Umfrage

Freiwilliger Lockdown in der Hauptheizperiode von Dezember bis März.
0 (0%)
Unsere Gäste mit einem flexiblen Heizkostenzuschlag an den Zusatzkosten beteiligen.
3 (100%)

Stimmen insgesamt: 3

Autor Thema: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag  (Gelesen 1612 mal)

playjam

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Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« am: Juli 26, 2022, 01:41:39 Nachmittag »
Unser Haus heizt mit Gas, also habe ich spaßeshalber per Preissuchmaschine mir ein aktuelles Angebot raussuchen lassen. Das beste aktuelle Angebot würde das 6-fache von unserem derzeitigen Vertrag kosten. Da es absehbar ist, dass wir zum Winter die Stufe 3 im Notfallplan erreicht haben werden und die Gasanbieter die Preise auch für bestehende Verträge anheben können, stellt sich die Frage die Vermietung über den Winter einzustellen oder die Gäste mit einem Heizkostenzuschlag an den Kosten zu beteiligen.

Was meint ihr?
« Letzte Änderung: Juli 26, 2022, 01:43:34 Nachmittag von playjam »

nif

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #1 am: Juli 26, 2022, 01:50:23 Nachmittag »
Heizkostenzuschlag für die Gäste ist doch gerechtfertigt

Max

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #2 am: Juli 27, 2022, 08:36:26 Vormittag »
Heizkostenzuschlag für die Gäste ist doch gerechtfertigt

Sehe ich auch so — letztlich muss man sich halt darauf einstellen, dass ohnehin alles (teils auch massiv) teurer werden wird.

Denkbar, dass die Nachfrage dann insgesamt sinkt und sich einige Gäste überlegen, ob sie sich einen Skiurlaub im Harz erlauben, aber vermutlich wäre das für Deine FeWo-Vermietung noch immer besser als komplett darauf zu verzichten (wobei es am Ende natürlich auch auf die Auslastung bei höheren Preisen ankommen dürfte).

manitou

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #3 am: Juli 27, 2022, 11:36:46 Vormittag »
...wir haben in Willingen ab Beginn der Heizperiode 01.10. die Preise für alle Objekte angehoben und zwar um 6€ für eine Fewo mit 1Sz und 10€ bei 2SZ. - Größere Fewo werden entsprechend je Schlafzimmer um weitere 5€ angehoben.

Schaun wir mal, inwieweit das gut geht. Wir bemerken nämlich aktuell einen sehr starke Preissensibilität bei Gästen und eine laue Buchungslage für den Herbst. Zum jetzigen Zeitpunkt hätten wir normalerweise bereits ca. 40% mehr Buchungen.

Usul

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #4 am: Juli 28, 2022, 09:59:53 Vormittag »
Als Kaufmann muss man steigende Kosten kalkulieren und diese entsprechend im Endpreis darstellen. Als Endkunde will ich nicht hier ein Zuschlag, dort ein Zuschlag... Ich will den Endpreis.
Kalkulier, was dich ein Tag Heizen mit dreifachen Gaspreis kostet und schlag das auf Deinem Endpreis auf.

Ich glaube eher nicht, dass dies im Urlaub der entscheidene Faktor für eine Buchung sein wird. 5€ am Tag im Winterurlaub? Da würde ich eher ein Bier an der Bar weniger trinken und dieses in der Wohnung aus dem Kühlschrank nehmen, als den Urlaub zu canceln.

Die Energiekosten für die Ferienwohnung für eine Woche macht es nicht aus. Die Leute sind vorsichtig, weil sie halt nicht wissen, was kostentechnisch wirklich passiert. Persönlich ist mein Strompreis um 20% gestiegen. Da ich kurz vor dem Mist meinen Vertrag beim lokalen Anbieter gewechselt habe (von Basisstrom auf regional öko-Strom ->war sogar günstiger als der Alte) bin ich nun wieder genau auf dem Niveau vom vorletzten Jahr. Außer Lebensmittel trifft mich persönlich noch nichts.
Meine Warmwasserversorgung läuft über Strom (deswegen der Tarifwechsel 1,5 Jahre nach Umzug, da lohnte sich die höhere Grundgebühr dann echt).

Meine Heizung läuft über Gas, aber ich heize echt nur minimal. Da ich es nicht wirklich mag in für mich überheizten Räumen zu sitzen. Mir reicht 15 Grad im Wohnzimmer von jeher aus, und das kommt schon durch die Decke von unten hoch ;).

playjam

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #5 am: Juli 28, 2022, 10:04:36 Vormittag »
...wir haben in Willingen ab Beginn der Heizperiode 01.10. die Preise für alle Objekte angehoben und zwar um 6€ für eine Fewo mit 1Sz und 10€ bei 2SZ. - Größere Fewo werden entsprechend je Schlafzimmer um weitere 5€ angehoben.

Schaun wir mal, inwieweit das gut geht. Wir bemerken nämlich aktuell einen sehr starke Preissensibilität bei Gästen und eine laue Buchungslage für den Herbst. Zum jetzigen Zeitpunkt hätten wir normalerweise bereits ca. 40% mehr Buchungen.

Der Oktober ist bei uns OK, die Buchungen kamen auch recht früh im Jahr. August und September sind hingegen noch leer. Aus Gesprächen mit anderen Braunlager Vermietern entnehme ich, dass wir nicht die einzigen sind, bei denen die Anfragen ab Juli abrupt eingebrochen sind.

Die Ursache sehe ich bei den Spritpreisen (nach Braunlage wird primär per Auto angereist), den Inflationsängsten und Verunsicherung bzgl. der Heizkosten. Ich denke, wenn sich alle an die erhöhte Inflation und Heizkosten gewöhnt haben, wird es sich die Buchungslage wieder normalisieren.

playjam

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #6 am: Juli 28, 2022, 10:35:53 Vormittag »
Als Kaufmann muss man steigende Kosten kalkulieren und diese entsprechend im Endpreis darstellen. Als Endkunde will ich nicht hier ein Zuschlag, dort ein Zuschlag... Ich will den Endpreis.
Kalkulier, was dich ein Tag Heizen mit dreifachen Gaspreis kostet und schlag das auf Deinem Endpreis auf.

Gemäß Energiesicherungsgesetz dürfen die Zulieferer die Endverbrauchspreise im Falle des Falles recht dynamisch ohne obere Grenze anheben. Da die Heizkosten nicht planbar sind, ist das Integrieren der Gaszusatzkosten im Endpreis problematisch. Würde ich den aktuell ermittelten 6-fachen Gaspreis zur Kalkulation heranziehen und jetzt schon möglicherweise unnötigerweise im Gesamtpreis integrieren, dürfte der Endpreis einige Gäste abschrecken. Ich halte es aber auch für möglich, dass der Gaspreis gar nicht oder mehr als 6-fach steigen könnte.

Falkenstein

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #7 am: Juli 28, 2022, 10:57:16 Nachmittag »
Spannende Frage die Playjam hier aufgeworfen hat. Ich bin auch am überlegen nur in den Kernzeiten von Weihnachten bis in die erste Januarwoche zu vermieten und ab den Zeugnisferien bis Ende Februar. Meiner Meinung nach lassen sich da höhere Preise durchsetzen, jedoch bin ich vorsichtig wegen den dann vermutlich schlechteren Bewertungen im Hinblick auf Preis/Leistung.
Vor zwei Jahren habe ich für 50 Cent/Liter Flüssiggas getankt. Dieses Jahr im Mai zu 1,40 Euro. Bei 2000 Litern macht das schon was aus… Zur Zeit ist aber Flüssiggas wieder unter 1.- Euro zu haben. Die gestiegenen Kosten muss man irgendwie weitergeben und langfristig an einer Alternative arbeiten.
Mir schwebt vor evtl. Klima-Splitgeräte anzuschaffen in Verbindung mit PV, aber da muss ich noch genauere Berechnungen anstellen. Die Splitgeräte hätten auch den Vorteil, dass die Gäste im Sommer auch die Wohnungen im Dachgeschoss kühlen könnten. Nur der Einbau, die Bedienung und die Wartung  schrecken mich noch etwas ab…
Hoffen wir mal, dass es alles nicht zum Worstcase kommt.
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playjam

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #8 am: Juli 28, 2022, 11:34:15 Nachmittag »
[...] Vor zwei Jahren habe ich für 50 Cent/Liter Flüssiggas getankt. Dieses Jahr im Mai zu 1,40 Euro. Bei 2000 Litern macht das schon was aus… Zur Zeit ist aber Flüssiggas wieder unter 1.- Euro zu haben. Die gestiegenen Kosten muss man irgendwie weitergeben und langfristig an einer Alternative arbeiten. [...]

Wir beziehen noch für 4,7 Cent/kWh. Die gerade beschlossene Umlage für den Bail-Out der Gaszwischenhändler soll zwischen 1,5 und 5 Cent liegen. Die Umlage verursacht Mehrkosten von ca. 15 Euro/Woche in den Wintermonaten. Sollte in der Notfallstufe 3 unser Gaspreis auf den aktuellen Preis von 25 Cent/kWh steigen, wären das noch einmal 60 Euro/Woche.

Alternativen zu Gas: Für Wärmepumpen ist die Größe unseres Hauses und die Klimazone nicht ideal. Unser Dach hat für PV eine ungünstige Ausrichtung und wenn man den Strom am meisten braucht, liegt Schnee auf der PV. Wir könnten die Bode aufstauen und ein kleines Kraftwerk errichten...

Braunlage sollte ganz schnell eine eigene Kläranlage mit Biogasanlage bauen.

Falkenstein

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #9 am: Juli 30, 2022, 02:22:45 Nachmittag »
4,7 Cent pro KW/h sind aber sehr preiswert, hoffe die Erhöhung fällt für Euch nicht zu gravierend aus. In Vergleichsportalen bekommt man Neuverträge um 25 Cent KW/h, das wäre das Fünffache(!) wobei der Grundversorgungstarif der Harzenergie bei „günstigen“ 10,51 Cent bei einem Verbrauch von 6000-30.000 KW/h liegt, zzgl. 14,28 Euro Grundpreis (gem.Preisblatt vom 01.02.22). Dieser wird mit Sicherheit aber bald angepasst werden müssen.
Das gibt mit Sicherheit (leider) einige Insolvenzen im Bereich der Hotels/ Pensionen.
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playjam

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #10 am: August 11, 2022, 03:34:40 Nachmittag »
[...]
Das gibt mit Sicherheit (leider) einige Insolvenzen im Bereich der Hotels/ Pensionen.

Auf Immoscout stehen z.Z. drei größere touristische Häuser  zum Verkauf (1 x Pension, 2 x Ferienwohnungsimmobilien). Ich gehe davon aus, dass es keine Insolvenzverkäufe sind.

Die letzten zwei Jahre und der jetzige Ausblick dürften aber Entscheidungsbeschleuniger sein. Wenn man zur Überzeugung gekommen ist, der Aufschwung ist in Braunlage vorbei und das Gras ist anderswo grüner, dann macht es Sinn zu verkaufen.

Ich bin noch nicht davon überzeugt, dass das Gras anderswo grüner ist. Wäre blöd zu verkaufen, ohne irgendwo weitere Immobilien kaufen zu können. Wenn ich jetzt eine Menge Bargeld hätte, frisst mir das die Inflation weg.

manitou

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Re: Ferienvermietung: Freiwilliger Lockdown oder Heizkostenzuschlag
« Antwort #11 am: August 13, 2022, 09:08:22 Vormittag »
Schaun wir mal, inwieweit das gut geht. Wir bemerken nämlich aktuell einen sehr starke Preissensibilität bei Gästen und eine laue Buchungslage für den Herbst. Zum jetzigen Zeitpunkt hätten wir normalerweise bereits ca. 40% mehr Buchungen.

Der Oktober ist bei uns OK, die Buchungen kamen auch recht früh im Jahr. August und September sind hingegen noch leer. Aus Gesprächen mit anderen Braunlager Vermietern entnehme ich, dass wir nicht die einzigen sind, bei denen die Anfragen ab Juli abrupt eingebrochen sind.

Die Ursache sehe ich bei den Spritpreisen (nach Braunlage wird primär per Auto angereist), den Inflationsängsten und Verunsicherung bzgl. der Heizkosten. Ich denke, wenn sich alle an die erhöhte Inflation und Heizkosten gewöhnt haben, wird es sich die Buchungslage wieder normalisieren.

Der Juli war in Willingen schlecht. NRW ging bereits im Juni in die Ferien und hat uns komplett im Stich gelassen. Die Buchungslage wurde erst gut als die andern Bundesländer in die Ferien gingen. Wir bemerken im Sauerland ein wachsendes Sommerinteresse aus südlichen und östlichen Bundesländern, deren Buchungsnachfrage bis vor Corona nahezu =0 war. Die Deutschein scheinen ein wachsendes Interesse an landesinterner Entdeckertour zu haben.

Die Vorausbuchungslage im Sept. ist ok und da kommen bekanntlich noch viele kurzfristige 3N-Buchungen von Partyvolk und Wanderern, weshalb wir da mit verlängerten Wochenenden weitgehend voll sein werden.
Der Okt. ist bei uns immer noch mäßig vorausgebucht, doch das liegt daran, dass wir einen Mindestaufenthalt von 4N eingestellt haben. Wer im Okt. nur 2-3N Mindestaufenthalt hat, dessen Butzen sind in Willingen bereits von Patynasen gebucht, die wir nicht haben wollen. Familien und gute Urlauber buchen zunehmend kurzfrisitig, deshalb hoffe ich für die Herbstferien noch auf ein gutes Ergebnis.

Der Willinger Partytourismus ist seit Corona insgesamt rückläufig, allerdings nehmen leider die Exzesse der Vollchaoten zu.

Das mit den Spritpreise kann ich bestätigen!
Unser Hausverwalter wohnt am Ortseingang von Willingen und registriert gefühlt weniger Verkehr. Wir wissen anhand der Seilbahnzahlen auch offiziell um einen Rücklauf der Tagesgäste im Frühjahr. Seit dem 9€ Ticket werden Willingen und Winterberg sehr stark mit dem Zug frequentiert. Da haben wir einen echten Vorteil gegenüber BRL.