Insektenpopulationen etc. pp.) verschwinden natürlich nicht über Nacht, der Nachthimmel ist aber sofort wieder zu sehen. Selbst in New York konnte man während des Blackouts von 1977 sofort das Band der Milchstraße am Himmel erkennen (das man dort schon seit den 30ern nicht mehr sieht):

http://www.space.com/16577-milky-way-galaxy-nyc-blackout.html (http://www.space.com/16577-milky-way-galaxy-nyc-blackout.html)

In den Monaten Dez-Feb. ist in Willingen/Winterberg Mi/Fr/Sa 18.30-22Uhr einiges los - in Winterberg mit nicht selten 5Min. Wartezeit. Sa. ist meist der schächste Abend. Der Harz hat zwar bei weitem nicht das Flutlicht-Einzugspotential wie das Sauerland, doch ich gehe davon aus, dass die 2-3 Tage machen. 4-6 Tage glaube ich keinesfalls.

Vorgesehen ist derzeit der Betrieb der Anlage an 3 Tagen pro Woche bis 22:30 Uhr, wobei der Lift um 22:00 Uhr den Betrieb einstellen soll. Danach kommen dann ja aber noch die Pistenraupen, so dass ich schon mit 23:00 - 23:30 Uhr rechne, es sei denn die fahren im Dunkeln (was in anderen Skigebieten aber definitiv nicht so gehandhabt wird).
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am August 07, 2012, 08:43:24 Vormittag
Nachdem nun aber die Südseite bzw. Südostseite ausgebaut wird (jede Verhandlung mit dem NP über einen Flächentausch würde beide Projekte ja selbst im Erfolgsfalle auf Jahre verzögern), wäre dann ja aber eher nicht damit zu rechnen, dass man am Wurmberg bzw. am Winterberg auch in 20 Jahren noch ein konkurrenzfähiges Angebot aufrechterhalten kann – oder? Wäre es vor dem Hintergrund nicht sinnvoller, in den Sommertourismus bzw. in den schneeunabhängigen Wintertourismus zu investieren und damit Strukturen zu schaffen, die langfristigen Bestand haben können?

Es handelt sich hierbei, wie Du schon sagtest, um eine auf max. 20 Jahre ausgelegte Investitionsplanung, wobei es mit Sicherheit auch danach noch Winter und Schnee gibt und zur Zeit meiner Meinung nach noch immer nicht abschließend geklärt werden konnte, wie sich die Klimaveränderung letztlich auswirken wird. (Ich persönlich gehe beispielsweise davon aus, dass es langfristig eher wechselhafter bzw. extremer wird, was sowohl die Sommer als auch die Winter betrifft, so wie es sich zur Zeit auch schon stellenweise andeutet)

Es bedeutet jedoch nicht, dass alle Investitionen, die heute vorgenommen werden, dann exakt in 20 Jahren bedeutungslos werden - ich bin mir sicher, dass sie auch dann noch verwendet werden können um die Pistenbeschaffenheit in schneereichen Wintern zu optimieren, was letztlich auch weiterhin dazu führt, dass Wintersportgäste gerne in den Harz kommen. Nach wie vor ist das Hauptproblem, was mit der künstlichen Beschneiung in den Griff bekommen werden soll, nicht unbedingt zu hohe Temperaturen, sondern eher, dass es zeitweise zu wenig Niederschlag gibt und somit nicht die erforderliche Menge Schnee zur verfügung steht um einen optimalen Skibetrieb ohne eisige und somit gefährliche Stellen zu vermeiden.

Sofern man heute bereits damit beginnt auf wirtschaftlich sichere Investitionen komplett zu verzichten, weil sie in 20 Jahren eventuell nicht mehr ganz so rentabel sein werden, wie sie es zum aktuellen Zeitpunkt wären, dann sollte man komplett auf die Realisierung von Großprojekten in Deutschland verzichten.

Es gibt ja aber noch eine Vollausbaustufe, die, wenn ich mich richtig erinnere, letztlich auf etwa 102 Schneelanzen am Wurmberg hinausläuft, dazu kämen nochmal zwischen 60 und 80 Schneelanzen am Winterberg. Damit kämen wir auf beiden Seiten des Wurmbergs auf bis zu 200 Schneelanzen auf wie viel km Piste? Vielleicht 20? Da scheint mir im Vergleich mit anderen Skigebieten doch ein ziemliches Missverhältnis vorzuliegen – oder nicht?

Nein. Ich fahre jedes Jahr über den Jahreswechsel in das Zillertal und dort bin ich nicht selten in einem kleineren Familienskigebiet am Spieljoch unterwegs, welches auch nur 21 Pistenkilometer hat und mit mehr als 100 Schneelanzen und 3 Schneekanonen wirbt, wobei der obere Teil der Pisten nicht auf Kunstschnee angewiesen ist, da er hoch genug gelegen ist. Dementsprechend würde ich die Anzahl der vorgesehenen Schneelanzen eher als durchschnittlich betrachten.

„Investieren bis es der Klimawandel nicht mehr zulässt“ hat zumindest mit meinem Verständnis von nachhaltigem Tourismus eher wenig zu tun. Immerhin scheint man ja aber erkannt zu haben, dass man sich perspektivisch schon mal auf die Zeit nach dem Wintertourismus einstellen muss und investiert auch in reine Sommerangebote…

Ich glaube, dass manitou damit nicht meinte, dass die Sauerländer einfach so lange weiter investieren bis dort kein Schnee mehr liegen bleibt, sondern eher nur so lange, wie es sich wirtschaftlich rechnet. Da zur Zeit eine sehr große Nachfrage besteht und viel Überschuss erwirtschaftet werden kann, ist es nur richtig diesen auch wieder zu reinvestieren um ggf. noch bessere Bedingungen zu schaffen. Sollte es irgendwann nicht mehr möglich sein den Skigetrieb jährlich so lange aufrecht zu erhalten wie heute, so kommen dementsprechend auch weniger Gäste und es bleibt natürlich nicht mehr so viel übrig, was man direkt wieder verwenden könnte um neue Pisten zu erschließen oder Liftanlagen zu bauen. Im wesentlichen nutzen die Sauerländer also die aktuell gute Situation und ruhen sich nicht — wie beispielsweise der Harz — auf einer bestehenden Infrastruktur Jahrzehnte lang aus, nur um dann zu bemerken, dass man nicht mehr wettbewerbsfähig ist und die Gäste anderswo ihren Urlaub verbringen.

Es geht hier gar nicht darum rücksichtslos und auf Teufel komm' raus alles Platt zu machen und mit Kunstschnee zu berieseln, sondern viel mehr zunächst einmal ein halbwegs zeitgemäßes Angebot zu schaffen, was für die nächsten mindestens 10 Jahre erst einmal den Betrieb sicher stellen sollte. Wie gesagt, ich gehe stark davon aus, dass es auch nach 2030 hier bei uns noch Winter und auch Schnee geben wird. Ähnlich wie diesen Sommer wahrscheinlich mal mehr und mal weniger bzw. eher wechselhaft, aber es wird ihn immernoch geben und auch wenn dann vielleicht keine 100 oder gar 120 Betriebstage / Winter drin sind, sondern in schlechten Jahren nur noch 60 oder 80, so sollte sich die jetzige Investition bis dahin längst gerechnet haben und man könnte seinen Gästen nach wie vor Wintersport anbieten.

Abgesehen davon investieren viele Harzer Orte zur Zeit auch in den Sommertourismus zum einen weil sie müssen, um auch zu dieser Jahreszeit besser ausgelastet zu sein und zum anderen, weil sich inzwischen sicherlich auch herumgesprochen hat, dass man mit Hochseilgärten, Sommerrodelbahnen oder Mountainbikeparks Gäste für sich gewinnen kann — noch wichtiger vielleicht: junge Gäste, die den Harz jetzt für sich entdecken und aufgrund dieser Angebote vielleicht nicht mehr ganz so sehr den Eindruck bekommen, dass es dort oben langweilig und nur für ältere Gäste interessant sei.

Damit besteht also auch der Auffassung zumindest einiger Forenschreiber hier die realistische Chance, dass das Winterberg-Skigebiet innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate umgesetzt werden kann – und solange diese Möglichkeit noch im Raum steht, sollte man auf eine länderübergreifende UVP nicht verzichten, selbst wenn es den Braunlager Ausbau marginal verzögern würde. Wäre es dagegen absehbar, dass das Winterberg-Gebiet erst in 10 Jahren kommt – wie playjam ja vermutet hatte – hätte sich zumindest diese Forderung der Umweltverbände ja erst mal erledigt…

Möglich wäre das sicherlich schon, aber die bisherigen Signale und Planungen deuten nicht unbedingt auf eine zeitnahe Lösung bzw. eine konkrete Absicht hin und ohne einen festgelegten Zeitplan bzw. nicht einmal konkrete Ansätze sollte man das Projekt am Wurmberg nicht gefährden.

Prof. de Jong bezeichnet diese Art des Ausbaus als das „Disneyland“-Konzept: Überall werden in Rekordzeit die gleichen Attraktionen aus dem Boden gestampft, hochtechnisch, ohne Anpassung an die spezifischen Geländegegebenheiten und hochkomfortabel auf die Bedürfnisse der Zielgruppe der Gelegenheitsskifahrer ausgerichtet. Auf so eine Entwicklung kann der Harz meines Erachtens nach verzichten…

Diese Art der Projektplanung halte auch ich nicht unbedingt für sinnvoll, zumal man damit ggf. auch Chancen im wahrsten Sinne des Wortes verbauen kann. Ein natürlich in die Landschaft eingefügter und an die Gegebenheiten angepasster Speicherteich kann beispielsweise auch im Sommer genutzt werden, während eine schnell geplante Lösung wahrscheinlich nicht besonders einzigartig und attraktiv ist. Auch dieser Aspekt würde eher gegen eine überhastete Umsetzung der Schierker Pläne sprechen.

Bei allem Verständnis sollte man nicht vergessen, dass es neben dem Wintersport noch sehr viele andere Freizeitbeschäftigungen gibt, die insgesamt eher kritisch zu betrachten wären. Wie es viele hier im Forum wahrscheinlich bestätigen werden, betreiben die meisten Wintersportler ihren Sport mit viel Hingabe und nehmen sehr viel dafür in Kauf ihn so häufig wie möglich ausüben zu können.

Ähnlich wie viele Menschen, die sich jeden Sommer in das Flugzeug setzen um für ein paar Wochen ans Meer zu fliegen, freuen wir uns schon früh auf den Winter und versuchen so lange es möglich ist Zeit im Schnee zu verbringen. Sofern nahegelegene Angebote, wie es sie im Harz oder Sauerland gibt, nicht mehr ausreichen, habe ich auch kein Problem damit alleine oder zu zweit für ein verlängertes Wochenende mit dem Auto in die Alpen oder für einen Tag in die Skihalle zu fahren.

Auch das ist alles andere als gut für die Umwelt, aber damit müssen Umweltschutzverbände langfristig leben, sofern nahe liegende Angebote verhindert, verzögert oder soweit eingeschränkt werden, dass sie schon wieder nicht mehr interessant sind.

Ein (Aus-)Bau von Skigebieten im Harz ohne Beleuchtung, um den klaren Nachthimmel jeden Abend zu erhalten, ohne künstliche Beschneiung im Hinblick auf den Wasserhaushalt, ohne Verbreiterung oder Erschließung neuer Pisten aus Rücksicht auf Fichten und eventuell mit Verzicht auf optisch störende Sessellifte würde im Prinzip nichts anderes bedeuten, als dass man die Skigebiete am Wurm- und Winterberg so belassen würde wie sie sind — nicht existent resp. nicht mehr zeitgemäß und überlastet.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am August 07, 2012, 09:20:01 Vormittag
Sehr aufschlussreich ist übrigens auch folgender Artikel, welcher sich — ohne dies persönlich werten zu wollen — in einigen Details doch deutlich von den hier getroffenen Aussagen unterscheidet:

http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/2012/08/kunstschnee-im-harz.php

Zitat
...Vergleicht man nun den Umfang der geplanten Beschneiungsanlagen im Harz (bis zu 120 Schneelanzen am Wurmberg sowie bis zu 70 Schneelanzen am Winterberg), so zeigt sich, dass hier für gerade einmal knapp über 20 km Streckenlänge insgesamt fast 200 Schneekanonen vorgesehen sind...

Eine künstlich beschneite Skipiste im Sauerland sieht im August übrigens folgendermaßen aus:

Quelle: http://www.skiliftkarussell.de (http://www.skiliftkarussell.de)
(http://www.skiliftkarussell.de/campics/rauherbusch.jpg?1344322507)

Und nun hier das im o.g. Artikel beschriebene Schreckensszenario wie es im Harz aussehen müsste:

Quelle: http://www.scienceblogs.de (http://www.scienceblogs.de)
(http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/Almumwandlung.jpg)

Bei allem Verständnis für andere Meinungen und unterschiedliche Interessen, aber sofern eine sachliche Diskussion angestrebt wird, so sollten nur tatsächlich relevante und vergleichbare Fakten und Argumente angeführt werden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am August 07, 2012, 10:52:40 Vormittag
Sehr aufschlussreich ist übrigens auch folgender Artikel, welcher sich — ohne dies persönlich werten zu wollen — in einigen Details doch deutlich von den hier getroffenen Aussagen unterscheidet.

Inwiefern unterscheidet sich denn

Zitat
...Vergleicht man nun den Umfang der geplanten Beschneiungsanlagen im Harz (bis zu 120 Schneelanzen am Wurmberg sowie bis zu 70 Schneelanzen am Winterberg), so zeigt sich, dass hier für gerade einmal knapp über 20 km Streckenlänge insgesamt fast 200 Schneekanonen vorgesehen sind...

so großartig von

Zitat
Es gibt ja aber noch eine Vollausbaustufe, die, wenn ich mich richtig erinnere, letztlich auf etwa 102 Schneelanzen am Wurmberg hinausläuft, dazu kämen nochmal zwischen 60 und 80 Schneelanzen am Winterberg. Damit kämen wir auf beiden Seiten des Wurmbergs auf bis zu 200 Schneelanzen auf wie viel km Piste? Vielleicht 20? Da scheint mir im Vergleich mit anderen Skigebieten doch ein ziemliches Missverhältnis vorzuliegen – oder nicht?

Jetzt mal abgesehen von dem offensichtlichen Zahlendreher (102 - 120) steht doch das gleiche drin: Etwa 120 Scheelanzen auf Braunlager Seite, für Wernigerode steht die Zahl noch nicht fest, hier ist mal von bis zu 60 und mal von bis zu 80 die Rede. Macht zwischen 180 und 200 Schneelanzen auf knapp 20 Kilometer Piste. Das Foto aus Garmisch stammt übrigens nicht von mir (die Quelle wird im Artikel ja angegeben), sondern ist ein Komposit aus vier Aufnahmen, die während der Bauphase der neuen Pisten für die gescheiterte Olympia-Bewerbung vor einigen Jahren entstanden sind. Und solange das keine Fotomontagen sind, hat es da nun mal genau so ausgesehen. Es gehört zur Fairness gegenüber denjenigen Anbietern, die in Braunlage und Umgebung ihre Brötchen primär mit dem Sommertourismus verdienen dazu, auch mal klar zu sagen, dass es solche oder ähnliche Baustellen geben wird. Oder glaubt jemand im Ernst, dass man etwa das Speicherbecken auf dem Wurmberg so anlegen kann, dass kein Sommergast etwas davon mitbekommt...?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 07, 2012, 11:05:35 Vormittag
@Max:

Sowohl das Webcambild aus dem Sauerländer Skiliftkarussell als auch die Bilder vom Bau der Skipiste in GAP sind relevant für den Bau einer neuen Skipiste am Wurmberg, wenn ein Unternehmen wie Klenkhart & Partner zur Tat schreitet.

Auf dem Webcambild aus dem Sauerländer Skiliftkarussell sehe ich ordnungsgemäße Begrünung einer künstlich trassierten Skipiste, die mit der in den letzten Jahren praktizierten Beschneiung allmählich klar zu kommen scheint. Hier wird sich mittelfristig normale Wiesenvegetation einstellen. Vor allem sehe ich auf dem Webcambild aber totplaniertes Gelände, das für mich skifahrerisch unattraktiv ist. Offenbar ist das am Wurmberg auch so gewollt.

Das Skipistenbild aus GAP zeigt, wie es aussieht, wenn man mit schwerem Bulldozereinsatz eine Skipiste einrichtet oder verbreitert, ohne dabei das natürliche bzw. vorhandene Hang-, Vegetations- und Infrastrukturprofil auch nur im geringsten zu berücksichtigen. Genau so werden es Klenkhart & Partner am Wurmberg durchführen - mit Ankündigung. Schau Dir mal die völlig überzogenen Planierungsverwüstungen in den Jahresberichten auf http://www.klenkhart.at/ an.

Die komplett neu einzurichtende Piste am Wurmberg erfordert Rodung des Fichtenschonungsbestands auf der Trasse. Das wird zwangsläufig so aussehen wie auf den Fotos aus GAP. Verbreiterungen bestehender Pisten  kann man dagegen wesentlich rücksichtsvoller durchführen als es auf den Fotos von Klenkhart & Partner gezeigt wird. Dafür muss m.E. ebensowenig planiert werden wie beim aktuellen Pistenbestand am Wurmberg. Den Speicherteich hätte ich mir im Wurmberg-Steinbruch gewünscht statt oben auf dem Berg. Und wie es aussieht, wenn heutzutage eine Sesselbahn neu gebaut wird, hat der Bau der Rothausbahn in Feldberg-Fahl im Jahr 2006 gezeigt: Auch hier wurde die bestehende Trasse des alten Ahornbühl-Schleppers in erstaunlichem Grad aufgebrochen und verbreitert. Leider ist heute kein einziges der damals so fleißig von einem Alpinforum-User eingestellten Baubilder mehr online.

Was ich damit sagen will: Wer das Skigebiet am Wumberg infrastrukturell aufwerten will, muss dafür in Kauf nehmen, dass es teilweise in der Tat so aussehen wird wie oben dargestellt. Fünf Jahre später sieht das dann alles schon wieder deutlich besser aus. Andererseits hat der Auftraggeber einen teilweisen Gestaltungsspielraum, den Pistenbau mehr oder weniger schonend zu gestalten. Und den sollte man am Wurmberg m.E. ausnutzen, um die bestmögliche Naturbelassenheit im Rahmen der Baumaßnahmen zu gewährleisten. Dazu wird man dem beauftragten österreicheischen Unternehmen mächtig auf die Finger schauen müssen. Bulldozer fahren scheint Spaß zu machen ...

Übrigens sah es bei der Neuanlage der Wettkampfloipen am Winterberg kein bisschen besser aus, das möchte ich hier mal klar und laut sagen !!!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 07, 2012, 11:53:32 Vormittag
Nachdem nun aber die Südseite bzw. Südostseite ausgebaut wird (jede Verhandlung mit dem NP über einen Flächentausch würde beide Projekte ja selbst im Erfolgsfalle auf Jahre verzögern), wäre dann ja aber eher nicht damit zu rechnen, dass man am Wurmberg bzw. am Winterberg auch in 20 Jahren noch ein konkurrenzfähiges Angebot aufrechterhalten kann – oder? Wäre es vor dem Hintergrund nicht sinnvoller, in den Sommertourismus bzw. in den schneeunabhängigen Wintertourismus zu investieren und damit Strukturen zu schaffen, die langfristigen Bestand haben können?


Wie sich das Klima in den kommenden 30 Jahren konkret entwickeln wird, kann derzeit noch niemand absehen. Wenn jedoch die Investitionen auf max. 10 Jahre kalkuliert sind, warum sollte man dann heute schon drauf verzichten, wenn eine weitere Betriebsdauer von 10+ Jahren möglich ist? Wenn Max schreibt, dass die Amortisation auf max. 20 Jahre kalkuliert wird, dann ist das schon eine extrem vorsichtige Kalkulation. Die Wurmbergbetreiber gehören hier jedoch eher zur vorsichtigen Fraktion, wie ich letztes Jahr im perönlichen Gespräch erfahren habe.

Beim Wurmberg-Projejt handelt es sich - entgegen der überzogenen Darstellungen des Naturschutzes - kaufmännisch unter sorgfältiger Abwägung der Restrisiken um keine Fehlinvestition. Schierke birgt da deutlich höhere Risiken.


Es gibt ja aber noch eine Vollausbaustufe, die, wenn ich mich richtig erinnere, letztlich auf etwa 102 Schneelanzen am Wurmberg hinausläuft, dazu kämen nochmal zwischen 60 und 80 Schneelanzen am Winterberg. Damit kämen wir auf beiden Seiten des Wurmbergs auf bis zu 200 Schneelanzen auf wie viel km Piste? Vielleicht 20? Da scheint mir im Vergleich mit anderen Skigebieten doch ein ziemliches Missverhältnis vorzuliegen – oder nicht?

...wäre ja vermutlich auch nur eine Befüllung pro Jahr erforderlich, so dass sich zumindest das Wassermanagement weniger problematisch darstellen würde.

...solange diese Möglichkeit noch im Raum steht, sollte man auf eine länderübergreifende UVP nicht verzichten, selbst wenn es den Braunlager Ausbau marginal verzögern würde.

Prof. de Jong bezeichnet diese Art des Ausbaus als das „Disneyland“-Konzept: Überall werden in Rekordzeit die gleichen Attraktionen aus dem Boden gestampft, ...Auf so eine Entwicklung kann der Harz meines Erachtens nach verzichten…

Verstehe nicht, was Du mit Missverhältnis meinst? Schierke/Wurmberg werden zusammen ca. 9km beschneite Piste haben (Schierke nach akt. Planungsstand 2km), davon sind jedoch nur die neu geschaffenen Pisten am Wurmberg für fortgeschrittene Skifahrer interessant. An einem Südhang werden mehr Lanzen/Kanonen benötigt als an anderen Hängen. Das in jeder Hinsicht effizientere Geländepotential befindet sich an Nordhang u. Gr. Winterberg (NP).
Willingen hat ca. 90 Kanonen für 7km Vollbeschneiung und 3 km Depotbeschneiung. Wenn der Wurmberg 102 Lanzen für 7km Vollbeschneiung braucht, ist das angemessen - Schierke wird Anfangs wohl mit ca. 20 Kanonen hinkommen, u.a. weil die Osthangabfahrt vorwiegend gut geschützt und sehr flach ist - macht in der Summe max. 130 Kanonen und nicht 200!   
Sternengucker - Du hast ohne Fachkenntnisse sehr oft einen Hang zu Verdrehungen deutlichen Übertreibungen um suggestiv zu diskreditieren!

Das Kind einer gemeinsamen Planung ist m.E. in den Brunnen gefallen. Braunlage hat sich jahrelang vergeblich mit dem NP bemüht, Schierke ist nicht in die Pötte gekommen. Die Umstände sind in diesem Topic hinreichend dargestellt. Die Hinderungsgründe einer gemeinsamen Planung liegen nicht in Braunlage - die haben vielmehr alles sinnvolle versucht. Die können und wollen nun verständlicherweise nicht mehr warten... Es geht auch nicht nur um eine UVP sondern in Schierke gibt es noch viele weitere Faktoren, die  für eine Realisierung ungeklärt sind. Wenn Braunlage da auf Schierke wartet, dann laufen die tatsächlich Gefahr, dass der Ausbau erst in 10 Jahren oder gar nicht mehr beginnt.
Braunlage jetzt den schwarzen Peter zuzuschieben ist der Situation völlig unangemessen.

Das Wassermanagement hat sich in der Praxis noch nirgends in den D-Mittelgebirgenn als Problem erwiesen - außer unberechtigterweise für den Naturschutz! Wie die ökologisch vertretbare Befüllung im wesentlichen praktiziert wird, habe ich in meinem hiesigen Beitrag vom 31.7.2012 kurz geschildert.

Zu de Jong: Wenn der Gast diese Art des Ausbaus nachfragt, dann muss der Markt diesen bedienen, andernfalls wandern die Gäste ab und gehen dorthin, wo ihre Interessen bedient werden. Abwanderung aus mehreren Gründen ist im Harz hinreichend geschehen. Es gibt nicht nur Gäste des sanften Tourismus - diesen exklusiv für den Harz zu fordern (wie Sternengucker es tust) ist wirtschaftstouristisch verantwortungslos und eine Bevormundung des Gastes. Der sanfte Tourismus plakatiert in allen Regionen auch nahezu stereotype (Natur)Attraktionen. Gleiches Spiel mit anderem Inhalt. Letztendlich bestimmt der Gast über Angebot und Nachfrage.

Warum hat der Harz so viele Holländer ans Sauerland verloren? Eben weil diese u.a. ein ganz starkes Winterklientel sind (in Winterberg ca. 50%), denn Sauerland/Harz sind deren nächstliegende Gebirge - und die Alpen weit.
Es gibt es einriesiges Dänen-Potential, denn DK sind die (Flutlicht)skigebiete in Schweden/Norwegen zu kalt - und es wird in zunehmender Nähe zum Polarkreis viel zu dunkel, weshalb Skandinaviens Ski-Hauptsaison erst im März beginnt - und da ist der Harz schon wieder durch...

Danke Harzwinter für die Klenkert &Partner Infos - hab wieder was dazugelernt. Welche renomierten Firmen bauen denn schonender? Jede Baustelle verursacht Eingriffe in die Botanik. In Willingen hat es auch 3 Jahre gedauert bis der Hang wieder grün war. Bei jedem Hausbau braucht ein Garten 3 Jahre zum einwachsen. jede Reökologisierungsmaßnahme (zb. Flüsse/Bäche) sieht erst einmal viel unansehnlicher aus, als vorher. Das ist nicht optimal, doch "normaldenkende" Menschen nehmen es unweigerlich hin. Nur Naturfundis versuchen daraus (außer bei Flüssen) ein haltloses Horrorszenario zu kreieren, das der ganze Harzer Sommertourismus in Gefahr sei und das dauerhafte Schlammpisten Wanderer nachhaltig vertreiben - und Sternengucker gehört dazu.


...Danach kommen dann ja aber noch die Pistenraupen, so dass ich schon mit 23:00 - 23:30 Uhr rechne, es sei denn die fahren im Dunkeln (was in anderen Skigebieten aber definitiv nicht so gehandhabt wird).

DEFINITIVE HANDHABUNG?!  - da haben wir mal wieder eine Deiner haltlosen, diskreditierenden und schlicht gelogenen Übertreibungen, wie sie auch von Dir in anderen Foren gegen das Wurmberg-Projekt vielfach zu finden sind.

Junge - Du hast offensichtlich keine Ahnung, wie ein nachhaltiger Skibetrieb funktioniert und trommelst unsachlich in einer Tour dagegen! Pistenraupen fahren im Dunkeln, ansonsten müssten die Alpen taghell sein, weil allein für die Raupen Flutlicht auf jeder Piste benötigt wird. Wie sonst sollten die Pisten nach Betriebsschluss präpariert werden, wenn es im Winter von 17-8 Uhr finster ist?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am August 07, 2012, 01:06:23 Nachmittag
Was die Anzahl der Schneelanzen betrifft ging es mir insgesamt einfach darum, dass die bisher bekannten Zahlen alles Andere als übertrieben erscheinen.

Bei den Bildern ist Winterberg sicherlich auch nicht unbedingt das beste Beispiel, jedoch eines womit ich selber vertraut bin, da ich regelmäßig selber dort unterwegs bin und mir bereits ein Bild machen konnte. Natürlich ist es wünschenswert den Ausbau so vorsichtig und schonend wie möglich durchzuführen, nur lassen sich für eine gewisse Zeit Spuren sicherlich nicht ganz vermeiden — ähnlich wie bei jedem anderen Bauprojekt auch. (Selbst hier im Wald hinterlassen die Förster Jahr für Jahr wochenlang eine Schneise der Verwüstung)

Was mich viel mehr stört ist, dass versucht wird durch gezielte Schwarzmalerei die öffentliche Meinung dahingehend zu verändern, dass Menschen, die sich eher weniger damit beschäftigen bzw. die es ggf. auch gar nicht interessiert, eine negative und teils zu unrecht voreingenommene Meinung zu den Vorhaben entwickeln.

Natürlich sieht das Bild aus Garmisch furchtbar aus und der vorher / nachher Vergleich ist so wie er dort zu sehen ist nicht sehr ansehnlich, jedoch sollte dazu auch gezeigt und erwähnt werden, wie es aktuell dort aussieht bzw. wie es in 1-2 Jahren aussehen wird und nicht der Eindruck erweckt werden, dass überall am Wurm- und Winterberg derart idyllische Orte tristen Schlammwüsten weichen werden, die das Bild des gesamten Harz prägen und sich negativ auf den Sommertourismus auswirken, das ist alles.

Es gibt im Harz unzählige wirklich wunderschöne Orte, die definitiv schützenswert sind und nicht weiter verändert werden sollten — es sollte jedoch auch Raum gelassen werden für Besucher aus dem Umland, die ihre Freizeit vielleicht etwas aktiver gestalten möchten und ebenso wie alle Anderen auch das Recht haben den Harz als Naherholungsgebiet nutzen zu können.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am August 07, 2012, 01:07:59 Nachmittag
DEFINITIVE HANDHABUNG?!  - da haben wir mal wieder eine Deiner haltlosen, diskreditierenden und schlicht gelogenen Übertreibungen, wie sie auch von Dir in anderen Foren gegen das Wurmberg-Projekt vielfach zu finden sind. Junge - Du hast offensichtlich keine Ahnung, wie ein nachhaltiger Skibetrieb funktioniert und trommelst unsachlich in einer Tour dagegen! Pistenraupen fahren im Dunkeln, ansonsten müssten die Alpen taghell sein, weil allein für die Raupen Flutlicht auf jeder Piste benötigt wird. Wie sonst sollten die Pisten nach Betriebsschluss präpariert werden, wenn es im Winter von 17-8 Uhr finster ist?

Immer dieser sofortige, fast schon reflexartige Lügenvorwurf, nur weil man mal etwas Unbequemes schreibt. Der Teleskopbauer Christoph Ries von der Uni München etwa beschreibt die Handhabung der Beleuchtung von Pisten, Pistenraupen und Scheilanzen in den ihm bekannten Skigebieten so:

Zitat
Das Sudelfeld, welches sich ja unweit des Wendelsteins und des Hochecks befindet, kann man astronomisch zeitweise im Winter komplett vergessen, obwohl es sonst ein hervorragender Platz ist. Das Schlimme am Skibetrieb ist uebrigens auch, dass beileibe nicht um 22 Uhr mit der Befunzelung Schluss ist. Stattdessen fahren dann die Pistenraupen, und zwar die ganze Nacht, mit Fernlicht latuernich. An Beschneeiungsanlagen befinden sich uebrigens gerne auch mal Strahler dran, damit man die Danger nachts auch gut sehen kann. Ich habe schon erlebt, wie am Hocheck die Lichtorgie die ganze Nacht hindurch ging, weil gerade beschneit wurde. Die Lichter der Schneekanonen auf der Hohen Salve in Tirol beispielsweise brennen grundsaetzlich immer die ganze Nacht. Es liegen uebrigens Plaene in der Schublade, die einen deutlichen Ausbau des Sudelfelds vorsehen und wohl demnaechst umgesetzt werden, moeglicherweise inklusive Nachtskilauf, gefoerdert uebrigens von der Bayerischen Regierung. Schliesslich muss man ja mit Tirol mithalten koennen... Was das fuer die, auch von der Landesregierung unterstuetzte Forschung aufm Wendelstein bedeutet, kann man leicht nachvollziehen. Bei der Verschwendung an Energie und Natur, die da nur des schnoeden Mammons wegen getrieben wird, kann ich persoenlich nicht anders, als dagegen zu sein, schon weil die Nachtbefunzelung immer mehr und mehr wird. Und nicht bloss aus astronomischen Gruenden bin ich total dagegen. Frueher hat mir Skifahren auch mal Spass gemacht, das aber schon lange nicht mehr.

(Quelle: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=127162&whichpage=2 (http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=127162&whichpage=2))

Alles gelogen? Werden am Wurmberg künftig wirklich um 22:30 Uhr sämtliche Lichter ausgehen? Worum wollen wir wetten?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 07, 2012, 01:27:29 Nachmittag
Genau das ist Verhandlungsspielraum. Pisten kann man auch frühmorgens präparieren. Oder - was ja schließlich für die >95% unbeleuchteten Pisten zutrifft - im Scheinwerferlicht der Pistenraupe.

Hier übrigens mal ein prima Beispiel für die gelungene Gestaltung eines Schneiteichs: Der Härzlisee (http://www.sengers.ch/nid-obwalden/brunni/index.asp) auf Brunni (http://www.brunni.ch/de/erlebnis-sommer.html) im Engelbergertal (Zentralschweiz). Dieser Speichersee wurde 1998/99 von der Slongo Röthlin & Partner AG (http://www.srp-ing.ch/pages/index.cfm?rub=7&id=41&nopad=tru&prub=2) angelegt. Er ist seit Jahren die Drehscheibe des - funktionierenden! - sanft ausgerichteten Sommertourismus auf Brunni.

Und was man daraus machen kann: Eine Wassererlebniswelt für Familien als weiteres Angebot für den Sommertourismus (http://www.seilbahn.net/sn/index.php?i=4&j=1&news=4298).

Man sieht, dass es geht, wenn man Beschneiung sinnvoll plant und schonend gestaltet. Aber ich befürchte, dass Klenkhart & Partner das weder können noch wollen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am August 07, 2012, 01:43:50 Nachmittag
Meiner Meinung nach wäre dies beispielsweise einer der Punkte bei denen sich die betroffenen Interessengruppen schon früh in die Planungsphase einbringen könnten um konkrete Lösungsvorschläge zu erarbeiten oder Kompromisse zu erzielen, welche letztlich für beide Seiten vorteilhaft wären.

In den Skigebieten in denen ich bislang war wurde die Beleuchtung beispielsweise nicht über Nacht eingeschaltet, sondern möglichst zeitnah nach Betriebsende abgestellt, ausschließen würde ich jedoch nicht, dass andere Regionen es unterschiedlich handhaben.

Was das konkrete Beispiel angeht, so könnte ich jedoch auch gut nachvollziehen, sollte es auf der anderen Seite keine Gesprächsbereitschaft mehr gegeben haben. Wer an einer Uni beschäftigt ist sollte durchaus fähig sein die eigenen Interessen in sachlicher Form zu äußern und auf wertende Begriffe wie "Befunzelung" oder "Lichtorgie" zu verzichten.

Die Aufregung über einige wenige Fahrzeuge, welche in der Nacht mit Fernlicht die Pisten präparieren, ist es eigentlich nicht einmal wert überhaupt kommentiert zu werden, wenn sie nicht so beispielhaft für die teilweise tatsächlich fehlende Bereitschaft zu konstruktiver Zusammenarbeit und gegenseitiger Toleranz stehen würde.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 07, 2012, 02:57:14 Nachmittag
Nächtliches Scheinwerferlicht von Pistenraupen kann man bzgl. Intensität in der Tat ignorieren. Es wird einerseits nicht vertikal in Richtung Himmel reflektiert, und andererseits ändert es häufig seine Richtung. Wenn man im Skiurlaub aus dem Tal der nächtlichen Pistenpräparierung am Berg zusieht, was sieht man da hauptsächlich? Die Warnblinkleuchten der Raupen, nicht den Lichtkegel.

Habe nachgeforscht: Die Pistenverwüstungen in Garmisch-Partenkirchen 2008 sind auch von Klenkhart & Partner "verbrochen" worden. Die Info dazu findet man im Jubiläums-/Image-Folder der Firma, der sich der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen 2011 widmet und den man auf der Seite zum Online-Blättern (http://mag3.i-magazine.de/imag/KLENKHART_20_Jahre_Alpine_Engeneering/) auch als PDF herunterladen kann. Der Unterschied zum Wurmberg und damit in einer möglichen Intensität der Verwüstung liegt darin, dass in GAP 2008 die offizielle Weltcup-Kandahar-Abfahrt in Teilen remodelliert und umgebaut wurde (siehe PDF S.8 ). Für die Ski-WM 2011 in GAP erfolgten verschiedenste weitere Planierungs-Verwüstungen. Weltcupabfahrten sind aber eine andere Liga als Touristenabfahrten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 07, 2012, 03:16:27 Nachmittag

Ein Planungsprofi-Unternehmen, zu denen ich z.B. die am Wurmberg tätigen Klenkhart & Partner rechne, kann ein Kleinskigebiet wie das am Schierker Winterberg geplante bei Vorliegen aller Genehmigungen und Planungen, termingerechter Bestellung allen Materials sowie vorab abgeschlossener Rodungsarbeiten durch die Forstverwaltung [Anm: Fett hinzugefügt] in nur einer Sommersaison (d.i. Mitte März bis Ende November) durchziehen. [...]

Damit besteht also auch der Auffassung zumindest einiger Forenschreiber hier die realistische Chance, dass das Winterberg-Skigebiet innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate umgesetzt werden kann [...]

Harzwinter bezieht sich auf die Dauer der konkreten Bautätigkeiten (siehe fett markierter text). Die Planung, die Untersuchungen sowie das  Einholen der nötigen Genehmigungen (Herauslösen des vorgesehenen Gebietes aus dem FFH, Planfeststellungsverfahren, UVP, etc.) rechtzeitig bis 2015 halte ich aufgrund der Zeitdauer vergleichbarer Projekte (z.B. Wurmberg) für das Wintersportgebiet Schierke für unrealistisch.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 07, 2012, 03:20:03 Nachmittag
DEFINITIVE HANDHABUNG?! [...]

Immer dieser sofortige, [...]


Admin: So, hier ist die Admin-Keule, und jetzt habt ihr euch bitte wieder lieb!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 07, 2012, 03:39:11 Nachmittag
In Willingen ist offiziell um 21.45h Betriebsschluss beim Flutlichtfahren, damit um 22h "black out" herscht, denn das Skigebiet erleuchtet den ganzen Ort. Diese Maßnahme dient der Nachtruhe ab 22h. Realistisch sind die Lampen dann tatsächlich spätestens 22.10h aus.

Was das Beispiel von "Sternengucker" vom Sudelfeld angeht, so ist dies einmal mehr ein Extrembeispiel eines Astronomen:
Der Bericht ist auch unklar verfasst. Am Sudelfeld gibt es gar kein Flutlicht!
Jener beklagt sich nach meinem Verständnis über das wirklich smarte Signalicht von Schneekanonen und über das "Fernlicht" der nächtlichen Pistenraupen. Die Sternwarte Wendelstein hat das Sudelfeld direkt unter sich, da mag an der Beschwerde aus Astronomensicht vielleicht sogar punktuell was dran sein, obwohl ich mir das nicht vorstellen kann. Eine Pistenraupe strahlt nicht stärker als ein Auto - und die Lichtwirkung der Kanonen ist wirklich nicht stark.

Für eine Sternwarte in St. Andreasberg ist das Licht von Pistenraupen und Schneekanonen am Wurmberg jedoch keine Beeinträchtigung. 

Der Wendelstein schaut auch auf das 12km entfernte Hocheck-Skigebiet mit Flutlicht, da halte ich eine astronomische Beeinträchtigung während der Flutlichtzeit für durchaus gegeben. Der Autor beschwert sich ja auch massiv über das "zeitweise" - es ist also keine generelle Beeinträchtigung. Hocheck bietet 4 Tage Fluftlichtski von 18.30-21h an von Mitte-Dez bis März. Wetterverhältnisse und Wolken eingerechnet dürfte max. an 20 Tagen im Jahr eine Beeinträchtigung vorliegen. Damit sollte eine Sternwarte leben können.   
 
Harzwinter sieht richtig, es ist Verhandlungssache und die meisten Skigebietsbetreiber agieren wohl nicht derart rücksichtslos, wie von dem Astronomen beschrieben. Die Schilderungen scheinen mir einmal mehr übertrieben, was auch die starke Polemik indiziert. 

@sternengucker: wie würdest Du denn Dein "definitiv gehandhabt" bezeichnen. Einmal mehr bringst Du ein Extrembeispiel und vernebelst auch das in dem Bericht möglicherweise berechtigte Problem aufschäumend als fadenscheinigen Beleg einer allgemeinen schweren Beeinträchtigung und generellen Praxis. Pistenraupen brauchen kein Flutlicht um zu fahren. Bitte kehre vor Deiner eigenen Haustür und werde ehrlich.

Du selbst hast gesagt, das Ihr mit der ausgehandelten Beleuchtungsstärke am Wurmberg als Kompromiss leben könnt. Also gib Ruhe...   


@ harzwinter: müssen die Kanonen unbedingt leuchten oder...?

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 07, 2012, 03:49:00 Nachmittag
Ich denke, im Wendelstein-Beitrag ist in der Tat das Hocheck-Skigebiet in Oberaudorf gemeint. Stimmt, das Sudelfeld hat keinen Flutlichtbetrieb.

Zitat
@ harzwinter: müssen die Kanonen unbedingt leuchten oder...?

Für praktischen Nutzen: Nö. Kann aber sein, dass es eine entsprechende Vorschrift gibt. Ich gehe mal suchen.

[Edit:] Habe keine Info bzgl. Vorschrift der Beleuchtung an Propeller-Schneekanonen gefunden. Weder bei Google noch bei Schneekanonen-Herstellern noch im Alpinforum-Thread zu diesem Thema (http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=41&t=5305). Und Schneilanzen haben erst gar keine Beleuchtung. Somit dient die Beleuchtung von Schneekanonen nur dazu, deren Funktion per Webcam kontrollieren zu können. Moderne Schneeerzeuger haben ein Fehlermeldesystem. Die sollten folglich nachts keine Beleuchtung benötigen.

Mit all diesen Fakten könnten sich die Umweltverbände eigentlich prima ins Projekt einbringen ... dann bleibt's trotz Beschneiung und Flutlichtski so dunkel wie möglich.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 08, 2012, 10:51:46 Vormittag
Das Thema "Lichtemission durch nächtliche Raupenpräparierung" kann man für sage und schreibe EUR 7,99 (z.B. bei Amazon) auf dem Heim-PC simulieren. Das Spiel "Pistenraupen Simulator" (http://www.uieg.de/index.php/de_snowcat_simulator_2011.html) erlaubt u.a. Präparationsfahrten bei Nacht mit normaler Raupenbeleuchtung. Dazu ist zwar die nächtliche Landschaft künstlich aufgehellt worden, aber ich gehe davon aus, dass man zumindest vom Lichtkegel der Raupe eine halbwegs realistische Impression bekommt, denn den Lichtkegel muss der Computer in Abhängigkeit vom Geländeprofil errechnen. Auf der Produktseite gibt es Screenshots dazu. Natürlich darf das Demo-Video nicht fehlen:


Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am August 08, 2012, 01:24:42 Nachmittag
@ Harzwinter
Der Beitrag ist von Dir doch nicht ganz ernst gemeint oder?

Ich glaube nicht dass ein PC-Spiel für 7,99€ als Referenz für die Bewertung des vermeintlichen Einflusses von Beleuchtung durch Pistenpräparierung herangezogen werden kann.

Andernfalls wäre ich in Anbetracht deiner gewohnten qualitativ hochwertigen Kommentare doch stark überrascht.

Ich habe in Sölden mal die Gelegenheit gehabt mit einer Kolonne bei Nacht mit zu fahren.
Die Scheinwerfer sind stark fokussiert, das sind Arbeitsstellenscheinwerfer die auf das direkte Feld vor der Raupe gerichtet sind.
Da strahlt nichts nach oben, nichts zur Seite, nur dahin wo sie es brauchen: Vor das Schild!
Da stehst du unten im Tal, höhrst die Raupen und fragst dich: wo sind die Teile? weil ich sie nicht sehe sobald sie hinter den Bäumen verschwinden. Und dan kommen sie um die Ecke und stehen auf einmal vor dir. Soviel mal zur Lichtverschmutzung durch die Pistenbullies, aus meiner Sicht schon viel zu viel geschrieben, überflüssig.
Leute, lasst die Kirche mal im Dorf! Oder besser gesagt: Auf den Pisten am Wurmberg wo sie seit Jahren fahren und keinen hat es aufgeregt.

Das begehren von Sternengucker kann ich ein Stückweit nachvollziehen und verstehe vollkommen die Motivation die dahinter steht.
Jedoch haben meine Vorredner ja auch schon deutlich gemacht, hier gilt es wirtschaftliche und gesellschaftliche und vor allem existenzielle Interessen einer Mehrheit der Bevölkerung zu berücksichtigen.
Und das Interesse für eine Sternenwarte hält sich doch wohl in recht engen Grenzen.
Am Tourismus und an attraktiven Angeboten für die Masse hängt die ganze Region.
Für mein Verständnis ist da alles gerede über eine vielleicht eventuel geplante Sternenwarte, auf das ein Projekt wie Wurmberg oder Winterberg Rücksicht nehmen müsste, überflüssig.

Das durch die Baumaßnahmen Sommertouristen abgeschreckt werden und es Betriebe gibt die daran zu Grunde gehen ist doch arg weit hergeholt.
Ich kenne keinen Betrieb der allein auf den Sommer setzt. Alle setzen auf einen guten Winter als Basis für ein gutes Geschäftsjahr. Da muss man sich nur mal die Jahresberichte der DEHOGA durchlesen.
Die setzen eindeutig auf die Erweiterungen der Gebiete.
Die Schmälerung der Sommerattraktivität durch die Baumaßnahmen ist temporär.
Vielmehr wird mit der Erweiterung der Gebiete auch massiv auf den Ausbau der Sommerangebote gesetzt. Habt ihr das alle vergessen?
Also genau das wonach alle schreien: Ausbau des Ganzjahresbetriebes.
Und der Wintersport, insbesondere der Alpine, ist dafür die Basis.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 08, 2012, 02:28:47 Nachmittag
@ Ypsilon:

Siehst Du - wieder einen produktiven Beitrag mehr angeregt. Mehr wollte ich gar nicht erreichen.   ;D   ;D   ;D
Wahrscheinlich bist Du von uns der einzige, der schon einmal mit einer Pistenraupe mitgefahren ist und diesen Praxis-Input liefern kann.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 08, 2012, 06:43:52 Nachmittag
Ich glaube, wir können nun nach dem kurzen Kennenlernen uns wieder mehr dem Topic zuwenden: Schierke 2000.

@Sternengucker Es würde mich sehr freuen, wenn Du unter der Prämisse es soll ein Skigebiet Schierke geben, aus Sicht der Sternenwarte eine konkrete Wunschliste formulierst. Vielleicht hast Du auch eine Vorstellung, welche Wunschliste der BUND bzw NABU hätte. Bitte differenziert nach was geht, was geht unter Einschränkungen (z.B. Beschneiung zum Ausbessern scheint für Dich OK zu sein, aber nicht zur Verlängerung der Saison), was geht gar nicht...

@Alle Mit dieser Wunschliste können wir gemeinsam einen Vorschlag erarbeiten, wie ein Skigebiet Schierke unter dem Motto "Wintersport und Umweltschutz sind miteinander vereinbar" aussehen könnte.

Hier nochmal die bisherigen Planungen für das Schierker Wintersportgebiet von Januar 2011 und April 2012. Hier wurde unter dem Aspekt Reduktion des Flächenverbrauchs die Pisten in der Länge aber nicht in der Breite gekürzt.  (Als Wintersportler habe ich nichts gegen die Reduzierung von Flächenverbrauch, wünsche ich mir natürlich möglichst lange Pisten. Eine Reduktion der Breite wäre aus meiner Sicht besser gewesen.)

Vorher: Bild "Ausschnitt Gesamtübersichtsplan" aus dem PDF 06_Neigungsverlauf_ausgewaehlter_Pisten.pdf, erstellt vom Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Eisentraut datiert "Januar 2011".
(http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=7.0;attach=585;image)

Nachher: Bild "Ausschnitt Gesamtübersichtsplan" aus dem PDF 06_A_Neigungsprofile_A1.pdf, erstellt vom Architektur- und Planungsbüro Prof. Dr. Eisentraut markiert als "Ergänzung 2012 zur Studie 2011" vom April 2012.
(http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=7.0;attach=586;image)

Übersichtskarte des BfN (Quelle: "Schutzgebiete in Deutschland - Kartendienst", http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete entnommen am 22.6.2012):
(http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=7.0;attach=599;image)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am August 10, 2012, 11:55:50 Vormittag
@Sternengucker Es würde mich sehr freuen, wenn Du unter der Prämisse es soll ein Skigebiet Schierke geben, aus Sicht der Sternenwarte eine konkrete Wunschliste formulierst. Vielleicht hast Du auch eine Vorstellung, welche Wunschliste der BUND bzw NABU hätte. Bitte differenziert nach was geht, was geht unter Einschränkungen (z.B. Beschneiung zum Ausbessern scheint für Dich OK zu sein, aber nicht zur Verlängerung der Saison), was geht gar nicht...

Ich kann da unmöglich für den BUND oder den NABU sprechen, der größte Kritikpunkt ist ja aber ganz offenkundig die künstliche Beschneiung. Würde auf diese verzichtet (oder zumindest größtenteils verzichtet, selbst Frau de Jong hatte ja in Schierke einen geeigneten Standort für zwei oder drei Schneelanzen ausgemacht), würden eine ganze Reihe von Umweltbedenken (Wasserverbrauch, Grundwasser, FFH-Arten in der Bode etc. pp.) schlagartig wegfallen. Die Rodungen (obgleich großflächig) wären sicher keine unüberwindliche Barriere. Der Widerspruch der Sternwarte hätte sich natürlich sofort erledigt, sobald man auf das Nachtskifahren verzichten oder zumindest die DIN-Richtlinien für die Beleuchtung solcher Sportstätten einhalten würde. Das sind natürlich (das ist mir schon klar) zunächst einmal Extrempositionen - ebenso wie ja aber auch die Position des Investors, überhaupt nichts an seinen Plänen verändern zu wollen, in gewisser Weise eine Extremposition ist. Nun könnte man natürlich versuchen, irgendwie zu einem Kompromiss zu gelangen, was ja aber zumindest in Braunlage scheinbar nicht gewollt zu sein scheint. Lässt man Schierke mal außen vor, würde ich aus dem Bauch heraus vermuten, dass zwei neue Pisten, davon aber nur maximal eine beschneit und eine Flutlichtanlage auf Basis der DIN - meinetwegen auch mit doppelter aber eben nicht fünffacher Lichtstärke - ein möglicher Kompromiss sein könnte. Außerdem müsste schriftlich (und rechtlich unumstößlich) festgelegt werden, dass man auch in Zukunft auf den Einsatz von SnoMax und ähnlichen Produkten verzichten würde - hier gibt es zwar entsprechende Absichtserklärungen, die aber alles andere als rechtlich bindend sind. Wichtig wäre auch eine ländergrenzenübergreifende UVP, wenn(!) absehbar wäre, dass die Baumaßnahmen an der Winterberg-Piste in naher Zukunft beginnen würde. Sollte dies nicht der Fall sein (wobei die Position der Wernigeröder Stadtverwaltung derzeit eine andere ist), könnte dieser Punkt zumindest aus meiner Sicht aber entfallen.

Betrachtet man nur Schierke und lässt wiederum Braunlage außen vor, gäbe es neben der Beschneiung meiner Einschätzung nach das größte Problem mit der Tangierung von Feuchtflächen, die teils von der geplanten Piste durchschnitten, teils durch Speicherbecken ersetzt würden. Hier müsste über alternative Routen sowie insbesondere alternative Standorte für die Speicherteiche nachgedacht werden, um die schädlichen Auswirkungen auf diese Flächen soweit möglich zu begrenzen. Die Schierker Planungen machen mir darüber hinaus im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Projektes Sorgen - was natürlich kein Umweltaspekt aber dennoch ein durchaus wichtiger Punkt ist, da die öffentliche Hand in diese Investitionen (derzeit!) deutlich stärker involviert wäre, als dies in Braunlage der Fall ist. Wenn man mal mit den Leuten vor Ort spricht, stellt man schnell fest, dass es zwischen dem Konzept des Planungsbüros Eisentraut, den Vorstellungen der Schierker und den Wünschen der örtlichen Skisportler teils erhebliche Differenzen gibt - wobei sich dankenswerterweise ja schon zwei von der Stadt ins Leben gerufene Kommissionen damit befassen, alle Interessensgruppen an einen Tisch zu bekommen. Im Hinblick auf den Umweltschutz kann man - abgesehen von der Feuchtflächen- sowie der allgemeinen Beschneiungsproblematik (die Schierker Piste würde bis auf 625m beschneit werden, was in der Tat schon ziemlich tief liegt) wenig konkrete Aussagen treffen, da sich das Projekt derzeit - im Gegensatz zum sehr konkreten Planungsstand in Braunlage - schlicht noch in der Entwicklung befindet. Wenn man hier die Umweltverbände frühzeitig mit ins Boot holt - was meines Wissens nach auch schon angedacht ist - lassen sich solche Reibereien wie in Braunlage hoffentlich vermeiden. Was schon mal positiv ist, ist die sehr deutliche - wenngleich ebenfalls rechtlich (noch) nicht bindende - Aussage der Wernigeröder Stadtverwaltung, auf Snow Inducer wie SnoMax jetzt und in Zukunft auf jeden Fall verzichten zu wollen. Wenn man das so deutlich von Braunlage bekäme (da heißt es eher "ist derzeit nicht vorgesehen"), wäre das auch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am August 10, 2012, 01:03:18 Nachmittag
Zitat
Außerdem müsste schriftlich (und rechtlich unumstößlich) festgelegt werden, dass man auch in Zukunft auf den Einsatz von SnoMax und ähnlichen Produkten verzichten würde - hier gibt es zwar entsprechende Absichtserklärungen, die aber alles andere als rechtlich bindend sind.

Der Einsatz solcher Snow Inducer wie Snomax ist in Deutschland verboten (das Thema hatten wir "nebenan" im Wurmberg-Topic schon). Änderungen an dieser Regelung sind nach meinem Status nicht vorgesehen. D.h. dieser Kritikpunkt ist auf rechtlichem Wege bereits abgehakt. Möglicherweise hatte man bei der Erarbeitung der alten Konzepte noch keine entsprechende Info eingeholt. In der Schweiz wird Snomax mancherorts eingesetzt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am August 10, 2012, 02:03:59 Nachmittag
Der Einsatz solcher Snow Inducer wie Snomax ist in Deutschland verboten (das Thema hatten wir "nebenan" im Wurmberg-Topic schon). Änderungen an dieser Regelung sind nach meinem Status nicht vorgesehen. D.h. dieser Kritikpunkt ist auf rechtlichem Wege bereits abgehakt. Möglicherweise hatte man bei der Erarbeitung der alten Konzepte noch keine entsprechende Info eingeholt. In der Schweiz wird Snomax mancherorts eingesetzt.

Soweit ich weiß, ist der Einsatz von Snow Inducern derzeit explizit nur in Bayern verboten (siehe BayWG Art. 35 Abs. 3 Satz 3: "Zur Beschneiung darf nur Wasser ohne Zusätze verwendet werden.", online zu finden unter http://www.gesetze-bayern.de/jportal/portal/page/bsbayprod.psml?showdoccase=1&doc.id=jlr-WasGBY2010rahmen&doc.part=X). Im niedersächsischen Wasserrecht findet sich kein Passus zu Beschneiungsanlagen (siehe: http://www.recht-niedersachsen.de/28200/nwg.htm), ebenso wenig wie im Wasserrecht des Landes Sachsen-Anhalt (siehe: http://www.landesrecht.sachsen-anhalt.de/jportal/?quelle=jlink&query=WasG+ST&psml=bssahprod.psml&max=true&aiz=true#jlr-WasGST2011rahmen). Auch laut Wikipedia sind Snow Inducer wie SnoMax in Deutschland derzeit nur in Bayern verboten (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Schneekanone#Chemische_Hilfsmittel) - vermutlich auch deshalb, weil sich in den meisten Bundesländern die Frage nach ihrem Einsatz gar nicht erst ergibt. Ein Gesamtverbot für Deutschland ist mir nicht bekannt - auch die Suche in der Datenbank des Bundesjustizministeriums (http://www.gesetze-im-internet.de/index.html) ergab hier keinen Treffer. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren, falls jemand die genaue Gesetzeslage kennen sollte. Für Wernigerode jedenfalls erhielt ich auf meine Anfrage die Auskunft, dass ein Einsatz theoretisch zwar möglich wäre, aufgrund der Umweltgefährdung durch das Produkt aber nicht erwogen wird.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 13, 2012, 02:26:21 Nachmittag
Unternehmer: "Vor Großprojekten erst kleine Dinge richtig machen" (volksstimme.de 11.08.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/911907_Unternehmer-Vor-Grossprojekten-erst-kleine-Dinge-richtig-machen.html)
Zitat
Schierke l Die Pläne zur Entwicklung Schierkes bereiten Thomas Maske seit geraumer Zeit schlaflose Nächte. "Wird das Parkhaus wie geplant gebaut, und werden die Besucher dorthin zum Ortseingang geleitet, ist mein Unternehmen am Ende", erklärt er.

Thomas Maske betreibt die Sommerrodelbahn "Brocken Coaster" direkt am Parkplatz Thälchen. "10 bis 20 Prozent weniger Umsatz, und es gibt eine Ruine mehr in Schierke", fürchtet er. Denn sein Unternehmen lebe vor allem von den Tagesgästen. [...] Direkt und indirekt floss in den Aufbau seines Betriebes auch Fördergeld: rund 600 000Euro. [...]

Der 46-Jährige bezweifelt, dass ein Parkhaus mit 700Stellplätzen in Schierke tatsächlich benötigt wird. "Eigentlich wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht", kritisiert er. Aus seiner Sicht wäre es sinnvoller, das Winterberg-Gebiet zu entwickeln und parallel den Waldparkplatz ebenerdig auszubauen. Würden danach tatsächlich mehr Parkflächen benötigt, könnte eine zweite Parkebene immer noch installiert werden, meint Maske.

Für den Unternehmer ist es unverständlich, dass zwölf Millionen Euro allein in ein Parkhaus investiert werden, selbst, wenn das gefördert wird. [...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am August 14, 2012, 08:29:07 Vormittag
In der Vergangenheit hat der Rodelbahnbetreiber schön öfters gegen das Ortsentwicklungskonzept argumentiert. Die haben offensichtlich Differenzen:

Laut Ortsentwicklungskonzept soll der Coaster mit an den Winterberg umziehen, weil die jetziges Fläche als potentieller Entwicklungsraum benötigt wird. Von einem "Umzug" erwähnt der Coasterbetreiber jedoch kein Wort. Was ist da also hinter den Kulissen los...?!
Vielleicht will der Coasterbetreiber nicht umziehen und soll mittels einer anderen Verkehrslenkung zum Umzug "überredet" werden?!

Ich werde vor Ort mal konkret beim Rodelbahnbetreiber nachfragen, wenn ich nächstes mal in Schierke bin.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 15, 2012, 06:00:28 Nachmittag
Stadtverwaltung beantragt mehr Geld für Kindergartenerzieher und Parkhaus (volksstimme.de 15.08.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/914003_Stadtverwaltung-beantragt-mehr-Geld-fuer-Kindergartenerzieher-und-Parkhaus.html)
Zitat
[...]
Die im Vermögenshaushalt ausgewiesenen Mehrausgaben waren bereits im Vorfeld vom Stadtrat beschlossen worden. Hierbei handelt es sich um zwei Posten, die mit dem neuen Parkhaus in Schierke zusammenhängen. Zum einen wird die Stadtverwaltung ein Anwaltsbüro verpflichten, dass den weiteren Verlauf des Projekts begleitet (plus 68000Euro). Zum anderen mussten Planungskosten, die erst 2013 erfolgen sollten, vorgezogen werden. Diese Änderung steht im Zusammenhang mit der versprochenen Förderung des Landes. Das Geld soll nur dann bereitgestellt werden, wenn das Parkhaus am 30.Juni 2014 fertig ist. Ursprünglich lautete der Zeitplan, das Parkhaus 2014/2015 zu bauen.

Nachdem die Mitglieder des Finanzausschusses den Entwurf des Nachtragshaushaltes auf ihrer Sitzung in der Vorwoche bereits einstimmig empfohlen hatten, gab auch der Bauausschuss grünes Licht. Die endgültige Entscheidung fällt auf einer Sondersitzung des Stadtrates am Dienstag, 4. September.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am August 31, 2012, 01:54:11 Nachmittag
Auch in Schierke geht es voran:

Vision: Ein Dach für Schierkes Eisstadion (Volksstimme.de 31.08.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/923467_Vision-Ein-Dach-fuer-Schierkes-Eisstadion.html)
Zitat
Wernigerode/Schierke l Die Visionen, wie sich Schierke touristisch entwickeln könnte, nehmen konkretere Formen an. Ein Thema, mit dem sich seit Monaten eine Arbeitsgruppe beschäftigt, ist die Zukunft des Eisstadions. "Es ist charakteristisch für den Ort", schätzt Wernigerodes Kulturdezernent Andreas Heinrich ein, der das denkmalgeschützte Areal den modernen Anforderungen für Sport und Kultur anpassen möchte. Einig seien sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe, dass das Eisstadion als touristische Attraktion weiterentwickelt werden müsse. Das Ziel: eine touristische Nutzung der 30 mal 60 Meter großen Fläche für Eissport, aber auch für andere Wettkämpfe sowie eine Sommernutzung. Wie Heinrich vor den Mitgliedern des Kulturausschusses darlegte, sei man von Überlegungen einer geschlossenen Eishalle abgerückt. Favorisiert werde "eine offene Überdachung der Spielfläche und der Tribüne", wie er sagte. Dies sei "eine große Herausforderung" - besonders im Hinblick auf die denkmalpflegerischen Aspekte.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 05, 2012, 08:40:10 Nachmittag
Einst Skipläne kritisiert: Schierke und der doppelte Gaffert (Goslarsche.de 05.09.2012): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,291589.html)
Zitat
SCHIERKE. Vehement kämpft Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (SPD) dafür, den Ortsteil Schierke mit Millionenaufwand zu einem modernen Tourismus-Ort mit alpinem Wintersportangebot auszubauen. In anderer Funktion hatte er gegen Schierker Skipläne argumentiert.

In den vergangenen Monaten war es so: Oberbürgermeister Gaffert drückt aufs Tempo. Für rund 36 Millionen Euro wird Schierke umgebaut. Der Ort soll eine Umgehung, ein Parkhaus, eine Fußgängerbrücke, eine Flaniermeile und für noch einmal rund 40 Millionen Euro ein alpines Skizentrum mit Seilbahnverbindung zum Wurmberg erhalten. Bürgermeister Stefan Grote aus Braunlage erscheint hingegen als Bremser, der im Harzkreis rechtfertigen muss, warum eine solche Verbindung sich aus Braunlager Sicht nicht rentiert.

Doch auch Gaffert hatte einst eine kritische Sicht auf die Dinge. Als Leiter des Nationalparks Hochharz stellte er 1997 in der Wochenzeitung „Die Zeit“ das Projekt „Schierke 2000“ in Frage – das nie verwirklichte Vorläuferprojekt des aktuellen Bauvorhabens. Seine Aussagen von früher werden heute vor allem von Skeptikern des Vorhabens genüsslich in Umlauf gebracht. Gaffert war damals Chef des Nationalparks Hochharz mit Sitz in Wernigerode und sagte: „Der Mensch sollte in seinem Drang, alles gestalten zu wollen, außen vor bleiben.“ Der Nationalparkstatus solle nicht von Sondergenehmigungen durchlöchert werden.

Damals sollte ein Skilift mitten im Nationalpark am Winterberg gebaut werden. Gaffert sagt daher heute: „Es war eine völlig andere Situation.“
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: snowcat am September 05, 2012, 09:14:32 Nachmittag
...schönes Beispiel dafür, wie mit dem Alter bisweilen die Weisheit wächst  ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 05, 2012, 09:27:47 Nachmittag
Schierke: Kein neuer Lift im Harz (Zeit.de 31.01.1997): (http://www.zeit.de/1997/06/Schierke_Kein_neuer_Lift_im_Harz/seite-1)
Zitat
[...]
Doch auch nach der deutschen Vereinigung konnte Schierke nicht wieder an alte Traditionen anknüpfen. In einer ihrer letzten Amtshandlungen wies die DDR die 6000 Hektar um den Brocken im Herbst 1990 als Nationalpark Hochharz aus. In dem nahezu unangetasteten Bergfichtenwald, eine Seltenheit in Mitteleuropa, ist alpiner Skisport verboten.

Dagegen läuft Schierkes Bürgermeister Lothar Thiele schon seit Jahren Sturm: Der "roten Grenze" sei die "grüne Grenze" gefolgt.
[...]

Peter Gaffert, Chef des Nationalparkamts in Wernigerode, hat zwar Verständnis für den Ärger in Schierke, möchte den Nationalparkstatus aber nicht von Sondergenehmigungen durchlöchert sehen: "Der Mensch sollte in seinem Drang, alles gestalten zu wollen, außen vor bleiben."

[...]

Forstwirt Gaffert zweifelt auch daran, daß sich die von Schierke geplante Investition von sechs bis sieben Millionen Mark für die umstrittene Piste überhaupt lohnt: "Die richtigen Alpinskiläufer fahren ohnehin nicht in den Harz, sondern in die Alpen."

[...]

Nun ja, in den letzten 15 Jahren ist dann Winterberg und Willingen im Sauerland passiert und hat gezeigt, dass es doch genügend Menschen gibt, die nicht erst 8h im Auto oder Zug sitzen wollen, um Ski zu fahren.

Es ist völlig legitim, seine Meinung neuen Erkenntnissen anzupassen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 06, 2012, 05:22:36 Nachmittag
Stadträte beschließen finanziellen Nachschlag für Parkhaus-Bau (Volksstimme.de 6.9.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/927084_Stadtraete-beschliessen-finanziellen-Nachschlag-fuer-Parkhaus-Bau.html)
Zitat
Wernigerode l Mit fast absoluter Mehrheit haben sich Wernigerodes Stadtratsmitglieder für einen Nachtragshaushalt ausgesprochen. Die Änderung des Haushaltsplanes wurde unter anderem notwendig, weil Planungen und Bau eines Parkhauses in Schierke vorgezogen werden sollen. Zuletzt hatte der Stadtrat 2009 einem Nachtragshaushalt zugestimmt.

Das geplante Parkhaus, das Teil des Ortsentwicklungskonzeptes für Schierke ist, muss laut Förderrichtlinie des Landes bis Mitte Juni 2014 errichtet und der Bau dokumentiert worden sein. Ursprünglich war 2015 geplant.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 09, 2012, 08:38:40 Nachmittag
Ironie des Schicksals: Oberbürgermeister Gaffert hat Schierke-Pläne einst abgelehnt (volksstimme.de 08.09.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/928274_Ironie-des-Schicksals-Oberbuergermeister-Gaffert-hat-Schierke-Plaene-einst-abgelehnt.html)
Zitat

[...]

"Es ist wohl Ironie des Schicksals, dass ich als ehemaliger Nationalparkleiter heute in der Position bin, in Schierke etwas vorantreiben zu können", sagte Peter Gaffert gestern auf Nachfrage der Harzer Volksstimme. Als politischen Wendehals sehe er sich nicht: "Ich stehe heute noch zu meiner Aussage, dass Nationalparkgebiete unangetastet bleiben müssen - so wie der steilere Hang am Winterberg."

"Wenn man Ideen hat, wird man bekämpft."

Dass auch Mittelgebirge für Touristen ein attraktives Ziel darstellen, war ihm damals allerdings noch nicht bewusst. "Die Übernachtungszahlen in Schierke lagen 1997 noch bei 144000. Heute verzeichnen wir 250000 Übernachtungen. Der Harz ist ein Ziel für Kurzzeitreisen geworden", erklärte er.

Noch als Nationalparkleiter habe er 1998 angeregt, eine Fläche von 70 Hektar, zu der auch ein Teil des Winterbergs gehört, aus der Schutzzone herauszulösen, "um Schierke die Möglichkeit der Entwicklung zu geben". Dabei habe er darauf geachtet, dass keine "ökologisch wertvolle Fläche" für die Ortsentwicklung ausgewählt werde. Gaffert: "Im Gegenzug wurden 3000 Hektar zwischen Stapelburg und Ilsenburg in den Nationalpark eingegliedert."

Bereits in einer Ausschusssitzung hatte Stadtratsmitglied Frank Diesener (Haus Grund) die Zitate Gafferts aus dem "Zeit"-Artikel vorgelesen und seiner Bestürzung über die widersprüchlichen Kommentare von damals und heute Luft verschafft. "Dass diese alten Aussagen von mir jetzt hervorgekramt werden, muss ich akzeptieren", so Gaffert. "Wenn man Ideen hat, wird man anfangs belächelt, dann bekämpft, und später freuen sich alle über die Ergebnisse."

Die Meinung der Wissenschaftlerin und Kritikerin von Kunstschneeproduktion Carmen de Jong, die vor dem Einsatz von Schneekanonen im Harz warnte, sieht er indes gelassen: "Sie hat innerhalb von drei Tagen ihr Urteil gefällt. Wir warten die Langzeit-Studien ab."

Ein Experten-Team unter Ralf Roth, Kölner Professor der Deutschen Sporthochschule, erarbeitet momentan drei Gutachten zu Flora, Fauna und Wasserhaushalt am neuen Winterberg-Skigebiet. "Sollte sich herausstellen, dass unsere Pläne zu stark in die Umwelt eingreifen, werden wir von ihnen abrücken", erklärte Gaffert.

Mit den ersten Ergebnisse über die Pflanzen- und Tierwelt wird im Oktober gerechnet.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 11, 2012, 04:49:39 Nachmittag
@Sternengucker Es würde mich sehr freuen, wenn Du unter der Prämisse es soll ein Skigebiet Schierke geben, aus Sicht der Sternenwarte eine konkrete Wunschliste formulierst. Vielleicht hast Du auch eine Vorstellung, welche Wunschliste der BUND bzw NABU hätte. Bitte differenziert nach was geht, was geht unter Einschränkungen (z.B. Beschneiung zum Ausbessern scheint für Dich OK zu sein, aber nicht zur Verlängerung der Saison), was geht gar nicht...

[...]
der größte Kritikpunkt ist ja aber ganz offenkundig die künstliche Beschneiung.
[...]
Nachtskifahren verzichten oder zumindest die DIN-Richtlinien für die Beleuchtung solcher Sportstätten einhalten
[...]
Problem mit der Tangierung von Feuchtflächen, die teils von der geplanten Piste durchschnitten, teils durch Speicherbecken ersetzt würden. Hier müsste über alternative Routen sowie insbesondere alternative Standorte für die Speicherteiche nachgedacht werden, um die schädlichen Auswirkungen auf diese Flächen soweit möglich zu begrenzen.
[...]
Die Schierker Planungen machen mir darüber hinaus im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Projektes Sorgen
[...]

Ich musste sehr lange darüber nachdenken, wie man diese Punkte am besten in einem alpinen Wintersportskonzept berücksichtigen könnte.

Für die Urlaubsplanung eines Wintersportlers sind folgende Punkte zu beantworten:


Ausgehend vom Eisentraut-Konzept markiert als "Ergänzung 2012 zur Studie 2011" vom April 2012, könnte man zumindest "Deine" Punkte entgegenkommen, wenn


Um das Gebiet für Wintersportler attraktiv zu machen, wäre mein Vorschlag werbewirksam die Pistenkilometer zu erhöhen. Der "Große Skihang" müßte nach unten so weit wie möglich verlängern (Scherstorweg) und mit Baumreihen bzw. Waldflächen in bis zu 3 parallele Abfahrten unterteilt werden (Pistenkilometer "Großer Skihang" = Länge x 3). Ebenso könnte man den "Kleinen Skihang" in zwei Pisten ähnlich der Rathauswiese mit einem mittigen Lift unterteilen (Pistenkilometer "Kleiner Skihang" = Länge x 2).

Talabfahrt: ca. 2000m
Großer Skihang: ca. 700m * 3 = 2100m, 100% beschneibar
Kleiner Skihang: ca. 200m * 2 = 400m, 100% beschneibar
Gesamtpistenlänge: 4500m, über 50% beschneibar!

Leider sind 4,5km Gesamtpistenlänge auch für Mittelgebirge nicht sehr viel und die Abfahrten alle eher einfach (blau).

Um anspruchsvollere Abfahrten anzubieten, müssten aber die steileren Hänge des Großen Winterberg erschlossen werden, die im Nationalpark Harz liegen. Sowohl der Nationalpark als auch OB Gaffert stehen aber einer Erschließung des NPs für den alpinen Wintersport skeptisch gegenüber.

Hier hätte ich einen möglichen Kompromiss-Vorschlag:
 
Man weist Skirouten für Tourengeher und Freerider (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,59.0.html) aus. Mit ein paar Skitouren und Freeridehängen könnte man die "Pistenkilometer" und den sportlichen Anspruch ohne Probleme steigern. Tourengeher und Freerider brauchen keinen Lift, Skirouten und Freeridehänge müssen nicht beschneit werden, an manchen Stellen müssen höchsten zwei oder drei Baume gefällt werden - es ist der Inbegriff vom nachhaltigen sanften alpinen Wintersport.

Schierke: Paradies für Tourengeher!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 11, 2012, 05:30:04 Nachmittag
Grundsätzlich eine gute Idee. Explizit ausgewiesene Freeridestrecken gibt's im Harz aktuell noch nicht. Die erste wird die "alte" Hexenrittstrecke am Wurmberg sein.

Nur: Wo sollen all diese Strecken hin? M.E. müssen sämtliche künftigen Abfahrten am Winterberg zunächst im "Klenkhart"-Style gerodet werden, weil das ehemalige und künftige Ski-Terrain seit Jahrzehnten bewaldet ist. Jeder Kilometer Freeridestrecke erfordert zusätzliche Rodung. Das ist einerseits nur außerhalb des NP-Terrains im eher unattraktiven Terrain möglich und wird andererseits keinen Jubel erzeugen. Ich wüsste nicht, wo es am Großen Winterberg im NP-Bereich aktuell eine bestehende Trasse gibt, die man für Freeride nutzen könnte.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 11, 2012, 06:34:17 Nachmittag
[...]
Nur: Wo sollen all diese Strecken hin?
[...]

Ich dachte an sowas:
Bericht von Fubu, Winterberg 2010 (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,59.msg422.html#msg422)

(http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=59.0;attach=193;image)

(http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=59.0;attach=199;image)

(http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=59.0;attach=201;image)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 11, 2012, 06:45:46 Nachmittag
Diese Bilder von fubu hab' ich auch noch im Hinterkopf ... zuvor müsste man prüfen, wo sich dieses Terrain befindet und ob es tatsächlich eine halbwegs durchgängige Trasse bildet.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am September 12, 2012, 08:29:56 Vormittag
Das wäre in der Tat ein spannender Vorschlag mit Alleinstellungsmerkmal, der auch ohne allzu großen Aufwand umgesetzt werden könnte.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 12, 2012, 06:50:57 Nachmittag
Skitour zum Brocken 19.02.12 (http://www.youtube.com/watch?v=eTz6QvHWr98)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 12, 2012, 09:45:16 Nachmittag
Dreimal hundert Euro Geldbuße für eine so unverfrorene Ordnungswidrigkeit im Nationalpark. Die armen Frühbrüter!

oder ...

Einfach nur geil!  8)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am September 12, 2012, 11:20:55 Nachmittag
na na na.... veratet mir meine geheimstrecken nicht! ;)

das video is ja ma wohl der hit....ideen ham die leute... kann ich gar nich nachvollziehn.... ;)

ride on
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am September 14, 2012, 12:53:36 Nachmittag
Wen es interessiert - dies ist der aktuelle Stand der Brückenbauarbeiten in Schierke:

(http://farm9.staticflickr.com/8171/7984916993_0db3d7e8d7_c.jpg)

(http://farm9.staticflickr.com/8169/7984917445_d5023f875e_c.jpg)

Die Bauarbeiten zur Erweiterung der Sandbrinkstraße laufen ebenfalls an - was leider auch unschöne Rodungen mit einschließt:

(http://farm9.staticflickr.com/8171/7984924498_64276dc106_c.jpg)

(http://farm9.staticflickr.com/8445/7984915633_cb5e6f1331_c.jpg)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: fubu_10 am September 14, 2012, 03:33:20 Nachmittag
...war auch letzte woche in schierke... wenns mich einer fragt, am waldparkplatz schauts mehr als traurig aus...

wegen mir brauchts koan skigebiet in schierke...

ride on
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 14, 2012, 03:58:31 Nachmittag
Wird hier schon Platz fürs geplante Parkhaus geschaffen?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 14, 2012, 07:25:11 Nachmittag
@sternengucker & fubu_10  Vielen Dank für die Bilder!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 14, 2012, 07:26:22 Nachmittag
Wird hier schon Platz fürs geplante Parkhaus geschaffen?

Gut möglich. Für eine Seilbahn-Talstation ist das noch viel zu früh.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 14, 2012, 09:24:45 Nachmittag
Für's Parkhaus eigentlich auch ...   :)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 15, 2012, 10:07:17 Vormittag
07./12 öffentliche/nichtöffentliche Sitzung des Hauptausschusses Mi, 22.08.2012 (http://www.ratsinfo-online.de/wernigerode-bicms/to020.asp?TOLFDNR=17858&options=4):
Zitat
[...]
Mit den Baumfällarbeiten zur Vorbereitung des Ausbaues der Sandbrinkstraße wird am 29.09.12 begonnen. Vor Beginn der Wintersaison sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Eine entsprechende Presseinformation hierzu ist in Vorbereitung. Parallel zum Ausbau der Sandbrinkstraße laufen alle vorbereitenden Arbeiten für das Vorhaben II, Parkhaus mit Fußgängerbrücke. Sämtliche Antragsunterlagen liegen vor, einschließlich der positiven Stellungnahme der Kommunalaufsicht. Der Zuwendungsbescheid ist noch für August avisiert. Die Genehmigung des Nachtragshaushaltes vorausgesetzt, können Planungsaufträge und europaweite Ausschreibungen termingerecht erfolgen. Geplant sind der Baustart am 01.04.2013 und der Abschluss der Maßnahme spätestens am 30.06.2014.
[...]

Ich vermute, dass um im April das Parkhaus bauen können, die Bäume jetzt gefällt werden müssen, da im Frühjahr wieder Vögel in den Bäumen brüten könnten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am September 19, 2012, 10:10:17 Vormittag
Hier liegt wahrscheinlich bei Nicht-Skifahrern ein Missverständnis bezüglich des Einsatzes von technischer Beschneiung vor: In den seltensten Fällen geht es um eine Vollbeschneiung des Skigebietes. Es geht primär um die Steigerung der Pistenqualität. Z.B. führt der Wochenendandrang am Wurmberg regelmäßig dazu, dass die Pisten an bestimmten Stellen vereisen. Auch kann es vorkommen, dass ein Wintersturm Teile der Piste bis auf den eisigen Untergrund freibläst. Das ist für ungeübte Wintersportler sehr gefährlich und es besteht die Gefahr von Verletzungen. Hier hilft etwas technische Beschneiung solche Stellen zu entschärfen.

An dieses Missverständnis musste ich doch glatt wieder denken, als ich heute auf der Webseite der Wurmbergseilbahn-Gesellschaft folgendes las:

Zitat
Herzstück des Ausbauvorhabens ist neben der Sesselbahn und der leistungsfähigen Beschneiungsanlage, die dafür sorgen wird, dass auch ohne eine Flocke Naturschnee binnen 72 Stunden der Skibetrieb auf 5,4 km Pisten aufgenommen werden kann, die neue Piste am Osthang.

http://www.wurmberg-seilbahn.de/wurmberg2012.php

Wow - ein vollwertiger Skibetrieb ohne auch nur eine einzige Flocke Naturschnee. Vielleicht ist vor dem Hintergrund solcher Verlautbarungen eher verständlich, wie Umweltschützer auf die Idee kommen, die Anlagen könnten der Vollbeschneiung und eben nicht nur des Ausgleichs leichter Unregelmäßigkeiten auf der Piste dienen...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am September 19, 2012, 10:24:15 Vormittag
Es geht hier offensichtlich darum, was getan werden kann, wenn es zwar wochenlang Dauerfrost, jedoch keinen Niederschlag gibt. Sofern das absehbar ist, wie in einigen Wintern, die gar nicht so lange zurück liegen, kann es durchaus Sinn machen die Schneekanonen mal für 72 Stunden zu verwenden um auch für den Rest des Winters eine ausreichende Grundlage zu schaffen.

Man kann alles negativ sehen, wenn man das möchte — in diesem Fall kann ich an der getroffenen Aussage allerdings wahrlich nichts verwerfliches erkennen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 19, 2012, 10:40:19 Vormittag
Da habe ich auch gedacht: Laut getrommelt (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,107.msg1383.html#msg1383)! Absolute Schneegarantie(tm). Fast jeder Wintersportler dürfte aber wissen, dass Wintersport weiterhin wetterabhängig ist. Eine fette Beschneiungsanlage beruhigt aber ungemein, auch wenn sie nicht maximal genutzt wird.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am September 19, 2012, 12:29:35 Nachmittag

Wow - ein vollwertiger Skibetrieb ohne auch nur eine einzige Flocke Naturschnee. Vielleicht ist vor dem Hintergrund solcher Verlautbarungen eher verständlich, wie Umweltschützer auf die Idee kommen, die Anlagen könnten der Vollbeschneiung und eben nicht nur des Ausgleichs leichter Unregelmäßigkeiten auf der Piste dienen...

Wenn Umweltschützer im Harz nicht ständig ein überzogenes Drama kreieren würden, dann könnten die Skigebietesbetreiber klar sagen, was dort passieren soll. Jedes Top-Mittelgebirgsskigeiet hat Vollbeschneiung, etwas anderes ist in den Mittelgebirgen nicht sinnvoll. Oft sind Kälteperioden und Schneefall nicht identisch.

Der Winter 2007/2008 war für Mittelgebirge eine Katastrophe. Im Sauerland hat es nicht eine einzige Flocke geschneit! Dennoch konnte in Kälteperioden beschneit werden, wodurch immerhin 65 Ski-Betriebstage erreicht werden konnten, ansonsten wären es 0 gewesen. Die besagte Saison war im Sauerland übrigens das Einzige seit der Beschneiung, wo in Winterberg <90 Skitage erzielt wurden. 

Ohne Beschneiung hätte es für die Hotellerie dramatische und für manchen Betrieb existentiell bedrohliche Übernachtungseinbrüche gegeben, da Winterberg im Winter ca. die Hälfte seiner Gesamtübernachtungen generiert.

Fazit: Vollbeschneiung sichert die Übernachtungszahlen, was der Naturschutz fahrlässig außer Acht lässt. Beschneiung ist ein wesentlicher touristischer Wirtschaftsfaktor, dem der sanfte Tourismus nichts entgegen setzen kann! Für dieses Faktum wünsche ich mir vom Naturschutz ein Verantwortungsbewusstsein, welche Knolle & Co. nicht haben. Stattdessen klagen sie gegen das Projekt mit unseren Steuergeldern und insbesondere den Steuergeldern, die u.a. durch die Tourismuswirtschaft im Harz abgeführt werden.   
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am September 19, 2012, 01:27:14 Nachmittag
Man kann alles negativ sehen, wenn man das möchte — in diesem Fall kann ich an der getroffenen Aussage allerdings wahrlich nichts verwerfliches erkennen.

Ich sehe auch nicht alles negativ - und an der Aussage ist sicher auch nichts verwerflich. Mir ging es nur um die Feststellung, dass die Anlage eben doch darauf ausgelegt ist 72-stündige Vollbeschneiungen bei ausbleibendem Schnee zu realisieren und sicher auch so eingesetzt werden wird. Zuvor war mir ja in diesem Forum mehrfach erläutert wurden, Beschneiungsanlagen würden fast ausschließlich der "Schönheitsbeschneiung" und der Problemkorrektur bei an sich ausreichender natürlicher Schneedecke dienen.

Wenn Umweltschützer im Harz nicht ständig ein überzogenes Drama kreieren würden, dann könnten die Skigebietesbetreiber klar sagen, was dort passieren soll. Jedes Top-Mittelgebirgsskigeiet hat Vollbeschneiung, etwas anderes ist in den Mittelgebirgen nicht sinnvoll. Oft sind Kälteperioden und Schneefall nicht identisch.

Nichts anderes habe ich je vermutet und das Thema hier nur nochmal aufgegriffen, da mir in diesem Forum ja exakt in diesem Punkt widersprochen wurde.

Vollbeschneiung sichert die Übernachtungszahlen, was der Naturschutz fahrlässig außer Acht lässt. Beschneiung ist ein wesentlicher touristischer Wirtschaftsfaktor, dem der sanfte Tourismus nichts entgegen setzen kann! Für dieses Faktum wünsche ich mir vom Naturschutz ein Verantwortungsbewusstsein, welche Knolle & Co. nicht haben.

Die Sicherung der Übernachtungszahlen ist nicht die Aufgabe des Naturschutzes, sondern die Aufgabe der entsprechenden Einrichtungen der Wirtschaftsförderung. Darüber hinaus ist für den Harz klar belegt, dass das Naturerlebnis und die Nähe zum Nationalpark wesentliche Motivatoren für Besuche in den Harz darstellen, während Sport im Allgemeinen und Wintersport im Besonderen nur von untergeordneter Bedeutung sind. Dass sich dies anders darstellt, wenn ausschließlich der Ort Braunlage betrachtet wird, stelle ich damit nicht in Abrede. Insgesamt betrachtet sind aber die Bewahrung der Natur und die Aufrechterhaltung des Nationalparkbetriebs von weitaus größerer Bedeutung für den Harztourismus als der Wintersport, siehe dazu auch diese Grafik zu den Motiven von Harzurlaubern bei der Auswahl ihres Ferienortes (Quelle ist der HVV bzw. HTV).

[attach=1]

Stattdessen klagen sie gegen das Projekt mit unseren Steuergeldern und insbesondere den Steuergeldern, die u.a. durch die Tourismuswirtschaft im Harz abgeführt werden.

Das stimmt so nicht. Der BUND finanziert sich fast ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Die nun angestrengte Klage wird nicht aus Steuergeldern finanziert. Steuergelder fließen lediglich in erheblicher Menge (~2 Mio. Euro Land/NBank/EFRE + ~1 Mio. Euro Landkreis + 1,1 Mio. Euro Stadt für Wiederaufforstung + 1,5 Mio. Euro Stadt für neuen Parkplatz) in den Ausbau am Wurmberg, nicht jedoch in die Aktivitäten des BUND.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am September 19, 2012, 02:07:53 Nachmittag
Nun ja, wenn man sich den aktuellen Bericht des Bundes der Steuerzahler anschaut, so kann man auch noch ganz andere Projekte kritisieren, die von Naturschutzverbänden sicherlich vorab nicht mit Klagen torpediert wurden.

Gerade im Radio wurde beispielsweise der Bau einer ca. 50m langen Brücke über eine Bundesstraße bei Göttingen kritisiert, welcher 2,6 Millionen Euro gekostet hat und nun gerade einmal 9 Wildtieren einen sicheren Weg über die Straße bietet.

Die Verhältnismäßigkeit ist hier meiner Meinung nach überhaupt nicht mehr gegeben und in diesem und ähnlichen Fällen bin ich beispielsweise nicht damit einverstanden, wie mit unseren Steuergeldern umgegangen wird.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 19, 2012, 02:08:36 Nachmittag
@sternengucker:
Gute Detailinformationen - vielen Dank!

Ich persönlich betrachte die Grafik des HTV mit großer Vorsicht. Hier müsste man zunächst prüfen, wer genau befragt wurde "(Harzurlauber") - nur Übernachtungsgäste oder auch Tagesbesucher. Gerade wegen des aktuellen Defizits in Sachen Alpinski kommen ja viele Skifahrer nur für Tagesbesuche in den Harz. Des weiteren hat der HTV m.E. die Antwortgruppen subjektiv und politisch motiviert aggregiert. Es fehlen die wichtigen Bereiche Wandern und Wintersport. Vermutlich wurden sie unter "Naturerlebnis" und "Sport" subsumiert. Das verzerrt den Sachverhalt aus meiner Sicht beträchtlich.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 19, 2012, 02:24:33 Nachmittag
Man kann alles negativ sehen, wenn man das möchte — in diesem Fall kann ich an der getroffenen Aussage allerdings wahrlich nichts verwerfliches erkennen.

Ich sehe auch nicht alles negativ - und an der Aussage ist sicher auch nichts verwerflich. Mir ging es nur um die Feststellung, dass die Anlage eben doch darauf ausgelegt ist 72-stündige Vollbeschneiungen bei ausbleibendem Schnee zu realisieren und sicher auch so eingesetzt werden wird. Zuvor war mir ja in diesem Forum mehrfach erläutert wurden, Beschneiungsanlagen würden fast ausschließlich der "Schönheitsbeschneiung" und der Problemkorrektur bei an sich ausreichender natürlicher Schneedecke dienen.

Ja, da hast Du recht und ich wurde bereits in meiner Vermutung korrigiert (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,7.msg2252.html#msg2252): Wenn so wie im Sauerland beschneit wird, dann ist am Anfang der Saison mit einer Grundbeschneiung zu rechnen und während der Saison mit "Schönheitsbeschneiungen" (d.h Steigerung der Pistenqualität sowie abgeschrabbelte Flächen und Eisflächen beschneien).

Zitat von: Sternengucker
[...] Darüber hinaus ist für den Harz klar belegt, dass das Naturerlebnis und die Nähe zum Nationalpark wesentliche Motivatoren für Besuche in den Harz darstellen, während Sport im Allgemeinen und Wintersport im Besonderen nur von untergeordneter Bedeutung sind. [...]

Nationalparkbesucher?

 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am September 19, 2012, 02:41:01 Nachmittag
Nationalparkbesucher?

Deshalb schrieb ich ja:

Zitat
Dass sich dies anders darstellt, wenn ausschließlich der Ort Braunlage betrachtet wird, stelle ich damit nicht in Abrede. Insgesamt betrachtet sind aber die Bewahrung der Natur und die Aufrechterhaltung des Nationalparkbetriebs von weitaus größerer Bedeutung für den Harztourismus als der Wintersport.

Auch für Braunlage und sogar für den Wurmberg gilt aber, dass die Zahl der dort urlaubenden Wanderer und Spaziergänger (die - das darf man sicherlich annehmen - sich vor allem an der Natur, der guten Luft und dem Bergpanorama erfreuen wollen) die Zahl der Skifahrer deutlich übersteigt, siehe z.B. diese Aufstellung aus dem Wirtschaftlichkeitsgutachten zum Wurmberg von Montenius Consult:

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Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 19, 2012, 03:42:11 Nachmittag
Auch für Braunlage und sogar für den Wurmberg gilt aber, dass die Zahl der dort urlaubenden Wanderer und Spaziergänger (die - das darf man sicherlich annehmen - sich vor allem an der Natur, der guten Luft und dem Bergpanorama erfreuen wollen) die Zahl der Skifahrer deutlich übersteigt, siehe z.B. diese Aufstellung aus dem Wirtschaftlichkeitsgutachten zum Wurmberg von Montenius Consult:

Nach meinen Beobachtungen interessiert die Gäste der Kategorie "Fußgänger" eher das gastronomische Angebot der Wurmberg-Alm, sowie der Spielplatz und der Streichelzoo als der Erhalt des Nationalparks Harz. Statt den Wurmberg zu besuchen, könnten die Wurmberg-Seilbahn nutzenden "Fußgänger" auch den Achtermann im Nationalpark hochwandern ... passiert aber nicht. Den Nationalpark Harz verstehe ich auch nicht als Einrichtung zur Förderung des Bergpanoramas oder der guten Luft: In wenigen Jahren wird es wahrscheinlich wegen der durch Borkenkäfer zerfressenen Hänge am Achtermann und Brocken ganz saftigen Ärger geben. Sei's drum, die touristischen Betriebe im Harz brauchen zahlungskräftige Besucher zu allen Jahreszeiten. Nur von Wintersportlern oder nur von Sommergästen kann kein touristischer Betrieb leben. Das muss beim Konzept für Schierke berücksichtigt werden.

Sollte es vom Naturschutz und Wasserhaushalt vertretbar sein, dass man für die Ski-Abfahrten am kleinen Winterberg eine Beschneiungsanlage baut, dann sollte man es auch tun. Allein die Werbewirkung "absolute Schneesicherheit(tm)" sorgt schon für mehr Wintersportler:

Urlaubsplanung eines Wintersportlers (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,7.msg2483.html#msg2483):

Ich bin überzeugt, Wintertourismus und Umweltschutz sind miteinander vereinbar (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?topic=132.0).
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: snowcat am September 19, 2012, 03:54:11 Nachmittag
Nationalparkbesucher?



Auch für Braunlage und sogar für den Wurmberg gilt aber, dass die Zahl der dort urlaubenden Wanderer und Spaziergänger (die - das darf man sicherlich annehmen - sich vor allem an der Natur, der guten Luft und dem Bergpanorama erfreuen wollen) die Zahl der Skifahrer deutlich übersteigt, siehe z.B. diese Aufstellung aus dem Wirtschaftlichkeitsgutachten zum Wurmberg von Montenius Consult:

(Dateianhang Link)

Nun ja, soll das etwa eine Begründung gegen die Modernisierung des Skigebietes sein ??? Dann kann man doch eher sagen: Die Zahl der Skifahrer ist eben so gering, weil der Wurmberg heute keine zeitgemäße Infrastruktur für Alpinskifahrer bietet, dh es kommen übewiegend Tagesgäste, u.a. weil die Schneesicherheit (mangels Beschneiung) im Vergleich zu anderen Mittelgebirgsskigebieten nicht gewährleistet ist, und auch die Wochenendbesucher werden durch die Verhältnisse (geringe Beförderungskapazität, relativ uninteressantes Pistenangebot) sicher in hohem Maße abgeschreckt, wenn denn mal gute Schneeverhältnisse herrschen. Ich setze mich jedenfalls ungern ins Auto, wenn ich schon weiß, dass die Anstehzeiten (s. Foto von playjam) an Sa./So. größer sind als die Zeiten, die ich bei der Abfahrt verbringe. Und das wirkt sich dann eben, weil viele so denken, auf die Nachfragestruktur aus..... Und wenn ich infolge der Schneeverhältnisse zT weniger als 5o Skitage in der Saison habe, komme ich im Leben nicht an die Zahl der Sommergäste heran.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am September 20, 2012, 08:45:54 Vormittag
Snowcat sieht das richtig:
Der Wurmberg wird bislang unter Skifahrern als attraktives Mittelgebirgsskigebiet nicht wirklich ernst genommen, entsprechend niedrig ist die Frequentierung. Durchschn. Skifahrertage p.a. im Vergleich: Winterberg ca. 500-600tsd;Feldberg 450000; Arber+Fichtelberg je 250-300tsd; Willingen 100-150tsd.

Schaut man sich die Zahlen in guten Wintern an, dann sieht man dass Wurmberg/Schierke zusammen ein enormes Potential haben, welches ich >300000 einschätze, wenn man denn nur gescheit ausbauen könnte und nicht von vielen Seiten behindert wird.

Damals hatte der IFT-Chef den Winterbergern eine Verachtfachung des Umsatzes auf beschneiten Pisten vorausgesagt, was keiner glauben wollte. Die Prognose ist eingetreten. 

Die Anführung des deutlich höheren Sommerbetriebes von Sternengucker sind kein zulässiges Argument gegen den Winterausbau. Die Ettelsbergseilbahn Willingen macht auch 75% seines Umsatzes im Sommer und ist übrigens die wirtschaftlich erfolgreichste Seilbahn in D.

Die Wurmbergzahlen zeigen auf rückläufige Frequentierung im Sommer, da müssen die sich etwas einfallen lassen, was das Vorhaben der Sommernutzung des Speicherseees erklärt. Das Entwicklungspotential für den Wurmberg liegt samt Synergien im Winterbetrieb, nicht im Sommer. Ein erfolgreiches Ganzjahreskonzept ist auf die Winterinvestition angewiesen. Und alles was die sich für den Sommer einfallen lassen, wird vom Naturschutz ebenfalls abgelehnt. Der Bikepark hat ebenfalls ein hohes Entwicklungspotential, sofern mehr Lifte geschaffen werden, da die wenigen Biker derzeit am Wochenende schon 1 Std. Wartezeit an der Seilbahn haben. Der neue Hexenrittsessel ist im Sommer für die Biker eine enorme Entlastung.

Der Wurmberg hat es seit der Wende im Sommer sehr schwer gegen den Brocken, da er seine Top-Position als Berg eingebüßt hat. Paradoxerweise braucht Schierke dringend den Wurmberg für seine Entwicklung, da Schierke wegen des NP keine infrastrukturelle Ortsanbindung an den Brocken entwickeln kann.

Die Gästeumfragen sind ebenfalls verzerrt. Das sehe ich wie Harzwinter. Wäre der Wurmberg bereits ausgebaut und eines der Top-5 Mittelgebirgsskigebiete, dann wäre das Interresse Wintersport in der Skala ganz oben. Wintersportler kommen auch wegen des Naturerlebnisses. Hätte der Harz eine Top-Wintersportinfrastruktur, das interesse wäre m.E. knapp hinter dem NP angesiedelt bei ca. 35%. Dass der Wintersport nicht einmal eine eigene Rubrik bekommen hat belegt den Mangel.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am September 26, 2012, 01:02:26 Nachmittag
Aus dem GZ-Online Ticker:

Goslarsche.de 26.09.2012: (http://www.goslarsche.de/Home/startseite/harzticker_arid,295682.html)
Zitat
Die Stadt Wernigerode schlägt einen Kompromiss für die touristische Zusammenarbeit der Orte Schierke und Braunlage vor. Denkbar sei eine Seilbahn, die nicht von Schierke auf den Wurmberg, sondern nur auf den Sattel des Winterbergs führe, sagte Oberbürgermeister Peter Gaffert am Mittwoch beim Brockenstammtisch. Zudem wurde bekannt, dass Schierke mit Fördermitteln des Landes Sachsen-Anhalt von zehn Millionen Euro rechnen kann.

Morgen mehr...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am September 26, 2012, 01:25:59 Nachmittag
Ich bin gespannt, wie die Vorschläge konkret aussehen, aber soweit ich mich recht erinnere steht das so schon eine ganze Weile im Raum oder?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 26, 2012, 02:29:45 Nachmittag
Der Vorschlag ist in der öffentlichen Diskussion mehrere Monate alt, im Forum "Skifahren im Harz" mehrere Jahre.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 26, 2012, 05:54:40 Nachmittag
Kleiner Schritt zum Ski-Traum zwischen Schierke und Braunlage (Goslarsche.de 26.09.2012): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,295771.html)
Zitat
[...]

Das am häufigsten benutzte Wort im leidenschaftlichen Vortrag von Gaffert, mit dem er am Mittwoch beim Brockenstammtisch vor 90 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Medien die Perspektiven Schierkes schilderte, lautete „unglaublich“. Schierke habe unglaubliches Potenzial, der Bekanntheitsgrad Schierkes sei unglaublich.

Was dem Ort zu seinem Glück aber fehlt, ist ein alpines Skigebiet. Seit Langem bohrt Gaffert dicke Bretter, wenn er von einer Skischaukel, einer direkten Verbindung zum Wurmberg, schwärmt. Die Wurmbergseilbahngesellschaft, an der die Stadt Braunlage 17 Prozent hält, winkte ab: kein Interesse. Braunlage Bürgermeister Stefan Grote sagte: „Ein weiterer Zugang zum Wurmberg rechnet sich betriebswirtschaftlich nicht.“ Überdies sei eine Abfahrt nach Schierke nicht attraktiv. Mit dem Vorschlag, eine Seilbahn nicht bis auf den Wurmberg, sondern nur auf den Sattel zwischen Großem und Kleinem Winterberg zu bauen, legte Gaffert jetzt einen Kompromiss vor, den auch Grote als Alternative akzeptiert.

Die kleinere Seilbahn würde rund 300 Meter vor dem Kaffeehorst stoppen. Dort entsteht die neue Braunlager Seilbahn. Eventuell könne ein Schlepplift entstehen, um die Distanz bequem zu überbrücken.

Gaffert sieht den Kompromiss als einen Anfang. [...]

Mehr zum Thema wieder in der gedruckten GZ.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am September 26, 2012, 06:24:10 Nachmittag
Wenn die so weiter machen, dann lohnt sich ja bald sogar ein Abo der Goslarschen. :-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 26, 2012, 07:43:32 Nachmittag
Ohne ein sinnvolles Konzept, das von allen Seiten unterstützt wird, die Zielgruppen im Rahmen des Machbaren gut bedient und finanzierbar ist, geht es nun mal nicht ... immerhin kommen wir allmählich von den Luftschloss-Konzepten weg.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 26, 2012, 08:37:45 Nachmittag
Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft - Pressemitteilung Nr.: 039/2012, Magdeburg, den 26. September 2012 (http://www.presse.sachsen-anhalt.de/index.php?&cmd=get&id=856185&identifier=ed0d7e37c12056ab3dbd37c76eb3f9ee)
Zitat
79. Brockenstammtisch: Zuwendungsbescheid für 2. Bauabschnitt
Tourismusprojekt Schierke: Richter überreicht Förderbescheid über rund 6,6 Millionen Euro


Wirtschaftsstaatssekretär Michael Richter hat heute während des 79. Brockenstammtisches einen Zuwendungsbescheid über rund 6,6 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt des Tourismusprojektes Schierke an Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert überreicht. Gefördert werden die Investitionsmaßnahmen „Parkhaus“ und „Brücke Bodeweg“ in Höhe von ca. 9,1 Millionen Euro. „Damit dokumentiert das Land seine zugesagte Unterstützung für die Ortsentwicklung Schierkes“, sagte Richter. „Nach dem in diesem Jahr gestarteten Neubau zweier Brücken und dem im nächsten Jahr folgenden Ausbau der Sandbrinkstraße wird sich mit dem Bau des Parkhauses das Parkplatzproblem lösen lassen. Dann kann Schierke sein großes touristisches Potential endlich nutzen.“
 
Gerade an Wochenenden und Brückentagen sei Schierke „übervoll mit Fahrzeugen, die keinen Parkplatz finden“, sagte Gaffert. Dies schade nicht nur dem Ortsbild, sondern hinterlasse bei vielen Tagesgästen nachhaltige negative Eindrücke. „Mit dem Parkhaus und seiner zentralen Anbindung über eine neue Brücke in den Ortskern wird es uns gelingen dieses Problem zu lösen“, ist er sich sicher. Gaffert würdigte zudem die herausragende Förderung des Landes bei der Gesamtentwicklung Schierkes. „Innerhalb kürzester Zeit können Infrastrukturmaßnamen von mehr als 20 Millionen Euro realisiert werden. Ein Investitionsschub, an den keiner mehr geglaubt hat und der sich nachhaltig auf die Entwicklung Schierkes auswirken wird. Unser herzlicher Dank gilt dem Land Sachsen-Anhalt“, sagte der Oberbürgermeister.
 
Mit dem Bau des Parkhauses soll parallel zum Straßenbau der Sandbrinkstraße im Frühjahr 2013 begonnen werden soll. Als Fertigstellungstermin ist Mitte 2014 avisiert. „Ein ambitionierter Zeitplan, dessen Realisierung uns am Herzen liegt um die Beeinträchtigungen in Schierke so gering wie möglich zu halten“, betonte Peter Gaffert. Das Parkhaus soll zukünftig über 715 Parkplätze verfügen und damit zu einer deutlichen Entlastung der bisherigen Parkkapazitäten beitragen.
 
Hintergrund:
Vor knapp einem Jahr hatte Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Prof. Birgitta Wolff einen Fördermittelbescheid über mehr als 7 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt überreicht. Die Investitionen sind Teil eines Ortsentwicklungskonzepts für den Ort, das die Stadt Wernigerode vorgelegt hat und das die städtebauliche und touristische Entwicklung zur besseren Positionierung Schierkes mit den Leitthemen Erholung, Gesundheit und Aktivtourismus beinhaltet. Dazu gehören vielfältige Maßnahmen zur Wiedergewinnung der Mitte und Ortsbildgestaltung, zur kurörtlichen und touristischen Erschließung (Erschließungsstraße, touristischer Parkplatz, Kurhaus, Tourismusinformation, Investitionen in Hotels, touristisches Angebot) sowie zur Entwicklung eines kulturellen Angebotes (Museen, Kulturveranstaltungen).

Mein Glückwunsch, Herr Gaffert!

Das gibt mir ein gutes Gefühl das es auch mit dem Skigebiet klappt.  :)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am September 26, 2012, 08:45:15 Nachmittag
Ob der BUND wohl gegen den Bau des Parkhauses klagen wird ... ? Oder wird er warten, bis das Skigebiet an der Reihe ist? Gegen den Brückenbau zu klagen hat er ja bereits verpasst.  ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 26, 2012, 09:16:13 Nachmittag
Ich glaube, ob geklagt wird oder nicht, hängt immer sehr vom Ortsverband ab. Es scheint aber in Wernigerode tatsächlich ein gutes Arbeitsverhältnis zwischen Umweltverbänden und Politik zu geben. Es würde mich aber trotzdem sehr wundern, wenn der BUND nicht trotzdem klagt; ein Skigebiet-Neubau ist für "Öko-Hardliner" schwer zu schlucken. Dabei gab es im Ostharz einen krassen Rückbau an alpine Wintersportgebiete ganz ohne Ausgleichsflächen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 27, 2012, 09:49:24 Vormittag
Hier ein kritischer Artikel zum Vorhaben in Schierke und Braunlage:
Teurer Kampf um Ski-Touristen im Harz (volksstimme.de 27.09.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/7_tage_news/939146_Teurer-Kampf-um-Ski-Touristen-im-Harz.html)
Zitat
[...] Am Großen Winterberg, am Nationalpark Harz, soll ein Alpin-Ski-Hang angelegt und mit Schneekanonen präpariert werden. In vier Jahren, wenn die EU-Förderung sinkt, soll alles fertig sein.

Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) glaubt, dass sich dann in Schierke gehobene Einzelhandelsgeschäfte ansiedeln werden, Investoren Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels bauen oder die Seilbahn. Wegen der Ablehnung in Braunlage könnte diese nur verkürzt gebaut werden, was Geldgeber bisher davon Abstand nehmen lasse. Gaffert möchte Schierkes Übernachtungszahlen von 250 000 im Jahr verdoppeln. Braunlage verfolgt eigene Pläne, will mit zehn Millionen Euro seine Innenstadt aufpolieren und den Wurmberg-Skihang erweitern. Im Ostharz argwöhnt mancher, Braunlages Zurückhaltung sei konkurrenzbedingt.

Pamela Groll, die Geschäftsführerin der Seilbahnen Thale, hält eine Schierker Seilbahn nur für wirtschaftlich, wenn diese bis auf den Wurmberg führt.

Bürgermeister Gaffert sagte, zurzeit würde das Vorhaben ökologisch und ökonomisch untersucht. Er räumte ein, ohne Seilbahn würde das Parkhaus nur eine Auslastung von 20 Prozent pro Jahr erreichen. Das hatte ein aktuelles Gutachten im Auftrag der Stadt ergeben, dessen Inhalt die Stadt unter Verschluss hält.

Unabhängig davon übergab Wirtschaftsstaatssekretär Michael Richter (CDU) gestern einen Förderscheck über 6,7 Millionen Euro für das Parkhaus. Rund 2,5 Millionen Euro steuert Wernigerode bei, hat dafür extra den Gewerbesteuersatz angehoben.

Beide Harzer Skiprojekte stoßen bei Umwelt- und Tourismusfachleuten auf Kritik. Annette Leipelt vom Naturschutzbund Sachsen-Anhalt sagte: "Das ist Gigantismus, genau die Art von Tourismus, die wir nicht wollen."

[...]

Also auch im Ost-Harz Totalablehnung durch den NABU Sachsen-Anhalt, mit Klagen ist also zu rechnen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am September 27, 2012, 12:49:56 Nachmittag
Ich habe mir grade mal den Artikel in der Volksstimme zur Gänze durchgelesen.
Da kann mir einer sagen was er will: Der Herr Borchert steht auf der Gehaltsliste des BUND.
Der ist so unabhängig wie Schröder von Gasprom  8)

Ich wünsche mir allerdings auch endlich ein gemeinsames Konzept der beiden Städte.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass eine solche Skischaukel nicht so attraktiv gestaltet werden kann, dass nicht auch beide Seiten in Gänze davon profitieren.
Auch bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass beide Seiten bald zueinander finden werden, denn nur so wird es überhaupt funktionieren.
Gaffert zieht das Ding bis 2015 durch, das steht für mich eindeutig fest.
Braunlage kann sich da nicht mehr lange sperren weil ja auch nur eine gemeisame Vermarktung letztlich Sinn macht. Stichwort Skipässe...



Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am September 27, 2012, 02:37:37 Nachmittag
Wenn P. Groll (GF Seilbahn Thale) ebenfalls bestätigt, dass eine Seilbahn Schierke nur wirtschaftlich ist, wenn sie auf den Wurmberggipfel führt - warum wird in Wernigerode dann immer noch nicht mein Vorschlag der Seilbahnverlängerung bis zum Schierker Bahnhof geprüft?! Dieser liegt Gaffert vor...

Fakt ist, dass nach den Bilanzen der Wurmbergseilbahn eine zusätzliche Schierker Bahn auf den Wurmberggipfel die Gewinnmage der Wurmbergseilbahn abschöpfen würde, was die Wirtschaftlichkeit gefährdet. Derzeit hat die Wurmbergseilbahn p.a. ca. 150.000 Fußgänger-Gäste.

Bei ca. 1,2 Mio Brockenbesuchern p.a. gehe ich davon aus, dass ca. 25% künftig von Braunlage über die beiden Wurmbergseilbahnen zum Schierker Bahnhof fahren würden, wenn es Kombitickets Seilbahn/HSB gibt.

Das bedeutet, dass die Seilbahnen ca. 300.000 Brockenbesucher p. a. befördern würden. Das sind doppelt so viele Fußgängergäste, wie die Wurmbergseilbahn derzeit ganzjährig hat.
Bei dieser Aussicht wird sich Braunlage nicht mehr gegen eine Wurmbergseilbahn von Schierke wehren, da eine win-win Situation entsteht und zudem einer der stärksten touristischen Attraktionen im Harz. Beide Seilbahnen werden hochprofitabel.

Die derzeitigen Planungen der Seilbahntalstation in Schierke vereiteln jedoch die Perspektive einer solchen Verlängerung, weshalb ich die Gefahr einer gigantischen Fehlplanung befürchte. Die Talstation muss ca. 500m verlegt werden, damit man den Ort in Richtung HSB-Bahnhof überspannen kann. Wenn jetzt jedoch das Parkhaus für eine künftige Seilbahn an falscher Stelle gebaut wird, wofür die Rodungen bereits erfolgt sind, dann ist das Kind in den Brunnen gefallen. 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am September 28, 2012, 06:04:11 Nachmittag
Wie leider zu erwarten war, sperrt sich Braunlage weiterhin gegen eine Zusammenarbeit:

Zitat
Die Pläne für ein länderübergreifendes, alpines Skigebiet im Harz sind endgültig gescheitert: Die Stadt Braunlage in Niedersachsen lehnt den bislang mit dem benachbarten Schierke (Sachsen-Anhalt) favorisierten Bau einer sogenannten Skischaukel zwischen den Orten ab. Ein weiterer Zugang zu den Abfahrtspisten am Wurmberg sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, erklärte der Braunlager Bürgermeister Stefan Grote (SPD) am Mittwoch bei einer Veranstaltung auf dem Brocken. Schierke hält dennoch an Investitionen in ein neues Skigebiet fest, so soll demnächst mit dem Bau eines Parkhauses begonnen werden.

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1348663506813&openMenu=1013083806188&calledPageId=1013083806188&listid=1018881578522

Dazu findet sich in der Mitteldeutschen Zeitung der folgende Kommentar der Redaktion:

Zitat
Es ist gerade mal gut eine Woche her, dass der Bund der Steuerzahler sein neues Schwarzbuch vorgelegt hat. Besondere Erwähnung findet darin die üppige Landesförderung für den Bau einer Therme in Thale im Harz - obwohl es mindestens drei vergleichbare Einrichtungen in der Umgebung gibt. Am Mittwoch nun hat die Landesregierung einen gewichtigen Baustein dafür gelegt, auch in einer der kommenden Ausgaben des Schwarzbuchs aufzutauchen - mit der millionenschweren Förderung eines Parkhauses in einem Phantom-Skigebiet.

Doch das ist nicht das einzige Problem: Keine zehn Kilometer entfernt pumpt die niedersächsische Landesregierung ebenfalls Millionen in alpine Pisten. Das gleiche Angebot für die gleiche Zielgruppe.

Dabei hatten sich die Regierungschefs beider Länder vor knapp einem Jahr auf einer gemeinsamen Kabinettssitzung in die Hand versprochen, künftig den Harz als Ganzes zu vermarkten. Doch den hehren Worten folgten keine Taten. Wenn Kritiker der Gigantomanie in Sachsen-Anhalt wie in Niedersachsen daher feststellen, dass im Gebirge agiert wird, als stünde noch die alte Grenze, muss man voll Bitternis feststellen: Sie haben recht.

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1348125977850&openMenu=1013083806188&calledPageId=1013083806188&listid=1018881578522
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am September 29, 2012, 04:21:32 Nachmittag
Die Beschreibung in der MZ, dass die Braunlager eine Erschließung ihrer Pisten von Schierker Seite gänzlich ablehnen ist völlig neu?! Das würde folglich bedeuten, dass man einen gemeinsamen Skipass ablehnt.  Bisher wurde nur die Erschließung des Wurmbergipfels abgelehnt. Mir ist aus allen mir bekannten Info und meinem Gespräch mit der W-bahn nicht bekannt, dass die sich einem gemeinsamen Skipass bei einer Schierker Bahn zum Winterbergsattel verweigern würde.

Deshalb frage ich mich, ob die MZ den Sachverhalt richtig auffasst und wiedergibt?!
Da habe ich meine Zweifel insbesondere wenn ich den Kommentar des MZ-Redakteuers Kranert lese. Dieser rührt unsachlich und populistisch Floskeln zusammen, die fachlich so nicht zusammengehören. Und auch er verwendet die unhaltbaren Begriffe wie "Gigantomanie" und benennt die alpinen Pisten am Wurmberg als Anwärter für das kommende Schwarzbuch. Seine Schreibart lässt fachliche Kompetenz arg vermissen, weshalb ich mutmaße, dass er hinsichtlich der Braunlager Position den Zugang zu den Abfahrtspisten und den Zugang zum Gipfel durcheinanderbringt?!

Fakt ist: Ein Zugang zu den Abfahrtspisten lässt sich am Loipenhaus topografisch nicht verhindern, sondern lediglich über die Verweigerung des gemeinsamen Skipasses.

Richtig ist jedoch die Darstellung in der MZ von Grote, dass die Pisten und insbesondere die Lifte am Wurmberg einen zusätzlichen Andrang aus Schierke kapazitätsmäßig nicht verkraften würden. Um dem gerecht zu werden, würde es am Henenritt/Kaffeehorst eine 8KSB brauchen und die würden Naturschützer sicherlich mit allen Mitteln bekämpfen.

So sagte D. Nüsse von der W-bahn hinsichtlich des Wunsches der Gipfelbahn von Schierke mehrfach, dass Schierke als Gegenleistung eigene Attraktoren einbringen müsse, von denen auch der Wurmberg profitiert. Das ist bei der jetzigen Planung auf Schierker Seite nicht gegeben.
Schierke braucht u.a. eigene attraktive Pisten, die nur am Gr. Winterberg entstehen können. Solche Pisten würden die Überstrapazierung der neuen Wurmbergpisten verhindern. So ist Schierke als "Parasit" dringend auf den Wurmberg angewiesen, ohne selbt den Braunlagern ausgleichende Attraktionen anzubieten. Gaffert sitzt hier in seiner eigenen Falle, da er sich als ex-NP-Chef damals verweigert hat, den Gr. Winterberg aus dem NP herauszulösen. Eine Seilbahn Wurmberg-Schierker Bhf. ins Spiel könnte das Problem lösen. Braunlage sehnt sich nach einer Brockenanbindung und nach dem Aus des Braunlager HSB-Anschluss könnte die Seilbahn eine deutlich attraktivere Maßnahme darstellen.
Stattdesen behauptet der MZ-Artikel, dass es weiterhin einen Grabenkrieg zwischen Ost/West gibt und indirekt wird Braunlage auch von der MZ (Ostzeitung) die Verantwortung ungerechtigterweise zugeschoben.

Ich finde es sehr unsachlich, wenn Sternengucker in das gleiche Horn bläst und behauptet dass sich Braunlage weiterhin gegen eine Zusammenarbeit sperrt. Wie steht denn Sternegucker dazu, dass die Wirtschaftlichkeit der W-Bahn gefährdet ist, wenn in Folge einer Schierker Bahn event. 30% der Fußgänger am Wurmberg auf die Schierker Seite wechseln? Schau Dir mal die Bilanzen der Bahn an - sie ist kein Goldesel. 

Sternengucker ignoriert auch die jahrelangen vergeblichen Bemühungen der Braunlager, Lifte und Pisten in Richtung Schierke zu bauen (allerdings anders als die Schierker sie haben wollen).
Hier finden die Vorstellungen beider Seiten einfach nicht zusammen und Schierke bewegt sich ja immer noch nicht. Stattdessen finden sie weiterhin keinen Investor, den sie mit den Wurmbergbetreibern längst hätten haben können.

Schierke hält am Konzept fest, obwohl alle Fachleute die hohen Risiken der gegenwärtigen Planung aufzeigen. Das Festhalten hängt widerum mit der Gaffert-Falle zusammen. Schierke kommt nicht umhin sich mit dem NP auseinanderzusetzen, der den Ort so umzingelt und einschnürt, dass eine sinnvolle touristische Entwicklung quasi unmöglich ist. Doch Schierke steht wegen des Auslaufs der Fördergelder so unter Zeitdruck, dass kein Raum für eine solche Jahre dauernde Auseinandersetzung ist.
Wird ein Parkhaus nicht jetzt gebaut, bekommt es später keine Fördergelder - daher ist die Gefahr des Phantomparkhauses groß. Was soll Gaffert also tun?

Ich würd wohl ähnlich handeln, ansonsten wird es nie ein Parkhaus geben. Auch wird Wernigerode die Seilbahn zum Loipenhaus wohl selbst betreiben müssen und auch die eventuell auftretenden Verluste, die dann ein Fall im Schwarzbuch werden. Doch ohne die Bahn wird Schierke sich touristisch nicht entwickeln können. Das tatsächliche Problem ist der NP, der so tut, als ob er damit nichts zu tun hätte. Man hat dem NP in der Gründungsphase politisch zu viel Raum gegeben - er hätte deutlich mehr Abstand zu den Orten und bestehenden touristischen Infrastrukturen halten müssen. Das wäre problemlos möglich, ohne seine Qualität zu beschränken oder zu gefährden. Die MZ lässt diese schweren und komplexen Gesamtzusammenhänge völlig außer acht. Deshalb disqualifiziere ich den Kommentar. Ich mag diese populistische Oberflächlichkeit nicht.

Auch die Beiträge von Sternengucker beinhalten eine gewisse schizoide Position. Einerseits versucht er das Wurmberg-Projekt mit allen Mitteln zu torpedieren, wenn es jedoch um den Konflikt Braunlage/Schierke geht, positioniert er sich geschickt auf die Seite von Schierke, was unausgesprochen eigentlich eine Befürwortung des Wurmbergprojektes unumgänglich macht. Andernfalls könnte/ müsste er sich genauso konsequent gegen das Schierker Projekt aussprechen, wie gegen den Wurmberg, denn Schierke kann überhaupt nur als "Wurmfortsatz" des Braunlager Projektes bestehen. Schierke offen zu torpedieren kann er jedoch nicht, da er als Mitglied des Wirtschaftsausschusses der Stadt Wernigerode sonst Gefahr läuft als "Nestbeschmutzer" intern politisch Probleme zu bekommen. Ich beobachte diese geschickte Taktierung in all seinen Statements.

Braunlage nun den Buhmann zuzuschieben ist ungerechtfertigt. Vielmehr ist Braunlage den alleinigen Weg gegangen, weil wegen des vorgenannten Problems keine realistische und win-win bringende Zusammenarbeit mit Schierke möglich war/ist.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am September 29, 2012, 06:43:50 Nachmittag
Wow, großartiger Beitrag @manitou — insgesamt absolut schlüssig und sehr gut formuliert!

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, es ist nur schade, dass Schierke respektive Wernigerode nicht ernsthaft über eine Seilbahnanbindung des Wurmbergs an den Brockenbahnhof nachdenkt um somit einen vernünftigen Kompromiss zu erzielen.

Eine einseitige Anbindung des Wurmbergs an Schierke ohne etwas von den eigenen Attraktionen beizusteuern halte ich ohnehin für zu egoistisch, davon abgesehen, dass es wirtschaftlich sehr wahrscheinlich auch eher negative Auswirkungen auf die Wurmbergseilbahn hätte.

Sofern sich Wernigerode / Schierke also nicht auf Braunlage zubewegen wird das aus meiner Meinung nach absolut guten Gründen nichts mit einem gemeinsamen Skigebiet.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Pistenbully am September 30, 2012, 02:15:46 Nachmittag
In meinen Augen hätte man die HSB nach Braunlage verlängern sollen, dann hätte Schierke seine Skigebietsanbindung und Braunlage seine Brockenanbindung gehabt. Woran ist das eigentlich gescheitert ? Das ganze hätte man tariflich dann in eine Art gemeinsamen Skipass einbinden müssen.
Wäre es für Schierke/Wernigerode alternativ nicht am günstigsten, sich zusammen mit der Landesregierung nachhaltig politisch dafür einzusetzen, die Verlängerung des Nordhanges hinunter ins Tal aus dem Nationalpark herauszunehmen und diese dann seibahntechnisch zu erschließen. Andere Flächen am kleinen Winterberg könnte man im Gegenzug wieder in den Nationalpark aufnehmen, weil dort sowieso keiner Skifahren will.
Dann hätte Schierke seine Wurmberganbindung und Braunlage einen echten Mehrwert.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am September 30, 2012, 07:25:09 Nachmittag
In meinen Augen hätte man die HSB nach Braunlage verlängern sollen, dann hätte Schierke seine Skigebietsanbindung und Braunlage seine Brockenanbindung gehabt. Woran ist das eigentlich gescheitert ?

Christian Wulff, damals Ministerpräsident von Niedersachsen, hat das Projekt abgelehnt.

Zitat von: Pistenbully
Wäre es für Schierke/Wernigerode alternativ nicht am günstigsten, sich zusammen mit der Landesregierung nachhaltig politisch dafür einzusetzen, die Verlängerung des Nordhanges hinunter ins Tal aus dem Nationalpark herauszunehmen und diese dann seibahntechnisch zu erschließen. Andere Flächen am kleinen Winterberg könnte man im Gegenzug wieder in den Nationalpark aufnehmen, weil dort sowieso keiner Skifahren will.
Dann hätte Schierke seine Wurmberganbindung und Braunlage einen echten Mehrwert.

Mittelfristig halte ich das für eine sehr gute Idee, allerdings bin ich der Meinung man sollte in Schierke erst einmal das kurzfristig Durchsetzbare bauen und sich in kleinen Schritten dem Ziel nähern. Große Ideen mit großen Risiken hatten wir in Schierke schon genug, mit dem Erfolg das in Schierke die letzten 20 Jahre gar nichts passiert ist. Da halte ich den Pragmatismus von Herrn Gaffert für angebracht, erst einmal mit sehr überschaubaren Summen mit einem kleinen Skigebiet anzufangen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 01, 2012, 10:24:51 Vormittag
Gaffert: Kein Blankoscheck für Parkhausbau in Schierke (volksstimme.de 29.09.2012): (http://www.volksstimme.de/mobil/lokal_mobil/halberstadt_mobil/940573_Gaffert-Kein-Blankoscheck-fuer-Parkhausbau-in-Schierke.html)
Zitat
Schierke/Wernigerode l Sind es eintausend Baumstämme, oder 2000, oder gar noch mehr? Viele mächtige Holzstapel liegen dieser Tage im Schierker Bodetal. Umweltfrevel für das Tourismusprojekt in der Brockengemeinde?

[... Es] sei in Schierke positiv aufgefallen, dass am Lauf der Bode etliche der charakteristischen Bäume nicht gefällt worden sind.

Diese als "Talwächter" bezeichneten Fichten zu schonen, stattdessen den Straßenbau in Richtung Hang zu verschieben, das sei das Ergebnis der mit den Umweltverbänden erzielten Vereinbarung, informierte gestern Wernigerodes Forstamtschef Michael Selmikat.

Vertraglich sei mit dem Landesforst geregelt, dass die Wernigeröder im Landeswald Bäume fällen und die Sandbrinkstraße bauen dürfen, berichtet Selmikat im Volksstimme-Gespräch. Rund 900 Festmeter Holz seien für den Straßenbau und das künftige Schierker Parkhaus gefällt worden. Größtenteils Fichtenbestände im Alter von bis zu 190 Jahren. "Der Wald war überreif. Das Holz ist schlechter als wir erwartet haben", schätzte der Stadtförster ein. Teils sehr fauliges Holz und reichlich Stammschäden würden die Qualität beeinträchtigen. Teilweise, so Selmikat, seien die Bäume bereits "nicht mehr vital" gewesen.

Mit den Naturschutzverbänden gebe es ständigen Kontakt. Wegen des Straßen- und Parkhausbaues in Schierke gebe es keine Meinungsverschiedenheiten, stellte Selmikat fest.

[...]

Er widersprach vehement Veröffentlichungen, wonach das Parkhaus drohe, zur Investitionsruine zu verkommen, weil es allein für die künftigen Alpin-Wintersportler gebaut würde. Gaffert: "Wir haben uns zu diesem Projekt entschieden, um ein ganzjähriges Verkehrsproblem in Schierke zu lösen." Dass es vor allem an sonnigen Winter-Wochenenden zu teils chaotischen Verhältnissen bei der oft vergeblichen Parkplatzsuche komme, sei nicht nur den Schierkern hinlänglich bekannt, so der Rathauschef.

In der Stadtratssitzung betonte er, die Investitionsbank habe keinen Blankoscheck für das Parkhaus ausgestellt, die Wernigeröder hätten zuvor nachweisen müssen, dass sich eine solche Ausgabe auch "rechne". [...]

Den Kritikern hielt der Wernigeröder Oberbürgermeister vor, sie hätten kein Interesse daran, dass es in Schierke endlich vorangehe, das seien jedoch "lediglich bedauerliche Einzelmeinungen".

[...] Sobald eine Seilbahn bis zum Wurmbergsattel errichtet sei, können das vorhandene Loipennetz, der neue Rodelhang, auch eine Abfahrt zum Braunlager Kaffeehorst oder in der schneefreien Zeit der Kletterpark erreicht werden. Mithin, so Peter Gaffert, viele Gründe, die für ein Schierker Parkhaus sprechen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am Oktober 01, 2012, 11:58:29 Vormittag
Ich finde es sehr unsachlich, wenn Sternengucker in das gleiche Horn bläst und behauptet dass sich Braunlage weiterhin gegen eine Zusammenarbeit sperrt. Wie steht denn Sternegucker dazu, dass die Wirtschaftlichkeit der W-Bahn gefährdet ist, wenn in Folge einer Schierker Bahn event. 30% der Fußgänger am Wurmberg auf die Schierker Seite wechseln? Schau Dir mal die Bilanzen der Bahn an - sie ist kein Goldesel.

Der Ausbau in Braunlage wird zu etwa 50% (eine genaue Angabe findet sich ja nirgendwo) durch die öffentliche Hand (Land, Kreis, Stadt) gefördert, der Ausbau in Schierke derzeit sogar noch zu 100% (Land, Stadt). Die Interessen der öffentlichen Hand sind aus diesem Grund beim Ausbau klar mitzuberücksichtigen. Der Harz wird durch die Mehrzahl der Urlauber bekanntlich als eine einheitliche Destination wahrgenommen, d.h. man fährt in den Harz und eben nicht nach Niedersachsen oder Sachsen-Anhalt. Eine Verstärkung der gemeinsamen touristischen Entwicklung wird daher bereits seit Jahren in beiden Ländern und über alle politischen Ebenen hinweg gefordert, gewünscht und angemahnt. Vor diesem Hintergrund fehlt mir das Verständnis dafür, dass die Stadt Braunlage, der Kreis Goslar und das Land Niedersachsen sich die Bedingungen einer Infrastrukturinvestition, die sie mindestens zur Hälfte mittragen, in diesem Punkt vollständig von einem privaten Investor diktieren lassen.

Sternengucker ignoriert auch die jahrelangen vergeblichen Bemühungen der Braunlager, Lifte und Pisten in Richtung Schierke zu bauen (allerdings anders als die Schierker sie haben wollen). Hier finden die Vorstellungen beider Seiten einfach nicht zusammen und Schierke bewegt sich ja immer noch nicht. Stattdessen finden sie weiterhin keinen Investor, den sie mit den Wurmbergbetreibern längst hätten haben können.

Fakt ist, dass sich zur Zeit Braunlage nicht bewegt. Seitens der Wernigeröder Verwaltung gab es jetzt mehrere Initiativen, die der Stadt Braunlage und dem Investor durchaus die Möglichkeit gegeben hätten, eigene Wünsche und Forderungen zu formulieren. Selbst ein HSB-Anschluss lag schon auf dem Verhandlungstisch, dennoch sind alle Vorstöße am Widerstand des privaten Investors gescheitert. Bedenkt man, wie viele öffentliche Mittel auf beiden Seiten des Wurmbergs in den Ausbau fließen, finde ich es als Steuerzahler schwer zu akzeptieren, dass man bewusst eine weniger sinnvolle, geteilte und sich gegenseitig kannibalisierende Lösung anstrebt, anstatt ein auch im Sinne der öffentlichen Hand möglichst positives Ergebnis zu forcieren.

Wird ein Parkhaus nicht jetzt gebaut, bekommt es später keine Fördergelder - daher ist die Gefahr des Phantomparkhauses groß.

Genau dieses Problem sehe ich auch, bin aber - wie so schön im Beitrag formuliert - hier vor Ort natürlich der "Nestbeschmutzer", wenn ich das offen anspreche.

Auch die Beiträge von Sternengucker beinhalten eine gewisse schizoide Position. Einerseits versucht er das Wurmberg-Projekt mit allen Mitteln zu torpedieren, wenn es jedoch um den Konflikt Braunlage/Schierke geht, positioniert er sich geschickt auf die Seite von Schierke, was unausgesprochen eigentlich eine Befürwortung des Wurmbergprojektes unumgänglich macht. Andernfalls könnte/ müsste er sich genauso konsequent gegen das Schierker Projekt aussprechen, wie gegen den Wurmberg, denn Schierke kann überhaupt nur als "Wurmfortsatz" des Braunlager Projektes bestehen. Schierke offen zu torpedieren kann er jedoch nicht, da er als Mitglied des Wirtschaftsausschusses der Stadt Wernigerode sonst Gefahr läuft als "Nestbeschmutzer" intern politisch Probleme zu bekommen. Ich beobachte diese geschickte Taktierung in all seinen Statements.

Das ist nun wirklich völliger Unfug. Man kann hier (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/halberstadt/940573_Gaffert-Kein-Blankoscheck-fuer-Parkhausbau-in-Schierke.html), hier (http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1348653135890&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546), hier (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,277707.html) oder auch hier (http://scienceblogs.de/frischer-wind/2010/11/19/von-parkplatzen-museen-und-politischen-prioritaten/) nachlesen, dass ich die Unwägbarkeiten des Wernigeröder Projektes ebenso offen anspreche wie die Probleme, die ich beim Braunlager Vorhaben sehe. Auch wer glaubt, dass ich für diese Kritik hier keinen Gegenwind ernte, ist schlicht auf dem Holzweg, siehe z.B. diesen Artikel (http://a5.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-prn1/622074_3756431190173_2000955198_o.jpg) in der Neuen Wernigeröder Zeitung. Allein der Vorwurf offenbart, dass man von der politischen Debatte in Wernigerode hier im Forum schlicht wenig Ahnung hat.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 01, 2012, 12:18:22 Nachmittag
[...] Allein der Vorwurf offenbart, dass man von der politischen Debatte in Wernigerode hier im Forum schlicht wenig Ahnung hat.

Ich kann Dich beruhigen, ich nehme das sehr wohl wahr (z.B. SPD-Hausblatt), ich thematisiere das nur nicht hier im Forum.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Patrick am Oktober 04, 2012, 09:22:29 Vormittag
Hier mal ein von mir eingescannter Artikel aus der Volksstimme vom 04.10.2012 bezüglich des "Brockenstammtischs" und der Skigebietinvestitionen in Braunlage und Schierke:

http://www.php-coding.de/volksstimme_2012_10_04.jpg (http://www.php-coding.de/volksstimme_2012_10_04.jpg)

Gruß in die Runde
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 04, 2012, 10:00:26 Vormittag
Ich bin absoluter Befürworter eines gemeinsamen Skigebietes Wurmberg/Winterberg und bin begeistert, dass Herr Gaffert sich erfolgreich für das Projekt Schierke einsetzt. Die ursprünglichen Pläne für das Schierker Skigebiet mit der Seilbahn bis zum Gipfel hatten jedoch ein Missverhältnis von Beförderungskapazität und Pistenkapazität. Es wäre ein reiner Zubringerlift gewesen, der zu einer Verdoppelung der Wintersportler auf den ohnehin schon sehr vollen Wurmberg-Pisten geführt hätte. Das Schierker Wintersportgebiet muss von sich aus attraktiv sein und über genügend Pistenkapazität verfügen. Die Möglichkeiten am kleinen Winterberg hat Herr Gaffert mit den jetzigen Plänen aber schon fast bestmöglich ausgereizt. Man sollte sich mit dem Nationalpark zusammensetzen und überlegen, unter welchen Bedingungen die Hänge am Großen Winterberg wintersportlich genutzt werden können.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Oktober 05, 2012, 11:29:59 Vormittag
Der Artikel bringt Klarheit in Bezug auf die Darstellung in der MZ, dass der Wurmberg angeblich auch eine Skianbindung ablehnt.

Ich find es immer wieder erstaunlich, wie in den Medien teils populistisch teils wegen mangelhafter Fachkenntnis dargestellt wird, Braunlage wehre sich gegen ein gemeinsames Skigebiet. Dem ist nicht so!
Die Pistenanordnung würde sich auch bei einer Seilbahn bis auf den Wurmberggipfel nicht ändern. Der Übergang Ost/West findet am Winterbergsattel statt, womit ein gemeinsames Skigebiet unabhängig von einer Seilbahn auf den Gipfel gegeben und gewährleistet ist.

Richtig ist also: Der Wurmberg wehrt sich gegen die Erschließung des Gipfels von Schierker Seite für Fußgänger  (d.h. vorwiegend Sommerbetrieb), nicht gegen ein gemeinsames Skigebiet!

Was mich auch sehr ärgert ist, das in den Medien die tatsächlich gefährdete Wirtschaftlichkeit im Sommerbetrieb nicht sachlich erläutert wird. Warum soll der Wurmberg die Wirtschaftlichkeit seiner Seilbahn gefährden, damit Schierke eine wirtschaftliche Seilbahn bauen kann? Stattdessen schiebt man den Braunlagern den Blockade-Buhmann zu... All das haben wir hier im Forum schon hinreichend thematisiert.

Das Einzeige, was ich kritisiere ist, dass für ein gemeinsames Skigebiet der neue Hexenrittsessel total unterdimensioniert ist - er ist es jedoch bereits allein in Bezug auf den Braunlager Ausbau. Es bräuchte eine 8KSB. Wenn Schierke baut, dann haben wir am WoE 45-60 Min. Wartezeit am 4SB-Hexenritt und daran würde eine Nachrüstung auf 4KSB und auch eine Gipfelbahn wenig ändern, da die meisten Abfahrten am Kaffeehorst ankommen. Doch auch hier muss die Verantwortung an Schierke gegeben werden, da die mit Ihren Plänen so sehr hinterherhängen.

Fazit: Die Braunlager machen unter den gegebenen Umständen alles richtig!

Szenario:
Wenn Schierke denn tatsächlich baut, dann könnte der Wurmberg die 4SB-Hexenritt zugunsten einer 8KSB abbauen und an den Westhang verlegen, wo man 1-2 attraktive neue Abfahrten realisieren könnte. Letztere sind eher zu realisieren (da kein NP), als dass es Schierke schafft, den gr. Winterberg aus dem NP zu lösen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 05, 2012, 07:19:21 Nachmittag
Den Gedankengang von manitou mit dem SB-Tausch halte ich für eine sehr gute Idee. Ich bin auch der Meinung dass man, was die Beförderungskapazität des neuen 4-CLF Hexenritt betrifft vorausschauender hätte planen müssen. Am Westhang gibt es bislang noch überhaupt kein Abfahrtsterrain aber eine Erschliessung sollte meiner Ansicht nach auf mittelfristige Sicht wesentlich leichter machbar sein da nds. Nutzforst, denn ich befürchte von dem Traum der erweiterten Nordhangabfahrt müssen wir uns abschminken, der NP wird diesen Hang niemals "herausgeben" wollen!! Wenn der Westhang in ein paar Jahren noch hinzukäme, dann wäre es in der Tat  TOP!!!!!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 06, 2012, 04:49:08 Nachmittag
Update aus Schierke

Die Brücke am Ortseingang sieht schon sehr gut aus:
[attachimg=1]

Die Forstarbeiten am Sandbrink scheinen auch schon abgeschlossen:
[attachimg=2]

Auch am Waldparkplatz ist bereits ausgiebig gerodet worden:
[attachimg=3]

Die Brücke am Ortsende ist auch fast fertig:
[attachimg=4]

Auf der einen Seite bereits naturnah verkleidet:
[attachimg=5]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 08, 2012, 11:14:31 Vormittag
Wieder ein Artikel auf der  Volksstimme.de Website:  "Opposition im Landtag skeptisch bis kritisch zu Schierke-Projekt" (08.10.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/7_tage_news/944924_Opposition-im-Landtag-skeptisch-bis-kritisch-zu-Schierke-Projekt.html)
Zitat
Magdeburg/Schierke (wb) l Die Opposition im Landtag hat sich skeptisch zum geplanten Alpinski-Projekt in Schierke im Harz geäußert. [...] "wenig koordinierten Vorgehen" und "Kirchturmpolitik". [...] "Schnee von gestern".

[...] "Sicherlich kann Sachsen-Anhalt ein touristisches Projekt in Schierke gut gebrauchen. Die Frage ist aber, ob sich ein solcher Gigantismus für die Region auszahlt." [...] "Der Harz braucht ein übergreifendes Konzept"[...]

[...] "erklärungsbedürftig". [...]

[...] [Anm.: die Opposition], verlangte eine Naturverträglichkeitsprüfung für das Vorhaben. "Ohne diese Prüfung gefährdet Wernigerode die Basis für nachhaltigen Tourismus im Harz. Dieser lebt vor allem von einer intakten Umwelt und der Schönheit der Natur."
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 08, 2012, 11:43:21 Vormittag
Teilweise kann man dem ja schon zustimmen, aber ab dem nächsten Artikel in dem das Wort "Gigantismus" im Zusammenhang mit Wintersport im Harz verwendet wird werde ich aufhören diese zu lesen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Oktober 08, 2012, 04:19:13 Nachmittag
...ab dem nächsten Artikel in dem das Wort "Gigantismus" im Zusammenhang mit Wintersport im Harz verwendet wird werde ich aufhören diese zu lesen.

...das glaub ich nich, das glaub ich nich - dafür bis Du viel zu wiss- und neugierig! ;D
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 08, 2012, 05:24:34 Nachmittag
Das ist - genau wie bei der GZ - auch ein Problem redaktioneller Unqualifiziertheit. Allein die Bildbeschreibung des Artikels "Im Wernigeröder Ortsteil Schierke werden als Teil des Tourismusprojekts zwei riesige Brücken über die Bode gebaut" ist peinlichst lächerlich, wenn auf dem Foto dann eine ganz normale Bachbrücke mit zwei Standardfahrbahnen zu sehen ist und der Leser zwischen Bild und Text keinerlei Zusammenhang feststellen kann.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 08, 2012, 05:59:18 Nachmittag
...ab dem nächsten Artikel in dem das Wort "Gigantismus" im Zusammenhang mit Wintersport im Harz verwendet wird werde ich aufhören diese zu lesen.

...das glaub ich nich, das glaub ich nich - dafür bis Du viel zu wiss- und neugierig! ;D

Erwischt! ;D
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 10, 2012, 12:41:14 Nachmittag
B-Plan Nr. 44 Sondergebiet "Parkhaus am Winterberg" (http://www.ratsinfo-online.de/wernigerode-bicms/vo020.asp?VOLFDNR=2032):

17000 m² sollen aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgelöst werden, das ist ja Gigantismus!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 10, 2012, 12:47:18 Nachmittag
Beinhaltet diese Fläche die geplante Abfahrt vom Winterbergsattel nach Schierke und den großen Skihang???
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 10, 2012, 12:57:35 Nachmittag
Beinhaltet diese Fläche die geplante Abfahrt vom Winterbergsattel nach Schierke und den großen Skihang???

Nein, die Fläche ist nur für den Parkhausbau!!!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 10, 2012, 01:46:12 Nachmittag
Mh nun gut, also ich sehe die Planungen in Schierke ohnehin eher kritisch, weil das Parkhaus ohne zukünftiges Skigebiet in gewisser Weise schon eine Fehlplanung darstellen würde. 17.000m² hört sich aber auch so schon nach einer ganzen Menge an oder täuscht die große Zahl da lediglich ein wenig?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 10, 2012, 02:20:13 Nachmittag
Mh nun gut, also ich sehe die Planungen in Schierke ohnehin eher kritisch, weil das Parkhaus ohne zukünftiges Skigebiet in gewisser Weise schon eine Fehlplanung darstellen würde. 17.000m² hört sich aber auch so schon nach einer ganzen Menge an oder täuscht die große Zahl da lediglich ein wenig?

65 Tennisplätze haben auf der Fläche Platz! Bis zu 500000 Autos - eine halbe Millionen - der Nationalparkbesucher werden dort auf 5(!) Ebenen jährlich parken!

Hast ja weitergelesen trotz "Gigantismus" ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 10, 2012, 03:45:09 Nachmittag
Tut mir leid — konnte nicht anders!  ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 11, 2012, 04:57:57 Nachmittag
Nicht sehr informativ aber amüsant geschrieben ... und kein Gigantismus:

Kanonade am Wurmberg (neues-deutschland.de 11.10.2012): (http://www.neues-deutschland.de/artikel/800941.kanonade-am-wurmberg.html)
Zitat
Nun tobt der Streit rund um den höchsten Berg Niedersachsens, den Wurmberg. [...]

23 Jahre nach der Grenzöffnung werden [...] tiefe Gräben geschaffen [...]

Zyniker im Ostharz unterstellen den Westharzern, dass sie wieder eine Mauer bräuchten. [...]  »Ein St. Moritz für Arme« [...]  »Phantom-Skigebiet« [...] »Kirchturmpolitik« [...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 11, 2012, 06:05:00 Nachmittag
hehe danke für den Hinweis — ohne Gigantismus habe auch ich mir das mal angesehen. :-)

Insgesamt wirklich ein sehr witziger Artikel! Das ist zwar heute ohnehin eher irrelevant, aber mal angenommen Schierke & Braunlage hätten sich um die Winterspiele tatsächlich beworben, hätten die beiden Orte zusammen überhaupt eine ernstzunehmende Chance gehabt, dass die Bewerbung nicht schon vorab abgelehnt worden wäre?

Die Harzer "Olympiahistorie" ist schon ein interessantes Thema! :-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 14, 2012, 05:30:51 Vormittag
"Das Miteinander beginnt schon am Lift" (volksstimme.de 12.10.2012): (http://www.volksstimme.de/mobil/lokal_mobil/wernigerode_mobil/947646_Das-Miteinander-beginnt-schon-am-Lift.html)
Zitat
Die Schierke-Pläne der Wernigeröder Stadtverwaltung werden von der Landtags-Opposition kritisiert. Zu Unrecht, so der SPD-Politiker Ronald Brachmann, die Landesregierung fördere das Projekt, weil es ein "Leuchtturm für das Land" sei.

Schierke/Magdeburg l Grüne Landtagspolitiker werfen der Wernigeröder Verwaltung vor, Unterlagen für das Schierke-Projekt würden "unter Verschluss" gehalten. Das Wirtschaftlichkeitsgutachten für das Parkhaus solle öffentlich gemacht werden, hatte Christoph Erdmenger gefordert und damit für Kopfschütteln im Wernigeröder Rathaus gesorgt.

Baudezernent Burkhard Rudo verweist darauf, dass Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) über das besagte Gutachten in einer öffentlichen Stadtratssitzung informiert habe. Rudo im Volksstimme-Gespräch: "Geheimniskrämerei sieht wohl anders aus."

Wie der Bauexperte informiert, gibt es bislang im Brockenort 650Parkplätze auf öffentlichen und privaten Stellplätzen. Da zum Tourismuskonzept gehöre, Schierke weitestgehend autofrei zu erklären, werde das Parkhaus mit 715Plätzen geplant. Rudo: "Wir erwarten eine größere Nachfrage, wenn unsere Projekte und die von privaten Investoren nach und nach verwirklicht werden."

Wie Gaffert vor den Stadträten auch, betont der Dezernent, es sei allerdings unrealistisch, von einer 100-prozentigen Parkhausauslastung von Beginn an auszugehen. Der Oberbürgermeister hatte erklärt, bei einer Auslastung von anfangs 22Prozent lasse sich das Parkhaus wirtschaftlich betreiben.

Für Burkhard Rudo ist zudem unverständlich, dass manche Kritiker das Schierke-Projekt auf den kleinen Skihang am Winterberg reduzieren: "Wir reden ganz bewusst vom Ganzjahres-Erlebnis, weil wir unseren Urlaubern selbstverständlich Angebote für das ganze Jahr bieten wollen."

"Die Schierke-Projekte werden von der Landesregierung deshalb so maßgeblich unterstützt, weil sie für den Harz und darüber hinaus für Sachsen-Anhalt eine Leuchtturmfunktion haben", betont der SPD-Landtagspolitiker Ronald Brachmann. Die Förderung des Parkhauses sei richtig und wichtig, wer aber A sage, müsse auch B - also ja zur weiteren Förderung in Schierke sagen. Davon werden auch Tourismusanbieter in anderen Harzer Orten profitieren, die bislang - "um es vorsichtig zu sagen", so Brachmann - eher skeptisch agierten.

Es sei jedoch falsch, neidvoll in den Brockenort zu schauen, so der SPD-Politiker gestern im Volksstimme-Gespräch. So werde die Landesregierung beispielsweise auch Blankenburger Pläne für ein Kurgastzentrum unterstützen. "Maßstäbe, die für Schierke angelegt werden, gelten anderswo auch, sonst kommen wir in eine Schieflage", so Brachmann.

Zur Zusammenarbeit in der Region, von Ost- und Westharzern gebe es keine Alternative. Der Harzer Landtagsabgeordnete: "Das Miteinander beginnt doch schon am Lift."

Wer von Schierke hinab zum Kaffeehorst oder vom Wurmberg den Winterberg hinunter fahre, erwarte, dass die Seilbahnkarten gegenseitig anerkannt werden. Brachmann: "Der Blick in die Alpen zeigt, dort werden mit Seilbahnen sogar Ländergrenzen überwunden, das schafft mehr Wertschöpfung für die gemeinsame Region."

Für den Landtagsabgeordneten ist es ebenso unstrittig, dass es am Winterberg ohne Schneekanonen kein attraktives Wintersportangebot geben kann. Auch da zeige der Blick in den Alpen, dass Naturverträglichkeit und Kunstschnee keinen Gegensatz bedeuten, schätzte Ronald Brachmann ein.

Der Sozialdemokrat kritisierte, dass in politischen Sonntagsreden die deutsche Einheit gefeiert werde, aktuell im Harz die Chance vertan werde, etwas Gemeinsames zu schaffen. Er hoffe darauf, dass die Vernunft siege, dass in einem zweiten Schritt die Vorhaben in Braunlage und Schierke doch noch mit der direkten Seilbahnverbindung vom Ostharz zum Wurmberg verbunden werden.

Den Braunlagern um Bürgermeister Stefan Grote (SPD) hält Brachmann vor, sie würden engstirnig handeln, indem sie eine Schierker Seilbahn auf den Wurmberg ablehnen. Etwa aus Sorge vor zuviel Konkurrenz, oder hofften sie, auf diese Weise das Schierke-Projekt gar gänzlich in Frage stellen zu können? Der SPD-Abgeordnete: "Dazu wird es ganz gewiss nicht kommen."
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 15, 2012, 08:44:44 Nachmittag
Habe in angefügtem PDF - Dateianhang mal ein bisschen getüftelt und ein paar Änderungen möglicher Aufstiegshilfen zw. gr. und kl. Winterberg aufbauend auf den Entwurf von Hr. Eisentraut (die ursprünglichen SLs entfallen dadurch)eingezeichnet. An der untersten Sektion der Seilbahn habe ich einen weiteren ca. 300 m langen Tellerlift eingebaut. Ob die Abfahrt vom kleinen Winterberg zur Talstation des SL 2 genügend Gefälle hat kann ich leider nicht genau einschätzen (wahrscheinlich kann das playjam besser beurteilen). Naja habe mal meine "kreative Ader" ein wenig spielen lassen ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 15, 2012, 11:33:15 Nachmittag
Den zusätzlichen Tellerlift an der Talstation und auch die Einbindung des kleinen Winterbergs halte ich für eine gute Idee.

SL3 liegt aber etwas schräg am Berg (die Höhenlinien sollten möglichst im Rechten Winkel zu Piste und Schlepplift stehen).

Hier mein Lösungsvorschlag:

[attachimg=1]

Die Schlepplifte L2 und L3 erschließen Pisten mit Nordausrichtung außerhalb des FFH-Bereichs, Steigung... eher Blau.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 16, 2012, 07:28:31 Vormittag
Naja, die Pisten L2 und L3 sind eher flach und daher höchstens eine Ergänzung zu L1. L2 wäre so kurz wie der Nordhang, L3 ist länger, dafür flacher. Wirklich interessante Pisten lassen sich mit guter Steigung und Länge nur am Großen Winterberg realisieren. Bevor man OB Gaffert mit den Vorschlägen beglückt, sollten die besser ausgearbeitet werden.

Die Richtlinie 92/43/EWG oder Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie oder Habitatrichtlinie, ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union (EU), die von den damaligen Mitgliedstaaten der EU im Jahre 1992 einstimmig beschlossen wurde (Siehe Wiki (http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_92/43/EWG_(Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie))).

Übersichtskarte des BfN (Quelle: "Schutzgebiete in Deutschland - Kartendienst", http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete entnommen am 22.6.2012):
(http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php?action=dlattach;topic=7.0;attach=599;image)

An der Karte sieht man auch sehr gut, dass die Behauptung der Wurmberg-Projektgegner es werde in "unmittelbarer Nähe zum Nationalpark" gebaut, irreführend war.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 16, 2012, 11:02:47 Vormittag
Eben entdeckt:

Schierke-Projekte erfordern Flächentausch (volksstimme.de 13.10.2012): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/948240_Baeumchen-wechsle-dich-heissts-auch-am-Ratskopf.html)
Zitat
Wernigerode l "Bäumchen wechsle dich", und das im wahrsten Sinne des Wortes, wird es demnächst in den Wäldern um Wernigerode und Schierke heißen. Flächen des Stadtwaldes und aus dem Landesforst sollen getauscht werden. Grund dafür sind der Bau des Parkhauses in Schierke und der Ausbau der dortigen Sandbrinkstraße sowie das Winterberg-Projekt.

Die Stadt benötige vom Landesforst 130Hektar Fläche in Schierke. [Anm: Fett-Markierung hinzugefügt] [...]

Das muss man Herrn Gaffert zugestehen, der zieht das Projekt durch wie ein Uhrwerk. Respekt!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am Oktober 16, 2012, 02:24:03 Nachmittag
Den kleinen Winterberg zu nutzen, wenn man die attraktiven NP-Flächen am großen Winterberg nicht bekommen kann, ist skitechnisch besser als nichts.
Allerdings löst man hiermit nicht die Probleme bei der Zusammenarbeit zwischen Braunlage und Schierke.

Naja, die Pisten L2 und L3 sind eher flach und daher höchstens eine Ergänzung zu L1. L2 wäre so kurz wie der Nordhang, L3 ist länger, dafür flacher.

Ich sehe das genau anders herum.
L1 ist eher blau, vergleichbar mit dem Kaffeehorst nur etwas länger.
L2 und L3 sind eher rot, vergleichbar mit dem Nordhang. Also flacher Anfang, steiles Mittelstück und flacher Auslauf. Wobei das Steilstück bei L3 der Karte nach steiler und länger ist, zudem ist der Auslauf nicht eben sondern noch mit leichtem Gefälle.

Außerdem ist die Anbindung an das restliche Skigebie eher schlecht, da man die flache Talabfahrt nach Schierke nehmen muss, um nachdem man mit der Gondel hochgefahren ist den nächsten Ziehweg zu nehmen um zurück zum Wurmberg zu kommen.


Ich versuche mich dann auch noch mal an einem (schlechten) Verbesserungsvorschlag:

Die Gondelbahn zum Winterbergsattel würde ich durch eine Gondel auf den kl. Winterberg ersetzen, welche ebenfalls wohl nicht wirtschaftlich wäre (was für Schierker Planungen wohl unwichtig ist).
Den Lift L1 würde ich vom Westende des Kaffeehorstparkplatzes als Verbindung auf den kl. Winterberg führen. Hier würde eine Abfahrt enden, welche am Loipenhaus von der Bratwurstabfahrt abzweigt und dann dem Grenzweg folgt.
Diese Abfahrt stellt die Verbindung Wurmberg - kl. Winterberg her. Für die Verbindung kl. Winterberg - Wurmberg könnte man oberhalb des Kaffeehorstparkplatzes einfach ein kleines Förderband hinstellen.

Man würde mit so einer Lösung zur das FFH-Gebiet umgehen, allerdings dafür einen Teil der Schirker Wettkampfloipe unbrauchbar machen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 16, 2012, 02:59:31 Nachmittag
Die Gondelbahn zum Winterbergsattel würde ich durch eine Gondel auf den kl. Winterberg ersetzen, welche ebenfalls wohl nicht wirtschaftlich wäre (was für Schierker Planungen wohl unwichtig ist).

Ich würde die Gondelbahn durch eine 4SB ersetzen. Da hätte man eine Chance auf Wirtschaftlichkeit und man braucht nicht die Ski abschnallen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 16, 2012, 08:25:00 Nachmittag
Und was wenn man die die Seilbahn durch eine fixe 4er SB tauschen aber nach wie vor auf den bisherigen Sattelpunkt laufen liesse und auf etwa gleicher Höhe vom ehem. Grenzstreifen aus einen Doppelsessellift rüber zum Gipfel des kl. Winterberges führen würde, so bräuchte man an der Sattelstation nicht abschnallen und könnte dann mit dem zweiten Sessellift direkt zu den beiden anderen neuen  Abfahrten gelangen.
Die Abfahrt am großen Skihang sollte man nach Möglichkeit erhalten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 16, 2012, 08:25:56 Nachmittag
Und was wenn man die die Seilbahn durch eine fixe 4er SB tauschen aber nach wie vor auf den bisherigen Sattelpunkt laufen liesse und auf etwa gleicher Höhe vom ehem. Grenzstreifen aus einen Doppelsessellift rüber zum Gipfel des kl. Winterberges führen würde, so bräuchte man an der Sattelstation nicht abschnallen und könnte dann mit dem zweiten Sessellift direkt zu den beiden anderen neuen  Abfahrten gelangen.

Einen weiteren Sessellift zum Gipfel des Kleinen Winterberges braucht man nicht für Wintersportler. Eine Abfahrt bzw. ein Ziehweg hinüber zu der Talstation von Lift L2 ist ausreichend.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 16, 2012, 09:41:10 Nachmittag
s. Anhang
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 16, 2012, 09:45:06 Nachmittag
Nein so:

[attachimg=1]

 ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am Oktober 16, 2012, 10:29:22 Nachmittag
Ich versucht mein Vorschlag auch noch mal grafisch darzustellen. In schwarz sind die Lifte und in gelb ein paar mögliche Abfahrten eingezeichnet.

[attachimg=1]

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 17, 2012, 07:56:33 Vormittag
So kommen wir der Sache schon näher, allerdings glaube ich nicht, dass bei dem (Aus-)bau des Skigebiets am kl. Winterberg nun noch zusätzlich 1-3 neue Pisten hinzu kommen werden (auch wenn diese deutlich interessanter wären als die flache Talabfahrt).

Eine Sesselbahn würde wahrscheinlich jeder hier im Forum bevorzugen, aber Schierke wird wahrscheinlich auch den Sommertourismus im Auge haben und hier ist es älteren Menschen sicherlich bequemer und angenehmer in einer geschlossenen Gondel zu sitzen, auch wenn man die eingesparten Gelder sicherlich besser aufwänden könnte — beispielsweise für die neu eingezeichneten Pisten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 17, 2012, 08:27:58 Vormittag
Das wäre mein Favourit
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 17, 2012, 08:47:49 Vormittag
Da sind ein paar interessante Vorschläge dabei, wobei das mangelnde Gefälle der Talabfahrt mir Sorgen macht (teilweise unter 10%).

Geländeprofile und Gefälle könnt Ihr hiermit berechnen
http://geo.ebp.ch/gelaendeprofil/

Rathauswiese hat durchschnittlich ca. 10% Gefälle
Kaffeehorst hat durchschnittlich ca. 20% Gefälle
Neue Hexenrittabfahrt hat durchschnittlich ca. 30% Gefälle

Hier das Höhenprofil vom geplanten Slalomhang am Winterberg (durchschnittlich ca. 20% Gefälle):
[attachimg=1]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 17, 2012, 09:15:38 Vormittag
Grüner Landespolitiker kriegt einen Einlauf (volksstimme.de 17.10.2012 ): (http://www.volksstimme.de/mobil/lokal_mobil/wernigerode_mobil/950188_Deftige-Worte-im-Streit-ums-Abenteuerland.html)
Zitat
[...]
Christoph Erdmenger, jener bündnisgrüne Landtagsabgeordnete, der Gaffert öffentlich vorgehalten hat, seine Verwaltung würde das Parkhaus-Gutachten unter Verschluss halten, greift in Wernigerode sofort das brisante Thema auf. Von einer drohenden Investruine auf Steuerzahlerkosten ist die Rede. Erdmenger kritisiert auch, das Projekt sei überdimensioniert und zudem überflüssig. Auf Nachfrage Gafferts erklärt der Landtagspolitiker, der Parkplatz Am Tälchen mit seinen 70Plätzen sei für Schierke völlig ausreichend. Er könne das einschätzen, schließlich sei er in den vergangenen Jahren rund ein halbes Dutzend Mal in dem Brockenort gewesen, sagt Erdmenger dem Wernigeröder Rathauschef auch.

Dieser schüttelt daraufhin nur mit dem Kopf und fragt sich, warum ausgerechnet die Grünen so engagierte Gegner einer Verkehrsberuhigung von Schierke seien. Seine Verwaltung plane, ein mehr als 20Jahre währendes Verkehrs- und Parkplatz-Chaos in Schierke zu lösen: mit einem zentralen Parkhaus für 715Fahrzeuge.

Gaffert fragt, woher Erdmenger zu wissen glaube, das Wirtschaftlichkeits-Gutachten sei unter Verschluss, schließlich habe der Landtagsabgeordnete deswegen nicht einmal bei ihm im Rathaus angerufen. Dieser antwortet, das habe er aus Wernigerode "so gehört".

An dieser Stelle ist es schlecht um die Selbstbeherrschung des Oberbürgermeisters bestellt. "Ihr könnt doch nicht aus 70 Kilometer Entfernung solche Unwahrheiten, Unterstellungen und Halbwahrheiten verbreiten", fährt es aus Gaffert heraus. Landtagspolitiker hätten eine zu große Verantwortung, als dass sie das auch für das Land wichtige Schierke-Projekt leichtfertig in der Öffentlichkeit schlechtreden und damit schaden würden. Dann sein Versuch, dem Abgeordneten eine Brücke zu bauen. Er lädt die bündnisgrüne Landtagsfraktion nach Wernigerode ein, um das Projekt für Schierke vorzustellen.

Christoph Erdmenger, der Gafferts heftige Reaktion teilweise sprachlos über sich hat ergehen lassen, nimmt die Einladung an. [...]

Vor die Presse zu gehen, ohne sich vorher telefonisch und schriftlich bei der Primärquelle abgesichert zu haben ist ... sehr "mutig".

Mal schauen, ob das wieder klappt: Hey Christoph, auf dem Brocken ist ein UFO gelandet! Ach ja, und in 5 bis 10 Jahren wird es im Harz kein Schnee mehr geben!  ;D

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 17, 2012, 09:55:35 Vormittag
... und aus dieser Reihe ist er leider bei weitem nicht der einzige, der auf solcher "Informationsbasis" entsprechende Äußerungen generiert hat. Meine Anerkennung gilt Christoph Erdmann dahingehend, dass er das erste Mitglied dieser Fraktion ist, das das auch öffentlich zugibt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am Oktober 18, 2012, 04:54:51 Nachmittag
Ich habe mich von euren Beiträgen inspirieren lassen und das für mich mal in Google Earth eingemalt. Dabei ist für mich eine total spannende und - für mich jedenfalls - hochinteressante Variante heraus gekommen. Ich hatte den Kl. Winterberg noch gar nicht wahr genommen...
Dabei habe ich versucht das Skigebiet Schierke mal vollkommen für sich zu sehen, jedoch natürlich mit Anbindung an das Wurmberggebiet.

Ich würde die Seilbahn als Zubringer ins Skigebiet bis zum Sattel laufen lassen.
Parallel würde dazu ab etwa 700Hm ein 4er Sessellift laufen.
Hier hätte man jeweils Anschluss vom bzw. zum  Wurmberggebiet.
Der Skihang (wie geplant) geht bis hinunter zur Forststraße, vorher zweigt die Talabfahrt ab mit Anschluss zum Sessellift. Bis dahin geht er interessante Teil der Abfahrten, wir würden eine Art Mittelstation erhalten.
An dessen Talstation startet ein Schlepplift auf den Kl. Winterberg mit paralleler Abfahrt.
Vom Kopf Kl. Winterberg gehen 2 Schlepplifte mit Abfahrten ab.
Einmal Richtung Schierke, in dessen Verlängerung würde ich mir einen Verbindungsweg zum Übungshang vorstellen können und ggf. auch Richtung Seilbahn (nicht gezeichnet).
Der zweite zeigt Richtung Kaffehorst mit fast westlicher Ausrichtung. Hier würde man ebenfalls Anschluss haben vom bzw. zum Wurmberggebiet.

In Summe ergeben sich 5 Beschäftigungsabfahrten und das Schierker Gebiet wäre damit eigenständig und böte Platz und die nötige Kapazität um den Zirkus attraktiv zu machen.
Aus meiner Sicht wären für den Anschluss an das Wurmberggebiet auch keine weiteren Abfahrten auf niedersächsischer Seite nötig da soweit vorhanden.
Allenfalls könnte ich mir als Kompromissvorschlag vorstellen, dass die WSB später noch einen 2er Sessellift vom Loipenhaus zur Schanze führt.

Wie denkt ihr?
[attachimg=1]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 18, 2012, 06:32:18 Nachmittag
Das Konzept hätte tatsächlich Charme: 4 durchaus interessante Pisten vergleichbar mit dem Kaffeehorst, ein Übungshang am Ort, eine lange und entspannte Talabfahrt zum Ende des Tages, ausreichend Liftkapazität und eine recht ordentliche Anbindung an das Wurmberg Skigebiet.

Ich fürchte die zusätzlichen Pisten und Lifte werden so nie kommen — aber mit so einem Konzept könnte es gut werden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 18, 2012, 09:06:14 Nachmittag
Das entspricht ungefähr dem o.g. Konzept von sommerphobie und ist alpinskiseitig wohl das Optimum, das man aus dem Gebiet herausholen kann. Nur spielt das Projekt im Harz, und so wird man zunächst nichts unversucht lassen, halbe oder sonstwie uninteressante Lösungen zu implementieren ...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 18, 2012, 09:28:14 Nachmittag
Wäre es denn rein rechtlich bzw. hinsichtlich des Nationalparks oder anderer Schutzzonen möglich das so zu realisieren? Und wenn ja, meint Ihr, dass die zusätzlichen Kosten für neue Pisten und extra Lifte im Rahmen bleiben würden oder insgesamt zu hoch sind?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 18, 2012, 11:55:08 Nachmittag
So lange man Pisten und Infrastruktur nicht durch NP-Gebiet führt und solange man die FFH-Gebiete unangetastet lässt, sollte alles möglich sein. Über den exakten Status der FFH-Gebiete bin ich mir nicht im Klaren. Dürften sie in keiner Weise belangt werden, würden sie zum NP gehören. Mir ist auch nicht klar, warum Teile des ehemaligen Grenzstreifens am Wurmberg zum FFH-Gebiet "Harzer Bachtäler" gehören - am ehemaligen Grenzstreifen am Wurmberg gibt es keine Bäche.

Wo die Kosten für die Pistenanlage letztlich landen, würde mich auch interessieren. Der Arbeitseinsatz wird von der Forstverwaltung erbracht, aber die verkauft ja auch das gefälllte Holz. Die Kosten für die Lifte können beträchtlich variieren. Angenommen, man kauft gebrauchte Schlepplifte aus den Alpen, dürfte das kein großes Problem werden. Müssen es neue Sesselbahnen werden wie in Winterberg oder Willingen, wird es ruckzuck unbezahlbar.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 19, 2012, 08:18:00 Vormittag
Der Entwurf von Ypsilon gefällt mir ausgesprochen gut auch die Idee mit dem paralelen 4er Sessel aber ich befürchte allerdings auch dass diese Konstellation EUB und Sessellift finanziell nicht machbar sein werden. Meiner Meinung nach wäre nach wie vor eine Sesselbahn von Schierke zum Sattel eine gute Sache, so dass man gleich an der Talstation die Skier "anschnallen" kann und dann entspannt rauf auf den Berg. Um im Sommer älteren Menschen einen leichteren Einstieg zu ermöglichen wäre vielleicht auch ein kuppelbarer 4er Sessel geeigneter. Denkbar wäre auch das Skigebiet in 2 Schritten auszubauen, so könnte beispielsweise der Schlepplift 2 und der Übungshang-Lift in einem 2. Bauabschnitt entstehen, um die Kosten in einem überschaubaren Rahmen zu halten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: nif am Oktober 19, 2012, 09:25:21 Vormittag
Genau so sollte ein Skigebiet in den Mittelgebirgen aussehen man kann Schierke nur empfehlen das so oder ähnlich zu machen.
Alles andere ist Quatsch bitte keine halben Sachen davon gibt es genug im Harz.So würde mit dem Wurmberg ein sehr schönes Skigebiet entstehen was sich für beide Seiten Wirtschaftlich betreiben lässt.Wenn Schierke nur etwas kleines baut bekommen die Leute die das alles kritisieren noch recht weil man dann schöne Verluste einfährt und nie Vernünftig mit dem Wurmberg zusammen arbeiten kann am besten Gr.Winterberg Raus aus dem NP und mit dem Kl. Winterberg nutzen. So jetzt dürfen
alle Naturschützer sich super aufregen das wir Ski und Snowboarder alle Luchse und Auerhühner vertreiben etc. Bitte last die Kirche im Dorf.Von den Naturschützern würde ich gerne mal hören was in diesem Wald(Monokulturen)den so Schützenswertes ist ich weiß jeder Wald lässt sich verändern aber man hört nur das Sie dagegen sind aber keine Erklärungen das es dort jenes seltene Tier oder jene seltene Pflanze gibt kling immer wieder nach Null Toleranz Null Kompromiss.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 19, 2012, 10:00:50 Vormittag
Wie denkt ihr?

Mir gefällt die Anbindung kleiner Winterberg zum Barenberg-Übungshang mit dem Verbindungsweg sehr: Für Helikopter-Eltern ideal, um mal schnell nach den Kleinen zu schauen und der Ortsteil profitiert auch von einer besseren Anbindung.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am Oktober 19, 2012, 11:27:27 Vormittag
Mir gefällt die Anbindung kleiner Winterberg zum Barenberg-Übungshang mit dem Verbindungsweg sehr: Für Helikopter-Eltern ideal, um mal schnell nach den Kleinen zu schauen und der Ortsteil profitiert auch von einer besseren Anbindung.

Helikoptereltern ist gut!  ;D
Da muss ich Dir uneingeschränkt recht geben.
Die Lage des Übungshanges ist dort totaler Quatsch!
Das habe ich so nur übernommen und länger nach oben gezogen ohne drüber nachzudenken.
Eigentlich würde ein Übungslift aus meiner Sicht auch nur an der Seilbahn-Talstation Sinn ergeben, so wie von den Vorrednern ja auch schon skizziert:
Abgeteilter Bereich für die Kleinen und Anfänger, ähnlich zentral wie am Kaffehorst angebunden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am Oktober 19, 2012, 01:35:43 Nachmittag
Wie denkt ihr?

Übungslift an der Talabfahrt und Finanzierbarkeit der 4SB hatten wir ja schon.

Zwischen dem Grenzstreifen und dem Kaffeehorst fließt allerdings die Bremke, über die es am Ostende des Kaffeehorst eine Brücke gibt, welche man aus Naturschutzgründen nutzen bzw. ausbauen sollte. Das Problem hierbei ist, dass man dann von hier über den Parkplatz zum Hexenrittsessel müsste.


Ich habe dann auch noch eine weitere (wesentlich hässlichere) Skizze:

[attachimg=1]

Die Gondelbahn bleibt unangetastet. Die anderen Lifte sind in rot und Abfahrten in gelb eingezeichnet. Hauptbestandteil ist eine 4(K)SB auf den Wurmberg mit ca. 240hm bei ca. 1,2km Falllinie. Im unteren Teil läuft sie auf dem geplanten Skihang bzw. dessen Verlängerung. Im oberen Teil verläuft sie quasi parallel zur Schanze. Die Bergstation läge aber schon fast im Beginn der Hexenritt-Skiroute. Eine Abfahrt unter dem Lift wäre kein Problem, aber erreicht man von dort auch problemlos die Bratwurstabfahrt als zweite Abfahrtsvariante?
Was haltet ihr von so einem Lift und gibt es Schwierigkeit mit Naturschutzgebieten oder vergleichbaren?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 21, 2012, 09:10:03 Nachmittag
Was haltet ihr von so einem Lift und gibt es Schwierigkeit mit Naturschutzgebieten oder vergleichbaren?

Es gibt definitiv Schwerigkeiten. Rechts von der Sprungschanze ist die Hexentreppe, ein alter Serpentinenweg. Ein Lift wird dort niemals gebaut.

Nebenbei: Hier (http://www.volksstimme.de/mobil/lokal_mobil/wernigerode_mobil/952046_Benutzerzwang-Transparenz-und-Empoerung.html) noch ein Artikel vom 20.10.2012 in der Volksstimme zum Schierker Parkhaus.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Oktober 21, 2012, 10:39:40 Nachmittag
Bei meinem gestrigen Besuch in Schierke musste ich eine ähnliche Erfahrung machen. Die Parkplätze  am nördlichen Ortsrand (in der Nähe des Bahnhofs) waren überfüllt. In der Ortschaft gibt es nur wenige offiziell ausgewiesene Parkplätze, so dass man sich halt irgendwo (nicht störend) hin stellen muss.

Die untere Brücke scheint schon fast fertig zu sein. Die Straßenanpassungen, die Verblendung der Widerlager und ein Brückengeländer fehlen noch.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 23, 2012, 07:57:10 Nachmittag
Basirend auf Ypsilons Zeichnung habe ich noch einmal eine kleine Änderung eingebaut. Was würdet ihr davon halten, die Sesselbahn auf den Winterbergsattel mit einem Zwischenausstieg bzw. Mittelstation zu versehen?
So würden die Skifahrer, welche die Abfahrt am SL 3 hinunter kämen die Möglichkeit erhalten, in der Mittelstation
einzusteigen, um somit zum großen Skihang am Fusse des großen Winterbergs zu gelangen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 23, 2012, 08:32:28 Nachmittag
So eine Mittelstation kann man bei einer kuppelbaren Sesselbahn einbauen, aber dann wird die Bahn gleich deutlich teurer. Oder für die Mittelstation verzichtet man aus Budgetgründen um die kapazitätsfördernden Technologien Kuppelbarkeit und Förderbandeinstieg. Dann wird die Bahn zu langsam und zu kapazitätsschwach. Das Thema ist schwierig zu entscheiden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 23, 2012, 11:35:07 Nachmittag
Aber immer noch kostengünstiger als eine 8er EUB und ein zusätzlicher parallel laufender 4CLF von der Talstat.SL3 bis z. Winterbergsattel.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Oktober 24, 2012, 08:42:08 Vormittag
Wahrscheinlich ja. Nur kennen wir leider bis heute nicht alle Budgetgrößen, die für die verschiedenen Teilprojekte von Schierke 2000 tatsächlich bereitgestellt werden, insbesondere nicht das Budget fürs Alpinskigebiet und wer dafür aufkommt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Oktober 24, 2012, 10:05:15 Vormittag
Hier mein "Senf" zu den ganzen Vorschlägen der letzten Beiträge:

1. Mittelstation an der Schierker Bahn auf halben Pistenweg ist wirtschaftlich nicht tragbar. Als kuppelbare Mittelstation viel zu teuer, als fixe Mittelstation ist die Unfallgefahr und damit unzählige Stopps unkalkulierbar. Deshalb gibt es solche Varianten in anderen Skigebieten nur sehr selten.

2. Die Einbindung des kl. Winterberges als Skigebiet ist eine interessante Variante, wenn man vom NP kein Gebiet bekommt. Besonders die Abfahrt zum Kaffeehorst ist klug.
Die Variante kl. Winterberg habe ich P.Gaffert bereits vor 2 Jahren in einem Alternativentwurf vorgeschlagen und denen mitgeteilt, dass für diese Option sofort Gespräche mit Braunlage aufgenommen werden müssten, da die dann die Kapazität und die Position des neuen Hexenrittliftes entsprechend berücksichtigen müssen.

Bekanntlich kam Schierke mit seinen Planungen nicht in die Pötte. Braunlage plante im Alleingang und der neue Hexenrittlift steht jetzt an einer Stelle, wo er eine Piste vom kl. Winterberg nicht aufnehmen kann. Die Hexenritt-SB hätte dafür genau an die andere Seite des Kaffeehorstes gemusst.

Da die neue Hexenritt-SB m.E. eh unterdimensioniert ist, könnte man am Kaffeehorst jedoch genau auf der anderen Seite eine weitere 4SB auf den Wurmberg errichten. Diese könnte dann die Piste vom kl. Winterberg aufnehmen. Der Kaffeehorst/Hexenritt hätte dann eine Kap. von 4000 Pers/Stunde, was meistens ausreichen dürfte.
Sofern sich beide Orte in Zukunft dann mal verständigen, kann der SL/Piste kl. Winterberg/Kaffeehorst jederzeit nachgerüstet werden, wenn der Wurmberg eine zweite 4SB Hexenritt baut. Um diese bahn werden sie kapazitätsmäßig m.E. eh nicht umhinkommen.

Andererseits wäre die sofortige Erschließung Kaffeehorst/kl. Winterberg für Schierke sehr interessant und sehr frech, da Schierke dann vom künftig wichtigen Skigebietseinstieg Kaffeehorst und den dortigen Parkplätzen profitieren würde. Wegen der zu erwartenden langen Wartezeiten am Hexenritt-SB wird so mancher sicherlich die Alternative SL kl. Winterberg wählen, wohin man vom Hexenritt/Kaffeehorst problemlos abfahren kann. Nur in umgekehrte Richtung muss man zum Hexenritt-SB schieben.

2. Die von Playjam skizzierte Abfahrsvariante vom Winterbergsattel entlag des kl. Winterberg wäre eine interessante zusätzliche Abfahrt, welche die Attraktivität auf Schierker Seite erhöht.

3. In diesem Zusammenhang müsste der SL3 auf der Skizze von masterblaster eine 4SB werden. Dieser Lift wäre sehr stark frequentiert.

4. Den SL2 am kl. Winterberg samt Piste auf dem Plan von Masterblaster würde ich weglassen, da diese Piste keinen Zirkus erschliesst. Außerdem ist diese Piste südost und damit erheblicher Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Wichtiger wäre SL1 zum Kaffeehorst.

5. Eine Grenzstreifenpiste vom Winterbergsattel zum Kaffeehorst hat Harzwinter bereits vor langer Zeit mal skizziert. Diese wäre eine Option - ich würde sie zugunsten der Bratwurstvariante jedoch weglassen, das es eine nicht zwingend notwendige lupenreine - und damit energieaufwendige - Südhangpiste wäre. Wenn schon eine weitere Südhangpiste, dann die vom kl. Winterberg zum Kaffeehorst.

6. Der von masterblaster skizzierte Kurvenschlepper am Winterbergsattel als Umgehung der NP-Grenze wäre ein interessante Option, damit man die Piste auf ein Optimum verlängern kann. Allerdings bringt es diese Option gegenüber der geraden Verlängerung bis zur Scherstorstraße nicht wirklich. Es würde dort jedenfalls kapazitätstechnisch einen Doppelschlepper (besser alt. 4SB) brauchen, zumal dieser Lift bei einer Einbindung des kl. Winterberges die von sommerphobie skizzierte unverzichtbare Verbindungspiste vom kl. Winterberg zur Talstation des Winterbergsattelliftes aufnehmen muss.

7. Die von sommerphobie skizzzierte Lift- und Pistenverlängerung auf den Wurmberg neben der Skischanze ist (wie playjam bereits richtig sagte), aus Naturschutzgründen nicht genehmigungsfähig. Außerdem stellt sich hier sofort die länderübergreifende Problematik.

Vorgenannte Varianten wären für ein attraktives Skigebiet Schierke unter den gegebenen Umständen das Optimum und sicherlich effizient!

Hauptproblem bleibt jedoch die Wirtschaftlichkeit der Hauptzubringerbahn von Schierke zum Winterbergsattel und mit dieser steht und fällt das ganze Projekt!
Als nicht kuppelbare 4SB dauert die Fahrt bei einer Länge von knapp 2km mit ca. 9 Min. (die durch unzählige Stopps auf realistisch 15 Minuten gedehnt wird), viel zu lange. Als abschreckendes Vergleichsbeispiel dient hier die untere Sektion der 2SB am Ifen im Kleinwalsertal. Diese Bahn ist eine Katastrophe.

Eine kuppelbare Kombibahn oder EUB - die nicht bis auf den Wurmberg führt - wird sich jedoch nicht rechnen, was alle Experten einhellig äußern, weil der Sommerbetrieb uninteressant ist. Den Wurmberggipfel von Schierker Seite verweigern widerum die Braunlager, weil sie deren Gewinnmage im Sommerbetrieb zurecht gefährdet.
Hinzu kommt, dass - wenn man den kleinen Winterberg ins Skigebiet einbezieht - die allerwenigsten den Ziehweg bis nach Schierke ins Tal abfahren. Sie steigen vielmehr auf halben Wege in die 4SB zum kl. Winterberg ein. Die Hauptbahn wird daher für Widerholungsfahren im Winter wenig frequentiert sein.

Bleibt als Alternative weiterhin die Prüfung meines Vorschlages einer Seilbahn vom Wurmberg bis zum Schierker Bahnhof, weil dann eine Win-Win Situation auch für braunlage gegeben ist! Doch dann müsste die Talstation Schierke zum Barenberg verlegt werden, da man vom Parkplatz bzw. geplanten Parkhaus keine Seilbahn über den Ort spannen kann. Das geht nur vom Barenberg aus (da wo der kleine Skilift geplant ist). 
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Oktober 24, 2012, 02:58:22 Nachmittag
.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 24, 2012, 04:04:05 Nachmittag
Ich weiß nicht, ob der Ziehweg vom Winterbergsattel bis zum Kaffeehorst tatsächlich nötig wäre oder ob man stattdessen nicht auf die vorhandene Hauptabfahrt zurückgreifen könnte, aber ansonsten ist das insgesamt die beste Planung, die ich bisher zu Gesicht bekommen habe — eine die auch für sich allein genommen durchaus attraktiv ist.

Vielleicht sollte man, sofern die Stadt Wernigerode nicht für direkte Vorschläge zu haben ist, den Umweg über Wintersportverbände gehen, es genau ausarbeiten und ihnen vorschlagen, sodass diese ihren Einfluss geltend mache können.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Oktober 24, 2012, 09:00:52 Nachmittag
Man könnte es auch mittels einer Guerilla-Marketing-Kampagne versuchen und einfach eine Fake-Webseite erstellen, die so echt wirkt, dass sich Leute täuschen und auf denen die Pläne genau so dargestellt werden, wie wir sie hier ausarbeiten.

Die Medien (und sicherlich auch ein wütender Mob aufgebrachter Naturschutzverbände) würden sicherlich auf den Zug aufspringen und sich fragen, wer dort geschlafen hat, dass es keiner vorher schon mitbekommen hat.. ;-)

Ähnliches gab es vor 20 Jahren glaube ich mal hier bei uns, als über Nacht ein großes Schild mit der Ankündigung des Baus einer U-Bahn in der Stadt aufgestellt wurde — natürlich war das nur ein Scherz, aber das Presseecho war nicht schlecht.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Oktober 25, 2012, 08:06:56 Vormittag
Max - Deine Idee gefällt mir...  ;D
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Oktober 28, 2012, 06:53:03 Nachmittag
Gutachter stellt Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Schierker Parkhaus vor (volksstimme.de 28.10.2012) (http://www.volksstimme.de/aboservice/volksstimme.de_newsletter/956641_Geheimpapier-Gaffert-lueftet-Parkhausschleier.html)
Zitat

[...]

Zur jüngsten Debatte, ob das Wirtschaftlichkeitsgutachten ein Geheimpapier sei, mag sich Gaffert indes nicht äußern. Stattdessen greift er den Hinweis von SPD-Stadtrat Siegfried Siegel auf. Dieser hatte erklärt, Vorhaben in der Dimension wie in Schierke würden immer Kritiker finden. Und auch immer werde es unsachliche Wortmeldungen geben, das müsse man ertragen. Größtmögliche Transparenz hingegen, so Siegel, sei eine Chance, um die Debatte zu versachlichen.

Das Gutachten zum Parkhaus in Schierke wird öffentlich vorgestellt. Am 6.November ab 18Uhr im Neuen Rathaus. Dann, so Gaffert, werde auch Immo Drobnik in Wernigerode sein. Er ist der Verfasser des Gutachtens, das das Berliner Büro "nymoen strategieberatung" erarbeitet hat
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am Oktober 29, 2012, 02:40:30 Nachmittag
Dieses Parkhaus-Gutachten wird für Projektkritiker und Pressevertreter mit jedem Tag interessanter, an dem es nicht veröffentlicht wird. Eine öffentliche Vorstellung der Schlussfolgerungen durch den Autor ist sicher eine gute Idee - dass sich der von vielen Seiten geäußerte Wunsch nach einer völligen Freigabe des Gutachtens dadurch erledigt hat, wage ich jedoch zu bezweifeln. Abgesehen davon gibt es aus Schierke ja derzeit ohnehin eher bedrückende Nachrichten (http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1351491042575&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546) zu vermelden...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 07, 2012, 10:16:35 Vormittag
Dieses Parkhaus-Gutachten wird für Projektkritiker und Pressevertreter mit jedem Tag interessanter, an dem es nicht veröffentlicht wird. Eine öffentliche Vorstellung der Schlussfolgerungen durch den Autor ist sicher eine gute Idee [...]

@Sternengucker: Warst Du anwesend? Gibt es neue Erkenntnisse?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am November 07, 2012, 03:49:55 Nachmittag
[...] Abgesehen davon gibt es aus Schierke ja derzeit ohnehin eher bedrückende Nachrichten (http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1351491042575&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546) zu vermelden...

Und schon wird die Schierker Brandruine des Hotels König verkauft. Schweizer Investoren (!) wollen ein Viersterne-Wellnesshotel (!) bauen ... ja, richtig gelesen - in Schierke. Das geht mir sehr merkwürdig schnell ... siehe http://www.goslarsche.de/Home/startseite/harzticker_arid,303888.html
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am November 07, 2012, 04:24:47 Nachmittag
An sich natürlich eine gute Nachricht, dass die Schweizer dort ein Wellnesshotel bauen wollen, aber anderthalb Wochen nach einem Brand kommt das schon recht kurzfristig.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 07, 2012, 05:37:02 Nachmittag
Das sind hervorragende Nachrichten für Schierke! Ich vermute, die "Schweizer Investoren" waren sowieso schon auf der Suche nach einem geeigneten Objekt in Schierke.

Es ist schon beachtlich, wie viele ausländische Investoren aufgrund der Investitionen in die Wintersportinfrastruktur plötzlich in den Harz investieren. In Hahnenklee Russen, in Schierke Schweizer und in Braunlage Briten...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am November 07, 2012, 06:10:24 Nachmittag
Vorsicht mit potenziellen Investoren aus dem entfernten Nicht-EU-Ausland! Damit hat der Nordschwarzwald bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Mehrfach schon wurden dort sanierungsbedürftige Großimmobilien von solcher Klientel übernommen, die dann die groß angekündigten Investitionspläne nicht umgesetzt hat. Beispiele mit Herkunft des "Investors": Hotel Bühlerhöhe (Ukraine), Kurhaus Hundseck (Türkei), Gasthaus Hundseck (Russland) an der Schwarzwaldhochstraße, Neues Schloss (Kuwait) in Baden-Baden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 07, 2012, 06:34:27 Nachmittag
Skibegeisterter Russe saniert kleines Hotel in Hahnenklee (http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,141733.html), ist schön geworden: Hotel "Bastei" im Harz (http://www.hotelbastei.com/ger/hotel/).
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am November 07, 2012, 07:51:18 Nachmittag
Prima, ich wusste nicht, dass es schon fertig saniert ist. Herr Parfiriev kann gleich im Schwarzwald weiter machen.  :D
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am November 08, 2012, 09:50:37 Vormittag
Laut GZ-Bericht  (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,303977.html) standen die Verkaufspläne für das Schierker Hotel König schon Wochen vor dem Brand fest. Das Hotel brannte in der Nacht vor dem Besichtigungstermin durch die Investoren.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am November 08, 2012, 09:50:56 Vormittag
Im Wernigeröder Rathaus wurde das Wirtschalftlichkeits-Gutachten zum Schierker Parkhaus vorgestellt - war jemand da?

Zitat
Geheimpapier gelüftet: Gutachter erklärt Schierker Parkhaus für wirtschaftlich

Das Geheimpapier ist gelüftet: Das Schierker Parkhaus ist zwar keine Goldgrube, wohl aber wirtschaftlich. Das bescheinigte ein Berliner Gutachter in einem Vortrag vor Verwaltung, Stadträten und Bürgern im Wernigeröder Neuen Rathaus.

Wernigerode/Schierke l "Das Parkhaus an der Sandbrinkstraße in Schierke wird kein Millionengrab." So lautet das Urteil des Wirtschaftsgutachters Immo Klaus Drobnik von der nymoen-Strategieberatung aus Berlin. Er hat vor Gästen, Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern am Dienstagabend im Neuen Rathaus in Wernigerode das lange als "Geheimpapier" betitelte Wirtschaftlichkeitsgutachten seines Unternehmens vorgestellt.

Sein Fazit: "Über einen Betrachtungszeitraum von 15 Jahren wird mit dem Parkhaus zwar kein Geld verdient, aber am Ende steht eine schwarze Null." Seine sogenannte "Cash-Flow-Rechnung" hatte die Verwaltung im Juli in Auftrag gegeben. Das Gutachten war auch Entscheidungsgrundlage für die Fördermittelzusage der Investitionsbank über 6,6 Millionen Euro. Der Politologe hat Faktoren wie die Auslastung, die zu erwartenden Einnahmen aus Parktickets den über die Jahre anfallenden Kosten gegenüber gestellt.

Am Ende des Betrachtungszeitraumes 2029 steht zwar ein negativer Betrag von minus 11228 Euro. "Kommunen verdienen mit Parkhäusern aber nie Geld - außer vielleicht in der Münchner Innenstadt oder am Kurfürstendamm in Berlin", so Drobnik. "Das ist auch nicht das Ziel der Wernigeröder Verwaltung, sondern die Steigerung der Lebensqualität in Schierke, die Lösung des Parkproblems und Verbesserung der Infrastruktur." Das bestehende Parkchaos hatte Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) zuvor anhand von aktuellen Fotos aus dem 600-Seelen-Ortsteil belegt.

Nicht enthalten in Drobniks Rechnung ist die Abschreibung des Gebäudes von etwa 300000 Euro pro Jahr, die sich als Kosten in den nächsten 35 Jahren im Haushalt niederschlagen werden. "Die Abschreibung einzubeziehen, war aber auch nicht von der Investitionsbank gefordert", so Drobnik.

Gutachten kann im Bauamt von Stadträten eingesehen werden

Das Original-Gutachten hat an dem Abend zwar niemand zu sehen bekommen, sondern lediglich eine übersichtlich gestaltete Powerpoint-Präsentation. Das Schriftstück selbst können sich die Stadträte aber im Bauamt vorlegen lassen, sicherte Pressesprecher der Verwaltung, Andreas Meling, zu.

Im unteren Bereich mit Holzlamellen verkleidet und samt einem begrünten Dach: So könnte das Schierker Parkhaus aussehen. Dass so ein Gutachten auf Druck der Öffentlichkeit überhaupt vorgestellt werde, ist laut Immo Klaus Drobnik nicht häufig der Fall: "Für mich ist diese Präsentation ein seltenes Vergnügen. So viel Transparenz lässt nicht jede Kommune zu."

In einer anschließenden Diskussion kam auch die Frage auf, was aus dem Parkhaus werde, sollte das Skisportgebiet am Winterbergtor entgegen aller Pläne nicht entstehen. "Auch ohne Skihang wäre es keine Bauruine, denn der Bedarf an Parkplätzen ist in Schierke da", so Drobnik. "Für den Haushalt wäre es nicht gut, aber verkraftbar."

Das Schierker Parkhaus werde keine Goldgrube, aber auch keine Investruine, versprach Gutachter Immo Drobnik.

Quelle: Volksstimme 9. November 2012 (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/962465_Geheimpapier-gelueftet-Gutachter-erklaert-Schierker-Parkhaus-fuer-wirtschaftlich.html)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 08, 2012, 09:31:42 Nachmittag
Nun ja, minus 11228 Euro nach 25 Jahren, inflationsbereinigt sind das Peanuts... die Gegenrechnung wäre interessant, was eine große ebene Parkfläche mit derselben Kapazität an Gewinn erwirtschaftet hätte.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 09, 2012, 08:06:07 Vormittag
Leider ist die Parkhaus-Lösung das Ergebnis der Umstände: Eine größere Fläche zur Bebauung steht nicht zur Verfügung. Sicherlich könnte man versuchen gegen den Widerstand von BUND/NaBu etc eine entsprechend große Fläche als Bauland umzuwidmen. Aber um für den Parkplatz noch eine 75% Förderung zu erhalten, muss der Bau innerhalb von 2 Jahren abgeschlossen sein (die Infrastrukturförderung für Sachsen-Anhalt wird in den nächsten Jahren schrittweise auf Westniveau gesenkt). Ohne vernünftige Zufahrt und ausreichend dimensionierten Parkplatz wird sich aber garantiert kein Investor für ein Skigebiet am kleinen und großen Winterberg finden.

Man hätte viel früher mit der Erschließung der Zufahrt und des Parkplatzes sowie der konkreten Planung des Skigebietes anfangen müssen, um nicht dieses Zeitproblem zu haben. OB Gaffert ist aber erst seit kurzem verantwortlich für Schierke und hat sofort (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,7.msg73.html#msg73) ein sehr beherztes Tempo vorgelegt. Ich gehe fest davon aus, das Herr Gaffert es schafft und wir in den nächsten Jahren ein Skigebiet am kleinen und großen Winterberg haben werden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am November 09, 2012, 10:01:37 Vormittag
Hinsichtlich der Einschätzung von Playjam zum Thema "Parkhaus und kein Parkplatz" kann ich mich nur anschließen. Wenn man die letzten "Baum"-Diskussionen unter den Skigebietsplanungsgegnern sich anschaut, dann kommt nur die Variante auf möglichst kleinster Fläche viel Parkplatz in Frage. Nackte Betonbauten in einem Touristenort im Harz halte ich für ungeeignet, dies eher was für Großstädte. Das alles muss in die Landschaft passen.

Den Optimismus von Playjam finde ich richtig gut. Die beschriebenen Tendenz ist zwar da, aber ich glaube erst dran, wenn genehmigungsfähige Planungen zum Skigebiet auf dem Tisch. Offentlich klappt es, weil dann ist das Skigebiet südlich vom Brocken was besonderes.  ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: nif am November 09, 2012, 10:55:44 Vormittag
Alle Freunde des Skisports sollten OB Gaffert feste die Daumen drücken damit er ein wunderschönes Skigebiet
für den Harz entstehen lässt.Mit dem Wurmberg zusammen natürlich
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am November 09, 2012, 11:50:03 Vormittag
@ nif: Das hätte man nicht besser ausdrücken können!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am November 09, 2012, 12:25:42 Nachmittag
Schliesse mich meinen Vorredner an und bin ebenfalls in großer Hoffnung, dass die Anstrengungen Gafferts nicht vergeblich sind sondern Früchte tragen und skitechnisch etwas schönes "gedeihen" wird!!!
Z. B. sowas oder vergleichbares in der Art ;) ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 13, 2012, 02:10:15 Nachmittag
Ein paar Meldungen zum Schierker Projekt...

Schierker bezahlen einen Teil der Ortsentwicklung (volksstimme.de 12.11.2012) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/964676_Schierker-bezahlen-einen-Teil-der-Ortsentwicklung.html)
Zitat
[...]
Umlagefähig sind hingegen die Nebenanlagen, sprich Gehwege und Beleuchtung. Diese Kosten werden zur Hälfte aus dem Stadthaushalt gedeckt, die restlichen 50Prozent sollen von den Schierkern geschultert werden. Wobei laut der Satzung zu wiederkehrenden Ausbaubeiträgen alle Grundstücksinhaber daran beteiligt werden. [...]

Thomas Mendritzki zur Abrechnung: "Wir sammeln alle Rechnungen aus 2012 und errechnen die umlagefähigen Kosten für jeden Grundstücksinhaber." Die Höhe der Kosten ist abhängig von der Grundstücksgröße, so Mendritzki. "Wenn die Bescheide eingegangen sind, haben die Schierker drei Monate Zeit zu zahlen."
[...]

Skipräsident im Harz (volksstimme 12.11.2012): (http://www.volksstimme.de/mobil/lokal_mobil/halberstadt_mobil/964664_Skipraesident-im-Harz-Ins-Gelingen-verliebt.html)
Zitat
[...]
"Bei uns beim Deutschen Skiverband gibt es das Projekt 'Schierke2000' noch immer. Ein Konzept, in dem wir den Skisport, den Naturschutz und die Verkehrsbelastung in Schierke unter einen Hut bringen wollen." Der Harz sei eine wichtige Stütze für den Skiverband, so lobte Hörmann.
[...]

Schierker stimmen für Grün und Weiß (http://www.volksstimme.de/mobil/lokal_mobil/wernigerode_mobil/965230_Schierker-stimmen-fuer-Gruen-und-Weiss.html)
Zitat
Das Parkhaus in Schierke soll ein Gründach erhalten. Diese Empfehlung hat der Ortschaftsrat der Brockengemeinde gegeben - und ist damit den Vorstellungen der Stadtverwaltung gefolgt.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 27, 2012, 10:20:29 Nachmittag
Wirtschaftskrimi reicht bis in den Harz: Bauunternehmer unter Verdacht (goslarsche.de 27.11.2012): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,307882.html)
Zitat
HARZ. Ein Geschäftsführer mehrerer in Thüringen und Sachsen-Anhalt aktiver Planungsunternehmen steht Pressemeldungen zufolge im Verdacht der Geldwäsche. Betriebe des Firmengeflechts sollen unter anderem am Wintersportprojekt in Schierke beteiligt sein.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 30, 2012, 11:29:51 Vormittag
Geschäftsführer mehrerer in Thüringen und Sachsen-Anhalt aktiver Planungsunternehmen unter Geldwäscheverdacht (Volksstimme.de 28.11.2012) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland_und_welt/wirtschaft_und_boerse/noch_mehr_wirtschaft/974248_Wundersamer-Geldregen-von-Schloss-Reinhardsbrunn.html)
Zitat
[...]
Die Ermittlungen könnten noch Monate dauern. Im Fokus steht der Geschäftsführer mehrerer in Thüringen und Sachsen-Anhalt aktiver Planungsunternehmen. Sie sind beteiligt unter anderem am Citytunnel Magdeburg, einem Wintersportprojekt im Harzort Schierke sowie dem Ausbau der Universität Ilmenau und der Fachhochschule Nordhausen.
[...]

Hoffentlich wird das Schierker Wintersportprojekt von den Ermittlungen nicht negativ beeinflußt.

Positiv:

Harz-Tourismus rüstet sich für Zukunft (volksstimme.de 30.11.2012) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt_newsticker/975164_Harz-Tourismus-ruestet-sich-fuer-Zukunft.html)
Zitat
Mit konkreten Vorhaben und Visionen wollen die Touristiker im Harz ihre Urlaubsregion für die Zukunft rüsten. Themen wie die Entwicklung des Wernigeröder Ortsteils Schierke, des Wintersportortes Braunlage, des Ausflugsziels Torfhaus und des Bocksbergs in Hahnenklee seien am Donnerstag beim Tourismustag vorgestellt worden, teilte der Harzer Tourismusverband (HTV) am Donnerstag mit. [...]

Alles Wintersport-Orte...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am November 30, 2012, 02:20:50 Nachmittag
@ playjam
Du ich habe da noch mal eine Frage an dich betreffend des Großen Winterberges, vielleicht kannst mir da weiterhelfen... Ist es eigentlich so, dass "nur" die Kuppe des Großen Winterberges Nationalpark-Terrain ist oder doch der ganze Berg??
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am November 30, 2012, 02:27:06 Nachmittag
Nicht der ganze große Winterberg, aber die wintersportlich interessanten Teile. Schau hier (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,7.msg2862.html#msg2862).
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Dezember 14, 2012, 11:32:46 Vormittag
Es geht in Schierke mit kleinen Schritten weiter!
Siehe nachfolgenden Artikel aus der Volksstimme:

http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/985925_Beim-Wald-auch-ans-Wirtschaften-denken.html (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/985925_Beim-Wald-auch-ans-Wirtschaften-denken.html)

Leider kann man aus dem Artikel nicht entnehmen, wo sich diese Flächen befinden.
Vielleicht lässt sich das aus einschlägigen Flächenverzeichnissen entnehmen?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Dezember 28, 2012, 10:03:57 Nachmittag
Applaus und Schneefall zur Eröffnung der Bodebrücke (Volksstimme.de 22.12.2012): (http://www.volksstimme.de/mobile_website/lokal_mobil/wernigerode_mobil/992398_Applaus-und-Schneefall-zur-Eroeffnung-der-Bodebruecke.html)
Zitat
Schierke l Gerade einmal neun Monate nach dem ersten Spatenstich haben Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU), Finanzstaatssekretär Jörg Felgner und Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) am Freitag mit dem Scherenschnitt symbolisch die Arbeiten an den ersten zwei von drei geplanten Brücken in Schierke beendet. Daneben waren zahlreiche Kommunalpolitiker, Vertreter von Bau- und Planungsbetrieben und viele Schaulustige aus dem Brockenort bei heftigem Flockenwirbel zum offiziellen Abschluss der Arbeiten gekommen.

[...]


Schweizer Investoren wollen zehn Millionen in Schierker Tourismusprojekt stecken (Volksstimme.de 22.12.2012) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/7_tage_news/992382_Schweizer-Investoren-wollen-zehn-Millionen-in-Schierker-Tourismusprojekt-stecken.html)
Zitat
Schierke/Magdeburg l Das "Hotel König" im Brockenort Schierke soll zu einem hochwertigen Haus umgebaut werden. Vier Sterne plus ist das Angebot, das Schweizer Investoren Harzurlaubern offerieren wollen. Immerhin zehn Millionen Euro wollen sich die Eidgenossen dieses Engagement kosten lassen, informiert Gerhard Peylo im Volksstimme-Gespräch.

Peylo ist Geschäftsführer eines Projektbüros, das für die Schweizer Geldgeber arbeitet. Etwa 60Betten soll das neue "König" haben, vor allem aber eine Attraktion aufweisen, auf die seit mehr als 20Jahren in Schierke gewartet wird: ein Hallenbad mit Sauna- und Wellnessangeboten. Jene Annehmlichkeiten, auf die Wanderer oder Skilangläufer bei ihrem Urlaub unterhalb des Harzgipfels bislang verzichten müssen. In den kommenden neun Monaten sollen Planungen und Anträge erarbeitet werden, um Ende 2013 mit dem Abriss des im Herbst bei einem Brand beschädigten Gebäudes beginnen zu können. Im Herbst 2015, so die Planungen heute, sollen die ersten Gäste im "Hotel König" einchecken können, so Peylo.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Januar 07, 2013, 11:31:46 Vormittag
Schierkes Ortsbürgermeisterin spricht sich für den weiteren Ausbau ihres Ortes auch in Sachen Alpinski aus:

Zitat
Christiane Hopstock blickt als Schierkes Ortschefin auf das vergangene Jahr zurück und nennt ihre Wünsche für 2013
Bürgermeisterin: "Will noch einmal auf dem Winterberg Ski fahren"


Christiane Hopstock blickt optimistisch auf das neue Jahr. Hinter ihr liegt ein "sehr spannendes, aufregendes Jahr", sagt Schierkes Bürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU). In den zurückliegenden Monaten seien die für Schierke größten Investitionen seit Jahrzehnten getätigt worden. Sie blicke gern auf 2012 zurück. Schließlich seien mit den Fördermillionen einige Bestandteile des lange planten Ortsentwicklungskonzeptes für den Brockenort umgesetzt worden. Mit den zwei neuen Straßenbrücken in Ober- und Unterschierke wurde 2012 der Grundstein für die Ortsumfahrung gelegt. In diesem Jahr folgt mit dem Ausbau der Sandbrinkstraße ein weiterer wichtiger Schritt, um das Ziel - die Ortsmitte vom Verkehr zu entlasten - zu erreichen.
 
Dementsprechend steht ihr Jahreshöhepunkt in engem Zusammenhang mit dem Baugeschehen an der Bode. "Als Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff im Frühjahr den Startschuss für den Brückenbau gegeben hat - das war schon was", sagt Christiane Hopstock. "Endlich blieb ein Entwicklungsplan nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern wurde in die Tat umgesetzt."

Acht Monate später konnten sie, Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) und abermals Birgitta Wolff (CDU) die Bodequerung freigeben, die übrigens genau am Eingang ihres Hotels "Bodeblick" entstanden ist. Für die Bürgermeisterin keine einfache Situation. "Natürlich sind einige Gäste wegen des Baulärms wieder abgereist. Aber viele Stammgäste haben Verständnis gezeigt und freuen sich, dass sich ihr Ferienort weiterentwickelt." Ohnehin habe sich die regionale wie überregionale Aufmerksamkeit für Schierke erhöht. Selbst TV-Stars wie Michael Kessler kamen an dem Brockenort nicht vorbei. Der Fernseh-Komiker hatte Schierke im Oktober besucht und war von dort aus mit einem Rasenmäher-Traktor gen Brocken aufgebrochen.

Privat konnte Christiane Hopstock im zurückliegenden Jahr wie gewohnt auf den Rückhalt ihrer Familie bauen. Ehemann und Kinder, ihre Eltern und Bruder Daniel Steinhoff haben der Bürgermeisterin den Rücken freigehalten und immer wieder tatkräftig mit angepackt, wenn Hilfe nötig war.

Viel Zeit für das Privatleben sei ihr nicht geblieben, aber sie könne dennoch auf schöne gemeinsame Stunden im Kreis der Familie zurückblicken. Im noch jungen Jahr 2013 stehen bereits wieder unzählige Projekte auf ihrem Aufgabenzettel. So wird sich Schierke ab Frühjahr wieder in eine Großbaustelle verwandeln, wenn am Fuß des Winterbergs die Ortsumfahrung und das geplante Parkhaus gebaut werden. Aber nicht nur am Ortsrand werden Bauarbeiter tätig sein. Auch die Durchfahrt soll erneuert werden, zudem geht die Sanierung der Kindertagesstätte weiter.

Kunst-Eis für das Stadion, Kunstschnee für die Skipiste

Ein zentraler Dreh- und Angelpunkt in den kommenden Monaten wird die Umgestaltung des Eisstadions sein. Gerade im Hinblick auf die derzeit milden Temperaturen und den ausgebliebenen Schnee wartet die Bürgermeisterin sehnsüchtig auf eine Kunst-Eis-Bahn für das Stadion. "Ende Dezember hatten wir in puncto Wintersport in Schierke nichts zu bieten", sagt Christiane Hopstock. Zwar sei sie fest davon überzeugt, dass in den kommenden Wochen der Winter zurückkehre, doch die aktuelle Lage zeige überdeutlich, wie wichtig das neue Stadion sein kann.

Und es beweise auch, dass Alpinski-Sport im Oberharz nur mit künstlicher Beschneiung möglich ist. Die Wernige-röder Stadtverwaltung und der Schierker Ortschaftsrat wollen dazu ein Ganzjahreserlebnisgebiet inklusive mehrerer Abfahrtspisten am Winterberg entwickeln. In diesem Zusammenhang bekräftigt Christiane Hopstock, dass eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Braunlage nur von Vorteil sein könne. Sie plädiert dafür, sich in die Wurmberg-Pläne aus Niedersachsen einzuklinken. Unabhängig von den politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten dieser Entwicklungen gehört dieser Wunsch zu ihren größten: "Ich will noch einmal in meinem Leben auf dem Winterberg Ski fahren."

Quelle: Volksstimme 7. Januar 2013 (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/998437_Buergermeisterin-Will-noch-einmal-auf-dem-Winterberg-Ski-fahren.html)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Januar 07, 2013, 01:17:08 Nachmittag
Zitat
[...] In diesem Zusammenhang bekräftigt Christiane Hopstock, dass eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Braunlage nur von Vorteil sein könne. Sie plädiert dafür, sich in die Wurmberg-Pläne aus Niedersachsen einzuklinken. Unabhängig von den politischen und wirtschaftlichen Unwägbarkeiten dieser Entwicklungen gehört dieser Wunsch zu ihren größten: "Ich will noch einmal in meinem Leben auf dem Winterberg Ski fahren."

Volle Zustimmung von mir. Damit das entstehende Wintersportgebiet von Anfang an den richtigen "Flow" kriegt, wäre eine Partnerschaft oder zumindest eine enge Freundschaft mit sehr kurzem Dienstweg sehr hilfreich.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: XXLRay am Januar 08, 2013, 04:46:40 Nachmittag
Schierke und Braunlage zu einem Skigebiet zu verbinden und sei es nur durch Skipässe, die an beiden Standorten gültig sind, würde richtig interessant sein. In den Alpen kann man auch häufig zwischen mehreren Skigebieten wechseln und braucht für seine Woche Skiurlaub nur einen einzigen Skipass.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Januar 24, 2013, 04:38:50 Nachmittag
Straßenbau in Schierke wird deutlich teurer (volksstimme.de 23.1.2013): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1007869_Strassenbau-in-Schierke-wird-deutlich-teurer.html)
Zitat
Sieben Millionen Euro soll der Ausbau der Sandbrinkstraße in Schierke kosten. Die Verwaltung war zuerst von vier Millionen Euro ausgegangen. Nach einem geologischen Gutachten sind die Zahlen nun korrigiert worden.

[...]

[...] "Uns war klar, dass Bauen in Schierke nur unter besonderen Bedingungen möglich ist." Neben den geologischen Voraussetzungen müsse vor allem der Naturschutz berücksichtigt werden. "Denn schließlich lebt Schierke von der schönen Landschaft", sagt Rudo, der die Sandbrinkstraße als das Rückgrat für die weitere Ortsentwicklung bezeichnet. "Der Ausbau der 1,7 Kilometer langen Trasse ist Voraussetzung für die geplante Verkehrsberuhigung im Ortskern. Zudem verbindet die Straße den Barenberg, das Eisstadion, das Parkhaus und das zukünftige Erlebnisgebiet Winterberg."

Die Arbeiten sollen sofort nach der Schneeschmelze beginnen. "Wenn wir Glück haben schon im März." Übrigens: Laut Rudo hat die Landesregierung signalisiert, trotz der erhöhten Gesamtkosten den Straßenausbau mit 90 Prozent zu fördern.

Bauunternehmer aus dem Ostharz unter Verdacht (24.01.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/startseite/harzticker_arid,328414.html)
Zitat
HARZ. Ein Bauunternehmer, der aus dem Ostharz stammt, sieht sich vielen Fragen ausgesetzt. Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt wegen des Verdachts der Geldwäsche, und die Stadt Magdeburg erwägt eine Regressklage. Bauprojekte in Wernigerode und Schierke, an denen der Ingenieur beteiligt ist, fallen durch Kostensteigerungen auf.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Patrick am Januar 31, 2013, 06:26:36 Nachmittag
http://www.wernigerode.de/de/news-details/breite-unterstuetzung-fuer-schierker-plaene-im-landtagsausschuss-20032778.html (http://www.wernigerode.de/de/news-details/breite-unterstuetzung-fuer-schierker-plaene-im-landtagsausschuss-20032778.html)

Zitat
Breite Unterstützung für Schierker Pläne im Landtagsausschuss

Heute nutzte Oberbürgermeister Peter Gaffert eine Einladung des Wirtschaftsausschuss des Landes Sachsen-Anhalt um über die laufende Ortsentwicklung Schierkes und die weiteren Pläne und Ziele zu informieren. Er bekam dabei eine breite Unterstützung von Nachbarkommunen wie Braunlage und der Stadt Oberharz am Brocken und den Landkreisen Harz und Goslar. Bereits im Herbst 2012 hatte sich der Ausschuss zu dieser öffentlichen Anhörung entschlossen, um eines der "touristischen Leuchtturmprojekte" des Landes näher kennenzulernen.

Peter Gaffert ging in seiner Projektvorstellung auf die drei großen Baustein des Gesamtkonzeptes ein: Verkehrsinfrastrukturentwicklung (Straßen, Brücken, Parkhaus), öffentliche Infrastruktur (Eisstadion, Kindergarten, Feuerwehr) und touristische Infrastruktur (Ganzjahreserlebnisbereich Winterberg).

Er benannte dabei Investitionskosten und Realisierungszeiträume für die geplanten Maßnahmen. "Wichtig ist es uns, dass in Schierke eine ganzjährige Angebotsvielfältigkeit mit qualitativ höherer Ausprägung als bisher erreicht werden kann", so Peter Gaffert. Wichtig sei dabei die Erhöhung der Übernachtungszahlen durch die Schaffung zusätzlicher Angebote und eine ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung des Ortes um eine Erhöhung der Wertschöpfung vor Ort herauszubilden.

"Nicht vergessen möchte ich den unbedingt notwendigen Stopp des Einwohnerverlustes in Schierke, der sein 1990 bei weit über 50% liegt. Es ist unsere Aufgabe den Menschen eine Chance für eine Entwicklung zu geben. Dies geht in Schierke nur im Tourismus" erläutert Peter Gaffert.

Breite Unterstützung erhielten die Schierker Pläne aus Niedersachsen. Goslars Landrat Stephan Manke bekannte seine volle Unterstützung für die Ortsentwicklung. "Es tut dem gesamten Harz gut, wenn die touristische Qualität steigt. Dabei gibt es keine Trennung zwischen Ost- und Westharz", machte der Landrat deutlich. Auch Dr. Michael Ermrich, Landrat des Landkreises Harz bekannte sich deutlich zum Projekt und den geplanten Investitionen.

Braunlages Bürgermeister Stephan Grote informierte über die Investitionen am, an Schierke angrenzenden, Wurmberg. Er verwies zuversichtlich darauf, dass eine sinnvolle Verknüpfung der Schierker und der Braunlager Pläne möglich und touristisch sinnvoll ist.

"Ich freue mich über die breite Unterstützung aus dem politischen und wirtschaftlichen Raum für die Schierker Planungen-dies bestärkt die Landesregierung in ihrer Zielrichtung das Tourismusprojekt Schierke weiter zu begleiten" zog Wirtschaftsministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff ein positives Fazit.

Dazu noch folgendes PDF-Dokument "Fragenkatalog Wirtschaftsausschuss.pdf ( 99.62 kB)":
http://www.wernigerode.de/media/artikel/4032778-breite-unterstuetzung-fuer-schierker-pla/fragenkatalog_wirtschaftsausschuss.pdf (http://www.wernigerode.de/media/artikel/4032778-breite-unterstuetzung-fuer-schierker-pla/fragenkatalog_wirtschaftsausschuss.pdf)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Braeu am Februar 01, 2013, 01:00:10 Nachmittag
Und das Ganze nochmal in der Volksstimme http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/1013891_Alpin-Ski-oder-Pferdeschlitten.html (http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/1013891_Alpin-Ski-oder-Pferdeschlitten.html)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 01, 2013, 02:56:02 Nachmittag
Hier nochmal die relevanten Ausschnitte aus dem Volksstimme Artikel:

Tourismusprojekt Schierke im Wirtschaftsausschuss des Landtags (volksstimme.de 01.02.2013): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/1013891_Alpin-Ski-oder-Pferdeschlitten.html)
Zitat
[...] 

Da viel Steuergeld fließt, wollte sich der Wirtschaftsausschuss gestern ein Bild machen und lud zur Anhörung. Gaffert präsentierte die bis 2018 geplanten Vorhaben: Neue Straßen, Parkhaus, Kurpromenade, eine Seilbahn zum Winterberg mit Zugang zu den alpinen Skihängen im benachbarten Braunlage. Das Projekt ist so ambitioniert wie viel diskutiert - vor allem wegen der Alpin-Skianlage, die im Mittelgebirge oft auch künstlich erzeugten Schnee benötigt, damit Gäste kommen und die Kassen klingeln. Gaffert, einst Nationalparkchef, meinte: "Die schöne Natur allein reicht den meisten Besuchern nicht aus."

[...]

Die Fraktionen bewerten das Vorhaben unterschiedlich. Ulrich Thomas (CDU) stützt es voll, da der Tourismus viele Arbeitsplätze schaffe. Ronald Mormann (SPD) sieht in den Plänen eine große Chance.

[...]

Ähnlich wie in Niedersachsen beim Wirmberg-Projekt existiert also auch in Sachsen-Anhalt der feste politische Wille, das Tourismusprojekt  Schierke zu verwirklichen. Mittlerweile halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass das Projekt Schierke nicht kommt.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Februar 01, 2013, 04:07:50 Nachmittag
Die Wahrscheinlichkeit für die Projektumsetzung ist zumindest gestiegen, denn Schierke hat mit Herrn Gafferts neuer Terminankündigung 2018 für den Hauptinhalt von "Schierke 2000" nun 5 weitere Jahre Zeit ...  ;D
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Februar 01, 2013, 07:08:53 Nachmittag
Kann es sein das es in den Plänen für den skigebietsausbau auf Schierker Seite schon eine erste Änderung gibt? In dem Artikel der Volksstimme ist die Rede davon, dass die vorgesehene seilbahn auf den Winterberg ( kleiner oder großer???) und nicht auf den Sattelführen soll. Oder handelt es sich einfach nur um einen Schreibfehler des Verfassers? Weis jemand genaueres???
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 01, 2013, 07:18:35 Nachmittag
Wohnin die Seilbahn führt, sollte man im derzeitigen Planungsstadium nicht konkret auffassen. Alles was am Winterberg bislang geplant wurde, sind groben Skizzen, die (soviel ich weiß) noch von keinem professionellem Planungsbüro spezifiziert wurden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Februar 02, 2013, 11:43:58 Nachmittag
Die Aussage von dem Frank Thiel (Linke) und dem Christoph Erdmenger (Grüne) finde ich bezeichnet: Man ist für eine Eislaufbahn aber nicht fürs Skifahren. Man vergisst aber, dass man für das Eislaufen auch kaltes Wetter braucht. Die Pisten liegen sogar noch höher als die Eislaufbahn! Also was für das Skifahren gilt, muss auch fürs Eislaufen o.a. gelten. Skifahrer sind wohl nicht deren Klientel.
Wenn man sich die Liftanlage in Thale und Braunlage anschaut, so werden die Lifte nicht nur für Skifahrer verwendet, sondern auch im Sommer von Wanderer, Mountainbiker und anderen genutzt. Politiker sollten sich nicht immer auf den Alpinskisport bei Liftanlagen beschränken.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Februar 04, 2013, 07:10:17 Vormittag
Politiker sollten sich nicht immer auf den Alpinskisport bei Liftanlagen beschränken.

Dem kann ich nur zustimmen — auch für sanften Ganzjahrestourismus kann und wird eine Seilbahn genutzt, sie ist also keinesfalls nur für den Wintersport gedacht.

Aber wie gesagt, die Grünen kann man ohnehin kaum ernst nehmen. Im NDR habe ich vor ein paar Tagen zwei aufeinanderfolgende Berichte gesehen, wo die Grünen erst einmal den Kunstschnee für den Braunschweiger City Biathlon kritisiert haben, wobei der Betreiber ausdrücklich gesagt hat, dass Wert darauf gelegt wurde, dass der mit regenerativer Energie produziert wurde. Und im nächsten Bericht wollten die Grünen unbedingt den Straßennahmen "Anton-Schlecker-Straße" abschaffen, ohne dabei Rücksicht auf die entstehenden Kosten für 15 kleine Unternehmen, die dort ansässig sind, zu nehmen.

Diese Parteien sind und bleiben einfach wirtschaftsfeindlich, sollten sich aber mal ernsthaft fragen, woher das Geld kommt, dass sie so gerne umverteilen oder für den Naturschutz ausgeben wollen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 05, 2013, 10:31:15 Nachmittag
Umstrittene Planungen in Schierke: Millionen für „langweilige Baby-Abfahrt“ (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,333725.html)
Zitat
Schierke. Die Landesregierung in Sachsen-Anhalt hat signalisiert, die Kostensteigerung der Umbaupläne Schierkes zu einem modernen Wintersportort mitzutragen.

[...]

Derweil stießen Skifreunde aus Goslar und Wernigerode mit einem Vorschlag für den Ausbau des Schierker Winterbergs zu einem alpinen Skizentrum bei offiziellen Stellen auf wenig Gegenliebe und qualifizieren die aktuellen Wintersportpläne als zweite Wahl ab.

Gedruckte GZ: Warum die aktuellen Skipläne Kritik hervorrufen und welche alternativen Vorschläge keinen Anklang finden, lesen Sie in der Mittwoch-Ausgabe.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Februar 05, 2013, 10:53:33 Nachmittag
Schön, dass die GZ dieses Thema nach vielen Jahren Forendiskussion mehr Skifreunden zugänglich macht. Vielleicht findet es auf diesem Weg offene Ohren.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 05, 2013, 11:32:14 Nachmittag
Es wäre schön, wenn jemand an die gedruckte GZ am Mittwoch rankommt, denn es wäre mal interessant zu hören, wer welche Alternativvorschläge unterbreitet. Die können jedoch kaum anders aussehen, als was wir uns hier bereits zusammenskizziert haben. Aber mich interessiert auch, warum die Offiziellen von den Alternativen nichts halten...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 06, 2013, 08:10:32 Vormittag
Der ideale Platz (Volksstimme.de 02.02.2013): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland_und_welt/meinung_und_debatte/1014611_Der-ideale-Platz.html)
Zitat
Der alpine Skisport hat am Wurmberg eine gute Adresse. Mit dem Ausbau in diesem Jahr verbessern sich die Bedingungen dort deutlich. Braunlage profitiert davon ebenso wie die Hochharz-Gemeinden Schierke und Elend. Das jetzt vorgelegte Tourismus-Konzept für Schierke setzt richtigerweise nicht darauf, ein Konkurrenzangebot für Skifahrer aufzubauen. Der geplante Zubringer-Sessellift von Schierke in das Skigebiet Wurmberg macht Sinn.

Die Attraktivität von Schierke für Harztouristen wird keineswegs vom Bau oder Nichtbau eines Sesselliftes abhängen. [...]


Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Februar 06, 2013, 08:28:02 Vormittag
Der Nationalpark als Tummelplatz für abenteuerlustige Jungunternehmer?

Abenteuerlustig muss man wohl in der Tat sein, wenn man sein Kapital im oder nur nahe dem Nationalpark anlegt, wenn man bedenkt, welche Knüppel einem dort regelmäßig zwischen die Beine geworfen werden, sofern man etwas Neues versucht. Vor allem die abenteuerlustigen kleinen Liftbetreiber am Sonnenberg oder auf Torfhaus können davon sicherlich ein Lied singen. ;-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 06, 2013, 09:01:00 Vormittag
Der Nationalpark als Tummelplatz für abenteuerlustige Jungunternehmer?

Aber bitte nur auf den Wegen und nur als Wanderer. Radfahren im Nationalpark ist ja mittlerweile unerwünscht und wird verboten (http://www.mtb-news.de/forum/showthread.php?t=605030).
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Februar 06, 2013, 09:18:47 Vormittag
Lustig oder eher traurig, dass die Mountainbiker offenbar ähnliche Themen und Probleme haben wie wir.

Ansonsten sollte man vielleicht auch mal schauen, warum der einfache Familienhof in vielen Harzer Orten über die Jahre erst zu Pensionen geworden ist und nun die Familienmitglieder nebenbei als Skilehrer oder Verleiher arbeiten (müssen). Zum einen gibt es eben kaum Berufsaussichten abseits des Tourismus und zum anderen versuchen viele mit Nebentätigkeiten sich auch weiterhin finanziell über Wasser zu halten. Ganz so romantisch, wie in dem Artikel beschrieben, ist der Unternehmergeist dort zumindest häufig dann doch nicht geprägt würde ich behaupten wollen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Februar 06, 2013, 09:37:57 Vormittag
Putzig. Ich denke, da organisiert man sich NP-seitig gerade ein zusätzliches Feindbild (neben den Alpinskifahrern). Mountainbiker haben mich beim Wandern im Harz noch nie gestört, und ich selbst wurde beim MTB-Fahren im Harz nie von Wanderern beschimpft. Als Wanderer stören mich im Harz eher die vielen zu großen Wandergruppen, die schmale Wege blockieren, und Autos, die die für den allgemeinen Verkehr gesperrten Straßen und Wege mit großer Selbstverständlichkeit befahren. Beides ist im Brockengebiet besonders schlimm.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 06, 2013, 11:28:52 Vormittag
Snowkiter hat mir netterweise den Artikel zugeschickt. Folgendes zu den Skifreunden:

Millionen für „langweilige Baby-Abfahrt“, Goslarsche Zeitung vom 6.2.2013
Zitat
[...]
Der Goslarer Dr. Ulrich Krynitz und der Wernigeroder Peter Schmidt, Betreiber der Skianlage Hohnekopf, plädieren für eine große Lösung, wie Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert sie anstrebte - eine länderübergreifende Verbindung der Skigebiete am Winterberg und am Wurmberg in Braunlage. Gafferts große Lösung mit einer Seilbahn vom Winter- zum Wurmberg scheiterte indes am Nichtinteresse der Wurmbergseilbahn-Betreiber. Nun plant Wernigerode für den Ortsteil Schierke eine Seilbahn bis auf den Winterberg. Von dort soll ein Schlepplift Skifahrer in die Nähe des Wurmbergs bringen.

Krynitz und Schmidt schrieben an Gaffert und Staatskanzleichef Rainer Robra in Magdeburg und sprechen von einer Abfahrt, die für den alpinen Skilauf "völlig unzureichend ist. [...]

Auf Ihren Vorschlag möchte indes niemand eingehen. Zwar liegen auf Schierker Gebiet ideale, schneesichere Abfahrten, allerdings befinden sie sich im geschützten Nationalpark. Könnten diese Abfahrten genutzt und Lift sowie Seilbahn gebaut werden, hätte Schierke ein attraktives Skigebiet, um mit dem Westharz auf Augenhöhe verhandeln zu können, meinen Krynitz und Schmidt.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Februar 06, 2013, 11:57:26 Vormittag
Dann sehen die aktuellen Pläne also im Prinzip so aus, eine Seilbahn auf den Winterberg zu bauen und dann über einen einfachen Schlepplift Schierke an das deutlich attraktivere Skigebiet anzubinden bzw. dort die Pisten "anzuzapfen"? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man sich in Braunlage auf so eine Lösung einlassen würde — im Prinzip würde das für das Wurmberg Skigebiet doch fast nur Nachteile mit sich bringen, sofern überhaupt keine anständigen Pisten auf Schierker Seite vorhanden sein werden oder?

Es bleibt wohl dabei: Ohne eine vernünftige Lösung mit dem Nationalpark zu finden sieht es schlecht aus für ein wirklich gutes Skigebiet im Ostharz. Dass sich Herr Gaffert verständlicherweise nicht unbedingt darum reißt seine eigenen Entscheidungen früherer Zeiten anzugehen ist verständlich, aber wahrscheinlich auch unumgänglich.

Übrigens: Wo ist denn am Hohnekopf eine Skianlage? Ist das der Betreiber des Skihangs, der seit 2001 nicht mehr existiert?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am Februar 06, 2013, 12:49:47 Nachmittag
Den Artikel in der GZ hat der werte Herr Stade geschrieben.
Der glänzt nicht immer mit Tatsachenberichten und gibt auch mal das ein oder andere anders wieder.
Rein aus redaktionellen Gründen versteht sich...  ;)

Ich denke es war schon mal ein sehr gutes Zeichen das Manke, Baumann und Gaffert zusammen in Magdeburg waren.
Daraus mutmaße ich dass mittlerweile im Kleinen Gespräche laufen wie eine sinnvolle Anbindung Schierkes an den Wurmberg aussehen könnten.
Die nehmen doch nicht ohne Grund zwei Niedersachsen mit in den SA-Landtag für ein Projekt, das - Stand heute - nur auf SA-Gebiet realisiert werden soll.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Februar 06, 2013, 09:01:27 Nachmittag
Übrigens: Wo ist denn am Hohnekopf eine Skianlage? Ist das der Betreiber des Skihangs, der seit 2001 nicht mehr existiert?

Genau, Herr und Frau Schmidt waren die Betreiber des Skihangs Hohnekopf. Im Jahr 2001 mochten sie die Pacht des Skihanges Hohnekopf samt Tatrapoma-Lift nicht weiter verlängern. Das bedeutete das Ende des Skibetriebs dort, den die Stadt Wernigerode zum umgehendem Antrag für den Liftabriss nutzte. Warum Herr Schmidt, der (aus meiner Sicht) am Ende des Skihangs Hohnekopf wegen Verzichts auf Pachtverlängerung ja nicht unbeteiligt war, sich nun zwölf Jahre später für Alpinski im Ostharz einsetzt, verstehe ich daher nicht ganz. Aber sicherlich gibt es dafür Gründe, die hier niemand kennt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 08, 2013, 02:10:55 Nachmittag
Schierke: Drei Millionen Euro "auf Eis" gelegt (Volksstimme.de 08.02.2013): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1018117_Schierke-Drei-Millionen-Euro-auf-Eis-gelegt.html)
Zitat
[...]

"Wir konzentrieren uns jetzt auf das Natureisstadion", informierte Baudezernent Burkhard Rudo im jüngsten Hauptausschuss. Nach den beiden Brücken, der Sandbrinkstraße und dem Parkhaus sei dies das nächste große Projekt der Ortsentwicklung in Schierke. Gut 345 000 Euro sind in diesem Jahr allein für die Planung des neuen Stadions in den Haushalt eingestellt. Ab 2014 soll das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden.

[...]

Eine künstliche Eisfläche mit dauerhaft eingelegten Kühlrohrleitungen, eine flexible Membranüberdachung, zwei neue Nebengebäude und ausreichend Parkplätze sollen demnach die ganzjährige Nutzung gewährleisten - Schlittschuhlaufen, Eishockey, Curling und Eisshows im Winter, in den wärmeren Monaten Rollschuhlauf, Ballspiele, Massengymnastik. Die Steintribüne soll bis zu 500 Zuschauern Platz bieten. Auch an eine geeignete Stelle für Großbildübertragungen hat die Arbeitsgruppe gedacht. Alles in allem wird der Bau drei Millionen Euro kosten.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Februar 08, 2013, 02:24:02 Nachmittag
Das Eisstadion ist an sich wirklich schön, man sollte eventuell darauf achten, dass das geplante Dach das nicht zu sehr beeinflusst, denn unter freiem Himmel ist es doch etwas schöner dort. Ansonsten sind die Ideen — auch die für den Sommer bzw. das Stadion ohne Eis für größere Veranstaltungen nutzen zu können — meiner Meinung nach sehr gut!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 19, 2013, 11:34:01 Vormittag
Haushalts-Nein: Stadträte sprechen Misstrauen aus (Volksstimme.de 16.02.2013): (http://www.volksstimme.de/mobile_website/lokal_mobil/wernigerode_mobil/?em_cnt=1023051)
Zitat
[...]
"Es ist ein klares Misstrauensvotum gegen die Informationspolitik im Rathaus", sagt Karl-Heinz Mänz. "In letzter Zeit sind wir nur noch vor vollendete Tatsachen gestellt und ermahnt worden, ja schön zuzustimmen, weil die Zeit eilt." Und: "Eine rechtzeitige sachliche Diskussion mit den Stadtratsmitgliedern und die Einbeziehung der Bevölkerung ist vernachlässigt worden." Gleichzeitig betont der Vorsitzende der CDU-Fraktion: "Die Ablehnung des Etatentwurfs ist keine Entscheidung gegen die Vorhaben in Schierke." Nur müssen die Projekte realistisch und im geplanten Finanzrahmen umgesetzt werden.
[...]

Seit mehr als 20 Jahren wird über Schierke 2000 nur geredet, da könnte man annehmen, es hätte genügend Zeit gegeben sich zu informieren. Und nun soll es alles zu schnell gehen?  :o

Herr Gaffert, bitte finden Sie eine Lösung und setzen diese ebenso zielstrebig um wie bisher!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Februar 19, 2013, 12:41:51 Nachmittag
Richtig, dem ist nichts hinzu zu fügen.  :o
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 20, 2013, 12:52:29 Nachmittag
Schierke erwartet klares Signal aus Wernigerode (Volksstimme.de 20.02.2013) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1025238_Schierke-erwartet-klares-Signal-aus-Wernigerode.html)
Zitat
[...]

Christiane Hopstock, die wegen ihres Urlaubs an der jüngsten Stadtratssitzung nicht teilnehmen konnte, geht mit ihren Wernigeröder Kollegen hart ins Gericht. Allen Beteuerungen zum Trotz, das Haushalts-Nein sei kein Nein zu Schierke, erklärte sie: "Ich kann solchen Aussagen nicht glauben." Zwei potenzielle Hotelinvestoren hätten von ihr erfahren wollen, ob Wernigerode noch ein verlässlicher Partner sei. Sie fürchtet zudem, auch in der CDU-geführten Landesregierung sei die Haushaltsabstimmung sehr aufmerksam registriert worden, die Ablehnung sei "ein fatales Signal".

[...]

Deutliche Worte wählte die Ortsbürgermeisterin zu den ständigen Vorhaltungen, die Schierker würden an den Projekten nicht genügend beteiligt. Hopstock: "Wir haben immer 30, 40 Bürger, die aufmerksam unsere Ratssitzungen verfolgen, wo sonst gibt es solch großes Interesse an der Ortsentwicklung?"

In den vergangenen zwei Jahren habe die Verwaltung von Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) "eine sehr ordentliche Arbeit geleistet", das erste Beispiel seien beide neuen Brücken. Die Kostenexplosion bei der Sandbrinkstraße begründet sie auch mit vielfältigen Umweltauflagen wie zur Trassenführung, die erst nachträglich erhoben worden seien. Christiane Hopstock: "Allein die großen wichtigen Bäume am Bodeufer zu erhalten, kostet rund eine Million Euro mehr als geplant."

Wer die Parkhaus-Pläne infrage stelle, der hätte am Wochenende zum Abschluss der Schierker Wintersportwochen nach einem freien Parkplatz suchen sollen, erklärte die Ortschefin.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 21, 2013, 08:52:41 Nachmittag
Aus der Goslarschen Zeitung vom 20.2.2013:
Zitat
Nationalpark-Grenzen blockieren Skigebiet

Der Unterzeichner wurde von Kennern der Szene gefragt, woher wir den Mut nehmen, eine alpine Skianlage im Nationalpark Harz vorzuschlagen? Das wäre doch völlig aussichtslos. Hintergrundinfo: Während Wernigerodes Oberbürgermeister Gaffert lediglich eine Seilbahn oder Liftanlage vom neuen Parkhaus in Schierke auf den Sattel zwischen Wurmberg und Winterberg plant, haben wir der Stadt und dem Land Sachsen-Anhalt schriftlich vorgeschlagen, zusätzlich Schierkes klassischen Skiberg, den "Großen Winterberg", mit einer Liftanlage auf den Gipfel und zwei Abfahrten ins Sandbrink-Tal zu reakitvieren, obwohl dieser ein paar hundert Meter innerhalb des Nationalpark Harz liegt.
Das Ergebnis wäre, in Zusammenarbeit mit Braunlage, eine relativ schneesichere "Ost/West-Skischaukel", die alle alpinen Skianlagen in den deutschen Mittelgebirgen in den Schatten stellen würde. Gleichwertige Alternativen hierfür gibt es im Harz nicht! Die Politiker möchten wir davon überzeugen, dass alles nur miteinander ("win-win-Modell") funktioniert, nicht gegeneinander!

Ulrich Krynitz, Goslar
Peter Schmidt, ehem. Betreiber Hohnekopflift, Wernigerode

Herr Schmidt hat mir netter weise das gemeinsame Konzept von Herrn Dr. Ulrich Krynitz und Ihm zur Verfügung gestellt:
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Patrick am Februar 21, 2013, 10:08:55 Nachmittag
Interessantes Konzept... das würde wirklich eine vernünftige Lösung aus Sicht des Wintersports bedeuten.

Glaube aber es scheitert an der Borniertheit der NP-Verwaltung, denn für die ist eine Verringerung der NP-Fläche, und sei es nur um 1m² von wertloser Fichtenmonokultur, faktisch eine persönliche Niederlage. Deswegen werden die das immer ablehnen, egal wie gut die Argumente dafür sind.
Dabei gäbe es zahlreiche Gebiete im Harz, wo ein NP-Status viel mehr Sinn macht, als am Winterberg. Ich erinnere hier z.B. mal nur an das untere Bodetal (Rosstrappe etc.) oder das Selketal, wo beiderlei ökologisch viel wertvollere Laub-Mischwälder vorherrschen und keine künstlich angelegten Fichten-Monokulturplantagen wie am Winterberg bzw. großflächig im Oberharz generell.

Die einzige Lösung wäre wohl eine Art Gesetz, dass den NP zwingt, das Gebiet aus der NP-Fläche rauszunehmen. Dies muss aber wohl ein Landesgesetz sein und da wird es schon schwer. Die NP-Lobby ist halt gut vertreten in den Parlamenten. Der NP auf Sachsen-Anhaltischer Seite wurde während der chaotischen Wendezeit nicht umsonst "putschartig" eingeführt. Das Volk wurde damals wie so oft in Deutschland natürlich sowieso nicht gefragt. Die Ossis waren außerdem scharf auf die D-Mark. Da war alles andere egal. An die Folgen hat sowieso niemand gedacht.

Naja genug geschwafelt. Ich wünsche den Herren Kraft, dass sie Ihr Konzept durchbekommen bei den ganzen ideologischen Brettern ja eher Ideologie-Baumstämmen die da vor manchen Köpfen festgenagelt sind.

Viele Grüße
Patrick
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 21, 2013, 11:45:23 Nachmittag
Ich find es gut, dass endlich mal öffentlich Druck auf den NP ausgeübt wird:

Diese Variante von Krynitz/Schmidt ist hinsichtlich der Liftposition interessant. Skizzen von Harzwinter und mir sehen für Nordhang und gr. Winterberg separate Lifte vor.  Ich hab mir seinerzeit ebenfalls über eine solche Trassierung Gedanken gemacht, diese jedoch wieder verworfen aus folgendem Grund:

Die rechte Abfahrt zum Lift über die Winterbergsattel ist machbar, wenn auch in etwas korrigierter Trassierung.
Die linke Abfahrt entlang des Wurmberg-Nordhangs birgt ein Problem, welches einer Nordhangpiste ihre Qualität nimmt:
Harzwinter hat vor geraumer Zeit eine in Bezug auf das Gefälle gerade Nordhangpiste skizziert. Die Pistenvariante von Kynitz/Schmidt jedoch weisst eine starke Schräglage am Hang auf, damit der Piste zum Lift geführt werden kann. Wenn man das starke Gefälle berücksichtigt, dann ist die Schräge massiv, teilweise bis 45%. Solch eine Schräge lässt sich nicht gut bis unmöglich fahren und nimmt der Piste die Qualität. Unmöglich kann eine solche Piste (wie Krynitz/Schmidt) behaupten "alle alpinen Skianlagen der Mittelgebirge in den Schatten stellen" Ein professioneller Skigebietsplaner würde sie mit Sicherheit aus vorgenannten Gründen verwerfen.

Die beste Abfahrtsvariante hingegen lassen Krynitz/Schmidt außen vor, nämlich parallel zur Lifttrasse. Hier wäre die Abfahrt steil und ohne Schräge.

Fazit: es ist gut, dass endlich Druck auf den NP ausgeübt wird, doch die Pistenplanung von Krynitz/Schmidt ist so nicht machbar.
Es ist nicht möglich, einen Nordhang sinnvoll ohne externen Lift zusätzlich zu einem Lift am gr. Winterberg zu erschließen, doch darüber müssen wir uns letztendlich nicht den Kopf zerbrechen, denn es wird unmöglich sein, den Nordhang aus dem NP zu lösen.

Mit massivem Druck hat man vielleicht in x Jahren eine minimale Chance den schmalen Streifen am gr. Winterberg freizubekommen, so dass man dort einen Lift auf den Gipfel ziehen kann, um ordentliche Pisten in Richtung Schierke zu bauen.   
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Patrick am Februar 22, 2013, 12:24:02 Vormittag
Full Ack! Pisten sollten möglichst immer maximal senkrecht zu den Isohypsen verlaufen. Alles andere ist Quark und lässt sich gerade auch für Anfänger schlecht fahren.

Aber die Pläne für das Parkhaus stehen ja schon fest.  Am quasi völlig falschen Standort für die Variante Krynitz/Schmidt. Da wird sich nichts mehr ändern.

Die Seilbahn-Talstation bei der Krynitz/Schmidt-Variante ist ja auch einem denkbar ungünstigen Punkt, wo derzeit noch gar keine asphaltierte Straße hinverläuft! Quasi 1,5km außerhalb von Schierke. Im Gegenteil werden diese ersten 1,5km sogar als Skatingloipe genutzt. Da wird niemals nie jemand eine zweispurige Asphaltstraße hinbauen. D.h. es würde gar niemand erst bequem zur Talstation kommen. Diese Variante ist quasi völlig utopisch. Das Parkhaus soll ja in ortsnähe sein, damit der Ort vom Parkchaos entlastet wird. 1,5km weg vom Ort bringt das Parkhaus aber nichts für die reinen Ortstouristen. D.h. es bräuchte noch ein weiteres Parkhaus an der Talstation, was erst recht völlig utopisch ist.

Realistisch gesehen wird es nur die Minimallösung geben, da sich Gaffert und Co. garantiert nicht mit dem NP anlegen werden. Gaffert war ja selbst mal Chef des NP und hat die Herauslösung des Gr. Winterbergs aus NP-Flächen verhindert. Es wird einfach bei den "lahmen Baby-Abfahrten" bleiben. Warum sollte es auch bei diesem öffentlichen Großprojekt besser laufen als bei S21 oder BER?
Also Wernigeröder und jemand der das "Hirngespinst" Schierke 2000 schon seit den 90ern kennt, sehe ich da Schwarz für eine "geile Lösung".
Es werden halt am Ende Pisten, die keinen Wintersportler, der über das Anfängerstadium hinausgekommen ist, vom Hocker hauen werden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 22, 2013, 07:16:11 Vormittag
Aber die Pläne für das Parkhaus stehen ja schon fest.  Am quasi völlig falschen Standort für die Variante Krynitz/Schmidt.
Die Seilbahn-Talstation bei der Krynitz/Schmidt-Variante ist ja auch einem denkbar ungünstigen Punkt, wo derzeit noch gar keine asphaltierte Straße hinverläuft!

Nach meinem Verständnis wollen auch Krynitz/Schmidt die Seilbahn zum Winterbergsattel mit Parkhaus beibehalten und deren Variante zusätzlich einbringen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 22, 2013, 08:42:28 Vormittag
[...]
Es werden halt am Ende Pisten, die keinen Wintersportler, der über das Anfängerstadium hinausgekommen ist, vom Hocker hauen werden.

Die z.Z. von der Stadt Wernigerode projektierten Pisten entsprechen von der Länge und Steigung in etwa der Kaffee-Horst-Piste, liegen aber am schneesicheren Nordhang. Der Kaffee-Horst war diese Saison schon gut besucht, d.h. Bedarf nach weiteren solchen Pisten ist da. Ende März/Anfang April dürften dann auch geübte Wintersportler froh sein, dass es diese Pisten gibt.

Die Krynitz/Schmidt-Variante - vielleicht dem Gelände etwas angepasster - mit zwei je fast 2km langen Pisten mit ordentlich Gefälle finde ich sehr interessant. Zusätzlich wie von manitou vorgeschlagen noch ein oder zwei Pisten entlang der Seilbahn-Trasse und Schierke hätte eines der interessantesten Skigebiete in Norddeutschland. Mit dem Wurmberg zusammen (dann ca. 25km Piste), wäre das auch für Skifahrer wie mich eine Alternative zum Alpen-Urlaub.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Februar 22, 2013, 09:01:21 Vormittag
Der Ansatz ist mutig, aber das Problem mit den ideologischen Baumstämmen vor dem Kopf und fehlender Unterscheidungsfähigkeit zwischen Flexibilität und persönlicher Niederlage ordne ich genau so als Showstopper ein wie Patrick weiter oben.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: XXLRay am Februar 22, 2013, 09:43:14 Vormittag
Ist es nicht möglich, ein Stück, z.B. für die Verlängerung des Nordhanges am Wurmberg, aus dem Nationalpark herauszulösen und an anderer Stelle dafür (mehr) dranzubappen?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 22, 2013, 09:51:01 Vormittag
...eher nicht - denn es geht gar nicht um Flächen, sondern um ideologische Prinzipien und wir Skifahrer sind keine lieben "sanften Touristen" sondern böse Natursünder!

Angesichts des Artikels von Krynitz/Schmidt wäre es doch eine Überlegung als Skiforum medial nachzuschieben und mal wieder ne ergänzende Presseerklärung dazu abzugeben... was haltet Ihr davon?!
Man muss Eisen schmieden solange sie heiss sind und derzeit ist das Thema in den Medien aktuell.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am Februar 22, 2013, 10:23:48 Vormittag
Angesichts des Artikels von Krynitz/Schmidt wäre es doch eine Überlegung als Skiforum medial nachzuschieben und mal wieder ne ergänzende Presseerklärung dazu abzugeben... was haltet Ihr davon?!
Man muss Eisen schmieden solange sie heiss sind und derzeit ist das Thema in den Medien aktuell.

Ich denke auch — und man würde damit die Initiative von Krynitz/Schmidt etwas unterstützen, was mit Sicherheit auch nicht verkehrt wäre. Ggf. ermutigt es sie sogar noch mehr dran zu bleiben, wenn sie wissen, dass es Leute gibt, die ihre Vorschläge prinzipiell gut finden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am Februar 22, 2013, 01:27:08 Nachmittag
Angesichts des Artikels von Krynitz/Schmidt wäre es doch eine Überlegung als Skiforum medial nachzuschieben und mal wieder ne ergänzende Presseerklärung dazu abzugeben... was haltet Ihr davon?!

Sehr viel! Btw: ich treffe mich am Montag mit Herrn Schröder (Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt) und könnte das Thema ansprechen. Wenn einer im Forum eine Materialsammlung zum Thema hat - her damit!

Grüße
Tom

P.S. nicht dass einer Falsches denkt ... Herr Schröder hat Bürgersprechstunden angeboten und ich habe über sein Büro einen Termin gemacht.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am Februar 22, 2013, 02:26:27 Nachmittag
@doppelmayr:  Deine Skizze passt nicht wirklich zum Konzept.

Hier mal eine grobe Skizze mit einer Abfahrt neben dem Lift anstelle der Abfahrt West:

[attachimg=1]

Ein (skitechnisch) schönes Konzept, aber leider fast unmöglich umzusetzen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 22, 2013, 02:28:15 Nachmittag
[...] Btw: ich treffe mich am Montag mit Herrn Schröder (Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt) und könnte das Thema ansprechen. Wenn einer im Forum eine Materialsammlung zum Thema hat - her damit! [...]

Du wirst vermutlich nur kurz Zeit für ein "Elevator-Pitch" haben.

Als gute Zusammenfassung wäre die  Presse-Erklärung vom 20.03.2012 (http://skifahren-im-harz.de/wurmberg-2015-stellungnahme.html): Umweltschutz und Wintersport sind wie anderswo auch im Harz miteinander vereinbar. Nicht nur Investoren profitieren von der Wintersportinfrastruktur, sondern auch wir aktiv Sporttreibende.

Für den Fall Schierke kommt hinzu, dass dieser Ort durch den Nationalpark sämtlicher seiner Wintersporteinrichtungen (Pisten, Sprungchancen, etc) beraubt wurde. Z.B. ist der Hohnekopf-Hang einfach in den Nationalpark eingegliedert und der Lift in einer Nacht und Nebel Aktion abgerissen worden, ohne dass die für die Wintersportler nötigen Ausgleichsflächen geschaffen worden sind (hier ein Pistenplan von 1938: http://www.harzwinter.de/museum/schierke_wintersport_1938.pdf).

Ich bin kein Gegner von der National-Park Idee, aber der von dem Nationalpark in Presseerklärungen propagierte "sanfte Tourismus" ist in Schierke offensichtlich und grandios gescheitert (wie anders sind die Hotelruinen zu erklären?). Fakt ist, dass weder Backcountry-Langläufer noch Tourengeher - andernorts der Inbegriff vom sanften Tourismus - aufgrund des Nationalparkes und dessen restriktivem Wegegebots im Harz ihrem Sport legal nachgehen dürfen. Die Verflechtung des Nationalparkes mit den Lobbyverbänden BUND/NaBu teilweise sogar in Personalunion (z.B. Pressesprecher Herr Knolle) sollte kritisch hinterfragt werden.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 22, 2013, 02:36:48 Nachmittag
Wenn einer im Forum eine Materialsammlung zum Thema hat - her damit!

Grüße
Tom


Schick mir mal Deine Emailadresse an kurpark-willingen@web.de - dann gibts Material.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 22, 2013, 03:11:37 Nachmittag
Hier mal eine grobe Skizze mit einer Abfahrt neben dem Lift anstelle der Abfahrt West:

Das ist die Abfahrtsvariante, wenn ein Lift auf den Gipfel des Gr. Winterberg geführt werden könnte. Die perfekte Nordhangvariante wäre eine Verlängerung des Wurmberg-Nordhanges und Nordhangliftes bis runter ins Tal zum Ende der weißen Fläche. Das wäre DIE Abfahrt (1,5km lang, 280m Höhendifferenz) nördlich des Mains - wenn nur der NP nicht wäre.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am Februar 22, 2013, 03:38:35 Nachmittag
@playjam: Danke!
@manitou: Mail ist raus


Grüße
Tom
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Februar 22, 2013, 05:12:35 Nachmittag
@ sommerphobie: wie gelangt man vom winterbergsattel aus auf den großen Winterberg?? Hier könnte meines Erachtens noch ein SL hin. Von der Nordhangverlängerung habe ich mich innerlich schon verabschiedet, da wird man beim NP dauerhaft auf Granit beißen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am Februar 22, 2013, 06:10:51 Nachmittag
@ sommerphobie: wie gelangt man vom winterbergsattel aus auf den großen Winterberg??

Die Skizze ist in dem Bereich ein wenig unglücklich geworden.

Der von der Bratwurstabfahrt abgehende Weg sollte eigentlich direkt an der Bergstation vorbeigehen und die Skifahrer sowohl vom Wurmberg als auch von der Schierker Seilbahn zur roten Abfahrt führen, welche sie zum Gr. Winterberg-Lift bringt.
Vom Gr. Winterberg aus führt der blaue Weg erst zur Bergstation und von dort kommt man schiebender/tragender Weise zurück zur Bratwurstabfahrt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 24, 2013, 11:22:21 Vormittag
Aus der Goslarschen Zeitung vom 20.2.2013:
Zitat
Nationalpark-Grenzen blockieren Skigebiet

Der Unterzeichner wurde von Kennern der Szene gefragt, woher wir den Mut nehmen, eine alpine Skianlage im Nationalpark Harz vorzuschlagen? Das wäre doch völlig aussichtslos. Hintergrundinfo: Während Wernigerodes Oberbürgermeister Gaffert lediglich eine Seilbahn oder Liftanlage vom neuen Parkhaus in Schierke auf den Sattel zwischen Wurmberg und Winterberg plant, haben wir der Stadt und dem Land Sachsen-Anhalt schriftlich vorgeschlagen, zusätzlich Schierkes klassischen Skiberg, den "Großen Winterberg", mit einer Liftanlage auf den Gipfel und zwei Abfahrten ins Sandbrink-Tal zu reakitvieren, obwohl dieser ein paar hundert Meter innerhalb des Nationalpark Harz liegt.
Das Ergebnis wäre, in Zusammenarbeit mit Braunlage, eine relativ schneesichere "Ost/West-Skischaukel", die alle alpinen Skianlagen in den deutschen Mittelgebirgen in den Schatten stellen würde. Gleichwertige Alternativen hierfür gibt es im Harz nicht! Die Politiker möchten wir davon überzeugen, dass alles nur miteinander ("win-win-Modell") funktioniert, nicht gegeneinander!

Ulrich Krynitz, Goslar
Peter Schmidt, ehem. Betreiber Hohnekopflift, Wernigerode

Die Goslarsche hat die Stellungnahme von Herrn Krynitz und Herrn Schmidt gekürzt veröffentlicht. Herr Krynitz und Herr Schmidt haben mir nun die vollständige Stellungsnahme zur Verfügung gestellt, hier der fehlende Teil:

Zitat
[...]

Die Antwort auf die o.g. Frage: Im niedersächsischen Westharz wurde der "NP Harz" 1994 gegründet. Die betroffenen Gemeinden, (Altenau, Braunlage, St. Andreasberg) hatten bei der Festlegung der NP-Grenzen ein Mitspracherecht, und dies wurde genutzt, um alle für die Entwicklung der Orte wichtigen Gebiete, z.B. den Wurmberg, vollständig herauszunehmen. Anders in Schierke: der "NP Hochharz" wurde bereits am 1. Okt. 1990, also 2 Tage vor der Wiedervereinigung, von der letzten DDR-Regierung gegründet. Die Festlegung der NP-Grenzen erfolgte dementsprechend im 1. Hj. 1990, als die DDR-Grenzsoldaten im Harz noch "herumirrten" und die Russen noch auf dem Brocken saßen. Es gab keinerlei demokratische Strukturen. Die Menschen hatten andere Sorgen. Schierke hatte Null Mitspracherecht und wurde seines wichtigsten Struktur-Entwicklungsgebietes beraubt.

Entgegen den Aussagen des National Park Harz handelt es beim Großen Winterberg nicht um seit Jahrhunderten unberührte Natur. Herr Schmidt hat mir auf meine Bitte auch eine Photographie eines Aquarells mit Blick von Schierker aus auf dem Wurmberg und Großen Winterberg vom Maler Pürschel aus dem Jahr 1940 geschickt, welches sich in seinem Besitz befindet. Auf dem Bild sind der Slalomhang sowie eine weitere Abfahrt am Großen Winterberg deutlich sichtbar. Im Hintergrund sieht man den Wurmberg.

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Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am Februar 25, 2013, 01:02:25 Nachmittag
 

Entgegen den Aussagen des National Park Harz handelt es beim Großen Winterberg nicht um seit Jahrhunderten unberührte Natur. Herr Schmidt hat mir auf meine Bitte auch eine Photographie eines Aquarells mit Blick von Schierker aus auf dem Wurmberg und Großen Winterberg vom Maler Pürschel aus dem Jahr 1940 geschickt, welches sich in seinem Besitz befindet. Auf dem Bild sind der Slalomhang sowie eine weitere Abfahrt am Großen Winterberg deutlich sichtbar. Im Hintergrund sieht man den Wurmberg.


Nicht nur das! Alle Welt weiß das der Harz über Jahrhunderte als Kulturlandschaft genutzt wurde.
Ich habe Aufzeichnungen gefunden die über eine große Borkenkäferplage Ende des 18. Jahrhunderts für den Harz mit seinen Fichten-Monokuluren berichten.
Die Gegend um Schierke soll Anfang des 19. Jahrhunderts Standort von Hochöfen der damailgen Zeit gewesen sein.
Dafür wurde direkt das Holz der umliegenden Wälder genutzt was dazu führte, dass Abteilungen wechselnd abgeholzt und wieder aufgeforstet wurden. Ist übrigends auch schön auf dem Aquarel zu erkennen am Wurmberg, an der dort gezeigten Waldkante zu erkennen.

Ich verstehe den Gedanken des NP. Alte Fehler müssen ja nicht wiederholt werden.
Was ich nicht verstehe ist die falsche Argumentationsweise des NP und die betriebene "Verarsche", von wegen Jahrhunderte unberührte Natur.
In Randbereichen muss es möglich sein flexibel auf die Entwicklung von Ortschaften eingehen zu können.
Im Zuge von Schierke 2000 wurde an der Stelle schon einmal ein Flächentausch vorgenommen.
Das ist nochmals möglich. Es muß nur politisch gewollt sein. Mit Naturschutz hat das doch nichts zu tun!

Warum nicht über einen Flächentausch an Ort und Stelle nachdenken?
Das Gebiet welches in dem bisherigen Entwurf gedacht ist als Ort der Speicherteiche ist Quellgebiet und tatsächlich schützenswert.
Da verstehe ich nun wirklich wenn sich die Naturschützer aufregen - tun sie aber nicht: Ist kein NP-Gebiet!
Der für die Entwicklung wichtige große Winterberg besteht nur aus ein paar Felsen und Fichten...

Apropos Fichten...
@Knolle und Co.:
Wenn ihr Bäume retten wollt dann macht mal etwas gegen die Altpapierflut die ich Woche für Woche meinem Briefkasten entnehme!
Das sind min. 3 Wochen(end)zeitungen wo nur Blödsinn und ein Haufen uninteressanter Anzeigen abgedruckt sind.
Zudem dienen diese Zeitungen nur als Umschlag für die Werbeblätter sämtlicher im Nordharz erreichbarer Discounter und Möbelbilliganbieter.
DAS nervt und ist mal so richtig Ressoursenverschwendung!

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am Februar 25, 2013, 11:26:30 Nachmittag
Zur hier heiß diskutierten Initiative der Skifreunde aus dem West- und Ostharz sei von meiner Seite mal Folgendes angemerkt: Die Option "Herauslösung von Flächen aus dem Nationalpark zur Schaffung einer Skiabfahrt am Großen Winterberg" ist in Wernigerode schon umfassend in allen möglichen Gremien und von so gut wie allen Entscheidungsträgern durchdiskutiert worden. Sie ist allein schon aus zeitlichen Gründen schlicht nicht umsetzbar. Fakt ist, dass in Schierke nur ausgebaut werden kann, solange das Land noch so massiv (mit Fördersätzen zwischen 70% und 90%) fördert. Fakt ist auch, dass eben diese Fördermöglichkeiten aufgrund der anstehenden Änderungen in der EU-Ostförderung ab 2015/2016 definitiv wegfallen werden. Man muss demnach alles, was man überhaupt an größeren Baumaßnahmen umsetzen möchte, bis zu diesem Zeitpunkt realisiert haben.

Die Ausgliederung von Flächen aus dem Nationalpark dagegen ist ein Prozess, der sich selbst dann, wenn der Nationalpark dies unterstützen würde (was nicht der Fall ist) über etliche Jahre hinzöge. Hier müssten Behörden verschiedenster Ebenen (Nationalpark, Kreis, Land, Bund bis hin ggf. zur EU-Ebene) tätig werden, Gutachten erstellen, Anhörungsverfahren durchführen etc. pp. Jeder, der mit den Planungen in Schierke auch nur am Rande zu tun hat weiß, dass dies in der zur Verfügung stehenden Zeitspanne allein schon aufgrund der gesetzlich vorgegebenen Anhörungsfristen nicht zu schaffen ist. Dies wurde den Beschwerdeführern auch schon im Rahmen zahlreicher öffentlicher und halböffentlicher Veranstaltungen immer wieder ganz geduldig erklärt: Obwohl der Große Winterberg aus skiplanerischer Sicht für die Realisierung einer Abfahrt sicher geeigneter sein dürfte (zumindest kenne ich niemanden, der das ernsthaft bestreiten würde), fällt er als Alternative aufgrund der zeitlichen Rahmenbedingungen der Förderkulisse definitiv aus.

Persönlich finde ich es mittlerweile doch recht irritierend, dass einige Personen diesen im Grunde doch recht einfachen Zusammenhang offenbar partout nicht einsehen wollen und sich immer wieder aufs Neue bei der Presse, bei Mandatsträgern, bei Behörden etc. beschweren und ihre alternativen Pläne einreichen. Ich wäre ja der letzte, der irgendwem sein demokratisches Recht streitig machen wollte, sich über die Schierker Planungen zu beschweren; außerdem bin ich mit unserem OB Peter Gaffert im Hinblick auf die Schierker Ortsentwicklung gewiss nicht immer einer Meinung - aber hier muss ich die Wernigeröder Verwaltung doch mal verteidigen: Die Alternative "Großer Winterberg" wurde nun wirklich x-mal in zig verschiedenen Gremien durchgekaut und immer wieder aufgrund der oben genannten Gründe verworfen. Sie ist schlicht aus fördertechnischen Überlegungen heraus nicht umsetzbar - und daran werden auch alle Appelle und Beschwerden nichts mehr ändern können...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am Februar 26, 2013, 09:59:41 Vormittag
Hallo,

ich hatte gestern abend das Gespräch mit Herrn Schröder. Was kam heraus?
Nach seiner Darstellung ist Niedersachsen/Braunlage/Wurmbergseilbahngesellschaft momentan der Bremser. Auch würde die neue rot-grüne Landesregierung kaum weitergehende Projekte fördern (wurde hier (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,191.0.html) im Forum schon dargestellt).

Wenn ichs richtig verstanden habe wäre der NP gar nicht die größte Hürde, sondern  die Herauslösung aus den Schutzkategorien des FFH. Die damit verbundene Zeitproblematik und den Wegfall der Höchstfördersätze hat Sternengucker ganz richtig dargestellt. Investitionen müssen übrigens von der Gemeinde beantragt werden - und diese muss auch die entsprechenden Eigenmittel aufbringen. Der OB von Wernigerode hat momenten im Stadtrat keine Mehrheit, weshalb es keinen beschlossenen Haushalt gibt und die Stadt unter vorläufige Haushaltsführung gestellt wurde - von zusätzlichen Investitionen ganz zu schweigen.

Das Land Sachsen-Anhalt hat den Harz bewußt als Schwerpunkt gefördert und Herr Schröder sagte wörtlich "... damals hat mich Herr Gaffert ordentlich beknuspert ... der hat schon gute Lobbyarbeit geleistet..." Andere Städte hätten dem gegenüber zurückstehen müssen (ich vermute unausgesprochen: es gab böses Blut)

Praktischerweise hält die CDU-Landesgruppe ihre Klausur in Schierke ab. Danke nochmal an alle die mir Material zugeschickt haben, ich habe ihm die Unterlagen in die Hand gedrückt mit der Bitte sie Herrn Robra (Chef der Staatskanzlei S-A) zuzuleiten.

Was hatte ich für einen Eindruck?
Wie erwartet war das keine wünsch-dir-was-Veranstaltung. Ich fürchte, dass an den bestehenden Plänen schon allein aus Zeitgründen nix mehr geändert werden wird. Man muss vermutlich froh sein, wenn alles bisher Geplante auch so durchgezogen wird. Mehr war unter den gegebenen Umständen wohl nicht drin.

OK, es war halt eine Gelegenheit. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Grüße
Tom
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: kybernaut am Februar 26, 2013, 11:06:23 Vormittag
Jep....und warum die Wurmbergbahn bremst ist ja auch schon hinreichend ausgeführt worden. Ich würde da auch bremsen, warum sollte man den Kuchen mit jemandem teilen, der selbst nichts Attraktives (Pisten mit ausreichender Breite und Gefälle) beisteuern kann. Warum möchte denn Schierke unbedingt den Anschluss an den Wurmberg.....weil Sie selbst (mit den derzeitigen Planungen) nichts anzubieten haben. So lange das Projekt in Schierke so "langweilig" bleibt, würd ich mich auch gegen eine Anbindung streuben.

Gruß
Jo
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 26, 2013, 12:12:39 Nachmittag
[...] So lange das Projekt in Schierke so "langweilig" bleibt, [...]

... so lange oder falls? Eventuell arbeitet man schon daran. Auf den Seiten der Wurmberg Alm gab es bereits 2010 zum Wurmberg Ausbau die ersten konkreten Hinweise:

Wurmberg Alm, Juli 25, 2010 (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,10.msg440.html#msg440)
Zitat
[...]
Auch plant der Ort Schierke in Sachsen Anhalt eine Liftanlage bzw. Gondelbahn ins Skigebiet zum Wurmberg. Der Ort soll mit dem großen Ski Gebiet Braunlage verbunden werden um die Auslastung der Hotels im Winter zu erhöhen. Ob es hier noch weitere Abfahrtsmöglichkeiten nach Schierke geben wird oder in welchem Stadium sich die Planungen befinden konnte nicht genau ermittelt werden.
[...]

Hier das Update:

Wurmberg Alm, 26.2.2013 (http://www.wurmberg-alm.de/winter-aktiv/ski-snowboard.html)
Zitat
[...]
Auch plant der Ort Schierke in Sachsen Anhalt eine Liftanlage bzw. Gondelbahn ins Skigebiet zum Wurmberg. Der Ort soll mit dem großen Ski Gebiet Braunlage verbunden werden um die Auslastung der Hotels im Winter zu erhöhen. 4 Neue Abfahrten sind hier geplant. In welchem Stadium sich die Planungen befinden konnte nicht genau ermittelt werden.
[...]

4 Neue Abfahrten lassen sich auf den bisher veröffentlichten Plänen nicht finden.

Zur Anbindung der bisher geplanten Schierker Abfahrten an die Kaffeehorst Talstation über den kleinen Winterberg, benötigt man minimal zwei weitere Abfahrten und Schlepplifte.


Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 26, 2013, 01:37:22 Nachmittag
Zur hier heiß diskutierten Initiative der Skifreunde aus dem West- und Ostharz sei von meiner Seite mal Folgendes angemerkt: Die Option "Herauslösung von Flächen aus dem Nationalpark zur Schaffung einer Skiabfahrt am Großen Winterberg" ist in Wernigerode schon umfassend in allen möglichen Gremien und von so gut wie allen Entscheidungsträgern durchdiskutiert worden. Sie ist allein schon aus zeitlichen Gründen schlicht nicht umsetzbar. Fakt ist, dass in Schierke nur ausgebaut werden kann, solange das Land noch so massiv (mit Fördersätzen zwischen 70% und 90%) fördert. Fakt ist auch, dass eben diese Fördermöglichkeiten aufgrund der anstehenden Änderungen in der EU-Ostförderung ab 2015/2016 definitiv wegfallen werden. Man muss demnach alles, was man überhaupt an größeren Baumaßnahmen umsetzen möchte, bis zu diesem Zeitpunkt realisiert haben.
[...]

Nicht oft bin ich mit Dir in Hinblick auf den Ausbau alpiner Wintersportgebiete einer Meinung, aber hier muss ich Dir zustimmen. Jede Verzögerung gefährdet das Projekt, daher ist mir das derzeitige Abstimmverhalten der CDU in Wernigerode unverständlich.

Bei der Schaffung von Abfahrten am Großen Winterberg muss es aber keine Entweder-Oder-Lösung sein. Der Wunsch, den Großen Winterberg in das Schierker Wintersportgebiet zu integrieren, sehe ich als Ergänzung und zeitlich unabhängig von dem Ortsentwicklungskonzept Schierke.

Die Abfahrten und Lifte am Sonnenberg  und Torfhaus befinden sich auch im Nationalpark Harz und führen zu keiner Gefährdung des Nationalparkes. Im gesetzlichen Wegeplan des Nationalparkes sind Eisenbahnstrecken, Straßen, Wanderwege, Fahrradwege und sogar Loipen ausgewiesen, die im Winter maschinell geräumt bzw. gespurt werden. Selbst wenn man sich trotzdem seitens des Nationalparkes noch nicht zur Genehmigung eines Liftbaus für den Mainstream-Skitourismus im Nationalpark durchringen kann, ist es schwer vermittelbar, warum Backcountry-Langläufer und Tourengeher - andernorts der Inbegriff vom sanften Wintersport - vom Nationalpark benachteiligt werden sollten.

Ähnlich dem Goetheweg für Wanderer sind die historischen Abfahrten am Großen Winterberg oder Arthur Ulrichs (http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Ulrichs) Skiroute von Braunlage auf den Brocken für Wintersportler von großer Bedeutung. Eine Genehmigung seitens des Nationalparks, diese historischen Routen und Pisten zu pflegen und wieder mit Wintersportgerät benutzen zu dürfen, würde ähnlich der alten Hexenritt-Route am Wurmberg auch das Schierker Wintersportgebiet mit sehr überschaubaren ökologischen und finanziellen Kosten aufwerten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 26, 2013, 06:18:59 Nachmittag
Goslarsche Zeitung 26.2.13
Zitat
"Härtester Fall des harten Tourismus"

Wintersportplanungen um Braunlage und Schierke

Wernigerode. Eine "schmerzliche Niederlage" in einem der "härtesten Fälle des harten Tourismus" räumte Dr. Friedhart Knolle auf der Jahrestagung der Naturschutzverbände im Landkreis Harz ein. Und während NABU-Chef Dr. Gunter Karste davor warnte, "gleich mit Kompromissen ins Rennen" zu gehen und für die "reine Naturschutzsprache" plädierte, sprach sich Tagungsleiter Dr. Uwe Wegener dafür aus, die Planungen in Braunlage und Schierke aufeinander abzustimmen, um "nicht noch mehr Flächen zu zerstören". Nachdem "am Wurmberg nichts mehr zu retten" sei, müsse es in Schierke "um Schadenbegrenzung" gehen.

Konzept mit Augenmaß

Ein gemeinsames Entwicklungskonzept für ein länderübergreifendes Wintersportgebiet "mit Augenmaß" wird auch in der Resolution der Naturschutzverbände im Landkreis Harz gefordert (siehe Bericht auf dieser Seite). Das "seit Jahren vorherrschende Gegen- statt Miteinander", müsse "im Interesse des Naturschutzes, aber auch im Interesse eines naturverträglichen Tourismus beendet werden". Eine Sichtweise, die auch Christine Werner vom Umweltamt des Landkreises Harz teilte. Gefordert sei auf diesem Feld die Politik, solle "vielleicht noch etwas gerettet" werden.

Vollendete Tatsachen

Etlichen Vertretern der Naturschutzverbände ging die Resolution dabei nicht weit genug, wurde als "viel zu sanft" gewertet. In Braunlage sei der Naturschutz durch einen "getricksten Frühstart" vor "vollendete Tatsachen" gestellt worden. Jetzt müsse es darum gehen, weitere massive Abholzungen zu vermeiden.
Am Rande schwang dabei allerdings auch die Konkurrenzsituation zwischen Schierke und Braunlage mit. Während in Niedersachsen den Hängen in Sachsen-Anhalt die Alpin-Tauglichkeit abgesprochen wird, wurde in Wernigerode die "wahnsinnige Südhanglage" am Kaffeehorst in Braunlage attackiert.
Als beliebter Beleg diente in einigen Pausengesprächen auch ein gerade erschienener Artikel der Süddeutschen Zeitung, der sich der Oberharzer Wintersportprojekte unter dem Titel "Schnee von gestern" annahm und zu dem Schluss tendiert, dass das Vorhaben kaum zukunftsweisend sei. Was allerdings auch nicht weiter überraschte, denn unter dem Strich war auch dieser Bericht "Schnee von gestern", nichts anderes, als der Austausch altbekannter Argumente der immer gleichen Akteure...
Mehrfach kritisierte Knolle die "fehlende Gesprächsbereitschaft" bei manchen Investoren, was Kompromissuche unmögliche mache. Im Hinblick auf "Umgang und Vorgehensweise" sei in Braunlage "exemplarisch dokumentiert, wie man es nicht machen sollte." Es gebe allerdings Gegenbeispiele, so Knolle: "Moderne Investoren", die die Bedeutung der Natur für den Tourismus erkannt hätten, würden gemeinsam mit den Naturschutzverbänden "die Problemlösungssuche aktiv angehen". Dafür stünden Namen wie Lüder auf Torfhaus oder auch der Bad Harzburger Dirk Junicke, der unter den Zuhörer in Wernigerode war, sich an der Diskussion allerdings nicht aktiv beteiligte.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am Februar 26, 2013, 07:02:32 Nachmittag
4 Neue Abfahrten lassen sich auf den bisher veröffentlichten Plänen nicht finden.

- Übungshang
- Verbindungsweg zum Kaffeehorst
- Talabfahrt
- großer Skihang

Es sind 4 Abfahrten, wobei ich die beiden erstgenannten nicht wirklich als Abfahrt bezeichen würde.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 26, 2013, 07:08:52 Nachmittag
Die Option "Herauslösung von Flächen aus dem Nationalpark zur Schaffung einer Skiabfahrt am Großen Winterberg" ist...  allein schon aus zeitlichen Gründen schlicht nicht umsetzbar.

Die Ausgliederung von Flächen aus dem Nationalpark dagegen ist ein Prozess, der sich selbst dann, wenn der Nationalpark dies unterstützen würde (was nicht der Fall ist) über etliche Jahre hinzöge.

Auch von mir Zustimmung zum zeitlichen Prozess. Ich wünsche mir jedoch, dass bereits jetzt ein Herauslösungsprozess des gr. Winterberg und des Wurmbergnordhanges aus dem NP angeregt und durchgeführt - und das diesbezüglich Druck auf den NP ausgeübt wird.

Die bisherigen Planungen der "Notlösung" des Projektes Schierke sind nicht unnütz, vielmehr ist es das Grundgerüst für ein gutes Skigebiet, da der Skigebietseinstieg nur vom Parkplatz Schierke aus erfolgen kann.
Der gr. Winterberg und der Wurmberg-.Nordhang können jederzeit an das Skigebiet angegliedert werden, es ergänzen und bereichern.
Ich gehe ja davon aus, dass die Skigebietserweiterung sowohl in Schierke als auch Braunlage viele neue Übernachtungs- und Tagesgäste anziehen und dass ein weiterer Skigebietsausbau in den nächsten Jahren anstehen muss, wenn man den Frequentierungen und Besucherwerwartungen gerecht werden will. 

Deshalb: Das Projekt Schierke entsprechend der gegenwärtigen Planungen rasch umsetzen und den Herauslösungsprozess jetzt in Gang setzen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am Februar 26, 2013, 08:50:31 Nachmittag
@manitou: Die Herauslösung von Flächen aus dem Nationalpark zur Schaffung weiterer Abfahrten nahe Schierke ist politisch nicht durchsetzbar, da alle relevanten Akteure - inklusive unseres OB - dies vor dem Hintergrund der Förderkulisse bereits klar und mit Zukunftsbezug ausgeschlossen haben. Hinter diese Aussagen wird man - richtigerweise - nicht mehr zurücktreten können. Davon abgesehen lehnt der Nationalpark sämtliche Pläne für Alpin-Ski im Harz mit Verweis auf die klimatische Unsicherheit ab. Um aus dem öffentlichen Protokoll der Landtagsanhörung zu Schierke bzw. dem dortigen Vortrag von Nationalparkdirektor Andreas Pusch zu zitieren:

Zitat
Der Tourismus ist, wie es Landrat Dr. Ermrich gesagt hat, eine der wesentlichen Quellen für eine positive Weiterentwicklung vor allem im Oberharz. Trotzdem würde ich gern einen neuen Aspekt ansprechen: die dabei zu setzenden Schwerpunkte.

Beim Wintersport sollten wir zwischen nordischem und alpinem Wintersport etwas stärker differenzieren. Ich sehe keinen Schwerpunkt in einer weiteren Entwicklung des alpinen Wintersports, zumindest nicht im Bereich des Kleinen Winterbergs in Schierke. Warum? - Wir erkennen im Moment sehr deutlich die Auswirkungen des Klimawandels. Es ist abzusehen - eine Frage in der Einladung zu der heutigen Anhörung zielt auf den Zeitraum der nächsten 50 Jahre -, dass wir mit einer weiteren sehr deutlichen Erwärmung und einer damit einhergehenden Verschlechterung der Wintersportbedingungen rechnen müssen.

Ich glaube, dass es in der Regel nicht gelingen wird, diesen Trend durch den Bau von Beschneiungsanlagen aufzuhalten, die neue Umweltbelastungen mit sich bringen - das ist sicherlich unstrittig - und die nur eine begrenzte Attraktivität entfalten. Der Wurmberg ist derzeit weitgehend schneefrei. Ich kann mir nur begrenzt vorstellen, dass es für Fans von alpinem Wintersport attraktiv ist, auf schmalen beschneiten Kunstschneetrassen ihrem Hobby nachzugehen.

@playjam: Die CDU hat hier - wie auch alle anderen Parteien im Rat mit Ausnahme der SPD - ihre Gesamtverantwortung vor Wernigerode vor Augen gehabt. Das Schierke-Projekt ist für die weitere Entwicklung dieses Ortsteils zweifelsohne von großer Bedeutung, es stellt sich jedoch die Frage, wie viel Neuverschuldung und welche dauerhaften Haushaltsbelastungen die Stadt sowie die anderen Ortsteile tragen können und wollen. Um hierzu einmal aus der Presseerklärung der Wernigeröder Linken zu zitieren, die dieses Problem sehr gut auf den Punkt bringt:

Zitat
„Nun kommt es darauf an, schnellstmöglich einen mehrheitsfähigen Haushalt vorzulegen“, erklärt der LINKE-Stadtrat und Vorsitzende des Finanzausschusses Thomas Schatz. Aus seiner Sicht haben insbesondere die geplante hohe Neuverschuldung der nächsten Jahre, die unkalkulierbare Kostenentwicklung einzelner Investitionsobjekte (Sandbrinkstraße) und die bisher kaum thematisierten dauerhaften Folgekosten der Investitionen zu der fraktionsübergreifenden Ablehnung des Haushalts geführt. „Damit sollte auch klar sein, wo wir ansetzen müssen – Weg von der Politik des „alles auf einmal“ und des „koste es, was es wolle“, hin zu einer klaren Fokussierung auf ausgewählte Schwerpunktprojekte, die in ihrer Dimension ggf. angepasst, dann sorgfältig geplant und umgesetzt werden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am Februar 26, 2013, 09:27:24 Nachmittag
...das perverse an solchen Anti-Alpin Aussagen in Bezug auf die Klimaerwärmund ist, dass exakt jene schneesichersten Flächen in Nord- bzw. nordost Ausrichtung verweigert werden, an welchen noch sehr sehr lange bzw. dauerhaft Skibetrieb möglich sein wird.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 28, 2013, 12:13:51 Nachmittag
Magdeburg bremst Schierker Bau-Euphorie (Goslarsche.de 27.02.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,343423.html)
Zitat
[...]

Zwar verteidigte Haseloff das Vorhaben im Ostharz. Es ergebe keinen Sinn, „überall ein bisschen zu investieren“. Stattdessen müssten attraktive Punkte gefördert werden. Der Ministerpräsident deutete aber eine neue Betrachtung an. Investiert werde vorrangig „in funktionierende Strukturen, die nicht dauerhaft zuschussbedürftig sind“.

Innerhalb der Landesregierung sind auch skeptische Töne zu dem Ziel zu hören, das verträumte Schierke mit nahezu 40 Millionen Euro und weiteren Millionensummen für Ski-Einrichtungen am Winterberg in ein Harzer St. Moritz zu verwandeln. Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) plädierte für ein „organisches Wachsen“. Der Umbau sei nicht von heute auf morgen zu realisieren, sondern solle sich langsam entwickeln. Die gesamte Investition sei noch keinesfalls sicher.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am Februar 28, 2013, 02:07:43 Nachmittag
Zitat
Die gesamte Investition sei noch keinesfalls sicher.

Da steht es schwarz auf weis!!!! Wie realistisch seht ihr die Chancen, dass wirklich skitechnisch jemals etwas halbwegs annehmbares auf Schierker Seite entstehen wird???? Es wird KEINE Abfahrt nach Schierke, keinen großen Skihang und erst recht KEINE Abfahrten vom großen und kleinen Winterberg geben!!!! Soweit denke ich mittlerweile (und wahrscheinlich bin ich damit nicht der einzige der das befürchtet, auch wenn es hart klingt)!!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am Februar 28, 2013, 03:11:34 Nachmittag
Magdeburg bremst Schierker Bau-Euphorie (Goslarsche.de 27.02.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,343423.html)
Investiert werde vorrangig „in funktionierende Strukturen, die nicht dauerhaft zuschussbedürftig sind“.

Das beste Beispiel für eine funktionierende Struktur identischer Art steht mit der Wurmbergseilbahn als gesundem Unternehmen 5 km entfernt. Ist das der Sachsen-Anhaltinischen Landesregierung nicht einmal bewusst? Au weia ...

Magdeburg bremst Schierker Bau-Euphorie (Goslarsche.de 27.02.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,343423.html)
Innerhalb der Landesregierung sind auch skeptische Töne zu dem Ziel zu hören, das verträumte Schierke mit nahezu 40 Millionen Euro und weiteren Millionensummen für Ski-Einrichtungen am Winterberg in ein Harzer St. Moritz zu verwandeln.

Den verschlissenen Spruch vom "Harzer St. Moritz" kann ich nicht mehr hören. Wer so etwas im Jahr 2013 immer noch schreibt, war noch nie in St. Moritz. Schierke wird sich an deutschen Mittelgebirgsorten auf eigener Schulterhöhe orientieren. Und das werden längst nicht Winterberg, Feldberg oder der Arber sein. Man wird eine Liga tiefer einsteigen ... und damit immer noch gut fahren.

Magdeburg bremst Schierker Bau-Euphorie (Goslarsche.de 27.02.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,343423.html)
Der Umbau sei nicht von heute auf morgen zu realisieren, sondern solle sich langsam entwickeln.

"Langsam entwickelt" wird in Schierke seit zwanzig Jahren. Seit zwanzig Jahren !! Und was ist als Ergebnis der "langsamen Entwicklung" bislang an öffentlicher touristischer Infrastruktur realisiert worden? Außer Loipenhaus und Bodebrücke so gut wie N I C H T S . Zwanzig Jahre lang. Spürt das Sachsen-Anhaltiner Wirtschaftsministerium die Einschläge noch ?? Sollen jetzt noch einmal zwanzig Jahre vergehen, bis in Schierke weitere Infrastruktur entsteht? Oh Mann ...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 28, 2013, 07:08:19 Nachmittag
Ich verstehe Herrn Haseloff etwas anders. Schauen wir zunächst über welche Investition er spricht: Der für das Wintersportgebiet notwendige Ausbau der Sandbrinkstrasse für 10 Millionen Euro ist gelaufen. Die restlichen 30 Millionen sollen ja nicht etwa für das geplante Skigebiet ausgegeben werden, sondern für Eye-Candy wie eine "Promenade mit Kolonnaden im neuen Ortskern", einem pflege-intensivem Parkhaus statt Parkfläche oder notorische Geldvernichter wie einem Kunsteis-Stadium. Meine Meinung nach sind das die von Herrn Haselhoff gemeinten dauerhaft zuschussbedürften Strukturen.

Die "weiteren Millionensummen für Ski-Einrichtungen am Winterberg" sind noch gar nicht beantragt worden und dürften zum großen Teil ähnlich wie beim Wurmberg-Projekt auch nicht förderfähig sein. Genau diese Investitionen führen aber zu „funktionierende Strukturen, die nicht dauerhaft zuschussbedürftig sind“. Bisher war der Fokus hauptsächlich auf die oben genannten Kostenerzeuger und man hat zudem aus Rücksicht auf die Umweltverbände das ohnehin kleine Wintersportgebiet halbiert. Das entspricht auch der Kritik aus Braunlager Richtung, dass man das Pferd in Schierke von hinten aufzäumt.

Wenn jetzt mehr Fokus auf ein funktionierendes Wintersportgebiet als Einnahmequelle des Ortes gelegt wird, kann ich das nur begrüßen. Die "Promenade mit Kolonnaden im neuen Ortskern" kann sich meinetwegen sehr langsam entwickeln oder besser gar nicht.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am Februar 28, 2013, 08:55:19 Nachmittag
Also wenn ich das hier lese
Zitat
Tourismusprojekt Schierke: Richter überreicht Förderbescheid über rund 6,6 Millionen Euro
Wirtschaftsstaatssekretär Michael Richter hat heute während des 79. Brockenstammtisches einen Zuwendungsbescheid über rund 6,6 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt des Tourismusprojektes Schierke an Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert überreicht.

Gefördert werden die Investitionsmaßnahmen "Parkhaus" und "Brücke Bodeweg" in Höhe von ca. 9,1 Millionen Euro. "Damit dokumentiert das Land seine zugesagte Unterstützung für die Ortsentwicklung Schierkes", sagte Richter. "Nach dem in diesem Jahr gestarteten Neubau zweier Brücken und dem im nächsten Jahr folgenden Ausbau der Sandbrinkstraße wird sich mit dem Bau des Parkhauses das Parkplatzproblem lösen lassen. Dann kann Schierke sein großes touristisches Potential endlich nutzen."

klingt das als ob das Parkhaus gebongt ist. (Quelle: http://www.investieren-in-sachsen-anhalt.de/Nachricht-Detail.172.0.html?&uid=4541&cHash=c7dbc5e6d1ccc5a16c8474896237daa3 (http://www.investieren-in-sachsen-anhalt.de/Nachricht-Detail.172.0.html?&uid=4541&cHash=c7dbc5e6d1ccc5a16c8474896237daa3)) Auch wenn es an einer suboptimalen Stelle liegen wird: es wird sich vermutlich niemand finden, der dieses Paket wieder aufschnüren will -  weil dann die Mittel futsch sind.

Nach der Devise : "die ärgerlichste Kritik besteht in der Nennung von Fakten" wären jetzt 10 schneereiche Winter in Folge hilfreich... und eine wirtschaftlich glänzend laufende Wurmbergseilbahn und Besucherrekorde auf den Pisten.

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am Februar 28, 2013, 09:17:51 Nachmittag
Stimmt, das Parkhaus scheint auch durch zu sein. Dann ist eigentlich "nur" die Entwicklung des Ortskerns auf der Kippe.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am Februar 28, 2013, 10:00:52 Nachmittag
Ich sehe es so ähnlich wie playjam und Widex: Die Sandbrinkstraße wird sicherlich auch noch in diesem Jahr begonnen. Wozu ein Parkhaus, wenn es nicht vernünftig erreicht werden kann!

Es darf sicherlich auch hinterfragt werden, ob eine Kolonnaden für die Promenade wirklich sein muss. Eine Aufwertung der Fussgängerzone kann man sicherlich auch kostengünstiger und dennoch ansehnlich machen. Nimmt man wieder das Beispiel von den Ostsee-Urlaubsorte, so kann man dort auch sehr gut erkennen, dass öffentliche Ausgaben auch zur Ortsentwicklung erheblich dazu beitragen. Aber dort sind die Sachen auch in den 20 Jahren gewachsen, aber immer nur in Verbindung mit einem hohen öffentlichen und politischen Interesse/Willen. Auf den Harz bezogen, muss es Planungssicherheiten u. a. aus Sicht des Umweltschutzes geben. Dem OB Herr Gaffert ist es wichtig, die zahlungskräftigen Privatinvestoren in den Ort zu holen. Wie Harzwinter schon richtig festgestellt hat, in den 20 Jahren, wo das öffentliches Interesse nicht so hoch war, gab es auch keine großen Investitionen!

Vielleicht ist das alles auch nur ein politisches Muskelspielen, um Wernigerode zu bewegen, ihre Hausaufgaben zu machen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am März 01, 2013, 10:30:23 Vormittag
Magdeburg bremst Schierker Bau-Euphorie (Goslarsche.de 27.02.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,343423.html)
Zitat
[...]

Der Ministerpräsident deutete aber eine neue Betrachtung an. Investiert werde vorrangig „in funktionierende Strukturen, die nicht dauerhaft zuschussbedürftig sind.“

Eine Seilbahn nur bis zum Winterbergsattel ohne Ausbau des gr. Winterberges wird nach den Meinungen vieler Experten ein Zuschußgeschäft, demnach dürfte die Bahn schlechte Karten haben, wenn der Ministerpräsident seine Aussage ernst nimmt.
Auch das Parkhaus ist wirtschaftlich ein Wackelkandiat, welches sich angeblich erst nach vielen Jahren rechnet... wenn überhaupt.
Hmm...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 01, 2013, 09:23:30 Nachmittag
Grünes Licht für Schierke 01.03.2013 (http://www.volksstimme.de/mobile_website/lokal_mobil/wernigerode_mobil/1031391_Gruenes-Licht-fuer-Schierke.html)
Zitat
Wernigerode (jbs) l Grünes Licht für die Schierke-Pläne im Wernigeröder Rathaus: Die Mitglieder des Finanz- und Hauptausschusses haben einen geänderten Entwurf des Haushaltsplans 2013 in einer gemeinsamen Sondersitzung am Donnerstagabend empfohlen. [...] Außerdem vereinbarten die Städträte mit der Verwaltung, einen Schierke-Ausschuss zur Entwicklung der Bauprojekte in dem Brockenort zu gründen. Der Stadtrat soll am Donnerstag, 7. März, ab 17.30 Uhr über die Vorlage abstimmen. [...]

Es scheint eindeutig der Partei-übergreifende Wille vorhanden zu sein, das Schierker-Projekt voranzubringen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 05, 2013, 08:29:58 Vormittag
Bürgerforum in Schierke fordert Mitsprache (volksstimme.de 05.03.2013): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1033525_Buergerforum-in-Schierke-fordert-Mitsprache.html)
Zitat
[...]
"Wir sind kein eingetragener Verein, hätten also Miete zahlen müssen", erklärt Stadträtin Sabine Wetzel (Bündnis 90/Die Grünen). Ob sie glaube, die teils kritischen Stimmen aus dem Bürgerforum seien nicht gewünscht? "Ich glaube eher, wir werden schlichtweg ignoriert", antwortet Fritjof Päs, der neben ihr sitzt.

Das Bürgerforum, das von ihm und Sabine Wetzel intitiiert wurde, soll Raum für Ideen und Kritik aus den Reihen der Schierker Bevölkerung bieten. Es ist bereits das dritte Treffen. [...]

Schnell wird deutlich: Es gibt Kritik am aktuellen Ortsentwicklungskonzept - aber auch konkrete Änderungswünsche. "Das Parkhaus sollte eine Nummer kleiner ausfallen", sagt Dagmar Gutbier. Sie zählt ihre Vorschläge auf: "Wir brauchen dringend einen richtigen Spielplatz im Ort. Die alte Schule könnte zu einem Aktivitätenhaus mit Lesezirkel und Minikino werden." Skilangläufer sollte ein großer Rundkurs über den Exzellenzenweg nach Schierke locken.

Die Schierkerin Monika Staedt nickt zustimmend. "Ein Spielplatz fehlt. Ich finde es auch Wahnsinn, dass die Sandbrinkstraße zweispurig werden soll. Eine Spur reicht vollkommen aus."
[...]

Es würde überhöhten Erwartungen entgegenwirken, wenn Frau Sabine Wetzel (Bündnis 90/Die Grünen) den Teilnehmenden am "Bürgerforum" zeitnah erklären würde, welche Projekte mit den EU-Fördergeldern gefördert werden können und welche nicht.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am März 05, 2013, 10:20:31 Vormittag
"Wo waren diese Leute als das Eisentraut-Konzept vorgestellt und als die Bauplanung ausgelegt wurde", habe ich gerade gedacht als ich diesen Aritkel gelesen habe! Wie in diesem Artikel beschrieben ist, haben einige Bewohner diese öffentliche Beteiligungen nicht ernst genommen. Jetzt wird über mangende Beteiligung gesprochen. TOLLE LEISTUNG! Ich verstehe so was nicht.

Des Weiteren bin ich auch schockiert. Man vergleicht Milliardenprojekten mit einer größeren Komplexität mit dieser Stadtteilentwicklung. Wie beim Wurmberg-Projekt in Braunlage wird wieder eine nachträgliche Beteiligungen verlangt, wo die Planung bereits fortgeschritten ist. Die Umplanungen aufgrund von diesen Beteiliigungen machen diese Projekt unnötig teuer. Seit 2 Jahren (oder mehr) kann sich jeder aus Schierke und über in der Welt über www.wenigerode.de über das Ortsentwicklungskonzept informieren und innerhalb der Firsten sich beteiligen. Wie gesagt, ich verstehe so etwas nicht.

Nur eine kurze Anmerkung zu dem Gesagten von Herrn Päs und Frau Grundmann: Ich wollte noch mal dieser Tage als Kurzurlaub in die Berge fahren und dachte mir, in Schierke zu wohnen. Ich habe es sein gelassen! Die Gründe: Übernachtungen sind zu teuer und uninteressant. Das alpine Wintersportprogramm bekanntlich auch uninteressant und bei den jetzigen Frühjahrboten unwahrscheinlich. Ich werde nun nach Winterberg fahren. Das Preisleistungsverhältnis ist um ein vielfaches besser. Sorry Schierke!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 05, 2013, 12:49:47 Nachmittag
Ich wundere mich auch ein wenig, warum man sich nicht viel früher engagiert hat. Unabhängig davon finde ich es sehr lobenswert, dass sich auch die Grünen/Bündnis 90 in Schierke Gedanken machen, wie man den Wintersport in Schierke stärken kann. Z.B. den Vorschlag eines großen Loipen-Rundkurs über den Exzellenzenweg finde ich klasse und hoffe, dass dieser Vorschlag nicht am wintersportfeindlichen Nationalpark Harz scheitert.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am März 05, 2013, 10:29:15 Nachmittag
... na ja, die Pläne wurden seit dem Eisentraut-Konzept ja auch ordentlich verändert, was die Straßenführung und das Parkhaus angeht. Und diese Änderungen sind m.W. wegen des Zeitdrucks nicht hinreichend ausgelegt worden.

Die jetzt zweispurig geplante Sandbrinkstraße ist m.E. notwendig, wenn man ein Parkhaus errichtet. Bei einspuriger Einbahnstraßenführung würde der ganze Rückverkehr dann durch die Ortshauptstraße führen was sehr ungünstig wäre. Das Eisentraut-Konzept mit dem Großparkplatz am Ortsrand + Busshuttle wollte den Verkehr ja so aus dem Ort raushalten. Über ein zweispurige Sandbrinkstraße ist nur Unterschierke von An/Abfahrtsverkehr betroffen. Das scheint das kleinste Übel zu sein. 

Die Größe des Parkhauses kann man vielleicht diskutieren. Wenn es jedoch langfristig ein Skigebiet bedienen soll, dann sollte man es großzügig dimensionieren. Da denken die Einsprüche wohl eher kurzsichtig... Sollte es nämlich zu klein sein und die Besucher parken dann den Straßenrand am Sandbrink zu, dann gibt es Chaos.
Anschauungsunterricht für ein Park-Chaos gibt es am Feldberg... siehe u.a. hier: http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=12&t=295&start=1050
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am März 06, 2013, 07:29:14 Vormittag
Zitat
"Ich habe einfach nicht geglaubt, dass die Pläne jemals realisiert werden können [...] Ansonsten hätte ich mich schon viel früher an den Sitzungen und Bürgersprechstunden beteiligt."

Das genau ist zur Zeit das Problem bei Großprojekten hier in Deutschland — es gibt die Möglichkeit die Planungen frühzeitig einzusehen und ggf. zu kritisieren. Das wird aber aus irgendwelchen Gründen häufig nicht getan und erst wenn bereits mit dem Bau begonnen wurde merkt man plötzlich, dass es einem ja in der Form nicht passt und man versucht Projekte kurzfristig zu verhindern oder einzuschränken, was bei Investoren (siehe Wurmberg) nicht selten zu erheblichen Mehrkosten oder Verzögerungen führt.

Unabhängig vom tatsächlichen Sachverhalt und den Gründen, die das Bürgerforum sehr wahrscheinlich hat, ist es m.M.n. ein Unding, dass sich diese Kultur des Blockierens größerer Projekte hier mehr und mehr durchsetzt. Insgesamt sicherlich keine guten Voraussetzungen um zahlungswillige Investoren für diverse Projekte zu gewinnen.

Ansonsten halte ich den Ortsumbau inkl. großem Parkhaus auch nur in Verbindung mit einem Skigebiet für sinnvoll — ansonsten würde es wohl auch gut für den normalen Wochenendtourismus sein bzw. den Ortskern entlasten, jedoch wäre der Umfang in diesem Fall wohl schon etwas überdimensioniert.

Im Übrigen scheint sich die Gruppe, die nun Kritik übt, größtenteils aus Bürgern zusammenzusetzen, die einerseits Mitglieder der Grünen sind (zu dem Verein ist eigentlich schon alles gesagt), die insgesamt eher gegen Veränderungen sind und mit dem aktuellen Ortsbild zufrieden sind und denen, die wahrscheinlich wenig bis gar nicht davon bzw. vom Tourismus profitieren und befürchten sich an den Kosten beteiligen zu müssen. Letztere kann man sicherlich noch am ehesten verstehen, wobei es dafür im Ort selber natürlich auch sichtbar angenehmer wird und es eventuell neue Freizeitmöglichkeiten geben wird.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am März 06, 2013, 11:43:09 Nachmittag
Max - mach mir die Grünen nicht pauschal schlecht  ;) - ich bin ein grüner Realo und bestürzt über die grünen Fundis...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am März 07, 2013, 07:34:21 Vormittag
@Manitou: War nicht meine Absicht, aber über die Fundis kann man leider nicht viel Gutes sagen. ;-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Sternengucker am März 15, 2013, 10:32:01 Nachmittag
Zitat
Der Entwurf für das Parkhaus in Schierke muss wahrscheinlich geändert werden. Wie Volksstimme-Recherchen ergeben haben, kann möglicherweise nur eine kleinere Version des viergeschossig geplanten Funktionsgebäudes an der Sandbrinkstraße realisiert werden. (...) Lesen Sie mehr über das Schierker Parkhaus in der Sonnabend-Ausgabe der Volksstimme.

http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/halberstadt/1040834_Zu-teuer-Parkhaus-in-Schierke-muss-kleiner-werden.html
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Falkenstein am März 21, 2013, 08:55:16 Nachmittag
Zitat
Braunlage begrüßt Winterbergpläne von Wernigerode
In mehreren Besprechungsrunden haben am Dienstag und Mittwoch vergangener Woche die durch die Stadt Wernigerode beauftragten Planungsbüros „input“ aus Salzburg und die Fachgemeinschaft für Wald-Wild-Landschaftsökologie (WWL)  aus Bad Krozingen erste Ergebnisse zur Nutzung eines Ganzjahreserlebnisbereichs am Winterberg präsentiert. Die in ein sogenanntes Kreativkonzept mündenden Vorschläge waren in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Stadtverwaltung, touristischen Leistungsträgern und Mitgliedern des Ortschaftsrates Schierke erarbeitet worden. Bei dem Gespräch in Braunlage lösten die Informationen zu den neuen Schnittstellen für die Skigebiete zwischen Schierke und Braunlage bei den Vertretern der Stadt Braunlage und der Wurmbergseilbahn breite Zustimmung aus. Insbesondere wurde auch die Verknüpfung als Ganzjahreserlebnisbereich positiv bewertet. Im  Gespräch mit dem Nationalpark wurde verabredet, vor allem im Bereich der Umweltbildung verstärkt miteinander zusammen zu arbeiten und dafür den Bereich des Loipenhauses für neue Angebote gemeinsam mit dem Nationalpark zu nutzen. Weitere Präsentationen fanden in der Arbeitsgruppe Winterberg, mit den verschiedenen Behördenbereichen des Landkreises und dem Schierke Beirat statt. In allen Gremien und Gesprächsrunden wurden die Präsentationen von „input“ und von „WWL“ begrüßt. Selbstverständlich wurden auch kritische Fragen wie Landschaftsverbrauch und technische Beschneiung angesprochen und im Zusammenhang mit Lösungs– und Kompensationsvorschlägen diskutiert. In den nächsten Wochen und Monaten soll das Konzept öffentlich besprochen und verfeinert werden. Es ist vorgesehen, dass beide Büros das Kreativkonzept in Verbindung mit den ökologischen Grundlagen am 8.4.2013 in einer öffentlichen Veranstaltung dem Stadtrat und den Schierker Einwohnern in Schierke vorstellen. Eine separate Einladung zu dieser Veranstaltung geht Ihnen zeitnah zu.
20.03.2013, 02:17 Uhr
Quelle: http://rfh-tv.de/news/nachrichten.php?bid=6&beintrag=2315&PHPSESSID=3ee0a8858768f3a2fa2d1f5ddd12349c
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am März 21, 2013, 10:40:36 Nachmittag
Die machen es aber spannend.. ;-)

Ohne nun Genaueres zu wissen würde ich sagen, dass das Konzept uns wahrscheinlich tendenziell gefallen wird bzw. dass die Pläne recht interessant zu sein scheinen und es dabei nicht nur um einen einfachen Ziehweg vom Wurmberg bis nach Schierke + Seilbahnanbindung geht.

Man darf gespannt sein, was dort geplant wird..
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 22, 2013, 05:51:42 Vormittag
Hier die Webseiten der beiden Planungsbüros:
http://www.input-projekt.com
http://www.wwl-web.de
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am März 22, 2013, 09:45:52 Vormittag
Angesichts der bisherigen öffentlichen Haltung der Braunlager ist das jetzt formulierte eine Wende um 180°.
Da muss ja was tolles kommen! Ich bin sehr gespannt!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am März 22, 2013, 09:53:23 Vormittag
Beide Unternehmen scheinen recht gute Referenzen zu haben — Input ist offenbar auch sehr kreativ, was die Ausgestaltung angeht. Ich würde darauf wetten, dass die ein mögliches Skigebiet thematisch auf "Hexen" oder "Märchenwald" ausrichten werden. ;-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 24, 2013, 11:47:45 Vormittag
Initiative will Schierkes Großen Winterberg / Nationalpark rückt nur den Kleinen raus (volksstimme.de 23.03.2013) (http://www.volksstimme.de/mobile_website/lokal_mobil/wernigerode_mobil/1045387_Skifahrer-lehnen-Babyabfahrt-ab.html)
Zitat
Wernigerode/Schierke l Peter Schmidt und Ulrich Krynitz erinnern sich noch gut daran, wie sie einst auf Skiern den Großen Winterberg runtergesaust sind. "Bis zur Grenzziehung 1961 konnten wir dort wunderbar Ski fahren", sagt der Wernigeröder Ingenieur Peter Schmidt. Der Große Winterberg, ein steiler Nordhang von 907 Metern Höhe, liegt seit 1990 im Nationalpark Hochharz, seit 2006 im Nationalpark Harz. [...]

Die Initiativgruppe [Anm.: "touristischer Alpin-Skilauf im Harz" u.a. Peter Schmidt, Ulrich Krynitz, Peter Günnel und Manfred Frintert] will dennoch nicht aufgeben und weiter für eine Skipiste am Großen Winterberg kämpfen. In einem Schreiben an Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos), an die Stadtratsmitglieder und an das Landeswirtschaftsministerium haben Krynitz und Schmidt ihre Argumente für den Großen Winterberg aufgelistet: künstliche Beschneiung sei dort kostengünstiger, das Gebiet sei schneesicherer, mit Braunlage könne eine "grenzübergreifende Skischaukel" gebildet werden - "die es in dieser Größe in keinem anderen deutschen Mittelgebirge gibt".

[...]

Peter Schmidt: "Wir fordern ja noch nicht einmal, dass der Große Winterberg aus dem Nationalpark ausgegliedert wird. Wir hoffen nur auf ein Entgegenkommen, darauf, dass Skifahrer im Nationalpark geduldet werden, auf ein gutwilliges Miteinander."

Friedhart Knolle, Sprecher des Nationalparks, hält die Forderungen der Initiativgruppe für unrealistisch. "Skifahrer sind uns auf den genehmigten Loipen jederzeit willkommen", so Knolle. "Durch den Kompromiss mit der Herausnahme eines Teils des Winterbergs im Jahre 2001 auf Wunsch von Schierke ist für alle Beteiligten für den Ski-Alpin-Plan eine abschließende Lösung gefunden worden." So sei es damals versichert und im Nationalparkgesetz festgeschrieben worden, erinnert er.

Ein weiteres Hindernis für die Initiativgruppe: Im Nationalpark gilt das Wegegebot - Knolle: "Wenn wir die Skifahrer am Großen Winterberg dulden, genehmigen wir im Grunde einen neuen Skihang." Die Vorschläge von Schmidt und Krynitz hält er für kontraproduktiv. "Mit diesen Forderungen wird den aktuellen Plänen von Schierke kein Gefallen getan", sagt er.

Im Ostharz ist durch die Ersatzlose Enteignung der Wintersportgebiete an den Einwohnern und Wintersportlern ganz klar Unrecht geschehen. Aber wieder glänzt der Nationalpark Harz durch eine kompromisslose Blockadehaltung. Hier hätte der Nationalpark Harz die Chance gehabt, wie in allen anderen Nationalparks die Wintersportgebiete beherbergen,  flexibel auf die Wünsche einzugehen und selbst Vorschläge zu einer kompatiblen Lösung auszuarbeiten.

Der Nationalpark Harz kann nur mit der Akzeptanz der Bewohner des Harzes existieren. Mit solchen unsensiblen Antworten auf legitime Bitten tut sich der Nationalpark keinen Gefallen. Der Nationalpark Harz bringt immer mehr Interessengruppen gegen sich auf und die Liste wird immer länger, u.a. Pilzesammler, Wanderer, Rennradfahrer, Mountainbiker, Schneeschuhwanderer, Tourengeher, usw.. Letztendlich wird eine Fortführung dieser Anti-Haltung zur weiteren Herauslösung von NP-Gebieten führen, da man davon ausgehen muss, dass keine vernünftige Zusammenarbeit mit dem Nationalpark möglich ist.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am März 24, 2013, 09:21:34 Nachmittag
Ich würde gerne wissen, was Hr. Knolle — der offensichtlich Wintersport an sich nur akzeptiert, wenn es sich dabei auf Langlauf beschränkt — dazu sagen würde, wenn Skifahrer und Snowboarder sich tatsächlich mal für ein paar Wochen auf den "genehmigten Loipen" austoben und die Spuren dabei in schöner Regelmäßigkeit kaputtfahren würden. (Zugegeben, es wäre bestimmt ziemlich langweilig und eher frustrierend auf den flachen Loipen unterwegs zu sein, aber Hr. Knolle ist leider einfach derart stur und ignorant, dass er offensichtlich gar nicht mehr merkt, wie sehr seine persönliche Meinung an der Realität vieler Menschen im Oberharz vorbei geht)

Man kann nur hoffen, dass die Akzeptanz eines starken Nationalparks in Zukunft bei Bewohnern und Besuchern des Harzes weiter nachlässt und dass sich mehr und mehr Menschen zusammentun, um zumindest mal die aktuelle Unanstastbarkeit des NP etwas anzufechten bzw. sich dem auf Augenhöhe entgegensetzen zu können.

Momentan scheint es so, als wenn Nationalparks so ziemlich machen können, was sie möchten — das hat der Harz jedoch nicht einmal unbedingt exklusiv, sondern scheint häufiger vorzukommen. Am Steinhuder Meer regt sich aktuell beispielsweise Widerstand (http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Region/Wunstorf/Nachrichten/Buerger-gegen-Erweiterung-des-Naturschutzgebietes-am-Steinhuder-Meer) gegen eine geplante Ausweitung der 3 Nationalparks — die Menschen dort haben schlicht Angst um ihre Existenzgrundlage, die vom Naturschutz offenbar massiv beeinträchtigt werden könnte.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: XXLRay am März 25, 2013, 11:12:45 Vormittag
Ein Nationalpark ergibt ja nur Sinn, wenn sich die Natur über einen längeren Zeitraum ungestört entwickeln kann. Die Grenzen und Nutzung der geschützen Gebiete regelmäßig zu ändern und an wirtschaftliche Belange anzupassen ergibt deswegen wenig Sinn.
Trotzdem bringt die ganze Schützerei natürlich nichts, wenn man die Anwohner in den Ruin treibt. Grundsätzlich finde ich, dass ein Nationalpark extrem wichtig ist. Im Harz sollte die Nationalparkverwaltung aber sehen, dass ihr Konzept, das sie seit Jahren fährt nicht funktioniert.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 25, 2013, 04:25:52 Nachmittag
Ein Nationalpark ergibt ja nur Sinn, wenn sich die Natur über einen längeren Zeitraum ungestört entwickeln kann. Die Grenzen und Nutzung der geschützen Gebiete regelmäßig zu ändern und an wirtschaftliche Belange anzupassen ergibt deswegen wenig Sinn. [...]

Für den uneingeschränkten Schutz der Natur ist eher die Ausweisung als Naturschutzgebiet gemäß Bundesnaturschutz-Gesetz maßgeblich (z.B. als Natura 2000, FFH-Gebiet, o.ä.). Der Begriff "Nationalpark" ist eher ein Marketing-Label, bei dem ähnlich wie "Demeter" ein Versprechen auf gewisse Eigenschaften dahinter steht.

Zitat von: XXLRay
Trotzdem bringt die ganze Schützerei natürlich nichts, wenn man die Anwohner in den Ruin treibt. Grundsätzlich finde ich, dass ein Nationalpark extrem wichtig ist. Im Harz sollte die Nationalparkverwaltung aber sehen, dass ihr Konzept, das sie seit Jahren fährt nicht funktioniert.

Wie man an der Bürgerinitiative gegen den Nationalpark Harz in der jetzigen Form (http://www.buergerinitiative-nationalpark-harz.de), sowie dem Wirbel um die Genehmigung des Brockenradrennen durch den Landkreis Harz (http://www.goslarsche.de/Home/harz/region-harz_arid,221216.html) gegen den Widerstand des NP erkennt, wächst der Druck auf den Nationalpark Harz sich zu verändern.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am März 25, 2013, 08:18:52 Nachmittag
...in dem genannten Presseartikel der Volkssstimme heisst es aus dem Wernigeröder Rathaus:
Zitat:
"Aus unserer Sicht und mit diesem Oberbürgermeister bleiben die Nationalparkflächen unangetastet", sagt Andreas Meling, Pressesprecher der Wernigeröder Verwaltung. "Die von uns für das Erlebnisgebiet vorgesehenen Flächen sind damals ganz bewusst herausgelöst worden."

Die Aussage ist mehr als klar. Man wird unter P. Gaffert (wortwörtlich: "mit diesem OB") nie gegen den jetzigen Status Quo angehen.  Das habe ich schon immer so gesehen, denn wenn Gaffert als ex-NP_Chef gegen seine eigene damalkige Entscheidung angehen würde, dann gibt es von Knolle eine gewaschene Pressekampagne gegen Gaffert, die sein Amt gefährden könnte.

Zwischen den Zeilen gelesen dürfen wir jedoch etwas hoffen, dass sich die Position zu einem späteren Zeitpunkt mit einem anderen OB mal ändern könnte.

Fazit: Das Projekt sollte jetzt erst einmal möglichst rasch in der bescheidenen Version realisiert werden - lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach -  bei Erfolg wird sich der weitere Ausbaudruck schon einstellen...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 25, 2013, 09:44:12 Nachmittag
"Aus unserer Sicht [...]"

Das Schöne an Real-Politik ist, dass sie nie verlegen ist, sich einem neuen Erkenntnisstand anzupassen.  ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: XXLRay am März 26, 2013, 08:31:43 Vormittag
Ich steck ja in der harzer Politik nicht so drin, aber wenn man ständig sanften Tourismus (inklusive Radsport) propagandiert und dann eine Radsportveranstaltung verbieten will, passt das in meinem Kopf nicht zusammen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am März 26, 2013, 09:52:59 Vormittag
Ich steck ja in der harzer Politik nicht so drin, aber wenn man ständig sanften Tourismus (inklusive Radsport) propagandiert und dann eine Radsportveranstaltung verbieten will, passt das in meinem Kopf nicht zusammen.

Das liegt daran, dass der Nationalpark offensichtlich am liebsten überhaupt keine Menschen auf seinem Gebiet hätte und Wanderer zum Brocken auf festgelegten Wegen auch nur toleriert, weil sie wahrscheinlich mit einem Verbot nicht durchkommen würden.

Äußerst unsachlich finde ich, dass Hr. Knolle jegliche Form von Veranstaltung im Harz mit "Ballermann", "Rummelplatz", etc. bezeichnet — das ist schlicht unangemessen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Braeu am März 26, 2013, 10:16:52 Vormittag
In der heutigen Volksstimme war Werbung für die Aufführung der Rockoper auf dem Brocken. Geplant sind 30 Aufführungen mit je 200 Gästen in 2013 imcl. Feuerwerk auf dem Gipfel. Das muss man nun aber nicht verstehen....
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 26, 2013, 10:27:30 Vormittag
Zunächst möchte ich betonen, dass ich Befürworter eines Nationalpark Harz bin. Im Nationalpark Harz wird aber in erheblichem Umfang in die Natur eingegriffen (http://www.buergerinitiative-nationalpark-harz.de/neu_bi_nlp/untatenkatalog-2003.pdf) und Jagdwirtschaft (http://www.buergerinitiative-nationalpark-harz.de/neu_bi_nlp/infobriefe/infobrief_april-2011.html) betrieben. Für die Mitarbeiter des NPs werden Strassen gebaut. Für die Öffentlichkeitsarbeit des NP werden Betonbauten mitten in touristisch wertvolle Sichtachsen geklotzt. Da wirkt die ständig wiederholte Forderung der Presseabteilung des NP nach "sanften" Tourismus (d.h. Verringerung des Gästeaufkommens) aus Rücksicht auf die Natur für mich wie Wasser predigen und Wein trinken.

Für die Nationalparkbehörde besteht nun beim Schierker-Projekt die Chance sich endlich positiv einzubringen und Konzepte zur Ausgestaltung des sanften Wintertourismus auf ihrem Gebiet vorzuschlagen. Hier gäbe es genügend Ansatzpunkte, z.B.:


Ansonsten besteht das Risiko, dass der Rückhalt bei der Schierker Bevölkerung - wie schon in Braunlage geschehen - nachhaltig verloren geht.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: XXLRay am März 26, 2013, 10:29:27 Vormittag
Das liegt daran, dass der Nationalpark offensichtlich am liebsten überhaupt keine Menschen auf seinem Gebiet hätte
Schon seltsam, aber meiner Erfahrung nach ist es gar nicht so selten, dass selbsternannte Umweltschützer nicht erkennen, dass Umweltschutz nicht funktioniert, wenn man niemandem die Natur nahe bringt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am März 26, 2013, 07:27:05 Nachmittag

Für die Nationalparkbehörde besteht nun beim Schierker-Projekt die Chance sich endlich positiv einzubringen und Konzepte zur Ausgestaltung des sanften Wintertourismus auf ihrem Gebiet vorzuschlagen.

...träumst Du oder hast Du letztes Wochenende einen Kurs im positiven Denken besucht?!  ;)

Ich schätze meine Chance eines Lottogewinns fast höher ein als die eine koopartiven "knolligen" NP.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 26, 2013, 10:55:43 Nachmittag
...träumst Du oder hast Du letztes Wochenende einen Kurs im positiven Denken besucht?!  ;)

Ich schätze meine Chance eines Lottogewinns fast höher ein als die eine koopartiven "knolligen" NP.

Ich vermisse vom Nationalpark eine nachhaltige Planung, ein Tourismuskonzept, das mehr umfasst als ein paar Wochen Wandern im Herbst.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am März 27, 2013, 07:04:19 Vormittag
Ich vermisse vom Nationalpark eine nachhaltige Planung, ein Tourismuskonzept, das mehr umfasst als ein paar Wochen Wandern im Herbst.

Dem kann ich mich nur anschließen — es ist schade, dass die Ansätze hier derart eingefahren sind, dass man den Eindruck hat, dass es lediglich um die Meinung und Interessen einzelner geht und alles, was etwas sagen wir mal aufregender ist als Wandern und Langlauf, von vorn herein abgebügelt wird.

Ich kann beispielsweise beim besten Willen keinen Zusammenhang zwischen einem Mountainbikerennen und einem "Rummelplatz" entdecken, halte den längst fälligen Ausbau des Wurmbergs keineswegs für "Gigantismus" und was Tourengeher und Freerider am Gr. Winterberg mit "Ballermanntourismus" zu tun haben erschließt sich mir auch nicht wirklich, denn sind es nicht gerade die, die lieber auf die Annehmlichkeiten eines Skigebiets verzichten um in Ruhe die Natur und den frischen Schnee genießen zu können?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am März 28, 2013, 02:30:31 Nachmittag
Auch in Schierke geht es weiter:

Parkhaus in Schierke unverändert teuer (Volksstimme.de 28.03.2013) (http://www.volksstimme.de/mobile_website/lokal_mobil/wernigerode_mobil/1047845_Parkhaus-in-Schierke-unveraendert-teuer.html)
Zitat
Der Entwurf für das Parkhaus in Schierke ist geändert worden. Statt auf Pfeilern soll es direkt auf dem Waldboden am südwestlichen Ortsrand des Brockenortes gebaut werden. Die Anzahl der Stellflächen bleibt trotz der vereinfachten Bauweise unverändert - die Kosten auch.

[...]

Da der geänderte Entwurf europaweit neu ausgeschrieben werden muss, verschiebt sich der Baubeginn von Mai auf August. Burkhard Rudo [Anm.: Wernigerodes Baudezernent] sieht die Verzögerung als Vorteil: "Bis dahin ist ein Teil der Sandbrinkstraße ausgebaut und wir können auf eine extra Baustraße verzichten." Der Ausbau des Waldweges zur zweispurigen Straße beginnt nach Ostern.

Noch in diesem Jahr soll die Parkhaus-Unterkellerung aus Stahlbeton errichtet werden. 2014 geht es dann mit der Montage der vier Etagen und des Gründachs weiter.

Dem geänderten Bebauungs- und Flächennutzungsplan für das Parkhausterrain muss der Wernigeröder Stadtrat noch zustimmen. Am 8.April findet eine Sonderstadtratssitzung statt, bei der auch zum Winterberg-Konzept und dem Eisstadion informiert wird.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 01, 2013, 10:33:41 Vormittag
Bergbahnen Sölden GmbH kommt nach Schierke (volksstimme.de 01.04.2013 02:14 Uhr): (#post_)
Zitat
Die jahrelange Suche nach einem Investor für das Ganzjahreserlebnisgebiet am Winterberg in Schierke hat eine Ende. Die überraschend geschlossene Vereinbahrung mit den Bergbahnen Sölden GmbH ist nun den Startschuss für die zukünftige Entwicklung des Harzdorfes zu einem Touristenmagneten. Friedhart Knolle vom Nationalpark Harz lehnt die Pläne ab.

Wernigerode/Schierke l Wernigerodes Baudezernent Burkhard Rudo gab Einblicke in die Pläne zu einem der ehrgeizigsten Projekte der Stadt: Das Ganzjahreserlebnisgebiet am Winterberg. Der Dezernent stellte den Investor für die Projektumsetzung vor, aber unter Vorbehalt. Rudo: "Die Realisierung ist nur möglich, wenn die vom Investor beantragten Fördergelder auch rechtzeitig fließen." Wichtig sei ihm außerdem, dass alle Beteiligten eng zusammenarbeiten und die Schierker rechtzeitig über alles informiert würden.

Eine der Grundideen ist es, die Skihalle aus Bispingen nach Schierke zu holen und am Winterberg aufzubauen. Auch überlege man, das Natureisstadium zu sanieren und zur Großraumdisko umzugestalten. "Es ist noch zu früh, um konkrete Maßnahmen anzukündigen", sagt Investor Falkner. Auch spreche man mit anderen Investoren aus Ischgl. Zunächst werde ein Konzept erstellt, das Basis für weitere Überlegungen sein soll.

Gegen diese Pläne stellt sich Friedhart Knolle vom Nationalpark Harz. Seiner Meinung nach sind die Pläne des Investors Gigantismus. Knolle: "Der einzige, der von diesem Ballermann-Tourismus profitiert, ist der Investor." "Mit diesen Plänen wird Schierke kein Gefallen getan", sagt er.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 01, 2013, 11:14:40 Vormittag
Bergbahnen Sölden GmbH kommt nach Schierke (volksstimme.de 01.04.2013 02:14 Uhr): (#post_)
Zitat
Die jahrelange Suche nach einem Investor für das Ganzjahreserlebnisgebiet am Winterberg in Schierke hat eine Ende. Die überraschend geschlossene Vereinbahrung mit den Bergbahnen Sölden GmbH ist nun den Startschuss für die zukünftige Entwicklung des Harzdorfes zu einem Touristenmagneten. Friedhart Knolle vom Nationalpark Harz lehnt die Pläne ab.

Wernigerode/Schierke l Wernigerodes Baudezernent Burkhard Rudo gab Einblicke in die Pläne zu einem der ehrgeizigsten Projekte der Stadt: Das Ganzjahreserlebnisgebiet am Winterberg. Der Dezernent stellte den Investor für die Projektumsetzung vor, aber unter Vorbehalt. Rudo: "Die Realisierung ist nur möglich, wenn die vom Investor beantragten Fördergelder auch rechtzeitig fließen." Wichtig sei ihm außerdem, dass alle Beteiligten eng zusammenarbeiten und die Schierker rechtzeitig über alles informiert würden.

Eine der Grundideen ist es, die Skihalle aus Bispingen nach Schierke zu holen und am Winterberg aufzubauen. Auch überlege man, das Natureisstadium zu sanieren und zur Großraumdisko umzugestalten. "Es ist noch zu früh, um konkrete Maßnahmen anzukündigen", sagt Investor Falkner. Auch spreche man mit anderen Investoren aus Ischgl. Zunächst werde ein Konzept erstellt, das Basis für weitere Überlegungen sein soll.

Gegen diese Pläne stellt sich Friedhart Knolle vom Nationalpark Harz. Seiner Meinung nach sind die Pläne des Investors Gigantismus. Knolle: "Der einzige, der von diesem Ballermann-Tourismus profitiert, ist der Investor." "Mit diesen Plänen wird Schierke kein Gefallen getan", sagt er.

Für einen Moment hattest Du mich fast soweit das zu glauben — dann habe ich sicherheitshalber noch einmal das heutige Datum geprüft.. ;-)

Man darf trotzdem gespannt sein, was demnächst enthüllt wird. :-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: XXLRay am April 02, 2013, 06:44:35 Vormittag
Das Tückische ist ja, dass man es wirklich glauben könnte. Denen ist einfach alles zuzutrauen ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 04, 2013, 03:25:57 Nachmittag
Scheint fast so, als ob jemand den Vorschlag von Doppelmayr den kleinen Winterberg mehr zu nutzen (Oktober 15, 2012) (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,7.msg2858.html#msg2858) und die Erweiterung von sommerphobie mit der Kaffeehorst-Anbindung (Oktober 16, 2012) (http://skifahren-im-harz.de/forum/index.php/topic,7.msg2874.html#msg2874) gelesen hätte...

Wernigerode plant Abfahrt vom Kleinen Winterberg zum Kaffeehorst (Goslarsche.de 04.04.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,357788.html)
Zitat
Braunlage. Es könnte der große Durchbruch sein: Die Stadt Wernigerode ist offenkundig auf die Vorschläge der Stadt Braunlage und der Wurmbergseilbahn eingegangen und will nun auch das länderübergreifende Skigebiet mit Anschluss über den Kleinen Winterberg zum Kaffeehorst. Am Montag sollen die Pläne in einer öffentlichen Ratssitzung in Schierke vorgestellt werden.

Wer ist am Montag in Schierke?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 04, 2013, 03:40:12 Nachmittag
Es scheint ab und zu so, als wenn Vorschläge, die hier gemacht werden, nicht ungehört bleiben — klasse, dass die Möglichkeit einer solchen Anbindung offenbar geprüft wurde. Neben dem Gr. Winterberg ist das je nachdem, wie es jetzt geplant ist, wahrscheinlich die einzig attraktive Lösung, was die Präsentation am Montag unheimlich spannend macht. :-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 04, 2013, 04:16:39 Nachmittag
Es scheint ab und zu so, als wenn Vorschläge, die hier gemacht werden, nicht ungehört bleiben [...]

Angst... hoffentlich plant Schierke jetzt keine Skihalle am Winterberg und eine Großraumdisko im Natureisstadium...  ;D

Spass beseite: Eine Verlängerung der Nordhang-Abfahrt vom Wurmberg bis zum Schierker-Tal wäre sinnvoll und für jeden offensichtlich, der den Nordhang gefahren ist. Leider aufgrund der Blockade-Haltung des Nationalparks nicht möglich.  Der kl. Winterberg wäre ausserhalb des Nationalpark und FFH Gebietes, deshalb wäre eine Erschließung dort realistisch. Die von uns skizzierten Abfahrten am kleinen Winterberg hätten eine akzeptable bzw gute Länge und auch ausreichendes Gefälle als Familienskigebiet. Ein Einstieg über den Kaffeehorst-Parkplatz würde zudem die Tagesgäste aus den Orten Schierke und Braunlage halten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 04, 2013, 04:40:11 Nachmittag
Es scheint ab und zu so, als wenn Vorschläge, die hier gemacht werden, nicht ungehört bleiben [...]

Angst... hoffentlich plant Schierke jetzt keine Skihalle am Winterberg und eine Großraumdisko im Natureisstadium...  ;D


Wir wollen doch schließlich nicht, dass Schierke jetzt auch noch zum "Ballermann" wird, wo Braunlage schon der reinste "Rummelplatz" ist.. ;-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 04, 2013, 07:00:53 Nachmittag
Länderübergreifendes Skigebiet geplant (Goslarsche.de 04.04.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,357854.html)
Zitat
[...] Braunlages Bürgermeister Stefan Grote und Dirk Nüsse, Leiter der Wurmbergseilbahn-Gesellschaft, haben jetzt mit Planer Helmut Müller vom Büro Input-Projektentwicklung aus Salzburg zusammengesessen, der dieses neue Skigebiet plant. Für die Wintersportler besonders interessant ist dabei die Abfahrt vom Kleinen Winterberg zum Kaffeehorst. Dabei würde es sich um eine sogenannte rote Piste handeln, die ähnlich wie die neue Piste zwischen Seilbahn-Bergstation und Kaffeehorst am Wurmberg mittelschwer ist. [...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 04, 2013, 07:12:34 Nachmittag
Also liegt das Projekt nun nicht mehr in den Händen von Herrn Eisentraut? Ist bekannt ob Herr Müller hingegen einschlägige Erfahrung in der Planung von Alpinskigebieten hat? Hoffentlich wird auch der zuletzt gekürzte Skihang in der neuen Planung bis hinunter zur scherstorstrasse verlängert!!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 04, 2013, 07:28:06 Nachmittag
Scheint fast so, als würde sich da zwischen Braunlage und Schierke ein tolles Skigebiet entwickeln — dann tatsächlich mit dem Potential eine der besten deutschen Mittelgebirgsdestinationen zu werden! Schön übrigens auch, dass offenbar auf die Vorschläge von Braunlage / Wurmbergseilbahn seitens Wernigerode etwas zugegangen wurde — nur zusammen kann sich der Harz behaupten, von daher ist das schonmal ein Anfang.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 04, 2013, 07:35:58 Nachmittag
[...] Ist bekannt ob Herr Müller hingegen einschlägige Erfahrung in der Planung von Alpinskigebieten hat? [...]

Herr Müller ist Geschäftsführer der Firma Input Projektentwicklung GmbH, die wiederum eine 100 % Tochter der Doppelmayr/Garaventa-Gruppe ist. Die haben tatsächlich auch sehr gute Referenzen (http://www.input-projekt.com/ideen.html) für Ganzjahreskonzepte.

Wenn Herr Gaffert so weitermacht, dann können wir das Skiopening der Wintersaison 2016/17 auf dem kleinen Winterberg feiern.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 04, 2013, 07:47:28 Nachmittag
Hoffen wir, dass es nicht nur bei Worten und Plänen bleibt sondern diese auch zügig in einem absehbaren Zeitfenster umgesetzt werden können und vor allem nicht wieder "Torpedierungsaktionen" oder dergleichen von einem ganz bestimmten "Verein" initiiert werden, die für dieses Projekt tödlich wären.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 04, 2013, 07:51:55 Nachmittag
Wenn Herr Gaffert so weitermacht, dann können wir das Skiopening der Wintersaison 2016/17 auf dem kleinen Winterberg feiern.

Prima! Dann haben wir auch nach dem Wurmberg Ausbau wieder ein spannendes Projekt, was wir verfolgen und diskutieren können. Es wird nie langweilig. ;-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 04, 2013, 08:02:06 Nachmittag
Ich bin mir ziemlich sicher, wird erst einmal die kleine Winterbergabfahrt zum Kaffeehorst stehen wird es auch einen zweiten Sessellift zum Wurmberggipfel geben! Denn ohne diesen wäre der Hexenrittlift hoffnungslos überfordert.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 04, 2013, 08:20:48 Nachmittag
Das wäre auf der Fall, wenn von Schierke nur ein Zubringer zum Wurmberg-Skigebiet existieren würde. Bei zwei oder drei anständigen Abfahrten am Winterberg verteilen sich die Wintersportler im gesamten Gebiet.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 05, 2013, 06:48:09 Vormittag
...mit knolligen Torpedierungen müssen wir mit 300%iger Sicherheit rechnen!!!

Mit dem Planer Müller haben die sich jetzt endlich Kompetenz ins Boot geholt. Ich würde es nicht überbewerten, dass die unsere Ideen berücksichtigen, sondern ein Profi-Skiplaner sieht sehr schnell, was man unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich rausholen kann.

Ich bin gespannt, was der Wurmberg macht, wenn Schierke eine Piste zum Kaffeehorst baut. Wie aktuell aus dem Allgäu (Bolsterlang) berichtet wurde, empfehlen Seilbahnbauer kene 4KSB mehr sondern 6KSB mit weniger Sessel, da der Preis nicht höher ist als bei 4 KSB. Es scheint, als ob die zeit von 4ern vorbei ist - außer bei kurzen Verbindungsliften, wo man dann noch fixe 4SB (bis 600m Länge)baut.

Der Wurmberg hingegen plant eine fixe 4SB mit 1000m Länge, was von daher nicht mehr zeitgemäß ist. Ein fixer 4er kann nur zu einer 4KSB umgerüstet werden, nicht jedoch zu einem 6er. Wenn nun Schierke zum Kaffeehorst baut, dann brauchen die einen zweiten 4er - und wenn die dann beide später zu einer KSB nachgerüstet werden, dann wird das ne ganz schön teure Angelegenheit.

Die späte Planung in Schierke schafft enorme Probleme und die Gefahr von Fehlplanungen. Es wäre unter den aktuellen Gesichtspunkten besser gewesen, den Hexenrittlift von vornherein auf die andere Pistenseite des Kaffeehorst zu planen und als 6-8KSB. Ich habe genau das sowohl Nüsse als auch Wernigerode bereits vor 2 Jahren geschrieben.

Sollte dieses Problem nun eintreten, dann kann man das nicht einer mangelhaften Kooperationsbereichtschaft des Wurmberg zuschieben, was Gegner und Medien bislang gemacht haben. Schierke kam nicht in die Pötte und hätte folglich solche Mehrkosten zu verantworten, insbesonder weil die Schierker zu lange hartnäckig an einer Seilbahn zum Wurmberggipfel festgehalten haben und die jetzt angekündigten Alternativen ignoriert wurden. 

Geschrieben habe ich denen diese Variante ebenfalls bereits vor 2 Jahren. Ich habe denen auch vorgeschlagen, Deutschlands längsten Alpin-Coaster von Schierke über den kleinen Winterberg bis zum Kaffeehorst zu planen mit zwei Einstiegsmöglichkeiten in Schierke und am Kaffeehorst. Der jetzige Coaster im Ort Schierke soll im Zuge des Ortssanierungskonzeptes dort nämlich verschwinden.   
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 05, 2013, 08:15:00 Vormittag
...mit knolligen Torpedierungen müssen wir mit 300%iger Sicherheit rechnen!!!

Das würde mich sehr wundern, denn Herr Knolle ist Pressesprecher für den BUND Goslar und der Nationalpark, bei dem Herr Knolle auch Pressesprecher ist (was ich für eine unglückliche Verflechtung halte), hat schon beim geplanten Parkhaus keine Bedenken geäußert:

Stadt Wernigerode, OT Schierke, Bebauungsplan Nr. 44 „Parkhaus am Winterberg“ (Stand: 22.03.2013) (http://)
Zitat
3.4 Die Stellungnahmen der Fachbehörden, einschließlich
der unteren Forstbehörde und Nationalparkverwaltung
„Harz“, sind maßgebend für die
Einschätzung der Auswirkungen auf das Vorranggebiet
für Natur und Landschaft und auf die Vorbehaltsgebiete
für Wassergewinnung und den Aufbau
eines ökologischen Verbundsystems. Die
Hinweise dieser Behörden sind zu berücksichtigen.“

A 3.4 Betroffene Fachbehörden wurden am Verfahren
beteiligt.
Untere Forstbehörde s. Pkt. 3.39
Nationalpark „Harz“ hat keine Bedenken geäußert.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: kdomfuesys am April 05, 2013, 09:25:48 Vormittag
Länderübergreifendes Skigebiet geplant (Goslarsche.de 04.04.2013): (http://Länderübergreifendes Skigebiet geplant (Goslarsche.de 04.04.2013):)
Zitat
Am Montag will Wernigerode in einer öffentlichen Ratssitzung in Schierke die Pläne vorstellen......„Wir stellen die Details am Montag vor“.

Bilder!!! Wir brauchen Bilder von den auf dieser Veranstaltung gezeigten Plänen, um etwaigen Spekulationen um Umfang von Trassen für Lifte und Pisten etc. vorzubeugen.
Falls jemand aus dem Forum persönlich dort sein könnte, wäre es ein Glücksfall für alle Verhinderten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 05, 2013, 09:51:18 Vormittag
Mit Sicherheit einer der spannendsten Termine in diesem Jahr — wenn jemand vor Ort sein könnte, dann wäre das mehr als klasse, das stimmt!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 05, 2013, 01:40:47 Nachmittag
Wer aus diesem Forum wird denn dem Vortrag am Montag Abend beiwohnen können??? Hoffentlich äußert man sich auch konkret wann mit der Umsetzung begonnen wird!!!! Meinetwegen könnte mit dem Bau der Abfahrt samt Lift vom Kaffeehorst Parkplatz hinauf zum kleinen Winterberg schon in diesem Jahr begonnen werden, wenn Leitner schon einmal da wäre, könnten die dort gleich weiter machen, dann lohnt sich die Anreise wenigstens ;)!!!!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 05, 2013, 02:36:48 Nachmittag
Hier die Einladung (ratsinfo-online.de): (http://www.ratsinfo-online.de/wernigerode-bicms/___tmp/tmp/45081036761172405/761172405/00080461/61.pdf)
Zitat
Einladung                                                                                              22. Mrz. 2013

Hiermit lade ich Sie zur 04./13 außerplanmäßiger öffentlichen Sitzung des Stadtrates
Wernigerode
ein.


Sitzungstermin: Montag, 08.04.2013, 19:00 Uhr
Raum, Ort: Berufsgenossenschaft Holz und
Metall, Bildungsstätte
Schierke,Auditorium,38879 Schierke,
Brockenstraße 56


Sehr geehrte Stadträte, bitte beachten Sie den Parkplatz-Hinweis!
Benutzen Sie bitte den Parkplatz vor dem Hotel Brockenscheideck ( rechte Seite ) und
neben dem Hotel Waldfrieden( linke Seite )
Tagesordnung:

Öffentlicher Teil
1 Eröffnung der Sitzung, Feststellung der Beschlussfähigkeit
2 Abstimmung der Tagesordnung
3 Informationen und Anfragen
4 Ausbau Sandbrinkstraße und Bau Parkhaus
Berichterstatter: Herr Rudo
5 Präsentation erster Ergebnisse zur Gestaltung des Winterberges als
Ganzjahreserlebnisgebiet sowie zur Terrainanalyse in Verbindung mit der Vorbereitung
eines Umweltgutachtens.
Die Präsentation wird vorgenommen durch
Helmut Müller, Projektentwicklungs GmbH input (Salzburg)
Frank Armbruster, Fachgemeinschaft für Wald-Wild-Landschaftsökologie, Bad Krozingen
6 Einwohnerfragestunde und Diskussion

Albrecht
Präsident des Stadtrates
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 05, 2013, 04:15:08 Nachmittag
..ich bin leider unverschiebbar von Mo-Mi in Willingen, da wir Revision in den Fewo haben.
Sonst wäre ich sehr gern nach Wernigerode gefahren...
Ich hoffe, dass sich jemand anderes aus diesem Forum findet!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am April 05, 2013, 05:01:47 Nachmittag
...der Wurmberg hingegen plant eine fixe 4SB mit 1000m Länge...

Ob sich das noch ändern läßt? *zweifel*
Wenn die Anlage in diesem Jahr errichtet werden soll, liegt die bestimmt schon auf der Palette!

Noch was: mir ist schleierhaft, woher Schierke aufgrund der auslaufenden Förderung die Mittel nehmen will.
Vom Land Sachsen-Anhalt bekommen die nur 'n Vogel gezeigt.


Grüße
Tom
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 05, 2013, 05:24:16 Nachmittag
[...] Noch was: mir ist schleierhaft, woher Schierke aufgrund der auslaufenden Förderung die Mittel nehmen will.
Vom Land Sachsen-Anhalt bekommen die nur 'n Vogel gezeigt.

Das wäre eine interessante Frage für die Veranstaltung. Skigebiete an sich sind nicht förderfähig, man braucht also einen Investor. Eine Möglichkeit wäre, wie in den 50er/60er Jahren zum Bau der Wurmberg-Seilbahn ein Konsortium aus privaten Investoren und der Stadt Wernigerode zu bilden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: harzsnow am April 05, 2013, 07:21:53 Nachmittag
Hier die Einladung (ratsinfo-online.de): (http://www.ratsinfo-online.de/wernigerode-bicms/___tmp/tmp/45081036761172405/761172405/00080461/61.pdf)
Zitat
Einladung                                                                                              22. Mrz. 2013

Hiermit lade ich Sie zur 04./13 außerplanmäßiger öffentlichen Sitzung des Stadtrates
Wernigerode
ein.


Sitzungstermin: Montag, 08.04.2013, 19:00 Uhr
Raum, Ort: Berufsgenossenschaft Holz und
Metall, Bildungsstätte
Schierke,Auditorium,38879 Schierke,
Brockenstraße 56


Präsident des Stadtrates

Hallo,

kann da jedermann teilnehmen? Muss man sich anmelden? Wie lange dauert so eine Sitzung in der Regel und wie lange wird da über ein Thema gesprochen (nur sehr kurz?)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: manitou am April 05, 2013, 08:17:56 Nachmittag
An einer öffentlichen Sitzung kann jeder Teilnehmen ohne Anmeldung...etc. Das ist eine Sondersitzung wo es nur um die neue Infrastruktur in Schierke geht. Die Themen dürften recht ausführlich behandelt werden. Wird also sehr interessant!

Während der Stadtrat vorträgt hat die Öffentlichkeit kein Recht Fragen zu stellen und reinzureden. Man darf nur zuhören!
In der anschließenden Einwohnerfragestunde und Diskussion kann man dann zu den vorgetragenen Themen Fragen stellen und Kritik äußern...etc. So zumindest laufen Stadt- und Gemeinderatsssitzungen in Willingen und Oberstdorf ab, wo ich oft hingehe, wenn ich dort bin.
Geh mal davon aus, das die ganze Veranstltung mind. 2 Stunden dauert...

Wenn Du Zeit hast geh bitte hin und berichte uns. Wir wären Dir sehr dankbar... Mit Sicherheit wird Du von diversen Forumsmitgliedern dann noch ne Menge Punkte mit auf den Weg bekommen, die Du in der Fragerunde ansprechen könntest.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 06, 2013, 12:17:13 Nachmittag
Zwar sachlich wieder leicht daneben (z.B. Große Winterberg liegt ungünstiger und weiter entfernt), aber der NDR hat das Thema aufgegriffen:

Größtes Skigebiet im Norden wird Realität (NDR.de 05.04.2013) (http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/skigebiet107.html)
Zitat
[...]

Vom Kleinen Winterberg zum Wurmberg

Braunlages Bürgermeister Stefan Grote (SPD) zeigte sich erleichtert und zufrieden, dass die Nachbarn in Sachsen-Anhalt jetzt Anschluss suchten. Es habe bereits viele Gespräche gegeben. In Zukunft soll es zum Beispiel eine Abfahrt vom Kleinen Winterberg im Osten zum Kaffeehorst des Wurmbergs im Westen geben. Was genau geplant ist, will die Stadt Wernigerode am kommenden Montag in einer öffentlichen Ratssitzung in Schierke bekannt geben.

Naturschützer begrüßen Änderung der Pläne

Für Umweltschützer Friedhart Knolle vom BUND Goslar sind die Eingriffe in die Natur nicht schön, aber weit weniger schlimm als die ursprünglichen Planungen. Eigentlich sollte der Große Winterberg mit dem Wurmberg vereint werden, doch der liegt ungünstiger und weiter entfernt.

[...]

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Patrick am April 06, 2013, 12:19:47 Nachmittag
Hallo zusammen,

ich werde an der öffentlichen Ratssitzung in Schierke am Montag wohl teilnehmen, da ich gerade in Wernigerode verweile. Kommt noch jemand von euch?

Am liebsten würde ich die komplette Sitzung filmen und dann bei Youtube einstellen, aber vermutlich ist das nicht erlaubt in unserer dollen Demokratie und wegen Urheberrechten der projektplanenden Input GmbH. Oder gibt es ein Recht auf Veröffentlichung? Kenn sich da jemand aus? Ggf. werde ich Montag noch eine Anfrage stellen bzw. Genehmigung einholen.

Grüße
Patrick
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 06, 2013, 01:20:22 Nachmittag
@Patrick Zunächst finde ich es sehr gut, das Du hingehst!

Als Privatperson brauchst Du für Photos, Film und Audioaufnahmen eine Genehmigung. Hättest Du einen Presseausweis, hättest Du Privilegien. Da es eine öffentliche Sitzung ist, stehen die Chancen aber gut, dass Du eine Genehmigung kriegst, das Ereignis für unsere Interessengemeinschaft mit mehr als 120 Mitgliedern in Ton und Bild zu dokumentieren. Falls man während der Veranstaltung nicht Filmen der Photographieren darf, besteht üblicherweise nach der Veranstaltung die Möglichkeit zu photographieren.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 06, 2013, 01:26:05 Nachmittag
Zwar sachlich wieder leicht daneben (z.B. Große Winterberg liegt ungünstiger und weiter entfernt), aber der NDR hat das Thema aufgegriffen:

Größtes Skigebiet im Norden wird Realität (NDR.de 05.04.2013) (http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/skigebiet107.html)
Zitat
[...]

Vom Kleinen Winterberg zum Wurmberg

Braunlages Bürgermeister Stefan Grote (SPD) zeigte sich erleichtert und zufrieden, dass die Nachbarn in Sachsen-Anhalt jetzt Anschluss suchten. Es habe bereits viele Gespräche gegeben. In Zukunft soll es zum Beispiel eine Abfahrt vom Kleinen Winterberg im Osten zum Kaffeehorst des Wurmbergs im Westen geben. Was genau geplant ist, will die Stadt Wernigerode am kommenden Montag in einer öffentlichen Ratssitzung in Schierke bekannt geben.

Naturschützer begrüßen Änderung der Pläne

Für Umweltschützer Friedhart Knolle vom BUND Goslar sind die Eingriffe in die Natur nicht schön, aber weit weniger schlimm als die ursprünglichen Planungen. Eigentlich sollte der Große Winterberg mit dem Wurmberg vereint werden, doch der liegt ungünstiger und weiter entfernt.

[...]

Ich denke mal es wird die Variante mit dem Sesselift oder einer EUB vom Schierker Parkhaus aus zum kleinen Winterberg kommen, so dass die ursprünglich geplante lange Talabfahrt vom Sattel auf den Gipfel des kl. Winterberges verlegt wird. Evtl. dann noch eine zusätzliche Abfahrt in Richtung Schierke mit Schleplift in etwa der Länge der Nordhangabfahrt und gegenüberliegend die Abfahrt zum Kaffeehorst ebenfalls mit SL.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 07, 2013, 11:37:36 Nachmittag
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/skigebiet119.html (http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/skigebiet119.html)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 08, 2013, 09:24:52 Vormittag
Haseloff: "Ich bleibe dabei, in Schierke muss etwas passieren" (volksstimme.de 06.04.2013) (http://www.volksstimme.de/mobile_website/lokal_mobil/halberstadt_mobil/1052301_Haseloff-Ich-bleibe-dabei-in-Schierke-muss-etwas-passieren.html)
Zitat
Mit Millionen schwerem Einsatz sollen in Schierke Straßen und ein Parkhaus gebaut werden - mit dem Ziel, dem Brockenort wieder seinen früheren touristischen Glanz zu verleihen. Wie steht die Landesregierung zu diesen Projekten, angesichts geringer werdender Spielräume im Landeshaushalt? Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat sich den Fragen von Volksstimme-Redakteur Tom Koch gestellt. [...]

Schierker befürchten hohe Kosten bei Bauprojekten  (volksstimme.de 08.04.2013) (http://www.volksstimme.de/mobile_website/lokal_mobil/wernigerode_mobil/1052917_Schierker-befuerchten-hohe-Kosten-bei-Bauprojekten.html)
Zitat
[...]
Sonderstadtratssitzung heute Abend zu Winterberg-Plänen

[...]

Apropos Einladung: Alle interessierten Einwohner aus Schierke sind am heutigen Montag um 19 Uhr zur öffentlichen Sitzung des Wernige-röder Stadtrats eingeladen. Das Gremium tagt in den Räumen der Berufsgenossenschaft Holz und Metall, Brockenstraße 56.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 08, 2013, 09:56:07 Vormittag
Neue Wintersportpläne für Schierke (mdr.de 08. April 2013, 09:45) (http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/nachrichten118.html)
Zitat
Das geplante Wintersportgebiet von Schierke soll nun doch enger als ursprünglich vorgesehen mit den Skihängen des Nachbarorts Braunlage in Niedersachsen vernetzt werden. Statt einer Seilbahn mit Kabinen soll nun ein Vierer- Sessellift Skifahrer und Wanderer von Schierke aus auf den Kleinen Winterberg bringen. Von dort aus -und das ist neu- soll eine mittelschwere Skipiste zur Talstation eines Wurmberg-Lifts angelegt werden, zusammen mit einem Sessellift zurück auf den Winterberg. Das wäre die seit langem geforderte echte Vernetzung beider Wintersportgebiete. Die Details dazu werden heute in einer öffentlichen Wernigeröder Stadtratssitzung vorgestellt. Die findet wegen des Themas in Schierke statt und wird sicher gut besucht sein. Beginn ist 19 Uhr.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Pistenbully am April 08, 2013, 10:41:51 Vormittag
Neue Wintersportpläne für Schierke (mdr.de 08. April 2013, 09:45) (http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/nachrichten118.html)
Zitat
...Statt einer Seilbahn mit Kabinen soll nun ein Vierer- Sessellift Skifahrer und Wanderer von Schierke aus auf den Kleinen Winterberg bringen. Von dort aus -und das ist neu- soll eine mittelschwere Skipiste zur Talstation eines Wurmberg-Lifts angelegt werden, zusammen mit einem Sessellift zurück auf den Winterberg...

Hört sich für mich sehr nach fixgeklemmten Sessel an (aus Kostengründen), denn sonst könnte man ja neben den Sesseln auch ein paar Gondeln im Sinne einer Kombibahn mitlaufen lassen. Aber das Preis/Leistungsverhältnis von fixgeklemmten Sesseln ist natürlich attraktiv.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 08, 2013, 10:55:16 Vormittag
Gespannt auf die Details bin ich nach wie vor, das hört sich allerdings schon deutlich besser an, als die Idee eine Seilbahn auf den Winterbergsattel zu bauen. Auch die Entscheidung Sessel- statt Schlepplifte zu verwenden kann man nur begrüßen — Schlepplifte sind häufig einfach nicht mehr attraktiv genug.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 08, 2013, 11:09:11 Vormittag
Kommt immer auf die Rahmenbedingungen an. Bis ... sagen wir mal 600 m Anlagenlänge finde ich es sinnlos, eine Sesselbahn zu bauen. Und ich persönlich finde fixgeklemmte Sesselbahnen mit niedriger Fahrgeschwindigkeit unattraktiver als Schlepplifte. Es würde mich wundern, wenn das Schierker Budget für kuppelbare Bahnen reicht. Vielleicht steht der Gedanke dahinter, dass Sesselbahnen der Harzer Anfängerklientel entgegen kommen. Andererseits: Wer oft aus dem Schlepplift fallen würde, legt sich auch oft im Ausstieg einer Sesselbahn lang. Wir werden sehen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 08, 2013, 11:16:00 Vormittag
Die Abfahrt vom Kleinen Winterberg zum Kaffeehorst wäre ein Südhang. Abgesehen von der Ganzjahresnutzung macht ein Sessellift Sinn, um sicherzustellen, dass man auch in den Randmonaten der Saison vom Kaffeehorst  auf die Nordhänge bzw. vom Kleinen Winterberg auf die Wurmberg Ostabfahrt und Hexenritt-Abfahrt gelangt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 08, 2013, 11:39:34 Vormittag
Kommt immer auf die Rahmenbedingungen an. Bis ... sagen wir mal 600 m Anlagenlänge finde ich es sinnlos, eine Sesselbahn zu bauen. Und ich persönlich finde fixgeklemmte Sesselbahnen mit niedriger Fahrgeschwindigkeit unattraktiver als Schlepplifte. Es würde mich wundern, wenn das Schierker Budget für kuppelbare Bahnen reicht. Vielleicht steht der Gedanke dahinter, dass Sesselbahnen der Harzer Anfängerklientel entgegen kommen. Andererseits: Wer oft aus dem Schlepplift fallen würde, legt sich auch oft im Ausstieg einer Sesselbahn lang. Wir werden sehen.

Das kommt finde ich auch immer etwas darauf an — Schlepplifte, die absichtlich langsam betrieben werden, damit nicht ständig jemand hinfällt oder die, wie am Kaffeehorst nicht selten, alle paar Meter angehalten werden sind da leider auch nicht besser. Dementsprechend ha es wohl eher etwas mit dem Ausstieg zu tun bzw. wie dieser gestaltet wird.

Ist der Ausstieg eher etwas steiler, so hat man den Vorteil bequem direkt wieder auf die Piste kommen zu können — ist er eher flach gehalten muss man etwas anschieben, aber dafür gibt es weniger Stürze. Beides hat seine Vor- und Nachteile.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Pistenbully am April 08, 2013, 12:15:11 Nachmittag
Kommt immer auf die Rahmenbedingungen an. Bis ... sagen wir mal 600 m Anlagenlänge finde ich es sinnlos, eine Sesselbahn zu bauen. Und ich persönlich finde fixgeklemmte Sesselbahnen mit niedriger Fahrgeschwindigkeit unattraktiver als Schlepplifte. Es würde mich wundern, wenn das Schierker Budget für kuppelbare Bahnen reicht. Vielleicht steht der Gedanke dahinter, dass Sesselbahnen der Harzer Anfängerklientel entgegen kommen. Andererseits: Wer oft aus dem Schlepplift fallen würde, legt sich auch oft im Ausstieg einer Sesselbahn lang. Wir werden sehen.

Das kommt finde ich auch immer etwas darauf an — Schlepplifte, die absichtlich langsam betrieben werden, damit nicht ständig jemand hinfällt oder die, wie am Kaffeehorst nicht selten, alle paar Meter angehalten werden sind da leider auch nicht besser. Dementsprechend ha es wohl eher etwas mit dem Ausstieg zu tun bzw. wie dieser gestaltet wird.

Ist der Ausstieg eher etwas steiler, so hat man den Vorteil bequem direkt wieder auf die Piste kommen zu können — ist er eher flach gehalten muss man etwas anschieben, aber dafür gibt es weniger Stürze. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Vielleicht kann einer der Anwesenden bei der Präsentation heute Abend fragen ob die Sessellifte - sollten es fixgeklemmte sein - so gebaut werden, dass eine spätere Umrüstung möglich ist ?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am April 08, 2013, 01:13:14 Nachmittag
Der Bürgermeister von Braunlage, Herr Grote, sagte, dass es künftig im Skigebiet Wurmbrg 8 Skiabfahrten geben wird. Wenn man davon ausgeht, dass auf der Braunlager Seite es bereits 6 bzw. 7 Abfahrten (je nach Zählart) gibt, dann gibt es außer der neuen Südhangabfahrt zum Kaffehorst maximal noch eine weitere Abfahrt (nach Schierke??). Was ist ja ein bischen wenig, oder?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 08, 2013, 01:46:35 Nachmittag
Ja genau die Abfahrt ginge dann anstatt vom Sattel, vom kl. Winterberg aus nach Schierke hinunter. Der 4er Sessellift von Schierke zum
kl. Wi-Berg wird, so denke ich mal in kuppelbarer Ausführung entstehen, da sie ja auch in den Sommermonaten in Betrieb sein wird und auch für Wanderer und ältere Menschen einen komfortablen und sicheren Ein- und Austieg gewährleisten sollte. Eine fixgeklemmte Ausführung würde hier ein größeres Unfallrisiko mit sich bringen. Der Lift vom Kaffeehorst aus kommend dürfte ein fixgeklemmter mit Förderbandeinstieg wie der Hexenrittlift werden. Wenn dass alles innerhalb der nächsten 3-5 Jahre so entstünde, wäre das echt eine super Sache zumal hier im Gegensatz zum Wurmbergprojekt nicht mit Widerstand seitens BUND zu rechnen sein dürfte!!!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 08, 2013, 02:27:36 Nachmittag
Ich habe die beiden Sessellifte in die Schutzgebiet-Übersichtskarte (Bundesamt für Naturschutz http://www.geodienste.bfn.de) eingetragen. Die beiden Sessellifte und auch die Pisten könnten vollständig außerhalb der diversen Naturschutzgebiete positioniert werden. Dadurch wäre eine wesentlich schnellere Realisierung möglich, als wenn man noch - wie für das ursprüngliche Konzept vorgesehen - den Winterberg-Sattel aus dem FFH-Gebiet herauslösen müsste.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 08, 2013, 02:40:44 Nachmittag
Nehmen wir mal an, dass es so geplant ist: Wie könnte man sich denn dann die beiden neuen Pisten etwa vorstellen?

Wäre die Verbindung kl. Winterberg <-> Kaffeehorst in Länge und Schwierigkeitsgrad etwa mit dem Kaffeehorst zu vergleichen und die Abfahrt kl. Winterberg <-> Schierke wie die aktuelle Hauptabfahrt vom Wurmberg von oben bis zur Mittelstation?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am April 08, 2013, 03:00:35 Nachmittag
Die beiden Sessellifte und auch die Pisten könnten vollständig außerhalb der diversen Naturschutzgebiete positioniert werden. Dadurch wäre eine wesentlich schnellere Realisierung möglich, als wenn man noch - wie für das ursprüngliche Konzept vorgesehen - den Winterberg-Sattel aus dem FFH-Gebiet herauslösen müsste.

Ich interpretiere es so, dass die Verbindungsabfahrt vom kl. Winterberg bis zum Kaffeehost-SL geht. Für diese Abfahrt braucht man auf jeden Fall FFH-Flächen.

Der dazu gehörige Lift könnte ebenfalls im FFH-Gebiet liegen. Ohne Details zu kennen ist das allerdings sehr zu sagen.

Nehmen wir mal an, dass es so geplant ist: Wie könnte man sich denn dann die beiden neuen Pisten etwa vorstellen?

Wäre die Verbindung kl. Winterberg <-> Kaffeehorst in Länge und Schwierigkeitsgrad etwa mit dem Kaffeehorst zu vergleichen und die Abfahrt kl. Winterberg <-> Schierke wie die aktuelle Hauptabfahrt vom Wurmberg von oben bis zur Mittelstation?

Die Verbindungsabfahrt dürfte im oberen Teil rot sein und danach mehr oder weniger quer zum Gefälle verlaufen. Länge: 600-700m

Die Abfahrt nach Schierke sollte ca 1,5km haben. Die ersten ca. 400m davon sind rot evtl. mit blauer Umfahrung, danach eher blau bis Ziehweg.

Auch hier gilt ohne Details zu kennen ist eine genauere Aussage unmöglich.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am April 08, 2013, 03:02:56 Nachmittag
Als ich las dass der Lift direkt auf den kl. Winterberg geht kam mir auch gleich die Logik mit der Beachtung des FFH-Gebietes. Das wäre auch aus meiner Sicht Voraussetzung für den ambitionierten Zeitplan.
Jedoch fänd ich eine Abfahrt über den Sattel nach Schierke sehr ansprechend da man so von Gipfel Wurmberg aus eine weitere lange Abfahrt hätte die direkt hinter Loipenhaus wieder anständige Neigung bis zur Mitte hat.
Meint ihr das wäre trotzdem möglich, immerhin Stünden alle markanten baulichen Anlagen trotdem Ausserhalb des FFH-Gebietes - Beschneiung mal ausser Acht gelassen.
Apropos Mitte: Ich hoffe auf eine Art Mittelstation unterhalb der Scherstorstraße damit man nicht immer durch das Flachstück nach unten muss.
Ich ahne irgendwie das Fettnäpfchen auf uns zukommen.  ::)
Aber erstmal ist das Glas halb voll!  ;D

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am April 08, 2013, 03:28:09 Nachmittag
[OT] Hat einer 'ne Ahnung woher die Bezeichnung 'Hai' (z.B. Müllershai) kommt? Ich kenne 'Hain' und hab Tante Guhgel befragt aber nix gefunden.[/OT]

Grüße
Tom

P.S. Bitte gleich heute abend Ergebnisse des Wernigeröder Bürgerabends posten!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am April 08, 2013, 03:29:17 Nachmittag
Hallo zusammen,

ich werde an der öffentlichen Ratssitzung in Schierke am Montag wohl teilnehmen, da ich gerade in Wernigerode verweile. Kommt noch jemand von euch?

......

Grüße
Patrick
Ich kann LEIDER heute Abend an der Veranstaltung nicht teilnehmen.  :'(
Aber ich hoffe, dass Du, Patrick, hingehst und vielleicht ein paar Fotos von den Plänen machen kannst.

Auf die Presse kann man sich leider nicht immer verlassen, dass sie fachkundig und neutral das Vorgestellte richtig wider gibt. Es wäre toll, wenn ein Vertreter vom Blog dabei wäre.
Viel Erfolg Patrick beim Reinkommen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am April 08, 2013, 03:34:54 Nachmittag
[OT] Hat einer 'ne Ahnung woher die Bezeichnung 'Hai' (z.B. Müllershai) kommt? Ich kenne 'Hain' und hab Tante Guhgel befragt aber nix gefunden.[/OT]

Wenn mir meine Altvorderen nichts falsches überliefert haben bezeichneten die alten Harzer einen "Hai" als kahle waldfreie, bzw. gerodete Waldfläche.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am April 08, 2013, 03:55:27 Nachmittag
@Ypsilon: Thnx!
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: kdomfuesys am April 08, 2013, 04:26:44 Nachmittag
@all: Die wilden Spekulationen um Trassen, Liftarten, FFH-Gebiet und Zeichnungen in Landschaftkarten von heute in diesen Thread bringen doch nichts. Lasst uns alle die heutige Ratssitzung in Schierke abwarten und morgen sind wir alle schlauer. Mit Patrick haben wir ja schon einen von uns dabei, der morgen (vielleicht auch mit Fotos von Zeichnungen) berichten kann.

Ich bin schon ganz neugierig. :) :)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Pistenbully am April 08, 2013, 04:52:52 Nachmittag
@all: Die wilden Spekulationen um Trassen, Liftarten, FFH-Gebiet und Zeichnungen in Landschaftkarten von heute in diesen Thread bringen doch nichts.

Doch, macht doch Spaß - das sollte der Sinn eines solchen Forums sein ;-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 08, 2013, 05:18:57 Nachmittag
@all: Die wilden Spekulationen um Trassen, Liftarten, FFH-Gebiet und Zeichnungen in Landschaftkarten von heute in diesen Thread bringen doch nichts.

Doch, macht doch Spaß - das sollte der Sinn eines solchen Forums sein ;-)

Auf jeden Fall — Fakten bekommen wir schon noch früh genug vorgesetzt! ;)

PS: Noch 2 Stunden, dann geht's los — einen Live Ticker bräuchte man! ;D
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am April 08, 2013, 05:23:44 Nachmittag
@all: Die wilden Spekulationen um Trassen, Liftarten, FFH-Gebiet und Zeichnungen in Landschaftkarten von heute in diesen Thread bringen doch nichts.

Doch, macht doch Spaß - das sollte der Sinn eines solchen Forums sein ;-)

Stimmt, da hast Du absolut recht  ;) ;) ;) Aber kdomfuesys hat recht, es hilft nichts, wir müssen auf Patrick warten!  8)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 08, 2013, 07:34:52 Nachmittag
LIVETICKER: +++ 19:34 +++ Die Sitzung hat seit 34 Minuten angefangen!  ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am April 08, 2013, 08:22:15 Nachmittag
...Die wilden Spekulationen um Trassen, Liftarten, FFH-Gebiet und Zeichnungen in Landschaftkarten von heute in diesen Thread bringen doch nichts...
...Doch, macht doch Spaß - das sollte der Sinn eines solchen Forums sein …
...einen Live Ticker bräuchte man …
...LIVETICKER: +++ 19:34 +++ Die Sitzung hat seit 34 Minuten angefangen ...


Ihr habt doch alle 'nen Treffer!
Bei euch bleibe ich  ;D ;D ;D

P.S. +++20:22+++Seit der ersten Livetickermeldung sind weitere 47 Minuten vergangen...
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 08, 2013, 09:06:55 Nachmittag
LIVETICKER: +++ 21:06 +++ Die Sitzung neigt sich dem Ende zu, die Lichter gehen aus und plötzlich steht der Projektplaner unerwartet mit einem Rollkragen-Pullover wieder auf der Bühne und verkündet "One More Thing"
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 09:17:49 Vormittag
Während wir alle auf die ersten konkreten Details des neuen Konzeptes warten, hier ein Video mit dem Thema "Schierke am Brocken: Ortsteil sucht Zukunft" vom 27. März 2013:

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 09:50:49 Vormittag
Schierker und Braunlager planen nun doch für ein gemeinsames Ski-Erlebnis (volksstimme.de 09.04.2013) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1053918_Schierker-und-Braunlager-planen-nun-doch-fuer-ein-gemeinsames-Ski-Erlebnis.html)
Zitat
Schierke (mpi) l Das geplante Ganzjahreserlebnisgebiet "Natürlich.Schierke" soll nun doch mit den Attraktionen im niedersächsischen Braunlage verbunden werden. Das ergab eine Sondersitzung des Wernigeröder Stadtrats am Montagabend in Schierke. Alpin-Ski-Fahrer können in Zukunft per Seilbahn von Schierke aus auf die Spitze des Kleinen Winterberges gezogen werden und von dort aus sowohl die Schierker als auch die Braunlager Pisten nutzen. [...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Pistenbully am April 09, 2013, 11:18:17 Vormittag
Schierker und Braunlager planen nun doch für ein gemeinsames Ski-Erlebnis (volksstimme.de 09.04.2013) (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1053918_Schierker-und-Braunlager-planen-nun-doch-fuer-ein-gemeinsames-Ski-Erlebnis.html)
Zitat
Schierke (mpi) l Das geplante Ganzjahreserlebnisgebiet "Natürlich.Schierke" soll nun doch mit den Attraktionen im niedersächsischen Braunlage verbunden werden. Das ergab eine Sondersitzung des Wernigeröder Stadtrats am Montagabend in Schierke. Alpin-Ski-Fahrer können in Zukunft per Seilbahn von Schierke aus auf die Spitze des Kleinen Winterberges gezogen werden und von dort aus sowohl die Schierker als auch die Braunlager Pisten nutzen. [...]

Das Zitat geht ja noch weiter "... dafür wird Sie jeder in den Alpen beneiden...".

Also bitte, nicht wieder der altbekannte Harzer möchtegern Größenwahnsinn. Die Maßstäbe in den Alpen dürften doch etwas anders sein.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 11:35:06 Vormittag
Das Zitat geht ja noch weiter "... dafür wird Sie jeder in den Alpen beneiden...".

Diesmal kein Harzer Größenwahn, das kam von Herrn Müller, der in Innsbruck wohnt und arbeitet...  ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 09, 2013, 11:40:34 Vormittag
Das Zitat geht ja noch weiter "... dafür wird Sie jeder in den Alpen beneiden...".

Diesmal kein Harzer Größenwahn, das kam von Herrn Müller, der in Innsbruck wohnt und arbeitet...  ;)

In dem Fall wird es wahrscheinlich eine typische Verkäufer-Floskel sein, wie man es beispielsweise vom Autokauf auch schon gewöhnt ist, wie "um die Felgen wird Sie jeder Ihrer Freunde beneiden — garantiert". Man sollte sich also nicht allzu viel daraus machen, aber gerade im Harz sollte man doch eher etwas vorsichtiger mit solchen Vergleichen umgegangen werden, da sie gefundenes Fressen für Projektgegner und Medien darstellen.

Schierke als "St. Moritz des Nordens" oder Braunlage als "Kitzbühel des Nordens" wurden ja inzwischen auch schon mehrfach in den Medien thematisiert, wobei der Unterton meistens ziemlich spöttisch rüberkam.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 11:42:24 Vormittag
Harzer Wintersportgebiete sollen verbunden werden (09.04.2013 11:35) (http://www.volksstimme.de/mobile_website/sachsen_anhalt_kurzmeldungen_mobil/1054034_Harzer-Wintersportgebiete-sollen-verbunden-werden.html)
Zitat
[...] "Nach jahrelangem Stillstand sind die Planungen für den Anschluss Schierkes an das niedersächsische Skigebiet in Braunlage abgeschlossen", sagte ein Stadtsprecher am Dienstag in Wernigerode. Die Pläne seien am Montagabend auf einer Sondersitzung des Stadtrats in Wernigerode bekanntgegeben worden. So seien zwei neue Skilifte geplant. Einer soll von Braunlage zum Gipfel des im Schierker Gebiet liegenden Kleinen Winterbergs führen, sagte der Sprecher. Die Stadt hofft, dass Wintersportler in zwei Jahren dann auch in Schierke Ski laufen können. [...]

In 2 Jahren! ;D  Das könnte bedeuten, man hat schon einen oder mehrere Investoren für den Seilbahnbetrieb vor Augen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 11:45:30 Vormittag
[...]

Schierke als "St. Moritz des Nordens" oder Braunlage als "Kitzbühel des Nordens" wurden ja inzwischen auch schon mehrfach in den Medien thematisiert, wobei der Unterton meistens ziemlich spöttisch rüberkam.

Trommeln gehört zum Handwerk... immerhin besser als Ballermann... wobei die Pelzmantelfraktion teilweise einen ähnlichen Alkoholkonsum und Benimm hat.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 09, 2013, 11:48:14 Vormittag
Trommeln gehört zum Handwerk... immerhin besser als Ballermann... wobei die Pelzmantelfraktion teilweise einen ähnlichen Alkoholkonsum und Benimm hat.

Noch schlimmer könnte man fast meinen! :-D
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am April 09, 2013, 12:41:27 Nachmittag
In 2 Jahren! ;D  Das könnte bedeuten, man hat schon einen oder mehrere Investoren für den Seilbahnbetrieb vor Augen.

Da kann man jetzt hinein interpretieren dass sie bereits die Saison 2014/15 im Auge haben.
Das wäre natürlich ein absoluter Coup!
Aber selbst bis Saison 2015/16 wäre ein schöner Erfolg.

Und dann sprach am Sonntag ein Angestellter der WSB von Baumaßnahmen "richtung Achtermann, wenn die jetzige Erweiterung am Kaffehorst nicht genügt"  ;D
Das wird dann insgesamt schon alles sehr nett, fast zu schön um war zu werden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 12:46:04 Nachmittag
Skipiste von Schierke nach Braunlage (mdr.de 09.04.2013, 12:00) (http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/skifahren-in-schierke100_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html)
Zitat
[...]
Neue Skipisten geplant

Nach Angaben des Sprechers sind auch neue Skilifte geplant. Einer soll von Braunlage zum Gipfel des Kleinen Winterbergs führen, der im Schierker Gebiet liegt. Zudem soll eine Skipiste dann vom Winterberg zur Talstation des Wurmbergs bei Braunlage führen. Ziel sei es, dass Wintersportler in zwei Jahren dann auch in Schierke Ski laufen könnten.

[...]

Mit Audio-Beitrag (http://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/audio516686.html): Eine Seilbahn, ein Sessellift, 6,5km neue Pisten. Schanze soll mit integriert werden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 09, 2013, 01:13:54 Nachmittag
Stehen denn die Chancen gut die behördlichen Genehmigungen für alle geplanten Baumaßnahmen zu erlangen und sind 2 Jahre da nicht vielleicht doch ein wenig knapp bemessen, denn ein Investor scheint noch nicht gefunden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 09, 2013, 01:14:28 Nachmittag
In 2 Jahren! ;D  Das könnte bedeuten, man hat schon einen oder mehrere Investoren für den Seilbahnbetrieb vor Augen.

Da kann man jetzt hinein interpretieren dass sie bereits die Saison 2014/15 im Auge haben.
Das wäre natürlich ein absoluter Coup!
Aber selbst bis Saison 2015/16 wäre ein schöner Erfolg.

Und dann sprach am Sonntag ein Angestellter der WSB von Baumaßnahmen "richtung Achtermann, wenn die jetzige Erweiterung am Kaffehorst nicht genügt"  ;D
Das wird dann insgesamt schon alles sehr nett, fast zu schön um war zu werden.

War das wirklich ernst gemeint? :)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: kdomfuesys am April 09, 2013, 01:16:49 Nachmittag
Mit Audio-Beitrag (http://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/audio516686.html): Eine Seilbahn, ein Sessellift, 6,5km neue Pisten. Schanze soll mit integriert werden.
... und Beschneiungsanlagen ...

um die Großkomponenten der Planung zu komplettieren.

Allerdings hört man im Audiobericht auch nachdenkliche Stimmen hinsichtlich der "ökologischen Aspekte". Mal sehen wer sich dann als "sachsen-anhaltinischer Knolle" einen Namen machen wird.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 09, 2013, 01:20:44 Nachmittag
Hat schon jemand das neue Konzept zu Gesicht bekommen?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 09, 2013, 01:42:23 Nachmittag
Skipiste von Schierke nach Braunlage (mdr.de 09.04.2013, 12:00) (http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/skifahren-in-schierke100_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html)
Zitat
[...]
Neue Skipisten geplant

Nach Angaben des Sprechers sind auch neue Skilifte geplant. Einer soll von Braunlage zum Gipfel des Kleinen Winterbergs führen, der im Schierker Gebiet liegt. Zudem soll eine Skipiste dann vom Winterberg zur Talstation des Wurmbergs bei Braunlage führen. Ziel sei es, dass Wintersportler in zwei Jahren dann auch in Schierke Ski laufen könnten.

[...]

Mit Audio-Beitrag (http://www.mdr.de/mdr-sachsen-anhalt/audio516686.html): Eine Seilbahn, ein Sessellift, 6,5km neue Pisten. Schanze soll mit integriert werden.

Von uns hat wahrscheinlich noch niemand die Pläne gesehen, aber mir stellt sich schon die Frage, ob der neue Sessellift vom kl. Winterberg zum Kaffeehorst (=Braunlage) führen soll oder wie die neue Piste auch bis zur Talstation der Wurmbergseilbahn geht? Letzteres hielt ich eigentlich für recht unwahrscheinlich, aber nur mit den Abfahrten kl. Winterberg <-> Kaffeehorst und kl. Winterberg <-> Schierke wird man wohl nicht auf 6,5km neue Pisten kommen, d.h. die neue Piste zur Talstation soll wohl kommen.

Unklar ist dann allerdings, ob Braunlage mit Kaffeehorst gleichgesetzt wurde oder ob es tatsächlich eine Liftverbindung Braunlage Tal <-> kl. Winterberg <-> Schierke geben wird. Vorstellen könnte ich es mir schon, da es ein Kompromiss für einen wichtigen Streitpunkt der Vergangenheit darstellen würde. Braunlage würde fast direkt an Schierke und die Brockenbahn angebunden und Schierke hätte Zugang zu einem attraktiven Skigebiet.

Was meint Ihr? Wird es tatsächlich so kommen oder wurde sich hier nur unklar ausgedrückt?

Spannend auch, was mit der Schanze passieren soll — sofern man hier über eine Lift o.ä. nachdenkt könnte die Schanze eventuell auch wieder den Ansprüchen für größere Wettbewerbe genügen.

Fragen über Fragen — und die Presse lässt uns zappeln.. ;-)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 01:53:24 Nachmittag
Neues Skigebiet am Kleinen Winterberg hat 6,4 Pistenkilometer (Goslarsche.de 09.04.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/startseite/harzticker_arid,359458.html)
Zitat
Schierke. Gleich zwei Übergänge zum Skigebiet am Wurmberg soll das neue Skigebiet am Kleinen Winterberg haben. [...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 09, 2013, 01:56:15 Nachmittag
Neues Skigebiet am Kleinen Winterberg hat 6,4 Pistenkilometer (Goslarsche.de 09.04.2013): (http://www.goslarsche.de/Home/startseite/harzticker_arid,359458.html)
Zitat
Schierke. Gleich zwei Übergänge zum Skigebiet am Wurmberg soll das neue Skigebiet am Kleinen Winterberg haben. [...]

Die Presse scheint uns die guten Nachrichten in kleinen Stückchen über den Tag hinweg mitteilen zu wollen, damit wir länger etwas davon haben, mh?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am April 09, 2013, 02:41:37 Nachmittag
Eure Euphorie in allen Ehren, aber ich höre aus dem Audiobeitrag heraus, dass für "Schierke 2000(!)" außer einem Plan weder Geld noch ökologische Zustimmung gesichert sind. Denkt man sich harztypische Realisierungszeiträume dazu  ::)

Aber geil wärs schon...


Grüße
Tom
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 09, 2013, 02:58:36 Nachmittag
Eure Euphorie in allen Ehren, aber ich höre aus dem Audiobeitrag heraus, dass für "Schierke 2000(!)" außer einem Plan weder Geld noch ökologische Zustimmung gesichert sind. Denkt man sich harztypische Realisierungszeiträume dazu  ::)

Aber geil wärs schon...


Grüße
Tom

Was die Fakten betrifft stimmt das zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch, allerdings sind die Vorzeichen für weitere Schritte nicht mehr unbedingt vergleichbar:

1.) Die Naturschutzverbände scheinen sich mit einem Projekt am kl. Winterberg bisher ganz gut arrangieren zu können, vielleicht auch, weil sie befürchten, dass im Falle massiver Ablehnung noch einmal versucht werden könnte mit aller Macht den gr. Winterberg herauszulösen und in einigen Jahren für ein derartiges Vorhaben zu nutzen. (Im Prinzip ist es so also das kleinere Übel mit dem man leben könnte, sofern man die bisherigen Aussagen dazu so deuten kann)

2.) Braunlage, die Wurmberg Seilbahn und Schierke scheinen das Konzept gleichermaßen zu befürworten bzw. alle Beteiligten scheinen sich davon etwas zu versprechen, was bei allen früheren Versuchen und Ansätzen nicht unbedingt der Fall war, da immer eine Partei einseitig profitiert, während die andere nicht viel davon gehabt hätte.

3.) Wernigerode und das Land Sachsen-Anhalt scheinen fest entschlossen zu sein das Projekt umzusetzen. Es handelt sich hierbei allem Anschein nach nicht um bloße Spinnereien, die mal angestellt werden, sondern man arbeitet offensichtlich konkret auf ein tragfähiges Konzept hin.

4.) Im Harz passiert gerade eine Menge — angefangen von dem kompletten Umbau auf Torfhaus, zum Feriendorf in St. Andreasberg, dem Wurmberg Ausbau bis hin zu den schon beschlossenen Investitionen in Schierke. Es sieht ein wenig nach dem längst überfälligen Umbruch aus, alles wirkt deutlich entschlossener und der Zeitpunkt für den Bau eines neuen Skigebiets in Schierke scheint günstig zu sein.

Natürlich dürfen wir uns nichts vormachen — es ist und bleibt der Harz und beschlossen ist noch lange nichts. Aber vorsichtiger Optimismus ist denke ich nicht unbedingt übertrieben, auch wenn es noch einige Hürden zu nehmen gilt, das ist klar.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 06:04:54 Nachmittag
Weitere Informationen von einem Teilnehmer der Informationsveranstaltung:

Projektvorstellung Parkhaus Schierke - Kleiner Winterberg - Kaffeehorst wurde von Herrn H. Müller, Fa. Input, vorgenommen (ökol. Part: Frank Armbruster):

Es gab keine Einwände seitens der Umweltschützer/Grünen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 07:03:25 Nachmittag
Doppelter Anschluss an das Skigebiet Wurmberg geplant (Goslarsche.de 09.04.2013) (http://www.goslarsche.de/Home/harz/artkel-archiv_arid,359571.html)
Zitat
[...] Zwar könnten die Skifahrer noch bis ins Tal fahren, bei einer nur elfprozentigen Neigung werde es aber keine Wiederholungstäter geben. „Aus diesem Grund wird die eigentliche Piste an der Mittelstation enden“, erklärte er [Anm.: Herr Müller]. Eine Talstation in Schierke, die Mittel- und die Bergstation im Sattelbereich des Großen und Kleinen Winterbergs in der Nähe des Loipenhauses soll die Seilbahn haben. Weiter wird ein Sessellift zwischen Kaffeehorst als Talstation und Kleinem Winterberg als Bergstation entstehen.

Am Kaffeehorst und an der Bergstation gibt es dann Berührungspunkte mit dem Skigebiet Wurmberg. [...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 09, 2013, 07:44:03 Nachmittag
Hier eine Skizze der bisherigen Informationen in den alten Planungsstand.

Mir ist nicht ganz klar, wie man von Schierke nach Braunlage soll.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Max am April 09, 2013, 07:57:13 Nachmittag
Hier eine Skizze der bisherigen Informationen in den alten Planungsstand.

Mir ist nicht ganz klar, wie man von Schierke nach Braunlage soll.

Ist die eine Piste vom kl. Winterberg zur geplanten Mittelstation bestätigt oder wird der neue Sessellift nur eine Piste kl. Winterberg / Kaffeehorst erschließen?

Dass die lange Abfahrt nach Schierke irgendwann endet und es dann wahrscheinlich auf einem Ziehweg weitergeht kann man machen, eine kombinierte Sessel- / Kabinenbahn hört sich auch gut an, aber auch wenn Schierke's Skigebiet dann an zwei Punkten an das Wurmberg Skigebiet grenzt, so ist der einzige richtige Übergang doch am Sattel, wo die neue Kombibahn die Bergstation hat oder sehe ich das falsch?
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am April 09, 2013, 08:17:36 Nachmittag
Ohne die genaue Position der Lifte zu kennen kann man nur raten.

Von der Bergstation am Loipenhaus könnte man je nach Position zur Bratwurstabfahrt schieben oder/und per Verbindungsweg/-abfahrt zum Kaffeehorst und kl. Winterberg-Sessel kommen.

Vom kl. Winterberg ist ebenfalls eine Verbindungsabfahrt zum Kaffeehorst möglich. Abfahrten zur Mittelstation der Kombibahn sind hier natürlich auch möglich.

Möglich ist viel, sicher ist noch nichts (zumindest nicht genau).

Also wartet doch einfach eine offizielle Skizze ab.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 10, 2013, 07:48:12 Vormittag
Klare Absage für den Großen Winterberg (10.04.2013): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wernigerode/1054448_Klare-Absage-fuer-den-Grossen-Winterberg.html)
Zitat
[...]

Nach den Wünschen mehrerer Skisportler aus Wernigerode sollte mindestens eine der geplanten Abfahrtspisten am Großen Winterberg angelegt werden. Dieser Forderung hat der beauftragte Planer Helmut Müller aus Salzburg eine klare Absage erteilt. Er sprach sogar vom "Tod des Projektes", wenn man entgegen aller Warnungen auf dieser Forderung beharren würde.

[...]

Sein Kreativkonzept sieht vor, Skipisten rund um den Kleinen Winterberg zu schaffen und auf dem Großen Winterberg mit Naturlehrpfaden dem Nationalpark-Status Tribut zu zollen.

[...]

Er hatte mit einer Aufzählung aller in dem Gebiet ausgewiesenen Naturschutzflächen klargestellt, dass es schwierig sei, eine Genehmigung für den Aufbau eines Skigebietes zu bekommen. Vor allem in der Nationalpark-Zone, in der auch der Große Winterberg liegt, sei eine Bau-Zusage ausgeschlossen.

[...]

Die Skisportler aus Wernigerode, die sich bis zuletzt vehement für Alpinsport am Großen Winterberg eingesetzt haben, hatten sich im Vorfeld dafür ausgesprochen, den Berg aus dem Nationalpark auszugliedern und somit ein Genehmigungsverfahren zu ermöglichen. Winterberg-Planer Müller sagte dazu, es würde "fünf bis sechs Jahre dauern, bis eine Entscheidung dazu gefällt würde. Und in 98Prozent der Fälle gibt es eine Absage." Zu viele Ausnahmegenehmigungen habe es in der Vergangenheit schon gegeben, als dass man auf einen positiven Bescheid hoffen könne.

[...]

Weniger positiv fiel das Fazit von Winterberg-Verfechter Ulrich Kyritz aus. Er sei der Überzeugung, die Nationalparkgrenzen müssten verschoben werden können. Im Gegensatz zum Westharz seien die Grenzen in Schierke 1990 "willkürlich festgelegt worden", sagte er zur Begründung.

[...]

"mit Naturlehrpfaden dem Nationalpark-Status Tribut zu zollen"

aha... Naturlehrpfade sind ja soviel umweltverträglicher als Skirouten.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 10, 2013, 07:49:38 Vormittag
Grenzenloses Skivergnügen im Harz (Volksstimme.de 10.04.2013): (http://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland_und_welt/deutschland/1054565_Grenzenloses-Skivergnuegen-im-Harz.html)
(http://www.volksstimme.de/_em_daten/_saxo/2013/04/10/aufmacher/130410_0219_13_04_20130410_010528_pic_253818781_aufmacher.jpg)
Zitat
[...] Offiziell wollen die Wernigeröder Verantwortlichen um Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) bis zum Jahr 2018 in ihrem Ortsteil am Brocken einen "Ganzjahreserlebnisbereich" am Winter- und Wurmberg errichtet haben. Geplant sind unter anderem fünf Abfahrten auf insgesamt 40Hektar Fläche mit jeweils einem Kilometer Länge; ein Kinder-Übungshang und Einstiege in das bereits vorhandene Skilanglauf-Loipennetz. Auch zwei Seilbahnen gehören dazu. Die Bahn, die vom künftigen Schierker Parkhaus an den Fuß des Nationalparks, an den Großen Winterberg führen wird, soll die Urlauber auch außerhalb der Schneesaison zu touristischen Angeboten bringen.

Harzer Projekt hat massive Eingriffe in die Natur zur Folge

An der Spitze der Planer in Schierke steht Helmut Müller. Er ist Chef eines österreichischen Projektentwicklers. In seinem Konzept stehen dabei Naturerlebnisse ganz oben an, auch deshalb sucht er die Kooperation mit der Verwaltung des Harzer Nationalparks. Er plant einen mächtigen See samt Spiel- und Erholungsangeboten. Der See soll zugleich ein 70000Kubikmeter großes Wasserreservoir für die Schneekanonen sein.

[...]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: kdomfuesys am April 10, 2013, 09:34:24 Vormittag
Endlich die erste konkrete Skizze des Projektes. Aber nur aus der Zeitung.
http://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland_und_welt/deutschland/1054565_Grenzenloses-Skivergnuegen-im-Harz.html (http://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland_und_welt/deutschland/1054565_Grenzenloses-Skivergnuegen-im-Harz.html)

Da auf der Ratssitzung am Montag auch eine Präsentation gezeigt wurde (siehe Bild)
(http://www.volksstimme.de/_em_daten/_cache/image/vsm/0xUmFuZG9tSVYwMTIzNDU2N2PYf+iPAwGxSgUrvg0eJ0uC3HUIkc67OKkW1GgKjdDzFDaHXczc6FyqkHyvwod6vD0dKe7G7fT3DlHyPs/NTzF2rIWzL/iVe2wF2Kd+XDiW.jpg)

Quelle:http://www.volksstimme.de/_em_daten/_cache/image/vsm/0xUmFuZG9tSVYwMTIzNDU2N2PYf+iPAwGxSgUrvg0eJ0uC3HUIkc67OKkW1GgKjdDzFDaHXczc6FyqkHyvwod6vD0dKe7G7fT3DlHyPs/NTzF2rIWzL/iVe2wF2Kd+XDiW.jpg (http://www.volksstimme.de/_em_daten/_cache/image/vsm/0xUmFuZG9tSVYwMTIzNDU2N2PYf+iPAwGxSgUrvg0eJ0uC3HUIkc67OKkW1GgKjdDzFDaHXczc6FyqkHyvwod6vD0dKe7G7fT3DlHyPs/NTzF2rIWzL/iVe2wF2Kd+XDiW.jpg)

müsste es doch eigentlich im Zeitalter der Smartphones doch noch Bildmaterial aus dem Auditorium geben, oder?

[Admin: statt Attachment vom Volksstimme.de-Server verlinkt]
[kdomfuesys: Bild richtig verlinkt, hat bei playjam nicht geklappt ;)]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 10, 2013, 10:13:36 Vormittag
Endlich die erste konkrete Skizze des Projektes. Aber nur aus der Zeitung. [...]

Das scheint aber keine Orginal Skizze sondern eine Zeichnung vom dpa (siehe Copyright-Vermerk "dpa-Bildfunk") zu sein. Die Mittelstation ist in einem sehr flachen sumpfigen Bereich eingezeichnet. Die Mittelstation müsste näher am Scherstorweg sein.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Ypsilon am April 10, 2013, 10:22:57 Vormittag
Bei der folgenden Auslegung komme ich in etwa auf die beschriebenen 6,4km bei 5 Pisten, wenn jede Abfahrt für sich genommen immer bis zur Talstation gemessen wird.
Insgesamt ist das auch für mich die effektivste Art das Gebiet mit nur 2 Anlagen zu erschließen.
Man sieht jedoch auch auf den 1. Blick:
Das schreit nach einem weiteren Lift von der Mittelstation zum kl. Winterberg wenn das Gebiet erst einmal fahrt aufgenommen hat.
Ich bin gespannt wie schnell nun auch die Investorensuche vorangehen wird.
Da habe ich ja so meine Vermutung...  ;)

Alles in Allem finde ich den Ansatz unter den gegebenen Bedingungen (am NP wird und kann keiner rütteln) recht gut.

[attachimg=1]

Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: kdomfuesys am April 10, 2013, 10:33:32 Vormittag
Guter Ansatz, die Skizze!! :)
Ich könnte mir zusätzlich zur Skizze noch eine Piste vom Loipenhaus zur zukünftigen Talstation des Sesselliftes "Kl. Winterberg" vorstellen. Hat ca. 140 Höhenmeter (je nach Endpunkte der künftigen Bergbahnen) und würde beim Gefälle auf Kaffeehorstniveau liegen. Außerdem ist der ehemalige Grenzstreifen noch nicht dicht bewachsen, so dass aufwendige Rodungsarbeiten nicht anfallen würden.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Harzwinter am April 10, 2013, 10:52:34 Vormittag
Ich bin gespannt wie schnell nun auch die Investorensuche vorangehen wird.
Da habe ich ja so meine Vermutung...  ;)

Falls Du da an Doppelmayr selbst denken solltest (wegen des Planungsbüros "input"): Ich halte es für keine gute Idee, wenn ein Seilbahnhersteller Eigentümer einer Beförderungsanlage bleibt. Dann hat er nur den eigenen Profit im Kopf und nicht den Nutzen der Gemeinde. Falls die Geschäfte nicht optimal laufen oder die Anlage andernorts besser eingesetzt werden kann, wird sie abgeschraubt und umgezogen. So geschehen z.B. in Scharnitz in Tirol mit der 2KSB Mühlbergbahn, die dem Hersteller Wopfner gehörte. Als Ersatz wurde von Wopfner zwar noch eine fixgeklemmte DSB hingestellt. Die lief aber nur noch ein Jahr lief und wurde dann wegen technischer Unzulänglichkeiten behördlich stillgelegt.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Patrick am April 10, 2013, 10:56:41 Vormittag
Hallo zusammen,

leider konnte ich der Präsentation am Montag aus beruflichen Gründen nicht beiwohnen. Sorry, dass ich es erst angekündigt habe.

Direkt auf dem alten Grenzstreifen eine Piste zu bauen, halte ich für schwierig, da auch dieser schon zu einem Schutzprojekt namens "Grünes Band Deutschland" gehört. Nähe Informationen dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnes_Band_Deutschland (http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnes_Band_Deutschland)

Es ist zum Haare raufen... egal wo man hinguckt, fast überall im Harz findet man irgendeinen Schutzzonentyp, der Investitionen erschwert (FFH-Zone, Vogelschutzgebiet, Naturschutzgebiet, NP).
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 10, 2013, 11:44:51 Vormittag
Der Wikipedia Eintrag zur ehemaligen Todeszone (Green-Speak: "Grünes Band") ist irreführend. Eine lautstarke Minderheit möchte entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein Nationales Naturmonument (http://de.wikipedia.org/wiki/Nationales_Naturmonument) ("[...] ökologische Bedeutung nicht unmittelbar im Vordergrund [...]") errichten. Die Folge wäre, das für die ehemalige innerdeutsche Grenze Naturschutzähnliche Gesetze gelten würden und man auf dem Gebiet weder zu Fuß noch mit Langlauf-Skiern entlang wandern dürfte. Dem Unsinn hat man in Berlin schon eine Absage erteilt und ich wüsste nicht, warum für Sachsen-Anhalt etwas anderes gelten sollte.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: kdomfuesys am April 10, 2013, 12:10:10 Nachmittag
Vorschlag: Im Winter gibt´s die "National-Memorial-Ski-Slope" (hört sich gut an) mit Informationstafeln am Pisteneingang. Und im Sommerhalbjahr ein Informationslehrpfad über die ehemalige Deutsche Teilung vom Kaffeehorstparkplatz bis hoch zum Loipenhaus entlang des Kolonnenweges.
P.S.: Jedes "Grüne Band" ist im Winter weiß und kann dann auch befahren werden. ;)
So, und ab jetzt wieder Konstruktives! ;D ;D ;) ;)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am April 10, 2013, 01:44:59 Nachmittag
Ich will mir bei Gelegenheit unbedingt den Grenzstreifen ab Liopenhaus ostwärts ansehen. Irgendwie stell' ich mir das Gefälle als viel zu gering vor.
Die Höhenlinien sind das eine, drinstehen was ganz andreas.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am April 10, 2013, 02:08:34 Nachmittag
Zu erraten wo die Pisten verlaufen ist schwer.

Mein Ansatz würde in etwa so aussehen:

Die Mittelstation der Kombibahn liegt höher in etwas steilerem Gelände.
Der obere Teil der Kombibahn erschließt zwei Abfahrten, da eine Abfahrt für einen halbwegs leistungsfähigen Lift etwas wenig ist.
Von der Bergstation führt eine Abfahrt auf dem Grenzweg (bzw. im oberen Teil daneben, weil da eine Loipe verläuft) zum kl. Winterberg oder zum Kaffeehorst.
Die blaue Abfahrt am kl. Winterberg verläuft östlich vom Lift, so dass sie in Höhe des Ziehwegabzweigs zum Kaffeehorst auf die Grenzabfahrt mündet.
Hierbei kommt man auf 5 Abfahrten von etwa 1km (eher weniger) und 3 Abfahrten von etwa 0,5km (eher mehr).
In Summe sind es etwa 6,5km.

[attachimg=1]
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 10, 2013, 02:10:29 Nachmittag
Eigentlich ist der Lift von der Mittelstation zum kleinen Winterberg unumgänglich. Wie soll man sonst von der "Sattelseite" aus dort hinaufgelangen??? Wenn man erst den großen Bogen über den Grenzstreifen ziehen müsste bis zur Talstation am Kaffeehorstparkplatz wäre das ziemlich umständlich. Dann müsste der geplante Sessellift vom Kaffehorst zum kleinen Winterberg schon ein 8 KSB sein um die ganzen Massen aufnehmen zu können!!!!!
@ sommerphobie: den Lift vom kl. Winterberg müsstest du noch bis an den Parkplatz ziehen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am April 10, 2013, 02:26:27 Nachmittag
@Widex: Der Grenzweg ist nicht unbedingt besonders attraktiv, aber fahrbar. Hier ein Bild vom eher steilen Mittelstück:

[attachimg=1]

@doppelmayr: Vom kl. Winterberglift kommt man auf bestehenden schmalen Wegen zum Parkplatz. Den Lift könnte man trotzdem verlängern, aber das Gefälle ist in dem Bereich ist nicht mehr besonders.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am April 10, 2013, 04:40:17 Nachmittag
Ich rätsele die ganze Zeit, wer als Investor in Frage kommt: die Risiken sind beträchtlich und Förderung gibts nicht!
WSB wäre naheliegend, aber die müssen sicher erst mal die aktuellen Sachen über die Bühne bringen.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: skifreund am April 10, 2013, 05:09:25 Nachmittag
Ich rätsele die ganze Zeit, wer als Investor in Frage kommt: die Risiken sind beträchtlich und Förderung gibts nicht!
....
Wäre es nicht denkbar, dass sich diverse Geldgeber zu einer Firma zusammen finden?
Oder vielleicht gibt es auch zahlungskräftige Russen, die Ihr Geld nicht nur in Tschechien unterbringen wollen.  :-\
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 10, 2013, 06:02:14 Nachmittag
[...] die Risiken sind beträchtlich [...]

Das eigentliche Risiko ist in der Planungs- und Genehmigungsphase (Gerichtsverfahren etc.), der eigentliche Bau und Betrieb ist ein geringeres Risiko. Diese Schritte will die Stadt Wernigerode durchführen und damit dem Investor die Kosten und das Risiko verringern.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Widex am April 11, 2013, 10:21:13 Vormittag
Schon richtig, trotzdem stehen in der ersten Phase bestimmt ähnliche Größenordnungen wie am Wurmberg zur Debatte.
Ich vermute, dass der Ausbau stufenweise vonstatten gehen wird - wenn sich überhaupt ein Investor findet.

Sorry, aber ich bleibe skeptisch. (und hoffe inständig, daß ihr mir in 2 Jahren sagen könnt: "siehste, wir habens dir doch gleich gesagt")
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 11, 2013, 10:47:32 Vormittag
Mir persönlich hätte die Variante vom Parkhaus mit einer Kombibahn oder einem Sessellift direkt auf den kleinen Winterberg besser gefallen. Ich hätte die Mittelstation dann so platziert dass sie von Schierker Seite aus direkt am Fuße des kleinen Winterberges steht. so hätte man gleich von beiden Seiten aus aufliften können und man würde sehr wahrscheinlich die behördlichen Baugenehmigungen wesentlich schneller erhalten, da keine Problematik mit dem FFH-Gebiet.
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: sommerphobie am April 11, 2013, 01:04:10 Nachmittag
Das mit den FFH-Gebieten ist so eine Sache. Es ist zwar möglich mit den Liften und Pisten diese Flächen zu umgehen, aber für die Verbindungsabfahrten zwischen den beiden Skigebieten gilt das nicht.
Wenn man also die Verbindung nicht nur per Fußweg über bestehende Wege und den Kaffeehorstparkplatz herstellen will braucht man FFH-Flächen.
Die Fläche ist zwar deutlich kleiner, aber um die Verbindung herzustellen müsste man denn FFH-Status aufheben. Dies betrifft sowohl Niedersachsen, als auch Sachsen-Anhalt.

Zur Verdeutlichung: http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete/#?centerX=3612893.798?centerY=5736905.951?scale=5000?layers=513 (http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete/#?centerX=3612893.798?centerY=5736905.951?scale=5000?layers=513)
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: Doppelmayr am April 11, 2013, 02:05:42 Nachmittag
Es hies ja am Dienstag in den Medien sogar erst noch man wolle die Lifttrasse, anstatt wie bisher auf den Sattel geplant, auf den kleinen Winterberg verlegen (habe es sogar im Auto auf mdr im Radio gehört). Wie kommt es, dass man sich jetzt doch wieder umentschieden hat???
Titel: Re: Schierke 2000
Beitrag von: playjam am April 11, 2013, 02:12:10 Nachmittag
Bisher gibt es keine offizielle Skizze. Es dürfte daher ein Missverständnis des Radiosenders sein. Laut den Informationen eines Besucher der Informationsveranstaltung ist eine kombinierte Sessel-/Kabinenbahn vom Parkhaus zum Satte