Autor Thema: Schierke 2000  (Gelesen 538670 mal)

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2550 am: Dezember 16, 2017, 11:54:06 Nachmittag »
Okay und nun das, was für den Harz offenbar typisch ist: Wir haben uns schon auf der Hinfahrt ein Ticket für die Rückfahrt nach Braunlage gekauft. Der Bus kam und hielt dann auch pünktlich. Zu dem Zeitpunkt lag ca. 1cm nasser Schnee — der Busfahrer hat die Tür geöffnet, uns gefragt, ob wir nach Braunlage wollen, uns dann gesagt, dass er nicht lebensmüde sei (!!!) und ist dann gefahren.

Wir haben dann neben dem bereits bezahlten Ticket für den Bus der HVB noch ein Taxi nach Braunlage nehmen müssen. Eher unfreiwillig konnten wir uns dann sogar noch die Eröffnung des neuen Schierke Resort anschauen — schön, dass wir uns dort bei einem Getränk dann ein wenig aufwärmen konnten.

Die Feuerstein-Arena macht einen wirklich guten Eindruck, im "das Schierke" haben wir uns auch gut aufgehoben gefühlt, der Taxifahrer war super nett und dem Busfahrer wünsche ich einen schönen Feierabend, sofern er bei diesen Extrembedingungen überhaupt noch zurück nach Wernigerode gefunden hat. :-X

Es wirkt so, als wenn der Fisch immer vom Kopf her stinken würde — wird ein Unternehmen vernünftig geführt, dann vermeidet auch kein Mitarbeiter den lästigen Umweg über Braunlage (persönlicher Eindruck bei nur einem Fahrgast). So wiederum müssen sich die Harzer Verkehrsbetriebe den Spott einer Mitarbeiterin des Schierke gefallen lassen, die bei dem Wetter noch mit Sommerreifen problemlos durchkommen würde.

Warum kann im Harz nicht mal irgendetwas ohne Probleme funktionieren? Ich glaube der gewöhnliche Gast wäre nach so einer Aktion (zu recht) stinksauer…
« Letzte Änderung: Dezember 17, 2017, 12:41:53 Vormittag von Max »

Harzwinter

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2551 am: Dezember 17, 2017, 12:11:19 Vormittag »
Zitat
und ist dann gefahren.

D.h. der ist die Strecke in Richtung Braunlage sowieso gefahren und hat Euch trotzdem in Schierke stehen lassen? Kein Witz - schreib das unter Angabe aller Details an die lokale Bild-Zeitungsredaktion. Wer sich so verhält und äußert, sollte einen Bus nicht fahren, sondern fegen. Es gilt, hunderte von potenziellen Bus-Fahrgästen in der noch jungen Wintersaison vor so einem Willkür-Querulanten zu schützen. Wahrscheinlich war das sogar ein Verstoß gegen die Dienstvorschriften. Hat der erwartet, dass Ihr die Strecke von Schierke nach Braunlage dann lauft oder was ?!? Eine blanke Frechheit.

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2552 am: Dezember 17, 2017, 12:22:39 Vormittag »
Zitat
und ist dann gefahren.

D.h. der ist die Strecke in Richtung Braunlage sowieso gefahren und hat Euch trotzdem in Schierke stehen lassen? Kein Witz - schreib das unter Angabe aller Details an die lokale Bild-Zeitungsredaktion. Wer sich so verhält und äußert, sollte einen Bus nicht fahren, sondern fegen. Es gilt, hunderte von potenziellen Bus-Fahrgästen in der noch jungen Wintersaison vor so einem Willkür-Querulanten zu schützen. Wahrscheinlich war das sogar ein Verstoß gegen die Dienstvorschriften. Hat der erwartet, dass Ihr die Strecke von Schierke nach Braunlage dann lauft oder was ?!? Eine blanke Frechheit.

Nein, er wollte sich offenbar den Weg nach Braunlage komplett sparen, d.h. direkt ab Schierke zurück nach Wernigerode fahren und (da letzter Bus des Tages) vermutlich Feierabend machen. Zugegeben, in Schierke standen nur noch meine Freundin und ich und im Bus saß exakt ein Fahrgast, aber das kann es trotzdem nicht sein.

Wir sind dann zu Fuß durch Schierke gelaufen (schöner Ort übrigens — gerade, wenn es so verschneit ist), haben uns noch etwas im neuen Schierke Resort aufgewärmt und uns dann ein Taxi zurück nach Braunlage genommen. Der Fahrer (wie gesagt, super nett übrigens) konnte das, was der Busfahrer da gemacht hat, bei den Verhältnissen überhaupt nicht nachvollziehen. Er hat ehrlich gesagt, dass er damit natürlich Geld verdient, es aber schwach sei, dass so etwas offenbar häufiger vorkommt und gerade bei einem so wichtigen Event wie der Eröffnung der Feuerstein-Arena keinesfalls passieren darf.

Ich gebe ihm da völlig recht — das geht einfach nicht (rechtlich habe ich allerdings keine Ahnung, wie das mit dem Personenbeförderungsgesetz aussieht).

Doppelmayr

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2553 am: Dezember 17, 2017, 01:06:26 Vormittag »
Dann verlegt doch endlich die verdammte Trasse auf den Gipfel vom kleinen Winterberg...

Dieser Standort wäre fü den Sommerbetrieb unbrauchbar - und ohne Sommerbetrieb funktioniert das Projekt nicht. Es ist im Sommer eh schon wackelig, solange die Bahn nicht auf den Wurmberggipfel geführt werden kann.

Ich frag mich grad, wo soll die alternative Bergstation hin, wenn Bürger dann noch einen Tellerlift braucht, um zum Loipenhaus zu kommen?!
Es scheint, als ob sie in die Mulde zwischen Loipenhaus und kl. Winterbegr soll.  Ein Übungsförderband wäre eh sinnvoll dort oben (war ja auch mal vorgesehen und wurde dann weggespart). Das Hauptproblem dieses Alternativstandortes wäre, dass man von dort nicht auf Ski zum Kaffeehorst kommt, ohne eine Piste auf dem Grünen Band zu bauen - und da wäre der nächste Streß mit den Umweltfreaks vorprogrammiert. Alternativ müsste man sonst mit dem Förderband/Tellerlift zum Loipenhaus und von dort auf der Bratwurstabfahrt zum Kaffeehorst.
Das wäre eine unzumutbare Engestelle - und im Sinne von Nüsse "nicht vernünftig"!

Um in der verfahrenen Situation eine gescheite Lösung zu schaffen, braucht es nun die vernünftige Koop mit der WSB. Die Mittelstation wird aus dem Morrwald ruasgelegt und die Bergstation muss auf den Wurmberg-Gipfel. 
Zudem müssen auch die Umweltfreaks ein kleines Opfer bringen und die Querung des grünen Bandes erlauben, um vom Kaffeehorst eine 4SB auf den kl. Winterberg zu bauen (wie ursprünglich mal geplant). Das ergibt zwei nette kurze rote Abfahrten vom. kl. Winterberg in beide Richtungen - zudem einen Zubringer zur blauen Schierke-Abfahrt. Damit wäre eine sinnvolle Angebotsergänzung und Entlastung für den Wurmberg geschaffen. Nüsse wird jedoch nicht umhin kommen eine 6KSB Hexenritt zu bauen.   

Um sowas zu realisieren müssen alle Beteiligten an einen Tisch:
WSB, Brl, Nds, SA, Bürger, WR, BUND, Dalbert. Wer sich dann da verweigert, wäre ein Lindner!

@ Mani:

Ich habe mir eben noch einmal die Machbarkeitsstudie von input aus dem Jahr 2014 angesehen und ich teile deine Vermutung.  Der neue Standort der Bergstation würde höchstwahrscheinlich in etwa an dem damalig geplanten Punkt "Sammelplatz und Spieldorf"am Fuße vom kleinen Winterberg liegen. Von dort waren seinerzeit zwei hintereinander liegende 180 Meter lange Förderbänder angedacht. Alternativ könnte man aber auch einen 400 Meter langen fix geklemmten 4er Sessel hinstellen, welcher parallel zum grünen Band auf anhaltinischer Seite bis direkt vor das Loipenhaus liefe, ohne dieses anzutasten. Dann wäre der Übergang und Anschluß nach Niedersachsen wieder genau dort wo ursprünglich geplant direkt am Loipenhaus. Die Lifttrasse könnte man talwärts so aufweiten, dass man eine zweite (blaue) Abfährt erhalten würde, um auch von Braunlager Seite zur Bergstation der Seilbahn zu gelangen und zur anschließenden Talabfahrt nach Schierke. Darüber hinaus könnte die 400 m Piste als Übungshang für Anfänger genutzt werden. Den Sessellift könnte man auch im Sommer für die Wanderer nutzen. Die WSB wird den Gipfel für eine weitere Seilbahnbergstation niemals hergeben. Abgesehen davon, wäre auch gar kein Platz mehr dafür vorhanden.
« Letzte Änderung: Dezember 17, 2017, 04:27:47 Nachmittag von Doppelmayr »

manitou

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2554 am: Dezember 17, 2017, 09:32:26 Vormittag »
Die WSB wird den Gipfel für eine weitere Seilbahnbergstation niemals hergeben. Abgesehen davon, wäre auch gar kein Platz mehr dafür vorhanden.

Das da kein Platz sein soll, ist m.E. vorgeschobener Quatsch... In den Alpen hat man auf geringerem Platz schon Bergstationen errichtet.

Solange die WSB den Gipfel blockiert, sind sie nicht wirklich an einer "vernünftigen" Lösung interessiert. Wenn man sich die Attraktivitätszunahme (auch im Sommer) seit der WSB-Erweiterung anschaut, dann wird die Attraktivität und damit Besucherfrequenz noch einmal deutlich steigen, wenn ein sinnvolles Gesamtkonzept auf der Achse Braunlage-Schierke-Brocken-Wernigerode erstellt wird.

Das predige ich seit Jahren - aber offenbar sitzt die (konkurrierende) Landesgrenze knochentief im Denken aller Beteiligten.

Harzwinter

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2555 am: Dezember 17, 2017, 11:05:50 Vormittag »
@ Max nochmal wegen Deiner Buserfahrung: Hast Du die Taxiquittung noch? Stelle Deine Taxifahrt den Verkehrsbetrieben in Rechnung.

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2556 am: Dezember 17, 2017, 05:49:18 Nachmittag »
Solange die WSB den Gipfel blockiert, sind sie nicht wirklich an einer "vernünftigen" Lösung interessiert. [...]

Also eine vernünftige Lösung wäre eine Seilbahn von Schierke zum Gipfel des Wurmberg? Welche Motivation hätte dann ein Investor noch, auf Schierker Seite gegen den Widerstand der Grünen, BUND, NaBu und Nationalpark ein Skigebiet zu errichten. Das wäre nur ein Kostenfaktor, den man gerne den Braunlagern überlassen kann.

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2557 am: Dezember 17, 2017, 06:52:56 Nachmittag »
@ Max nochmal wegen Deiner Buserfahrung: Hast Du die Taxiquittung noch? Stelle Deine Taxifahrt den Verkehrsbetrieben in Rechnung.

Habe ich da — werde morgen mal schauen, was ich erreichen kann.

Sternengucker

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2558 am: Dezember 18, 2017, 11:40:42 Vormittag »
Zitat
Für die geplante Seilbahn hoch zum Kleinen Winterberg ist in Magdeburg ein wichtiger Verbündeter abhandengekommen: Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) sieht für die bisherigen Trassen keine Chance mehr auf Genehmigung. [...] In einem Krisengespräch am 28. November hat Webel dem Investor und Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) die schwierige Lage klargemacht. Beide ließen sich jedoch nicht überzeugen, sie wollen an der Ursprungstrasse festhalten. In einem Schreiben an Bürger hat Webels Haus daraufhin seine Haltung noch einmal dargelegt. [...] Unmissverständlich äußert sich Webels Haus zur Mittelstation. Das unabhängige Gutachten hatte dort auch außerhalb des FFH-Gebiets großräumig Moorwald festgestellt. Dieser würde bei der Ursprungsvariante durch die Mittelstation, die Gastronomie und den Kinderspielplatz „derart hoch beeinträchtigt, dass sie nicht zu vertreten wäre“, stellt die zuständige Referatsleiterin fest. [...] Aus Webels Umgebung heißt es, niemand habe gewonnen, wenn der Minister im Raumordnungsverfahren seine Zustimmung gebe, das Projekt anschließend aber vor Gericht gekippt werde.

https://www.mz-web.de/landkreis-harz/bauprojekt-im-harz-gezerre-um-die-seilbahn-in-schierke-29310230

Wenn die Befürworter jetzt keine Vernunft annehmen und sich von BUND und NABU hinsichtlich einer genehmigungsfähigen Trassenführung beraten lassen (Vorschläge - auch seitens des Verkehrsministeriums - liegen bereits vor), wird das Projekt absehbar scheitern und Wernigerode steht dann ohne Seilbahn mit einem völlig überdimensionierten Parkhaus und einem Eisstadion dar, die beide auf (mindestens zwei) Jahrzehnte jedes Jahr enorme Verluste (auf Kosten des Steuerzahlers) schreiben müssen und auch schreiben werden. Die Verbände ignorieren? Klar, kann man machen. Das Umweltministerium ignorieren, nur weil es von einer Grünen geleitet wird? Ist eigenes Risiko. Aber auch noch die eindringlichen Warnungen aus dem Verkehrsministerium unter Leitung eines lautstark bekennenden Projektbefürworters ignorieren zu wollen, ist wirklich unverantwortlich. Wenn hier nicht ganz schnell Vernunft einkehrt, sitzt die Stadt am Ende auf einem gewaltigen Schaden...
« Letzte Änderung: Dezember 18, 2017, 11:56:26 Vormittag von Sternengucker »

playjam

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2559 am: Dezember 18, 2017, 01:25:32 Nachmittag »
[...] Wenn hier nicht ganz schnell Vernunft einkehrt, sitzt die Stadt am Ende auf einem gewaltigen Schaden...

Rugig Blut. Das ist wie bei vielen Projekten an denen mehrere Teams arbeiten. Erst läuft es nicht rund und es wird blame game gespielt, bis der Oberchef mit der Faust auf den Tisch haut und plötzlich klappt alles, was vorher aus irgendwelchen Pippifax-Gründen nicht ging. Je mehr es jetzt kriselt, desto schneller kommt die Lösung. 

Der Erfolg des Ganzjahreserlebnisgebietes am Winterberg ist in Schierke festbetoniert.  ;)
« Letzte Änderung: Dezember 18, 2017, 01:48:22 Nachmittag von playjam »

Doppelmayr

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2560 am: Dezember 18, 2017, 01:29:57 Nachmittag »
Zitat
Wenn die Befürworter jetzt keine Vernunft annehmen und sich von BUND und NABU hinsichtlich einer genehmigungsfähigen Trassenführung beraten lassen (Vorschläge - auch seitens des Verkehrsministeriums - liegen bereits vor), wird das Projekt absehbar scheitern und Wernigerode steht dann ohne Seilbahn mit einem völlig überdimensionierten Parkhaus und einem Eisstadion dar, die beide auf (mindestens zwei) Jahrzehnte jedes Jahr enorme Verluste (auf Kosten des Steuerzahlers) schreiben müssen und auch schreiben werden. Die Verbände ignorieren? Klar, kann man machen. Das Umweltministerium ignorieren, nur weil es von einer Grünen geleitet wird? Ist eigenes Risiko. Aber auch noch die eindringlichen Warnungen aus dem Verkehrsministerium unter Leitung eines lautstark bekennenden Projektbefürworters ignorieren zu wollen, ist wirklich unverantwortlich. Wenn hier nicht ganz schnell Vernunft einkehrt, sitzt die Stadt am Ende auf einem gewaltigen Schaden...

Ja da hast du Recht. Ich verstehe auch nicht so wirklich warum sich Herr Bürger den guten Ratschlag von Landesverkehrsminister Webel nicht zu Herzen nimmt. Wenn nun doch mal die Fakten belegen, dass die bisherige geplante Trasse mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht genehmigt wird, dann muss man für andere Optionen einsichtig sein. Wenn Webel das Projekt selber nicht so wichtig wäre, hätte er Investor Gerhard Bürger ja auch einfach ins offene Messer laufen lassen können. Wenn das Projekt durch eine andere Trassenführung umgesetzt werden kann, dann muss man halt umdisponieren. Ich hoffe sehr, dass die Einsicht noch kommt und man sich gemeinsam an einen Tisch setzt und überlegt, wie man das Projekt noch retten und dann schnellstmöglich realisieren kann. Dieses ewige gezerre, hick hack und rumgeiere muss endlich aufhören!!! Es wurden hier im Forum genug Vorschläge aufgezeigt was machbar wäre. Jetzt liegt es an den Machern, diese Ratschläge und Hinweise zu beherzigen und umzusetzen!!!

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2561 am: Dezember 18, 2017, 01:56:59 Nachmittag »
Wenn die Befürworter jetzt keine Vernunft annehmen und sich von BUND und NABU hinsichtlich einer genehmigungsfähigen Trassenführung beraten lassen (Vorschläge - auch seitens des Verkehrsministeriums - liegen bereits vor), wird das Projekt absehbar scheitern und Wernigerode steht dann ohne Seilbahn mit einem völlig überdimensionierten Parkhaus und einem Eisstadion dar, die beide auf (mindestens zwei) Jahrzehnte jedes Jahr enorme Verluste (auf Kosten des Steuerzahlers) schreiben müssen und auch schreiben werden.

Nun gut, das hört sich erst einmal vernünftig und nachvollziehbar an, ist in der Praxis aber sicherlich deutlich leichter gesagt als getan. Man darf nicht vergessen, wie BUND und NABU sich bisher zum Projekt insgesamt positioniert haben und vor allem, dass sie die künstliche Beschneiung (ein Kernelement für den wirtschaftlich sinnvollen Betrieb eines Skigebiets, wie man nicht nur am Wurmberg sieht) vehement ablehnen.

Auch hier haben viele von uns von Beginn an gefordert, dass man idealerweise alle Interessengruppen mit einbeziehen sollte, was u.a. sowohl Wintersportler, Mountainbiker, aber auch Naturschutzverbände betrifft, um am Ende dann ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, mit dem alle leben können und dass die Region voranbringt.

Wenn man der lokalen Presse glauben schenken darf, dann war bisher an eine konstruktive Zusammenarbeit mit eben genau diesen Verbänden (und Parteien) nicht zu denken. Es werden Forderungen ohne Ende aufgestellt, rote Linien gezogen, mit Klagen und Verfahren gedroht und nicht zuletzt in grenzwertigem Umfang verzögert und getrickst, wo immer es machbar erschien. Dass man nun nicht ausgerechnet auf die Vorschläge von BUND, NABU, dem NP oder gar den Grünen wartet finde ich ehrlich gesagt wenig überraschend muss ich sagen, zumal ich der Presse zumindest auch keine konstruktiven Ansätze dazu entnehmen konnte.

Genug Zeit sich konstruktiv einzubringen war da und gegen einen wirklich guten Vorschlag, der sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll und nachhaltig ist, hätte sicherlich auch niemand Einwände gehabt, allerdings reicht doch im Prinzip bereits die strikte Ablehnung von künstlicher Beschneiung aus und alle Vorschläge von der Seite wären realistisch gesehen schon wieder vom Tisch.

Sternengucker

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2562 am: Dezember 18, 2017, 02:11:16 Nachmittag »
Nun gut, das hört sich erst einmal vernünftig und nachvollziehbar an, ist in der Praxis aber sicherlich deutlich leichter gesagt als getan. Man darf nicht vergessen, wie BUND und NABU sich bisher zum Projekt insgesamt positioniert haben und vor allem, dass sie die künstliche Beschneiung (ein Kernelement für den wirtschaftlich sinnvollen Betrieb eines Skigebiets, wie man nicht nur am Wurmberg sieht) vehement ablehnen.

Die Umweltverbände haben sich dazu in den vergangenen Jahren mehrfach positioniert: Die Winterberg-Fläche wurde für das Projekt "Schierke 2000" in den 1990ern mit dem expliziten Ziel aus dem Nationalpark gelöst, dort eine Seilbahn und einen Abfahrtshang zu entwickeln. Der Nationalpark ist hierfür flächenmäßig großzügig entschädigt worden und die Verbände stehen auch fast 20 Jahre später noch zu der damals geschlossenen Vereinbarung: Die Nutzung dieser Fläche für den Skisport ist nicht zu beanstanden. Dass dabei nicht gegen EU-Recht verstoßen und geschützte Moorflächen platt gemacht werden dürfen, versteht sich von selbst - es gibt ja aber Trassen- und Pistenführungen, bei denen das ausgeschlossen wäre. Dass sich die Verbände mit der (in den 90ern von den damaligen Befürwortern nicht mitverhandelten) Beschneiung nicht anfreunden können, steht auf einem ganz anderen Blatt. Eine Seilbahn samt Abfahrt wäre mit den Verbänden aber zu machen.
« Letzte Änderung: Dezember 18, 2017, 02:13:00 Nachmittag von Sternengucker »

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2563 am: Dezember 18, 2017, 03:10:16 Nachmittag »
Das Dach der Eis"halle" sieht ja schon interessant aus, aber sobald es windig ist, bringt es wohl eher wenig.

@Sternengucker: Wenn man ein gutes Sommer- bzw. Nichtschnee-Angebot auf die Beine stellt, kann man möglicherweise auch auf eine Beschneiungsanlage verzichten...

Max

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Re: Schierke 2000
« Antwort #2564 am: Dezember 18, 2017, 03:24:36 Nachmittag »
@Sternengucker: Wenn man ein gutes Sommer- bzw. Nichtschnee-Angebot auf die Beine stellt, kann man möglicherweise auch auf eine Beschneiungsanlage verzichten...

Theoretisch vielleicht schon, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein privater Investor in ein derart risikoreiches Unterfangen einsteigen würde. Heutzutage ein Skigebiet quasi neu zu erschließen, dabei auf Beschneiung zu verzichten und nicht einmal die Bergstation auf dem Gipfel eines Berges stehen zu haben dürfte schlichtweg unrentabel sein (Wurmberg sowie kleiner und großer Winterberg scheinen ja tabu zu sein).

Am Wurmberg scheint nach dem Ausbau trotz aller Probleme von Jahr zu Jahr mehr los zu sein und selbst unter der Woche außerhalb der Ferien ist die Nachfrage einigermaßen groß. Ich wage zu behaupten, dass das nur mit Naturschnee und der damit verbundenen Planungssicherheit nicht der Fall wäre.